See. Not. Rettung.

Wir müssen einmal kurz ernst werden. Bei der Vielzahl an Nachrichten, die uns Judith Rakers, Claus Kleber oder Marietta Slomka jeden Tag verkünden, kann ja keiner mehr mitkommen. Emotional schon gar nicht: Denn sind wir ehrlich, es sind doch meist bad news. Tobias Schlegel gibt uns die Chance, das Thema Seenotrettung einmal abseits des Stakkatos aus Zahlen, Fakten und Kurzmeldungen zu begreifen. Der ehemalige Moderator half den Geflüchteten vor der Küste Libyens als Notfallsanitäter und nimmt uns in seinem neuen Buch, das am 24. Februar erscheint, mit an Bord der Sea-Eye 4. In seinen Berichten können wir das Warten auf den ersten Einsatz miterleben, Rettungsmanöver und Verfolgungsjagden mit der libyschen „Küstenwache“ mitten auf dem Meer und schließlich die bange, aber auch hoffnungsvolle Zeit gemeinsam mit den geflüchteten Menschen an Bord. „See. Not. Rettung.“ ist Tobias‘ persönlicher Blick auf die Tragödien, die sich im Mittelmeer tagtäglich abspielen. Wir dürfen zwei Exemplare verlosen. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚Weil’s wichtig ist‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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See. Not. Rettung. | 16 € | piper.de/see-not-rettung | FOTO: Piper Verlag

Dick oder dünn, alt oder faltig?

Wir können uns gerade gar nicht entscheiden, für welchen Kinofilm wir das nächste Ticket lösen wollen. Wann gab es das letzte Mal so viel gutes Zeug zum Popcorn? Seit Anfang Februar läuft mit „Wunderschön“ eine deutsche Produktion, die es in sich hat. Denn es geht um Frauen und ihren Blick auf sich selbst. Der ist meist ein ziemlich strenger: exakt auf die Stellen, die nicht stimmen. Karoline Herfurth hat am Drehbuch mitgeschrieben und führt auch Regie. Vor der Kamera spielt sie die junge Mama Sonja, die nach zwei Schwangerschaften mit ihrem Körper und der Rollenverteilung in ihrer Ehe hadert. Nicht nur sie, auch die anderen vier Frauenfiguren (gespielt von Emilia Schüle, Martina Gedeck, Nora Tschirner und Dilara Aylin Ziem) in ihren unterschiedlichen Lebensphasen sind so treffend porträtiert und so authentisch, dass im Film garantiert ein paar Sätze fallen, die ihr selbst schon exakt so gesagt habt. Dabei schafft „Wunderschön“ es doch – ganz im Gegenteil zum Filmtitel – nicht zu sehr in Klischees haften zu bleiben. Deshalb ist Herfurths Episodenfilm einfach richtig gute Unterhaltung und ein überzeugender Aufruf, die Erwartungen an uns selbst mal lockerer zu nehmen. Also: Süß oder salzig?
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Wunderschön | Trailer | FOTO: Warner Bros. / Wunderschön Film

Lena Jüngst

Lena Jüngst verpackt gute Ideen in noch besseres Design. Mit bereits 27 Jahren gründete die Produktdesignerin aus München das mittlerweile sehr erfolgreiche Unternehmen air up. Die Trinkflaschen mit austauschbaren Aromakapseln trickst nicht nur unseren Geschmackssinn aus, sondern sorgt ganz nebenbei für weniger Verpackungsmüll. Wen sie drei Jahre später gerne zum Wasser-Tasting am Tisch hätte, verrät uns die sympathische Vordenkerin hier.

Name: Lena Jüngst
Alter: 29
Wohnort: München
Beruf: Chief Evangelist und Co-Founder air up
Schuhgröße: 40 (sagt das irgendetwas über mich aus?) :)
Lieblingsgeschmack: Orange-Vanilla-Swirl
Kontakt: Ihr könnt mir gerne bei LinkedIn direkt schreiben (ich werde versuchen zu antworten) oder an eine unserer Firmenadressen: pr@air-up.com (dort werden dann meine Kolleg:innen dafür sorgen, dass Du in jedem Fall eine Antwort erhältst!).

Beschreibe air up in einem Satz: Mit air up haben wir ein innovatives Trinksystem auf den Markt gebracht, das – ohne die Beigabe künstlicher Zusätze oder Zucker, sondern nur mit Duft – Wasser jede Art von Geschmack verleihen kann.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Ehrlich gesagt waren für mich immer die Personen am hilfreichsten, die mir geraten haben, aufzuhören. Das war dann nämlich immer genau der Moment, in dem ich mir dachte: „Nee, jetzt erst recht.“ :) Was mir außerdem gutgetan hat, war in einer sehr stressigen Zeit mit einem Coaching zu beginnen. Dort habe ich auch gelernt, meinen sehr eigenen Weg durch die Gründung zu finden.

Was hast du in 20 Jahren erreicht? Das ist aber ein ziemlich langer Zeitraum… In den vergangenen 20 Jahren bin ich groß geworden, habe meine Berufung gefunden, viele Partys gefeiert, bin aus München weggezogen (und wieder zurückgekommen :)), habe unglaublich viele tolle Menschen getroffen, bin über Hindernisse gestolpert, habe mich besser kennen gelernt, habe gelernt zu akzeptieren, was ich kann und was ich nicht kann, habe mit Tim eine Idee entwickelt, die größer geworden ist als gedacht, habe ein Unternehmen mitbegründet, Vor- und Nachteile dessen kennengelernt, Freiheit abgegeben und wieder gewonnen usw… :)

Die ganze Welt hört dir zu: Was sagst du? Lasst uns endlich echte Lösungen für die Zukunft auf die Beine stellen und die zur Abwechslung dann auch mal durchziehen.

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? Merke ich das? Mhm, ich glaube, ich denke mehr über das Weltgeschehen nach und verspüre auch ein verstärktes Verantwortungsgefühl. Außerdem muss ich Steuerklärungen machen, Versicherungen abschließen und diese ganzen anderen Sachen, die ich am liebsten abgeben würde. Außerdem bekomme ich mittlerweile einen Kater von zwei Bier. Ziemlich traurig. Deswegen versuche ich in anderen Bereichen weniger erwachsen zu sein. :)

Wie war deine Führerscheinprüfung? Zweimal schlecht und einmal gut. :D

Was machst du an einem freien Tag? Das Gegenprogramm zu „vor dem Laptop sitzen“ starten.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Life-centered design. Also über die Frage, wie wir heute Produkte gestalten sollten und warum diese dann auch erfolgversprechender wären.

Wer sitzt mit dir an deinem Traum-Stammtisch? Neri Oxman, Richard David Precht, Ruth Bregman, Rory Sutherland, Fynn Kliemann, David Eagleman & Alli Neumann… und meine geschätzten air uppie-Kolleg:innen natürlich. Wir würden uns über Utopien unterhalten – Neri, Fynn und wir würden darauf aufbauend verrückte Projekte starten und Alli würde anschließend einen Song darüber schreiben.

Was wirst du in Zukunft weniger machen? Hoffentlich meine Zeit in weniger Schwachsinn investieren, wie zum Beispiel in Serien etc. Außerdem versuche ich gerade mein Konsumverhalten umzustellen, was echt nicht einfach ist. Ich hoffe aber, ich schaffe es in Zukunft meinen Fußabdruck im Alltag etwas zu verkleinern.

Was würdest du ändern wenn du die Macht dazu hättest? Den Klimawandel stoppen. Dann könnte ich ohne schlechtes Gewissen meinen Hobbys wie auf Reisen Gehen & schöne Dinge Kaufen frönen. :)

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wasser mit Geschmack, einen Aperol Spritz und kalte Tapas.

Was sollte niemand von dir wissen? Das werde ich ja wohl nicht hier reinschreiben…

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Würdest du lieber gegen 20 entengroße Pferde oder 3 pferdegroße Enten kämpfen? ;)

Das letzte Wort: Think new!

FOTO: air up

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 22. Februar 2022 | Tags: , , , Keine Kommentare

Rausch im Dunkeln

Die besten Abende sind doch meist die, an denen etwas Unvorhergesehenes passiert. Für unzählige Überraschungsmomente sorgt die neue Eventreihe „Himmel unter Berlin“. Das beginnt schon bei der Location – die ist nämlich bis kurz vor Start Top Secret und nur durch einen Geheimgang zugänglich. Was klar ist: „Himmel unter Berlin“ entführt in ein dunkles Labyrinth und zeigt euch Visionen und Installationen von vierzehn Künstler*innen. Darunter unter anderem Leigh Sachwitz, die bereits die Ausstellung Olympus Perspective Playground inszeniert hat, oder Lichtkünstler Boris Acket, der die schwebende Welle (Einder) auf dem Lost Art Festival erschuf. Das Ganze findet vom 23. März bis zum 3. April statt. Und nur vor ausgewähltem Publikum, denn pro Abend können maximal 199 Personen diese Reise in die Dunkelheit erleben. Daher kann man die Tickets auch nicht so einfach kaufen. Was ein Glück, dass wir als Medienpartner einen der geheimen Codes ergattern konnten, mit denen ihr euch die Tickets hier ziehen könnt. Das Passwort lautet mmwDarkness und kommt mit einem Gimmick: Wer einmal einen Zugang hat, darf auch die Folgeveranstaltungen besuchen. Aktuell sind die Tickets ausverkauft, aber die Zeichen stehen gut, dass es eine Verlängerung gibt. Zudem könnt ihr euch auf der Website auf die Nachrückerliste setzen lassen. Ihr werdet dann zuallererst informiert, sobald wieder Tickets freigeschaltet werden.
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Himmel unter Berlin | 23.03. bis 03.04.22, jeweils 16-19 & 19-22 Uhr | Ort noch geheim | Tickets 32 € | himmelunterberlin.com | FOTO: Himmel unter Berlin

Voll das Leben!

Habt ihr euch eigentlich schon mal gefragt, welche Geschichten uns die Wände der Berliner U-Bahn-Stationen erzählen würden, wenn sie könnten? Das C/O Berlin erweckt mit einer neuen Ausstellungs-App einige Episoden zum Leben und nimmt uns mit auf eine visuelle Zeitreise durch das Berlin Ende der 1970er- bis Mitte der 1990er-Jahre. Genauer gesagt blicken wir durch die Linse des Ostkreuz-Fotografen Harald Hauswald. Seine Bilder erzählen vom Leben in der DDR, die Geschichte des Wandels 1989 und die Folgen der Wiedervereinigung. Sie lassen uns dem DDR-Alltag ganz nahekommen und sind auch schon einmal ironischer Kommentar. Es handelt sich schließlich um den von der Stasi wohl meist beobachteten Fotografen. Aktuell zeigt das C/O mit der Ausstellung „Voll das Leben! Reloaded“ seine Werke. Die zugehörige C/O App verwandelt per Augmented-Reality-Technologie Plakatflächen am Rosa-Luxemburg-Platz, in der Klosterstraße und am Potsdamer Platz in einen Teil der Ausstellung – und bringt die Fotografien damit in unmittelbare Nähe zu ihren Entstehungsorten.
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C/O Berlin App | co-berlin.org/app | FOTO: C/O Berlin Foundation / David von Becker

Allein, allein

„Das Buch der Stunde“! Wie oft liest man solche großspurigen Ankündigungen? Selten haben sie so gestimmt wie bei Daniel Schreibers „Allein“. Er hat sich – in einer Zeit, in der alle Möglichkeiten der Ablenkungen wegfielen – damit beschäftigt, wie selbstverständlich die Erzählung der einen großen Liebe in unserer Gesellschaft immer noch wirkt. Und wie merkwürdig das eigentlich ist, wenn wir uns umschauen und einen Blick auf unsere bisherigen Liebesleben und unseren Freundeskreis werfen. Auf der Suche nach einem selbstbestimmten Leben sind wir doch alle in den unterschiedlichsten (Paar-)Beziehungen gelandet – oder eben in keiner. Was kann man tun, wenn man das selbst als Schwäche empfindet? Und wieso hält sich dieses Bild, dass wir alle noch eine bessere Hälfte finden müssten, eigentlich so hartnäckig, wenn Deutschland rund 18 Millionen „Single“-Haushalte zählt? Daniel Schreiber berichtet, wie unumgänglich die Pandemie seine Auseinandersetzung mit der Einsamkeit machte. Und will eine neue Erzählung vom Alleinsein finden. Er nimmt uns mit auf seine Suche, wie ein glückliches Alleinsein gelingen kann. Klingt nach Ratgeber oder Sachbuch? Don’t be fooled. Es ist ein persönlicher, literarischer Bericht, den Daniel Schreiber immer wieder abgleicht und anreichert mit spannenden philosophischen, psychologischen oder soziologischen Positionen und genau deshalb in der eigenen Geschichte auch das herausarbeitet, was aktuell so viele fühlen, fragen und ergründen. Und das macht es doch aus, „das Buch der Stunde“, oder?
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Allein | 20 € | hanser-literaturverlage.de/allein | FOTO: Hanser Verlag

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 08. Februar 2022 | Tags: , , , Keine Kommentare

Anne Albert

Anne kann Reduktion. In Sekundenschnelle bringen ihre Illustrationen den Kern einer Geschichte auf den Punkt. So simpel, so einprägsam, so smart. Und genau so fallen auch ihre Antworten in unserem Gespräch aus. Im Interview gibt’s Alltagsoptimismus pur und wer noch mehr davon braucht, dem legen wir Annes Instagram Kanal ans Herz. Hier zeigt die Potsdamerin ihre Werke: Das moderne Leben, verpackt in abstrakten Formen und leuchtenden Farben. It’s ok!

Name: Anne Albert
Alter: 36
Wohnort: Potsdam
Beruf: Illustratorin
Schuhgröße: 37,5
Lieblingsfarbe: Ich kann mich nie entscheiden, liebe Senfgelb, tiefes Blau und kräftiges Rot, ach, eigentlich fast alle Farben.
Kontakt: instagram.com/annealbert_illustration & annealbert.com

Beschreibe deinen Job in einem Satz: Ich bringe verschiedenste Themen visuell auf den Punkt und lasse meine Bilder sprechen.

Was war die beste Entscheidung deiner beruflichen Laufbahn? Weiterzumachen.

Woraus schöpfst du Energie? Aus meiner Arbeit, Familie, Freunde, Liebe, Joggen, Spazierengehen, Schlafen…

Bist du besser darin Dinge anzufangen oder zu beenden? Ich denke, ich kann beides ganz gut.

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen? Ehrlichkeit und Empathie.

Für was kann man dich nachts wecken? Nachts sollte man mich besser nicht wecken. Aber ich kann ziemlich gut zuhören.

Welcher Film macht dich immer wieder glücklich? Ich schaue Filme selten mehrmals. „Call Me by Your Name“ ist einer meiner Favoriten.

Der größte Irrtum deines Lebens? Dass man alles planen könnte und die Dinge schon auf Anhieb funktionieren werden.

Dein schlimmster Ohrwurm? Die schlimmsten Ohrwürmer verschaffen die Intros der Hörspiele meiner Kinder, wie „Conni“ und „Die drei ??? Kids“.

Wenn du ein Video haben könntest von einer Situation deiner Wahl aus deinem Leben: Welche Situation wäre das? Da fällt mir nichts ein, wahrscheinlich brauche ich so ein Video nicht.

Was würdest du ändern wenn du die Macht dazu hättest? Mehr Wertschätzung für Illustration und bessere Bedingungen für selbstständige Kreative. Und all das, was man eh ändern würde, wenn man könnte: bezahlbarer Wohnraum, Weltfrieden, den Klimawandel aufhalten, mehr Solidarität untereinander…

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wahrscheinlich würde ich ein Curry kochen.

Was sollte niemand von dir wissen?

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wofür hättest du gerne mehr Zeit?

Das letzte Wort: It’s ok.

FOTO: Ewa Priester

Fairsteigert

Stell dir einen Kunstmarkt vor, der nicht exklusiv und elitär ist. Mit Auktionen, die sowohl auf die Künstler*innen als auch die Käufer*innen eingehen. Klingt gut? Elisabeth Henne und Vincent von Frankenberg haben Kunstgeschichte studiert und diesen Gedanken weitergesponnen. Beide haben bereits Erfahrungen in Auktionshäusern gesammelt und wollen mit LOT1 vieles anders machen. Jedes Lot, also zu versteigerndes Werk, wird in Berlins ersten fairen Kunstauktionshaus abseits von Stereotypen behandelt. Künstler*innen können hier gleich von Herkunft, Alter oder Geschlecht ihre Arbeiten einem breiten Publikum anbieten. Darunter abgeschlossene Hauptwerke, aber auch Skizzen und Zwischenschritte die von 50 bis 1.500 Euro variieren. Damit soll Kunst für eine größere Gruppe an Käufer*innen erlebbar und bezahlbar sein. Weil Künstler*innen bei LOT1 ihre Originale direkt vertreiben, können sie auch unmittelbar von den Einnahmen profitieren. Zeitgleich werden Auktionen dadurch wieder zu echten Begegnungsorten für Kunstschaffende und Kunstinteressierte. Egal, ob mit langjähriger Expertise oder als Laie: Die an ausgewählten Orten stattfindenden Kunstauktionen bringt sie alle zum Gespräch zusammen. Los geht es im April.
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LOT1 | lot1.de | FOTO: Martin Schwarze

Von 70er Groove und großer Liebe

Was wurde über die Liebe nicht alles schon gesagt, geschrieben oder auf die Leinwand gebannt. Völlig egal! Das machen gleich die ersten Sekunden von „Licorice Pizza“ klar. Denn hier kommt ein Film, der so mitreißend schön ist, dass wir den beiden Hauptfiguren – Mittzwanzigerin Alana Kane (Alana Haim) und Teenager Gary Valentine (Cooper Hoffman) – überallhin folgen würden. Wir sind im kalifornischen Sommer, wir sind in den wilden Siebzigern, wir sind irgendwo zwischen Schlaghosen und Motown. „Licorice Pizza“ erzählt nicht nur die Geschichte der Freundschaft und Liebe zwischen Alana und Gary, sondern auch die große Lovestory zwischen Regisseur Paul Thomas Anderson und seiner Heimat, dem San Fernando Valley nordwestlich von L.A. — die in einer der kitschig-schönsten Inszenierungen Hollywoods mündet, die wir je gesehen haben. Über den Film gäbe es noch so viel mehr zu erzählen. Zum Beispiel über den tollen, buntgemischten Cast. Denn neben den beiden Newcomer*innen (naja, kann man Philip Seymour Hoffmans Sohn wirklich so bezeichnen?) in den Hauptrollen taucht mit Bradley Cooper, Sean Penn oder Tom Waits auch Hollywoods A-Riege auf. Oder über die unzähligen Cameo-Auftritte. Oder, oder, oder… ihr merkt, wir kommen ins Plaudern! Wichtig ist eigentlich nur eins: Lange schon gab es nicht mehr so viel Freiheitsgefühl, so viel Freude, so viel Rausch im Kinosaal.
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Licorice Pizza | ab 27.01.2022 im Kino | Trailer | FOTO: Universal Pictures

Manifesto

Seitenwechsel für Bernhardine Evaristo: In ihrem neuen Buch „Manifesto – Warum ich niemals aufgebe“ erzählt die in London lebende Autorin erstmals über ihr eigenes Leben. Beginnend bei ihrer Kindheit bis hin zu den Stigmata, die sie 40 Jahre begleiteten: Frau, Schwarz, Lesbisch, Prekär, Schriftstellerin. Auf fast 300 Seiten erzählt sie von den Höhen und Tiefen in ihrem Leben. Davon wie es ist, als Tochter einer englischen Mutter und eines nigerianischen Vaters im armen Süden Londons aufzuwachsen. Als Mensch zweiter Klasse gesehen zu werden und doch niemals aufgeben zu wollen. Es geht um Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Aktivismus, Queere Liebe und Evaristos langen Weg zur Bestsellerautorin. Schließlich wurde die jetzt 62-Jährige vor drei Jahren als erste Schwarze Schriftstellerin mit dem begehrten Booker Prize ausgezeichnet, einem der wichtigsten Literaturpreise weltweit. Die sieben Kapitel fühlen sich wie eine persönlich anvertraute Geschichte an, ein tiefer Blick in ein Leben, welches unscheinbar beginnt, Hindernisse immer wieder überwindet und in einer internationalen Leserschaft endet. Ein bedeutendes Lehrbuch, welches gar keines werden wollte.
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Manifesto | 22 € | klett-cotta.de/Manifesto | FOTO: Tropen/Klett-Cotta

Blumen satt

Mitten im grau-beigen Gefühlsmatsch (auch „Berliner Winter“ genannt) können bunte Orte wie das Studio Linné wahre Wunder bewirken. Auf der sonst so tummeligen Hermannstraße findet sich hier eine kleine Oase für gute Gefühle und einzigartige Blumenarrangements. Dahinter steckt die florale Künstlerin und Designerin Misha Todirascu, die mit ihrem Team einzigartige Blumen in lebendige Kunst verwandelt. Die gut riechenden Meisterwerke machen sich nicht nur im eigenen Wohnzimmer gut, sondern schmücken auch Fotoshootings und Kunstinstallationen. So gehören zu ihren Kund*innen auch Kreative aller Disziplinen und Lieblingslabels wie Paloma Wool. Wer sich selbst oder anderen eine Freude bereiten möchte, kann sich im Online-Shop schon ab 25 Euro einen Strauß aussuchen und vor Ort abholen oder sich liefern lassen. Jedes Gesteck wird individuell angefertigt und kann durch persönliche Notizen beim Bestellvorgang angepasst werden. Pssst, zum Valentinstag wird es zusammen mit einer noch geheimen Marke eine ganz besondere Kollaboration geben. Die näheren Infos dazu folgen auf der Webseite und dem Instagram-Kanal, der sich jetzt schon wie eine Minitherapie anfühlt.
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Studio Linné | Hermannstr. 179, 12049 Berlin | Di–Sa 12–19 Uhr, So 12–16 Uhr | studiolinne.de | FOTO: Studio Linné

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 25. Januar 2022 | Tags: , , Keine Kommentare

Bruno Alexander

Bruno Alexander gehört zu den Menschen, die schon in jungen Jahren ziemlich genau wissen, wo es für sie einmal hingeht. Mit seinen 22 Jahren war er schon in echten Knallerserien wie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ oder „Club der roten Bänder“ zu sehen, aktuell spielt er in der Amazon Prime Mockumentary „Die Discounter“ mit – und ist gemeinsam mit den Zwillingsbrüdern Oskar und Emil Belton auch für Regie und Drehbuch verantwortlich. Da überrascht es nicht, wenn er im Interview gesteht, dass Geduld wirklich nicht zu seinen Stärken gehört: „Es muss immer alles jetzt passieren.“ Ein Gespräch zwischen Cowboy Boots auf dem Kiez, den Rolling Stones und Riesenenten.

Name: Bruno Alexander
Alter: 22
Wohnort: Hamburg
Beruf: Schauspieler und Regisseur
Schuhgröße: 46 haha
Lieblingsfilmzitat: „I love inside jokes. Would love to be a part of one, some day.“ – Michael Scott, „The Office“
Kontakt: instagram.com/bruno__alexander

Wie bist du aufgewachsen? Mit Mutter, Vater, Bruder und Schwester in Eimsbüttel. Vor allem meine großen Geschwister haben mich geprägt. Ich wollte immer schon mit meinem Bruder und seinen Freunden mithalten und auch so cool sein wie die. Ich hab also mit allem, auch mit den verbotenen Sachen, relativ früh angefangen, hatte also auf jeden Fall eine sehr aufregende und rebellische Kindheit und Jugend. Daher auch der Name „Kleine Brüder“ für die Produktionsfirma, die ich vor einem Jahr mit ein paar Freunden gegründet habe (Oskar Belton, Emil Belton, Max Mattis, Leo Fuchs) – alles kleine Brüder. :)

Bei welchem kulturellen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen? Ich wäre gerne mal auf einem Rolling Stones Konzert gewesen. Allgemein mag ich den Style der 80er. Das Kostüm aus „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ wollte ich gar nicht mehr ausziehen. Einges davon trage ich auch heute noch. Aber man wird halt bisschen komisch angeguckt, wenn man in Cowboy Boots auf den Kiez geht…

Wofür hast du kein Talent? Ich bin sehr sensibel für alles Zwischenmenschliche, was um mich herum so passiert. Immer wenn mir eine interessante Situation auffällt, schreibe ich sie direkt in meinem Handy auf Notizen auf. Wenn es dann in den Schreibprozess für eine Serie geht, greife ich darauf zurück. Daraus entstehen dann die spezifischen und originellen Szenen, die relatable sind und sich echt anfühlen. Für jedes aktuelle oder in der Zukunft liegende Projekt habe ich einen eigenen Ordner, gefüllt mit tausenden von kleinen Momenten meines Lebens.
Ok, hab erst beim zweiten Mal Lesen gemerkt, dass die Frage eine andere war… Wofür ich kein Talent habe: Ich kann mich schwer gedulden. Es muss immer alles jetzt passieren.

Das größte Problem deiner Generation? Instagram, TikTok und so. Und die Kurzlebigkeit, die daraus entsteht. Ich habe das Gefühl, es gibt gar keine richtigen Idole mehr, zu denen eine ganze Generation aufblickt. Klar, es gibt noch den ein oder anderen Superstar, aber das ist nicht wie zum Beispiel zu Zeiten der Rolling Stones. Heute ist der Hype oft von nicht sehr langer Dauer.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freund*innen beschreiben? Empathisch, loyal und kreativ.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? War neulich beim „Floating“. Da liegt man in einem Becken mit sehr hohem Salzgehalt und schwebt an der Oberfläche. Um einen herum ist alles dunkel. Das soll eigentlich entspannend sein. Ich fand’s richtig scheiße. Die ganze Zeit ist mir Wasser in die Ohren gelaufen, weil die Ohrenstöpsel nicht gehalten haben und als ich dann eine ganz okaye Schwebeposition gefunden habe, wurde auch schon das Wasser ausgelassen und es war vorbei. Nie wieder!

Würdest du lieber gegen eine Ente kämpfen, die so groß ist wie ein Pferd oder gegen hundert Pferde, die so klein sind wie Enten? Auf jeden Fall gegen die Riesenente. Ich würde es, glaube ich, nicht packen, den kleinen Pferden weh zu tun. Aber so ’ne Riesenente…

Was ist dein wertvollster Besitz? Gerade ist das meine analoge Kamera, von der ich noch zwei unentwickelte Filme habe. 50 Fotos, von denen ich keine Ahnung habe, was drauf ist, weil sie bei diversen Partys entstanden sind. Ich liebe diese Überraschung. Bei der Abholung im Fotoladen wird es dann aber manchmal ein bisschen awkward mit dem Kollegen, der die Fotos entwickeln hat…

Wann hast du dir das letzte mal gewünscht, dass der Tag nie aufhört? Freitag vor zwei Wochen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde das Bad richtig schön sauber machen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wenn ihr morgens kommt, dann würde ich euch das beste Spiegelei-Brot machen, was ihr je gegessen habt. Und sonst kann ich tatsächlich vegetarische Bolognese so zubereiten, dass sie besser als echte schmeckt.

Was sollte niemand von dir wissen? Yikes.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Waren gute Fragen, danke.

Das letzte Wort: Gucktdiediscounterbeiamazonprime!

FOTO: Mathias Bothor/photoselection

Ich streame was, was du nicht streamst

Joah, 2022 kommt so langsam in Gang. Richtig Bock rauszugehen haben wir trotzdem nicht – wegen na ja, deshalb eben. Was von der Miete übrig bleibt, investieren wir daher lieber munter in die Nutzung von inzwischen um die drölfundzwanzig Streaming-Angeboten. Denn schließlich sorgen die erhabenen Algorithmen dafür, dass wir auf den einschlägigen Plattformen schnell wenig Neues entdecken. Das brachte uns auf die Idee, einfach mal herumzufragen und die aktuell beliebtesten Filme und Serien zusammenzutragen. Here we go! Starten wir mit ELDORADO KADEWE, einer ARD-Eventserie über den wohl bekanntesten Einkaufstempel der Republik. Das Luxuswarenhaus am Berliner Kurfürstendamm als Schauplatz einer großen Freundschafts- und Familiensaga und einer lesbischen Liebesgeschichte gegen alle Widerstände. +++ Die Dokuserie HEIMSPIEL auf Netflix schickt uns in verschiedene Gegenden auf der Welt und erzählt die Geschichte von Sportler*innen, die einen extremen Randsport praktizieren. +++ Ebenfalls auf Netflix läuft die inzwischen 6. Staffel von QUEER EYE. Fünf queere Style-Expert*innen kommen unglücklichen Personen zu Hilfe, bauen – trotz ihrer teilweise unterschiedlichen Überzeugungen – Beziehungen auf und bieten neben Stilberatung auch emotionale Unterstützung. Taschentuch-Alarm! +++ Zwischen den Regalen von Feinkost Kolinski in Hamburg-Altona wird nicht nur eingekauft; es wird gevögelt, gefeiert, gefetzt, verliebt, sich gehasst und zwischendurch wird auch ein bisschen gearbeitet. DIE DISCOUNTER gibt es auf Amazon Prime +++ Die Reality-Spielshow 7 VS. WILD auf YouTube dokumentiert, wie sieben Teilnehmer*innen auf sich alleine gestellt und nur mit bis zu sieben im Vorfeld selbst gewählten Gegenständen für sieben Tage in Schwedens Wildnis zurechtkommen. Real-Life-Abenteuer zum Zugucken. +++ Gibt es DEADLINES für Kinder, Karriere und Kapitalismus? Die vier Freundinnen in der gleichnamigen Comedy-Serie in der ZDF Mediathek fühlen sich nach jahrelanger Unbeschwertheit nun mit gesellschaftlichen Erwartungen konfrontiert. Herrlich und gut. +++ Und nochmal ZDF Mediathek: LOVING HER begleitet eine junge lesbische Frau durch die Irrungen und Wirrungen der Liebe. Drama-Serie nach dem niederländischen Original „Anne+“ mit Banafshe Hourmazdi als „Hanna“.
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Eldorado KaDeWe | daserste.de | Heimspiel | netflix.com | Queer Eye | netflix.com | Die Discounter | amazon.de | 7 vs. Wild | youtube.com | Deadlines | zdf.de | Loving Her | zdf.de | FOTO: Mollie Sivaram/Unsplash

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 12. Januar 2022 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Um die Welt in lieben Briefen

Erinnert ihr euch an die Zeiten, als ein Brief mehr war als Rechnung, Warensendung oder Post vom Polizeipräsidenten? An das Herzflattern, das ein an euch persönlich adressierter Umschlag auslöste? So einen kindlichen Glücksmoment könnt ihr jetzt verschenken. Und zwar mit einer Weltenbummler-Reise per Post. Lukas und Lara heißen die beiden fiktiven Brieffreund*innen, die Kids zwischen fünf und zehn Jahren mit ins Abenteuer nehmen. Jeden Monat melden sie sich per Brief aus einem anderen Land und berichten von spannenden Sehenswürdigkeiten, kulturellen Bräuchen, lustigen Begegnungen oder kuriosen Tieren. Im Briefkasten der Beschenkten landen zudem Souvenirs und Aktionskarten mit ersten Vokabeln oder Rätseln. Online geht’s per Zugangscode mit reiselustigen Spielen weiter. Wir dürfen zwei Pakete für je drei Monate verlosen. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „POST FÜR DICH“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Lukas und Lara auf Tour | ab 11,95 €/Monat | lukasundlara.de | FOTO: Lukas und Lara auf Tour

cof

In pie we crust

Hm, wie übersetzt man am besten das englische Wort „Pie“? Kuchen führt in die Irre. Pastete klingt irgendwie zu banal. Warm, buttrig, knusprig muss es sein, süß oder salzig gefüllt mit „Mashed Potatoes“, „Peas“ und „Gravy“. Die wohl leckersten Pies in ganz Berlin serviert Chef Mischa Smeljanski, der schon im verwandten St. Barts limitierte Lockdown Pies zauberte, in seinem neuen kleinen Laden donau101 in der (genau) Donaustraße 101 in Neukölln. Eine eigens importierte Küchenmaschine sorgt für die richtige Optik der herzhaften Küchlein, die abwechselnd mit Huhn und Estragon, Käse und Zwiebel oder Ochsenbäckchen und Wurzelgemüse gefüllt sind. Bislang hat der Neuköllner Geheimtipp nur am Wochenende geöffnet, auf Instagram bekommt ihr direkt alle Infos zu Specials. Am kommenden Wochenende beispielsweise wird eine weitere Veggie-Variante kredenzt. Ok, wir übersetzen und entscheiden uns für gefüllte Pastete mit Kartoffelbrei, Gemüse und brauner Soße…Yummy!
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donau101 | Donaustr. 101, 12043 Berlin | Sa & So 12-16 Uhr | instagram.com/donau_101 | FOTO: Yoni Nimrod

Meike Schützek

Meike Schützek ist passionierte Ozeanliebhaberin und hat genau deshalb vor vier Jahren ihre Karriere komplett transformiert, den Marketing-Job an den Nagel gehängt und die NGO Ocean. Now! gegründet. Seitdem nutzt sie die Kraft der Kunst, um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig ein nachhaltig gesunder Ozean für uns alle ist. Im Interview geht es um Berufung und Engagement, low-drama Führungsstil und die Freundschaft zwischen einem Mann und einem Oktopus.

Name: Meike Schützek
Alter: 45
Wohnort: Berlin-Friedrichshain
Beruf: Gründerin der NGO Ocean. Now!, und selbständige Beraterin (Marketing und Kommunikation Ozeanschutz)
Schuhgröße: 39-40
Lieblingsgewässer: Atlantikküste der Algarve
Kontakt: info@meikeschuetzek.com

Beschreibe Ocean. Now! in einem Satz: Ocean. Now! ist eine NGO, die die Kraft der Kunst nutzt, um das Bewusstsein für das Nachhaltigkeitsziel 14 (SDG 14) – „Leben unter Wasser” – zu schärfen. Wir stärken das Engagement auf allen Ebenen der Gesellschaft mit dem Ziel, die Vielfalt des marinen Ökosystems wieder aufzubauen.

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? Kreativ, designorientiert in diesem Themenfeld arbeiten zu können. Die kurzen Entscheidungswege in einem kleinen Team und das Feiern kleiner Erfolge.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Es war kein konkreter Rat, aber der Einfluss von drei Managern, von denen ich mir in meiner früheren Karriere (E-Commerce) einen sehr guten Führungsstil abschauen konnte. Er war low-drama (das Ego auf den Rücksitz stellen), motivierend (Erfolge feiern) und fair (mit jedem auf Augenhöhe). Dafür bin ich sehr dankbar.

Wer oder was inspiriert dich? Philosophie und visionäre Gesprächsthemen, auch gern Utopien, denn es gibt noch so viel Luft nach oben für die Menschheit. Ästhetische Konzeptkunst, die ins Herz geht. Ein langer Surftag im Spätherbst mit sanften Wellen und einem gut gemixten Mojito danach. Unter freiem Himmel stundenlang zu großartiger Musik tanzen.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Das Ändern leben – wie ich zurück zum Ozean ging (meine Geschichte, wie ich meine Karriere erfolgreich änderte, um zurückzugeben).

Was ist die großartigste wahre Geschichte, die du gehört hast? Zwischen einem Mann und einem Oktopus entwickelte sich eine Freundschaft.

Du darfst den Duden um drei Wörter deiner Wahl ergänzen. Bitteschön: Herzaufstand, Metta Bhavna, Diskokugel.

Wessen BRAVO Poster hattest du an der Wand? Michael Jackson, Morten Harket, Bros.

Wenn du umziehen müsstest, wo würdest du gerne leben? In der Algarve.

Was kann jeder heute tun, damit wir alle eine glücklichere Zukunft erleben? Bewusst mit sich selbst und anderen leben. Weniger konsumieren, mehr teilen. Weniger arbeiten, mehr tanzen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde weltweit die Ideologie des endlosen Wachstums ausradieren und stattdessen ein Verständnis für regenerative Kulturen wachsen lassen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Grünes Curry mit Süßkartoffeln, Brokkoli, Fenchel, Karotten, Tofu und Cashewnüssen. Garniert mit Koriander.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich sehe in Menschen oft, welchem Tier sie ähnlich sehen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist dein aktueller Lieblingstrack? Antwort: Tom Misch – „It Runs Through Me“ (feat. De La Soul).

Das letzte Wort: Let love rule.

FOTO: Charlene Kilthau

Happy & Merry

Hä, gestern war doch noch Sommer!? Und plötzlich ist 2021 auch schon wieder fast vorbei. Wir machen es kurz, es war ein gutes Jahr. Trotz allem. Und das lag auch und vor allem an euch. Dafür wollen wir DANKE sagen. Von Herzen!

Wir freuen uns auf 2022, auf neue spannende Herausforderungen, erhellende Momente, gemeinsame Siege und darauf, auch im kommenden Jahr unsere Welt aktiv mit euch zu gestalten. Denn genau das treibt uns an, als Magazinmacher*innen, Agenturpeople und aufgeweckte Menschen. Ach ja, und dieses Virus kriegen wir dann bitte auch langsam in den Griff. #einkleineerpieksfürdiemenschheit #hilftauchwennmannichtdranglaubt

Für den Jahresausklang und die Feiertage wünschen wir euch Gesundheit, positive Energie, gute Gedanken und genau die richtige Portion Ruhe im kleinen Kreise eurer Liebsten. Haltet die Ohren steif, bleibt gesund und fröhlich, wir lesen uns im Januar. Bis dahin, viel Spaß mit unseren letzten herzlichen Empfehlungen in diesem Jahr.

Merry Christmas & a Happy New Year!
Euer MMW Team

Kategorien: In eigener Sache | Autor: | Datum: 21. Dezember 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Readymade

Christopher Hoecker ist Designer. Designer und Tischler, Tischler und Schuhmacher, Schuhmacher und Erfinder. Alltägliche Dinge werden bei ihm weitergedacht, umgewandelt und vor allem vor dem Einstauben bewahrt. So werden aus gebrauchten Schlafsäcken mit ein paar Kniffen hochwertige Jacken im einzigartigen Retrolook. Das Ausgangsmaterial für die Einzelstücke findet das handwerkliche Multitalent auf Flohmärkten, in Kleinanzeigen und bei Freund*innen. Die Muster, ob blumig oder grafisch, erinnern uns an Campingabenteuer und kurze Nächte unter dem Sternenhimmel, den ersten Urlaub mit den Eltern und vor allem den ersten ohne. Minus den muffeligen Kellergeruch natürlich. Der Stoff mit Vorgeschichte wird in Bad Kreuznach gewaschen, getrocknet und für den Schnitt aufbereitet. Alle Jacken werden mit frischem Futter befüllt, einem neuen Reißverschluss versehen und designmäßig in die Neuzeit übertragen. Der verlängerte Rücken sorgt für einen warmen Hintern, ganz wie früher eben.
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HOECKER – Design | ab 340,00 € | hoecker-design-shop.de | FOTO: Hoecker Design

Lesezeit

Wir alle sind nur so stark wie unser Dorf, unser Tribe. Das haben die letzten Monate einmal mehr gezeigt. Gründerin Janina Jauch hat jetzt eine fuchsige Idee für Familien an den Start gebracht. Lesido heißt ihre digitale Bilderbuch-Bibliothek mit interaktivem Videochat. Die App macht es mal eben möglich, dass Oma und Opa gemeinsam mit ihren Enkel*innen in Büchern von renommierten Verlagen wie Klett, Bastei Lübbe, Loewe oder Knesebeck schmökern, auch über hunderte Kilometer hinweg. Per Videochat sucht man sich zusammen ein Buch aus und liest los. Die Bücher richten sich an Kinder zwischen zwei und acht Jahren. Für uns die schönste Alternative zur Flimmerstunde mit Peppa Wutz und Paw Patrol. Für mehr Oma und Opa im Alltag!
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Lesido | lesido.de | FOTO: Lesido

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 21. Dezember 2021 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Geschenke-Special 2/2

Jetzt aber schnell: Für alle, die noch auf der Suche nach passenden Geschenken sind, haben wir hier ein paar wohl ausgesuchte Tipps, die garantiert und easy-peasy noch vor Weihnachten erhältlich sind. Zumindest, wenn man in Berlin wohnt (an alle anderen viel Glück!). Den Anfang macht das bunte BERLIN – puzzle 1000 von we come in piece (megaguter Name). Magdalena Stadnik hat es geschafft, Berlin auf 48 x 67 Zentimetern mit seinen offiziellen und inoffiziellen Wahrzeichen zu illustrieren. Obendrauf gibt es ein Poster zum Aufhängen und Nachlesen spannender Berlin-Facts. Die 1000 Teile findet ihr online oder in den Buchhandlungen von Walther König. Wir verlosen zwei Exemplare. Schreibt dazu eine Mail mit dem Betreff ‚WE COME IN PIECE‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de. +++ Und wenn ihr schon mal beim Buchdealer eures Vertrauens seid, fragt gleich nach unserem zweiten Tipp, dem Buch „Überwintern. Wenn das Leben innehält“ von Katherine May. Hier geht es nicht um Outdoor Hacks, sondern ums bewusste Innehalten. Die britische Autorin und Lehrerin für Creative Writing besinnt sich nach kleineren und größeren Lebenskrisen aufs Wesentliche und nimmt uns mit auf ihre abenteuerliche Reise ins Innerste… und zu den Polarlichtern. Wir verlosen drei Exemplare. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚ÜBERWINTERN‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de. +++ Unser geheimer Lieblingsmittagstisch, der Milchladen am Oranienplatz, hat The Social Project ins Leben gerufen. Die Schwestern Aysun und Aylin Tursul, seit über zehn Jahren Gesichter und Herzen hinter dem Tresen, haben stilsichere T-Shirts mit klaren Messages rausgebracht. Gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie und für mehr Sichtbarkeit. Alle Einnahmen gehen zu hundert Prozent an das Antidiskrimierungsnetzwerk Berlin, welches sich für Gleichberechtigung und ein besseres Miteinander einsetzt. Being human is given, but keeping our humanity is a choice!
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BERLIN – puzzle 1000 | 29 € | wecomeinpiecepuzzle.com | Überwintern. Wenn das Leben innehält | 22 € | suhrkamp.de/ueberwintern | The Social Project | 30 € | instagram.com/dermilchladen_thesocialproject | FOTOS: we come in piece puzzle, Suhrkamp Verlag, Wolfgang Tillmans