Sabine Rückert

Sabine Rückert ist nach eigener Aussage verdammt glücklich – und nach unserem Empfinden verdammt sympathisch. Seit vielen Jahren steht die Journalistin, Autorin und Kriminalreporterin als stellvertretende Chefredakteurin an der Spitze der ZEIT und wählt unter anderem die Titelgeschichten für die Seite Eins aus. Aus dem Stegreif könnte sie über nicht entdeckte Tötungsdelikte referieren oder aber mit ihrer Schwester in dem Podcast “Unter Pfarrerstöchtern” klischeebefreit über Gott und die Welt philosophieren. Apropos Pfarrerstöchter: welche Begegnung sie nie vergessen wird, erfahrt ihr weiter unten (Antwort Sieben wird dich begeistern!). Aber keine Sorge: Wir kassieren nichts. Wir lassen alles ganz genau so stehen.

Name: Sabine Rückert
Alter: 59 Jahre
Wohnort: Irgendwo bei Hamburg
Beruf: Journalistin
Schuhgröße: 40
Lieblingsbuch: „Die Straße“ von Cormac McCarthy
Kontakt: sabine.rueckert@zeit.de oder auf Twitter @alphahuhn

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? (Fast) jeden Abend, wenn ich auf den turbulenten Tag zurückblicke.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Meine Mutter: „Warte ab und streng Dich an. Irgendwann wirst Du an der Spitze der ZEIT stehen.“ (Das war 1992)

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen? Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Großzügigkeit, Fleiß.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat würdest du dir selbst geben? „Studier‘ was Anständiges, auf keinen Fall Kommunikationswissenschaften!“ (Was ich leider studiert habe.)

Was kannst du gar nicht? Fast alles.

Welche Eigenschaft hast du von deinen Eltern geerbt? Fast alle, in hübscher Mischung.

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Ein dreistündiges Interview mit der CDU-Generalsekretärin Angela Merkel Anfang 2000. Sie war so witzig und bezaubernd. Leider hat sie die besten Passagen später kassiert.

Ein Wort, das du viel zu oft benutzt: „Ja“.

Über welches Thema kannst du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Über nichtentdeckte Tötungsdelikte, also vertuschte Morde.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! In meinem Garten steht eine dicke Eiche. In ihrem Schatten kann einem nichts geschehen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde dafür sorgen, dass mehr Frauen in Machtpositionen kommen und auf den Autobahnen maximal 130 gefahren werden darf.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Fisch auf dem Blech.

Was sollte niemand von dir wissen? Nichts. Ich bin ein offenes Buch.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Warum sind Sie mit fast 60 Jahren so glücklich?

Das letzte Wort: Ich bin so verdammt glücklich.

FOTO: Vera Tammen für die ZEIT

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 20. Oktober 2020 | Tags: , , Keine Kommentare

Julia Möhn

Möchte man nicht missen: Die Bekanntschaft mit der wunderbaren Julia Möhn! Ihres Zeichens Journalistin, Podcast-Moderatorin bei “Wir arbeiten dran” und Mitorganisatorin des “EMOTION Women’s Days“, der in diesem Jahr aus Gründen rein digital stattfinden wird. Die Hamburgerin ist seit über 20 Jahren für unterschiedliche Frauenmedien aktiv. In ihren eigenen vier Wänden würde sie wohl am liebsten Jane Fonda zu Moules Frites empfangen, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt wäre, ein Buch herauszubringen und das Weihnachtsalbum von RADAU! in Dauerschleife zu hören.

Name: Julia Möhn
Alter: 48
Wohnort: Hamburg
Beruf: Journalistin
Schuhgröße: 39
Lieblingswort: okay
Kontakt: auf Twitter @JuliaMoehn

Die ganze Welt hört dir zu. Was sagst du? Wie kommen wir vom Liken ins Handeln?

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn ich Leserinnen, Podcast-Hörerinnen und Konferenz-Teilnehmerinnen tolle Frauen vorstellen kann, auf den EWDs zum Beispiel die Professorin Linda Scott, die ihr Leben lang dazu geforscht hat, wie Frauen aus der Wirtschaft ferngehalten werden.

Wann hast du das letzte Mal von Herzen gelacht und warum? Über Lucas Englander in der Politik-Serie „Parlament“ (ARD Mediathek) wegen der Kombination gemein und liebenswürdig.

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Gender Reveal Partys. (SCHERZ!)

Was würdest du tun, wenn du jeden Tag eine Stunde mehr Zeit hast? Gott, ich hoffe, was Gutes lesen.

Mit welcher Persönlichkeit (tot oder lebendig) würdest du gerne mal einen Kaffee trinken gehen? Natürlich Jane Fonda.

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der? Frauen-Harmonien von „The Staves“ plus – tochterbedingt – das Weihnachtsalbum von RADAU! Ungefähr ab jetzt bis zum 24. Dezember.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Im Sommer Urlaub in Brandenburg, toll!

Was kann Hamburg was Berlin nicht kann? „In Städten mit Häfen haben die Menschen noch Hoffnung.“ (Bernd Begemann)

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Bis 2020: Ob sie mir in die Augen schauen. 2020: Ob sie während des Zoom-Termins Mails checken.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Moules Frites.

Was sollte niemand von dir wissen? Wie schlecht ich „nein“ sagen kann.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Autofreie Sonntage wieder einführen, Radwege ausbauen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was sagst du zur Transferpolitik vom FC St. Pauli?

Das letzte Wort: Das mit „Frauen unterstützen sich nicht gegenseitig“ stimmt nicht.

FOTO: Caren Detje

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 13. Oktober 2020 | Tags: , , , Keine Kommentare

Anna-Lena & Henrike-Marie Gerber

Die Zwillinge Anna-Lena & Henrike-Marie sind nicht nur von Geburts wegen ein unzertrennliches Duo, sondern auch die Gründerinnen von Mello. Die geniale Eltern-App bringt zusammen verbindet Gleichgesinnte, Schwangere, Mütter, Väter und und und. Ziel ist es, durch die App ein starkes Support-System im eigenen Kiez aufzubauen, gegenseitige Kinderbetreuung für Playdates zu organisieren oder sich einfach digital auszutauschen. Bleibt nur noch eine Frage offen: wieso haben die Zwillinge unterschiedliche Schuhgrößen?

Name: Anna-Lena Gerber / Henrike-Marie Gerber
Alter: 30 / 30
Wohnort: Berlin / Berlin
Beruf: Gründerin und Geschäftsführerin / Gründerin von Mello
Schuhgröße: 38 / 39,5
Lieblingsapp: Mello App natürlich…und die Yousician App, mit der versuche ich momentan singen zu lernen :P / Headspace
Kontakt: anna@mello-app.de / henrike@mello-app.com

Was machst du morgens als allererstes?
Anna-Lena: Meinem Freund einen Guten-Morgen-Kuss geben und noch paar mal auf den Snooze-Knopf beim Handyalarm drücken.
Henrike: Glas Wasser mit einem Spritzer Zitrone trinken.

Was schätzt du an deiner Schwester am meisten?
Anna-Lena: Henni hat immer Ideen, wie man anderen Menschen eine Freude bereiten kann…mit kleinen liebevollen Mitbringseln, kleine Geschenke, liebevoll gestaltete Karten. Das bewundere ich an ihr!
Henrike: Dass sie den Mut hatte, dieses Unternehmen aufzubauen und selbst wenn es oft auch schwer war, einfach immer weiter gemacht hat. Und ich schätze ich ihre Authentizität. Außerdem liebe ich ihre Witze – sie bringt mich immer so zum Lachen.

Warum machst du den Job, den du heute machst?
Anna-Lena: Weil ich eine Möglichkeit gesehen habe, ein Problem zu lösen, und mich diese Idee dann nicht mehr losgelassen hat. Familien brauchen momentan mehr denn je das Gefühl, nicht alleine zu sein. Es fühlt sich toll an, dass aus einer Ideen nun ein echtes Produkt, eine App, ein Unternehmen geschaffen wurde.
Henrike: Ich habe tatsächlich zwei Jobs. Ich arbeite sowohl für Mello, als auch für die Unternehmerin Franziska von Hardenberg. Beide Jobs machen mir gerade wegen der Kombi so viel Spaß und ergänzen sich super. Ich liebe die Abwechslung und den Austausch, an und mit beiden zu wachsen.

Was hast du in den letzten Wochen über dich selbst gelernt?
Anna-Lena: Ich habe realisiert, dass ich viel produktiver und glücklicher bin, wenn ich nicht alleine im Homeoffice arbeite, sondern mit dem Team im Büro.
Henrike: Dass ich ganz viel Natur und Wald brauche, und davon immer nochmal ne Portion mehr, als ich denke.

Könntest du dir ein Leben ohne Internet vorstellen?
Anna-Lena: Ich kann es mir kaum noch vorstellen. Ich glaube aber, das wäre ein tolles Leben. Mehr Natur und Abenteuer draußen in der echten Welt vielleicht?
Henrike: Ja, ich bin eigentlich eh nicht so die Surfmaus. Ich treffe mich viel lieber draußen mit Freunden.

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist?
Anna-Lena: Wenn ich manchmal nachts am Wochenende in der U-Bahn sitze, die Menschen im Schnitt jünger aussehen, und ich mich genervt vom Lärm fühle, dann denke ich, ich bin erwachsen geworden.
Henrike: An meiner Steuererklärung.

Ohne was verlässt du nie das Haus?
Anna-Lena: Ohne nicht drei mal meinen Schlüssel vorher gesucht zu haben.
Henrike: Seit sechs Monaten – meine Maske.

Was ist dein wertvollster Besitz?
Anna-Lena: Meine Henni! Und meine Tagebücher aus der Grundschulzeit… es ist jedes Mal wieder ein Genuss, die durchzulesen!
Henrike: Meine Erinnerungen.

Wann hast du dir das letzte Mal gewünscht, dass der Tag nie aufhört?
Anna-Lena: Momentan wünsche ich mir das fast täglich. Ich nehme mir einfach zu viel vor und schaffe dann nur ein Drittel meiner festgelegten To-Do’s.
Henrike: Vor zwei Wochen, als ich campen war und Sternschnuppennacht war. Obwohl, da wollte ich ja, dass die Nacht nie aufhört…

Welche ist deine früheste Erinnerung?
Anna-Lena: Stickeralben sortieren und tauschen mit Henni. Sie war die Stickerkönigin auf dem Schulhof und ich durfte ihre Assistentin sein!
Henrike: Die Eingewöhnungszeit in der Kita, wo ich mich immer unter Mamas Rock versteckt habe, damit sie mich aus Versehen wieder mit nach Hause nimmt.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Anna-Lena: Bedingungsloses Grundeinkommen einführen.
Henrike: Ängste und Wut den Menschen entziehen, dafür ganz viel Mut und Empathie einpflanzen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Anna-Lena: Ich würde einen griechischen Sommersalat machen. Kochen ist nicht meine Stärke, aber der ist mir bis jetzt immer gelungen.
Henrike: Auf jeden Fall etwas Gesundes. Vielleicht einen Auberginenauflauf. Und natürlich am Ende ein Dessert mit Schoki.

Was sollte niemand von dir wissen?
Anna-Lena: Wie ungerne ich für andere koche. :-P
Henrike: Das, was in meinem Tagebuch steht.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Anna-Lena: Wie würde dich deine Schwester beschreiben?
Henrike: Was wolltest du früher werden, als du klein warst?

Das letzte Wort:
Anna-Lena: Übergebe ich an Henni.
Henrike: Tschüssikowksi!

FOTO: Atsushi Kakefuda

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 06. Oktober 2020 | Tags: , , , , , , , , , Keine Kommentare

Julia Emmert & Ossian Vogel

Ossian Vogel entwarf mit 16 Jahren sein erstes Bike, ein Liegefahrrad. Im selben Jahr ging er als Helikopter-Fan in die USA, um dort eine Ausbildung zum Berufspiloten und Fluglehrer zu absolvieren. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland gründete er eine Firma für ferngesteuerte Luftschiffe für Film-und Fotoeinsätze. Im Jahr 2016 gründeten er und die Online Marketing Expertin Julia Emmert Urban Drivestyle als erste „All Electric“ Verleihstation für E-Mobility auf Mallorca. Inzwischen ist ihr Unternehmen zum Vorreiter und Wegbereiter der Verkehrswende geworden. Die Urban Drivestyle E-Bikes wollen in keine Schublade passen (Anm. d. Red.: Dafür sind die Fatwheels auch einfach viel zu fat). Sie verbinden spannendes Retro-Design mit kompromissloser Funktionalität und ersetzen so mühelos Autos und andere mit fossilen Brennstoffen betriebene Fahrzeuge. Julia, die kein Auto fährt, und Ossian, der ganz nebenbei gerade an einem Elektro-Flugzeug arbeitet, sind übrigens auch privat ein Paar. Umso spannender die unterschiedlichen Antworten auf unsere Fragen. Enjoy!

Name: Julia Emmert / Ossian Vogel
Alter: 39 – noch genau 19 Tage lang / 48
Wohnort: Palma, Mallorca / Berlin & Palma
Beruf: Online Marketing Expertin / Produktentwickler & Unternehmer
Schuhgröße: 39 / 44
Lieblingsohrwurm: Echt jetzt? Ich bin total unmusikalisch. „The simple bear necessities“ aus dem Dschungelbuch. Davon gibts ein nettes Duett von meiner Tochter mit ihrem Opa. / „Nothing else matters“ von Metallica
Kontakt: hello@urbandrivestyle.com

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß?
Julia: Spaß, was für Spaß? Das ist bitterer Ernst. Nee, echt jetzt: Unsere Kunden happy auf unseren Bikes zu sehen, macht mich jedes Mal sehr glücklich.
Ossian: Dass er eigentlich kein Job ist, sondern eine Passion. Und dass jeden Tag Menschen ihr Leben ändern mit Hilfe eines meiner Produkte.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir?
Julia: Genieße die Freiheit. Trau dich, Dinge auszuprobieren.
Ossian: Mach mal langsam, du hast noch wirklich sehr viel Zeit… Mit 18 glaubt man ja, mit 28 sei man schon alt.

Was wäre eine Sache, die du uns beibringen könntest?
Julia: Multitasking, in Europa neu anfangen – ich hasse das Wort „Auswandern“.
Ossian: Das weiß ich nicht, was glaubt ihr denn, was ich euch beibringen könnte?

Julia, beschreibe Ossian in einem Satz:
Leicht autistischer, kreativer Querdenker, der sich nicht an Konventionen gebunden fühlt, sehr wissenshungrig und talentiert.

Ossian, beschreibe Julia in einem Satz:
Julia ist extrem lernfähig und kann wunderbar beobachten, ich vertraue ihrem Instinkt in fast allen Lebenslagen!

Für welche drei Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten?
Julia: Meine Tochter, das Privileg in Europa zu leben… meine Familie.
Ossian: Für meine freie und gewaltlose Erziehung, für das Glück, in einer weitgehend freien Gesellschaft und speziell in Europa zu leben und natürlich für meine Familie…

Du hast Besuch von Freunden, die zum ersten und letzten Mal auf Mallorca sind. Was macht ihr?
Julia: Oh Gott, ganz furchtbar, die denken immer, man hat hier nix zu tun und ist nur im Urlaub. Also angenommen, ich hätte frei: Lecker Paella essen, Lieblingsstrand beschnorcheln und vor allem viel ratschen und Wein trinken.
Ossian: Einen Stein ins Meer werfen.

Was war dein letzter Fehlkauf?
Julia: Eine Einhornkuchenform.
Ossian: Ein 1982er Land Rover Defender, der nach drei Wochen auseinander fiel.

Was ist die großartigste wahre Geschichte, die du gehört hast?
Julia: Woher weiß man, ob eine Geschichte wahr ist?
Ossian: Ganz ehrlich? Kann ich nicht sagen… darf ich googeln?

Wie alt wärst du gerne für immer?
Julia: 4.
Ossian: So grob um 35 Jahre, das ist so der Sweet-Spot zwischen jugendlich und reif.

Was kann jeder heute tun, damit wir alle eine glücklichere Zukunft erleben?
Julia: Auf Ressourcen achten. Seine eigenen und die des Planeten.
Ossian: Zum Beispiel das Auto einfach mal stehen lassen und stattdessen laufen oder Rad fahren. Oder nur einmal die Woche Fleisch essen. Oder einmal die Woche bei einem lokalen Anbieter kaufen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Julia: Schwere Frage – man denke an den Fischer und seine Frau. Den Klimawandel anhalten.
Ossian: Ich ändere gerne das, wozu ich die Macht habe, und denke nicht darüber nach, was ich nicht ändern kann. Deshalb baue ich alternative Fahrzeuge, die Autos ersetzen können statt mich über Autos zu beschweren.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Julia: Je nach Jahreszeit – ich kaufe eigentlich meistens lokal. Aber wahrscheinlich Mangold-Lasagne. Wird von allen geliebt und ich kann mich nicht in der Chili-Menge vergreifen.
Ossian: Das hängt von der Jahreszeit und dem Anlass ab… Ich koche am liebsten mit regionalen und saisonalen Zutaten, daher entscheide ich oft erst am Marktstand.

Was sollte niemand von dir wissen?
Julia: Würdet ihr es denn für euch behalten?
Ossian: Wie es in meinem Kleiderschrank aussieht…

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Julia: Woher kennst du Ossian?
Ossian: Was ist dein Spitzname?

Das letzte Wort:
Julia: Sei Pippi, nicht Annika.
Ossian: So soll es also sein.

FOTO: Urban Drivestyle/Thorsten Schoof

Kida Ramadan

Kann man Kida Ramadan vorstellen, ohne seine Rolle als „Tony Hamady“ in der TNT-Serie „4 Blocks“ zu erwähnen? Klar, schließlich pflanzt der Mann demnächst mitten in Berlin Orangenbäume. Oder war das anders herum? Fakt ist, bei seinem neusten Projekt „In Berlin wächst kein Orangenbaum“ steht der waschechte Kreuzberger (geboren im Libanon, aufgewachsen in Xberg, ehemaliger Boule-Spieler, Breakdancer und Rigipsschlepper) zum ersten Mal nicht nur vor sondern auch hinter der Kamera. Darauf freuen nicht nur wir uns sehr. Vielen Dank für das sehr sympathische Interview, Mr. Nobody.

Name: Kida Ramadan
Alter: Im Herzen bleibe ich auf ewig 5!
Wohnort: Kreuzberg
Beruf: In erster Linie versuche ich zu leben. Und manchmal bin ich auch Schauspieler und Regisseur.
Schuhgröße: 44
Lieblingsfilmzitat: Hasta la vista, Baby!
Kontakt: instagram.com/orangenbaum_berlin

Beschreibe deinen neuen Film in einem Satz: Eine außergewöhnliche Vater-Tochter-Beziehung, die Suche nach Heimat und einen Wettlauf mit der Zeit. Und das alles mitten in Berlin gedreht! Und wenn ich ihn in einem Wort hätte beschreiben sollen, dann wäre es: Freiheit.

Wie motivierst du dich? Das einzige was ich dafür brauche: jeden Morgen meine Frau und die Kinder in den Arm zu nehmen.

Was würdest du tun, wenn du nicht scheitern könntest? Nobody’s perfect. My name is nobody.

Was war dein übelster Job bisher? Das war dann wohl: Rigips schleppen auf der Baustelle!

Du liest ein Buch und stellst fest, dass es ein Roman über dein Leben ist. Liest du weiter? Ja klar! Ich will doch wissen was passiert!

Was müsste dringend noch erfunden werden? Wie man Filme ohne Förderung produzieren kann!!!

Bitte vervollständige: In Berlin… wächst kein Orangenbaum. Aber ab 24.9. schon! Erstmal auch NUR in Berlin!

Wovon hast du keine Ahnung? Von Autos…

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Zwischen Tom Hardy und Jude Law im Jogger zu sitzen. Das war 2017 bei der Verleihung der C21 International Drama Awards. Surreal!

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die Frage ist ganz einfach zu beantworten: Ich würde dafür sorgen, dass endlich FRIEDEN herrscht.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ich frag mal meine Frau, vielleicht hilft sie mir.

Was sollte niemand von dir wissen? Das kann ich hier nicht sagen… soll ja niemand wissen!

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist der beste Film der Welt? Darüber kann ich nämlich stundenlang reden. Gute Filme können das einfach.

Das letzte Wort: In Berlin wachsen manchmal auch Orangenbäume.

FOTO: Tim Rosenbohm / Port au Prince Pictures

Katja Schneider

Wenn es gut aussehen soll, hat am besten Katja Schneider ihre Finger im Spiel. Die Berliner Interior Designerin hat nämlich ein Händchen für besondere Räume zum Leben. Als Landschaftsarchitektin plante sie jahrelang Freiräume, bevor sie sich auf die Kunst der Innenarchitektur fokussierte. Vom Großen ins Kleine und das Auge aufs Ganze: Katja denkt, fühlt und lebt in Formen und Farben. Immer natürlich mit dem nötigen Twist und der speziellen Prise Extravaganza, die man sich in modernen Raumkonzepten wünschen kann. Demnächst macht sie dann noch ihren ersten Taekwando Dan und eliminiert per Roundhousekick alle Koniferenhecken aus bundesdeutschen Gärten. Oder so ähnlich? Egal, Hauptsache es knallt!

Name: Katja Schneider
Alter: 45
Wohnort: Berlin
Beruf: Interior Designerin, Visual Artist und Landschaftsarchitektin
Schuhgröße: 37
Lieblingsfarbe: alles, was knallt
Kontakt: katjaschneider.de

Beschreibe deinen Job in einem Satz: Ich plane, durchdenke und optimiere Lebensräume für Menschen.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn mein Entwurf aufgeht und sich Räume wie selbstverständlich fügen. Und wenn Kund*innen mutig sind und mehr wagen, als nur das Sofa umzustellen und die Wand pastellfarben zu streichen.

Was kommt als nächstes? Eine Serie von Polstermöbeln aus recycelten Stoffen, die ich zusammen mit GEYERSBACH recycled furniture entwickele. Und hoffentlich bald mein erster Dan im Taekwondo.

Was war der größte Mist, den du als Jugendliche gebaut hast? Mit 12 wollte ich einem „coolen“ Mädchen gefallen und habe angefangen zu rauchen. Ich konnte jahrelang nicht mehr damit aufhören.

Für was kann man dich nachts wecken? Für eine gute Idee. Aber ich brauche unbedingt einen Kaffee vorher.

Ohne was verlässt du nie das Haus? Mein Skizzenbuch. Und im Moment natürlich die Maske.

Bei welchem Film fängst du laut an zu lachen, auch wenn du ihn alleine guckst? Das würde ich euch verraten, wenn ich mir Filme und deren Handlungen merken könnte. Leider bin ich in der Beziehung ein komplett hoffnungsloser Fall.

Wie hast du deinen letzten Geburtstag gefeiert? Fragt mich lieber, wie ich meinen nächsten Geburtstag feiere, der schon in ein paar Tagen ist. Party, ein Essen, ein Picknick am See? Ich kann mich nicht entscheiden!

Wer war der Held deiner Kindheit und wer ist es heute? Meine Helden schon damals und heute immer noch: Leute, die sich selbst nicht so wichtig nehmen und sich für andere einsetzen. Aktuell sind beispielsweise die Seenotretter meine absoluten Superhelden.

Welchen Wochentag magst du am liebsten und warum? Ich mag den Dienstag. Da ist man schon so schön auf Betriebstemperatur und fast die ganze Woche liegt noch vor einem.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Diesen verdammten Hass und die unermessliche Gier aus der Welt schaffen, die das Grundübel fast allen menschlichen Leids sind. Und ich würde alle Koniferenhecken aus deutschen Gärten verbannen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Auf jeden Fall Suppe. Ich bin die beste Suppenköchin!

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich mir heimlich immer gewünscht habe, Sommersprossen zu haben.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Dürfen wir dir ein Haus auf dem Land schenken? Oder möchtest du wenigstens unser Ferienhaus auf dem Land planen?

Das letzte Wort: Sometimes the grass is greener because it’s fake.

FOTO: privat

Jonathan Funke

Jonathan Funke ist Aktivist der ganz frühen Sorte: Im fortgeschrittenen Alter von fünf Jahren gründete er mit seinem Papa seine erste NGO, einen Radiosender nur für Kinder. Dafür interviewte er viele inspirierende Menschen, wie den damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau und Affenforscherin Jane Goodall. Für sein damaliges Engagement wurde er sogar von der UNESCO ausgezeichnet. Heute setzt sich der 24-jährige zusammen mit zwei MitstreiterInnen für sein Startup “tip me” ein. Ziel: Über Partner-Onlineshops Trinkgeld einsammeln, das direkt an Erstproduzenten von Kleidung oder Sneakern nach Südamerika und Asien geht. Nebenbei hat er ein Singer-Songwriter-Album fertig, dass er gern endlich aufnehmen würde (Kann da mal wer helfen?). Aber keine Sorge, ansonsten ist Jonathan ein ganz normaler Mittzwanziger, der sich gerne mal ausschließlich von Nudeln und Gin Tonic ernährt. Puh… Danke für das sehr inspirierende Interview, lieber Jonathan.

Name: Jonathan Funke
Alter: 24
Wohnort: Berlin
Beruf: aktivistischer Gründer
Schuhgröße: 44
Lieblingstag: heute
Kontakt: jonathan@tip-me.org

Welcher Moment hat alles verändert und warum? Als ich meinen Mitgründer Robin kennengelernt habe. Ich bin oft mit meinem Kopf überall und habe 1000 neue Ideen für neue Projekte. Robin hat das tolle Talent, skeptisch zu sein. Mit ihm gemeinsam Pros und Contras abzuwägen und langsamer, aber geordnet einen Schritt nach dem anderen zu machen, hat alles verändert.

Wohin entwickelt sich die Menschheit? Sind wir auf einem guten Weg? Die Menschheit ist auf einem unglaublich guten Weg! Das klingt 2020 vielleicht ein bisschen weltfremd. Wenn man aber ein wenig rauszoomt und sich anschaut, wie sich die wichtigsten Werte zu Lebensstandards in den letzten 20-30 Jahren entwickelt haben, sieht man, dass wir vieles richtig machen: absolute Armut, Kindersterblichkeit, Tote durch bewaffnete Konflikte. Alles geht in die richtige Richtung und zum Teil viel schneller, als man es im Alltag mitbekommt. Es gibt aber zwei Dinge, die all das zunichte machen können: Die Klimakrise und der wachsende Einfluss von Autoritären. Und beides aufzuhalten wird kein Zuckerschlecken. Ich glaube, das geht vor allem, wenn wir ein neues Narrativ schaffen. Wir müssen natürlich gegen Kohle, gegen Rassismus, gegen Trump auf die Straße gehen. Aber damit es nach vorne geht, brauchen wir eine Vision von einer globalen Gemeinschaft, die inspiriert. Die Probleme des 21. Jahrhunderts sind global und können nur global gelöst werden. Ich glaube, wenn wir ein globales Narrativ schaffen, wo wir gemeinsam hinwollen, dann sind wir auf einem verdammt guten Weg.

Wofür gibst du zu viel Geld aus? Das ist einfach: Gin Tonics.

Wo würdest du gerne beruflich in fünf Jahren sein? tip me erreicht über eine Million Familien. Ich kann neben meiner Arbeit dort auch Regierungen helfen, mit Technologie sicherzustellen, dass es Näher*innen gut geht.

Was nimmst du dir schon länger vor, schaffst es aber irgendwie nicht? Ich hab ein Singer-Songwriter-Album, das ich endlich aufnehmen will.

Was bringt dich aus dem Gleichgewicht? Zu wenig Kaffee.

Was müsste dringend noch erfunden werden? Eine App, die dich zwingt, einmal kurz durchzuatmen bevor du eine emotionale Diskussion im Internet anfängst.

Was kannst du besser als alle anderen? Ich will ja nicht angeben, aber ich kann verdammt gut Dinge mit meinem Fuß aufheben.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? Mach weiter. Aber stress dich nicht so dabei! Alles wird gut. Viel besser als du es dir erträumst.

Neben wem würdest du gern auf einem Langstreckenflug sitzen? Yvon Chouinard, dem Gründer von Patagonia. Er macht so ziemlich alles richtig. Die Produkte sind konsequent nachhaltig. Angestellte Mütter hatten von Anfang eine eigene Kita im Unternehmen. Im Sommer ist er drei Monate nicht erreichbar und geht einfach angeln. Ich glaube, das wäre ein witziger Flug.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Alle Produkte würden ihren “wahren Preis” kosten. Jede*r kann fliegen, Fleisch essen und Kleidung kaufen, wie er oder sie will. Aber alle Kosten sind eingerechnet: für Mensch, Natur und Gesellschaft.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wir würden uns zusammen Sommerrollen wickeln!

Was sollte niemand von dir wissen? Meine Ernährungspyramide ist zu 90% Pasta.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie kann man tip me unterstützen? Wir suchen gerade neue Partnerunternehmen. Wenn ihr jemanden in einem Fashion-Unternehmen kennt, erzählt ihnen von uns. Oder schreibt eurer Lieblingsmarke auf Instagram.

Das letzte Wort: Trinkt mehr Wasser!

FOTO: Alex Kleis

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 08. September 2020 | Tags: , , , Keine Kommentare

Kathi Roeb & Julian Wenzel

Kathi Roeb und Julian Wenzel hosten den queeren Podcast „Willkommen im Club“. “Braucht’s das?” Unbedingt! Warum? Weil Kathi (lesbisch) und Julian (schwul) laut eigenem Bekunden selbst viel zu wenig Ahnung von der LGBTIQ*-Community haben. Wer ist das eigentlich und wieso braucht sie so viele Buchstaben im Titel? Welche Klischees ärgern Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans* und andere queere Menschen so richtig? Was beschäftigt die Community gerade? „Willkommen im Club“ ist ein Podcast für alle. Die Folgen sind kurz und spannend, die Themen wichtig und die Gäste inspirierend. In ist, wer drin ist.

Name: Kathie Roeb / Julian Wenzel
Alter: 28 / 27
Wohnort: München / München
Beruf: Radiolady / Medienmensch
Schuhgröße: 38 / 42
Lieblingspodcast: Die Lösung / Tagesticket
Kontakt: willkommenimclub@deinpuls.de

Was schätzt du an deiner*m Podcast-Co-Host am meisten?
Kathi: Er ist lieb, neugierig und manchmal lacht er wie ein Eber.
Julian: Kathi hat einen super trockenen Humor und ich kenne keinen Menschen, der so offen und herzlich auf andere Menschen zugeht.

Du darfst den Duden um drei Wörter deiner Wahl ergänzen. Bitteschön:
Kathi: Shoutout, Shiiish und Whaaat?.
Julian: Mir reicht eine große Veränderung: ich würde gerne das Gendersternchen in den Duden aufnehmen.

Was kann jeder heute tun, damit wir alle eine glücklichere Zukunft erleben?
Kathi: Horizonte lassen sich erweitern und nichts muss in Schubladen gesteckt werden. Wenn sich jeder ein bisschen mehr für seine Mitmenschen interessiert und weniger urteilt, ist das schon ein ganz guter Anfang.
Julian: Alle könnten sich häufiger “Braucht’s das?” fragen. Das gilt beim Shopping, aber auch in Diskussionen und Streiten. Ich finde, die Frage hilft, den richtigen Fokus zu finden.

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt?
Kathi: Der Tod von LGBTIQ*-Aktivistin Sarah Hegazi. Sie kam ins Gefängnis, weil sie sich bei einem Konzert in Kairo mit Regenbogenfahne gezeigt hat. Sie suchte in Kanada Asyl und nahm sich das Leben.
Julian: Die Geschichten unserer Protagonist*innen in unserer Podcastfolge “Bodyshaming” (kommt bald!).

Mit welcher Persönlichkeit (tot oder lebendig) würdest du gerne mal eine Podcast-Folge aufnehmen?
Kathi: Ethel Smyth – eine lesbische Komponistin.
Julian: Roger Willemsen – als er noch lebte, dachte ich mir immer, dass ich mir das als Highlight meines späteren Journalistenlebens aufheben will. Hätte ich ihn lieber direkt im Studium interviewt…

Hast du ein verstecktes Talent?
Kathi: Ich kann die Nasenflügel, Ohren und Augenbrauen bewegen! Shiiish!
Julian: Bin gerade von Kathis Talent abgelenkt…

Wie alt wärst du, wenn du dein Alter nicht wüsstest?
Kathi: 19.
Julian: Äußerlich 23, innerlich 35.

Eine Begegnung, die du nie vergisst:
Kathi: Angela Merkel bei einem Konzert.
Julian: Als ich mit meinem Freund händchenhaltend durch die Würzburger Innenstadt gelaufen bin und uns zwei Jungs “Iiih, Schwuchteln!” hinterhergerufen haben. Ich habe bis dahin nicht geglaubt, dass das noch passiert.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt.
Kathi: Egal wo – Hauptsache in meinem kleinen Kastenwagen.
Julian: Jeder Ort, an dem gerade die Sonne aufgeht.

Wer war der Held deiner Kindheit und wer ist es heute?
Kathi: Michel aus Lönneberga. Immer noch!
Julian: Seit immer, für immer: Meine Eltern.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Kathi: Die Rechte für LGBTIQ*-Menschen weltweit verbessern.
Julian: Was Kathi sagt!

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Kathi: Mein Standard: Spaghetti mit Zucchini und Zitrone. Ein bisschen Knoblauch, wenn ihr nichts mehr vorhabt, und ein bisschen roter Pfeffer.
Julian: Kommt rein, setzt euch einfach an den Tisch, ich bring euch gleich die Teller mit Risotto und Honig-Chili-Garnelen. Mag noch jemand extra Parmesan?

Was sollte niemand von dir wissen?
Kathi: Ich mag kein Eis. Nur selten.
Julian: Mich machen Weihnachtsbuden, an denen niemand stehen bleibt, total traurig. Wenn die Händler*innen das wüssten und mich jedes Mal mitleidig anschauen würden, wäre ich arm und mein zu Hause zugemüllt.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Kathi: War doch prima! :)
Julian: Wie wird aus einem analogen Audiosignal eine digitale Audiodatei? Ich klugscheiße so gerne.

Das letzte Wort:
Kathi: Hab ich manchmal.
Julian: … und manchmal ich. Ätschbätsch. :-P

FOTO: Fabian Stoffers

Hong Le

Die Illustratorin und Comic-Zeichnerin Hong Le ist geboren und aufgewachsen in Leipzig. Ihre Eltern stammen aus Vietnam. Vor etwas weniger als einem Jahr setzte sie den Insta-Account ‚woherkommstduwirklich‘ auf und teilt darüber wunderschön illustrierte Gedankenanstöße und Auseinandersetzungen rum um Herkunft, Identität und alltäglichen Rassismus. (Bitte folgen Sie hier!) Wir lieben ihren Stil und ihre Arbeiten. Noch mehr ihr Vermögen, einfache Zugänge zu Themen zu schaffen, die uns alle angehen und dringend diskutiert gehören. Wenn sie nicht zeichnet, hält sie es wie die Pandas: essen, schlafen, flauschig sein und von Erdbeerkuchen träumen…

Name: Hong Le
Alter: fast 27 :D
Wohnort: Berlin
Beruf: Studierende und Digital Illustrator
Schuhgröße: 37
Lieblingsfarbe: zurzeit Gelb
Kontakt: art.hongle@gmail.com

Was ist gutes Design? Einfach und zielführend.

Beschreibe mal kurz deinen Stil! Mein Stil ist launisch. Er ist inkonsistent und ändert sich immer mal wieder. Was man wohl immer erkennt, ist meine Verbindung zu Manga.

Was würdest du tun, wenn du nicht scheitern könntest? Einen richtig geilen Erdbeerkuchen backen.

Wofür hast du kein Talent? Jegliche (Ball-)Sportarten und Kuchen backen.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Es macht mich glücklich, wenn beim Zeichnen etwas von mir in das Werk fließt. Also bin ich so ziemlich immer glücklich bei meiner Arbeit. :)

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Zu allererst auf die Haare. Dann auf die Stimme. Und wie die Person diese Stimme nutzt und sich ausdrückt.

Die ganze Welt hört dir zu. Was sagst du? Oh Gott … (schwitz)

Eine Begegnung, die du nie vergisst:
Als bei einer Uni-Präsentation eine Kommilitonin zu mir sagte, dass sie hofft, dass ich später viel Geld mit meiner Kunst verdienen werde.

Wann hast du zuletzt von Herzen gelacht und warum? Als ich vor ein paar Jahren im Sommer, 3/4 Uhr morgens mit Freunden in Friedrichshain unterwegs war und wir nur Blödsinn gemacht haben. (Zumindest ist das das letzte Mal, woran ich mich gerade aktiv erinnere. :D)

Wen bewunderst du und warum? Pandas – einfach nur essen und schlafen (und flauschig sein).

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Spaghetti mit Ketchup als Gericht verbannen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Phở bò (Reisbandnudelsuppe mit Rind) oder Sommerrollen.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich schaue manchmal noch gerne romantisch-kitschige Bollywoodfilme mit Shah Rukh Khan.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist mein Lieblingsanime/-manga?

Das letzte Wort: Ihr findet mich unter den Wolken!

Foto: Le Hong

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 25. August 2020 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Malte Brenneisen

Malte Brenneisen packt gerade seinen alten VW Bus, um mit der Familie zu einer dreimonatigen Elternzeit-Reise aufzubrechen – auf dem Plan stehen Österreich, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal. Je nachdem, wie weit sie kommen und dürfen. Gemeinsam mit seiner Gang bei Die Brueder Publishing bringt er in diesem Jahr trotz Corona die Indiecon mit allen Hygiene-Selbstverständlichkeiten an den Start: Das Festival für unabhängige Publisher*innen, das im Hamburger Oberhafen am ersten September-Wochenende seit sieben Jahren Kulturschaffende aus aller Welt zusammenbringt. Für Besucher*innen ist das Wochenende kostenlos. In diesem Jahr allerdings mit digitaler Voranmeldung. Danke, Malte, für das schöne Interview. Das nächste Fläschchen Nitroverdünnung geht auf uns.

Name: Malte
Alter: 34
Wohnort: Gerade erst Hamburg verlassen. Wohnen jetzt im Grünen. Können die Stadt aber noch sehen.
Beruf: Medienmacher
Schuhgröße: 45
Lieblingsfilmzitat: „Der Daumen ist ab… du Arschloch! Jetzt sind meine Fingerabdrücke im Tresor!“
Kontakt: Heute nennt man sein „handle“, oder? @brenneisen

Beschreibe deinen Job in zwei Sätzen: Ich bringe Menschen zusammen, am liebsten mittels Medien und für Inhalte.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Klingt ekelhaft, aber eigentlich immer! Ich habe mich noch nie zur Arbeit gequält. Wenn es soweit sein sollte, muss ich was ändern.

Bist du besser darin, Dinge anzufangen oder zu beenden? Absoluter Anfänger.

Was hast du in 20 Jahren erreicht? Buch geschrieben, Baum gepflanzt, Kind gezeugt.

In welcher Beziehung bist du ein Spießer? Ich benutze gerne Filzgleiter.

Du darfst den Duden um drei Wörter deiner Wahl ergänzen. Bitteschön: Indiemags, muggelich, Verperlmeneutik (wenn es perlt).

Wer war der Held deiner Kindheit und wer ist es heute? Früher mein Dackel Benni. Heute sind das mindestens zwei Menschen.

Wie sieht es bei dir zuhause aus? Unser Garten ist ’ne Mondlandschaft. Wasser ist alle.

Welches war das schönste Kompliment, das Dir jemand einmal gemacht hat? Die Frau in der Bahn, die unser Magazin „gentle rain“ gelesen hat – das war toll.

Wonach bist du süchtig? Nach dem Geruch von Nitroverdünnung und eBay Kleinanzeigen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Bedingungsloses Grundeinkommen für alle Menschen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ein Graupenrisotto.

Was sollte niemand von dir wissen? Guter Versuch, Leute!

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? „Was war deine letzte Geschäftsidee?“

Das letzte Wort: Tschüss!

FOTO: Martin Oelze

Erkan Emre

Erkan Emre ist der Typ, der den klassischen Berliner Döner nach New York brachte. Doch der Reihe nach. „Ich bin Kreuzberger, Berliner, dann New Yorker.“ Bei der Reihenfolge macht Erkan keine Kompromisse. Im Jahr 1997 reiste er auf einer Backpacking Tour durch die USA. Aus drei Monaten wurden 23 Jahre. Inzwischen ist er verheiratet (mit seiner Traumfrau, der er damals noch schnell einen Döner am Kotti spendierte), hat zwei Kinder, als Architekt gearbeitet und: Mit “Kotti Berliner Döner Kebab” ein minikleines Döner Imperium in NYC aufgebaut. Janz jenau. Wie sagte der Philosoph „Iron“ Mike Tyson einst: Du kriegst den Typen zwar weg vom Kotti, aber du kriegst den Kotti nicht aus dem Typen. Oder so ähnlich. 2016 ging es mit einem Zelt und drei Leuten los. Inzwischen arbeiten trotz Corona 25 Mitarbeiter mit und für den Exil-Kreuzberger. Nächstes Jahr sollen noch mal 20 dazukommen. PS: Das schöne Foto hat seine Frau Miranda gemacht.

Name: Erkan Emre
Alter: 44
Wohnort: Brooklyn, New York, USA
Beruf: Architekt/Immobilienentwickler mit 16 Jahren Berufserfahrung und seit 2016 auch Kreuzberger-Dönermann in New York.
Schuhgröße: 42
Lieblingssauce: …natürlich unsere geheime weiße Kotti-Soße
Kontakt: hello@kottibrooklyn.com

Was ist das Beste an deinem Beruf? Dass ich mein eigener Boss bin, kreativ sein kann, mir meine Zeit frei einteile und viel mit Menschen in Kontakt sein darf.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast? Mein Motto ist: Es kommt nicht darauf an, wie oft man auf die Knie fällt, sondern wie oft man bereit ist, aufzustehen, um weiterzukämpfen. In der beruflichen Selbstständigkeit wird man immer mal wieder zurückgeworfen, aber genau diese Momente dienen als Wegweiser und können die Zukunft prägen. So zum Beispiel unsere Spendenaktion während der ersten Covid-Wochen. Wir haben fünf Krankenhäuser in Brooklyn mit Döner versorgt und konnten somit einen positiven Beitrag in unserer Community leisten. Das gab allen ein Gefühl der Zugehörigkeit. Aber ein besonderes Anliegen war es dabei, diejenigen zu unterstützen, die jeden Tag ihre eigene Gesundheit riskieren, um anderen zu helfen. So spendeten wir 3.000 Dönerteller an Krankenschwestern und Ärzte.

Was wolltest du mal werden, wenn du groß bist? Seitdem ich 14 Jahre alt war, wusste ich, dass ich Architekt werden will.

Dein Song für die Ewigkeit? „Eye of the Tiger“ von Survivor.

Wenn Du Dir ein Land aussuchen könntest: In welchem würdest Du gerne leben? Brasilien – wir haben sehr enge Freunde in Rio de Janeiro, die wir regelmäßig besuchen. Der Lifestyle ist einfach klasse, morgens einen langen Spaziergang von Ipanema nach Copacabana, dann schwimmen und im Anschluss eine frische Kokosnuss am Strand. Am Abend einen leckeren Caipirinha. Aber es sind die warmherzigen Menschen, die mich faszinieren. Die Inspiration für Brasilien sowie meine Leidenschaft habe ich meinem Mentor Stanley Prowler zu verdanken. Von der politischen Situation mal ganz abgesehen.

Neben wem würdest du gern auf einem Langstreckenflug sitzen? Wenn er noch leben würde, dann Nelson Mandela.

Für was kann man dich nachts wecken? Da ich nur sehr wenige Stunden Schlaf bekomme, schlage ich vor, ihr lasst mich lieber schlafen. Aber wenn ich mir einen Sonnenaufgang vornehme, dann gibt’s dabei Kaffee und den am liebsten in Rio de Janeiro.

Wessen Gedanken würdest du gern lesen können? Die meines Mentors, Stanley Prowler (RIP). Er war mein Wegweiser, der mich mit viel Humor, Weisheit und Toleranz stark geprägt hat.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung an Wochenenden? Wir gehen gerne essen oder kochen zu Hause mit der Familie. Mit meinem Sohn baue ich viel Lego und mit meiner Tochter lerne ich zurzeit Türkisch.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die wichtigste Frage unserer Generation (und die unserer Kinder und Enkelkinder) ist, wie wir Global Warming stoppen und wie wir Nachhaltigkeit erreichen können, um die Zukunft der Erde vor einer Katastrophe zu schützen. So, jetzt brauche ich nur noch einen Zauberstab.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Karamellisiertes Lachsfilet umhüllt mit Pak Choi und Röstkartoffeln sowie grüne Bohnen mit Mandelscheiben, dazu einen leckeren Barbaresco. Zum Nachtisch gibt’s den himmlischen Strawberry Cheesecake von meiner 9-jährigen Tochter.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich gerne saure Haribos esse – und wenn meine Frau nicht wäre, würde ich gleich eine ganze Packung vernaschen. Ganz schlimm.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie hat Kotti Berliner Döner Kebab in Brooklyn die Pandemie erlebt?

Das letzte Wort: Alles wird gut!

FOTO: Miranda Emre

Nicolas Solar Lozier

Nicolas Solar Lozier (was für ein Name bitteschön!?) ist Gründer von behind the tree, einem Hub und Streaming-Dienst für Independent und Arthouse Filme. Seit Anfang August kann man sich auf behindthetree.de die diesjährig nominierten Filme des First Steps Awards im Livestream mit anschließender Q&A anschauen. Außerdem bringt Nicolas zusammen mit der deutschen Filmakademie (First Steps Award & Deutscher Filmpreis) einmal im Monat einen spannenden Podcast mit First Steps Award Alumnis heraus. Erklärtes Ziel: Die Branche (wieder) sexy zu machen. Viel Spaß in den nächsten zwei Minuten und danach husch, husch im Cabrio mit Freunden an den See.

Name: Nicolas Solar Lozier
Alter: 38
Wohnort: Berlin
Beruf: Türsteher von behind the tree
Schuhgröße: 41
Lieblingsfilmzitat: “Was ist das?” “Blaues Licht” “Was macht es?” “Es leuchtet blau!” (Rambo)
Kontakt: info@behindthetree.de

Bist du besser darin, Dinge anzufangen oder zu beenden? Anzufangen mit Ehrgeiz und beenden mit Zwang.

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Ein guter Vater und Ehemann zu sein! Das ist dann doch das Wichtigste überhaupt.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn sie andere Menschen glücklich macht.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Dass er/sie sich wirklich unterhalten will und nicht nur Small Talk halten möchte. Den kann und mag ich nicht.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? Voller Energie und immer müde (sind 5 Wörter).

Dein Soundtrack für den Sommer? Das Mixtape, das DJ Schowi letztes Jahr für uns gemacht hat. Im Sommer soll man keine Filme schauen, sondern im Cabrio mit Freunden an den See fahren.

Bitte vervollständige: In Berlin… kann man sexy leben.

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Die des Michelberger Hotels in Berlin.

Was ist gerade das Hintergrundbild auf deinem Telefon? Ein Foto meiner Frau.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die Filmbranche in Deutschland. Filme sind sexy, aber die Branche, die das Marketing dafür sein soll, ist es leider nicht.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Weißer Fisch mit hausgemachter Mayonnaise und einem Salat.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich schaue heimlich Superhelden-Filme aus Hollywood.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Warum macht ihr behind the tree?

Das letzte Wort: Prost!

FOTO: Tom Schaller

Birte Hanusrichter & August Wittgenstein

Die Schauspielerin, Musikerin, Optimistin, Feministin, Menschen- und Tier- und Bierfreundin Birte Hanusrichter und ihr halbschwedischer Nachbar, Schauspieler und Bierliebhaber August Wittgenstein haben sich bei gemeinsamen Dreharbeiten zu einer Serie kennengelernt. Seither treffen sie sich einmal wöchentlich auf zwei Bier, um über schaumgekrönte und mit schaumgekrönten Kaltgetränken zu fachsimpeln. (Zwei Bier, zwei Minuten, merkt ihr was?!1!11!!) Das Beste: sie lassen gut hörbar das Band mitlaufen und stellen die mit zunehmender Trinkdauer immer lustiger werdenden Episoden als “Schaumgeboren“-Podcast ins Netz. Wir haben den beiden auch ohne Zuhilfenahme von Alkohol (schwör!) jede Menge Geheimnisse und liebevolle Gedanken entlockt. Edit: Nach acht Bier verrät August vielleicht auch noch, was es damals in der Grundschule mit der Fahrradprüfung auf sich hatte.

Name: Birte Hanusrichter / August Wittgenstein
Alter: 41 / 39
Wohnort: Berlin / Berlin
Beruf: Schauspielerin, Musikerin, Podcasterin / Schauspieler und Podcaster
Schuhgröße: 37 / 43,5 (Wie schreibt man numerisch Dreiviertel?)
Lieblingspilzsorte: Pfifferlinge in einer Rahmsauce mit Knödeln / Schokopilze
Kontakt: Schreibt mir alle auf Insta @birtehanusrichter / @augustwittgenstein (Ich lese alle Nachrichten, am liebsten versaute.)

Fass euren Podcast in 3 Worten zusammen:
Birte: Trinkend viel reden.
August: Zu Bier lachen.

Was ist das Beste an deinem Beruf?
Birte: Immer neuen Situationen zu begegnen, offen, neugierig und empathisch bleiben zu müssen. Das hilft dabei kein Arsch zu werden.
August: Ich darf mit kreativen Menschen arbeiten, selbst kreativ sein und ganz viel Bier dabei trinken. (Zumindest beim Podcasten. Am Set ist das nicht so gerne gesehen.)

Was fasziniert dich?
Birte: Radikale Ehrlichkeit.
August: Alles, was nicht direkt mit Mathematik zu tun hat. Aber vor allem Menschen; ihre Eigenheiten – Mimik, Gestik, Körperhaltung.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt!
Birte: Ein ruhiger Platz, an dem man den Himmel sehen kann. Geht überall auf der Welt und kostet nix.
August: „Trattoria Sostanza“ in Florenz. Spargel als Vorspeise, Huhn als Haupt- und Merengue-gato als Nachspeise. Thank me later!

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der?
Birte: Von mir selbst. Ich arbeite dran.
August: Joy Division.

Nun sag schon: Lieblingsbiersorte?
Birte: Orange Velvet Milkshake IPA von Lervig. Das erste Bier unseres Podcasts. Vielleicht habe ich es deswegen inzwischen etwas romantisiert. ;)
August: Ich mag Session IPAs, aber bin mittlerweile auch ein großer Stout-Fan. Die besten Brauereien: Lervig (Norwegen) & Garage Beer Co (Spanien) – da kann man nix falsch machen.

Eine Begegnung, die du nie vergisst:
Birte: Ein dreibeiniger Hund, der mir den Weg gezeigt hat, als ich mich verlaufen hatte. No joke!
August: Ich hab einen Abend mit Buzz Aldrin in Los Angeles verbracht. Der zweite Mann auf dem Mond. Cooler Typ und guter Tänzer. Don’t ask!

Birte, beschreibe August in einem Satz: Ein krass talentierter Künstler und vor allem loyaler Freund, der mich so laut zum Lachen bringt, dass wir regelmäßig die Kapazität vom Podcast-Mikro sprengen.

August, beschreibe Birte in einem Satz: Ein großzügiges Bündel von Klugheit, Großherzigkeit und Talent, die eine Runde von 30 Leuten ohne Probleme eine ganze Nacht unterhält.

Wovon hast du keine Ahnung?
Birte: Wein. Da ist bei mir nix zu machen.
August: Wie gesagt, Mathe und Fahrradfahren.

Du hast Besuch von Freunden, die zum ersten und letzten Mal in der Stadt sind. Was macht ihr?
Birte: Wir setzen uns an einen Ort, an dem man die Atmosphäre aufsaugen kann, und bleiben einfach dort, beobachten Leute, reden, essen. Durch ein Programm zu hetzen führt nicht dazu, einen Ort zu verstehen und man kann außerdem sehr schlecht Bier dabei trinken.
August: Also wenn sie sicher nicht wiederkommen, würde ich ihnen vielleicht was klauen, und mich viel einladen lassen in teuren Restaurants. Das „893“ ist zum Beispiel immer eine Berlinreise wert.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Birte: Ich wäre krass drauf: Menschen wären ab sofort wertvoller als Geld.
August: Ich finde alle Straßen sollten aussehen wie lange Zebrastreifen. Und nur da, wo der Zebrastreifen unterbrochen ist, darf man dann über die Straße gehen. Das wäre viel dekorativer. Die Regierung geizt halt leider mit der weißen Farbe.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Birte: Ein Thai-Curry mit vielen Kräutern und Nüssen. Falls ihr Fleisch wollt, müsstet ihr bei August klingeln, der wohnt um die Ecke.
August: Ich mache ziemlich böse schwedische Pfannkuchen. Den Schnaps bringt ihr mit.

Was sollte niemand von dir wissen?
Birte: Wie ich drauf bin, wenn ich zu spät esse. Ich werde leider „hangry“.
August: Im Fitnessstudio hänge ich die Gewichte nie zurück. Mit Absicht.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Birte: Wie ich meinen Dackel nennen würde.
August: Welches mein Lieblingsalter ist.

Das letzte Wort:
Birte: Immer Liebe!
August: Über berühmte letzte Worte hatten wir mal eine „Schaumgeboren“-Folge. Mein Favorit war Oscar Wilde als er im Sterben lag: „Entweder geht diese scheußliche Tapete – oder ich.“

FOTO: Oliver Look

Ilona Hartmann

Wer Ilona Hartmann nicht auf Instagram folgt, war noch nie auf Instagram. Nach eigener „BIO“ zu schüchtern für Rap und zu blöd für Lyrik, versorgt sie uns stattdessen mit lebensbejahenden Kurztexten aus ihrem Berliner Stadtleben („Warum heißt es Huckepack und nicht sich gehen lassen?“). Apropos Texte, die verfasst sie von Berufs wegen für Magazine oder für Werbung oder Fernsehen, Serien oder Podcasts. Meistens ziemlich lustig und pointiert. So und gestern dann erschien auch ihr erstes Buch „Land in Sicht“ (kaufen Sie hier!). Morgen muss sie zum Zahnarzt (Prophylaxe). Dazu gibt es natürlich auch einen passenden Kommentar von ihr ohne Punkt und Komma: „Arzt sagt Achtung Zahnfleischrückgang aber worauf soll ich denn sonst laufen“.

Name: Ilona Hartmann
Alter: 29
Wohnort: Berlin
Beruf: Autorin
Schuhgröße: 38
Lieblingswort: Prophylaxe
Kontakt: Triff mich bei Instagram als @ilona_hartmann

Fasse dein neues Buch in einem Satz zusammen: Eine junge Frau lernt ihren Vater erst als Erwachsene kennen und es ist nicht alles fun and games, aber ein bisschen schon.

Wenn alle Jobs gleich bezahlt werden würden, welchen Beruf würdest du dann wählen? Ich hätte einen Hofladen und würde kleine feste Äpfel, Heumilchkäse und Himbeeressig verkaufen in Flaschen mit handbeschriebenem Etikett und ich hätte immer so eine leicht verdreckte Schürze an und einen Hund um die Beine.

Was ist das Beste an deinem Beruf? Selbstbestimmtheit.

Wovon hast du keine Ahnung? Den meisten Dingen.

Was kommt als nächstes? Wegfahren.

Wonach bist du süchtig? Nur extrem gesunde Sachen.

Welches war das bisher schönste Kompliment, das dir jemand gemacht hat? “Ihr Zahnfleisch sieht wirklich astrein aus, Frau Hartmann!” (Prophylaxe letztes Jahr).

Was machst du, wenn dir langweilig ist? Mir ist echt sehr selten langweilig.

Wie alt wärst du gerne für immer? 27 war eigentlich ganz angenehm – man bekommt noch noch keine “Öhöhö-30”-Witze gedrückt, ist aber auch nicht mehr gebeutelt von der Quarterlife-Krise, sondern hat sich damit abgefunden, dass niemand irgendwas weiß, und am Ende eh egal ist, was man macht, solange man es gern macht.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? “Ilona kommt später.”

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Erstmal Matriarchat und dann sehen wir weiter.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Eigentlich backe ich besser als ich koche, es gäbe Sektschnitte und ein Glas Sekt dazu.

Was sollte niemand von dir wissen? Warum ich immer später komme.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? “Wie geht das Rezept für Sektschnitte?”

Das letzte Wort: Geht zur Prophylaxe, es ist sehr wichtig.

FOTO: Svenja Trierscheid

Angela Peltner

Angela „Ang“ Peltner hat mit ihrer tollen Dreierband „CLÄNG“ gerade die EP „Reise“ veröffentlicht. Sie schreibt von Herzen wunderbare Songs, spielt regelmäßig in Vorabendserien mit, schreibt für Magazine und immer öfter auch ein Buch. Der Arbeitstitel ihres neuen Romans lautet „Songs für Greta“ (Sorry an den Verlag für die gerissenen Deadlines!). Ang ist auf der Suche nach allem, was ihr Herz schneller pochen lässt. Dabei holt sie sich gern blaue Knie, aber auch Ausschläge, die bis zum Himmel reichen. Sie liebt das große Gefühl, eine Prise Drama und kann mittlerweile auch gut damit umgehen. Sie selbst sagt über sich: „Ich bin der lebende Beweis, dass es dauern kann mit der Erfüllung der Träume. Und dass genau dieser Umstand nicht schlimm ist. Jeder und alles hat seine Zeit.“

Name: „Ang“ Angela Peltner
Alter: Irgendwas zwischen 30 und 40.
Wohnort: Berlin Baby
Beruf: Wenn ich das wüsste. Irgendwas zwischen Künstlerin und Arbeiterin
Schuhgröße: 39
Lieblingsohrwurm: „I follow Rivers“ von Lykke Li
Kontakt: instagram.com/angelapeltner

Was ist gute Kunst? Dafür gibt es keine Tabelle, keine Quote. Gut ist, was gefällt. Was eine Verbindung schaffen kann. Ein Gefühl auslöst. Punkt.

Wer oder was inspiriert dich? Menschen, die ihr Talent, ihr gutes Herz und ihre Stimme nutzen. Die irgendwie nicht müde werden, nach dem „Warum nochmal war das die letzten 1000 Jahre so und warum können wir es nicht ändern?“ zu fragen.

Was schätzt du am meisten an deinen Bandkollegen? Bedingungslose Verbundenheit. Ich liebe diese zwei Männer. Lars, Christian und ich machen schon so viele Jahre zusammen Musik, da kennt jeder seine Aufgaben. Bei uns fährt niemand dem anderen in die Parade. Es ist ein loyaler Boden, auf dem ich tanzen kann, und, wenn ich zu viel getrunken habe, weiß ich, dass die Jungs es schaffen, mich zufrieden und versorgt in mein Bett zu bringen.

Zu welcher Musik tanzt du am liebsten? Alles, was meine Atome besonders mögen. Viel Melodie. Gerne mit etwas treibendem Beat. Ich bin tatsächlich sehr Pop- und Rockmusik orientiert.

Welche tolle Textzeile hättest du gerne selbst geschrieben? Dafür reicht kein Papier der Welt. Ich liebe die Texte von Alanis Morissette oder Lorde. Kann mich da kaum beschränken. Aber alles was todesehrlich und auch ironisch sein kann, kriegt mich.

Was wolltest du mal werden, wenn du groß bist? Ich weiß noch, dass ich mit circa sechs Jahren zu meiner Mama und Bruder gesagt habe, dass ich viel Freiheit brauche. Dass ich, wenn ich groß bin, „frei sein“ ausüben will. Es war ein Graus für mich, dieser sogenannte Alltag. Außerdem haben wir damals jeden Tag „Auf der Bühne performen geübt“. Also mein großer Bruder und ich. Ich glaube, wenn ich jetzt so drüber nachdenke, hatte ich wohl mehr Spaß daran, die Sessel und das ganze Inventar zu einer großen Bühne zu bauen, als er. Zumal mein großer Bruder eigentlich die ganze Drecksarbeit machen musste. Also danke Martin, für die prägenden Jahre.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Wir mussten im Zuge der Corona-Problematik auf unsere Freunde und Fans zurückgreifen, als es darum ging unserer Single „Berlin, Berlin“ ein schönes Musikvideo zu verpassen. Sie sollten uns ihre Lockdown-Quarantäne-Rituale schicken. Also als Videoschnipsel. Das war grandios und hat super geklappt.

Was hat dich zuletzt emotional wirklich berührt? Puh. So viel. Da gibt es so viel Privates. Liebeserklärungen. Aber auch, wie sehr die Welt sich aufmacht. Ich spüre die Veränderung in der Gesellschaft, die vielen auch Angst macht, als eine große Befreiung. Das Alte ist immer laut. Aber ich glaube, es wird sich dauerhaft wirklich was ändern.

Du kannst einen Tag jemand anderes sein. Wer bist du und warum? Ich glaube, ich wäre gerne Marie Curie. Ich wäre auch gern so ein Genie gewesen. Physik und Chemie. Ich meine, Hallo. Ich würde auch so gerne etwas entdecken und erfinden. Sie hat mich sehr inspiriert. Darum habe ihr auch ein neues Lied gewidmet. Und mit meinem Wissen heute, hätte ich der Marie Curie von damals auch sagen können, dass sie mit der Radioaktivität aufpassen soll. :-)

Was bereust du bisher noch nicht getan zu haben? Ein Auslandssemester. Ansonsten gibt es nichts zu bereuen. Ich bin immer im Jetzt.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Puh. Hauptsache gute Zutaten, fettig und geil. Da spricht der Stier in mir. Ich muss genießen dürfen. Ich liebe alles mit Kartoffeln in Verbindung mit Ofen, viel Knoblauch, überbackenes mit Feta und Gemüse. Aber auch Bouletten. Mach dich auf ein Gelage gefasst!

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? So viel Macht will ich gar nicht. Viele Menschen bedeuten immer viele Probleme. Vielleicht müsste man zwischen Politik, Wirtschaft und Volk so eine Art Mediatoren-Team einsetzen, die quasi im ständigen Austausch untereinander sind. Ansonsten geht Veränderung nur mit Liebe, Bildung und Verständnis und Ausschluss von Religion. Das sollte auch im Schulsystem eine Rolle spielen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Ob du anderen Leuten den Beruf der Musiker*in nahelegen würdest? Ich würde sagen ja. Aber mach es von Anfang an so. wie Du es willst. Sei fleißig und gib nicht auf.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich kenn den Vorgarten von Jimmy Kimmel. Aber eingeladen hat er mich nicht. :-)

Das letzte Wort: Seid lieb zueinander! Ernsthaft. Und glaubt nicht den Scheiß der anderen. Ihr wisst schon, was für Euch gut ist.

FOTO: Philipp Christopher

Mercedes Lauenstein & Juri Gottschall

Die Schriftstellerin und Journalistin Mercedes Lauenstein und der Fotograf und Journalist Juri Gottschall haben sich zusammengetan, um der Welt, respektive uns, das Leben mit italienisch kulinarischer Lebensart – inklusive Tipps zu guten Lebensmitteln, hochwertigen Produkten und deren Erzeugern – zu versüßen. Kein Wunder, schließlich leben die beiden je zur Hälfte in München und Norditalien. Ihr Splendido Magazin steht ganz weit oben auf unserer persönlichen Online-Favoritenleseliste. Vor allem der liebevoll kuratierte Newsletter mit sieben Rezepten für die kommende Woche hat es uns angetan. Mamma Mia! Seit Neuestem gibt es auch noch einen Splendido Superstore (Hirn-Explosions-Emoji), in dem auch eine eigene Modekollektion und Juris Fotografien zu haben sind. Nebenbei schreibt Mercedes, die für ihr Prosadebüt „Nachts“ mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet wurde, an ihrem dritten Roman. Darauf nichts weiter als die beste Arrabbiata unseres Lebens!

Name: Mercedes Leona Lauenstein / Juri Gottschall
Alter: 32 / 40
Wohnort: München & Norditalien
Beruf: Schriftstellerin & Journalistin / Journalist & Fotograf
Schuhgröße: 39 / 42
Lieblingseissorte: Stracciatella / Zitrone
Kontakt: post@mercedeslauenstein.de / post@jurigottschall.com

Beschreibe deinen Job in drei Worten:
Mercedes: Butterbrot und Peitsche
Juri: Welchen der Jobs?

Was war die beste Entscheidung deiner beruflichen Laufbahn?
Mercedes: Neben dem Mut zum Bücherschreiben: Splendido.
Juri: Das Bekenntnis zur kompromisslosen Selbstständigkeit und zum Unternehmertum. Was zwar einerseits mit viel Arbeit und Verantwortung verbunden ist, auf der anderen Seite aber auch die größten Glücksgefühle und einen echten Lebenssinn bedeutet.

Was wäre eine Sache, die du uns beibringen könntest?
Mercedes: Die perfekte Parmigiana, und wie man mühelos möglichst viele Neurosen pflegt.
Juri: Wie gutes Olivenöl schmeckt.

Für was kann man dich nachts wecken?
Mercedes: Unverhoffte Reiseangebote, Nachtwanderungen.
Juri: Steigende Bitcoin-Kurse.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt!
Mercedes: Mein Zimmer.
Juri: Die Terrasse von Delia Morinelli in Pioppi, einem kleinen Dorf im Cilento.

In welcher Beziehung bist du ein Spießer?
Mercedes: Extrem strenge To-Do-Listen.
Juri: Manche würden sagen: Ordnung. Ich finde das aber gar nicht spießig, sondern selbstverständlich.

Eine Begegnung, die du nie vergisst:
Mercedes: Die mit Juris Kochkünsten.
Juri: Paul McCartney in seiner Garderobe vor einem Konzert.

Mercedes, beschreibe Juri in einem Satz: Beneidenswerte Menschenkenntnis, feine Beobachtungsgabe, geradezu unheimliches Multitalent und wandelnder Wissensspeicher, außerdem zuverlässigster Mensch, den ich kenne und die beste Entscheidung meines Lebens.

Juri, beschreibe Mercedes in einem Satz: Mercedes hat ein großes Talent für nahezu alles.

Deine Regeln für eine erfolgreiche Party:
Mercedes: Keine Ahnung, aber wenn’s eine Mischung aus Grande Bellezza und Holly Golightlys Hausparty wird, ist es vollbracht.
Juri: Ein gutes Buffet und bitte keine schlechte Musik.

Italien ist…
Mercedes: … eines der schönsten Rätsel, die ich kenne.
Juri: …widersprüchlich und wunderschön.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Mercedes: Die Wertschätzung der Deutschen für den Preis guter, fair hergestellter Lebensmittel.
Juri: Ein größeres Bewusstsein für mehr gute Gestaltung und Qualität im Alltag. Es sind oft nur kleine Dinge, die einen großen Unterschied machen. Außerdem weniger billige Lebensmittel, Mode, Möbel usw., für die Menschen ausgebeutet werden, über die man sich als Konsument nur ärgert und die sowieso wieder sofort auf dem Müll landen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Mercedes: Je mehr ihr seid, desto unkomplizierter. Vermutlich nichts weiter als die beste Arrabbiata eures Lebens, dazu einen kühlen, trockenen Lambrusco.
Juri: Kommt auf die Jahreszeit an. Jetzt im Hochsommer bestimmt irgendwas mit frischem Gemüse und Kräutern. Später gäbe es Obst und eine Käseplatte.

Was sollte niemand von dir wissen?
Mercedes: Wie ich als Kind meine ungenießbaren Schulbrote entsorgt habe.
Juri: Meinen Kontostand.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Mercedes: Warum hasst du Fahrradfahren?
Juri: Wie spät ist es?

Das letzte Wort:
Mercedes: Trotzdem.
Juri: Fore!

FOTO: Splendido Magazin

Martin Schnippa

Könnt ihr euch noch an den Typen erinnern, der sich im BVG Spot in die Geheimnisse der Zugverspätungen und Lautsprecherdurchsagen einweihen ließ? Das war Martin. Oder Dieselmaat „Dieter“, wie er in der Neuverfilmung von „Das Boot“ hieß. Gut im Geschäft ist er also, der Freund unserer lieben Mitarbeiterin Anna. Oder besser gesagt, war er. Denn aktuell gibt es für Schauspieler*innen nicht viel zu tun, außer jeden Morgen den eigenen Kaffeesatz zu deuten, wann wieder Filme, TV-Sendungen oder Theaterstücke produziert werden. Viele Projekte liegen auf Eis, werden auf unbestimmte Zeit verschoben und Produktionsfirmen, Theatercompanys und Kinos geraten in finanzielle, existenzbedrohende Probleme. Was bleibt: Urban Gardening und Hochbeete bauen, zu Mischkulturen und Wildbienen lernen, Lastenfahrräder probefahren und Fotoshootings mit Milchbärten überstehen. Und schlecht tanzen natürlich.

Name: Martin Schnippa
Alter: 31
Wohnort: Berlin
Beruf: Schauspieler
Schuhgröße: 40
Lieblingsfilmzitat: „Is this real life?“
Kontakt: Meine Agentur: kontakt@agentur-gipfelstuermer.de

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Augen, Hände, Offenheit, Schuhe. In dieser Reihenfolge.

Wer kennt dich wirklich? Meine Steuerberaterin. Liebe Grüße!

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Am glücklichsten bin ich, wenn ich mit Menschen gemeinsam an einer Vision arbeiten kann.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast? Trust the process. Dranbleiben und ackern!

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt? Eher: Was hat mich in letzter Zeit wirklich kalt gelassen?

Was ist dein verstecktes Talent? Ich kann gut meine Meinung auf den letzten Drücker ändern. Die Leute in meinem Umfeld lieben das.

Was machst du gerne und wird nie langweilig? Erfolge feiern. Die kleinen und die großen.

Welches war das schönste Kompliment, das Dir jemand einmal gemacht hat? Den konkreten Wortlaut eines Kompliments merke ich mir selten. Eher, wie es sich anfühlt, wenn Personen etwas Nettes sagen.

Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte: „Der Bär, der nicht da war“ von Oren Lavie. Danke, aus!

Würdest du lieber gegen eine Ente kämpfen, die so groß ist, wie ein Pferd, oder gegen hundert Pferde, die so klein sind, wie Enten? These: Egal, ob Dich hundert entengroße Pferde, Hundewelpen oder Maikäfer angreifen, alles macht Dich fertig, weil es so viele sind. Eine pferdegroße Ente könnte ich besser verkraften, weil die alleine ist.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Der S-Bahn Ring in Berlin wird autofreie Zone.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Thüringer Klöße (die schmecken mir am besten…).

Was sollte niemand von Dir wissen? Ich hab keine Geheimnisse. Versprochen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Leberwurstbrot: mit Butter oder ohne?

Das letzte Wort: Seid lieb zueinander!

FOTO: Bernd Brundert

Else Edelstahl

Else Edelstahl verpflichtete sich im Alter von 16 Jahren „der Hommage an das Nachtleben der Zwanziger Jahre“. Also nicht die jetzigen 20er, sondern die vor 100 Jahren. Mit ihrer Veranstaltungsreihe „Bohème Sauvage“ in Berlin, Köln, Hamburg, Wien und Zürich schuf sie dem Jahrzehnt und irgendwie auch sich selbst ein weltweites Denkmal (die Formulierung wird sie hassen). ;) Aber ohne Quatsch, wer jemals irgendwo, irgendwas mit 20er Cabaret, Zirkus, Burlesque und sonstigen Events rund ums Thema erleben möchte, kommt an ihr aus gutem Grund nicht vorbei. Wir haben auch schon bei zahlreichen Events von ihrer Expertise und wundervollen Art profitiert. Else ist außerdem Koproduzentin des „Kabarett der Namenlosen“, sowie des „Berlin Burlesque Festivals“. Doch genug der Vorrede, die nächsten 2 plus X witzigen, inspirierenden, schlauen Minuten gehören dir, liebe Else.

Name: Else Edelstahl
Alter: 39
Wohnort: Berlin
Beruf: Veranstalterin
Schuhgröße: 40
Lieblingsepoche: 20er (19hundert!)
Kontakt: bureau@boheme-sauvage.de

Du kannst mit einer Zeitmaschine reisen, welches Jahr stellst du ein und warum? Ich würde gerne dahin reisen, wo es noch keine Zeitmessung gab, keine Zivilisation, kein Besitz, also ähnlich wie in einem noch von uns unentdeckten Urvolk geboren worden zu sein. Oder natürlich 1926 in Berlin, weil das eine aufregende Zeit war.

Wer oder was inspiriert dich? Mikro- und Makrokosmos, Natur, Philosophie, gute Bücher und außerdem Menschen und Dinge, die ich nicht verstehe, aber irgendwie mag.

Was bedeutet beruflicher Erfolg für dich? Aktuell: Etwas geschaffen zu haben, was es vielen Menschen wert ist zu unterstützen – unsere Crowdfunding Kampagne. Meinen – nicht zu viel und nicht zu wenig – Lebensstandard mit etwas aufrecht erhalten zu können, was mir und anderen gefällt, ohne jemandem oder etwas dabei zu schaden. Ansonsten hab ich lieber Zeit als Geld.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast? Nicht schlecht über andere hinter deren Rücken reden, blöde Gefühle und Konflikte direkt mit der Person besprechen. Ich übe noch! Eigenes Handeln und Denken ständig hinterfragen, updaten, Sinne schärfen.

Welches Kunstwerk würdest du gerne besitzen? Gar keins. Kunst ist für alle da.

Welche drei Dinge dürfen auf einer 20er Jahre-Party nicht fehlen? Abgesehen vom offensichtlichen: Gäste aller Couleur mit Phantasie, Esprit und Verve, die sich nicht in Klischees verlieren, ein Hazer, die geheimen Separées.

Wenn dein Leben verfilmt würde, welche*r Schauspieler*in würde dich spielen? Ohne Make-Up wird mir oft gesagt, ich hätte Ähnlichkeit mit Uma Thurman. Mit Make-Up: Marlene Dietrich.

Was wolltest du mal werden, wenn du groß bist? Regisseurin oder Prinzessin.

Wenn du drei historische Personen zum Essen einladen könntest, welche wären das? Maria Magdalena, Kurt Tucholsky und Erich von Stroheim.

Dein Song für die Ewigkeit? „Talk to me“ von den Tindersticks.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die gesamte Macht auf alle gleichmäßig verteilen, sodass sie sich quasi selber abschafft.
Ansonsten:
– Alle AFD-Wähler für zwei Jahre mit Fahrrädern auf Weltreise schicken, in der Hoffnung, dass sie was merken.
– Anarchie als Fach im Lehrplan unterbringen – ich denke nämlich, das kann man lernen.
– Trump entmündigen und in die Obhut meiner Mutter geben.
– Vom Menschen domestizierte Tiere zu Staatsbürgern erklären. Wilde Tiere in Ruhe lassen.
– Kater und Liebeskummer werden abgeschafft.
– Anti-LGBTQler in Regenbogeneinhörner verwandeln. Dann könnten wir in Polen auf Safari gehen.
– Rassisten bekommen am ganzen Körper etwa tennisballgroße lustige, bunte Beulen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Sauerkraut mit Kartoffelpüree (vegan) und gebratenen Apfelstückchen, Räuchertofu und Zwiebeln, Kümmel und Muskat.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich würde mit Martin Sonneborn knutschen, mit dem Ziel für „Die Partei“ ins Europaparlament einzuziehen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Welche Zahlen gewinnen morgen im Lotto?

Das letzte Wort: Mein Lieblingszitat von Karl Valentin: Heute ist die gute, alte Zeit von morgen!

FOTO: Ronny Zeisberg

Mounira Latrache

Mounira Latrache ist Co-Founderin von Connected Business, Trainerin und seit diesem Jahr Buch-Autorin. In leitenden Funktionen bei Google, Red Bull und BMW lernte sie viel über neue Führung. Bei Google war sie außerdem als Leitung des YouTube Spaces eine der PionierInnen in Sachen Mindful Community Gründung. Heute beschäftigt sie sich vor allem mit den Themen Greater good economy, Achtsamkeit & Mitgefühl im Business, Selbstführung & Führung, Diversity & Mother Earth und widmet ihre Lebenszeit der Mission, eine Welt zu schaffen, die wir den nächsten sieben Generationen gern und mit Freude übergeben können. Kein Wunder also, dass ihr so gut wie nie langweilig ist.

Name: Mounira Latrache
Alter: 38
Wohnort: Berlin
Beruf: Co-Founder & CEO Connected Business
Schuhgröße: 38
Lieblingsfilmzitat: “Who we are is how we lead” – Brene Brown
Kontakt: contact@connected-b.com

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Auf die Art und Weise, wie die Person interagiert.

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Mir zu erlauben authentisch ich selbst zu sein und meiner Intuition zu vertrauen.

Fasse dein neues Buch in einem Satz zusammen: In einer Welt, die immer weniger vorhersagbar ist, in der mehr passiert als wir erfassen können, brauchen wir einen inneren Kompass. Sich selbst zu führen und seinen eigenen Weg zu verstehen ist der erste Schritt dafür – und auch dafür, gemeinsam mit anderen neue Lösungen für eine sich verändernde Welt zu schaffen.

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt? Das Black Lives Matter Movement – weil diese Diskussion wichtig ist und es mich bewegt zu sehen, wie wir global gemeinsam trauern und über Lösungen diskutieren. Kollektiver Schmerz fasziniert mich als Teil der kollektiven Bewusstseinsveränderung, die uns bevorsteht.

Dein Soundtrack für den Sommer? Unci Maka (Grandmother Earth) von Ayla Schafer

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Die Begegnungen mit dem Red Bull Gründer Dietrich Mateschitz – habe so vieles dabei gelernt, was mich noch heute bewegt.

Welches war das bisher schönste Kompliment, das dir jemand gemacht hat? “Du hilfst mir weniger bullshit und mehr ich selbst zu sein.”

Warum sind Pizzakartons eckig? Weil rund schon vergeben war.

Bitte vervollständige: In Berlin… können wir die Zukunft mitgestalten.

Was machst du, wenn dir langweilig ist? Mir ist so gut wie nie langweilig.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Mehr Bildung in Selbstführung, vor allem die Bereiche Emotionale Intelligenz & Kompetenz, Purpose, Schattenarbeit & Kommunikation. Die Art, wie wir Business auf dieser Welt machen – jedes Unternehmen würde die Einzigartigkeit von Einzelnen fördern, alle wüssten, was das für sie ist und gleichzeitig würde der Purpose unserer Welt und den sieben Generationen nach uns dienen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Gemüsecurry mit Quinoa und frische Erdbeeren mit dunkler Schokolade.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich übe mich darin, genau solche Dinge laut vor Publikum auszusprechen – eine Übung mich voll und ganz zu akzeptieren, unglaublich befreiend und das Schöne daran: es verbindet ungemein.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? “Was bringt dich zum Strahlen?”

Das letzte Wort: Was sagt deine Intuition?

FOTO: Michael Romacker

Bodo Haas

Bodo und seine Firma Eventwide Berlin gehören zu unseren heimlichen Helden. Sie sind ein Grund dafür, warum es auf unseren Events immer so schön aussieht. Denn Eventwide Berlin entwirft, produziert und vermietet seit nun fast zehn Jahren Mobiliar für Veranstaltungen, Messen oder Kongresse. Seit 2016 arbeitet das Unternehmen CO2-neutral. Aktuell wird auch der gesamte Produktionsprozess der Möbel als nachhaltig zertifiziert. Der nicht vermeidbare CO2-Ausstoß dazu komplett kompensiert. Einen besseren Partner für die Realisierung unserer Veranstaltungskonzepte können wir uns einfach nicht vorstellen. Genug der Vorrede: Bodo ist nicht nur ein unheimlich sympathischer Mensch, er hat auch die ultimative Antwort auf die Schmetterlingsfrage geliefert. Das Thema Schmetterlingsfrage ist damit hochoffiziell durchgespielt und wird nicht neu vergeben.

Name: Bodo Haas
Alter: 42
Wohnort: Berlin
Beruf: Inhaber Eventwide Berlin
Schuhgröße: 43
Lieblingsmöbelstück: AP19 Papa Bear, der Armlehnstuhl von Hans Wegner
Kontakt: bodo.haas@eventwide.com

Wie sieht es bei dir zuhause aus? Von Minute zu Minute anders, da alles ständig in Bewegung ist (wir sind zu fünft…).

Was machst du morgens als Allererstes? French Toast für die Kinder (nein, nicht jeden Tag) und grünen Tee für mich (unbedingt jeden Tag)

Worauf bist du stolz? Das ist stark tagesformabhängig: mal auf die gelungene Umsetzung eines großen und langwierigen Kundenprojekts, mal auf die nicht angebrannten French Toasts.

Auf welche Idee wärst du gerne selbst gekommen? Auf die Erfindung des Klettverschlusses

Welche drei Teile hast du auf Produktion immer dabei: Handschuhe, Maßband und einen Apfel

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? Leider gar nicht: die Fettnäpfchen und das Lehrgeld sind nach wie vor stark präsent. Man sollte ja meinen, das wird irgendwann besser. Man wird älter, ja klar. Und auch die Erfahrungen im Guten wie im Schlechten sind größer und mehr. Aber irgendwie nimmt man sich selbst ja doch immer mit…

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Das obere Kirnitzschtal in der sächsischen Schweiz

Was haben Schmetterlinge im Bauch, wenn sie verliebt sind? Nektar? Warme Luft? Nein, Helium, ganz klar! Ist leichter als Luft und macht eine Mickeymaus-Stimme. Und anscheinend auch high, wenn man der Flugbahn eines frischverliebten Schmetterlingpaars nachschaut.

Du liest ein Buch und stellst fest, dass es ein Roman über dein Leben ist. Liest du weiter? Da ich ein sehr langsamer Leser bin, wäre die Story immer tagesaktuell und somit wie ein Tagebuch. Also eher zeitgleich und keine Vorausschau… und wenn es dann noch griffig formuliert ist, würde ich das Buch wohl gerne lesen.

Woraus schöpfst du Energie? Kurzfristig aus dem Apfel. Und natürlich aus der Hoffnung, durch verantwortungsvolles Handeln in meinem kleinen Kosmos einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten.

Wem möchtest du gern ein Kompliment machen und welches? Ich mache viel zu selten Komplimente, merke ich gerade. Vor allem spreche ich sie nicht aus! Man kritisiert ständig und an allem rum und glaubt auch noch, wenn es argumentativ belegbar ist, müsse es jeder verstehen und darf nicht gekränkt sein. Aber ein Lob spricht man sehr selten aus, obwohl es einem weder weh tut noch erklärt werden muss. Einfach sagen, was man gut findet. Also los, und zwar sofort.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Im Winter Hühnersuppe, eh klar. Im Sommer aber wahrscheinlich auch, weil ich wenig Gerichte zubereiten kann, die aus fünf Zutaten so viele Geschmacksnuancen hervorbringen können. Außerdem werden auch sicher alle satt, nach dem Sprichwort: “Fünf sind geladen, zehn sind gekommen. Gieß Wasser zur Suppe, heiß´ alle willkommen.“

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ungerechtigkeit abschaffen, im Großen wie im Kleinen: jeder Mensch hätte die gleichen vorurteilsfreien Chancen (möglichst viele), hätte aber auch die gleichen Ansprüche auf den Verbrauch von Ressourcen (möglichst wenig).

Was sollte niemand von dir wissen? Warum ich manchmal Dinge verschweige.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Warum ich mich beruflich für die Möbel und gegen die Fotografie entschieden habe.

Das letzte Wort: Vielen Dank für die schönen Fragen und die Geduld mit mir (siehe Kompliment-Frage, hihi)

FOTO: privat