Hannah & Marie Krutmann

Hannah Krutmann ist ausgebildete Reiki-Meisterin und Massagetherapeutin, sie schreibt für verschiedene Onlinemedien und auf ihrem Blog OM LAGOM über Spiritualität, fährt einen alten VW Bus namens Penny Lane und hat einen Hund, der denkt, dass er eine Katze ist. Marie Krutmann wurde gerade vom Business Punk Magazin auf die Watchlist 2021 gewählt, sie schreibt und lektoriert für verschiedene Verlage und versorgt uns über ihren Instagramkanal mit Buchtipps zu feministischen Themen. Was die beiden gemeinsam haben? Nun, zunächst einmal den Nachnamen, schließlich sind sie Schwestern. Ach, und dann betreiben sie noch gemeinsam das Printmagazin und die Storytelling-Agentur Almost. Und das geht? Und wie, schließlich haben die beiden während des Studiums in Stockholm auf 17qm zusammengewohnt. Passt also kein Blatt zwischen ihre Antworten in unserem Interview? Lasst euch überraschen!

Name: Hannah / Marie Krutmann
Alter: 33 / 30
Wohnort: Berlin / Berlin
Beruf: Modewissenschaftlerin, Agentur- und Magazingründerin, Freie Autorin / Lektorin & Redakteurin
Schuhgröße: 39 / 36
Lieblingswort: Das schwedische Wort lagom (das bedeutet: nicht zu viel, nicht zu wenig, genau richtig) / Almost
Kontakt: @hannah_lagom / @krutfrau

Was ist das Beste an deinem Beruf?
Hannah: Die inspirierenden Frauen und ihre Geschichten, die wir ständig kennenlernen, und, dass ich mit meiner Schwester arbeite. So ein Familienunternehmen ist doch was Schönes.
Marie: Dass ich bis mittags im Schlafanzug bleiben kann, wenn ich will.

Was würdest du tun, wenn du nicht scheitern könntest?
Hannah: Easy: Das Patriarchat smashen, das Klima retten und durchsetzen, dass in allen Schulen „Umgang mit Emotionen“, „Empowernde Spiritualität“, „Feminismus 101″ und „Gewaltfreie Kommunikation“ auf den Stundenplan kommen.
Marie: Meinen eigenen Verlag gründen. Aber scheitern gehört ja dazu.

Was lernst du nie?
Hannah: In welchem Verhältnis ich Wasser zu Quinoa in den Topf tun muss. 1:1 oder 2:1?
Marie: Die Spülmaschine ordentlich einzuräumen (dazu fehlt mir die Geduld).

Was schätzt du an dir am meisten?
Hannah: Meine Neugier, Ästhetikempfinden, Zuverlässigkeit und Präsenz. Die Kombi hat mir schon tolle Freundschaften, Beziehungen, Ideen, Reisen und Jobs gezaubert. Die Eigenschaften schätze ich übrigens auch am meisten an anderen.
Marie: Meinen Mut, anderen meine Meinung zu sagen, und zu wissen, was ich will.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es?
Hannah: Die wunderbare Anna Schunck von Viertel \ Vor Mag hat mir neulich einen schönen Rat gegeben: „Mach so weiter und ihr müsst bald nie wieder für Arschlöcher arbeiten.“ Love it!
Marie: „Pick your battles!“ Den Rat gab mir eine Kollegin, als ich damals neu im Verlag anfing. Manche Kämpfe sind es einfach nicht wert, andere umso mehr.

Hannah, beschreibe Marie in einem Satz:
Als Steinbock mit Aszendent Jungfrau ist Marie ehrgeizig, immer top informiert, super zuverlässig und eine perfektionistische Kritikerin auf die allerbeste Art und Weise aka beste Schwester und Partner in Crime, die man sich so wünschen könnte. Lucky me!

Marie, beschreibe Hannah in einem Satz:
Hannah ist meine Beschützerin, eine tolle Geschichtenerzählerin, die beste Begleitung bei langweiligen Veranstaltungen und die Person, die mich in Momenten der schieren Verzweiflung so sehr aufheitert, dass ich am Ende Tränen lache.

Was machst du gerne und wird nie langweilig?
Hannah: Mit meinem Hund laut jaulen, wenn wir draußen Sirenen hören.
Marie: Bücher kaufen.

Eine Begegnung, die du nie vergisst:
Hannah: Ich erinnere mich einfach an ALLE ersten Begegnungen meiner Freundschaften und Beziehungen plus was ich anhatte.
Marie: Im Schwedenurlaub vor zwei Jahren habe ich auf einer Café-Toilette die Pippi Langstrumpf Schauspielerin Inger Nilsson getroffen.

Was wirst du in Zukunft weniger machen?
Hannah: Andere an ihre Deadlines erinnern. Hab gehört dafür gibt’s jetzt Apps, die sie nutzen können.
Marie: Ja sagen. Ich tendiere dazu, sehr viel auf einmal zu machen. In Zukunft will ich mich lieber auf einige wenige Projekte konzentrieren.

Was hättest du dir sparen können?
Hannah: So 1-2 Tinder Dates bestimmt.
Marie: Zwei Semester Altnordisch und Runenkunde während meines Skandinavistikstudiums. In meinem Alltag begegne ich nur selten alten Wikingerschriften, die es zu entziffern gilt. Andererseits habe ich einige lustige Anekdoten aus dieser Zeit mitgenommen, von daher: no regrets!

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Hannah: Außer dem Klimawandel, Gleichberechtigung und Schulsystem? Es gäb da noch so einiges zu tun im Bereich Pflegeberufe, Steuern, Aufklärungsarbeit, bedingungsloses Grundeinkommen, … .
Marie: Ich würde Feminismus als Schulfach in allen Ländern einführen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Hannah: Wenn ihr Montag kommt, dann Bohnen, denn Montag ist Bohntag bei mir.
Marie: Matcha-Latte mit aufgeschäumter Hafermilch. Ich bin ein Neukölln-Hipster par excellence.

Was sollte niemand von dir wissen?
Hannah: Wie “oft” ich staubsauge.
Marie: Wie viele noch ungelesene Bücher in meinem Regal stehen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Hannah: Über die nach meinen Sternzeichen hätte ich mich schon gefreut. Jetzt müsst ihr leider raten.
Marie: Was liest du gerade? Aber das erzähle ich ohnehin ungefragt jede*r Person, die ich treffe.

Das letzte Wort:
Hannah: It’s all happening!
Marie: Let it go!

FOTO: Katja Vogt

Anna Maria Mühe

Anna Maria Mühe ist die Frau mit dem schönsten Beruf der Welt. Sagt sie selbst von sich. Und wir sind auch froh, dass sie keine professionelle Witze-Erzählerin geworden ist (das kann sie nämlich überhaupt nicht), sondern eine von Deutschlands vollkommen zurecht gefragtesten Schauspielerinnen überhaupt. Ansonsten spricht sie gerne Klartext, vor allem und gerade in ihrem neuen Podcast „unter dry“, den sie gemeinsam mit ihren Freundinnen und Schauspielkolleginnen Jasna Fritzi Bauer und Cristina DoRego betreibt.

Name: Anna Maria Mühe
Alter: 35
Wohnort: Berlin
Beruf: Schauspielerin
Schuhgröße: 39
Lieblingswort: ungünstig (anstatt scheisse)
Kontakt: Instagram: annamariamuehe (ich lese alles, beantworte aber nichts)

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Jeder Tag, den ich am Set verbringe, ist ein guter Tag. Vor allem in diesen Zeiten weiß ich es extrem zu schätzen, dass ich arbeiten darf.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Meine Mutter: „Gräme dich nicht zu sehr bei einer Absage, es hat immer alles einen Grund – auch wenn man es manchmal erst viel später sehen kann.“

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? Liebenswert, humorvoll, großzügig (das klingt wie eine schlechte Anzeige, der man auf keinen Fall nachgehen sollte).

Was macht dich richtig zufrieden? Alles ist gut solange mein Kind gesund ist.

Deine größte Schwäche? Technik – sie treibt mich in den Wahnsinn.

Würdest du lieber gegen eine Ente kämpfen, die so groß ist, wie ein Pferd oder gegen hundert Pferde, die so klein sind, wie Enten? Die Vorstellung einer großen Ente ist lustig und widerlich gleichermaßen. Ich kämpfe generell nicht. Zumindest nicht körperlich.

Der lustigste Film aller Zeiten? Ernsthaft? EINER? Unter anderem „Reine Nervensache“.

Welches Kunstwerk würdest du gerne besitzen? Etwas von Yves Klein.

Schließ die Augen und denk an etwas Schönes. Woran denkst du? An Sonne und Meer.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Über den Umgang mit Journalisten und Fragen, die mich in die Ecke drängen sollen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde allen Kindern eine gute schulische Ausbildung ermöglichen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ich koche nicht. Ich kann eine gute Brotzeit kaufen.

Was sollte niemand von dir wissen? Wie gern ich leider immer noch rauche.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Ich übernehme doch jetzt nicht euren Job.

Das letzte Wort: Heute ist Sonntag.

FOTO: Mirjam Knickriem

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 12. Januar 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Silvie Bomhard

Aber bitte mit Love! Die gebürtige Rheinländerin und Wahlhamburgerin Silvie Bomhard ist Illustratorin und Designerin und mit einem halben Gedanken immer schon bei der nächsten Mahlzeit. Auf ihrem Instagram-Kanal love.kram aka ihrem „Hobbykeller“ visualisiert sie am liebsten die Gesprächsfetzen ihrer Mitmenschen. Ansonsten lauscht, zeichnet und philosophiert sie gerne zweisprachig und kopfüber vom Sofa hängend über Horoskope, Tschaikowsky und Taylor Swift, während sie selbstgekochtes Essen ist. Oder haben wir da etwas durcheinander gebracht? Völlig egal, viel Spaß mit dem bezaubernden Interview. „If you like Piña Coladaaaaa…“

Name: Silvie Antonia Bomhard
Alter: 30
Wohnort: Hamburg
Beruf: Illustratorin und Designerin
Schuhgröße: 40
Lieblingsstift: Der Gelschreiber von Muji, 0,5 mm in schwarz
Kontakt: hello@silviebomhard.de oder noch besser: info@gretahorsch.de, da erreicht ihr meine Agentin

Was bedeutet beruflicher Erfolg für dich? Erfüllung bei einer Arbeit, von der es sich gut leben lässt.

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast? Ich musste im zweiten Semester ein Opernbuch gestalten. Ich habe darüber fast den Verstand verloren und alle in meinem Umfeld kolossal genervt. Bis heute habe ich eine Aversion gegen Turandot!

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? Ich habe dieses Jahr aufgehört Kaffee zu trinken, um meine Schlafqualität zu verbessern. Wenn ich jetzt in coolen Coffeeshops meine Bestellung aufgebe – Decaf Flat White mit Hafermilch – dann komme ich mir schon recht alt vor.

Wo fühlst du dich zuhause? In meiner Wohnung in Hamburg. Mit meiner Familie in der Küche in Düsseldorf. Im LPG BioMarkt in Berlin. In einem Zug der Deutschen Bahn. Wahrscheinlich bin ich die einzige Person, die gerne Bahn fährt.

Welches war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat? Ich freue mich immer, wenn ich Menschen mit meiner Arbeit zum Lachen bringe. Manchmal schreiben mir liebe Menschen bei Instagram eine Nachricht und erzählen mir, dass meine Arbeit ihren Tag bereichert. Das ist ein schönes Kompliment.

Dein schlimmster Ohrwurm? „Escape (The Piña Colada Song)“ von Rupert Holmes. Aber bitte immer nur die ersten zwei Zeilen des Refrains. „If you like Piña Coladaaaaa…“

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Als ich drei Jahre alt war, haben Freunde meiner Eltern für Nikolaus einen (schlechten) Knecht Ruprecht Imitator für die Kinder bestellt. Der Mann trug eine Nylonstrumpfhose über den Kopf gezogen und war in schwarze Gewänder gehüllt. Ich war außer mir vor Angst.

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der? Eine Mischung aus Tschaikowsky und Taylor Swift.

Womit kann man dich beeindrucken? Mit einem guten Essen oder einem Handstand. Man kann mich schnell beeindrucken – aber nicht lange.

Welche Eigenschaft hast du von deinen Eltern geerbt? Ich lese gerne kopfüber vom Sofa hängend und esse am liebsten selbstgekochtes Essen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde Massentierhaltung verbieten.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Spaghetti mit einer Tomatensauce à la Mama und einem leckeren Glas Rotwein.

Was sollte niemand von dir wissen? Das behalte ich lieber weiter für mich.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist dein Sternzeichen?

Das letzte Wort: Hat keine Taschen.

FOTO: Sophie Wolter

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 05. Januar 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Ralph Caspers

Herzglitzer Ralphonus Elvis Maria Caspers, oder auch kurz “Ralph”, ist wohl der sympathischste Klugscheißer, den man sich vorstellen kann. Der ausgezeichnete Brillenträger hat eben sein neues Buch „99 harmlose Fragen für überraschende Unterhaltungen zwischen Eltern und Kindern“ veröffentlicht und steht quasi mitten in den Geburtstagsvorbereitungen zum 50. Jubiläum von der Sendung mit der Maus. Haben wir schon erwähnt, dass er in Borneo geboren wurde, weil seine Eltern dort für eine Hilfsorganisation Affen großgezogen haben? Toller Typ einfach von Sekunde Null.

Name: Siehe oben. (Also mein Name ist nicht „Siehe oben“, obwohl das eigentlich ganz lustig wäre.)
Alter: 47. (Hey, wie meine Schuhgröße!)
Wohnort: Geheim.
Beruf: Frage ich mich auch immer.
Schuhgröße: 47. (Hey, wie mein Alter!)
Lieblingskinderbuchfigur: Matilda Wurmwald.
Kontakt: Noch keiner. (Die Frage zielt auf außerirdischen Kontakt ab, oder?)

Was war bis jetzt dein größter beruflicher Erfolg und warum? Dass mir meine Arbeit Spaß macht.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Darüber, dass alles bedeutungslos ist. Und Spucke.

Wie alt wärst du, wenn du dein Alter nicht wüsstest? Kommt auf den Tag und die Tageszeit an. Mein Spektrum reicht von pubertär bis zerstreut. Furzwitze gehen aber immer.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? Wer ist das?

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Ich habe einmal Drillingen Autogramme gegeben. Als ich nach den Namen fragte, war ich mir zuerst nicht sicher, ob sie mich auf den Arm nehmen: Maria, Magda, Lena.

Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte: „Steal Like An Artist“ (von Austin Kleon).

Der größte Irrtum deines Lebens? Zu denken, anderen Menschen wüssten, was ich denke.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt: Drüben auf dem Hügel.

Was würdest du gerne lernen, wenn weder Zeit noch Geld eine Rolle spielen würde? Alles.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Zeitreisen. Die Situation ist da noch sehr unbefriedigend.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Milchreis mit Reismilch.

Was sollte niemand von dir wissen? Duh…

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Stimmt es eigentlich, dass deine Vorfahren Vampire waren?

Das letzte Wort: Das brauche ich nicht.

FOTO: Johannes Haas

Victoria Müller

Victoria Müller kennen ganz schön viele Leute. Allerdings eher unter ihrem Künstlernamen Victoria van Violence. Den hat sie nun offiziell abgelegt oder ist zumindest dabei. Ihr Anliegen bleibt. Sie engagiert sich nicht nur seit vielen Jahren aktiv für den Tierschutz, sondern ist auch Botschafterin für die Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Gerade sitzt sie an ihrem zweiten Buch – zuvor sprechen wir mit ihr über Überfluss, vegane Lasagne und den besten Ninja Turtle aller Zeiten. Ganz nebenbei hat sie mit ihrem Witz direkt für zwei Dinge gleichzeitig gesorgt. Erstens: Cat Content! Zweitens: Hat jemand Katzen gesagt…? Was war nochmal die Frage?

Name: Victoria Müller (früher Victoria van Violence)
Alter: 32
Wohnort: Berlin
Beruf: Moderatorin, Autorin, Influencerin und nun auch wieder Studentin ;)
Schuhgröße: 39
Lieblingstier: Hunde
Kontakt: info@naivundschlau.de // instagram.com/victoriamueller

Was ist Erfüllung für dich? Mit meinen Lieben draußen im Wald abenteuern, am Lagerfeuer sitzen oder frisch gebadet in einem frisch bezogenen Bett einkehren und lesen.

Womit kann man dich beeindrucken? Ich bin immer beeindruckt von Menschen, die prinzipientreu sind und sich auch von Gegenwind nicht beeindrucken lassen.

Was willst du dieses Jahr unbedingt noch schaffen? Dieses Jahr will ich unbedingt noch meine öffentliche Namensänderung über die Bühne bringen. Ich habe meinen Künstlernamen abgelegt und dabei gibt es viel zu beachten.

Was würdest du ohne Internet tun? Vermutlich mehr lesen. Vor allem abends habe ich leider zu oft mein Handy in der Hand. Aber schön wäre es ohne Internet auch nicht, genieße ich doch auch die Vorzüge. Und ich lebe ja basically auch vom Internet.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Immer. Weil ich mache, was mir Freude bereitet. Ich bin maximal flexibel, habe mir die Freiheit geschaffen selbst entscheiden zu können, was ich mache und was nicht. Dieses Privileg macht mich sehr glücklich.

Was machst du, wenn du dir selbst etwas Gutes tun willst? Badewanne voll, Kerzen an und abtauchen. Klingt irgendwie banal, tut aber gut.

Was siehst du, wenn du in den Spiegel schaust? Eine Frau von 32 Jahren, die sich selbst treu ist. Manchmal sind die Augen morgens geschwollen, manchmal sehe ich einen Pickel auf dem Kinn oder die Notwendigkeit, meine Haare zu waschen. Aber geht schon klar.

Welche drei Dinge findet man immer bei dir im Kühlschrank? Oliven mit Knoblauch, eine rote Paprika und Bautz’ner Senf.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast? Es ist okay auch mal nicht okay zu sein. Man muss nicht immer abliefern, performen und on fire sein. Man darf auch mal underperformen, in etwas schlecht sein oder einfach keine Muße haben. Ich bin Perfektionistin, war für mich also eine harte Lektion.

Erzähl uns einen Witz: Ein Mann will die Katze seiner Frau heimlich loswerden und beschließt, sie auszusetzen. Er nimmt sie mit ins Auto, fährt 20 Häuser weit, setzt die Katze aus und fährt heim. Zehn Minuten später ist die Katze auch wieder da. „Na gut“, denkt sich der Mann, „war vielleicht ein wenig zu kurz die Strecke“. Setzt sich wieder mit der Katze ins Auto, fährt 5 Kilometer weit und setzt sie aus. Zwanzig Minuten später ist die Katze wieder zu Hause. „Jetzt reicht es!“, denkt sich der Mann, nimmt die Katze mit ins Auto und fährt 20 Kilometer, dann durch den Wald, über eine Brücke, rechts, links und setzt die Katze dann schließlich mitten im Wald auf einer Lichtung aus. Eine halbe Stunde später ruft der Mann zu Hause an. „Ist die Katze da?“, fragt er seine Frau. „Ja, warum?“ – „Hol sie mal ans Telefon, ich habe mich verfahren.“ (Den hat meine Mama mal auf einer langen Autofahrt vorgelesen und ich musste sehr lange sehr dolle lachen.)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Vieles. First of all würde ich mal infrage stellen, wieso es so ein Ungleichgewicht auf der Welt gibt und dafür sorgen, dass die Balance stimmt. Es kann nicht sein, dass einige Teile der Welt im Überfluss ersticken, während es an anderen Enden fehlt. Unser Wohlstand geht auf Kosten anderer. Ich denke es ist wichtig globaler zu denken und zu agieren und die Unversehrtheit und Bedürfnisse aller Menschen zu berücksichtigen. Das ist ein großer Wunsch und es gibt viele Punkte, an denen man da ansetzen muss. Außerdem würde ich definitiv dafür sorgen, dass Tiere mehr Rechte erhalten!

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Meine Spezialität: Vegane Lasagne! Und dazu Nüsslisalat mit Walnüssen und Heidelbeeren.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich bin eigentlich ziemlich offen und habe keine Geheimnisse. Und wenn doch, dann würde ich sie hier nicht erzählen. ;)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Ihr hättet nach meinem Lieblingsturtle fragen sollen! Donatello und das nicht nur wegen seinem violetten Bandana.

Das letzte Wort: Es folgt mein Lebensmotto, auch wenn es ein bisschen wie ein Kalenderspruch oder Wand-Tattoo klingt: Ever Tried. Ever Failed. No Matter. Try Again, Fail Again, Fail Better. – Samuel Beckett (lest unbedingt „Waiting for Godot“, falls noch nicht geschehen!)

FOTO: Kay Ruhe

Niclas Rohrwacher & Philipp Merlin Scharff

Das sind Niclas und Philipp. Die beiden teilen sich 1000 Ideen und einen Verlag. Unter den Namen Mentor publizieren sie Bücher für Kinder und Erwachsene, zum Lachen, Nachdenken und manchmal auch zum Heulen. Seit sie 16 sind, schmieden sie gemeinsame Pläne, haben schon zig Firmen gegründet und auch den Startup-Campus Factory Berlin mit aufgebaut. Wenn Philipp nicht gerade in einem 10-tägigen Meditations-Vipassana-Retreat steckt und Niclas sich um Star-Autor Jimmy Kimmel kümmert, verbringen die Freunde und Vollblut-Papas möglichst viel Zeit mit ihren Familien. Wir sprechen neben den offensichtlichen auch über versteckte Talente. Stunt-Reit-Zertifikate und Zufriedenheit und sowas.

Name: Niclas Rohrwacher / Philipp Merlin Scharff
Alter: 32 / 33
Wohnort: Berlin / Berlin
Beruf: Unternehmer, Verleger, Schauspieler / Verleger
Schuhgröße: 45 / Puuh, really? 44 vielleicht? Keine Ahnung!
Lieblingswort: Wuffel / Equanimity, das würde ich mir sogar tätowieren, wenn ich mir an sich überhaupt etwas tätowieren würde. Das heißt Gleichmut und ist etwas, was ich unbedingt haben will.
Kontakt: @niclasberlin / ps@mentorverlag.de

Beschreibe die Grundidee eures Verlages in drei Wörtern:
Niclas: Sehr gute Bücher.
Philipp: Ganz viel experimentieren.

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß?
Niclas : Buchdeals zu schließen. Menschen für eine gemeinsame Sache begeistern. Diese dann erfolgreich umsetzen.
Philipp: Völlig über-euphorisiert irgendwo eine gute Idee erkennen und die dann in eine skalierbare Struktur übersetzen, damit wir aus dieser einen guten Idee ein wiederholbares System gemacht haben. Ich mag es, wenn Dinge reproduzierbar werden und ich weiß, wo ich beim nächsten Mal wieder herbekomme, was beim ersten Mal wie eine göttliche Fügung wirkte.

Was hast du in zehn Jahren erreicht?
Niclas: Hoffentlich das, was mich zufrieden macht und nah bei mir ist.
Philipp: In den letzten zehn? Hab ich mich ganz schön aufgerieben. In den nächsten zehn? Komm ich mit Reetdach-bedecktem Haus an der Ostsee zur Ruhe und schaff jeden Tag alles, was ansteht, damit 16 Uhr nix mehr zu tun ist und der Laptop geschlossen werden kann. Das ist bei meinen Freunden in Norwegen so.

Was ist dein verstecktes Talent?
Niclas: Ich glaube, ich hab‘ ein gutes Gespür für Medien.
Philipp: Andere Menschen dazu motivieren, etwas zu tun, worauf sie gerade eigentlich gar keinen Bock hatten. Sport im Novemberregen zum Beispiel. Versteckt vielleicht deswegen, weil ich selber immer einmal größere Motivationslöcher habe und dann für eine Weile erst einmal mich selbst wieder motivieren muss und für diese Zeit mein Talent versteckt ist. Ansonsten ist das ziemlich laut, dieses Talent.

Welche drei Dinge sind dir aktuell am wichtigsten im Leben?
Niclas: Meine Familie, meine Freunde und die Gesundheit.
Philipp: Meine Tochter und Freundin, die beiden sind faszinierend. Ordnung, die ich nicht habe, aber gern hätte. Stabilität in der Firma, die ich vermutlich sofort klein hacke, wenn sie endlich da ist.

Was machst du an einem freien Tag?
Niclas: Auf jeden Fall keinen Plan.
Philipp: Vabali.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt!
Niclas: Ich kenne nur einen magischen Weg und der fängt mit “Jakobs” an.
Philipp: Eine Malokka ganz tief im Amazonas.

Niclas, beschreibe Philipp in einem Satz: Laut, leise, schnell, witzig und derjenige, mit dem ich, als ich 16 war, unbedingt eine Firma gründen wollte. Und mit schnell meine ich schnell, der Typ läuft die 100 m unter 10 Sekunden.

Philipp, beschreibe Niclas in einem Satz: Niclas hat immer gute Laune und macht allen anderen auch immer gute Laune.

In welcher Beziehung bist du ein Spießer?
Niclas: Puh, fragt meine Freundin.
Philipp: Ich hätte in meinem Leben gern alles total auf Kante, alles in Leitz-Ordnern, auf dem Laptop alles super geil sortiert, immer jeden Brief sofort am nächsten Tag bearbeitet. Das würde ich lieben. Vermutlich, weil es überhaupt nicht so ist. Aber der Spießer in mir sehnt sich ganz sehr danach.

Berlin ist…
Niclas: Ach, Seeed hat das schon ganz gut formuliert: „Im Sommer tust du gut und im Winter tut’s weh.” Und trotzdem die einzige Stadt, in der ich gerade dauerhaft leben möchte.
Philipp: …gar nicht so leicht zu verdauen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Niclas: Ich würd‘ entscheiden, dass jede*r AfD-Wähler*in mal ’ne fette Umarmung kriegt. Vielleicht merken sie es ja dann.
Philipp: Ich würd‘ entscheiden, dass wir morgen alle vegan leben.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Niclas: Ich würde was zubereiten. Ihr müsstet dann halt n Tag bei mir auf der Couch abhängen, aber das warten lohnt sich. Tiramisu. Geheimrezept der italienischen Nachbarin meiner Mama aus Leipzig.
Philipp: Pasta Pomodoro. Aber eine, die schmeckt. Richtig gut.

Was sollte niemand von dir wissen?
Niclas: Dass ich ein Stunt-Reit-Zertifikat besitze. True story.
Philipp: Haha! Kauft mein Buch!

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Niclas: Was ich seit drei Jahren hätte machen sollen. Nun werdet ihr es nie erfahren. Außer, wenn ich das dann bald endlich mal mache. Glaub‘, sowas nennt sich Cliffhanger.
Philipp: Ihr macht das schon gut, glaubt mal an euch!

Das letzte Wort:
Niclas: Ciao! Oder Espresso. Auf jeden Fall was italienisches.
Philipp: Breathe!

FOTO: Maximilian Duwe

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 09. Dezember 2020 | Tags: , , , Keine Kommentare

Barbara Winkler

Barbara Winkler ist die geborene Gastgeberin. Ihr Strahlen hat magische Kräfte und zieht einen, sobald man die wunderschön opulente Lobby des Apartment-Hotels Kaiserlodge am Wilden Kaiser betritt, direkt in seinen Bann. Einmal in ihren Händen fühlt man sich rundum wohl und auf angenehm entspannte Weise an einen Ort versetzt, der ganz nah am eigenen Herzen zu liegen scheint. Im Interview sprechen wir mit Unternehmerin und Familienmensch Barbara unter anderem über die kleinen und großen besonderen Momente und die Wichtigkeit einer positiven Grundeinstellung, um sich selbst und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in herausfordernden Zeiten zu motivieren. Kleine Side Note, da auf dem Foto nicht zu sehen: Für die Rundum-Harmonie stimmt Barbara gerne ihren Mundschutz auf ihre Socken ab. Oder war es andersherum?

Name: Barbara Winkler
Alter: 50
Wohnort: Scheffau/Ellmau
Beruf: Hotelkauffrau
Schuhgröße: 38,5
Lieblingsabfahrt: Schmiedalm – hier spüre ich die perfekte Ebenheit der Grasberge der Kitzbüheler Alpen, zudem ein wahrer Geheimtipp.
Kontakt: info@kaiserlodge.at

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn die Mitarbeitenden unseren Gästen mit einem echten Lächeln begegnen. Das Lächeln – ein Ausdruck von Freude und Zufriedenheit. Wenn wir es gemeinsam als Kaiser-Team am Ende des Tages geschafft haben, unsere Gäste sowie uns selbst glücklich zu machen – dann weiß ich, meine Arbeit macht mich glücklich.

Mit welchen drei Worten würde dich deine Familie beschreiben? Herzlich, ehrlich, verständnisvoll und standhaft. (Huch, das waren vier., Anm. d. Red.)

Wer war der Heldin oder Held deiner Kindheit und wer ist es heute? Meine „Frau Nanni“, meine Zieh-Oma. Mit ihr habe ich viele schöne Momente genossen. Unter anderem hat sie mir Durchhaltevermögen, positives Denken und Herzlichkeit gelehrt. Sie ist immer noch meine Heldin.

Auf welche Veränderung hoffst du in der Zukunft? Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und dafür, dass unsere Ressourcen nur begrenzt sind, rückt immer präsenter in all unseren Gedanken und Taten hervor. Ich hoffe, dass wir unsere Natur, aber auch Werte, Traditionen und unseren Lebensstandard noch mehr wertschätzen.

Der beste Ratschlag, den du je bekommen hast: „Angst ist ein schlechter Begleiter.“ Und genau das spornt mich in diesen Zeiten täglich an.

Wie sieht der perfekte Urlaub für dich aus? Gemütliche Abende mit meinen Liebsten. Die Natur genießen. Eine Balance aus Aktivität und Entspannung. Zudem gehört ausgiebiges Lachen und Genießen zum Urlaubsalltag. :)

Wann hast du dir das letzte Mal gewünscht, dass der Tag nie aufhört? Oma, Opa, Kinder, Nichten, Neffen, Geschwister usw. – Wenn sie alle vereint sind, könnte der Tag unendlich lang sein.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? „Hallo, liebe gerade-erwachsen-gewordene-Barbara. Ich weiß, und das kann ich dir garantieren, im Kopf wirst du nie erwachsen werden. Fürchte dich vor nichts, sondern stürze dich einfach hinein. ‚Cross the bridge when you are there!‘ und du wirst sehen, du wirst alles erreichen, solange ein Wille dahintersteht.“

Welches war das schönste Kompliment, das dir je jemand gemacht hat? „Du hast wunderbare und tolle Söhne.“ Sie stehen nämlich immer hinter mir und unterstützen mich tatkräftig.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich sehe jeden Tag, wie unseren Gästen das beste Essen mit Liebe zubereitet serviert wird. Es sollte für jeden Einzelnen auf dieser Welt möglich sein, so viel essen zu können, wie man braucht.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Hendl mit „Breckerl“. Die Formel dazu lautet: 1x glückliches Huhn + Gewürze + frisches Knödelbrot / Knödelmasse (im Ofen zubereitet) = glückliches Hendl goldbraun gebacken für glückliche Familie.

Welche Superheldenkraft hättest du gern? Zaubern. Um den Lebensmittelüberschuss jenen Menschen hinzuzaubern, die Hunger leiden.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Welche fünf Dinge in deinem Leben möchtest du nicht vermissen?

Was sollte niemand von dir wissen? Ich bin sehr unsicher in der Öffentlichkeit.

Das letzte Wort: Liebe, Respekt und Verständnis.

FOTO: Jenny Haimer

Eugen Bauder

Eugen Bauder ist Schauspieler und Yoga-Lehrer. Was ’ne Kombi! In der Serie „Lucie. Läuft doch!“ auf VOX verkörpert er dazu gerade auch noch einen Schreiner. Damit wäre das magische Dreieck dann wohl komplett. Im echten Leben hat der 34-jährige seine Model-Karriere an den Nagel gehängt, um sich seinen wahren Leidenschaften zu widmen. Das macht ihn nicht nur erfolgreich, sondern auch glücklich. Als Kind kam Eugen von Kasachstan nach Deutschland: Vorurteilen gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund hält er gerne einen Teller Borschtsch und Pelmeni entgegen. Keine weiteren Fragen. Wobei…

Name: Eugen Bauder
Alter: 34
Wohnort: Berlin
Beruf: Schauspieler
Schuhgröße: 43
Lieblingsfilmzitat: Dir Federn in den Arsch zu stecken macht dich noch lange nicht zum Huhn. (Fight Club)
Kontakt: @eugder

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? Die verschiedenen Charaktere, die in mir schlummern, auszuleben und an einem kreativen Prozess beteiligt zu sein.

Der beste Ratschlag, den du je bekommen hast: Nimm dir deine Zeit.

Welchen Beruf würdest du gerne mal für einen Tag ausüben? Schiffsbauer. (Ha! Noch einer!, Anm. d. Red.)

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast? Meine Wohnung selbst kernsanieren und mit meinem Kumpel ausbauen. (Hat ein Jahr gedauert.)

In welchem Film hättest du gern mitgespielt? Stereo.

Was tust du gegen Lampenfieber? Yoga, Atemübungen und gut vorbereitet sein.

In welcher Situation in deinem Leben hast du so richtig Glück gehabt? Eigentlich immer in meinem Leben. Explizit: Als mich ein LKW-Fahrer übersehen und mich, auf meinem Motorrad fahrend, beinahe von der Landstraße abgedrängt hätte.

Welche aktuell lebende Person würdest du gerne mal treffen und warum? Brad Pitt. Weil er einfach ein geiler Typ ist.

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? 1. Ein Tag Kater ist mir eine Nacht lang saufen und ausrasten nicht mehr wert. 2. Ich stehe früh auf und suche nach Ruhe in der Natur und im Wald.

Wenn du nicht mehr schlafen müsstest, was würdest du mit der zusätzlichen Zeit anfangen? Schlafen. Ich liebe es, einen erfolgreichen Tag zu beenden und erschöpft ins Bett zu gleiten.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die kurze Spanne des Tageslichtes im Winter. Bei mir würde es immer um 22:00 Uhr erst dunkel werden. (<3, Anm. d. Red.)

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Borschtsch nach unserem Familienrezept. Dazu noch Pelmeni oder Plow.

Was sollte niemand von dir wissen? 1. Dass ich mich bei Vollmond zum Wolf verwandle. 2. Dass ich beim Meditieren weine. (<3 <3, Anm. d. Red.)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Warum Männer ab und an weinen sollten.

Das letzte Wort: Alles ist eins. Eins ist alles.

FOTO: Hannes Gade

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 24. November 2020 | Tags: , , Keine Kommentare

Tommy Krappweis

Tommy Krappweis ist ein Held unserer Jugend. Für die Jüngeren: googelt mal RTL Samstag Nacht! Doch wenn man es sich recht überlegt, ist Tommy Krappweis auch ein Held unseres Erwachsenenlebens. Wer wissen will warum, schaut mal kurz auf seine Vita. Er war/ist Straßenmusiker, Stuntman, Comiczeichner, Leadsänger, Comedian, Disney-Moderator, Bernd-das-Brot-Erfinder, Autor, Regisseur sowie TV-, Film- und Hörspielproduzent. Als Letzteres bringt er ab dieser Woche auch bei Audible das Hörspiel ‚Kohlrabenschwarz‘ heraus, ein Genre-Mix aus Fantasy, Märchen, Lokalkrimi und Humor. Kann man nicht erklären. In diesem Sinne: Viel Spaß mit dem Interview im Dienste der Unterhaltung mit gelegentlich optionalem Erkenntnisgewinn.

Name: Tommy Krappweis
Alter: 48
Wohnort: Bei München
Beruf: Zurzeit meistens Autor, Regisseur und Produzent
Schuhgröße: 42
Lieblingskurzwitz: „Ich hätt gern 99 Semmeln“ – „Warum nehm’se nich‘ gleich 100?“ – „Und wer soll die alle essen!?“
Kontakt: Twitter / Instagram / Facebook

Fasse deinen Job in zwei Sätzen zusammen: Ich mache so gut wie alles, was irgendwie mit Kreativität im Dienste der Unterhaltung zu tun hat, gelegentlich mit optionalem Erkenntnisgewinn.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Zurzeit, ob die Person gefälligst eine Maske trägt.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Hugo Egon Balder: „Lass et doch einfach weg.“

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Über Comedians der Stummfilmzeit, Musik der Sixties, Comedy generell, nordische Mythologie und Family Entertainment.

Was war der größte Mist, den du als Jugendlicher gebaut hast? Die Schneeballschlacht toppen zu wollen, indem ich mit einer Schaufel Schnee auf die anderen herunterschippen wollte. Leider stieß ich damit durch das Glasdach einer Garage und fiel gemeinsam mit Schnee, Eis und Glas diverse Meter in die Tiefe.

Was haben Schmetterlinge im Bauch, wenn sie verliebt sind? Flugzeuge.

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Mel Brooks.

Welche Serie hast du zuletzt einen ganzen Tag lang durchgeguckt? „The Marvellous Mrs. Maisel – Staffel 2”.

Was ist das lustigste deutsche Wort? Auslegeware.

Was ist der seltsamste Ort, an dem du jemals warst? Zusammen mit Wigald Boning in einem Fernsehstudio einer Comedyshow in Thailand. Und ich gehe fest davon aus, dass man uns dort ebenso seltsam fand.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde der Menschheit gerne einen Evolutionsschritt zu mehr Vernunft und Empathie spendieren.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Moscow Mule.

Was sollte niemand von dir wissen? Das hab ich schon zu oft erzählt.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was hast du schon zu oft erzählt?

Das letzte Wort: Gnampf.

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 17. November 2020 | Tags: , , Keine Kommentare

Alexandra Zykunov

Alexandra Zykunov ist wütend. Über das Patriarchat, die Klimakrise und faule Ausreden. Als Co-Redaktionsleiterin des Nachhaltigkeitsmagazins Brigitte BE GREEN kann sie sich gekonnt über die kleinen und großen Dinge auskotzen und zeitgleich jene abfeiern, die etwas in der Welt bewegen. Dass niemand perfekt ist, sie selbst eingeschlossen, weiß sie natürlich auch und spricht deswegen auch gerne in dem Podcast “Nachhaltigkeit ohne Blatt vorm Mund” über die Struggles auf dem Weg zur grünen Erleuchtung. Oder wie sie es seit letzter Woche formulieren würde: 70 percent is the new perfect.

Name:
Alexandra Zykunov
Alter: 35
Wohnort: Hamburg
Beruf: Journalistin
Schuhgröße: 40
Lieblingswort: Klischee
Kontakt: instagram.com/brigitte_be_green

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? Dass ich alle mir zur Verfügung stehenden Plattformen und Magazinseiten nutzen kann, um die Menschheit mit den beiden wichtigsten Themen unserer Zeit zuzuspammen: Klimakrise und Feminismus.

Der beste Ratschlag, den du je bekommen hast: Letzte Woche erst: 70 percent is the new perfect.

Welchen Beruf würdest du gerne mal für einen Tag ausüben? Den der Bundeskanzlerin.

Bist du besser darin, Dinge anzufangen oder zu beenden? Ich bin sehr leicht für Dinge zu begeistern, also wahrscheinlich dann: Dinge anzufangen.

Woraus schöpfst du Energie? Aus dem kreativen Austausch mit anderen, der, wie ich jetzt schmerzlich lernen musste, als Video-Call einfach null funktioniert.

Welches war das schönste Kompliment, das Dir jemand einmal gemacht hat? Als mein 7-jähriger Sohn sagte, dass er NATÜRLICH auch sich selbst lieb hat. Da dachte ich nur: Yes, Selbstliebe vermitteln kann ich!

Wessen Gedanken würdest du gern lesen können? Die von Angela Merkel, wenn sie da mit den Horsts und Markussen zusammensitzen muss. Ach, Horst…

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Ziemlich egal wo, Hauptsache alle acht Wochen mal allein ohne Kids und ohne schlechtes Gewissen.

Bitte vervollständige: Feminismus… darf kein White Girlboss Only Feminismus sein.

Was möchtest du deinen Kindern mit auf den Weg geben? Dass BEIDE Elternteile (wenn man denn beide hat) eintausend Prozent und vollkommen gleich in ihrer Aufgabenverteilung sind, ein Papa das Faschingskostüm besorgen und den Kuchenbasar-Kuchen backen kann und eine Mama an den Wochenenden geschäftlich verreisen – und dass beides völlig normal ist, gelebt und frei von komischen Sprüchen und Blicken aus der „Mitte der Gesellschaft“.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Sämtliche Staats- und Regierungschefs durch Frauen* ersetzen – und zusehen, was plötzlich alles möglich ist.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ich kann nicht kochen.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich einen nachhaltigen Lifestyle propagiere, aber nicht kochen kann.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist eigentlich ökologischer: Scheibe Wurst oder Scheibe Käse? Die Antwort ist ziemlich schockierend, nachzulesen in der aktuellen BE GREEN am Kiosk eures Vertrauens. ;)

Das letzte Wort: Bitte diese Mail nach Empfang löschen. Bin fast vom Glauben abgefallen, als ich gelesen habe, wie viel CO2 herumliegende Uralt-Mails verballern. (Bitte erst nach vollständiger Lektüre bis unten hin. Anm.d.Red.)

FOTO: Andreas Sibler

Kai Bösel

Kai Bösel wird nächstes Jahr 50. Badumm tsss…! Problem? Nicht, wenn man wie Kai Patchwork-Daddy, Ex Internet 2.0-Urgestein, Gründer eines digitalen Kfz-Marktplatzes, eines Adventskalender-Shops, einer Influencer-Agentur und Macher und Herausgeber des Väter-Magazins Daddylicious ist. Dann nämlich nimmt man den Jahresmeilenstein zum Anlass, um ein neues Magazin mit dem vielsagenden Titel NOT TOO OLD auf den Markt zu bringen. Das ist für Kerle ab 45, die für fast noch gar nichts zu alt sind. Es geht um Ernährung, Reisen, Sport, Gesundheit, Style – und um Mixtapes von tollen Typen, die ihre Lieblingslieder vorstellen. Mist, nach dem Lieblingslied haben wir gar nicht gefragt. Dafür aber nach BRAVO-Postern, 16-jährige Ichs und verbotene Sachen.

Name: Kai Bösel
Alter: 48
Wohnort: Hamburg
Beruf: Online Publisher
Schuhgröße: 45
Lieblingsapp: Freeletics
Kontakt: Instagram, Facebook, LinkedIn

Was bedeutet beruflicher Erfolg für dich? Die Umsetzung meiner eigenen Ideen. Und damit andere Leute begeistern oder ihnen Hilfestellung bieten.

Wie motivierst du dich? Wenn ich eine Vision oder ein Ziel habe, dann beiße ich mich fest und gebe nicht auf. So habe ich es schon zu „Schlag den Raab“ in die Sendung geschafft. Und so habe ich auch meine Projekte an den Start gebracht. Das Ziel fokussieren und sich dann nicht aufhalten lassen. Möge es noch so unmöglich erscheinen.

Wenn alle Jobs gleich bezahlt werden würden, welchen Beruf würdest du dann wählen? Ich wäre Rennfahrer, bin sogar tatsächlich im Besitz einer Rennlizenz. Ganz zeitgemäß würde ich dann in einem E-Auto über die Rennpisten bügeln.

Was kann jeder heute tun, damit wir alle eine glücklichere Zukunft erleben? Wir als Familie haben unser Konsumverhalten verändert. Wir trinken Hafermilch und Leitungswasser, verzichten weitestgehend auf Fleisch, kaufen Bio-Ware, stellen unseren Joghurt selbst her, bringen eigene Taschen zum Einkauf mit und noch vieles mehr. Wenn alle ihre Gewohnheiten einmal überdenken und zumindest in Teilen anfangen würden, bewusster zu konsumieren, wäre das sicherlich eine gute Sache.

Wenn Du Dir ein Land aussuchen könntest: In welchem würdest du gerne leben? Meine Heimat ist Deutschland und darüber bin ich die meiste Zeit sehr froh, denn hier fühle ich mich frei im Denken und Handeln und dazu in allen Belangen auch sicher. Nur in Sachen Klima und Essen würde ich mich für Italien entscheiden.

Wessen BRAVO Poster hattest du an der Wand? Erst Limahl, dann Falco, später Heather Thomas.

Du hast eine Sünde frei, welche verbotene Sache würdest du machen? Mh, ich würde mit NOT TOO OLD das Tagesschau-Studio stürmen und die Livesendung „photobomben“. Meiner Reichweite würde das sicherlich helfen…

Was würde dein 16-jähriges Ich von dir heute halten? Verwundert über die wenigen Haare und die vielen Tattoos, ansonsten würden wir uns auf Augenhöhe unterhalten und uns sehr mögen.

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Schwimmen mit Delfinen in stürmischer See vor der Küste von Ägypten zusammen mit unseren beiden großen Kindern. Das war magisch.

Du darfst den Duden um drei Wörter deiner Wahl ergänzen. Bitteschön: Tauchschnabel, Yabadabadoo und Adventman (Erklärung zu Tauchschnabel: So hat meine Tochter lange Zeit die Kombi aus Taucherbrille und Schnorchel genannt. Und ich finde das ein sehr schönes Wort.)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Wir bringen unseren Kindern sehr intensiv bei, keinen Menschen aufgrund von äußerlichen Merkmalen, Herkunft oder Religion zu be- oder verurteilen. Wenn ich könnte, würde ich das gern auf alle Menschen übertragen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Zuerst eine kräftige Kartoffelsuppe und hinterher einen karamellisierten Kaiserschmarrn.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich kann keine Schleife binden. Zumindest nicht so wie alle anderen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? HSV oder St. Pauli?

Das letzte Wort: NOT TOO OLD for Rock’n‘Roll.

FOTO: Jo Fischer

Dela Dabulamanzi

Dela Dabulamanzi ist Schauspielerin, Mutter und Unternehmerin. Sie leiht anderen Darstellerinnen ihre Stimme (darunter Suzanne “Crazy Eyes” Warren aus Orange Is The New Black) und entpuppt sich als herausragend wunderbare Interviewpartnerin. Zuletzt haben wir sie als Psychotherapeutin in der Netflix-Serie ‘Das letzte Wort’ gesehen. Zusammen mit Schauspielkollegin Lara-Sophia Milagro steht sie außerdem hinter dem afrodeutschen Künstlerkollektiv ‘Label Noir’. Eine Plattform, auf der Hautfarbe und Herkunft allerhöchstens die Nebenrolle spielen und schwarze Schauspieler und Schauspielerinnen nicht nur darauf beschränkt werden, die Prise Exotik beizusteuern. Liebe Dela, vielen Dank für das schöne Interview. P.S. Für bequeme High Heels empfehlen wir wärmstes Liesa & Mary (siehe unten).

Name: Dela Dabulamanzi
Alter: reif
Wohnort: Berlin
Beruf: Bühne, TV, Stimme, Mutter, Frau, Freundin, Unternehmerin, Macherin, Optimistin, Tochter, Schwester, Nachbarin, Eremitin…
Schuhgröße: bequeme High Heels gibt’s nur bei Schuhmacher*innen
Lieblingsfilmzitat: „Ich hab ’ne Melone getragen“
Kontakt: dela-dabulamanzi.de, labelnoir.net

Schließ die Augen und denk an was Schönes. Woran denkst du? Daunenkopfkissen und einer innigen Umarmung gut duftender starker Arme.

Wenn dein Leben verfilmt werden würde: Wer würde dich spielen? Michaela Cole, Viola Davis & Dave Chapelle -jede*r spielt ’ne Dekade und die vierte teilen sie sich.

Woraus schöpfst du Kraft? Erdbeertorte, Flat White mit Hafermilch, beim bloßen Gedanken, mein Urban Sports-Abo wieder zu reaktivieren, einfach mal nichts sagen.

Welche Rolle hättest du spielen sollen? Will ja noch ’ne Weile in der Branche arbeiten, daher Maulkorb.

Wann in deinem Leben hast du dich am lebendigsten gefühlt? Jeden Morgen bei meiner Wechseldusche und beim Schnorcheln.

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Kommt noch.

Welches Buch, welchen Film und welche Platte sollte jeder gelesen, gesehen und gehört haben? Das wechselt derzeit: „Die Dinge, die ich denke, während ich höflich lächle“ von Sharon Dodua Otoo, „Born a Crime“ von Trevor Noah, „Marriage Story“ von Noah Baumbach & Greta Herwig, „Get Out“ von Jordan Peele, „Les Fleurs“ von Minnie Riperton.

Dein wertvollster Besitz? Liebe.

Was würdest du tun, wenn du jeden Tag eine Stunde länger Zeit hättest? Mich wundern, wo die Zeit geblieben ist, und schwören, am nächsten Tag Klavier zu üben.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Mich ab und zu in den Arm zu nehmen und zu sagen, dass ich ganz dufte bin. Kann mich an das Gefühl gewöhnen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Waffen einschmelzen und Politiker dazu verpflichten, jährlich Attests für psychische Gesundheit vorzulegen. Sprich: Alle müssen neben den Amtsgeschäften auf die Couch.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Fufu plus Peanutbutterstew oder Lasagne (in beidem bin ich die absolute Queen).

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich gerade übe, das amerikanische „R“ richtig auszusprechen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Für die Erstellung meines optimalen Psychograms mangelt es an nichts.

Das letzte Wort: Ist hoffentlich noch Zeit bis das gesprochen ist. Solltest Du ungeduldig sein, dann schau Dir auf Netflix „Das Letzte Wort“ an.

FOTO: Malina Ebert

Sabine Rückert

Sabine Rückert ist nach eigener Aussage verdammt glücklich – und nach unserem Empfinden verdammt sympathisch. Seit vielen Jahren steht die Journalistin, Autorin und Kriminalreporterin als stellvertretende Chefredakteurin an der Spitze der ZEIT und wählt unter anderem die Titelgeschichten für die Seite Eins aus. Aus dem Stegreif könnte sie über nicht entdeckte Tötungsdelikte referieren oder aber mit ihrer Schwester in dem Podcast “Unter Pfarrerstöchtern” klischeebefreit über Gott und die Welt philosophieren. Apropos Pfarrerstöchter: welche Begegnung sie nie vergessen wird, erfahrt ihr weiter unten (Antwort Sieben wird dich begeistern!). Aber keine Sorge: Wir kassieren nichts. Wir lassen alles ganz genau so stehen.

Name: Sabine Rückert
Alter: 59 Jahre
Wohnort: Irgendwo bei Hamburg
Beruf: Journalistin
Schuhgröße: 40
Lieblingsbuch: „Die Straße“ von Cormac McCarthy
Kontakt: sabine.rueckert@zeit.de oder auf Twitter @alphahuhn

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? (Fast) jeden Abend, wenn ich auf den turbulenten Tag zurückblicke.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Meine Mutter: „Warte ab und streng Dich an. Irgendwann wirst Du an der Spitze der ZEIT stehen.“ (Das war 1992)

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen? Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Großzügigkeit, Fleiß.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat würdest du dir selbst geben? „Studier‘ was Anständiges, auf keinen Fall Kommunikationswissenschaften!“ (Was ich leider studiert habe.)

Was kannst du gar nicht? Fast alles.

Welche Eigenschaft hast du von deinen Eltern geerbt? Fast alle, in hübscher Mischung.

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Ein dreistündiges Interview mit der CDU-Generalsekretärin Angela Merkel Anfang 2000. Sie war so witzig und bezaubernd. Leider hat sie die besten Passagen später kassiert.

Ein Wort, das du viel zu oft benutzt: „Ja“.

Über welches Thema kannst du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Über nichtentdeckte Tötungsdelikte, also vertuschte Morde.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! In meinem Garten steht eine dicke Eiche. In ihrem Schatten kann einem nichts geschehen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde dafür sorgen, dass mehr Frauen in Machtpositionen kommen und auf den Autobahnen maximal 130 gefahren werden darf.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Fisch auf dem Blech.

Was sollte niemand von dir wissen? Nichts. Ich bin ein offenes Buch.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Warum sind Sie mit fast 60 Jahren so glücklich?

Das letzte Wort: Ich bin so verdammt glücklich.

FOTO: Vera Tammen für die ZEIT

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 20. Oktober 2020 | Tags: , , Keine Kommentare

Julia Möhn

Möchte man nicht missen: Die Bekanntschaft mit der wunderbaren Julia Möhn! Ihres Zeichens Journalistin, Podcast-Moderatorin bei “Wir arbeiten dran” und Mitorganisatorin des “EMOTION Women’s Days“, der in diesem Jahr aus Gründen rein digital stattfinden wird. Die Hamburgerin ist seit über 20 Jahren für unterschiedliche Frauenmedien aktiv. In ihren eigenen vier Wänden würde sie wohl am liebsten Jane Fonda zu Moules Frites empfangen, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt wäre, ein Buch herauszubringen und das Weihnachtsalbum von RADAU! in Dauerschleife zu hören.

Name: Julia Möhn
Alter: 48
Wohnort: Hamburg
Beruf: Journalistin
Schuhgröße: 39
Lieblingswort: okay
Kontakt: auf Twitter @JuliaMoehn

Die ganze Welt hört dir zu. Was sagst du? Wie kommen wir vom Liken ins Handeln?

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn ich Leserinnen, Podcast-Hörerinnen und Konferenz-Teilnehmerinnen tolle Frauen vorstellen kann, auf den EWDs zum Beispiel die Professorin Linda Scott, die ihr Leben lang dazu geforscht hat, wie Frauen aus der Wirtschaft ferngehalten werden.

Wann hast du das letzte Mal von Herzen gelacht und warum? Über Lucas Englander in der Politik-Serie „Parlament“ (ARD Mediathek) wegen der Kombination gemein und liebenswürdig.

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Gender Reveal Partys. (SCHERZ!)

Was würdest du tun, wenn du jeden Tag eine Stunde mehr Zeit hast? Gott, ich hoffe, was Gutes lesen.

Mit welcher Persönlichkeit (tot oder lebendig) würdest du gerne mal einen Kaffee trinken gehen? Natürlich Jane Fonda.

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der? Frauen-Harmonien von „The Staves“ plus – tochterbedingt – das Weihnachtsalbum von RADAU! Ungefähr ab jetzt bis zum 24. Dezember.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Im Sommer Urlaub in Brandenburg, toll!

Was kann Hamburg was Berlin nicht kann? „In Städten mit Häfen haben die Menschen noch Hoffnung.“ (Bernd Begemann)

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Bis 2020: Ob sie mir in die Augen schauen. 2020: Ob sie während des Zoom-Termins Mails checken.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Moules Frites.

Was sollte niemand von dir wissen? Wie schlecht ich „nein“ sagen kann.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Autofreie Sonntage wieder einführen, Radwege ausbauen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was sagst du zur Transferpolitik vom FC St. Pauli?

Das letzte Wort: Das mit „Frauen unterstützen sich nicht gegenseitig“ stimmt nicht.

FOTO: Caren Detje

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 13. Oktober 2020 | Tags: , , , Keine Kommentare

Anna-Lena & Henrike-Marie Gerber

Die Zwillinge Anna-Lena & Henrike-Marie sind nicht nur von Geburts wegen ein unzertrennliches Duo, sondern auch die Gründerinnen von Mello. Die geniale Eltern-App bringt zusammen verbindet Gleichgesinnte, Schwangere, Mütter, Väter und und und. Ziel ist es, durch die App ein starkes Support-System im eigenen Kiez aufzubauen, gegenseitige Kinderbetreuung für Playdates zu organisieren oder sich einfach digital auszutauschen. Bleibt nur noch eine Frage offen: wieso haben die Zwillinge unterschiedliche Schuhgrößen?

Name: Anna-Lena Gerber / Henrike-Marie Gerber
Alter: 30 / 30
Wohnort: Berlin / Berlin
Beruf: Gründerin und Geschäftsführerin / Gründerin von Mello
Schuhgröße: 38 / 39,5
Lieblingsapp: Mello App natürlich…und die Yousician App, mit der versuche ich momentan singen zu lernen :P / Headspace
Kontakt: anna@mello-app.de / henrike@mello-app.com

Was machst du morgens als allererstes?
Anna-Lena: Meinem Freund einen Guten-Morgen-Kuss geben und noch paar mal auf den Snooze-Knopf beim Handyalarm drücken.
Henrike: Glas Wasser mit einem Spritzer Zitrone trinken.

Was schätzt du an deiner Schwester am meisten?
Anna-Lena: Henni hat immer Ideen, wie man anderen Menschen eine Freude bereiten kann…mit kleinen liebevollen Mitbringseln, kleine Geschenke, liebevoll gestaltete Karten. Das bewundere ich an ihr!
Henrike: Dass sie den Mut hatte, dieses Unternehmen aufzubauen und selbst wenn es oft auch schwer war, einfach immer weiter gemacht hat. Und ich schätze ich ihre Authentizität. Außerdem liebe ich ihre Witze – sie bringt mich immer so zum Lachen.

Warum machst du den Job, den du heute machst?
Anna-Lena: Weil ich eine Möglichkeit gesehen habe, ein Problem zu lösen, und mich diese Idee dann nicht mehr losgelassen hat. Familien brauchen momentan mehr denn je das Gefühl, nicht alleine zu sein. Es fühlt sich toll an, dass aus einer Ideen nun ein echtes Produkt, eine App, ein Unternehmen geschaffen wurde.
Henrike: Ich habe tatsächlich zwei Jobs. Ich arbeite sowohl für Mello, als auch für die Unternehmerin Franziska von Hardenberg. Beide Jobs machen mir gerade wegen der Kombi so viel Spaß und ergänzen sich super. Ich liebe die Abwechslung und den Austausch, an und mit beiden zu wachsen.

Was hast du in den letzten Wochen über dich selbst gelernt?
Anna-Lena: Ich habe realisiert, dass ich viel produktiver und glücklicher bin, wenn ich nicht alleine im Homeoffice arbeite, sondern mit dem Team im Büro.
Henrike: Dass ich ganz viel Natur und Wald brauche, und davon immer nochmal ne Portion mehr, als ich denke.

Könntest du dir ein Leben ohne Internet vorstellen?
Anna-Lena: Ich kann es mir kaum noch vorstellen. Ich glaube aber, das wäre ein tolles Leben. Mehr Natur und Abenteuer draußen in der echten Welt vielleicht?
Henrike: Ja, ich bin eigentlich eh nicht so die Surfmaus. Ich treffe mich viel lieber draußen mit Freunden.

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist?
Anna-Lena: Wenn ich manchmal nachts am Wochenende in der U-Bahn sitze, die Menschen im Schnitt jünger aussehen, und ich mich genervt vom Lärm fühle, dann denke ich, ich bin erwachsen geworden.
Henrike: An meiner Steuererklärung.

Ohne was verlässt du nie das Haus?
Anna-Lena: Ohne nicht drei mal meinen Schlüssel vorher gesucht zu haben.
Henrike: Seit sechs Monaten – meine Maske.

Was ist dein wertvollster Besitz?
Anna-Lena: Meine Henni! Und meine Tagebücher aus der Grundschulzeit… es ist jedes Mal wieder ein Genuss, die durchzulesen!
Henrike: Meine Erinnerungen.

Wann hast du dir das letzte Mal gewünscht, dass der Tag nie aufhört?
Anna-Lena: Momentan wünsche ich mir das fast täglich. Ich nehme mir einfach zu viel vor und schaffe dann nur ein Drittel meiner festgelegten To-Do’s.
Henrike: Vor zwei Wochen, als ich campen war und Sternschnuppennacht war. Obwohl, da wollte ich ja, dass die Nacht nie aufhört…

Welche ist deine früheste Erinnerung?
Anna-Lena: Stickeralben sortieren und tauschen mit Henni. Sie war die Stickerkönigin auf dem Schulhof und ich durfte ihre Assistentin sein!
Henrike: Die Eingewöhnungszeit in der Kita, wo ich mich immer unter Mamas Rock versteckt habe, damit sie mich aus Versehen wieder mit nach Hause nimmt.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Anna-Lena: Bedingungsloses Grundeinkommen einführen.
Henrike: Ängste und Wut den Menschen entziehen, dafür ganz viel Mut und Empathie einpflanzen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Anna-Lena: Ich würde einen griechischen Sommersalat machen. Kochen ist nicht meine Stärke, aber der ist mir bis jetzt immer gelungen.
Henrike: Auf jeden Fall etwas Gesundes. Vielleicht einen Auberginenauflauf. Und natürlich am Ende ein Dessert mit Schoki.

Was sollte niemand von dir wissen?
Anna-Lena: Wie ungerne ich für andere koche. :-P
Henrike: Das, was in meinem Tagebuch steht.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Anna-Lena: Wie würde dich deine Schwester beschreiben?
Henrike: Was wolltest du früher werden, als du klein warst?

Das letzte Wort:
Anna-Lena: Übergebe ich an Henni.
Henrike: Tschüssikowksi!

FOTO: Atsushi Kakefuda

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 06. Oktober 2020 | Tags: , , , , , , , , , Keine Kommentare

Julia Emmert & Ossian Vogel

Ossian Vogel entwarf mit 16 Jahren sein erstes Bike, ein Liegefahrrad. Im selben Jahr ging er als Helikopter-Fan in die USA, um dort eine Ausbildung zum Berufspiloten und Fluglehrer zu absolvieren. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland gründete er eine Firma für ferngesteuerte Luftschiffe für Film-und Fotoeinsätze. Im Jahr 2016 gründeten er und die Online Marketing Expertin Julia Emmert Urban Drivestyle als erste „All Electric“ Verleihstation für E-Mobility auf Mallorca. Inzwischen ist ihr Unternehmen zum Vorreiter und Wegbereiter der Verkehrswende geworden. Die Urban Drivestyle E-Bikes wollen in keine Schublade passen (Anm. d. Red.: Dafür sind die Fatwheels auch einfach viel zu fat). Sie verbinden spannendes Retro-Design mit kompromissloser Funktionalität und ersetzen so mühelos Autos und andere mit fossilen Brennstoffen betriebene Fahrzeuge. Julia, die kein Auto fährt, und Ossian, der ganz nebenbei gerade an einem Elektro-Flugzeug arbeitet, sind übrigens auch privat ein Paar. Umso spannender die unterschiedlichen Antworten auf unsere Fragen. Enjoy!

Name: Julia Emmert / Ossian Vogel
Alter: 39 – noch genau 19 Tage lang / 48
Wohnort: Palma, Mallorca / Berlin & Palma
Beruf: Online Marketing Expertin / Produktentwickler & Unternehmer
Schuhgröße: 39 / 44
Lieblingsohrwurm: Echt jetzt? Ich bin total unmusikalisch. „The simple bear necessities“ aus dem Dschungelbuch. Davon gibts ein nettes Duett von meiner Tochter mit ihrem Opa. / „Nothing else matters“ von Metallica
Kontakt: hello@urbandrivestyle.com

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß?
Julia: Spaß, was für Spaß? Das ist bitterer Ernst. Nee, echt jetzt: Unsere Kunden happy auf unseren Bikes zu sehen, macht mich jedes Mal sehr glücklich.
Ossian: Dass er eigentlich kein Job ist, sondern eine Passion. Und dass jeden Tag Menschen ihr Leben ändern mit Hilfe eines meiner Produkte.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir?
Julia: Genieße die Freiheit. Trau dich, Dinge auszuprobieren.
Ossian: Mach mal langsam, du hast noch wirklich sehr viel Zeit… Mit 18 glaubt man ja, mit 28 sei man schon alt.

Was wäre eine Sache, die du uns beibringen könntest?
Julia: Multitasking, in Europa neu anfangen – ich hasse das Wort „Auswandern“.
Ossian: Das weiß ich nicht, was glaubt ihr denn, was ich euch beibringen könnte?

Julia, beschreibe Ossian in einem Satz:
Leicht autistischer, kreativer Querdenker, der sich nicht an Konventionen gebunden fühlt, sehr wissenshungrig und talentiert.

Ossian, beschreibe Julia in einem Satz:
Julia ist extrem lernfähig und kann wunderbar beobachten, ich vertraue ihrem Instinkt in fast allen Lebenslagen!

Für welche drei Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten?
Julia: Meine Tochter, das Privileg in Europa zu leben… meine Familie.
Ossian: Für meine freie und gewaltlose Erziehung, für das Glück, in einer weitgehend freien Gesellschaft und speziell in Europa zu leben und natürlich für meine Familie…

Du hast Besuch von Freunden, die zum ersten und letzten Mal auf Mallorca sind. Was macht ihr?
Julia: Oh Gott, ganz furchtbar, die denken immer, man hat hier nix zu tun und ist nur im Urlaub. Also angenommen, ich hätte frei: Lecker Paella essen, Lieblingsstrand beschnorcheln und vor allem viel ratschen und Wein trinken.
Ossian: Einen Stein ins Meer werfen.

Was war dein letzter Fehlkauf?
Julia: Eine Einhornkuchenform.
Ossian: Ein 1982er Land Rover Defender, der nach drei Wochen auseinander fiel.

Was ist die großartigste wahre Geschichte, die du gehört hast?
Julia: Woher weiß man, ob eine Geschichte wahr ist?
Ossian: Ganz ehrlich? Kann ich nicht sagen… darf ich googeln?

Wie alt wärst du gerne für immer?
Julia: 4.
Ossian: So grob um 35 Jahre, das ist so der Sweet-Spot zwischen jugendlich und reif.

Was kann jeder heute tun, damit wir alle eine glücklichere Zukunft erleben?
Julia: Auf Ressourcen achten. Seine eigenen und die des Planeten.
Ossian: Zum Beispiel das Auto einfach mal stehen lassen und stattdessen laufen oder Rad fahren. Oder nur einmal die Woche Fleisch essen. Oder einmal die Woche bei einem lokalen Anbieter kaufen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Julia: Schwere Frage – man denke an den Fischer und seine Frau. Den Klimawandel anhalten.
Ossian: Ich ändere gerne das, wozu ich die Macht habe, und denke nicht darüber nach, was ich nicht ändern kann. Deshalb baue ich alternative Fahrzeuge, die Autos ersetzen können statt mich über Autos zu beschweren.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Julia: Je nach Jahreszeit – ich kaufe eigentlich meistens lokal. Aber wahrscheinlich Mangold-Lasagne. Wird von allen geliebt und ich kann mich nicht in der Chili-Menge vergreifen.
Ossian: Das hängt von der Jahreszeit und dem Anlass ab… Ich koche am liebsten mit regionalen und saisonalen Zutaten, daher entscheide ich oft erst am Marktstand.

Was sollte niemand von dir wissen?
Julia: Würdet ihr es denn für euch behalten?
Ossian: Wie es in meinem Kleiderschrank aussieht…

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Julia: Woher kennst du Ossian?
Ossian: Was ist dein Spitzname?

Das letzte Wort:
Julia: Sei Pippi, nicht Annika.
Ossian: So soll es also sein.

FOTO: Urban Drivestyle/Thorsten Schoof

Kida Ramadan

Kann man Kida Ramadan vorstellen, ohne seine Rolle als „Tony Hamady“ in der TNT-Serie „4 Blocks“ zu erwähnen? Klar, schließlich pflanzt der Mann demnächst mitten in Berlin Orangenbäume. Oder war das anders herum? Fakt ist, bei seinem neusten Projekt „In Berlin wächst kein Orangenbaum“ steht der waschechte Kreuzberger (geboren im Libanon, aufgewachsen in Xberg, ehemaliger Boule-Spieler, Breakdancer und Rigipsschlepper) zum ersten Mal nicht nur vor sondern auch hinter der Kamera. Darauf freuen nicht nur wir uns sehr. Vielen Dank für das sehr sympathische Interview, Mr. Nobody.

Name: Kida Ramadan
Alter: Im Herzen bleibe ich auf ewig 5!
Wohnort: Kreuzberg
Beruf: In erster Linie versuche ich zu leben. Und manchmal bin ich auch Schauspieler und Regisseur.
Schuhgröße: 44
Lieblingsfilmzitat: Hasta la vista, Baby!
Kontakt: instagram.com/orangenbaum_berlin

Beschreibe deinen neuen Film in einem Satz: Eine außergewöhnliche Vater-Tochter-Beziehung, die Suche nach Heimat und einen Wettlauf mit der Zeit. Und das alles mitten in Berlin gedreht! Und wenn ich ihn in einem Wort hätte beschreiben sollen, dann wäre es: Freiheit.

Wie motivierst du dich? Das einzige was ich dafür brauche: jeden Morgen meine Frau und die Kinder in den Arm zu nehmen.

Was würdest du tun, wenn du nicht scheitern könntest? Nobody’s perfect. My name is nobody.

Was war dein übelster Job bisher? Das war dann wohl: Rigips schleppen auf der Baustelle!

Du liest ein Buch und stellst fest, dass es ein Roman über dein Leben ist. Liest du weiter? Ja klar! Ich will doch wissen was passiert!

Was müsste dringend noch erfunden werden? Wie man Filme ohne Förderung produzieren kann!!!

Bitte vervollständige: In Berlin… wächst kein Orangenbaum. Aber ab 24.9. schon! Erstmal auch NUR in Berlin!

Wovon hast du keine Ahnung? Von Autos…

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Zwischen Tom Hardy und Jude Law im Jogger zu sitzen. Das war 2017 bei der Verleihung der C21 International Drama Awards. Surreal!

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die Frage ist ganz einfach zu beantworten: Ich würde dafür sorgen, dass endlich FRIEDEN herrscht.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ich frag mal meine Frau, vielleicht hilft sie mir.

Was sollte niemand von dir wissen? Das kann ich hier nicht sagen… soll ja niemand wissen!

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist der beste Film der Welt? Darüber kann ich nämlich stundenlang reden. Gute Filme können das einfach.

Das letzte Wort: In Berlin wachsen manchmal auch Orangenbäume.

FOTO: Tim Rosenbohm / Port au Prince Pictures

Katja Schneider

Wenn es gut aussehen soll, hat am besten Katja Schneider ihre Finger im Spiel. Die Berliner Interior Designerin hat nämlich ein Händchen für besondere Räume zum Leben. Als Landschaftsarchitektin plante sie jahrelang Freiräume, bevor sie sich auf die Kunst der Innenarchitektur fokussierte. Vom Großen ins Kleine und das Auge aufs Ganze: Katja denkt, fühlt und lebt in Formen und Farben. Immer natürlich mit dem nötigen Twist und der speziellen Prise Extravaganza, die man sich in modernen Raumkonzepten wünschen kann. Demnächst macht sie dann noch ihren ersten Taekwando Dan und eliminiert per Roundhousekick alle Koniferenhecken aus bundesdeutschen Gärten. Oder so ähnlich? Egal, Hauptsache es knallt!

Name: Katja Schneider
Alter: 45
Wohnort: Berlin
Beruf: Interior Designerin, Visual Artist und Landschaftsarchitektin
Schuhgröße: 37
Lieblingsfarbe: alles, was knallt
Kontakt: katjaschneider.de

Beschreibe deinen Job in einem Satz: Ich plane, durchdenke und optimiere Lebensräume für Menschen.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn mein Entwurf aufgeht und sich Räume wie selbstverständlich fügen. Und wenn Kund*innen mutig sind und mehr wagen, als nur das Sofa umzustellen und die Wand pastellfarben zu streichen.

Was kommt als nächstes? Eine Serie von Polstermöbeln aus recycelten Stoffen, die ich zusammen mit GEYERSBACH recycled furniture entwickele. Und hoffentlich bald mein erster Dan im Taekwondo.

Was war der größte Mist, den du als Jugendliche gebaut hast? Mit 12 wollte ich einem „coolen“ Mädchen gefallen und habe angefangen zu rauchen. Ich konnte jahrelang nicht mehr damit aufhören.

Für was kann man dich nachts wecken? Für eine gute Idee. Aber ich brauche unbedingt einen Kaffee vorher.

Ohne was verlässt du nie das Haus? Mein Skizzenbuch. Und im Moment natürlich die Maske.

Bei welchem Film fängst du laut an zu lachen, auch wenn du ihn alleine guckst? Das würde ich euch verraten, wenn ich mir Filme und deren Handlungen merken könnte. Leider bin ich in der Beziehung ein komplett hoffnungsloser Fall.

Wie hast du deinen letzten Geburtstag gefeiert? Fragt mich lieber, wie ich meinen nächsten Geburtstag feiere, der schon in ein paar Tagen ist. Party, ein Essen, ein Picknick am See? Ich kann mich nicht entscheiden!

Wer war der Held deiner Kindheit und wer ist es heute? Meine Helden schon damals und heute immer noch: Leute, die sich selbst nicht so wichtig nehmen und sich für andere einsetzen. Aktuell sind beispielsweise die Seenotretter meine absoluten Superhelden.

Welchen Wochentag magst du am liebsten und warum? Ich mag den Dienstag. Da ist man schon so schön auf Betriebstemperatur und fast die ganze Woche liegt noch vor einem.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Diesen verdammten Hass und die unermessliche Gier aus der Welt schaffen, die das Grundübel fast allen menschlichen Leids sind. Und ich würde alle Koniferenhecken aus deutschen Gärten verbannen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Auf jeden Fall Suppe. Ich bin die beste Suppenköchin!

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich mir heimlich immer gewünscht habe, Sommersprossen zu haben.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Dürfen wir dir ein Haus auf dem Land schenken? Oder möchtest du wenigstens unser Ferienhaus auf dem Land planen?

Das letzte Wort: Sometimes the grass is greener because it’s fake.

FOTO: privat

Jonathan Funke

Jonathan Funke ist Aktivist der ganz frühen Sorte: Im fortgeschrittenen Alter von fünf Jahren gründete er mit seinem Papa seine erste NGO, einen Radiosender nur für Kinder. Dafür interviewte er viele inspirierende Menschen, wie den damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau und Affenforscherin Jane Goodall. Für sein damaliges Engagement wurde er sogar von der UNESCO ausgezeichnet. Heute setzt sich der 24-jährige zusammen mit zwei MitstreiterInnen für sein Startup “tip me” ein. Ziel: Über Partner-Onlineshops Trinkgeld einsammeln, das direkt an Erstproduzenten von Kleidung oder Sneakern nach Südamerika und Asien geht. Nebenbei hat er ein Singer-Songwriter-Album fertig, dass er gern endlich aufnehmen würde (Kann da mal wer helfen?). Aber keine Sorge, ansonsten ist Jonathan ein ganz normaler Mittzwanziger, der sich gerne mal ausschließlich von Nudeln und Gin Tonic ernährt. Puh… Danke für das sehr inspirierende Interview, lieber Jonathan.

Name: Jonathan Funke
Alter: 24
Wohnort: Berlin
Beruf: aktivistischer Gründer
Schuhgröße: 44
Lieblingstag: heute
Kontakt: jonathan@tip-me.org

Welcher Moment hat alles verändert und warum? Als ich meinen Mitgründer Robin kennengelernt habe. Ich bin oft mit meinem Kopf überall und habe 1000 neue Ideen für neue Projekte. Robin hat das tolle Talent, skeptisch zu sein. Mit ihm gemeinsam Pros und Contras abzuwägen und langsamer, aber geordnet einen Schritt nach dem anderen zu machen, hat alles verändert.

Wohin entwickelt sich die Menschheit? Sind wir auf einem guten Weg? Die Menschheit ist auf einem unglaublich guten Weg! Das klingt 2020 vielleicht ein bisschen weltfremd. Wenn man aber ein wenig rauszoomt und sich anschaut, wie sich die wichtigsten Werte zu Lebensstandards in den letzten 20-30 Jahren entwickelt haben, sieht man, dass wir vieles richtig machen: absolute Armut, Kindersterblichkeit, Tote durch bewaffnete Konflikte. Alles geht in die richtige Richtung und zum Teil viel schneller, als man es im Alltag mitbekommt. Es gibt aber zwei Dinge, die all das zunichte machen können: Die Klimakrise und der wachsende Einfluss von Autoritären. Und beides aufzuhalten wird kein Zuckerschlecken. Ich glaube, das geht vor allem, wenn wir ein neues Narrativ schaffen. Wir müssen natürlich gegen Kohle, gegen Rassismus, gegen Trump auf die Straße gehen. Aber damit es nach vorne geht, brauchen wir eine Vision von einer globalen Gemeinschaft, die inspiriert. Die Probleme des 21. Jahrhunderts sind global und können nur global gelöst werden. Ich glaube, wenn wir ein globales Narrativ schaffen, wo wir gemeinsam hinwollen, dann sind wir auf einem verdammt guten Weg.

Wofür gibst du zu viel Geld aus? Das ist einfach: Gin Tonics.

Wo würdest du gerne beruflich in fünf Jahren sein? tip me erreicht über eine Million Familien. Ich kann neben meiner Arbeit dort auch Regierungen helfen, mit Technologie sicherzustellen, dass es Näher*innen gut geht.

Was nimmst du dir schon länger vor, schaffst es aber irgendwie nicht? Ich hab ein Singer-Songwriter-Album, das ich endlich aufnehmen will.

Was bringt dich aus dem Gleichgewicht? Zu wenig Kaffee.

Was müsste dringend noch erfunden werden? Eine App, die dich zwingt, einmal kurz durchzuatmen bevor du eine emotionale Diskussion im Internet anfängst.

Was kannst du besser als alle anderen? Ich will ja nicht angeben, aber ich kann verdammt gut Dinge mit meinem Fuß aufheben.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? Mach weiter. Aber stress dich nicht so dabei! Alles wird gut. Viel besser als du es dir erträumst.

Neben wem würdest du gern auf einem Langstreckenflug sitzen? Yvon Chouinard, dem Gründer von Patagonia. Er macht so ziemlich alles richtig. Die Produkte sind konsequent nachhaltig. Angestellte Mütter hatten von Anfang eine eigene Kita im Unternehmen. Im Sommer ist er drei Monate nicht erreichbar und geht einfach angeln. Ich glaube, das wäre ein witziger Flug.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Alle Produkte würden ihren “wahren Preis” kosten. Jede*r kann fliegen, Fleisch essen und Kleidung kaufen, wie er oder sie will. Aber alle Kosten sind eingerechnet: für Mensch, Natur und Gesellschaft.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wir würden uns zusammen Sommerrollen wickeln!

Was sollte niemand von dir wissen? Meine Ernährungspyramide ist zu 90% Pasta.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie kann man tip me unterstützen? Wir suchen gerade neue Partnerunternehmen. Wenn ihr jemanden in einem Fashion-Unternehmen kennt, erzählt ihnen von uns. Oder schreibt eurer Lieblingsmarke auf Instagram.

Das letzte Wort: Trinkt mehr Wasser!

FOTO: Alex Kleis

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 08. September 2020 | Tags: , , , Keine Kommentare

Kathi Roeb & Julian Wenzel

Kathi Roeb und Julian Wenzel hosten den queeren Podcast „Willkommen im Club“. “Braucht’s das?” Unbedingt! Warum? Weil Kathi (lesbisch) und Julian (schwul) laut eigenem Bekunden selbst viel zu wenig Ahnung von der LGBTIQ*-Community haben. Wer ist das eigentlich und wieso braucht sie so viele Buchstaben im Titel? Welche Klischees ärgern Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans* und andere queere Menschen so richtig? Was beschäftigt die Community gerade? „Willkommen im Club“ ist ein Podcast für alle. Die Folgen sind kurz und spannend, die Themen wichtig und die Gäste inspirierend. In ist, wer drin ist.

Name: Kathie Roeb / Julian Wenzel
Alter: 28 / 27
Wohnort: München / München
Beruf: Radiolady / Medienmensch
Schuhgröße: 38 / 42
Lieblingspodcast: Die Lösung / Tagesticket
Kontakt: willkommenimclub@deinpuls.de

Was schätzt du an deiner*m Podcast-Co-Host am meisten?
Kathi: Er ist lieb, neugierig und manchmal lacht er wie ein Eber.
Julian: Kathi hat einen super trockenen Humor und ich kenne keinen Menschen, der so offen und herzlich auf andere Menschen zugeht.

Du darfst den Duden um drei Wörter deiner Wahl ergänzen. Bitteschön:
Kathi: Shoutout, Shiiish und Whaaat?.
Julian: Mir reicht eine große Veränderung: ich würde gerne das Gendersternchen in den Duden aufnehmen.

Was kann jeder heute tun, damit wir alle eine glücklichere Zukunft erleben?
Kathi: Horizonte lassen sich erweitern und nichts muss in Schubladen gesteckt werden. Wenn sich jeder ein bisschen mehr für seine Mitmenschen interessiert und weniger urteilt, ist das schon ein ganz guter Anfang.
Julian: Alle könnten sich häufiger “Braucht’s das?” fragen. Das gilt beim Shopping, aber auch in Diskussionen und Streiten. Ich finde, die Frage hilft, den richtigen Fokus zu finden.

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt?
Kathi: Der Tod von LGBTIQ*-Aktivistin Sarah Hegazi. Sie kam ins Gefängnis, weil sie sich bei einem Konzert in Kairo mit Regenbogenfahne gezeigt hat. Sie suchte in Kanada Asyl und nahm sich das Leben.
Julian: Die Geschichten unserer Protagonist*innen in unserer Podcastfolge “Bodyshaming” (kommt bald!).

Mit welcher Persönlichkeit (tot oder lebendig) würdest du gerne mal eine Podcast-Folge aufnehmen?
Kathi: Ethel Smyth – eine lesbische Komponistin.
Julian: Roger Willemsen – als er noch lebte, dachte ich mir immer, dass ich mir das als Highlight meines späteren Journalistenlebens aufheben will. Hätte ich ihn lieber direkt im Studium interviewt…

Hast du ein verstecktes Talent?
Kathi: Ich kann die Nasenflügel, Ohren und Augenbrauen bewegen! Shiiish!
Julian: Bin gerade von Kathis Talent abgelenkt…

Wie alt wärst du, wenn du dein Alter nicht wüsstest?
Kathi: 19.
Julian: Äußerlich 23, innerlich 35.

Eine Begegnung, die du nie vergisst:
Kathi: Angela Merkel bei einem Konzert.
Julian: Als ich mit meinem Freund händchenhaltend durch die Würzburger Innenstadt gelaufen bin und uns zwei Jungs “Iiih, Schwuchteln!” hinterhergerufen haben. Ich habe bis dahin nicht geglaubt, dass das noch passiert.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt.
Kathi: Egal wo – Hauptsache in meinem kleinen Kastenwagen.
Julian: Jeder Ort, an dem gerade die Sonne aufgeht.

Wer war der Held deiner Kindheit und wer ist es heute?
Kathi: Michel aus Lönneberga. Immer noch!
Julian: Seit immer, für immer: Meine Eltern.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Kathi: Die Rechte für LGBTIQ*-Menschen weltweit verbessern.
Julian: Was Kathi sagt!

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Kathi: Mein Standard: Spaghetti mit Zucchini und Zitrone. Ein bisschen Knoblauch, wenn ihr nichts mehr vorhabt, und ein bisschen roter Pfeffer.
Julian: Kommt rein, setzt euch einfach an den Tisch, ich bring euch gleich die Teller mit Risotto und Honig-Chili-Garnelen. Mag noch jemand extra Parmesan?

Was sollte niemand von dir wissen?
Kathi: Ich mag kein Eis. Nur selten.
Julian: Mich machen Weihnachtsbuden, an denen niemand stehen bleibt, total traurig. Wenn die Händler*innen das wüssten und mich jedes Mal mitleidig anschauen würden, wäre ich arm und mein zu Hause zugemüllt.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Kathi: War doch prima! :)
Julian: Wie wird aus einem analogen Audiosignal eine digitale Audiodatei? Ich klugscheiße so gerne.

Das letzte Wort:
Kathi: Hab ich manchmal.
Julian: … und manchmal ich. Ätschbätsch. :-P

FOTO: Fabian Stoffers