Anna & Marcus

Das 2 Minuten-Interview

Viertel Vor, Dreiviertel, völlig egal. Anna und Marcus sind Lebens- und Businesspartner. Vor zwei Jahren kauften sie ein altes Bauernhaus in Brandenburg um es mehr oder weniger eigenständig zu renovieren. Mittlerweile haben sie fünf Schafe und eine Katze, einen besseren Teint und ziemlich oft gute Laune. Und weil das mit dem neu, anders und besser machen gerade so gut klappte, begannen sie genau darüber zu berichten und über obendrein über Menschen, Ideen und Innovationen zu schreiben, die wirklich wichtig sind. Gerade feierte ihr nachhaltiges Onlinemagazin viertel-vor.com einjährigen Geburtstag. Zur Feier der Feier sprachen wir mit beidem im Doppel übers Welt verändern, neuen ökologisch-innovativen Vorbildern und die beste Soja-Bolognese der Welt.

Name: Anna Schunck & Marcus Werner
Alter: 35 & 36
Wohnort: mal Berlin, mal Brandenburg
Beruf: Journalistin / Copywriterin / Moderatorin & Regisseur / Kameramann / Fotograf
Schuhgröße: 39 & 39 #schuheteilenmöglich
Lieblingsort: Auf unserer Hollywoodschaukel
Kontakt: hallo@viertel-vor.com

Was ist die größere Herausforderung  – Dinge richtig zu machen oder die richtigen Dinge zu tun?
Anna: Ersteres finde ich weniger erstrebenswert. Meine beste Freundin sagt gerne (sehr norddeutsch): Fehler machen kluch, drum is’ einer nich’ genuch. Und das würde ich so auch unterschreiben. Die richtigen Dinge zu tun kann hingegen schon ganz schön herausfordernd sein. Weil man dazu erst Mal definieren muss, was man selbst ganz eigentlich und persönlich für richtig hält.
Marcus: Ich finde auch, dass es viel schwerer ist, die richtigen Dinge zu tun. Man ist so sehr in seinen täglichen Routinen drin, dass es uns sehr schwer fällt diese zum Beispiel nachhaltig zu verändern. Aus den Fehlern, die man auf dem Weg dahin macht, lernt man im besten Fall und kann dieses Wissen wiederum weitergeben. Das ist gut und wichtig!

Eine gute Tat, die jeder sofort tun kann?
Marcus: Zu Ökostrom wechseln.
Anna: Bewusstsein schärfen.

Können Worte die Welt verändern?
Anna: Ich bin Journalistin, was soll ich dazu sagen? (grinst) Klar können sie das, in Form von Aufklärung und meines Erachtens auch in Form von Zuspruch aka Empowerment. Generell gilt aber trotzdem immer: Nur, wenn Taten folgen.
Marcus: „I have a dream!“

Wie alt wärst du, wenn du dein Alter nicht wüsstest?
Anna: Meistens zwölf, manchmal hundertzwölf.
Marcus: 25 mit dem Wissen eines 36-Jährigen.

Wer oder was inspiriert dich?
Marcus: Das Unperfekte.
Anna: Andere Menschen, ihr Wissen und Wesen, ihre Ideen und Geschichten.

Welches Problem würdest du gerne lösen?
Anna: In meiner Welt: Jedes Kommunikationsproblem. Auf der ganzen Welt: Jedes, dass zum Klimawandel beträgt.
Marcus: Dass unser Wirtschaftssystem immer weiter wachsen muss, weil es sonst zusammenbricht.

Hast du ein verborgenes Talent?
Anna: Katzenwäsche-Skills am Gartenschlauch, perfektioniert damals auf unserer Baustelle.
Marcus: Meine Soja-Bolognese kann ich so pimpen, dass es keinem Fleisch-Esser auffällt, dass da gar kein Fleisch drinnen ist! #govegan

Wann hast du deinen letzten Brief geschrieben?
Anna: Vor drei Wochen.
Marcus: Zählen auch E-Mails?

Ein Pinguin mit einem Sombrero kommt an einen Paddelbootverleih in Brandenburg und sagt:
Anna: „Tach’schön“. Das sagt man hier in unserem Teil von Brandenburg nämlich so. Weil ich ursprünglich aus Schleswig-Holstein komme, antworte ich aber mit einem eher stumpfen „Moin“. Das versteht der Pinguin dann schon.
Marcus: Ice Ice Baby (Vanilla Ice-Voice)

Wovor hast du Angst?
Anna: Vor fehlender Toleranz und vor Engstirnigkeit.
Marcus: Dass wir den Klimawandel nicht rechtzeitig aufhalten werden.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Anna: Marcus kocht. Ich mach’ euch dazu einen Salat mit Avocado-Dressing.
Marcus: Von der Soja-Bolognese hab ich euch ja schon erzählt?!

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das?
Marcus: Ich hab dieses Jahr angefangen programmieren zu lernen. Wenn das 14-Jährige hinbekommen, sollte ich das doch auch lernen können. Ich habe schnell gemerkt, dass ich mich als 36-Jähriger doch um andere Dinge kümmern sollte.
Anna: Same here! (grinst) Vor fast genau einem Jahr. Da war dieses Bloggen, von dem immer alle reden…

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Anna: Dass es sowas wie Macht überhaupt gibt! …Davor würde ich aber wahrscheinlich noch schnell was wahnsinnig Vehementes gegen die Ausbeutung von Menschen und Ressourcen machen.
Marcus: Ich würde ein Grundeinkommen für alle schaffen. Und dann gespannt sein, wie sich unsere Gesellschaft und Arbeits- und Lebensweise verändert.

Was sollte niemand von dir wissen?
Anna: Wie’s bei uns zu Hause aussieht. Wenigstens niemand, den ich nicht persönlich kenne. Für Viertel \ Vor und Social Media fotografiert wird bei uns nur vorm Haus – da gibt’s ja schließlich auch schon genug zu gucken.
Marcus: Ja.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Anna: Wie wir unsere Schafe so zahm gekriegt haben. Die sind nämlich eigentlich Fluchttiere – und wir wissen’s selbst nicht richtig. Dass zwei von ihnen Marcus folgen, wie brave Hündchen, hat wahrscheinlich einfach mit wahllosem Verwöhnen zu tun…
Marcus: Ob wir empfehlen können aufs Land zu ziehen? Ja – das können wir – aber nur mit genügend Nähe zur Großstadt.

Das letzte Wort:
Marcus: Ich wollte schon immer Shout-Outs geben. Also: Shout Out an all die tollen Menschen, Projekte und Firmen, die dabei helfen diese Welt Schritt für Schritt nachhaltiger zu machen. Damit wir unseren Kindern und Enkeln in die Augen schauen und sagen können: „Wir haben alles getan, was wir konnten.“
Anna: Und jeder, wirklich jeder, kann in seinem Alltag, in seinem Bereich, im Rahmen seiner Fähigkeiten etwas machen. Also: Tut Gutes – und redet drüber.

Foto: Marlen Müller

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Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 18. April 2017 | Tags: |  Keine Kommentare

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