Umarme dich!

Du bist schön. Dein Haar ist toll, deine Kurven sind fantastisch, deine Haut fühlt sich wunderbar an. Klingt komisch? Leider. 91% aller deutschen Frauen sind mit ihrem Körper unzufrieden. Der Bauch ist zu dick, die Schenkel zu wabblig, der Busen hängt – irgendwas ist immer. Die Australierin Taryn Brumfitt kommentierte täglich ihr eigenes Spiegelbild mit den Freundlichkeiten, die man sich meist nur selbst offen zuteil werden lässt: „Du bist fett, du bist hässlich, du bist eklig“. Sie entschied eines Tages, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Mit Mühe, Überwindung, aber auch viel Lust und Energie entstand aus diesem Moment das Body Image Movement und die Dokumentation „Embrace“, ein Film über Frauen und ihr Körperbild. Das Ziel der Aktion: Frauen dazu bringen, ihren Körper so zu lieben, wie er ist. Federführend mit dabei bei diesem weltumspannenden Projekt ist Nora Tschirner, die das Projekt über die Crowdfunding-Kampagne kennenlernte und sich sofort abgeholt fühlte: „Ich habe festgestellt, dass ich mich immer nur in Seele und Geist meines Gegenübers verliebt habe“. Kennen wir. Und darum freuen wir uns nicht nur über den Kinostart von „Embrace“ am 11. Mai, sondern auch auf die Momente vor dem Spiegel: „Du bist toll, du bist wunderschön, du bist sexy“.
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Embrace | Kinostart ab 11.05.17 | Facebook | Trailer

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Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 09. Mai 2017 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Der andere Sieger

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And the winner is Moon…La la…Moonlight? Die Verwirrung bei der diesjährigen Oscar-Verleihung war groß, als ein fieser falscher Umschlag dafür sorgte, dass zunächst der gesungene Eintanz La La Land um Emma Stone und Ryan Gosling als Gewinner in der Kategorie „Bester Film des Jahres“ verkündet wurde. Aller Vorliebe für Selbstgesungenes und dem Schmacht-Appeal von Ryan und Emma zum Trotze, entschied sich die Jury in Wirklichkeit nämlich für einen anderen, sehr viel stilleren, sehr viel wichtigeren Film: Lange, weiße Sandstrände, tropisches Klima, wehende Palmen vor pastellfarbenen Häusern – das Miami des jungen Chiron sieht anders aus. Er ist jung, schmächtig, Afroamerikaner und der Protagonist im aufreibenden, unbequemen Drama „Moonlight“. An der Seite seiner süchtigen Mutter wächst er im Armenviertel von Miami auf, wird in der Schule gemobbt und findet keinen Halt – bis sich der kubanische Einwanderer und Dealer Juan seiner annimmt. Erstmals in seinem Leben erlebt Chiron emotionale Unterstützung und Aufgehobensein. Er setzt alles daran, seinen Ziehvater nicht zu enttäuschen und bemüht sich immer mehr in die Welt zu passen, in der er lebt: Er trainiert seinen Körper, trägt bald Diamantohrringe und einen Mund voller Grills – optisch ist der einstmals schüchterne, dürre Chiron nicht mehr von den anderen toughen Typen in seinem Umfeld zu unterscheiden. Seine Verletzbarkeit und Sensibilität aber bleiben. Die mühsam antrainierten Muskeln trägt er wie einen Panzer vor sich her, unter dem er sämtliche Gefühle versteckt. Bis sich eines Tages Kevin wieder bei ihm meldet, sein ehemaliger Schulkamerad, mit dem er damals am South Beach ungekannte körperliche Intimität erlebte. „Moonlight“ ist inhaltlich aufreibend und formal überzeugend. Die drei, chronologisch aufeinanderfolgenden Kapitel sind wie einzelne kleine Dramen zu sehen. Sie alle ermöglichen uns einen Blick hinter die Kulissen einer Szene, in der Andersartigkeit nicht geduldet wird. Ein anderer Film. Ein anderer Sieger.
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Moonlight | Kinostart 09.03.2017 | Trailer

Foto: Dos Hermanas LLC

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 07. März 2017 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare