Meike Schützek

Meike Schützek ist passionierte Ozeanliebhaberin und hat genau deshalb vor vier Jahren ihre Karriere komplett transformiert, den Marketing-Job an den Nagel gehängt und die NGO Ocean. Now! gegründet. Seitdem nutzt sie die Kraft der Kunst, um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig ein nachhaltig gesunder Ozean für uns alle ist. Im Interview geht es um Berufung und Engagement, low-drama Führungsstil und die Freundschaft zwischen einem Mann und einem Oktopus.

Name: Meike Schützek
Alter: 45
Wohnort: Berlin-Friedrichshain
Beruf: Gründerin der NGO Ocean. Now!, und selbständige Beraterin (Marketing und Kommunikation Ozeanschutz)
Schuhgröße: 39-40
Lieblingsgewässer: Atlantikküste der Algarve
Kontakt: info@meikeschuetzek.com

Beschreibe Ocean. Now! in einem Satz: Ocean. Now! ist eine NGO, die die Kraft der Kunst nutzt, um das Bewusstsein für das Nachhaltigkeitsziel 14 (SDG 14) – „Leben unter Wasser” – zu schärfen. Wir stärken das Engagement auf allen Ebenen der Gesellschaft mit dem Ziel, die Vielfalt des marinen Ökosystems wieder aufzubauen.

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? Kreativ, designorientiert in diesem Themenfeld arbeiten zu können. Die kurzen Entscheidungswege in einem kleinen Team und das Feiern kleiner Erfolge.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Es war kein konkreter Rat, aber der Einfluss von drei Managern, von denen ich mir in meiner früheren Karriere (E-Commerce) einen sehr guten Führungsstil abschauen konnte. Er war low-drama (das Ego auf den Rücksitz stellen), motivierend (Erfolge feiern) und fair (mit jedem auf Augenhöhe). Dafür bin ich sehr dankbar.

Wer oder was inspiriert dich? Philosophie und visionäre Gesprächsthemen, auch gern Utopien, denn es gibt noch so viel Luft nach oben für die Menschheit. Ästhetische Konzeptkunst, die ins Herz geht. Ein langer Surftag im Spätherbst mit sanften Wellen und einem gut gemixten Mojito danach. Unter freiem Himmel stundenlang zu großartiger Musik tanzen.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Das Ändern leben – wie ich zurück zum Ozean ging (meine Geschichte, wie ich meine Karriere erfolgreich änderte, um zurückzugeben).

Was ist die großartigste wahre Geschichte, die du gehört hast? Zwischen einem Mann und einem Oktopus entwickelte sich eine Freundschaft.

Du darfst den Duden um drei Wörter deiner Wahl ergänzen. Bitteschön: Herzaufstand, Metta Bhavna, Diskokugel.

Wessen BRAVO Poster hattest du an der Wand? Michael Jackson, Morten Harket, Bros.

Wenn du umziehen müsstest, wo würdest du gerne leben? In der Algarve.

Was kann jeder heute tun, damit wir alle eine glücklichere Zukunft erleben? Bewusst mit sich selbst und anderen leben. Weniger konsumieren, mehr teilen. Weniger arbeiten, mehr tanzen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde weltweit die Ideologie des endlosen Wachstums ausradieren und stattdessen ein Verständnis für regenerative Kulturen wachsen lassen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Grünes Curry mit Süßkartoffeln, Brokkoli, Fenchel, Karotten, Tofu und Cashewnüssen. Garniert mit Koriander.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich sehe in Menschen oft, welchem Tier sie ähnlich sehen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist dein aktueller Lieblingstrack? Antwort: Tom Misch – „It Runs Through Me“ (feat. De La Soul).

Das letzte Wort: Let love rule.

FOTO: Charlene Kilthau

Katharina Kestler & Christine Prechsl

Katharina Kestler und Christine Prechsl teilen ihre Leidenschaft fürs Bergsteigen, Klettern oder Mountainbiken gerne mit anderen. Sie sind die Munich Mountain Girls: Eine Initiative, die bergbegeisterte Frauen miteinander verbindet. Für neue Abenteuer, Bergfreundschaften, Inspiration und Austausch. Wir haben die beiden zwischen Skitouren und Schneewandern zum Kurzinterview erwischt: Ein Gespräch zu Radl- und Bücherliebe, Brotzeit und Kaiserschmarrn – und mit der beruhigenden Erkenntnis, dass die erste Skiabfahrt der Saison auch für absolute Bergenthusiastinnen richtig hart sein kann. Bleibt nur die Frage: Lieber bergauf oder bergab?

Name: Katharina Kestler / Christine Prechsl
Alter: 40 / 36
Wohnort: München / München
Beruf: Journalistin / Digitale Produktmanagerin
Schuhgröße: 38 / nah
Lieblingsberg: Die Kampenwand – aus emotionalen Gründen. / all mountains are my favourite
Kontakt: @kaddi_kestler / @christine_pre

Beschreibe die Munich Mountain Girls in drei Worten:
Kaddi: Community, Empowerment, Vorbilder.
Christine: Frauen, Leidenschaft, Bergfreundinnen.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest?
Kaddi: Auf die Vibes zwischen uns.
Christine: Auf nichts Bestimmtes.

Was schätzt du an dir am meisten?
Kaddi: Meine Genauigkeit, Konsequenz und meine (geistige) Flexibilität.
Christine: Ganz viel. :)

Könntest du dir ein Leben ohne Internet vorstellen?
Kaddi: Ein Leben sehr gut, meinen Job stell ich mir dann allerdings sehr mühsam vor.
Christine: Na klar. Ich kenne das sogar noch. ;)

Kaddi, beschreibe Christine in einem Satz: Eine Visionärin, die es sich erlaubt, ihre Gedanken frei fliegen zu lassen, und trotz (oder wegen?) ihrer ruhigen Art eine Wirkung auf Menschen hat, die sie manchmal selbst überrascht.

Christine, beschreibe Kaddi in einem Satz: Eine tolle, mutige, offene, schlaue, lustige Frau voller Energie und Leidenschaft und noch ganz viel mehr.

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten:
Kaddi: Das Mountain Girls Buch, das wir zusammen mit dem Prestel Verlag herausgebracht haben.
Christine: Miroloi. Miteinander reden.

Dein Haus brennt. Welche drei Gegenstände rettest du vor den Flammen?
Kaddi: Jetzt im Moment: Die drei Fahrräder, die in meinem Schlafzimmer stehen.
Christine: Meine Lieblingspflanzen, Bücher, so viele ich tragen kann, mein Rennrad – das tollste Fahrrad der Welt.

Was wolltest du mal werden, wenn du groß bist?
Kaddi: Meeresbiologin.
Christine: Kinderärztin, glaube ich.

Was für eine Rolle hast du in deinem Freundeskreis?
Kaddi: Kaddi, kannst du mich mal mitnehmen zum Skifahren?
Christine: Ich bin ich.

Wonach bist du süchtig?
Kaddi: Nach Erlebnissen.
Christine: Bücher.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Kaddi: Sie mit Menschen teilen, für die es nicht um Macht der Macht willen geht, und dann schauen, ob wir nicht doch ein besseres Gesellschaftssystem hinbekommen, als das, in dem wir leben.
Christine: Mehr Frauen „an die Macht“. Niemand soll mehr hungern oder flüchten müssen. Ein gutes Leben für alle Lebewesen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Kaddi: Die besten Spaghetti Carbonara eures Lebens.
Christine: Vermutlich gäb’s eine vegane Brotzeit mit bestem Bio-Brot und alkoholfreiem Weißbier. Oder Freestyle Cooking aus dem, was der Kühlschrank hergibt.

Was sollte niemand von dir wissen?
Kaddi: Wie hart anstrengend ich die erste Skiabfahrt der Saison immer finde.
Christine: Tja.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Kaddi: Bist du so stark wie du tust?
Christine: Wo gibt’s den besten Kaiserschmarrn und wo ist die schönste Aussicht.

Das letzte Wort:
Kaddi: Schnee.
Christine: Bussi, ciao – und kommt in die MMG Community, wenn ihr Berge liebt!

FOTO: Daniel Hug / privat

Anna Yona

Anna Yona ist Gründerin von Wildling Shoes. Wildlinge – das sind Minimalschuhe, die dafür sorgen, dass man den Boden unter den Füßen ganz neu spürt und die buchstäblich dazu ermuntern, neue Wege zu gehen. Wildling will positiven Einfluss auf alle Bereiche der Wertschöpfungskette nehmen und setzt sich aktiv für nachhaltige und faire Rohstoffgewinnung, maximal faire Produktion, Langlebigkeit und Wiederverwertung ein. Die Idee kam Anna als sie mit ihrer Familie von Israel nach Deutschland zurückkehrte. Nach jahrelangem Barfußlaufen konnten sich ihre Kinder mit konventionellen Schuhen einfach nicht mehr anfreunden. Und so gründete Anna selbst, setzte sich mit regenerativem Wirtschaften auseinander und startete mit Wildling ihre eigene kleine Utopie, die Mensch und Umwelt in den Fokus nimmt und zu einer Plattform werden soll, um sich zu vernetzen, gegenseitig zu inspirieren, neue Perspektiven zu erkennen, Wissen zu teilen und gemeinsam an gesellschaftlicher Veränderung zu arbeiten.

Name: Anna Yona
Alter: 43
Wohnort: Engelskirchen
Beruf: Noch Company Lead von Wildling (bis wir die Company Leads abgeschafft haben)
Schuhgröße: 41.5
Lieblingsfilmzitat: “The things you own end up owning you.”
Kontakt: instagram.com/annawildling

Wildling Shoes ist/sind: Ein aktivistisches Unternehmen / Minimalschuhe für ein neues Lebensgefühl.

Beschreibe deinen Führungsstil: Ein gewisses Gerangel zwischen laissez-faire und Perfektionismus.

Was wolltest du mal werden, wenn du groß bist? Greenpeace-Aktivistin, Journalistin oder wahlweise Rangerin (alles in einem ist ziemlich nah dran an meinem heutigen Job).

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freund*innen beschreiben? Neugierig, begeisterungsfähig, sensibel.

Was machst du gerne und wird nie langweilig? Alles, was mit anderen geteilt werden kann. Und Klavier spielen.

Wovon hast du keine Ahnung? Von den meisten Dingen, denen ich mich widme. Das macht aber auch den Reiz aus.

Das größte Problem deiner Generation? Wir haben eine Krise geerbt und nur noch wenig Zeit, das Ruder herumzureißen.

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Das erste im Arm Halten der Kinder nach der Geburt.

Welche Farbe nimmt ein Chamäleon an, wenn es in einem Raum sitzt, in dem nur Spiegel hängen? Hellgrün. Sich selbst treu bleiben.

Glaubst du an das Schicksal? Nein. (“Klopft auf Holz”)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Das System.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wir haben seit drei Jahren keine Küche, weil wir immer noch überlegen, wie wir das Haus am schönsten renovieren könnten. Daher – Käseplatte und Wein?

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich nicht halb so tough bin, wie es aussieht. Ups.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was verlernst du gerade?

Das letzte Wort: rEVOLution. (Mit “Love” in der Mitte.)

FOTO: Sandra Dienemann

Raul Oliver Arriaga

Der Koch Raúl Oliver Arriaga fand seinen Weg von Mexiko aus über Spanien in die Gastroszene Berlins. Im Chaparro Berlin serviert er mit seinem Team leckere Burritos, Comida Corrida, Tortas, Quesadillas, Tacos und und und umgeben von den strahlenden Farben eines mexikanischen Straßenmarktes. Im Interview erzählt er uns von Nachtschichten als TV-Redakteur in einem früheren Leben, seiner Entscheidung, das Chemie-Studium zu schmeißen, um doch Koch zu werden, und seinem neuesten Projekt: Ein weiteres Restaurant, das regionale Produkte und mexikanische Techniken verwendet. Dafür sucht der Tausendsassa übrigens noch eine*n Partner*in.

Name: Raúl Oliver Arriaga
Alter: In diesem Moment meines Lebens spielt das Alter keine Rolle mehr.
Wohnort: Berlin
Beruf: Ingenieur und Koch
Schuhgröße: 39
Lieblingsfilmzitat: „Hazlo o no lo hagas, pero no lo intentes“ (dt.: „Mach’s oder mach’s nicht. Es gibt kein versuchen“), Meister Yoda
Kontakt: rauloliver.com

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? Kreativ zu sein.

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast? Nachtschichten-Schieben als Redakteur beim Fernsehen und am nächsten Tag zur Uni gehen.

Was war die beste Entscheidung deiner beruflichen Laufbahn? Die Entscheidung, von meinem Chemie-Studium zur Kochausbildung an der UNAM (Universidad Nacional Autónoma de México) zu wechseln.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? Finde eine Fähigkeit, die du lernen willst, und suche dann die Besten in diesem Bereich, um ihnen zu folgen und um so gut zu werden wie sie.

Was ist dein verstecktes Talent? Tanzen (und ich bewege mich gerade zur Musik, die um 0:30 Uhr in meiner Küche zu Hause läuft).

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Triathlon, letztes Jahr im September.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Die Art und Weise, wie die Person spricht.

Was nimmst du dir schon länger vor, schaffst es aber irgendwie nicht? Bürokratie und den ganzen Papierkram (Buchhaltung ;-) ).

Welche Superheldenkraft hättest du gern? Fliegen.

Die wichtigste Erfindung der Menschheit? HORL2.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Einwegplastik würde ich verbieten sowie Styropor-Verpackungen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Das, was ich immer mache: Einfach Kühlschrank auf und dann koche ich daraus was Leckeres.

Was sollte niemand von dir wissen? Keine Ahnung.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was sind meine Lieblingszutaten? Ob ich schnarche?

Das letzte Wort: Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen.

FOTO: White Kitchen

Stefan Fak

Angefangen hat alles mit Reis. Lotao Gründer Stefan Fak lernte die Vielfalt der vermeintlichen Sättigungsbeilage auf seinen Reisen durch Asien kennen. Aus der Leidenschaft wurde eine Profession – Stefan machte sich als erster Risolier einen Namen – und schließlich eine kulinarische Mission. Seit 2011 spürt er mit seinem Team exotische, ehrliche und nachhaltig produzierte Lebensmittel in Asien auf und sorgt dafür, dass sie hierzulande mit gutem Gewissen in Küchen und auf Tellern landen. Das Lotao Sortiment umfasst neben Reisspezialitäten auch Bio-Zuckersorten und eine riesige Jackfruit- und Snack-Auswahl. Im Rahmen der Aktion „Reis mit Herz“ könnt ihr die Initiative Be an Angel e. V. unterstützen, die sich für eine nachhaltige Integration von Menschen mit Fluchtgeschichte einsetzt. Was ihr dafür tun müsst? Einfach den leckeren bengalischen Lotao Bio-Milchreis mit Apfel, Zimt und Zucker löffeln. Der Reinerlös geht direkt an den Verein. Danke, Stefan!

Name: Stefan Fak
Alter: 48
Wohnort: Berlin
Beruf: Risolier aus Leidenschaft, Geschäftsführer aus Überzeugung
Schuhgröße: 43
Lieblingsgeschmack: SÜẞ!!!
Kontakt: stefan.fak@lotao.de

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt? Ein Ausflug in das Burgenland, der Heimat meiner Mutter.

Auf was für Veränderung hoffst du in der Zukunft? Mehr Ruhe, mehr Planbarkeit.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn unsere Kunden positives Feedback geben. Wenn ich merke, dass unser Team an einem Strang zieht und mit mir meine Visionen teilt.

Was ist gerade ganz neu? Der Relaunch unserer Marke Lotao steht unmittelbar bevor und die Planungsarbeiten dazu – in Form von Workshops, Expertengesprächen und Agentur-Briefings.

Wer oder was inspiriert dich? Menschen, die mit Leidenschaft das tun und verfolgen, woran sie glauben, die eine Vision haben, und dieser treu sind. Die ihre Grenzen kennen und keine Kompromisse eingehen, wenn diese verletzt werden. Dinge mit Strahlkraft, die aus innerer Schönheit und Tiefe kommt, und die mich durch ihr Anderssein überraschen.

Was macht dich richtig zufrieden? Ein gutes Essen… man wird älter. ;)

Für welche drei Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten? Ich bin dankbar dafür, dass meine Grundbedürfnisse immer gedeckt waren – also, dass ich keinen Hunger leiden musste, dass für meine Gesundheit gesorgt wird und wurde, und dass ich mich fast immer sicher fühlen konnte. Und dass ich dies auch nicht als Selbstverständlichkeit betrachte. Ich bin dankbar für meine interdisziplinäre Ausbildung, die es mir ermöglichte, die Welten der Kultur- und Geisteswissenschaften genauso gut kennenzulernen wie die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Und ich bin dankbar für die Kontakte zu allen Menschen, die mit Liebe, Offenheit und Engagement mein Leben bereichert haben.

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen? Ehrlichkeit, Handschlagmentalität.

Lotao Reis mit Herz ist… ein besonderes Projekt. Wir sammeln Geld für die Integrationsinitiative „Be an Angel“. Warum ist das wichtig: In unserer Produktionsstätte in Mecklenburg mussten wir sehr, sehr oft erleben, wie staatliche Integration NICHT funktioniert, versagt. Menschen, die wir versucht hatten, zu integrieren, haben es bei uns leider nicht geschafft. Selbstkritisch muss ich sagen, dass wir weder die Kapazität, noch das Durchhaltevermögen und auch nicht das Wissen hatten, wie Integration funktioniert. Das war für mich ein persönliches Scheitern. Vor „Be an Angel“ ziehe ich deswegen den Hut. Denn sie haben es geschafft. Und zeigen vorbildlich, wie es gehen kann. Darum will ich sie mit „Reis mit Herz“ so gut wie möglich unterstützen.

Die ganze Welt hört dir zu: Was sagst du? Stoppt den Klimawandel – und dann folgt eine knackige Präsentation, was, wie warum…

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Selbstverständlich den Klimawandel

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Variante 1, ihr kommt als Freunde: Krautfleckerl, Apfelstrudel. Variante 2, ihr kommt als PR-Leute oder Aliens: Lasagne mit Lotao Veggie Hack, Trifle mit Prince of Bengal Baby-Reis.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass mein Corona-Bauch nicht kleiner wird *snieff*…

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Muss man Reis vor dem Kochen waschen? ha ha

Das letzte Wort: Nein.

FOTO: Lotao

Stefanie Hering

Starten wir mit einem Geständnis. Wir lieben das Porzellan von Hering Berlin. Seit bald 30 Jahren steht die Marke für hochwertigstes, handgefertigtes Porzellan in klarer Formensprache und innovativen Dekoren. Herz, Hand und Kopf des Berliner Originals ist Gründerin Stefanie Hering. Die Designerin und Keramikmeisterin liebt, was sie tut, und das spürt man sofort, wenn man eine ihrer Kreationen in den Händen hält oder an die Lippen führt. Unser aktueller Liebling ist das Velvet Espressoschälchen – außen Biskuitporzellan, fein geschliffen, innen glasiertes Porzellan. Wer auch mal anfassen mag, begibt sich am besten in den Flagship Store in der Potsdamer Straße. Wir haben die bekennende Optimistin zwischen ihren drei Umzügen erwischt und natürlich formschöne Antworten erhalten.

Name: Stefanie Hering
Alter: 54
Wohnort: Berlin
Beruf: Keramikerin, Designerin
Schuhgröße: 40
Lieblingsfarbe: zitronengelbe Schuhe
Kontakt: heringberlin.com, instagram.com/hering_berlin, info@heringberlin.com

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Jeden Tag!

Beschreibe deinen Führungsstil: Kooperativ.

Wer oder was inspiriert dich? Kreative kluge Menschen.

Welcher Film macht dich immer wieder glücklich? „Tatsächlich Liebe“.

Bei welchem kulturellen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen? Bei den Konzerten von David Bowie.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung an Wochenenden? Spazieren gehen, kochen, Neues entdecken.

Wie trinkst du deinen Kaffee? Nur Tee, natürlich aus Hering Berlin Porzellan.

Welchen Wochentag magst du am liebsten und warum? Montag, denn dann liegt die ganze Woche noch vor mir, mit allen tollen Möglichkeiten, Begegnungen und Treffen. Darauf freue ich mich jedes Mal.

Berlin ist… Die liberalste Stadt, die ich kenne, spröde, ruppig und absolut liebenswert.

Was kommt als nächstes? „Hering X“. Ein tolles neues Projekt – leider noch geheim!

Dein absoluter kulinarischer Geheimtipp in Berlin? In Berlin arbeiten wir mit einigen besonders visionären Köpfen in der Sternegastronomie zusammen. Das sind auch kulinarisch meine absoluten Favoriten: Michael Kempf im Facil und Sonja Frühsamer im Frühsamer Restaurant. Jonas Zörner im Golvet und Gal Ben Moshe im Prism. Das Tulus Lotrek, Max Strohe, die Cordo Bar im Hotel Zoo und Das Stue mag ich auch besonders gern.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Rassismus abschaffen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Je nach Jahreszeit und Lust und
Laune, auf jedem Fall was Leckeres.

Was sollte niemand von dir wissen? Mein Geheimnis. ;-)

Das letzte Wort: Let’s support craftsmanship!

FOTO: Sonja Müller Photography

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 26. Oktober 2021 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Josephine Drews

Im ehrlichen Gute-Laune-Gespräch mit Josephine Drews, der Gründerin von FEMgmt, einem Künstler*innen-Management für Social Influencer*innen aus dem Bereich Frauen, LGBTQIA+ und Diversity haben wir so einiges erfahren. Dass man Steinpilz-Risotto am besten im Thermomix zubereitet beispielsweise. Oder dass Josy (abgesehen von ihrem Freund nennen sie alle so) Pokémon liebt, so oft es geht in die Berge geht und gerade auf der Suche ist nach ihrer ersten Vollzeit-Mitarbeiterin ist (ernst gemeinte und gut gelaunte Bewerbungen leiten wir gerne weiter). Und danach? Lasst euch überraschen…

Name: Josephine Drews
Alter: 31 Jahre alt
Wohnort: München
Beruf: CEO, Founder, Unternehmerin
Schuhgröße: mittelmäßige 39
Lieblingswort: Köppibums (Kopfschmerzen)
Kontakt: info@femgmt.online

Beschreibe FEMgmt in einem Satz: FEMgmt ist die tägliche Arbeit und das tägliche Sichtbar-Machen von Influencer*innen, die sowohl Gesicht zeigen, als auch Haltung, Meinung und Purpose haben.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn ich Wertschätzung für meine Arbeit erfahre.

Wo fühlst du dich zuhause? An Orten, an denen ich stehend, sitzend oder liegend fantastisches Essen bekomme.

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Im Teenageralter eine Therapie zu beginnen.

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der? Spongebob Schwammkopf.

Dein Haus brennt. Welche drei Gegenstände rettest du vor den Flammen? Smartphone, Laptop und meinen Partner (sorry, Marcel!).

In welcher Beziehung bist du eine Spießerin? Ich kaufe mein Obst und Gemüse nur noch beim Gemüseladen meines Vertrauens. Ich bilde mir ein, dass es nur da richtig gut schmeckt.

Welches war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat? „Du hast die schönste Fresse, die ich je gesehen habe.“

Welchen Wochentag magst du am liebsten und warum? Samstag. Es ist schön zu wissen, dass man morgen noch einen Tag zur freien Verfügung hat.

Wenn es eine persönliche Flagge für dich gäbe, wie würde sie aussehen? Ein Gitter aus neun weißen Kästchen. Jede*r, der*die die Flagge besitzt, kann selbst entscheiden, was in die Kästchen rein kommt. Formen, Farben, Symbole, Bilder. You name it. Und unten ist ein großer Teller Pasta als universelles Symbol für Genuss drin.

Was kommt als nächstes? Etwas, womit ich definitiv, hoffentlich und wahrscheinlich nicht gerechnet habe. Ich liebe Überraschungen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Autos mit Verbrenner als privates Transportmittel in Großstädten auszurotten.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Steinpilz-Risotto aus dem Thermomix. Lacht nicht, ist geil! Oder den besten veganen Kartoffelsalat der Welt mit veganen Wienern.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich leider immer bereit bin, alles auszudiskutieren.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist dein Lieblings-Pokémon?

Das letzte Wort: Weniger über Andere urteilen und mehr miteinander reden. Fände ich eine gute Idee.

FOTO: Robert Paul Kothe

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 12. Oktober 2021 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Anna & Lukas Kampfmann

Anna, Lukas, Zoë und Vincent. Die beiden Ersteren sind Kinderbuchverleger*innen, ein Paar und die Eltern von beiden Letzteren. Mit ihrem Zuckersüß Verlag sind sie immer auf der Suche nach den besten Kinderbüchern weltweit. So fand auch “Folge deinem Stern” von Stephanie V.W. Lucianovic seinen Weg in den unabhängigen Familienverlag. Die passende Lesung dazu gibt es am 16. Oktober bei Dussmann, anmelden könnt ihr euch dafür hier. Vor Ort wird auch Nicola Baumann sein, eine der beiden Finalistinnen des Projektes „Die Astronautin”. Auf zu den Sternen!

Name: Anna Kampfmann / Lukas Kampfmann
Alter: 32 / 35
Wohnort: Aktuell Ostseeküste / Aktuell Ostseeküste
Beruf: Kinderbuchverlegerin / Kinderbuchverleger
Schuhgröße: 39½ / 44½
Lieblingsplanet: Solaris / Krypton!
Kontakt: hallo@zuckersuessverlag.de

Beschreibe den Zuckersüß Verlag in einem Satz:
Anna: Bücher mit Herz und von Herzen.
Lukas: Ganz besondere Kinderbücher – von einer jungen Familie, für junge Familien.

Welches Buch hast du als Kind geliebt?
Anna: „Wilbur und Charlotte“ von Elwyn Brooks White.
Lukas: „Der kleine Wassermann“ von Otfried Preußler.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es?
Anna: Yoda: „Do or Do not. There is no try“.
Lukas: Meine Frau Anna: „Lass es uns einfach machen“.

Was schätzt du an dir selbst am meisten?
Anna: Dass ich weiß, was ich will.
Lukas: Dass ich weiß, was ich nicht will.

Was macht dich richtig zufrieden?
Anna: Mein Mann, meine Kinder, meine Katze und Lesen, Lesen, Lesen!
Lukas: Meine Familie <3

Anna, beschreibe Lukas in drei Worten: Einfach der Beste.

Lukas, beschreibe Anna in drei Worten: Mein absoluter Lieblingsmensch.

Wenn du ein Video von einer Situation deiner Wahl aus deinem Leben haben könntest. Welche Situation wäre das?
Anna: Guča Trompetenfestival 2013.
Lukas: Eine Netflix-Doku über meine Reise von NYC nach LA per Autostopp mit 20.

Was wäre eine Sache, die du uns beibringen könntest?
Anna: Stickerei.
Lukas: Autostopp.

Bitte vervollständige: In Berlin…
Anna: …fühle ich mich zuhause.
Lukas: …liegt mein Happy Place.

Du darfst zum Mond fliegen. Welche drei Sachen packst du ein?
Anna: Buch, Kopfhörer, Schokolade.
Lukas: Kaffeemaschine, Jetpack, Selfiestick.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Anna: Mehr Liebe, weniger Hass.
Lukas: Puh, die Liste ist lang.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Anna: Etwas Vegetarisches.
Lukas: Einen richtig guten Kaffee.

Was sollte niemand von dir wissen?
Anna: Ich bin eine Doppelagentin. Oder doch nicht… wer weiß?
Lukas: Aber das ist doch geheim!!

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Anna: Auf welche Lesung ich mich im Oktober ganz besonders freue! :)
Lukas: Welches Buch vom Zuckersüß Verlag mein Lieblingsbuch ist…

Das letzte Wort:
Anna: Dziękuję!
Lukas: Danke!

FOTO: Zuckersüß Verlag

Cordelia Röders-Arnold & Sally Lisa Starken

Cordelia Röders-Arnold und Sally Lisa Starken hegen nicht nur besonders wertschätzende Worte füreinander, sondern sind auch die beiden Initiatorinnen von WAHLTRAUT – der feministischen Wahlomatin für einen gleichberechtigten Bundestag. Wenn sie nicht gerade Menschen zum Wählen motivieren, ist Cordelia Head of Menstruation bei einhorn und Sally die Podcasterin hinter “Allgemein gebildet”.

Name: Cordelia Röders-Arnold / Sally Lisa Starken
Alter: 33 / gerade noch so 30 Jahre alt
Wohnort: Aufm Land südlich von Hamburg / Bielefeld, die meisten sagen auch Liebefeld
Beruf: Head of Menstruation bei einhorn und Co-Muddi von WAHLTRAUT, der feministischen Wahlomatin / Zum großen Teil freiberuflich tätig, Podcasterin
Schuhgröße: 42 / 41
Lieblingsfarbe: pink, das nicht zu sehr ins blau geht / Regenbogen (gilt das als eine Farbe? :) )
Kontakt: @cordeliaroedersarnold / @sallylisastarken

Beschreibe WAHLTRAUT in einem Satz:
Cordelia: WAHLTRAUT ist die feministische Wahlomatin für einen gleichberechtigteren Bundestag.
Sally: WAHLTRAUT ist manchmal ein bisschen frech, aber sagt dir immer die Wahrheit – gerade zur Bundestagswahl.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es?
Cordelia: Meine Ex-Chefin, die mir sagte: „Tausche nie deinen Humor und dein Bedürfnis nach Spaß gegen den Wunsch ernst genommen zu werden ein!“
Sally: „Wenn du es nicht machst, dann machen es die anderen“ – das sagte Elke Ferner zu mir als ich für die Europawahl kandidieren wollte und mir nicht sicher war, ob ich die Richtige dafür bin. Das hört sich vielleicht erst merkwürdig an. Aber man denkt so oft, man könne manche Sachen nicht oder man traut sich nicht. Aber es ist so wichtig dann aufzustehen und zu sagen: Ich mache es. Denn sonst machen es wirklich die anderen – und wahrscheinlich könntest du es besser! Lass die Chance nicht verstreichen.

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast?
Cordelia: Einen Tag lang Spargel gestochen. – Halleluja!
Sally: Haha, das war dann am Ende genau diese Kandidatur!

Was treibt dich an?
Cordelia: Der Wunsch, Dinge zum Positiven zu verändern.
Sally: Der naive positive Wille, etwas ändern zu können. Aber auch jeden Tag wieder die großartigen Menschen, mit denen ich arbeiten und von denen ich viel lernen darf.

Cordelia, beschreibe Sally in einem Satz: Sally ist einer der zielstrebigsten, zuverlässigsten und warmherzigsten Menschen, die ich je kennengelernt habe.

Sally, beschreibe Cordelia in einem Satz: Cordelia ist ein wunderbar starker Mensch, der immer die richtigen Fragen stellt, um viele Ecken denkt, andere Menschen immer wieder für ihre Überzeugungen begeistern kann – und ich bin jeden Tag aufs Neue von ihr begeistert!

Wer war die spannendste Persönlichkeit, die du bisher getroffen hast?
Cordelia: Alle Frauen, mit denen ich im Zuge von #stattblumen arbeiten durfte.
Sally: Gerade denke ich dabei an Düzen Tekkal.

Für was kann man dich nachts wecken?
Cordelia: Für absolut gar nichts!
Sally: Ich liebe Schlaf und mich zu wecken könnte gefährlich werden :). Aber für ein Spaghetti-Eis würde ich das in Kauf nehmen.

Was für eine Rolle hast du in deinem Freundeskreis?
Cordelia: Die nicht ganz Unanstrengende mit der progressiven Meinung, die vieles hinterfragt.
Sally: Ich habe nachgefragt und mir wurde gesagt: Ich feiere die Feste, wie sie fallen.

Wer sitzt mit dir an deinem Traum-Stammtisch?
Cordelia: Ich habe zwei Stammtische unterschiedlichster Konstellationen und diese sind der absolute Traum.
Sally: Auf jeden Fall AOC und natürlich immer Cordelia.

Was lernst du nie?
Cordelia: Motorroller fahren. Würd ich so gern mal lernen, aber hat sich bisher nicht ergeben.
Sally: Die Kontrolle über manche Dinge auch mal abzugeben.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Cordelia: Alle Thesen von WAHLTRAUT umsetzen.
Sally: Na, zuerst das Offensichtlichste: Die Gleichstellung der Geschlechter und ansonsten würde ich gerne die Zeit anhalten können.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Cordelia: Ich kann nicht kochen, aber ich back uns ’nen richtig leckeren Käsekuchen.
Sally: Wahrscheinlich gäbe es eine Antipasti-Platte, weil ich wirklich nicht kochen kann.

Was sollte niemand von dir wissen?
Cordelia: Dass ich mich frage, ob wohl schon jemals jemand ehrlich auf diese Frage geantwortet hat.
Sally: Haha! Geheimnis bleibt Geheimnis.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Cordelia: Wann schließt sich die Gender Pay Gap? (Antwort: In 100 Jahren, wenn’s in dem Tempo weitergeht!)
Sally: Wie geht’s mit WAHLTRAUT weiter?

Das letzte Wort:
Cordelia: Aufbruch.
Sally: Fragt WAHLTRAUT! Und dann erzählen wir auch bald, wie wir weiter Druck auf die Politik machen möchten.

FOTO: Hella Wittenberg

Sharon Berkal

Luxus ohne Kultur ist Protz! Unternehmerin, Kreativdirektorin und Schöngeist Sharon Berkal teilt als Salondame der Digitalplattform HAUS GLANZ ihre Einsichten und Ansichten zum guten und stilvollen Leben in und aus Deutschland. Am liebsten nachhaltig und immer schön lokal. Auf dem gleichnamigen Instagramkanal gibt es fortlaufend Updates und Wortschmeichlerei aus Design, Mode, Kultur und Reisen. Ein Gespräch zwischen Schöngeist und Spaghetti Bolognese.

Name: Sharon Berkal
Alter: 44
Wohnort: Berlin
Beruf: Unternehmerin, Kreativdirektorin und Gründerin von HAUS GLANZ sowie Salondame und Schöngeist
Schuhgröße: 38
Lieblingskunstwerk: Besser: Lieblingskunstrichtung = Neue Sachlichkeit
Kontakt: @sharon.berkal

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Den besten beruflichen Rat hat mir eine befreundete Unternehmerin aus Berlin gegeben – Nicole Wheadon. Sie hat gesagt: „Wenn Du (mit Deinem eigenen Geld) gründest, musst Du bereit sein, auch den Worst Case zu akzeptieren.“ In Deutschland wäre das Privatinsolvenz und Hartz 4. Ich habe das in meinem Kopf hundert Mal durchgespielt, die Angst davor verloren und kann so bessere Entscheidungen treffen.

Was bedeutet Luxus für dich? Dass etwas (Produkt, Ort, Person) eine Seele hat.

Was ist das schönste Wort in der deutschen Sprache? Viele: Sehnsucht, Wunderkind, Wanderlust, Zeitgeist, Weltschmerz.

Bei welchem kulturellen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen? Schwierig, aber immer auf dem ersten Platz: die Jahre der Weimarer Republik.

Wo würdest du gerne in fünf Jahren sein? In meinem Arbeitszimmer in meinem hauseigenen Boutiquehotel in den bayerischen Bergen, gleich nach meinem Morgenspaziergang.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Auf Authentizität.

Dein wertvollster Besitz? Meine Intuition und meine Fähigkeit zu reflektieren.

Woraus schöpfst du Energie? Ich flaniere gerne alleine durch die Straßen und beobachte das Leben.

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt? Die Frage kann ich nicht mit einem Beispiel beantworten. Klimawandel, Afghanistan, Corona, Flut – wann war ich das letzte Mal nicht bewegt?

Was würdest du tun, wenn du pro Tag eine Stunde mehr Zeit zur Verfügung hättest? Das ist nicht mein Konzept. Ich lebe jetzt und jeden Tag, ich hebe nichts für einen Tag mit mehr Stunden auf.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Mehr Strafen für Klimasünder. Gedankenloses Verhalten von Menschen, die denken können, muss Konsequenzen haben.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Spaghetti Bolognese.

Was sollte niemand von dir wissen? Oh G´tt, ich wirke sicher so ganz unlustig, aber ich schäme mich eigentlich für nichts, was ich tue. Deswegen muss ich da passen. Keine geheime Schlagerliebe, Biene-Maja-Schlafanzüge und Co. Ah! Halt! Ich wäre leider keine gute Politikerin, zu undiplomatisch.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Alter Schwede, Ihr stellt Fragen!

Das letzte Wort: Was gibt es zum Essen?

FOTO: Julia Leifert

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 31. August 2021 | Tags: , , , Keine Kommentare

Wilkin Schröder

Wilkin Schröder ist Content Creator, Culture Curator und Team Member des Interior-Blogazine HERZ&BLUT. Da kümmert er sich um Themen aus den Bereichen Interior, Design und Kunst. Besonders der Blick hinter die Kulissen fasziniert ihn bei seinen Recherchen. Er lebt im Süden Brandenburgs und pendelt so zwischen Urban Jungle und Remote Work im Grünen. Auf die Supersalone in Mailand bereitet er sich schon jetzt vor, mit Fruchtgummi-Lakritz-Vampiren und Matzeknödeln. Aber das sollte eigentlich niemand von ihm wissen, außer uns vielleicht. Und Patti Smith.

Name: Wilkin Schröder
Alter: 38
Wohnort: Süden von Brandenburg
Beruf: Content Creator
Schuhgröße: 45
Lieblingsort: die Liste ist endlos
Kontakt: @wilkinschroeder

Was ist das Beste an deinem Beruf? Das Eintauchen in stetig wechselnde Themen, die immer wieder vielfältige Perspektiven mit sich bringen. Das Neue ist tatsächlich ein treuer Begleiter weit entfernt von „I’ve seen it all!“.

Woraus schöpfst du Energie? Fruchtgummi-Vampire mit Lakritz

Auf was könntest du in deinem Leben nicht verzichten? Gute Gespräche, aufs Zuhören und gehört werden. Reden und Schweigen. Die Balance aus beidem bildet ein Teil der Grundlage fürs #besteleben, unverzichtbar!

Welches Kunstwerk würdest du gerne besitzen? Es wäre wohl die Lumpenvenus (Venere degli stracci) von Michelangelo Pistoletti, die er 1967 schuf. Eine sehr ikonische Konsumkritik, die ebenfalls für unsere Gegenwart nicht zutreffender sein könnte. Dementsprechend wäre leihen auch okay, oder?

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Es ginge wohl über Großstadtmenschen auf dem Land, über das Suchen und Finden von Freiheiten im Grünen, aber auch über das Verlieren von Sehnsüchten. Mit dem Gedicht „Das Ideal“ von Kurt Tucholsky würde ich den Vortrag beenden, um dann auf Antworten aus dem Publikum zu hoffen.

Wie sieht es bei dir zuhause aus? Nachts, wenn alles schläft, begegnen sich Fuchs und Reh. Hasen gibt es nicht wirklich viele. Tagsüber prägen Kiefern den ersten Eindruck. Es gibt fließend Wasser, bald Glasfaser und einen Touch klassischen Designs.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Es war die Fahrt mit dem FEX von Gesundbrunnen zum BER. Pünktlich, kurzweilig und direkt in die Eingangshalle. Fast ein tegelesques Tempo!

Wessen Gedanken würdest du gern lesen können? Da verzichte ich. Die Gedanken sind frei.

Schließ die Augen und denk an etwas Schönes. Woran denkst du? An ein Bett, ein großes Bett mit so langen weißen Leinenvorhängen an allen Seiten direkt am Strand mit einer Trilliarde Kopfkissen und einem Blick aufs Meer. Goldene Sonnenuntergänge und Wellenrauschen. Dann wird „Relaxing Shore“ meiner Schlaf-App endlich Wirklichkeit!

Mit welcher Persönlichkeit würdest du dir gern einmal die Nacht um die Ohren schlagen? Es sollte unbedingt eine Nachteule sein, sonst macht das alles keinen Sinn. Ich hoffe Patti Smith ist so eine, sie wäre wohl meine erste Wahl. Geht sie doch schon früher heim, dann Paul Kuhn. Mit den beiden zusammen ein Traum!

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Dass es so etwas wie die Macht nicht mehr gäbe? Mit einher gehen ja immer Abhängigkeits- sowie Überlegenheitsverhältnisse, vielleicht können Veränderungen auf andere Weise etabliert werden … to be continued

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Zunächst eine Hühnersuppe mit Matzeknödel, danach gäbe es eine Quiche mit viel Muskat und Käse zum Abschluss.

Was sollte niemand von dir wissen? Das würde ich auch gern in Erfahrung bringen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Gegenfrage: Was hätte euch noch interessiert?

Das letzte Wort: Vernunft

FOTO: Wilkin Schröder

Manuel Abraas & Flo Stadler

Das 2-Minuten-Interview

Im Gespräch mit zwei, die selten im Homeoffice sind: Manuel Abraas und Flo Stadler von Sea Shepherd. Der eine ist seit über zwanzig Jahren Teil der internationalen Meeresschutzorganisation und leitet mittlerweile das Team in Deutschland, der andere ist Vollblutaktivist und Kampagnenleiter auf hoher See. Aktuell sind die beiden im Rahmen der “Baltic Sea Campaign” auf der Ostsee unterwegs und setzen sich dort aktiv für den Schutz der Schweinswale und gegen illegale Fischereiaktiviäten ein und bergen mit ihrem Team tödliche Geisternetze aus dem aktut bedrohten marinen Ökosystem. Im Interview gehts ordentlich zur Sache und Superman, Whitney Houston und Tupoka Ogette kommen auch drin vor. Bleibt nur noch eine Frage offen: Was ist eine Bob Barker Bowl?

Name: Manuel Abraas / Flo Stadler
Alter: 49 / 35
Wohnort: Bremen / Heimathafen München
Beruf: Kaufmann (zum Schutz des Ozeans macht man alles) / studiert: Dipl. Ing. für Medizinische Elektronik, jetzt: Sea Shepherd Kampagnenleiter
Schuhgröße: 45 / 45
Lieblingsgewässer: überall wo Wasser ist / Pazifik
Kontakt: info@sea-shepherd.de / @floceanwarrior

Was bedeutet Sea Shepherd für dich?
Manuel: Die aktivste und effektivste Meeresschutzorganisation der Welt, die seit 1994 mein Leben nachhaltig verändert hat.
Flo: Sea Shepherd ist ein essentieller Bestandteil meines Lebens, denn die Organisation hat mir die Möglichkeit gegeben, gegen die schreienden Ungerechtigkeiten aktiv vorzugehen, die unsere Meere bzw. unseren Planeten bedrohen. Als mir bewusst wurde wie brutal und schonungslos Wale gejagt wurden, war ich völlig außer mir. Ich hab mich gefragt, wieso niemand das unterbindet, sondern nur „Save the Wales“ proklamiert wird. Und dann kam Sea Shepherd und hat mir gezeigt, dass man seine Wut kanalisieren und in direktes Handeln für die richtige Sache umwandeln kann.

Was ist das Beste an deinem Beruf?
Manuel: Ich darf meiner Leidenschaft jeden Tag nachgehen und kann aktiv dafür sorgen, dass dieser Planet ein Stück weit lebenswerter wird/bleibt.
Flo: Ich arbeite mit einem unwahrscheinlich vielseitigen Team mit ganz beeindruckenden Menschen zusammen. Unsere gemeinsame Mission schweißt das Team zusammen und so können wir unsere ambitionierten Aufgaben erfüllen. Außerdem bin ich den ganzen Tag über draußen, am Meer und auf See – besser könnte es gar nicht sein!

Womit kann man dich beeindrucken?
Manuel: Ehrlichkeit, Fleiß, Treue, Disziplin.
Flo: Das ist einfach: mit Tieren, solange sie sich in ihrem eigenen Habitat befinden. Ob an Land oder im Wasser, ich liebe es, sie zu beobachten, zu studieren und zu bestaunen. Richtig sprachlos wäre ich, wenn ich mit Walhaien im Wasser wäre – diese Tiere habe ich noch nie selbst beobachten können.

Manuel, beschreibe Flo in einem Satz: Ein 100%iger Aktivist, der seinen Projekten alles andere unterordnet.

Flo, beschreibe Manuel in einem Satz: Manuel ist ein selbstloser, unnachgiebiger Kämpfer für die Ozeane mit Humor, der immer ein offenes Ohr hat und auf den man sich stets verlassen kann.

Wer war der Held deiner Kindheit und wer ist es heute?
Manuel: Damals mein Opa, jetzt hat sich Paul Watson dazu gesellt.
Flo: ​Helden hatte ich viele und die meisten sind über die Jahre geblieben. Alle zusammen waren Menschen, von denen ich immens viel lernen konnte. Menschen, die mich mit ihrer Passion angesteckt und neugierig gemacht haben. Jacques Cousteau z.B. hat in mir eine unsterbliche Wissbegierde und Liebe zu den Ozeanen geweckt. Paul Watson hat mir gezeigt, dass man Zustände nicht als Gegebenheiten hinnehmen muss. Harriet Tubman, die Mitte des 19. Jhd. ihr eigenes Leben riskiert, um Sklav*innen in die Freiheit zu führen, hat mich stets fasziniert. Ganz aktuell inspiriert mich auch die Arbeit von Tupoka Ogette sehr. Und natürlich mein Vater. Er hat mir vorgelebt, dass es immer eine Lösung gibt und mir viel handwerkliches Können beigebracht.

Wer sitzt mit dir an deinem Traum-Stammtisch?
Manuel:
Johan Cruyff, Dian Fossey, Whitney Houston und Superman (ok, der ist nicht real, aber ist ja auch ein Traum. Der müsste hier auf der Erde mal etwas aufräumen ;-))
Flo: ​Silvia Earle, Sir David Attenborough, Jane Goodall, Peter Hammarstedt

Für welche Sache kannst du dich so begeistern, dass du Essen und Trinken vergisst?
Manuel:
Schutz des Ozeans, Oranje-Fußball und ein, zwei andere Dinge, die euch jetzt nix angehen ;-)
Flo: Tatsächlich und ungelogen – für meinen Job. Zwischen unseren Taucheinsätzen sorgt mein Team für mich und erinnert mich daran ausreichend zu trinken und zu essen.

Was hättest du dir sparen können?
Manuel: Oh, da gibt es einige Erfahrungen, die ich nicht unbedingt gebraucht hätte. Das würde aber den Rahmen sprengen.
Flo: Da fällt mir spontan eine berufliche Station ein. Aber ansonsten bin ich eigentlich für jede Erfahrung dankbar. Man lernt überall etwas dazu und wenn es nur die Erkenntnis ist, was man nicht mehr machen will.

Welche drei Dinge sind dir aktuell am wichtigsten im Leben?
Manuel: Meine Familie, unsere Gesundheit, die Umwelt.
Flo: Ohne meine Familie, meine Freundin Ronia und meinen Freundeskreis geht gar nichts.

Dein Soundtrack für den Sommer?
Manuel: Bullet for my Valentine – Your betrayal
Flo: Feine Sahne Fischfilet und Neonschwarz läuft bei mir im Moment rauf und runter! Außerdem höre ich sehr viel Hardcore Punk.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Manuel: Die Verteilung/Aufteilung der weltweiten Vermögen und Ressourcen würde gleichmäßig erfolgen. Waffen gäbe es keine mehr. Spezies, die mit uns diesen Planeten teilen, würden nicht mehr ausgebeutet werden.
Flo: ​Ich würde der Menschheit ihre kleinkarierten Diskriminierungen entreißen, um Hass, Ausgrenzung und Unterdrückung ein Ende zu setzen. Vieles, wofür ich mich einsetze oder gerne mehr engagieren will, wäre damit wohl hinfällig.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Manuel: Pfannkuchen
Flo: Natürlich gibt es bei mir nur vegane Kost. Ich würde dann ein original Sea Shepherd Gericht zubereiten: die Bob Barker Bowl!

Was sollte niemand von dir wissen?
Manuel: Es wird behauptet, ich würde „nicht geräuschlos“ schlafen.
Flo: Ich trage meine Socken gerne auf links.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Manuel: Die ein Frage, die einem immer erst einfällt, wenn es zu spät ist!
Flo: ​Wie weit würdest du gehen, um das Leben von Tieren wie z.B. Walen zu schützen?

Das letzte Wort:
Manuel: Aufgeben ist keine Option!
Flo: Wer unsere Meere schützen will, muss die Finger von seinen Bewohnern lassen. Denn diese gehören weder auf den Teller, noch in Aquarien, Zoos und Pools etc.

Foto: Sea Shepherd Deutschland

 

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 04. August 2021 | Tags: |  Keine Kommentare

Lena Urzendowsky

Ihre Rollen sind extrem und sie spielt sie mit einer ganz eigenen Vehemenz. Die Rede ist von Lena Urzendowsky. An der 21-Jährigen führt aktuell kein schauspielerischer Weg vorbei. Ob „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ (Amazon), „How to sell drugs online (fast)“ (Netflix) oder im Dramedy-Hörspiel „Die Wut-Life-Balance“ (ab sofort bei Audible) – Lena wechselt nonchalant zwischen Serie, Film, Hörbuch oder der Deutschen liebster Krimi „Tatort“. Was ein Glück, dass sie zwischen neuen Filmprojekten und ihrem Philosophiestudium 2 Minuten für uns Zeit hatte. Für uns und die wichtigen Dinge im Leben: Milchreis mit Curryketchup, ihre Hassliebe zu Berlin und ihren Bruder und Schauspielkollegen Sebastian Urzendowsky. Er gibt Lena eigentlich immer die besten Ratschläge und hätte sie vielleicht vor der Wette mit dem Ketchup-Milchreis warnen sollen. Vielleicht.

Name: Lena Urzendowsky
Alter: 21
Wohnort: Berlin
Beruf: Schauspielerin
Schuhgröße: 36
Lieblingsfilmzitat: “You are what you love, not what loves you.“ (aus Adaptation)
Kontakt: Frame Künstleragentur

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Mein Bruder Sebastian gibt mir immer die besten Ratschläge. Vor allem ist es aber wichtig, dass ich in ihm eine Vertrauensperson habe.

Was schätzt du an dir am meisten? Eine Mischung aus Ernsthaftigkeit und Selbstironie.

Was würde dein 16-jähriges Ich von dir heute halten? Es würde schmunzelnd den Kopf schütteln.

Das größte Problem deiner Generation? Der Umgang mit der Angst vor Wandel und Veränderung, den frühere Generationen an den Tag legen. Und somit die Herausforderung, trotz einem Gefühl von Machtlosigkeit angesichts der vielen Krisen auf der Welt den entstandenen Ungleichheiten, sowie Umwelt- und Klimaschäden entgegenzutreten.

Wenn dein Leben verfilmt würde: Welche*r Schauspieler*in würde dich spielen? Darüber reden wir nochmal, wenn es dazu kommt…

Berlin ist… meine Hassliebe.

Was ist dein verstecktes Talent? An meine Träume zu glauben.

Für was kann man dich nachts wecken? Eine Spritztour an den Rand der Welt.

Was war dein übelster Job bisher? Vermutlich Milchreis mit Curryketchup essen nach einer verlorenen Wette.

Was wirst du in Zukunft weniger machen? Hoffentlich werde ich bald nicht mehr darauf verzichten, alle meine Freunde zu sehen und wilde Parties zu feiern.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Dafür sorgen, dass Klimaschutz angemessen ernst, wie eine Krise behandelt wird. Einhaltung der 1,5-Grenze, Subventionierungen von klimaneutralen Produkten und Lebensweisen etc…

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Vegane Lasagne – sieht fancy aus, ist mega lecker und geht erstaunlich schnell.

Was sollte niemand von dir wissen? Tja, das wüsstet ihr wohl gerne…

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Vielleicht, wie meine nächste Film-Frisur aussieht? Da gehe ich immer sehr fantasievoll ran…

Das letzte Wort: Hat hoffentlich noch ein paar Jahre Zeit zu reifen.

FOTO: Audible/Sven Krohn

Jochen Smuda

First things first: Jochen Smuda, der Mann mit dem coolen Nachnamen, sitzt jeden Tag 46 km auf dem Fahrrad, um ins Studio und wieder nach Hause zu fahren. Nur folgerichtig, schließlich ist Jochen ehemaliger Skate-Profi und noch dazu Kopf, Fuß und Herz von Ucon Acrobatics, einem der coolsten Berliner Taschen- und Rucksack-Labels überhaupt, dem das Thema Nachhaltigkeit schon lange vor dem langersehnten Hype wichtig war. In diesem Jahr feiern Label und Team bereits den 20. Geburtstag. Wir gratulieren von Herzen, pusten mit dicken Backen in die virtuelle Tröte. Zum Jubiläum gibt es natürlich exklusive Special Editions und Artist-Kollaborationen, die Jochen mit Eike König erarbeitet. Was es sonst noch so zu wissen gilt in Bezug auf Tankstellenessen und die Farbe Schwarz: Check 2 Minuten-Interview below!

Name: Jochen Smuda
Alter: 40
Wohnort: Berlin
Beruf: Selbständig, Co-Founder und Geschäftsführer von Ucon Acrobatics
Schuhgröße: 42
Lieblingsfarbe: blau
Kontakt: jochen@ucon-acrobatics.com

Beschreibe Ucon Acrobatics in einem Satz: Unsere Brand Mission ist es, Minimalismus und Funktionalität auf die schönste Art und Weise miteinander zu verbinden und unserem hohen Anspruch an Nachhaltigkeit gerecht zu werden.

Welche Haltung vertretet ihr mit eurer Marke? Das Ziel ist es, möglichst langlebige Produkte zu erschaffen, die so nachhaltig und fair wie nur möglich produziert werden. Da wir alle sehr design- und kunstaffin sind, waren unsere Artist-Kollaborationen von Beginn an ein elementarer Bestandteil unserer Philosophie. Auch schon sehr früh haben wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt, als es noch kaum jemanden im Markt interessiert hat. Sie ist in unserer DNA verankert und muss über allem stehen. Jeden Prozess, den wir besser machen können, machen wir auch besser.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? In den letzten 20 Jahren glich kein Tag dem anderen. Der Weg ist das Ziel und wir versuchen jeden Tag uns auf allen Ebenen immer ein Stück zu verbessern und Prozesse zu optimieren. Wenn ich dann sehe, wo wir uns aus eigener Kraft über all die Jahre hin entwickelt haben, macht mich das sehr glücklich.

Der beste Ratschlag, den du je bekommen hast: Ich erinnere mich an einen guten Tipp von meinem Freund Niko vor langer Zeit auf der Bright Messe: „Wenn du ein neues Produkt rausbringst und es nicht in Schwarz anbietest, bist du blöd! :-)“ Wir hatten früher sehr viel auf bunte Farben und Muster gesetzt. Über die Jahre haben wir gelernt, dass sehr viele Menschen extrem gern Produkte in Schwarz kaufen.

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen? Ehrlichkeit.

Welcher Film macht dich immer wieder glücklich? Anchorman.

Was machst du, wenn dir langweilig ist? Ich denke einige Eltern können das bestätigen, aber ich kenne das Gefühl, seitdem meine zwei Kinder auf der Welt sind leider nicht mehr. Manchmal sehne ich mich ehrlich gesagt danach.

Was für eine Rolle hast du in deinem Freundeskreis? Ich hoffe eine Gute.

Was wirst du in Zukunft weniger machen? Müll produzieren.

In welcher Beziehung bist du ein Spießer? Unterhosen bügeln.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Dass die Menschheit ein kollektives Bewusstsein für angemessenen Fleischkonsum entwickelt. Was wir den Tieren für Leid zufügen ist an Dummheit und Rücksichtslosigkeit nicht zu überbieten.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Spaghetti aglio e olio.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich mich während des Studiums fast ausschließlich von Tankstellenessen ernährt habe. :-)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie habt ihr es geschafft, seit 20 Jahren am Markt zu bestehen?

Das letzte Wort: Habe ich noch nicht gesehen auf Netflix.

FOTO: Felix Strosetzki

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 06. Juli 2021 | Tags: , , , Keine Kommentare

Caroline S. Henne

Teetrinkende, ehemalige Unternehmensberaterin mit Schwerpunkt auf Digitalem, Marketing & Nachhaltigkeit und jetzt Advokatin moderner Teekultur und Geschäftsführerin bei Paper & Tea in Berlin? Kann man so machen: Caroline S. Henne wollte eigentlich klassische Konzertpianistin werden. Inzwischen blickt sie aber auf knapp 20 Jahre Erfahrung in der digitalen Transformation von Unternehmen zurück. Sie begann ihre Karriere bei RTL, entdeckte aber schnell ihre Leidenschaft fürs Digitale. Sie ist leidenschaftliche Teetrinkerin und außerdem ein Angel-Investor in mehreren Start-up-Unternehmen, von nachhaltiger Mode bis hin zu Technologie und Experiences. Sie ist passionierte Köchin und bekannt für ihre Colour Dinners – 5-Gänge Event Cuisine mit Gästen und Gerichten jeweils in nur einer Farbe. Und die Musik? Immer noch! In London hat sie über ein Jahrzehnt im English Chamber Choir unter anderem in der Royal Albert Hall gesungen.

Name: Caro(line Sarah) Henne
Alter: 37
Wohnort: Berlin-Mitte
Beruf: Geschäftsführerin der Pioniere der modernen Teekultur von Paper & Tea
Schuhgröße: 39.5
Lieblingsgeschmack: Umami
Kontakt: info@paperandtea.com

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? Zuallererst natürlich das Produkt: Ich bin leidenschaftliche Teetrinkerin! Weil bei mir schon vor langen Jahren eine Kaffee-Unverträglichkeit nachgewiesen wurde, bin ich Morgenmuffel quasi zu besonders koffeinhaltigem Teegenuss genötigt worden und habe in diesem Zuge eine große Passion, besonders für Grüntees entwickelt. Jeder Tag bei Paper & Tea ist anders – da wir unsere Tees nicht nur in unseren fünf Stores über Deutschland verteilt sondern auch online und über Händler, Restaurants und Cafés weltweit vertreiben, verteilen sich die Aufgaben über ein sehr breites Spektrum. Und wir haben noch so viel vor – besonders in der Produktentwicklung.

Beschreibe deinen Führungsstil: Nur als Team, wenn wir wirklich alle zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen, können wir wirklich groß und stark sein – das versuche ich jeden Tag auf’s Neue zu leben und lediglich die Fahrt-Richtung vorzugeben, die jede/r Einzelne dann für sich interpretiert und umsetzt. Mir ist Transparenz sehr wichtig – das gilt für meine Kommunikation ans Team genauso wie für das Feedback, das ich von meinen Mitarbeitern einhole, damit wir alle kontinuierlich wachsen und besser werden können. Ich bin bei bestem Willen kein Micro Manager und arbeite am liebsten mit Menschen, die sich durch Eigenverantwortung motivieren lassen und entwickeln können.

Was treibt dich an? Mein großartiges Team an Experten und smarten Köpfen, die Paper & Tea mit großer Leidenschaft unterstützen und voranbringen, mich challengen und wachsen lassen. Aber auch unsere wirklich besonderen Tees, die mir jeden Morgen wieder Energie und mir jeden Abend wieder Erholung bringen.

Der beste Ratschlag, den du je bekommen hast: “At the end of the day no lives are lost if you don’t do your job tomorrow”. Ich habe früher Feedback oft sehr persönlich genommen und mich in meiner Arbeit verloren. Wenn man ein wenig Abstand dazu hat, kann man meiner Meinung nach aber viel fokussierter arbeiten und das Wesentliche im Auge behalten. Und verliert darüber hinaus eine gewisse Bescheidenheit nicht – nimmt sich selber nicht so wichtig und vermeidet komische Eitelkeiten.

Welches Buch, welchen Film und welche Platte sollte jeder gelesen, gesehen und gehört haben? Die Platte ist einfach: Das müssen Bachs Goldberg Variationen sein – in der späten Aufnahme von Glenn Gould. Beim Film wird es schon schwieriger – da würde es wahrscheinlich ein Wenders werden. Paris Texas vielleicht? Oder Der Himmel über Berlin? Das Buch ist ein Gedichtband, beziehungsweise eigentlich alle Zeilen vom großen E.E. Cummings. Oder sollte es doch Paul Auster sein, von dem ich quasi alles verschlungen habe?

Welche Eigenschaft hast du von deinen Eltern geerbt? Das Entertainertum meines Vaters und die Überzeugung meiner Mutter, dass es wirklich völlig egal ist, was andere von einem denken. Dass man wirklich seine Individualität leben soll und mutig ist.

Welches Kunstwerk würdest du gerne besitzen? Ui – da kann ich mich bei bestem Willen nicht auf eines festlegen. Ich bin enthusiastische Kunstsammlerin und habe in den letzten Jahren einige Werke, besonders von MalerINNEN, gekauft, die ich schon lange bewundert habe, wie Grit Richter oder Katharina Grossmann-Hensel. Und gerade habe ich ein Auge auf eine Arbeit von Annabel Daou geworfen.

Ohne was verlässt du nie das Haus? Jetzt wird es kitschig: Natürlich nie ohne einen Abschiedskuss von meinem Herzblatt.

Welches ist dein nutzlosestes Talent? Ich kann jeden Songtext der Welt, den ich auch nur einmal im Radio gehört habe, danach sofort wieder laut mitsingen. Oh well…

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Die kleine japanische Insel Ishigaki, die ich das Glück hatte, vor vielen Jahren zu bereisen und besser kennenzulernen. Auch unter Wasser – umgeben von Mantas – einfach magical.

Was würdest du ändern wenn du die Macht dazu hättest? Dass alle Menschen dieser Lande jeden Tag unseren Tee trinken, natürlich :)

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wahrscheinlich ein Curry, oder ein ganzes 5-Gänge-Menü in nur einer Farbe, wie bei meinen Colour Dinners, wo alle Gäste in der Farbe des Abends gekleidet erscheinen und einfarbige Köstlichkeiten serviert bekommen. Jetzt müsst ihr euch nur noch die Farbe aussuchen. Sogar schwarz geht!

Was sollte niemand von dir wissen? Ich bin kein sonderlich geheimnisvoller Mensch und lache sehr gern auch über mich selbst. Da gibt es also ganz und gar nichts I’m afraid.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Nach meinem Lieblingstee vielleicht? Das ist auf jeden Fall der Yuzu Midori N°328 – eine Grüntee-Mischung aus Kukicha, großzügig ergänzt mit belebendem Matcha und erfrischendem Yuzu. Der perfekte Wachmacher für mich Morgenmuffel.

Das letzte Wort: Be Tea, my friend :)

FOTO: Caroline S. Henne

Jamilah Bagdach & Wandi Wrede

Die Aktivistinnen Jamilah Bagdach und Wandi Wrede haben mit Anfang 20 Deutschlands ersten BiPoC-Verlag gegründet. Mit stolzeaugen.books konzentrieren sie sich auf Bücher rund um Diversität und Rassismus. „Texte nach Hanau“, das erste Buch aus dem Kölner Verlag, zeigt, welche Kraft die Texte von zukünftigen Zeitzeug*innen besitzen und warum sie für eine offene Gesellschaft unabdingbar sind. Beide (Noch-)Studentinnen engagierten sich schon vor der Verlagsgründung im Bereich Antidiskriminierung. Jamilah ist, seit sie 12 Jahre alt ist, bei Holla e.V., Zentrum für Intersektionale Gesundheit in Köln, aktiv, macht Musik und schauspielert. Wandi organisierte gemeinsam mit anderen die erste BLM Demo in Köln an der Deutzer Werft.

Name: Jamilah Bagdach / Wandi Wrede
Alter: 20 / 24
Wohnort: Kölle / Bochum-Wattenscheid
Beruf: Verlegerin und Studentin / Verlegerin und Studentin
Schuhgröße: 41 / 41
Lieblingswort: Amüsabel / Selbstreflexion
Kontakt: salam@stolzeaugenbooks.de / social@stolzeaugenbooks.de

Beschreibe stolzeaugen.books in einem Satz:
Jamilah: Stolzeaugen.books ist zum jetzigen Zeitpunkt leider unabdingbar, denn die Perspektiven und Lebensrealtiäten von Menschen, die in Deutschland durch Rassismus diskriminiert werden, sind in unserer Gesellschaft und medial definitiv unterrepräsentiert.
Wandi: Stolzeaugen.books – der BiPoC Verlag ist richtig, wichtig und somit unentbehrlich.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich?
Jamilah: Wenn ich merke, dass meine Arbeit sinnvoll ist, und sie mir Kraft gibt.
Wandi: Wenn ich währenddessen gut was zu lachen habe und gleichzeitig produktiv sein und bomben Ergebnisse abliefern kann.

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten:
Jamilah: „Texte nach Hanau“.
Wandi: „Uncomfortable conversations with a Black man“ by Emmanuel Acho.

Auf was für Veränderung hoffst du in der Zukunft?
Jamilah: Dass Menschen die Perspektive von anderen Menschen glauben und respektieren.
Wandi: Das Rassismus als solcher nicht nur anerkannt, sondern auch sanktioniert wird!

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freund*innen beschreiben?
Jamilah: Zielstrebig, vercheckt, talentiert.
Wandi: Kämpferin, witzig und emotional.

Was schätzt du an dir selbst am meisten?
Jamilah: Meine Loyalität gegenüber mir und den Menschen und Dingen, die ich liebe.
Wandi: Mein großes Herz und meine Liebe für Essen.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das?
Jamilah: Am 08.05.2020 – einen Verlag gegründet.
Wandi: Vor 3 Monaten – Hula Hoop.

Wie sieht es bei dir zuhause aus?
Jamilah: Entweder unglaublich ordentlich und sortiert oder komplett crazy Tornado in the House. Dazwischen gibt es nichts.
Wandi: Dunkel und sehr ordentlich und somit der perfekte Ort zum Entspannen.

Jamilah, beschreibe Wandi in einem Satz: Wandi hat eine unglaublich schöne und kraftvolle Ausstrahlung. Diese, in Zusammenhang mit ihrem Organisationstalent, ihrer mega lustigen Art, Intelligenz und Überblick machen sie zu einem besonderen Menschen, der noch viel bewirken wird.

Wandi, beschreibe Jamilah in einem Satz: Jamilah erstaunt mich jedes Mal aufs Neue mit ihrer unglaublich reifen Art, ihrer Herzlichkeit und der Fähigkeit, immer einen Schritt zurückzugehen, um das große Ganze zu betrachten. Darüber hinaus liegt ihr das Wohl der Menschen in ihrem Leben unglaublich dolle am Herzen (ich kann froh sein, dass ich nun auch einer dieser Menschen bin).

Was wäre das Erste, das du tätest, wenn du unsichtbar wärst?
Jamilah: Ich würde Menschen kleine Freuden bereiten, nichts aufdecken und sie so an Wunder glauben lassen. Und wahrscheinlich auch etwas Illegales. ;)
Wandi: Ich würde in ein Kinder Spaßland gehen, um mich dort richtig auszutoben.

Was ist dein verstecktes Talent?
Jamilah: Ich habe nur offene Talente.
Wandi: Es ist so gut versteckt, ich habe es noch nicht entdeckt.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Jamilah: Neid, Hass und Rache.
Wandi: Ich würde mir dauerhaft die Macht zusprechen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. #Love #Peace #Harmony

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Jamilah: Yabra (gefüllte Weinblätter).
Wandi: Plantain, Reis und Stew.

Was sollte niemand von dir wissen?
Jamilah: Rechtschreibung ist nicht meine Stärke.
Wandi: Zeichensetzung ist nicht meine Stärke.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Jamilah: Wie viel verdienst du als Geschäftsführung der ersten BiPoC-Verlagsgesellschaft in Deutschland?
Wandi: Wie viele Bücher hast du in deinem Leben schon gelesen?

Das letzte Wort:
Beide: Lest Bücher! Schreibt Bücher! Unterstützt unseren Verlag!

FOTO: stolzeaugen.books

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 09. Juni 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Ruth von Heusinger

Diplom-Physikerin Ruth von Heusinger erforschte den Urknall, arbeitete im Bereich erneuerbare Energien und Emissionshandel bei Statkraft und dann im Markt der freiwilligen CO2-Kompensation bei atmosfair. Mit ForTomorrow hat sie für uns alle eine Möglichkeit geschaffen, Klimaschutz in Europa aktiv voranzubringen. Wer mag, kann ein Klima-Abo bei der gemeinnützigen Organisation abschließen und so den eigenen CO2-Verbrauch kompensieren und ganz nebenbei den europäischen Kohlekraftwerken die Emissionsrechte vor der Nase wegkaufen. Die Augen aufs Große und den Großen aufs Auge.

Name: Ruth von Heusinger
Alter: 37
Wohnort: Berlin
Beruf: Geschäftsführerin und Gründerin ForTomorrow
Schuhgröße: 39
Lieblingsfarbe: blau
Kontakt: info@fortomorrow.eu

Beschreibe ForTomorrow in einem Satz: ForTomorrow ermöglicht bereits heute ein klimaneutrales Leben, über Bäume-Pflanzen in Deutschland und europäische Emissionsrechte Stilllegen.

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? Gemeinsam mit meinem Team an etwas Sinnvollem zu arbeiten und viel gestalten zu können.

Was motiviert dich? Die Dringlichkeit der Klimakrise.

Der beste Ratschlag, den du je bekommen hast: Folge deinen Interessen.

Was wirst du niemals vergessen? Die Freundlichkeit der Menschen.

Schließ die Augen und denk an etwas Schönes. Woran denkst du? Strand und Meer.

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Die Relativitätstheorie.

Was hättest du dir sparen können? Selbstvorwürfe.

Was kann jeder heute tun, damit wir alle eine glücklichere Zukunft erleben? Ein Klima-Abo bei ForTomorrow abschließen.

Was würdest du gerne lernen, wenn weder Zeit noch Geld eine Rolle spielen würde? Wenn mein Gehirn groß genug wäre, alle mathematischen und physikalischen Theorien.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die Klimakrise stoppen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Mein Mann würde kochen und was müsst ihr ihn fragen.

Was sollte niemand von dir wissen? Guter Versuch ;-)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Du hast Physik studiert und am Urknall geforscht, warum hast du das Angebot, eine Doktorarbeit zu schreiben, ausgeschlagen?

Das letzte Wort: Vielen lieben Dank euch!

FOTO: ForTomorrow

Magdalena Mair

Das Vier-Sterne-Superior Retreat SILENA liegt inmitten des Hochtals Vals in Südtirol. Schützend umrahmt von einer organisch geformten Nestkonstruktion aus Stahl, scheint es eins zu werden mit der umgebenden Natur. Schon von außen wird klar: Das SILENA ist etwas Besonderes, etwas Neues, das es so in der Region kein zweites Mal gibt. Hauptsächlich verantwortlich dafür ist Magdalena Mair (die „LENA“ in „SILENA“). Gemeinsam mit ihrem Bruder Simon (dem „SI“ in „SILENA“) führt sie die Herbergs-Familientradition nicht nur fort, sondern schuf ein völlig neues Hotelerlebnis – emotional, designverliebt, aufregend fürsorglich, stylisch. Die aufrichtige Herzlichkeit, mit der man von Magdalena empfangen wird, vergisst man nie mehr. (Zählt mal bitte die Smileys hier im Interview!) Am 20. Mai dürfen die Hotels in Südtirol endlich wieder öffnen. Bis dahin darf Neu-Mama Magdalena noch versuchen ein wenig Schlaf nachzuholen, ihre Gesangsperformance zu verbessern oder als Ex-Schuhplattlerin eine neue Choreo einzustudieren. ;)

Name: Magdalena Mair
Alter: 33
Wohnort: Natz in Südtirol
Beruf: Rezeptionistin?, Hausmeisterin?, Putzfrau?, Dekorateurin?, Servicefachkraft?, Mädchen für alles? – Unternehmerin/Hotelier trifft es meiner Meinung nach nicht ;)
Schuhgröße: 38
Lieblingsberg: Valler Jöchl – da kommt man auch mit der Bahn hin ;)
Kontakt: mair@silena.com

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn man positives Feedback bekommt. Wenn Gäste genau das schätzen, wofür man sich so eingesetzt und sein Herzblut reingesteckt hat.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Auf das Lächeln bzw. die Ausstrahlung. – Lachen auch die Augen?

Welche Eigenschaft hast du von deinen Eltern geerbt? Empathie.

Der beste Ratschlag, den du je bekommen hast: Immer das Positive in jeder Situation sehen – auch jetzt. ;)

Was machst du, wenn du dir selbst etwas Gutes tun willst? Auf der Couch in Ruhe ein Buch lesen.

Dein wichtigster Charakterzug? Ehrlichkeit – auch wenn es nicht immer angenehm ist.

Was wirst du in Zukunft weniger machen? Schlafen. ;)

Was möchtest du deinem Kind mit auf den Weg geben? Verfolge deine Träume – nur so wirst du wirklich. glücklich.

Was kann jeder heute tun, damit wir alle eine glücklichere Zukunft erleben? Respektvoller Umgang mit Menschen, Tieren und unserer Erde.

Was würde dein 16-jähriges Ich von dir heute halten? Mein Party-Ich würde sagen, dass ich etwas spießig geworden bin mit Mann, Kind und Wohnung. Es würde aber auch sehen, dass ich glücklicher nicht sein könnte, privat und geschäftlich.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Krieg, Hunger, Krankheit.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ganz klar Pasta (mehr kann ich auch nicht). ;)

Was sollte niemand von dir wissen? Bin ein großer Sturkopf. Singe beim Haare Föhnen (und ich bin keine gute Sängerin). ;)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie bist du zum Schuhplatteln gekommen?!? ;)

Das letzte Wort: Be soulful. ;) – Sorry, dass es zwei geworden sind.

FOTO: Stefan Schuetz

Tony Ettelt & Sebastian Heil

Tony Ettelt und Sebastian Heil sind so etwas wie das Dynamische Duo der Berliner Club-Kultur. Über 13 Jahre wirken die beiden nun schon gemeinsam und schufen u. a. mit der Wilden Renate und der Else zwei echte Institutionen. Und nun? Entwickelten sie ein visionäres Standort-Konzept, um mit dem ZENNER im Treptower Park einen der schönsten historischen Begegnungsorte der Hauptstadt zu neuem Leben zu erwecken. Seit letzter Woche gibt es schon Bio-Eis, ganz bald eröffnet der Bier- und Weingarten, irgendwann kommen Turmhaus, Körnervilla und der große ZENNER Saal dazu. Auf über 8.000 qm erwarten euch dann kreative Formate, interdisziplinäre Live-Veranstaltungen und künstlerische Elaboration zwischen allen musikalischen Genres.

Name: Tony Ettelt / Sebastian Heil
Alter: 40 / 38
Wohnort: Strausberg bei Berlin / Berlin
Beruf: Unternehmer im Event-, Gastro- und Locationkontext / Eventmanager und Gastronom
Schuhgröße: 42 / 42
Lieblingsfilmzitat: „42″ (Per Anhalter durch die Galaxis) / „Alles ist nur provisorisch. Die Liebe, die Kunst, der Planet Erde. Sie und Ich. Vor allem ich.“ (99 Francs)
Kontakt: zenner.berlin

Verrate uns einen magischen Ort!
Tony: Mein Garten.
Sebastian: Die Modernsohnbrücke bei Sonnenuntergang. Hier habe ich mit Freunden schon berauschende Momente erlebt.

Bitte vervollständige: Der Treptower Park ist…
Tony: …ein wunderbar weitläufiges innerstädtisches Naturrefugium, in dem ich 1999 meine ersten, fast offiziellen Techno-Open-Airs veranstaltete.
Sebastian: …der schönste Park Berlins und aktuell auch Refugium für Berliner zu Zeiten von Lockdowns und Kontaktbeschränkungen.

Welcher Moment hat alles verändert?
Tony: Zum einen natürlich die Geburten meiner beiden Söhne. Zum anderen aber auch eine schöne Begebenheit auf der Fusion. Ich lag vor etwa 12 Jahren mit meiner Freundin Katinka tagsüber auf einer roten Decke vor der leeren Turmbühne auf dem Fusion Festival. Wir schliefen irgendwann ein und als wir aufwachten, war die Hölle los und tausende Leute tanzten um uns herum, denn die Show hatte zwischenzeitlich begonnen. Das Schöne dabei war, dass wir uns trotz der nur wenige Zentimeter von uns entfernten tanzende Meute sicher und geborgen fühlten und so blieben einfach verkuschelt zwischen den Massen liegen. Das war ein schönes Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen, woran ich mich gern erinnere.
Sebastian: Im positiven Sinne war es der 26. März 2020. An diesem Tag habe ich die Nachricht für den Zuschlag zur Übernahme des ZENNER’s erhalten. Im negativen Sinne stand die Welt bereits wenige Wochen davor mit dem Ausruf der Pandemie auf dem Kopf.

Wann hast du zuletzt kulinarisch etwas Neues ausprobiert und was war das?
Tony: Meine Söhne haben mir die perversen Stinke-Bonbons zum Probieren gegeben. Die schmecken z.B. nach Pfurz, Popel oder Schleimkotze. Das war mal was Neues.
Sebastian: Uhh, ich hab kürzlich „Muffels“ probiert. Eine Mischung aus Muffin und Waffel, gerollt und mittig gefüllt mit Eiscreme, Toppings und Saucen. Sehr sehr geiles Zeug.

Hast du ein Lieblingsbier?
Tony: Eigentlich sind es zwei. Im Zenner ist mein Favorit das Berliner Bürgerbräu aus dem Kupfertank. Privat gibt’s am liebsten das Helle vom Hofbräuhaus Traunstein, ebenfalls mordssüffig aus dem Holzfass.
Sebastian: Meistens greife ich zum Tegernseer Hell. Das geht in die Richtung „Lieblingsbier“ – es gibt aber viele wirklich leckere Biere. Bürgerbräu Pils zum Beispiel, welches wir exklusiv in unserem ZENNER Bier- und Weingarten ausschenken werden. ;-)

Ich bin Fan von…
Tony: Jan Böhmermann.
Sebastian: Meiner Freundin. Die ist cool.

Dein Soundtrack für den kommenden Sommer?
Tony: UNKLE, The Road I + II.
Sebastian: Wahrscheinlich der ersteTrack, zu dem man wieder gemeinsam mit Freunden tanzen darf!

Zu welcher Musik tanzt du am liebsten?
Tony: Ich bin nicht so der Tänzer, aber wenn Musik und Stimmung zum Sonnenaufgang trippy werden, bin ich gern mal dabei.
Sebastian: Zu elektronischer Musik. Egal, ob soft, slow oder treibend technoid.

Was macht dich richtig zufrieden?
Tony: Mit dem eFoil übers Wasser zu fliegen.
Sebastian: Weiter…

Wo würdest du gerne in fünf Jahren mit dem ZENNER stehen?
Tony: Ich hätte gern viel mehr Zeit für die Menschen im und am ZENNER, also unser Team und unsere Gäste. Als Gastgeber, der einfach weiß, dass in den Abläufen alles flutscht. Aktuell bin ich mit Sebastian noch stark mit dem Aufbau der Organisation beschäftigt, wodurch Zeit für das Zwischenmenschliche und aber auch für meine Familie fehlt.
Sebastian: Ich möchte die Vision, die ich mit Tony für den ZENNER entwickelt habe, zum Ziel bringen. Sowohl kulinarisch, als auch musikalisch und kulturell möchten wir ein Ausrufezeichen setzen und die Marke ZENNER regional, national und gerne auch international etablieren.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Tony: Ich denke jetzt mal groß und utopistisch, aber ihr habt genau danach gefragt und es ist die für mich einzig richtige Antwort: Ich würde all die sinnlosen Kriege dieser Welt beenden.
Sebastian: Dass der Tag nur 24 Stunden hat.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Tony: Haha, ich bin wirklich kein großer Koch! Ich wuchs überwiegend mit der 5 Minuten Terrine auf. Aber wenn ich etwas kochen muss, dann: Berliner Bouletten (gern auch veggie, aber immer mit Kümmel) mit Kartoffelstampf, Mini-Möhrchen, Erbsen und heller Soße. Ein old school Familien-Rezept meiner Oma.
Sebastian: Kochen ist eine meiner Leidenschaften, deshalb freue ich mich, wenn ihr mich endlich besuchen kommt. Passend zur Saison würde ich für euch ein Spargelgericht servieren, mit Rosmarinkartoffeln und meiner mehrfach prämierten, hausgemachten Sauce Hollandaise.

Was sollte niemand von dir wissen?
Tony: Von meinem Schnarchen sollte besser niemand etwas wissen.
Sebastian: Dass ich als Kind ein Virtuose am Akkordeon war, haha.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Tony: Wozu der ganze Quatsch?
Sebastian: Was ich als Kind noch so getrieben habe.

Das letzte Wort:
Tony: Katinka.
Sebastian: Prost!

FOTO: Lena Burmann

Lisa Who

Lisa Who? Lisa Who! So heißt die wunderbare Berliner Musikerin, die gerade ihr eigenes Label „the shit records“, gegründet und beschlossen hat, ihr zweites Album, das eigentlich schon 2020 erscheinen sollte, allein herauszubringen. Was will man auch machen, wenn man weder unter Leute noch auf Tour gehen kann? Letzteres tut sie entweder solo oder mit der Band Madsen, für die sie live die Tasteninstrumente spielt. Um auch während der Pandemie für andere Menschen da sein zu können, arbeitet sie seit diesem Jahr nebenbei in einem Senior*innenwohnheim. Ab Freitag gibt es endlich ihr neues Album auf die Ohren. Der Titel: „Ein neuer Beginn“. Na, wenn das mal nicht das Mantra der Stunde ist. Und dazu einen veganen Marmorkuchen-Muffin.

Name: Lisa Who
Alter: 36
Wohnort: Berlin-Wedding
Beruf: Musikerin
Schuhgröße: 40,5
Lieblingsohrwurm: Dua Lipa – „New Rules“, zu diesem Lied dance ich fast jeden Morgen unter der eiskalten Dusche, kein Scherz!
Kontakt: lisa@lisawho.de

Beschreibe dein neues Album in einem Satz: Ein hörbares Tagebuch der letzten drei Jahre, so vielseitig wie meine Emotionen.

Was treibt dich an? Einen Zustand der Zufriedenheit und Erfüllung zu erreichen.

Welchen Beruf würdest du gerne mal für einen Tag ausüben? Balletttänzerin, aber nur, wenn ich auch die Fähigkeiten einer echten Ballerina habe, sonst macht das ja keinen Spaß.

Was sollten alle über dich wissen? Ich liebe Trash-TV und stehe dazu!

Wo fühlst du dich zuhause? Entweder in Berlin in meiner Wohnung oder irgendwo in der Natur. Badend bei Regen im Meer oder wandernd im Gebirge.

Welche aktuell lebende Person würdest du gerne mal treffen und warum? Beyoncé, diese Frau fasziniert mich. Ich würde gerne mal wissen, wie ein ganz normaler Tag bei ihr aussieht.

Wovon träumst du nachts heimlich? Von einem utopischen Lottogewinn und davon, was ich mit dem Geld mache, wie ich es unter meinen Freunden und meiner Familie aufteile und wie sie reagieren, wenn ich ihnen davon erzähle.

Wann ist eine Person für dich am schönsten? Zufriedenheit ist ein Zustand, der wahnsinnig schön macht. Noch eine Prise Humor, soziale Intelligenz und kritisches Hinterfragen der Dinge: wun-der-schön!

Wie alt wärst du, wenn du dein Alter nicht wüsstest? 33 – Schnapszahl für immer.

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Ich bin mal mit meinem Freund auf Teneriffa durch kleine Gassen gelaufen und habe ein bekanntes Lied gepfiffen. Irgendwo, ein paar Gassen weiter, hat jemand die Melodie weitergepfiffen. Das ging ein paar Mal hin und her und hat mich irgendwie sehr berührt. Auch wenn wir uns nicht begegnet sind, werde ich das nicht vergessen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Rassismus und Diskriminierung einfach löschen bzw. radikal abschaffen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ich würde ziemlich wahrscheinlich eher etwas backen und zwar pflanzliche Marmorkuchen-Muffins.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich kann sehr viele Dinge gut, aber nichts wirklich perfekt. Das ärgert mich zeitweise sehr.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Die Frage nach einer Buchempfehlung.

Das letzte Wort: Nicht das Gute aus den Augen verlieren. Wenn man genau hinschaut, findet man immer etwas. Heute morgen war ich dankbar für meine Gesundheit, meinen kuscheligen Bademantel und das trinkbare Wasser aus der Leitung.

FOTO: Hannes Caspar