Vom Bordstein zur Skyline

Eine klare, kraftvolle, hypnotisierende Stimme. Ein schnörkelloser Sopran ohne die nervigen, hysterischen Höhen. Ein sparsam eingesetztes Vibrato, das einer zarten Melodie den nötigen Twist gibt. Etwas Brüchigkeit an den richtigen Stellen, etwas Rauch, etwas Blues. Schon bevor man Alice Phoebe Lou überhaupt sieht, bereits wenn man nur ihre Stimme hört, wie sie, von Gitarre begleitet, durch den Mauerpark getragen wird oder entlang der Warschauer Brücke schwebt, ist man verzaubert. Alice nimmt einen mit ins Wunderland auf den Straßen der Hauptstadt. Nun, nachdem sie ihr Debut-Album „Orbit“  in Eigenregie fertiggestellt hat, wird sie ihre jazzig-folkigen-bluesigen Arrangements am Freitag, den 13. Mai in der Berliner Passionskirche zum Besten geben. Also Konzert mit Bühne, Publikum, Tickets und allem Zip und Zap. Uns erwartet neben Phoebes unvergleichlichem Gesang eine fulminante Show, eine Feier des Lebens mit vielen befreundeten Musikern, Tänzern und Trapezkünstlern. Tickets zum Preis von 25 Euro gibt es unter diesem Link. Oder ihr schreibt eine Email mit dem Betreff ‚MANCHMAL DENKE ICH BEREITS VOR DEM FRÜHSTÜCK AN SECHS UNMÖGLICHE DINGE‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de. Dann könnte das Verrückte passieren und es sind 1×2 Tickets drin.
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Konzert Alice Phoebe Lou | Fr., 13. Mai ab 19 Uhr | Passionskirche Berlin, Marheinekeplatz 1, 10961 Berlin | alicephoebelou.com | Video

Photo_AlicePhoebeLou

Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 11. Mai 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Der heisere Engel

Der heisere Engel

„Keine Tränen mehr, mein Herz ist trocken. Kein Lachen mehr und keine Tränen. Ich denke auch nicht mehr die ganze Zeit an dich, aber wenn ich es tue – frage ich mich, warum. Du musstest aus meiner Tür gehen und mich verlassen, wie du es schon zuvor getan hast. Ich weiß, ich sagte, dass ich mir sicher wäre, aber Reiche können sich Armut nicht vorstellen.“ Wenn man Asaf Avidans „Abrechnungs“-Song lauscht, befälllt einen leicht eine tiefe Traurigkeit. Die Trennung von seiner großen Liebe hinterlässt die Leere eines unersetzlichen Verlustes, erfasst und in Form gebracht durch eine unvergleichliche Stimme. Wie zu Selbstheilungszwecken hüpft der Refrain seines bisher größten Hits im Kinderliedmodus über seine Lippen. „Eines Tages werden wir alt sein, Baby. Oh Baby, wir werden alt sein und über all die Geschichten nachdenken, die wir hätten erzählen können.“ Wie gut dieser Song ist und welche Kraft ihm inne wohnt versteht man erst, wenn man die Wankelmutsche Basslinie ausschaltet und dem heiseren Wehklagen des fragilen Mannes aus Jerusalem lauscht, ausschließlich begleitet von den Klängen einer akustischen Gitarre. Morgen Abend spielt Asaf Avidan solo, akustisch und back to basic in der Passionskirche am Marheineke Platz. Er wird klagen, er wird krächzen und sein Innerstes nach außen kehren. Weil er nicht anders kann. Weil er Musik lebt und sie als Ventil für seine Gefühle braucht. Weil es ihm egal ist, wie er dabei klingt. Weil es eben genau so klingen muss, wenn er es tut.

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ASAF AVIDAN | 23.10., 20 Uhr | Passionskirche Marheinekeplatz 1-2, 10961 Berlin | Foto: Dudi Hasson

Asaf Avidan

 

Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 22. Oktober 2014 | Tags: , , , , Keine Kommentare