URBAN NATION

Straßenkunst findet auf der Straße statt. Im Kontext der Gebäude und öffentlichen Räume, in dem die Kunst entsteht, entfaltet sie nicht nur ihre Wirkung, sondern erschließt sich oft auch erst der tatsächliche Inhalt. Darüber hinaus macht gerade die Flüchtigkeit der Werke für viele, nicht selten die Künstler selbst, den besonderen Reiz aus. Versuche, Street Art und Urban Art zu konservieren, zugänglich zu machen und im wahren Wortsinn  wertzuschätzen, enden nicht selten in unautorisierten Ausstellungen, blutleeren Galerien und millionenschweren, ausgefrästen Gebäudefragmenten an den Wänden ultrareicher Kunstverkenner. Wand auf Wand, signed by Banksy. Das URBAN NATION „Museum“, das am Wochende in der Bülowstraße in Berlin Schöneberg eröffnete, ist das alles nicht. Hier wurde ein Ort geschaffen, der die Kunst nicht zur Ausstattung degradiert, sondern für sie da ist. Der Raum gibt nicht der Kunst ein Heim, sondern entsteht anders herum erst durch sie. Wo sonst, als in Berlin könnte der Versuch gelingen, die Grenzen zwischen Straße und Raum, Kunst und Konsum, Leinwand und  Pinsel – repsektive Dose – derart verschwimmen zu lassen, dass daraus so etwas wie eine neue eigene Form der Darreichung entsteht. Bereits seit 2013 verwandelt URBAN NATION Berliner Fassaden in eine riesige Outdoor-Galerie und verbindet Menschen über die Kunst und Nachbarschaftsprojekte mit ihrer Stadt. Das nun geschaffene Museum soll zum Spielfeld und grenzüberschreitenden Verbindungsort zwischen Bewohnern, Kunstinteressierten und Kunstschaffenden werden, die hier Möglichkeiten der Entfaltung außerhalb von Auftragsarbeiten für Nike und Co. finden. Die Fassade des vom Architekturbüro Graft umgedachten Gründerzeithauses besteht aus mobilen Elementen, die immer wieder neu gestaltet und anschließend im Museum „konserviert“ werden können. Die Räume selbst durchwandern die Besucher wie auf einer Straße, um die Kunst sowohl von weitem als auch aus der Nähe betrachten zu können. In Workshops und stetem kreativem Austausch sollen immer neue Kunstwerke entstehen, sich Netzwerke spinnen und die Verbindung von Mensch, Kunst und Raum gefeiert und belebt werden, statt sie nur zu dokumentieren.
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URBAN NATION Museum | Bülowstraße 7, 10783 Berlin | Öffnungszeiten Di-So 10-18 Uhr | urban-nation.comFacebook

Museum der unerhoerten Dinge

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111 Orte: Das Museum der unerhörten Dinge

Vor rund 100 Jahren, am 17.07.1913, erschreckte ein Rentier die Bewohner eines spanischen Dorfes beinahe zu Tode. Nachdem sie es erschossen hatten, forschten sie nach und fanden raus, dass das Tier von Lappland nach Spanien gewandert sein musste. Als sie seinen Schädel untersuchten, sahen sie, dass sein nach innen gewachsenes Geweih auf das Temperaturzentrum im Gehirn gedrückt und das Tier deswegen immerzu gefroren hatte. Deshalb also hatte es sich aufgemacht und war immer weiter Richtung Wärme gelaufen. Das Geweih des frierenden Rentiers liegt im Museum der unerhörten Dinge in Berlin Schöneberg. Genauso wie bei den meisten anderen Exponaten, wie dem „Einschlag eines Gedankenblitzes“ oder „Bernstein aus dem Bernsteinzimmer“, weiß man nicht ganz genau, ob es zuerst die Geschichte gab und dann das Ding dazu gefunden wurde oder umgekehrt. Ist auch eigentlich Nebensache, denn die unerhörten Geschichten zu den unzähligen Dingen sind so unterhaltsam, dass es auf Wahrheit kein bisschen ankommt. Jeden Tag kommen neue hinzu und fügen dem Kabinett der Inspiration neue Gedankenkostbarkeiten hinzu.

 

Mehr zum Museum der unerhörten Dinge und zu 110 weiteren unglaublichen Plätzchen, findet ihr im zweiten Band von ‚111 Orte in Berlin die man gesehen haben muss‘. Wir stellen euch ab heute fünf unserer Lieblings-Orte aus dem Buch vor. Wer sich damit nicht zufrieden gibt, bekommt das Buch für schmale 14,95€ in jedem gut sortierten Buchladen oder gewinnt einfach ein Exemplar bei uns. Schickt eine Mail mit dem Betreff IST JA UNERHÖRT an hurra@muxmaeuschenwild.de

 

Museum der unerhörten Dinge | Crellestr. 5-6, 10827 Berlin | Mi.-Fr., 15-19 Uhr | www.museumderunerhoertendinge.de

Foto: Verena Eidel

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 13. November 2013 | Tags: , Keine Kommentare