Besser als neu

Ein bisschen wie Flohmarkt für Erwachsene: hochwertige Vintage-Blusen, seltene Spitzentops und preloved Designerteile fein aufgereiht im Onlineshop von StudioKôr. Von Acne Studios über Paloma Wool bis Escada Vintage finden sich hier genügend Schätze, die sich auf ein zweites oder drittes Zuhause freuen. Die wohlkuratierte Auswahl ist genau richtig, um unsere Aufmerksamkeitsspanne nicht zu sprengen und sich voll und ganz auf die zukünftigen Lieblingsteile einzulassen. Slow Shopping statt Fast Fashion. Obendrauf gibt es noch kleine Homestorys zu Style-Musen und Tipps für mehr verantwortungsbewussten Konsum. Befüllt wird der digitale Store von Laura Pausewang, die nicht nur Modemanagement in Paris und New York studierte, sondern auch ein großes Herz für zweitgeliebte Mode und das richtige Gespür für zeitlose Klassiker hat. Wer nicht findet, was sie oder er sucht, kann den Personal-Shopping-Dienst in Anspruch nehmen und die Berlinerin auf Vintage-Jagd schicken.
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StudioKôr | studiokor.de | FOTO: Laura Pausewang

Wiebke Clef

Wiebke Clef ist fairliebt. Also zumindest heißt so ihr faires Bio-T-Shirt Label. Aber auch sonst dreht sich bei ihr alles um Mode und wie man sie besser macht. Bereits vor elf Jahren eröffnete sie im Hamburger Karoviertel den nachhaltigen Concept Store glore. Während des ersten Lockdowns (wann war das noch gleich?) gründete sie dann noch die Lifestyle-Marke ADDITION Sustainable Apparel. Wie man das als Mama der coolsten sechsjährigen Tochter alles gewuppt kriegt? Mit laaaangen Spaziergängen in der Natur, großen Pullis, Schokolade und lauter Musik.

Name: Wiebke Clef
Alter: 40
Wohnort: Hamburg
Beruf: Head of glore Hamburg & ADDITION Sustainable Apparel
Schuhgröße: 39
Lieblingsfarbe: pink
Kontakt: wiebke@addition-store.com

Beschreibe deinen Job in drei Worten: Aufregend, herausfordernd, ausbaufähig.

Was war bis jetzt dein größter beruflicher Erfolg und warum? Dass ich meinen Laden richtig zum Laufen bekommen hab‘ – weil es mir gezeigt hat, dass ich mit dem richtigen Team alles schaffen kann, woran ich glaube.

Eine Fee schenkt dir eine berufliche Fähigkeit. Welche wäre es? Selbstdarstellungsskills.

Was wäre eine Sache, die du uns beibringen könntest? Wie man sich mit 40 noch immer wie 16 fühlt.

Was würdest du tun, wenn du pro Tag eine Stunde mehr Zeit zur Verfügung hättest? Sport, es gäbe dann ja wirklich keine Ausrede mehr.

Du darfst nur ein Teil aus deinem Kleiderschrank retten. Wofür entscheidest du dich? Den größten Pulli, den ich hab‘ – bequem geht über alles.

Auf was für Veränderung hoffst du in der Zukunft? Ich hoffe auf „back to new normal“ – ich möchte endlich wieder den Laden offen haben dürfen und hoffe, dass wir noch mehr KundInnen haben werden, weil viele sich im vergangenen Jahr Gedanken über Konsum, Umwelt, Nachhaltigkeit gemacht haben.

Was ist die erste Erinnerung, die du hast? Call me Siebhirn, aber das Erste ist wohl: Mama.

Was sollten alle über dich wissen? Ich hab die coolste Tochter der Welt und hab‘ ihr die besten Dancemoves gleich vererbt.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Die Fischbeker Heide – zu jeder Tages- und Jahreszeit.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Alle Menschen würden Ironie verstehen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Hafer-Cappuccino und das beste lilafarbene Porridge – ihr kommt doch zum Frühstück?

Was sollte niemand von dir wissen? Ich war mal Kelly Family Fan (aber wirklich nur kurz, danach wieder Punkrock, echt!).

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wer mich am meisten unterstützt – mein Mann. It’s a family thing.

Das letzte Wort: Es müssen leider drei werden: Add something better!

FOTO: Chrissy Ringler

Datenleckerei

Vom Datenleck zu Daten-Leckereien? Das Kochbuch „The Leaked Recipes“ veröffentlicht über 50 Rezepte aus den größten E-Mail Leaks der letzten 15 Jahre. Darunter vertrauliche Anleitungen für die weltbesten Kekse, unschuldige Overnight Oats und eine nicht mehr ganz so geheime Barbecue-Soße. Verschickt wurden diese Rezepte innerhalb von Familien, unter Freund*innen oder Arbeitskolleg*innen von einflussreichen Unternehmen wie Enron oder Sony. Demetria Glace, die am University College London Menschenrechte studierte, durchsuchte den „geklauten“ Datenwust von Wikileaks bis Hillary Clintons E-Mails nach verwertbaren Informationen für das Kochbuch der besonderen Art und setzte sich vorab mit allen unfreiwilligen Rezeptgeber*innen in Verbindung. So wird jedes Gericht mit dem bittersüßen Beigeschmack von Big Data und Datenschutz sowie Beilagen aus spannenden Hintergrundinfos serviert. Garniert werden die Texte mit Bildern von Fotografin Emilie Baltz, die Food und Technologie perfekt verschmelzen lässt. Bon Appétit! Wir verlosen ein Exemplar. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚123456789‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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The Leaked Recipes | viceversaartbooks.com/leaked-recipes | 35 € | FOTO: Mehdi Al-Hasani

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 09. März 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Porträt der Stille

Wabernde Bässe, tanzwütige Technojünger und dicht gedrängte Kloschlangen kennen wir mittlerweile nur noch aus Filmszenen und denken sofort: „Warum haben die keine Maske auf?“ oder „Warum stehen die so nah beisammen?“. Dass hinter den geschlossenen Clubs aber auch sehr persönliche Geschichten stecken, erzählt das Buch „Hush – Berliner Clubs in Zeiten der Stille“ von Fotografin Marie Staggat und Autor Timo Stein. Auf 368 Seiten halten sie außergewöhnliche Orte und Menschen fest, für die Clubkultur auch Heimat bedeutet. Statt Tanz, Schweiß und Kontrollverlust auf Zeit gibt es auf dieser Club-Quarantänetour klare Worte und einfühlsame Portraits. Ob Clubmanagerin, Barmann, Booker, DJane, Toilettenmann, Türsteherin oder Hausmeister: Sie alle kämpfen nicht nur um ihren Arbeitsplatz, sondern fürchten auch um den Verlust ihres einst so lauten und diversen Zuhauses. Durch ihre Augen und Geschichten sehen wir Berliner Elektro-Clubs, alte Brauereien, Kraftwerke, Kellergewölbe oder Remisen in anderem Licht. Die Erlöse des Buches kommen den beteiligten Clubs zugute, darunter das Golden Gate, OHM, SchwuZ, Sisyphos, Kater Blau, Kit Kat, Tresor und viele andere.
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Hush – Berliner Clubs in Zeiten der Stille | parthasverlag.de/hush | 30 € | FOTO: Marie Staggat/Parthas Verlag

Julia von Winterfeldt

„Zu oft bin ich Zielen nachgehechelt, die nicht meine waren, habe Leistungen erbracht, die mich eher erschöpft als energetisiert haben. Das Leben ist zu kostbar, um den Weg Anderer zu gehen. Wir alle haben die Kraft zu entscheiden, wie wir unser ganz eigenes Leben führen wollen.“ Julia von Winterfeldt ist Human Leadership Aktivistin und Purpose Coach. Sie möchte Arbeit wie Wirtschaft neu denken und so echtes Wachstum ermöglichen. Mit ihrem SOULWORX-Team hilft sie Unternehmen, Einzelpersonen und Jugendlichen, ihre inneren Antriebe freizulegen und Visionen auszuleben. Mit souldiveZ baut sie gerade ein Social Business, um Schüler*innen das zu geben, was sie später für ein gelingendes und glückliches Leben brauchen: Sinn, Selbstwirksamkeit und Bindungsqualität. Oder um es mit den Worten von Mister Miyagi zu sagen: „Lernen zu stehen, dann lernen zu fliegen.“

Name: Julia von Winterfeldt
Alter: 50
Wohnort: Hamburg
Beruf: Human Leadership Activist und Purpose Coach
Schuhgröße: 40
Lieblingsfilmzitat: „Train yourself to let go of everything you fear to lose.”, Yoda (STAR WARS Jedi)
Kontakt: hello@soulworx.de

Beschreibe deinen Job in einem Satz: In unserer Arbeitswelt Leid in Leidenschaft verwandeln.

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Den Mut zu haben, zu mir zu stehen.

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen? Wenn er oder sie mir seine / ihre ganze Präsenz schenkt.

Was braucht unsere Arbeitswelt in Zukunft? Von der Angst wegzukommen und ins Mitgefühl und Miteinander zu gehen.

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten: „Dare to Lead“ von Brene Brown.

Was bringt dich aus dem Gleichgewicht? Sinnlosigkeit und Unentschlossenheit.

Was würdest du gerne lernen, wenn weder Zeit noch Geld eine Rolle spielten? Geduld – Bonsai Bäume pflegen. Ich war als 15-Jährige von dem Film Karate Kid sehr beeinflusst.

Was tust du gegen Lampenfieber? Ich stelle mir vor, dass alle vor mir nackt dasitzen. Das ist nicht immer ein angenehmes Bild, hilft aber ungemein.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freund*innen beschreiben? Ruhe, Vision und Mut.

Welche Superheld*innenkraft hättest du gern? „Clear the mind“ (Yoda).

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Bereits jetzt schon Summer Camps für Kinder und Jugendliche an verschiedenen Plätzen dieser Welt aufzubauen, wo sie Leichtigkeit gewinnen, ihren kreativen Geist erwecken und sich mit Natur und Stille verbinden.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Meine grüne Pfanne – aus Frühlingszwiebeln, Erbsen, dicken Bohnen und Romana-Herzen. Lecker.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich, sobald ich einen guten Beat höre, sofort ganz ausgelassen tanzen will (und muss).

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was sagt deine Arbeit über dich aus? Dass ich selbstbestimmt und frei, immer in Gemeinschaft, Sinnvolles in die Welt tragen möchte.

Das letzte Wort: Lass uns gemeinsam die Welt so erschaffen, dass wir keinen Krieg mehr führen – im Innern wie auch im Außen, ob in Beziehung, in der Familie, am Arbeitsplatz… auf dieser Welt. Es liegt ganz allein an uns ehrlich zu sein und zu leben.

FOTO: Christine Lutz

Chili & Paprika

Ein Laden, der schon von weitem gute Laune macht: Das „Chili & Paprika“ auf der sonst eher grauen Danziger Straße ist die Anlaufstelle für lateinamerikanische Gewürze und Lebensmittel in Berlin. Neben einer feurigen Auswahl an verschiedenen Chili-Sorten gibt es auch mexikanische Süßigkeiten und Getränke sowie pikante Paprikawurst für Choriqueso oder andere beliebte Chorizo-Gerichte. Außerdem Klassiker wie Masa Harina, Frijoles, Salsa Verde und Tomatillos oder seltene Schätze wie Queso Oaxaca. Während des Lockdowns können an bestimmten Tagen auch frisch zubereitete Gerichte wie Carnitas Tacos mit Tortilla und Salsa vorbestellt und abgeholt werden. Inhaber Mathias Jung war selbst über 25 Jahre als Restaurantfachmann unterwegs, bis er seine Liebe zum scharfen Essen und zu Mexico in einen kleinen, feinen, bunten Laden übersetzte. Vamos!
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Chili & Paprika | Danziger Straße 118, 10405 Berlin | Pick & Collect: Mo 12-16 Uhr, Di, Do & Fr 14–18 Uhr | chiliundpaprika.de | FOTO: Chili & Paprika

It’s a Cruffin!

Dass es einen zuckersüßen Unterschied zwischen Käsekuchen und American Cheesecake gibt, beweist das „Black Apron“ in der Invalidenstraße in Mitte. Aber auch, dass guter Geschmack ohne raffinierten Zucker auskommt und am besten in Bio-Qualität serviert wird. Die High-End-Bäckerei im American Style achtet bei der Zubereitung ihrer leckeren Teilchen auf regionale Zutaten und hat für ihre glutenfreien Varianten sogar ein eigenes Mehl entwickelt. Auf dem To-Go-Menü stehen neben wahnsinnig gutaussehenden Kuchen, Banana Breads und Brownies vor allem die handlichen Cruffins, eine Mischung aus Croissant und Muffin. Wir wiederholen: eine Mischung aus Croissant und Muffin!1!!!11 Das Gebäck wird aus fluffigem Croissant-Teig im Muffinblech gebacken und bekommt obendrauf eine unverzichtbare Füllung aus zum Beispiel Pistazien-Pudding oder Schokoladen-Ganache. So lecker, dass es am besten gleich am nahegelegenen Weinbergspark vernascht werden sollte – für den Fall, dass man sich gleich noch eins hinterher bestellen möchte. Wir verlosen eine Runde Cruffin plus Kaffee an fünf Personen, schreibt dafür eine Mail mit dem Betreff „MUFFIN‘ ELSE MATTERS“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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BLACK APRON – bakery X coffeehouse | Invalidenstraße 1, 10115 Berlin | Mo-Fr 8-18 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr | blackapron-bakery.com | FOTO: BLACK APRON

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 02. März 2021 | Tags: , , , , , Keine Kommentare

Warum? NaNum!

Von Brettern und Tellern, die die Welt bedeuten: Die frühere Opernsängerin Jinok Kim Eicken bereitet nach Rezepten aus ihrer Kindheit koreanische Gerichte zu, die jedes für sich eine Geschichte erzählen. Serviert werden sie im „NaNum“ auf kunstvollen Tellern, die sie, inspiriert von der koreanischen Keramiktradition, im eigenen Atelier selbst herstellt. Gerade wird der wechselnde Mittagstisch unter der Woche noch zum Takeout angeboten, darunter wärmende Kimchi-Suppe oder gewürzte Reisbälle mit scharfem Bio-Tofu und Sojasauce-Yuzu-Vinaigrette. Besonderes Gemüse, das in Deutschland so nicht vorkommt, erntet die Koreanerin frisch aus ihrem Garten. Wer mit Jinok über Kimchi-Marmelade und das Fermentieren an sich fachsimpeln möchte, schaut am Wochenende an ihrem Stand in der Markthalle Neun vorbei. Dort gibt es als kulinarische Verlängerung die eigens hergestellten Produkte im vor Ort abgefüllten Glas zu kaufen. Wir verlosen fünf Kimchigläser aus der Markthalle (müssen dort abgeholt werden). Schreibt eine Mail mit dem Betreff „A KIMCHI A DAY KEEPS THE DOCTOR AWAY“ an hurra@muxmaeuschenwild.com.
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NaNum | Lindenstraße 90, 10969 Berlin | Mi-Fr 12-14 Uhr, Sa 10-18 Uhr (Markthalle Neun) | nanumberlin.com | FOTO: NaNum/Heon Kang

Tijen Onaran

Die Unternehmerin, Autorin und Investorin Tijen Onaran setzt sich für Diversität und mehr Sichtbarkeit von Frauen in Wirtschaft und IT-Branche ein. Als Gründerin und CEO von Global Digital Women legt sie gerade einen Risikokapitalfonds auf, der in frauengeführte Start-ups investieren soll. Für Unternehmer*innentum und erfolgreiches Wirtschaften hat sie nämlich ein Händchen. Für Grafik, Zeichnen, Kochen, Musik und Kunst nach eigenem Bekunden eher nicht so. Ist aber völlig egal, denn eines Tages wird sie sowieso eine weltberühmte Dogfluencerin (schreibt man das so?) sein. Grüße an Paul und Leo!

Name: Tijen Onaran
Alter: 35
Wohnort: Berlin
Beruf: Unternehmerin
Schuhgröße: 38
Lieblingslied: „Good As Hell“ von Lizzo
Kontakt: instagram.com/tijen.onaran

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Jeden Tag, wenn ich sehe, wie viele Frauen sich empowered fühlen, ihren Weg zu gehen.

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Mein Unternehmen durch eine weltweite Krise zu führen.

Was schätzt du an dir am meisten? Meinen Mut zum Machen. Ich nehme Herausforderungen immer erstmal an und denke dann: „Warum, um Himmels willen, habe ich zugesagt?“

Auf was für Veränderung hoffst du in der Zukunft? Dass wir mehr Diversität in der Wirtschaft und Politik haben; und, dass Diversitätsthemen nicht als „Nice-to-Have“ angesehen werden, sondern als Must-have!

Das größte Problem deiner Generation? Unentschlossen zu sein.

Was ist die großartigste wahre Geschichte, die du gehört hast? Ganz aktuell: eine Redakteurin hat auf LinkedIn gepostet, dass sie vor einigen Jahren von Whitney Wolfe Herd, der Gründerin von Bumble, kontaktiert worden ist und nach dem Gespräch aber nicht über sie berichtete, weil sie dachte: „Die Idee wird nie klappen.“ Dieser Tage ist Witney Wolfe Herd mit ihrem Unternehmen an die Börse gegangen und ist damit die jüngste Selfmade-Milliardärin. Das zeigt, wie wichtig es ist, an sich zu glauben und sich nie von einem Nein abhalten zu lassen.

Wofür hast du kein Talent? Alles was mit Grafik, Zeichnen, Musik und Kunst zu tun hat.

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten: Im Idealfall meines: „Nur wer sichtbar ist, findet auch statt“. Weil es da draußen sehr viele Menschen gibt, die ziemlich gute Dinge machen, aber nicht sichtbar sind.

Welchen Wochentag magst du am liebsten und warum? Den Samstag. Der Samstag ist mein Sonntag. Ich liebe es, in den Tag hineinzuschlafen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde sofort allen jungen Mädchen eine Mentorin mit Digital- und IT-Kenntnissen zur Seite stellen, damit sie sehen, was sie werden und schaffen können!

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Nichts. Denn ich koche nie. Dieses Thema habe ich, wie sagt man so schön, outgesourcet – an meinen Mann, der sich natürlich unglaublich freut, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen. Ich würde euch mit ganz viel Liebe etwas bestellen. :)

Was sollte niemand von dir wissen? Ich teile kein Essen. Tapas Essen mit anderen ist für mich der reinste Horror. Danke, dass ich das hier endlich mal klarstellen durfte!

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Hast du einen Instagram-Account für deine Hunde? JA! instagram.com/paulandleo

Das letzte Wort: Frauen an die Macht!

FOTO: Urban Zintel

Ich sitze, also bin ich.

Ich war neulich aus Versehen ohne Handy auf dem Klo. Wir haben 144 Fliesen! Aber Spaß beiseite, bunte Klos mit kleinen und großen an die Wand getaggten oder in Form geritzten Weisheiten gehören zur Lieblingskneipe wie die Schaumkrone auf das frisch Gezapfte. Und weil das so ist, kann man sich nun einige der „bedeutsamsten“ davon in die eigenen vier Wände hängen und damit Hamburger Cafés, Bars und Clubs unterstützen. Das ehrenamtliche Corona-Support-Projekt „KUNST FÜRS KLO“ hält die Toilettenkunst auf hochwertigen Bildern fest und gibt alle Einnahmen direkt an die Betreiber weiter. Darunter Werke aus dem Kandie Shop, Wohl oder Übel und dem legendären Elbschlosskeller. Wer findig ist, entdeckt auf den Art Prints auch Verewigungen von Streetart-Künstler*innen wie Frost 187 oder dem Rebelzer. Sie unterstützen die Macher*innen Anne, René und Stefan gerne, um die langjährige Kiezkultur auch während und nach dem Lockdown am Leben zu erhalten. Gleichzeitig erinnern uns die Ausschnitte an die lauten Abende mit Freund*innen, Bargespräche um drei Uhr nachts und das großartige Gefühl, einfach beisammen zu sein. Schöner Nebeneffekt: Man fühlt sich durch die Auswahl wunderbar inspiriert, selbst mal wieder draufloszukritzeln. Denn Klokunst passiert ohne Erfolgsdruck und ist doch wohl so expressionistisch wie keine andere. Wow, den letzten Satz sollten wir in dem Kontext vielleicht nochmal überdenken.
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KUNST FÜRS KLO | kunstfuersklo.de | FOTO: KUNST FÜRS KLO

Nicht gesucht, trotzdem gefunden

Und dann gibt es so Leute wie Paul. Paul ist ein großartiger Fotograf und Mensch, aber das meinen wir nicht. Paul hat eine ausgeprägte Leidenschaft für Lampen, Vasen, Altes und vermeintlichen Tinnef. Keller und Dachböden, die über Jahre ungeöffnet waren, machen ihn nervös bis glücklich. Denn dabei entdeckt das geschulte Auge so mancherlei Sonderbares, Wunderbares und Kostbares. Pauls Leidenschaft ist die Recherche und das Schöne. Zeigt ihm ein Vintage-Objekt eurer Begierde und er sagt euch, worum es sich handelt und welcher Wert dahinter steckt. Wenn man diese Art von Mensch ist, muss man sich allerdings irgendwann entscheiden – Nerd bleiben oder teilen, was man liebt. Glücklicherweise wählte Paul die zweite Variante und brachte Anfang des Jahres „Studio Vilhelm“ an den Start. Auf der Website versammelt er eine Auswahl an Kunst, Leuchten, Dining Accessoires, Studio Keramiken, Büchern und jede Menge Dinge, die ihr garantiert nicht gesucht habt, aber unbedingt brauchen könnt und ganz sicher lieben werdet. Aktuell warten noch etwa 800 Designobjekte auf ihre Wiederauferstehung oder Wiedergeburt auf „Studio Vilhelm“. Wir verlosen 3 Gutscheine je 30 Euro Stöberanreiz an die besonders Dingverliebten unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚BARES FÜR RARES‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Studio Vilhelm | studiovilhelm.de | FOTO: Paul Aidan Perry

Ministerium der Träume

Wer sich in letzter Zeit aufmerksam durch den Instagram-Feed scrollte, kam an Hengameh Yaghoobifarah kaum vorbei. Zurecht. Der Name taucht gerne lautstark in Diskussionen zum Thema Alltagsrassismus und strukturelle Diskriminierung in Deutschland auf. Dass Yaghoobifarah mehr als nur ein Insta-Hype ist, beweist nicht zuletzt der Debütroman „Ministerium der Träume“. Darin lernt die queere Türsteherin Nasrin Kapitel für Kapitel den Tod ihrer Schwester Nushin zu begreifen. Mithilfe von Rückblenden wird das Leben zweier Teenager erzählt, die erst in Teheran und dann Lübeck aufwachsen, aber deren Zugehörigkeit ihnen immer wieder von der Mehrheitsgesellschaft abgesprochen wird. Gezeigt wird dabei auch ein Deutschland der neunziger Jahre, das durch die Anschläge in Hoyerswerda, Rostock und Mölln für Schlagzeilen sorgte. Wie grelle Punkte haben sich die fremdenfeindlichen Ereignisse nicht nur in das Leben der Protagonistinnen im Buch eingebrannt. Yaghoobifarahs Worte sind gewohnt unbequem und sorgen dafür, dass Taten wie diese auch in Zukunft nicht in Vergessenheit geraten.
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Ministerium der Träume | aufbau-verlag.de/ministerium-der-traume | 22 € | FOTO: Aufbau Verlag

Anna Holfeld

Anna Holfeld ist Mutter, Paartherapeutin, Familienmensch und Ost-Berlinerin. Außerdem spricht sie liebend gern mit Paaren übers Paarsein. Dafür hat sie kürzlich ein Kartenset herausgebracht, das der Beziehung die Aufmerksamkeit schenkt, die im Alltag vielleicht untergeht. Sie selbst ist schon seit über 15 Jahren als systemische Paartherapeutin, Coach, Mediatorin und Expertin für Familienfragen tätig und lebt mit ihrem Ex-Mann, ihren zwei Söhnen und ihrer Partnerin in einer großen WG. Woher sie ihre Energie für ihre tagtägliche Arbeit schöpft? Ein ausgeprägter Hang zum Kuscheln.

Name: Anna Holfeld
Alter: 44
Wohnort: Berlin
Beruf: Paartherapeutin
Schuhgröße: 41
Lieblingsort in Berlin: Schönefelder Welle (fast in Berlin), mein Lieblingsschwimmbad
Kontakt: anna@liebendgern.de

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn Paare wieder merken, dass sie wirklich eine Verbindung haben und ihre Liebe wieder spüren.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Mein Freund Chrischan, der mich gecoacht hat, als ich überlegt habe, was ich arbeiten will. Ich hab in die Zukunft geschaut und gesagt, ich wünsche mir, dass Kund*innen zu mir kommen und dass ich so graue Sessel habe und entspannt mit ihnen spreche. Und er hat gesagt: „Wie alt bist du dann?“ Und ich: „60.“ Und er: „Warum willst du so lange warten?“ Und das hab ich ernst genommen und in die Realität umgesetzt.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Wie mein Gefühl zu der Person ist, ob ich mich wohl fühle oder nicht, und wie es ihr geht.

Dein Geheimnis für eine gute Partnerschaft: Gut auf die eigenen Bedürfnisse achten und auf das, was die andere Person wohl braucht.

Woraus schöpfst du Energie? Kuscheln, Schwimmen, Hang spielen

Dein Song für die Ewigkeit? „Fix you“ von Coldplay

Wenn du ein Video haben könntest von einer Situation deiner Wahl aus deinem Leben. Welche Situation wäre das? Die ganz frühen Situationen mit meinen Babys hätte ich gern auf Video, da waren so niedliche, nahe Momente dabei.

Der größte Irrtum deines Lebens? Manchmal die Arbeit vor die Zeit mit der Familie zu stellen. Ich war früher viel unterwegs.

Was war früher dein liebstes Schulfach? Kunst

Wann hast du dir das letzte Mal gewünscht, dass der Tag nie aufhört? Als wir auf dem Steg „unserer“ Insel im schönen Sonnenuntergang getanzt haben.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde dafür sorgen, dass die Ungleichheit der Menschen aufhört, wir alle genug zu essen haben und ein Dach über dem Kopf.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ratatouille, das würde ich gern mal wieder kochen, hier isst keiner Aubergine und Zucchini auch nicht so gern. ;-)

Was sollte niemand von dir wissen? Ich versuche immer zu vertuschen, dass ich auch richtig ärgerlich über Menschen sein kann, ich weiß inzwischen, dass man mir das trotzdem anmerkt. ;-)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Ihr stellt schon schöne Fragen ;-) Es war gut, darüber nachzudenken. Was mir noch fehlt: Was ich mir für mich wünsche.

Das letzte Wort: Ich wünsche uns allen, dass die Pandemie bald vorbei ist und wir das gute Neue behalten und das alte Gute wieder leben können

FOTO: liebendgern UG

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 23. Februar 2021 | Tags: , , , Keine Kommentare

Streams are my (new) reality

Die Eventbranche liegt ziemlich am Boden. Aus dem Nackenschlag zu Beginn der Pandemie wurde inzwischen eine handfeste Keilerei, die kaum Gewinner kennt – Ende ungewiss. Einzige und beste Möglichkeit: Veranstaltungen ins Digitale verlagern. Damit man sich bei der Übertragung auf Inhalte statt ruckelnde Töne und schlechte Bildqualität konzentrieren kann, empfiehlt es sich, wie im echten Leben einen Partner in Crime an der Seite zu haben. Auf unsere Freunde von „Atrium – Technik und Event“ ist Verlass und das schon seit über zehn Jahren. Um sich der neuen Eventrealität anzupassen, bauten sie das wandelbare Webstudio „StudioKARL“ und bieten damit die Komplettlösung für Live-Videos, Webkonferenzen, Digitale Workshops, Podcastaufzeichnungen, Kamera-Coachings und dergleichen mehr – inklusive aller notwendigen Technik und Techniker*innen. Wir selbst haben es gerade für einen mehrtägigen digitalen Messeauftritt genutzt und die nächsten Termine stehen schon im Kalender. Das professionelle Setup ist außerdem mobil und kann über die Grenzen Berlins gemietet werden. So können auch Hochzeiten oder Trauerfeiern digital übertragen werden. Egal ob Big City Company, Solo-Selbstständige oder Privatpersonen, alle profitieren hier vom langjährigen Knowhow und dem Wissen, dass alles gut wird.
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StudioKARL | Karl-Lade-Straße 40, 10369 Berlin | streamingeinfach.de | FOTO: Christian Schmidt

Motherhood elevated

Es folgt ein Elevatorpitch der etwas anderen Art: „Ich will, dass Mamas sich genauso gut um sich selbst kümmern wie um ihr Baby. Denn wenn die Mama glücklich ist, ist ihr Baby glücklich, ist die Familie glücklich, ist die Welt eine bessere.“ Dem ist quasi nichts hinzuzufügen außer einer kleinen Erklärung. Stefanie Raffelsieper ist vor rund zweieinhalb Jahren Mutter geworden. Irgendwann verspürte sie umgeben von Stilleinlagen und Spucktüchern das dringende Bedürfnis, sich selbst auch wieder stärker als Frau wahrzunehmen. Sie suchte nach einem Still-BH, der nicht nur funktional war, sondern in dem sie sich auch wohl und schön fühlte. Was sie fand, waren vor allem Modelle der Fast-Fashion-Industrie, orthopädische Designs und ein zentrales Problem: Stilleinlagen im BH, die die Kleidung zwar vor auslaufender Muttermilch schützen, aber auch jede Menge Abfall produzieren. Allein 120 Millionen davon landen in Deutschland jährlich im Müll. Muss anders, geht anders. Anderthalb Jahre tüftelte sie mit ihrem Team an einem fair produzierten Still-BH, der lose Stilleinlagen überflüssig macht und schön genug ist, dass Frau ihn auch dann noch gerne trägt, wenn sie schon längst abgestillt hat. Das Design entwickelte sie mit Lydia Maurer, die für Haute-Couture-Marken wie Givenchy and Yves Saint Laurent arbeitete und heute zwei eigene Labels betreibt. Herzstück ist ein antibakterielles und besonders schnell trocknendes Zwei-Lagen-System, das Feuchtigkeit absorbiert und vom Körper wegleitet. Alle Materialien werden direkt bei den Hersteller*innen eingekauft. Neben gewaltfreier Seide werden recycelte Produktionsreste verwendet. Das vapeurisierende Material hält zudem das Blue-Sign-Nachhaltigkeitszertifikat. Genäht wird in Europa. Seit Montag läuft die Kickstarter Kampagne zur Finanzierung der ersten Produktionsreihe. Neben dem branayama Still-BH zum Early Bird-Preis gibt es jede Menge exklusive limitierte Dankeschöns von Brands wie Les Marimères, OZN Vegan, Vote Coffee Berlin, dem Berliner Deli & Bistro Hinterland, Interior-Designerin Doreen Schumacher, Künstlerin Sofia Salazar und dem Design-Label We Are Studio Studio.
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branayama nursing bra Crowdfunding-Kampagne | kickstarter.com/branayama | FOTO: Victoria Kämpfe

Große Kunst von kleinen Leuten

Kritzeleien für die Ewigkeit: Der Berliner Künstler und Papa Claudius Hausl fertigt mit viel Hingabe und noch mehr Geschick großformatige Holzkollagen auf Grundlage von Kinderzeichnungen an. Damit verewigt er nicht nur persönliche Erinnerungen und Familienschätze, sondern bannt auch die unwiederbringliche Magie der Kindheit, in der sich Subjektivität und Objektivität vermischen für die Ewigkeit. Mit seinem Langzeitprojekt „Die Kritzelei“ schafft er einen Fundus an Objekten zwischen freier Lust an der graphischen Bewegung und dem Antrieb, die Welt absichtsvoll darzustellen. Um die Sammlung weiter wachsen zu lassen, können Eltern und Kinder ihre Zeichnungen mit einer kleinen Geschichte dazu teilen oder auch Auftragsarbeiten einreichen. Wer sich gleich selbst das Lieblingsbild aus dem Kinderzimmer als Kunstwerk an die Wand hängen möchte, kann sich über einen 50% Gutschein freuen. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „KLEINMALEREI“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Die Kritzelei | diekritzelei.de | ab 540 € | FOTO: Claudius Hausl

Auf Crack!

Was haben Tokio und New York gemeinsam? Richtig: lecker! Wer sich auf den nächsten Foodie-Spaziergang durch Berlin begibt sollte sich schnurstracks Richtung Crackbuns in der Auguststraße aufmachen. Dort gibt es süchtig machende Miniburger mit fluffigen Buns und wahlweise Bio-Rindfleisch, Hähnchen oder Garnelen mit unter anderem Wasabi, Koriander und süßer japanischer Soße. Außerdem und überhaupt: Mochi-Mochi-Fries, knusprigweiche Pommes in Überlänge, in Ingwer, Knoblauch und Sojasoße marinierte Chicken Bites sowie japanischer Gurkensalat mit Chili und Algen. Für die häppchenweise Gönnung werden die handlichen Burger stets als sogenannte Sliders im Zweierpack serviert. Wer von den frisch gebackenen Buns nicht genug bekommt, kann sie sich zum Nachgang auch als Dessert gefüllt mit Yuzu und Maracuja oder Schokolade bestellen. Only in…äh…Berlin!
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Crackbuns | Auguststraße 63, 10117 Berlin | Mo-So 17-22.30 Uhr | crackbuns.com | FOTO: CRACKBUNS

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 16. Februar 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Marlene Sørensen

Journalistin Marlene Sørensen schreibt nicht ausschließlich, aber vor allem über Mode. Manchmal in Fünfzeilern auf Instagram, ausführlicher für Magazine wie Harper’s Bazaar, Zeitungen wie Berliner Zeitung oder Online auf ZeitOnline und ohhhmhhh.de. Gelegentlich werden ihre Gedanken zu Rocklängen und Schulterpolstern zu ganzen Büchern („Stilvoll“ und „Woher hat sie das?“). Sie lebt mit Mann und Sohn in Berlin. Als nächstes plant sie etwas Großes, der Aberglaube aber verbietet verfrühte Announcements (stay tuned!). Die kleinen Pläne dürfen wir allerdings verraten, als da wären: 15 Liegestütze am Stück schaffen, eine richtig gute Tarte Tatin backen und sich mit der Bedeutung des rückläufigen Merkurs auseinandersetzen.

Name: Marlene Sørensen
Alter: Höher als meine Schuhgröße
Wohnort: Berlin
Beruf: Journalistin
Schuhgröße: Kleiner als mein Alter
Lieblingswort: Eins reicht leider nicht. Bin manische Wortsammlerin und die drei habe ich diese Woche auf meine ewige Liste geschrieben: Goutieren, unumstößlich, porös.
Kontakt: @marlene_soerensen & marlenesoerensen.com

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? Der Moment, wenn mir ein genialer letzter Satz einfällt und ich das denke, was sich mir beim Hinschreiben auf den letzten Satz oft entzieht: Ich kann’s!

Welche Eigenschaft hast du von deinen Eltern geerbt? In stürmischen Zeiten ruhig zu bleiben. Der Kiel meiner Eltern liegt noch tiefer im Wasser als meiner.

Welcher Film macht dich immer wieder glücklich? Harry & Sally

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Der Küstenstreifen bei Horbelev an der Ostküste von Falster. Dort gibt es ein kleines Restaurant mit Blick aufs Meer und Zugang zum Strand. Ein Tag dort ist wie drei Wochen Urlaub. Ich weiß nicht genau, warum, aber das ist wohl die Magie daran.

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt? Das Schicksal der Menschen in Moria.

Welche aktuell lebende Person würdest du gerne mal treffen und warum? Bruce Springsteen. Den würde ich auch ohne Grund treffen.

Wie würde dein perfektes Zimmer zum Leben aussehen? Es wäre ein Zimmer, das sich selbst aufräumt.

Berlin ist… Laut, bewegend, unperfekt. Zuhause.

Welches war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat? Ich besuchte eine Lesung von David Sedaris und trug an dem Abend einen geblümten Seidenpyjama. Als ich zum Signieren meines Buchs vor ihm stand, sagte er: „Lustig. Ich habe den gleichen.“

Was würdest du gerne lernen, wenn weder Zeit noch Geld eine Rolle spielen würde? Vieles. Für den Anfang: mein Französisch verbessern.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Vieles. Für den Anfang: ein Schulsystem, in dem kein Kind durchs Raster fällt.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? White Chocolate Cheesecake von Nigella Lawson. Ich mag Gerichte, die aufwendiger schmecken als sie in der Zubereitung sind.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich arbeite seit über 20 Jahren als Journalistin und benutze zum Tippen noch immer nur vier Finger.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie schreibt man das ø im Nachnamen? Tastenkombination alt + o.

Das letzte Wort: Keine Ahnung. Verdammt, bin wohl doch nicht genial.

FOTO: Marlene Sørensen

Den Finger in der Wunde

Ein Buch, das nicht nur zum internationalen Bestseller wurde, sondern auch Massenproteste in Korea auslöste: „Kim Jiyoung, geboren 1982″. Der feministische Roman stammt von Cho Nam-Jo, die bereits während der #metoo-Debatte eine wichtige Rolle im ostasiatischen Raum einnahm. Das Buch erzählt aus dem Leben von Kim Jiyoung, die am Rande von Seoul lebt und ihren Job aufgibt, um sich um ihr Baby zu kümmern. So, wie man es von koreanischen Frauen erwartet. Doch bald entwickelt sie eine Psychose und vertraut sich einem Psychiater an. Sie spricht offen über Frustration, Unterwerfung und wie sehr ihr Leben immer wieder von männlichen Figuren bestimmt und überwacht wird. Die intensiven Gespräche werfen nicht nur stellvertretend einen Blick in die Gefühlswelt vieler Koreanerinnen, sondern erzählen auch von der Alltagsmisogynie, mit der sich Frauen weltweit konfrontiert sehen. Zur Vorbereitung und Recherche für ihr drittes Buch befragte die südkoreanische Autorin unzählige Frauen aus unterschiedlichen Altersgruppen, um Struktur und Symptome der patriarchalen Gesellschaft sichtbar zu machen. Wir verlosen zwei Exemplare dieses großartigen Romans. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „YOU TOO“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Kim Jiyoung, geboren 1982 | 18 € | kiwi-verlag.de/kim-jiyoung-geboren-1982 | FOTO: Verlag Kiepenheuer & Witsch

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 09. Februar 2021 | Tags: , , , Keine Kommentare

Woman Walking in an Exotic Forest

Nachdem das Puzzeln wieder salonfähig gemacht wurde, kommt hier das nächste Drinnie-Hobby aus der Kategorie „Dinge, die wir als Kind gerne gemacht haben und die erstaunlich gut im Lockdown funktionieren“: Malen nach Zahlen für Erwachsene! Tascha und Kevin verschaffen mit imitart dem beliebten Malkit ein Revival, fernab von Delfinen, Südseepalmen und Hundewelpen. Stattdessen gibt es bekannte Motive aus der Kunst Historie von Henri Rousseau, Gustav Klimt und Edvard Munch zum Selbstausmalen nach Anleitung. Man muss schon eine kleine Portion Geduld mehr mitbringen, um die komplexen Kunstwerke zum Leuchten zu bringen, dafür kann man aber auch zwischen verschiedenen Schwierigkeitsstufen wählen. In den Sets finden sich neben der Malvorlage hochwertige Acrylfarben in wiederverschließbaren Töpfchen, verschiedene Pinsel sowie eine Malunterlage. Alle DIY-Kits werden in Berlin handgefertigt und schlagen natürlich jede gekaufte Kunstkopie aus dem Möbel-Discounter. Was wohl passiert, wenn man so gut malt, dass man dem Original zu nahe kommt…? Findet es heraus: Wir verlosen drei große Bilder von „Woman Walking in an Exotic Forest“ (Henri Rousseau – 1905) im Wert von je 36,50 EUR. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚MALZEIT‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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imitart | ab 26,50 € | malennachzahlenshop.de | FOTO: Ulrich Hartmann