Wiebke Clef

Wiebke Clef ist fairliebt. Also zumindest heißt so ihr faires Bio-T-Shirt Label. Aber auch sonst dreht sich bei ihr alles um Mode und wie man sie besser macht. Bereits vor elf Jahren eröffnete sie im Hamburger Karoviertel den nachhaltigen Concept Store glore. Während des ersten Lockdowns (wann war das noch gleich?) gründete sie dann noch die Lifestyle-Marke ADDITION Sustainable Apparel. Wie man das als Mama der coolsten sechsjährigen Tochter alles gewuppt kriegt? Mit laaaangen Spaziergängen in der Natur, großen Pullis, Schokolade und lauter Musik.

Name: Wiebke Clef
Alter: 40
Wohnort: Hamburg
Beruf: Head of glore Hamburg & ADDITION Sustainable Apparel
Schuhgröße: 39
Lieblingsfarbe: pink
Kontakt: wiebke@addition-store.com

Beschreibe deinen Job in drei Worten: Aufregend, herausfordernd, ausbaufähig.

Was war bis jetzt dein größter beruflicher Erfolg und warum? Dass ich meinen Laden richtig zum Laufen bekommen hab‘ – weil es mir gezeigt hat, dass ich mit dem richtigen Team alles schaffen kann, woran ich glaube.

Eine Fee schenkt dir eine berufliche Fähigkeit. Welche wäre es? Selbstdarstellungsskills.

Was wäre eine Sache, die du uns beibringen könntest? Wie man sich mit 40 noch immer wie 16 fühlt.

Was würdest du tun, wenn du pro Tag eine Stunde mehr Zeit zur Verfügung hättest? Sport, es gäbe dann ja wirklich keine Ausrede mehr.

Du darfst nur ein Teil aus deinem Kleiderschrank retten. Wofür entscheidest du dich? Den größten Pulli, den ich hab‘ – bequem geht über alles.

Auf was für Veränderung hoffst du in der Zukunft? Ich hoffe auf „back to new normal“ – ich möchte endlich wieder den Laden offen haben dürfen und hoffe, dass wir noch mehr KundInnen haben werden, weil viele sich im vergangenen Jahr Gedanken über Konsum, Umwelt, Nachhaltigkeit gemacht haben.

Was ist die erste Erinnerung, die du hast? Call me Siebhirn, aber das Erste ist wohl: Mama.

Was sollten alle über dich wissen? Ich hab die coolste Tochter der Welt und hab‘ ihr die besten Dancemoves gleich vererbt.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Die Fischbeker Heide – zu jeder Tages- und Jahreszeit.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Alle Menschen würden Ironie verstehen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Hafer-Cappuccino und das beste lilafarbene Porridge – ihr kommt doch zum Frühstück?

Was sollte niemand von dir wissen? Ich war mal Kelly Family Fan (aber wirklich nur kurz, danach wieder Punkrock, echt!).

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wer mich am meisten unterstützt – mein Mann. It’s a family thing.

Das letzte Wort: Es müssen leider drei werden: Add something better!

FOTO: Chrissy Ringler

Julia von Winterfeldt

„Zu oft bin ich Zielen nachgehechelt, die nicht meine waren, habe Leistungen erbracht, die mich eher erschöpft als energetisiert haben. Das Leben ist zu kostbar, um den Weg Anderer zu gehen. Wir alle haben die Kraft zu entscheiden, wie wir unser ganz eigenes Leben führen wollen.“ Julia von Winterfeldt ist Human Leadership Aktivistin und Purpose Coach. Sie möchte Arbeit wie Wirtschaft neu denken und so echtes Wachstum ermöglichen. Mit ihrem SOULWORX-Team hilft sie Unternehmen, Einzelpersonen und Jugendlichen, ihre inneren Antriebe freizulegen und Visionen auszuleben. Mit souldiveZ baut sie gerade ein Social Business, um Schüler*innen das zu geben, was sie später für ein gelingendes und glückliches Leben brauchen: Sinn, Selbstwirksamkeit und Bindungsqualität. Oder um es mit den Worten von Mister Miyagi zu sagen: „Lernen zu stehen, dann lernen zu fliegen.“

Name: Julia von Winterfeldt
Alter: 50
Wohnort: Hamburg
Beruf: Human Leadership Activist und Purpose Coach
Schuhgröße: 40
Lieblingsfilmzitat: „Train yourself to let go of everything you fear to lose.”, Yoda (STAR WARS Jedi)
Kontakt: hello@soulworx.de

Beschreibe deinen Job in einem Satz: In unserer Arbeitswelt Leid in Leidenschaft verwandeln.

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Den Mut zu haben, zu mir zu stehen.

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen? Wenn er oder sie mir seine / ihre ganze Präsenz schenkt.

Was braucht unsere Arbeitswelt in Zukunft? Von der Angst wegzukommen und ins Mitgefühl und Miteinander zu gehen.

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten: „Dare to Lead“ von Brene Brown.

Was bringt dich aus dem Gleichgewicht? Sinnlosigkeit und Unentschlossenheit.

Was würdest du gerne lernen, wenn weder Zeit noch Geld eine Rolle spielten? Geduld – Bonsai Bäume pflegen. Ich war als 15-Jährige von dem Film Karate Kid sehr beeinflusst.

Was tust du gegen Lampenfieber? Ich stelle mir vor, dass alle vor mir nackt dasitzen. Das ist nicht immer ein angenehmes Bild, hilft aber ungemein.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freund*innen beschreiben? Ruhe, Vision und Mut.

Welche Superheld*innenkraft hättest du gern? „Clear the mind“ (Yoda).

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Bereits jetzt schon Summer Camps für Kinder und Jugendliche an verschiedenen Plätzen dieser Welt aufzubauen, wo sie Leichtigkeit gewinnen, ihren kreativen Geist erwecken und sich mit Natur und Stille verbinden.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Meine grüne Pfanne – aus Frühlingszwiebeln, Erbsen, dicken Bohnen und Romana-Herzen. Lecker.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich, sobald ich einen guten Beat höre, sofort ganz ausgelassen tanzen will (und muss).

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was sagt deine Arbeit über dich aus? Dass ich selbstbestimmt und frei, immer in Gemeinschaft, Sinnvolles in die Welt tragen möchte.

Das letzte Wort: Lass uns gemeinsam die Welt so erschaffen, dass wir keinen Krieg mehr führen – im Innern wie auch im Außen, ob in Beziehung, in der Familie, am Arbeitsplatz… auf dieser Welt. Es liegt ganz allein an uns ehrlich zu sein und zu leben.

FOTO: Christine Lutz

Tijen Onaran

Die Unternehmerin, Autorin und Investorin Tijen Onaran setzt sich für Diversität und mehr Sichtbarkeit von Frauen in Wirtschaft und IT-Branche ein. Als Gründerin und CEO von Global Digital Women legt sie gerade einen Risikokapitalfonds auf, der in frauengeführte Start-ups investieren soll. Für Unternehmer*innentum und erfolgreiches Wirtschaften hat sie nämlich ein Händchen. Für Grafik, Zeichnen, Kochen, Musik und Kunst nach eigenem Bekunden eher nicht so. Ist aber völlig egal, denn eines Tages wird sie sowieso eine weltberühmte Dogfluencerin (schreibt man das so?) sein. Grüße an Paul und Leo!

Name: Tijen Onaran
Alter: 35
Wohnort: Berlin
Beruf: Unternehmerin
Schuhgröße: 38
Lieblingslied: „Good As Hell“ von Lizzo
Kontakt: instagram.com/tijen.onaran

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Jeden Tag, wenn ich sehe, wie viele Frauen sich empowered fühlen, ihren Weg zu gehen.

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Mein Unternehmen durch eine weltweite Krise zu führen.

Was schätzt du an dir am meisten? Meinen Mut zum Machen. Ich nehme Herausforderungen immer erstmal an und denke dann: „Warum, um Himmels willen, habe ich zugesagt?“

Auf was für Veränderung hoffst du in der Zukunft? Dass wir mehr Diversität in der Wirtschaft und Politik haben; und, dass Diversitätsthemen nicht als „Nice-to-Have“ angesehen werden, sondern als Must-have!

Das größte Problem deiner Generation? Unentschlossen zu sein.

Was ist die großartigste wahre Geschichte, die du gehört hast? Ganz aktuell: eine Redakteurin hat auf LinkedIn gepostet, dass sie vor einigen Jahren von Whitney Wolfe Herd, der Gründerin von Bumble, kontaktiert worden ist und nach dem Gespräch aber nicht über sie berichtete, weil sie dachte: „Die Idee wird nie klappen.“ Dieser Tage ist Witney Wolfe Herd mit ihrem Unternehmen an die Börse gegangen und ist damit die jüngste Selfmade-Milliardärin. Das zeigt, wie wichtig es ist, an sich zu glauben und sich nie von einem Nein abhalten zu lassen.

Wofür hast du kein Talent? Alles was mit Grafik, Zeichnen, Musik und Kunst zu tun hat.

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten: Im Idealfall meines: „Nur wer sichtbar ist, findet auch statt“. Weil es da draußen sehr viele Menschen gibt, die ziemlich gute Dinge machen, aber nicht sichtbar sind.

Welchen Wochentag magst du am liebsten und warum? Den Samstag. Der Samstag ist mein Sonntag. Ich liebe es, in den Tag hineinzuschlafen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde sofort allen jungen Mädchen eine Mentorin mit Digital- und IT-Kenntnissen zur Seite stellen, damit sie sehen, was sie werden und schaffen können!

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Nichts. Denn ich koche nie. Dieses Thema habe ich, wie sagt man so schön, outgesourcet – an meinen Mann, der sich natürlich unglaublich freut, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen. Ich würde euch mit ganz viel Liebe etwas bestellen. :)

Was sollte niemand von dir wissen? Ich teile kein Essen. Tapas Essen mit anderen ist für mich der reinste Horror. Danke, dass ich das hier endlich mal klarstellen durfte!

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Hast du einen Instagram-Account für deine Hunde? JA! instagram.com/paulandleo

Das letzte Wort: Frauen an die Macht!

FOTO: Urban Zintel

Anna Holfeld

Anna Holfeld ist Mutter, Paartherapeutin, Familienmensch und Ost-Berlinerin. Außerdem spricht sie liebend gern mit Paaren übers Paarsein. Dafür hat sie kürzlich ein Kartenset herausgebracht, das der Beziehung die Aufmerksamkeit schenkt, die im Alltag vielleicht untergeht. Sie selbst ist schon seit über 15 Jahren als systemische Paartherapeutin, Coach, Mediatorin und Expertin für Familienfragen tätig und lebt mit ihrem Ex-Mann, ihren zwei Söhnen und ihrer Partnerin in einer großen WG. Woher sie ihre Energie für ihre tagtägliche Arbeit schöpft? Ein ausgeprägter Hang zum Kuscheln.

Name: Anna Holfeld
Alter: 44
Wohnort: Berlin
Beruf: Paartherapeutin
Schuhgröße: 41
Lieblingsort in Berlin: Schönefelder Welle (fast in Berlin), mein Lieblingsschwimmbad
Kontakt: anna@liebendgern.de

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn Paare wieder merken, dass sie wirklich eine Verbindung haben und ihre Liebe wieder spüren.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Mein Freund Chrischan, der mich gecoacht hat, als ich überlegt habe, was ich arbeiten will. Ich hab in die Zukunft geschaut und gesagt, ich wünsche mir, dass Kund*innen zu mir kommen und dass ich so graue Sessel habe und entspannt mit ihnen spreche. Und er hat gesagt: „Wie alt bist du dann?“ Und ich: „60.“ Und er: „Warum willst du so lange warten?“ Und das hab ich ernst genommen und in die Realität umgesetzt.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Wie mein Gefühl zu der Person ist, ob ich mich wohl fühle oder nicht, und wie es ihr geht.

Dein Geheimnis für eine gute Partnerschaft: Gut auf die eigenen Bedürfnisse achten und auf das, was die andere Person wohl braucht.

Woraus schöpfst du Energie? Kuscheln, Schwimmen, Hang spielen

Dein Song für die Ewigkeit? „Fix you“ von Coldplay

Wenn du ein Video haben könntest von einer Situation deiner Wahl aus deinem Leben. Welche Situation wäre das? Die ganz frühen Situationen mit meinen Babys hätte ich gern auf Video, da waren so niedliche, nahe Momente dabei.

Der größte Irrtum deines Lebens? Manchmal die Arbeit vor die Zeit mit der Familie zu stellen. Ich war früher viel unterwegs.

Was war früher dein liebstes Schulfach? Kunst

Wann hast du dir das letzte Mal gewünscht, dass der Tag nie aufhört? Als wir auf dem Steg „unserer“ Insel im schönen Sonnenuntergang getanzt haben.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde dafür sorgen, dass die Ungleichheit der Menschen aufhört, wir alle genug zu essen haben und ein Dach über dem Kopf.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ratatouille, das würde ich gern mal wieder kochen, hier isst keiner Aubergine und Zucchini auch nicht so gern. ;-)

Was sollte niemand von dir wissen? Ich versuche immer zu vertuschen, dass ich auch richtig ärgerlich über Menschen sein kann, ich weiß inzwischen, dass man mir das trotzdem anmerkt. ;-)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Ihr stellt schon schöne Fragen ;-) Es war gut, darüber nachzudenken. Was mir noch fehlt: Was ich mir für mich wünsche.

Das letzte Wort: Ich wünsche uns allen, dass die Pandemie bald vorbei ist und wir das gute Neue behalten und das alte Gute wieder leben können

FOTO: liebendgern UG

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 23. Februar 2021 | Tags: , , , Keine Kommentare

Marlene Sørensen

Journalistin Marlene Sørensen schreibt nicht ausschließlich, aber vor allem über Mode. Manchmal in Fünfzeilern auf Instagram, ausführlicher für Magazine wie Harper’s Bazaar, Zeitungen wie Berliner Zeitung oder Online auf ZeitOnline und ohhhmhhh.de. Gelegentlich werden ihre Gedanken zu Rocklängen und Schulterpolstern zu ganzen Büchern („Stilvoll“ und „Woher hat sie das?“). Sie lebt mit Mann und Sohn in Berlin. Als nächstes plant sie etwas Großes, der Aberglaube aber verbietet verfrühte Announcements (stay tuned!). Die kleinen Pläne dürfen wir allerdings verraten, als da wären: 15 Liegestütze am Stück schaffen, eine richtig gute Tarte Tatin backen und sich mit der Bedeutung des rückläufigen Merkurs auseinandersetzen.

Name: Marlene Sørensen
Alter: Höher als meine Schuhgröße
Wohnort: Berlin
Beruf: Journalistin
Schuhgröße: Kleiner als mein Alter
Lieblingswort: Eins reicht leider nicht. Bin manische Wortsammlerin und die drei habe ich diese Woche auf meine ewige Liste geschrieben: Goutieren, unumstößlich, porös.
Kontakt: @marlene_soerensen & marlenesoerensen.com

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? Der Moment, wenn mir ein genialer letzter Satz einfällt und ich das denke, was sich mir beim Hinschreiben auf den letzten Satz oft entzieht: Ich kann’s!

Welche Eigenschaft hast du von deinen Eltern geerbt? In stürmischen Zeiten ruhig zu bleiben. Der Kiel meiner Eltern liegt noch tiefer im Wasser als meiner.

Welcher Film macht dich immer wieder glücklich? Harry & Sally

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Der Küstenstreifen bei Horbelev an der Ostküste von Falster. Dort gibt es ein kleines Restaurant mit Blick aufs Meer und Zugang zum Strand. Ein Tag dort ist wie drei Wochen Urlaub. Ich weiß nicht genau, warum, aber das ist wohl die Magie daran.

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt? Das Schicksal der Menschen in Moria.

Welche aktuell lebende Person würdest du gerne mal treffen und warum? Bruce Springsteen. Den würde ich auch ohne Grund treffen.

Wie würde dein perfektes Zimmer zum Leben aussehen? Es wäre ein Zimmer, das sich selbst aufräumt.

Berlin ist… Laut, bewegend, unperfekt. Zuhause.

Welches war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat? Ich besuchte eine Lesung von David Sedaris und trug an dem Abend einen geblümten Seidenpyjama. Als ich zum Signieren meines Buchs vor ihm stand, sagte er: „Lustig. Ich habe den gleichen.“

Was würdest du gerne lernen, wenn weder Zeit noch Geld eine Rolle spielen würde? Vieles. Für den Anfang: mein Französisch verbessern.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Vieles. Für den Anfang: ein Schulsystem, in dem kein Kind durchs Raster fällt.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? White Chocolate Cheesecake von Nigella Lawson. Ich mag Gerichte, die aufwendiger schmecken als sie in der Zubereitung sind.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich arbeite seit über 20 Jahren als Journalistin und benutze zum Tippen noch immer nur vier Finger.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie schreibt man das ø im Nachnamen? Tastenkombination alt + o.

Das letzte Wort: Keine Ahnung. Verdammt, bin wohl doch nicht genial.

FOTO: Marlene Sørensen

André Gießelmann

André Gießelmann gründete bereits während seines Studiums das kleine feine Sports- und Streetwearbrand Mojo of the Hoods. Jedes Teil wurde über sieben Jahre individuell von Hand gepinselt, mittlerweile wird die exklusive Streetwear nachhaltig in Europa produziert. Seit über zehn Jahren lebt André in Hamburg City und betreibt neben dem Onlineshop mojostore.de auch den Mojo Store auf der Schanze. Außerdem entwickelt er zusammen mit seinen Partnern individuelle Fashion-Konzepte für verschiedene Brands und Unternehmen. Eigentlich ist er ein ziemlicher „Eigenbrötler“ und bearbeitet gern mal Puzzles mit über 2000 Teilen. Eigentlich, denn wenn seine Traumfrau Anna oder die Mojo Family in der Nähe sind, kennt er nichts anderes mehr. Ach so, hat vielleicht noch jemand einen Sandwichmaker über? Kontakt siehe unten.

Name: André Gießelmann
Alter: 37
Wohnort: Hamburg City
Beruf: Eigenbrötler, Mojo Dude
Schuhgröße: 42 (hab auch eher rundliche Füße….so wie Hufe)
Lieblingsfarbe: Orange
Kontakt: info@mojostore.de

Was bedeutet beruflicher Erfolg für dich? Eine Entwicklung der Marke zu erkennen & weiter Spaß an meiner Arbeit zu haben. Zudem mit vielen tollen Menschen zu arbeiten und neue Leute kennenzulernen.

Was kannst du besser als alle anderen? Gar nichts – sonst hätte ich mich aber früher sehr gerne bei „Wetten, dass..?“ gemeldet. War ein großer Fan der Unterhaltungsshow am Samstagabend.

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast? Uff…das ist schwierig. Spontan: Ich habe mal drei Monate im Monkeyland in Südafrika gearbeitet. Dort hat es mir der Gibbon Bruni nicht so leicht gemacht. Aber unter harter Arbeit verstehe ich z.B. Berufe in den Altenheimen, im Pflegesektor, Putzkräfte, im Straßenbau etc. … Da gibt es so viele Berufe und auch ehrenamtliche Arbeit, die wirklich hart ist und wovor ich einen riesigen Respekt habe.

Die beste Erfindung der letzten 100 Jahre? Der Sandwichmaker.

Was fasziniert dich? Die Natur und die Tierwelt. Ich schaue mir jede Woche neue Natur- und Tierdokus an und bin immer wieder verzaubert. Bin aber auch immer wieder mit „unnützem Wissen“ zu begeistern.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Berge… liebe ich. Egal zu welcher Jahreszeit.

In welcher Beziehung bist du ein Spießer? Pünktlichkeit.

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen? Für BVB-Spiele.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? Werde Lehrer, meen Jung.

Hamburg ist… Abends vorm Mojo Store mit Freunden einen leckeren Martini Sun zu trinken.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Social Media mit einem Knopf ausschalten. Fände es super interessant, wie es dann weitergeht. :)

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Älplermagronen.

Was sollte niemand von dir wissen? Aktuell besitze ich keinen Sandwichmaker.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Lieblingspizza? – Quattro Formaggi.

Das letzte Wort: Ich freue mich über euren Besuch im Mojo Store. Lecker Helbing ist immer kalt gestellt.

FOTO: Anna Rieckmann

Phenix K.

Als Phenix vor einigen Jahren als PR-Managerin bei uns arbeitete, stand auf ihrer Visitenkarte noch ein männlich assoziierter Vorname. Ihren Transformationsprozess hat sie öffentlich über Social Media dokumentiert und ist damit zur Inspiration für tausende Menschen geworden, die sich intensiv mit ihrem wahren Selbst, ihrer geschlechtlichen Identität und Genderfragen auseinandersetzen. Über 1,5 Millionen Aufrufe hatten ihre Videos bei TikTok, rund 300.000 Menschen verfolgten ihre IGTV-Beiträge. In ihrem Podcast “Freitagabend” wirft sie außerdem einen diversen Blick auf Weltgeschehen und Popkultur. Zu Gast waren u. a. Louisa Dellert, Anuthida Ploypetch, DariaDaria und Tarik Tesfu. ZEIT Campus wählte die junge LGBTQIA+ Aktivistin in die “30 unter 30” und für Focus ist sie eine der “100 Frauen des Jahres”. Grund genug mal genauer nachzufragen, zu Themen wie gendergerechte Sprache, Gefühlsausbrüchen und Bond-Girl-Outfits.

Name: Phenix K.
Alter: 25
Wohnort: Berlin
Beruf: trans* / LGBTQIA+ Aktivistin, Model & Podcast Host
Schuhgröße: 38/39
Lieblingsfarbe: petrol
Kontakt: instagram.com/thisisphenix

Was ist das Beste an deiner Arbeit? Das Gefühl, etwas positiv zu verändern.

Wie machst du deine Themen so leicht zugänglich? Ich bin Teil eines Kinder- und Jugendbuchprojekts, das voraussichtlich im Sommer erscheint, für das ich die Themen mit möglichst idealer Wortwahl auf das Wesentliche runtergebrochen habe. Genau dieselben Sätze nutze ich nun auch im Umgang mit allen anderen Altersgruppen.

Gibt es die perfekte Sprache und wenn ja, was würde sie auszeichnen? Sie muss bereit für Veränderungen sein. Aber ist das nicht jede Sprache? Viel wichtiger ist also das Mindset derer, die sie nutzen. Wenn Menschen der Überzeugung sind, dass diskriminierende Ausdrucksweisen Kulturgut seien und sie allgemein Veränderungen überfordern, dann läuft da etwas schief und nicht bei der Sprache an sich.

Team Sternchen, Team Binnen-I oder Team Doppelpunkt? Team Sternchen; aber wir spielen alle für den selben Verein.

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt? Meine Hormone. Ich mache seit einigen Monaten eine Hormontherapie und schiebe seitdem alle Gefühlsausbrüche darauf.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast? Wenn ich vor einem Problem stehe kann ich es entweder ändern oder ich kann es nicht ändern. In beiden Fällen kann ich aufhören mir zu viele Gedanken zu machen.

Was ist gerade das Hintergrundbild auf deinem Telefon? Meine Schwester.

Du darfst den Duden um drei Wörter deiner Wahl ergänzen. Bitteschön: Sommervogel, dey/dem (die deutsche Variante des englischen they/them) und die Regel, dass Wortdopplungen offiziell als Steigerung der Intensität eines Wortes anerkannt werden.

Welches war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat? „Du hast keine nervige Eigenschaft.“

Wo fühlst du dich zuhause? Berlin.

Was wirst du niemals vergessen? Nie Ohne Seife Waschen.

In welchem Film hättest du gern mitgespielt? Ich wäre gern Bond Girl.

Du darfst nur ein Teil aus deinem Kleiderschrank retten. Wofür entscheidest du dich? Mein Bond Girl Outfit. Wer weiß, wann der Anruf kommt.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde Menschen weniger egoistisch machen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Vegane Lasagne.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich manchmal rauche, obwohl ich mich dafür loben lasse, aufgehört zu haben.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wo ist Süden auf dem Kompass?

Das letzte Wort: Cheers!

FOTO: privat

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 02. Februar 2021 | Tags: , , , Keine Kommentare

Anna Terschüren & Martin Eckardt

How to make Altersvorsorge suck less: Anna und Eddy sind die beiden Geistesblitze hinter dem Finanz-Blog LazyInvestors. Eddy war acht Jahre lang als Produktionsingenieur bei der Tagesschau und kümmerte sich darum, dass diese bildtechnisch sauber über den Äther ging. Außerdem ist er Erfinder der krümellosen Brotsuppe, einer nachhaltigen, minimalistischen Geldbörse und des Quagels. Anna hat ein faible für Zahlen. Vor LazyInvestors war sie Vice President Finance beim Start-Up Jimdo. Ihr Hip-Hop-Name ist Big Anna und aktuell lernt sie mit großer Begeisterung Spanisch. Von! Mexico! Aus!

Name: Dr. Anna Katharina Terschüren / Eddy Cool (unter Freunden Eddy Spaghetti)
Alter: 37,52 / vergessen
Wohnort: Theoretisch Hamburg / Aktuell noch die Erde, vielleicht bald auch der Mars
Beruf: Zahlenfrau / Ändert sich täglich, aber oft was mit Finanzen
Schuhgröße: 40/41 / Die, die immer ausverkauft ist – 43
Lieblingsfilmzitat: A bigger part of your existence is luck than you’d like to admit. Christ, you know the odds of your father’s one sperm from the billions, finding the single egg that made you. Don’t think about it, you’ll have a panic attack. / Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein!
Kontakt: info@lazyinvestors.de / lazyinvestors.de

Fasse die Idee von LazyInvestors in einem Satz zusammen:
Anna: Wir helfen Leuten dabei, sich mit ihren Finanzen wohlzufühlen. Dabei geht es insbesondere um das Thema Altersvorsorge, denn das ist (zumindest vordergründig) der größte Schmerz der Leute mit Blick auf das liebe Thema Geld.
Eddy: Entertainment im Finanzbereich – Altersvorsorge und finanzielle Bildung optimiert auf maximale Spaßbefreiung.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich?
Anna: Täglich! Natürlich freu ich mich über die Interaktion mit unseren Kurs-Teilnehmern und Bloglesern. Richtig glücklich bin ich aber auch, wenn ich alleine an etwas rumbasteln kann, zum Beispiel wenn ich einen Rechner programmiere oder Prozesse aufsetze.
Eddy: Dann, wenn ich sie mir selbst aussuchen kann – also fast immer.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast?
Anna: Nur mit der totalen Akzeptanz seiner eigenen Gefühle kommt man weiter. Man kann nicht dauerhaft über irgendetwas drüberbügeln. Ein Gefühl hat immer einen guten Grund und wenn man diesen kennt, können sich Dinge auch verändern.
Eddy: Nichts ist so schlimm wie es sich gerade anfühlt!

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung?
Anna: Wie man selbstständig seine Altersvorsorge auf die Reihe kriegt.
Eddy: Spielekonsolen von den 80ern bis heute.

Was war früher dein liebstes Schulfach?
Anna: Mathe.
Eddy: Fangfrage?

Wer kennt dich wirklich?
Anna: Eddy.
Eddy: Anna und unser Dackel Ben (leider verstorben).

Wer war der Held deiner Kindheit und wer ist es heute?
Anna: Mein Bruder. Jetzt Derek Sivers.
Eddy: Super Mario.

Was macht dich richtig zufrieden?
Anna: Gemeinschaft.
Eddy: Anna und Essen.

Was wirst du niemals vergessen?
Anna: Das weiß ich nicht. Ich kann nicht in die Zukunft schauen.
Eddy: 753 Rom springt aus dem Ei – ich hoffe, es ist mir irgendwann wirklich nützlich, sonst werde ich echt sauer.

Eddy, beschreibe Anna in einem Satz:
Die beste Person, um das Leben auf der Erde zu verbringen. Mal sehen, wer es auf dem Mars ist.

Anna, beschreibe Eddy in einem Satz:
Eddy ist mein Seelenverwandter.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Anna: Ich würde gerne den Staatsapparat drastisch reduzieren und den Menschen zu mehr Eigenverantwortung verhelfen.
Eddy: Dass Hosen standardmäßig in 30er Längen verkauft werden und ich nicht nachträglich noch zum Schneider rennen muss, das wäre schön.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Anna: Thai-Curry.
Eddy: Kichererbsen-Tacos mit Tofu Poblano, Guacamole und dem ganzen Salsa-Gedöns da. Wenn ihr nett seid, gibt’s vielleicht auch Nachtisch.

Was sollte niemand von dir wissen?
Anna: Mir fällt nichts ein, was nicht wenigstens ein paar Leute wissen. Ich denke, ich steh mittlerweile zu allem.
Eddy: Wieder eine Fangfrage? Ist das seriöser Journalismus? Schon mal was von DSGVO gehört?

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Anna: Für welchen guten Zweck setzt du dich ein?
Eddy: Wie viele Bananenpunkte ich bei Donkey Konga habe. Das ist ja eigentlich, was die Leute wissen wollen, aber na gut.

Das letzte Wort:
Anna: Alles wird gut!
Eddy: Habe ich. Danke!

FOTO: LazyInvestors

Hannah & Marie Krutmann

Hannah Krutmann ist ausgebildete Reiki-Meisterin und Massagetherapeutin, sie schreibt für verschiedene Onlinemedien und auf ihrem Blog OM LAGOM über Spiritualität, fährt einen alten VW Bus namens Penny Lane und hat einen Hund, der denkt, dass er eine Katze ist. Marie Krutmann wurde gerade vom Business Punk Magazin auf die Watchlist 2021 gewählt, sie schreibt und lektoriert für verschiedene Verlage und versorgt uns über ihren Instagramkanal mit Buchtipps zu feministischen Themen. Was die beiden gemeinsam haben? Nun, zunächst einmal den Nachnamen, schließlich sind sie Schwestern. Ach, und dann betreiben sie noch gemeinsam das Printmagazin und die Storytelling-Agentur Almost. Und das geht? Und wie, schließlich haben die beiden während des Studiums in Stockholm auf 17qm zusammengewohnt. Passt also kein Blatt zwischen ihre Antworten in unserem Interview? Lasst euch überraschen!

Name: Hannah / Marie Krutmann
Alter: 33 / 30
Wohnort: Berlin / Berlin
Beruf: Modewissenschaftlerin, Agentur- und Magazingründerin, Freie Autorin / Lektorin & Redakteurin
Schuhgröße: 39 / 36
Lieblingswort: Das schwedische Wort lagom (das bedeutet: nicht zu viel, nicht zu wenig, genau richtig) / Almost
Kontakt: @hannah_lagom / @krutfrau

Was ist das Beste an deinem Beruf?
Hannah: Die inspirierenden Frauen und ihre Geschichten, die wir ständig kennenlernen, und, dass ich mit meiner Schwester arbeite. So ein Familienunternehmen ist doch was Schönes.
Marie: Dass ich bis mittags im Schlafanzug bleiben kann, wenn ich will.

Was würdest du tun, wenn du nicht scheitern könntest?
Hannah: Easy: Das Patriarchat smashen, das Klima retten und durchsetzen, dass in allen Schulen „Umgang mit Emotionen“, „Empowernde Spiritualität“, „Feminismus 101″ und „Gewaltfreie Kommunikation“ auf den Stundenplan kommen.
Marie: Meinen eigenen Verlag gründen. Aber scheitern gehört ja dazu.

Was lernst du nie?
Hannah: In welchem Verhältnis ich Wasser zu Quinoa in den Topf tun muss. 1:1 oder 2:1?
Marie: Die Spülmaschine ordentlich einzuräumen (dazu fehlt mir die Geduld).

Was schätzt du an dir am meisten?
Hannah: Meine Neugier, Ästhetikempfinden, Zuverlässigkeit und Präsenz. Die Kombi hat mir schon tolle Freundschaften, Beziehungen, Ideen, Reisen und Jobs gezaubert. Die Eigenschaften schätze ich übrigens auch am meisten an anderen.
Marie: Meinen Mut, anderen meine Meinung zu sagen, und zu wissen, was ich will.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es?
Hannah: Die wunderbare Anna Schunck von Viertel \ Vor Mag hat mir neulich einen schönen Rat gegeben: „Mach so weiter und ihr müsst bald nie wieder für Arschlöcher arbeiten.“ Love it!
Marie: „Pick your battles!“ Den Rat gab mir eine Kollegin, als ich damals neu im Verlag anfing. Manche Kämpfe sind es einfach nicht wert, andere umso mehr.

Hannah, beschreibe Marie in einem Satz:
Als Steinbock mit Aszendent Jungfrau ist Marie ehrgeizig, immer top informiert, super zuverlässig und eine perfektionistische Kritikerin auf die allerbeste Art und Weise aka beste Schwester und Partner in Crime, die man sich so wünschen könnte. Lucky me!

Marie, beschreibe Hannah in einem Satz:
Hannah ist meine Beschützerin, eine tolle Geschichtenerzählerin, die beste Begleitung bei langweiligen Veranstaltungen und die Person, die mich in Momenten der schieren Verzweiflung so sehr aufheitert, dass ich am Ende Tränen lache.

Was machst du gerne und wird nie langweilig?
Hannah: Mit meinem Hund laut jaulen, wenn wir draußen Sirenen hören.
Marie: Bücher kaufen.

Eine Begegnung, die du nie vergisst:
Hannah: Ich erinnere mich einfach an ALLE ersten Begegnungen meiner Freundschaften und Beziehungen plus was ich anhatte.
Marie: Im Schwedenurlaub vor zwei Jahren habe ich auf einer Café-Toilette die Pippi Langstrumpf Schauspielerin Inger Nilsson getroffen.

Was wirst du in Zukunft weniger machen?
Hannah: Andere an ihre Deadlines erinnern. Hab gehört dafür gibt’s jetzt Apps, die sie nutzen können.
Marie: Ja sagen. Ich tendiere dazu, sehr viel auf einmal zu machen. In Zukunft will ich mich lieber auf einige wenige Projekte konzentrieren.

Was hättest du dir sparen können?
Hannah: So 1-2 Tinder Dates bestimmt.
Marie: Zwei Semester Altnordisch und Runenkunde während meines Skandinavistikstudiums. In meinem Alltag begegne ich nur selten alten Wikingerschriften, die es zu entziffern gilt. Andererseits habe ich einige lustige Anekdoten aus dieser Zeit mitgenommen, von daher: no regrets!

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Hannah: Außer dem Klimawandel, Gleichberechtigung und Schulsystem? Es gäb da noch so einiges zu tun im Bereich Pflegeberufe, Steuern, Aufklärungsarbeit, bedingungsloses Grundeinkommen, … .
Marie: Ich würde Feminismus als Schulfach in allen Ländern einführen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Hannah: Wenn ihr Montag kommt, dann Bohnen, denn Montag ist Bohntag bei mir.
Marie: Matcha-Latte mit aufgeschäumter Hafermilch. Ich bin ein Neukölln-Hipster par excellence.

Was sollte niemand von dir wissen?
Hannah: Wie “oft” ich staubsauge.
Marie: Wie viele noch ungelesene Bücher in meinem Regal stehen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Hannah: Über die nach meinen Sternzeichen hätte ich mich schon gefreut. Jetzt müsst ihr leider raten.
Marie: Was liest du gerade? Aber das erzähle ich ohnehin ungefragt jede*r Person, die ich treffe.

Das letzte Wort:
Hannah: It’s all happening!
Marie: Let it go!

FOTO: Katja Vogt

Anna Maria Mühe

Anna Maria Mühe ist die Frau mit dem schönsten Beruf der Welt. Sagt sie selbst von sich. Und wir sind auch froh, dass sie keine professionelle Witze-Erzählerin geworden ist (das kann sie nämlich überhaupt nicht), sondern eine von Deutschlands vollkommen zurecht gefragtesten Schauspielerinnen überhaupt. Ansonsten spricht sie gerne Klartext, vor allem und gerade in ihrem neuen Podcast „unter dry“, den sie gemeinsam mit ihren Freundinnen und Schauspielkolleginnen Jasna Fritzi Bauer und Cristina DoRego betreibt.

Name: Anna Maria Mühe
Alter: 35
Wohnort: Berlin
Beruf: Schauspielerin
Schuhgröße: 39
Lieblingswort: ungünstig (anstatt scheisse)
Kontakt: Instagram: annamariamuehe (ich lese alles, beantworte aber nichts)

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Jeder Tag, den ich am Set verbringe, ist ein guter Tag. Vor allem in diesen Zeiten weiß ich es extrem zu schätzen, dass ich arbeiten darf.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Meine Mutter: „Gräme dich nicht zu sehr bei einer Absage, es hat immer alles einen Grund – auch wenn man es manchmal erst viel später sehen kann.“

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? Liebenswert, humorvoll, großzügig (das klingt wie eine schlechte Anzeige, der man auf keinen Fall nachgehen sollte).

Was macht dich richtig zufrieden? Alles ist gut solange mein Kind gesund ist.

Deine größte Schwäche? Technik – sie treibt mich in den Wahnsinn.

Würdest du lieber gegen eine Ente kämpfen, die so groß ist, wie ein Pferd oder gegen hundert Pferde, die so klein sind, wie Enten? Die Vorstellung einer großen Ente ist lustig und widerlich gleichermaßen. Ich kämpfe generell nicht. Zumindest nicht körperlich.

Der lustigste Film aller Zeiten? Ernsthaft? EINER? Unter anderem „Reine Nervensache“.

Welches Kunstwerk würdest du gerne besitzen? Etwas von Yves Klein.

Schließ die Augen und denk an etwas Schönes. Woran denkst du? An Sonne und Meer.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Über den Umgang mit Journalisten und Fragen, die mich in die Ecke drängen sollen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde allen Kindern eine gute schulische Ausbildung ermöglichen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ich koche nicht. Ich kann eine gute Brotzeit kaufen.

Was sollte niemand von dir wissen? Wie gern ich leider immer noch rauche.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Ich übernehme doch jetzt nicht euren Job.

Das letzte Wort: Heute ist Sonntag.

FOTO: Mirjam Knickriem

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 12. Januar 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Silvie Bomhard

Aber bitte mit Love! Die gebürtige Rheinländerin und Wahlhamburgerin Silvie Bomhard ist Illustratorin und Designerin und mit einem halben Gedanken immer schon bei der nächsten Mahlzeit. Auf ihrem Instagram-Kanal love.kram aka ihrem „Hobbykeller“ visualisiert sie am liebsten die Gesprächsfetzen ihrer Mitmenschen. Ansonsten lauscht, zeichnet und philosophiert sie gerne zweisprachig und kopfüber vom Sofa hängend über Horoskope, Tschaikowsky und Taylor Swift, während sie selbstgekochtes Essen ist. Oder haben wir da etwas durcheinander gebracht? Völlig egal, viel Spaß mit dem bezaubernden Interview. „If you like Piña Coladaaaaa…“

Name: Silvie Antonia Bomhard
Alter: 30
Wohnort: Hamburg
Beruf: Illustratorin und Designerin
Schuhgröße: 40
Lieblingsstift: Der Gelschreiber von Muji, 0,5 mm in schwarz
Kontakt: hello@silviebomhard.de oder noch besser: info@gretahorsch.de, da erreicht ihr meine Agentin

Was bedeutet beruflicher Erfolg für dich? Erfüllung bei einer Arbeit, von der es sich gut leben lässt.

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast? Ich musste im zweiten Semester ein Opernbuch gestalten. Ich habe darüber fast den Verstand verloren und alle in meinem Umfeld kolossal genervt. Bis heute habe ich eine Aversion gegen Turandot!

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? Ich habe dieses Jahr aufgehört Kaffee zu trinken, um meine Schlafqualität zu verbessern. Wenn ich jetzt in coolen Coffeeshops meine Bestellung aufgebe – Decaf Flat White mit Hafermilch – dann komme ich mir schon recht alt vor.

Wo fühlst du dich zuhause? In meiner Wohnung in Hamburg. Mit meiner Familie in der Küche in Düsseldorf. Im LPG BioMarkt in Berlin. In einem Zug der Deutschen Bahn. Wahrscheinlich bin ich die einzige Person, die gerne Bahn fährt.

Welches war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat? Ich freue mich immer, wenn ich Menschen mit meiner Arbeit zum Lachen bringe. Manchmal schreiben mir liebe Menschen bei Instagram eine Nachricht und erzählen mir, dass meine Arbeit ihren Tag bereichert. Das ist ein schönes Kompliment.

Dein schlimmster Ohrwurm? „Escape (The Piña Colada Song)“ von Rupert Holmes. Aber bitte immer nur die ersten zwei Zeilen des Refrains. „If you like Piña Coladaaaaa…“

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Als ich drei Jahre alt war, haben Freunde meiner Eltern für Nikolaus einen (schlechten) Knecht Ruprecht Imitator für die Kinder bestellt. Der Mann trug eine Nylonstrumpfhose über den Kopf gezogen und war in schwarze Gewänder gehüllt. Ich war außer mir vor Angst.

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der? Eine Mischung aus Tschaikowsky und Taylor Swift.

Womit kann man dich beeindrucken? Mit einem guten Essen oder einem Handstand. Man kann mich schnell beeindrucken – aber nicht lange.

Welche Eigenschaft hast du von deinen Eltern geerbt? Ich lese gerne kopfüber vom Sofa hängend und esse am liebsten selbstgekochtes Essen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde Massentierhaltung verbieten.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Spaghetti mit einer Tomatensauce à la Mama und einem leckeren Glas Rotwein.

Was sollte niemand von dir wissen? Das behalte ich lieber weiter für mich.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist dein Sternzeichen?

Das letzte Wort: Hat keine Taschen.

FOTO: Sophie Wolter

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 05. Januar 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Ralph Caspers

Herzglitzer Ralphonus Elvis Maria Caspers, oder auch kurz “Ralph”, ist wohl der sympathischste Klugscheißer, den man sich vorstellen kann. Der ausgezeichnete Brillenträger hat eben sein neues Buch „99 harmlose Fragen für überraschende Unterhaltungen zwischen Eltern und Kindern“ veröffentlicht und steht quasi mitten in den Geburtstagsvorbereitungen zum 50. Jubiläum von der Sendung mit der Maus. Haben wir schon erwähnt, dass er in Borneo geboren wurde, weil seine Eltern dort für eine Hilfsorganisation Affen großgezogen haben? Toller Typ einfach von Sekunde Null.

Name: Siehe oben. (Also mein Name ist nicht „Siehe oben“, obwohl das eigentlich ganz lustig wäre.)
Alter: 47. (Hey, wie meine Schuhgröße!)
Wohnort: Geheim.
Beruf: Frage ich mich auch immer.
Schuhgröße: 47. (Hey, wie mein Alter!)
Lieblingskinderbuchfigur: Matilda Wurmwald.
Kontakt: Noch keiner. (Die Frage zielt auf außerirdischen Kontakt ab, oder?)

Was war bis jetzt dein größter beruflicher Erfolg und warum? Dass mir meine Arbeit Spaß macht.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Darüber, dass alles bedeutungslos ist. Und Spucke.

Wie alt wärst du, wenn du dein Alter nicht wüsstest? Kommt auf den Tag und die Tageszeit an. Mein Spektrum reicht von pubertär bis zerstreut. Furzwitze gehen aber immer.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? Wer ist das?

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Ich habe einmal Drillingen Autogramme gegeben. Als ich nach den Namen fragte, war ich mir zuerst nicht sicher, ob sie mich auf den Arm nehmen: Maria, Magda, Lena.

Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte: „Steal Like An Artist“ (von Austin Kleon).

Der größte Irrtum deines Lebens? Zu denken, anderen Menschen wüssten, was ich denke.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt: Drüben auf dem Hügel.

Was würdest du gerne lernen, wenn weder Zeit noch Geld eine Rolle spielen würde? Alles.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Zeitreisen. Die Situation ist da noch sehr unbefriedigend.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Milchreis mit Reismilch.

Was sollte niemand von dir wissen? Duh…

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Stimmt es eigentlich, dass deine Vorfahren Vampire waren?

Das letzte Wort: Das brauche ich nicht.

FOTO: Johannes Haas

Victoria Müller

Victoria Müller kennen ganz schön viele Leute. Allerdings eher unter ihrem Künstlernamen Victoria van Violence. Den hat sie nun offiziell abgelegt oder ist zumindest dabei. Ihr Anliegen bleibt. Sie engagiert sich nicht nur seit vielen Jahren aktiv für den Tierschutz, sondern ist auch Botschafterin für die Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Gerade sitzt sie an ihrem zweiten Buch – zuvor sprechen wir mit ihr über Überfluss, vegane Lasagne und den besten Ninja Turtle aller Zeiten. Ganz nebenbei hat sie mit ihrem Witz direkt für zwei Dinge gleichzeitig gesorgt. Erstens: Cat Content! Zweitens: Hat jemand Katzen gesagt…? Was war nochmal die Frage?

Name: Victoria Müller (früher Victoria van Violence)
Alter: 32
Wohnort: Berlin
Beruf: Moderatorin, Autorin, Influencerin und nun auch wieder Studentin ;)
Schuhgröße: 39
Lieblingstier: Hunde
Kontakt: info@naivundschlau.de // instagram.com/victoriamueller

Was ist Erfüllung für dich? Mit meinen Lieben draußen im Wald abenteuern, am Lagerfeuer sitzen oder frisch gebadet in einem frisch bezogenen Bett einkehren und lesen.

Womit kann man dich beeindrucken? Ich bin immer beeindruckt von Menschen, die prinzipientreu sind und sich auch von Gegenwind nicht beeindrucken lassen.

Was willst du dieses Jahr unbedingt noch schaffen? Dieses Jahr will ich unbedingt noch meine öffentliche Namensänderung über die Bühne bringen. Ich habe meinen Künstlernamen abgelegt und dabei gibt es viel zu beachten.

Was würdest du ohne Internet tun? Vermutlich mehr lesen. Vor allem abends habe ich leider zu oft mein Handy in der Hand. Aber schön wäre es ohne Internet auch nicht, genieße ich doch auch die Vorzüge. Und ich lebe ja basically auch vom Internet.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Immer. Weil ich mache, was mir Freude bereitet. Ich bin maximal flexibel, habe mir die Freiheit geschaffen selbst entscheiden zu können, was ich mache und was nicht. Dieses Privileg macht mich sehr glücklich.

Was machst du, wenn du dir selbst etwas Gutes tun willst? Badewanne voll, Kerzen an und abtauchen. Klingt irgendwie banal, tut aber gut.

Was siehst du, wenn du in den Spiegel schaust? Eine Frau von 32 Jahren, die sich selbst treu ist. Manchmal sind die Augen morgens geschwollen, manchmal sehe ich einen Pickel auf dem Kinn oder die Notwendigkeit, meine Haare zu waschen. Aber geht schon klar.

Welche drei Dinge findet man immer bei dir im Kühlschrank? Oliven mit Knoblauch, eine rote Paprika und Bautz’ner Senf.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast? Es ist okay auch mal nicht okay zu sein. Man muss nicht immer abliefern, performen und on fire sein. Man darf auch mal underperformen, in etwas schlecht sein oder einfach keine Muße haben. Ich bin Perfektionistin, war für mich also eine harte Lektion.

Erzähl uns einen Witz: Ein Mann will die Katze seiner Frau heimlich loswerden und beschließt, sie auszusetzen. Er nimmt sie mit ins Auto, fährt 20 Häuser weit, setzt die Katze aus und fährt heim. Zehn Minuten später ist die Katze auch wieder da. „Na gut“, denkt sich der Mann, „war vielleicht ein wenig zu kurz die Strecke“. Setzt sich wieder mit der Katze ins Auto, fährt 5 Kilometer weit und setzt sie aus. Zwanzig Minuten später ist die Katze wieder zu Hause. „Jetzt reicht es!“, denkt sich der Mann, nimmt die Katze mit ins Auto und fährt 20 Kilometer, dann durch den Wald, über eine Brücke, rechts, links und setzt die Katze dann schließlich mitten im Wald auf einer Lichtung aus. Eine halbe Stunde später ruft der Mann zu Hause an. „Ist die Katze da?“, fragt er seine Frau. „Ja, warum?“ – „Hol sie mal ans Telefon, ich habe mich verfahren.“ (Den hat meine Mama mal auf einer langen Autofahrt vorgelesen und ich musste sehr lange sehr dolle lachen.)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Vieles. First of all würde ich mal infrage stellen, wieso es so ein Ungleichgewicht auf der Welt gibt und dafür sorgen, dass die Balance stimmt. Es kann nicht sein, dass einige Teile der Welt im Überfluss ersticken, während es an anderen Enden fehlt. Unser Wohlstand geht auf Kosten anderer. Ich denke es ist wichtig globaler zu denken und zu agieren und die Unversehrtheit und Bedürfnisse aller Menschen zu berücksichtigen. Das ist ein großer Wunsch und es gibt viele Punkte, an denen man da ansetzen muss. Außerdem würde ich definitiv dafür sorgen, dass Tiere mehr Rechte erhalten!

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Meine Spezialität: Vegane Lasagne! Und dazu Nüsslisalat mit Walnüssen und Heidelbeeren.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich bin eigentlich ziemlich offen und habe keine Geheimnisse. Und wenn doch, dann würde ich sie hier nicht erzählen. ;)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Ihr hättet nach meinem Lieblingsturtle fragen sollen! Donatello und das nicht nur wegen seinem violetten Bandana.

Das letzte Wort: Es folgt mein Lebensmotto, auch wenn es ein bisschen wie ein Kalenderspruch oder Wand-Tattoo klingt: Ever Tried. Ever Failed. No Matter. Try Again, Fail Again, Fail Better. – Samuel Beckett (lest unbedingt „Waiting for Godot“, falls noch nicht geschehen!)

FOTO: Kay Ruhe

Niclas Rohrwacher & Philipp Merlin Scharff

Das sind Niclas und Philipp. Die beiden teilen sich 1000 Ideen und einen Verlag. Unter den Namen Mentor publizieren sie Bücher für Kinder und Erwachsene, zum Lachen, Nachdenken und manchmal auch zum Heulen. Seit sie 16 sind, schmieden sie gemeinsame Pläne, haben schon zig Firmen gegründet und auch den Startup-Campus Factory Berlin mit aufgebaut. Wenn Philipp nicht gerade in einem 10-tägigen Meditations-Vipassana-Retreat steckt und Niclas sich um Star-Autor Jimmy Kimmel kümmert, verbringen die Freunde und Vollblut-Papas möglichst viel Zeit mit ihren Familien. Wir sprechen neben den offensichtlichen auch über versteckte Talente. Stunt-Reit-Zertifikate und Zufriedenheit und sowas.

Name: Niclas Rohrwacher / Philipp Merlin Scharff
Alter: 32 / 33
Wohnort: Berlin / Berlin
Beruf: Unternehmer, Verleger, Schauspieler / Verleger
Schuhgröße: 45 / Puuh, really? 44 vielleicht? Keine Ahnung!
Lieblingswort: Wuffel / Equanimity, das würde ich mir sogar tätowieren, wenn ich mir an sich überhaupt etwas tätowieren würde. Das heißt Gleichmut und ist etwas, was ich unbedingt haben will.
Kontakt: @niclasberlin / ps@mentorverlag.de

Beschreibe die Grundidee eures Verlages in drei Wörtern:
Niclas: Sehr gute Bücher.
Philipp: Ganz viel experimentieren.

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß?
Niclas : Buchdeals zu schließen. Menschen für eine gemeinsame Sache begeistern. Diese dann erfolgreich umsetzen.
Philipp: Völlig über-euphorisiert irgendwo eine gute Idee erkennen und die dann in eine skalierbare Struktur übersetzen, damit wir aus dieser einen guten Idee ein wiederholbares System gemacht haben. Ich mag es, wenn Dinge reproduzierbar werden und ich weiß, wo ich beim nächsten Mal wieder herbekomme, was beim ersten Mal wie eine göttliche Fügung wirkte.

Was hast du in zehn Jahren erreicht?
Niclas: Hoffentlich das, was mich zufrieden macht und nah bei mir ist.
Philipp: In den letzten zehn? Hab ich mich ganz schön aufgerieben. In den nächsten zehn? Komm ich mit Reetdach-bedecktem Haus an der Ostsee zur Ruhe und schaff jeden Tag alles, was ansteht, damit 16 Uhr nix mehr zu tun ist und der Laptop geschlossen werden kann. Das ist bei meinen Freunden in Norwegen so.

Was ist dein verstecktes Talent?
Niclas: Ich glaube, ich hab‘ ein gutes Gespür für Medien.
Philipp: Andere Menschen dazu motivieren, etwas zu tun, worauf sie gerade eigentlich gar keinen Bock hatten. Sport im Novemberregen zum Beispiel. Versteckt vielleicht deswegen, weil ich selber immer einmal größere Motivationslöcher habe und dann für eine Weile erst einmal mich selbst wieder motivieren muss und für diese Zeit mein Talent versteckt ist. Ansonsten ist das ziemlich laut, dieses Talent.

Welche drei Dinge sind dir aktuell am wichtigsten im Leben?
Niclas: Meine Familie, meine Freunde und die Gesundheit.
Philipp: Meine Tochter und Freundin, die beiden sind faszinierend. Ordnung, die ich nicht habe, aber gern hätte. Stabilität in der Firma, die ich vermutlich sofort klein hacke, wenn sie endlich da ist.

Was machst du an einem freien Tag?
Niclas: Auf jeden Fall keinen Plan.
Philipp: Vabali.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt!
Niclas: Ich kenne nur einen magischen Weg und der fängt mit “Jakobs” an.
Philipp: Eine Malokka ganz tief im Amazonas.

Niclas, beschreibe Philipp in einem Satz: Laut, leise, schnell, witzig und derjenige, mit dem ich, als ich 16 war, unbedingt eine Firma gründen wollte. Und mit schnell meine ich schnell, der Typ läuft die 100 m unter 10 Sekunden.

Philipp, beschreibe Niclas in einem Satz: Niclas hat immer gute Laune und macht allen anderen auch immer gute Laune.

In welcher Beziehung bist du ein Spießer?
Niclas: Puh, fragt meine Freundin.
Philipp: Ich hätte in meinem Leben gern alles total auf Kante, alles in Leitz-Ordnern, auf dem Laptop alles super geil sortiert, immer jeden Brief sofort am nächsten Tag bearbeitet. Das würde ich lieben. Vermutlich, weil es überhaupt nicht so ist. Aber der Spießer in mir sehnt sich ganz sehr danach.

Berlin ist…
Niclas: Ach, Seeed hat das schon ganz gut formuliert: „Im Sommer tust du gut und im Winter tut’s weh.” Und trotzdem die einzige Stadt, in der ich gerade dauerhaft leben möchte.
Philipp: …gar nicht so leicht zu verdauen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Niclas: Ich würd‘ entscheiden, dass jede*r AfD-Wähler*in mal ’ne fette Umarmung kriegt. Vielleicht merken sie es ja dann.
Philipp: Ich würd‘ entscheiden, dass wir morgen alle vegan leben.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Niclas: Ich würde was zubereiten. Ihr müsstet dann halt n Tag bei mir auf der Couch abhängen, aber das warten lohnt sich. Tiramisu. Geheimrezept der italienischen Nachbarin meiner Mama aus Leipzig.
Philipp: Pasta Pomodoro. Aber eine, die schmeckt. Richtig gut.

Was sollte niemand von dir wissen?
Niclas: Dass ich ein Stunt-Reit-Zertifikat besitze. True story.
Philipp: Haha! Kauft mein Buch!

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Niclas: Was ich seit drei Jahren hätte machen sollen. Nun werdet ihr es nie erfahren. Außer, wenn ich das dann bald endlich mal mache. Glaub‘, sowas nennt sich Cliffhanger.
Philipp: Ihr macht das schon gut, glaubt mal an euch!

Das letzte Wort:
Niclas: Ciao! Oder Espresso. Auf jeden Fall was italienisches.
Philipp: Breathe!

FOTO: Maximilian Duwe

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 09. Dezember 2020 | Tags: , , , Keine Kommentare

Barbara Winkler

Barbara Winkler ist die geborene Gastgeberin. Ihr Strahlen hat magische Kräfte und zieht einen, sobald man die wunderschön opulente Lobby des Apartment-Hotels Kaiserlodge am Wilden Kaiser betritt, direkt in seinen Bann. Einmal in ihren Händen fühlt man sich rundum wohl und auf angenehm entspannte Weise an einen Ort versetzt, der ganz nah am eigenen Herzen zu liegen scheint. Im Interview sprechen wir mit Unternehmerin und Familienmensch Barbara unter anderem über die kleinen und großen besonderen Momente und die Wichtigkeit einer positiven Grundeinstellung, um sich selbst und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in herausfordernden Zeiten zu motivieren. Kleine Side Note, da auf dem Foto nicht zu sehen: Für die Rundum-Harmonie stimmt Barbara gerne ihren Mundschutz auf ihre Socken ab. Oder war es andersherum?

Name: Barbara Winkler
Alter: 50
Wohnort: Scheffau/Ellmau
Beruf: Hotelkauffrau
Schuhgröße: 38,5
Lieblingsabfahrt: Schmiedalm – hier spüre ich die perfekte Ebenheit der Grasberge der Kitzbüheler Alpen, zudem ein wahrer Geheimtipp.
Kontakt: info@kaiserlodge.at

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn die Mitarbeitenden unseren Gästen mit einem echten Lächeln begegnen. Das Lächeln – ein Ausdruck von Freude und Zufriedenheit. Wenn wir es gemeinsam als Kaiser-Team am Ende des Tages geschafft haben, unsere Gäste sowie uns selbst glücklich zu machen – dann weiß ich, meine Arbeit macht mich glücklich.

Mit welchen drei Worten würde dich deine Familie beschreiben? Herzlich, ehrlich, verständnisvoll und standhaft. (Huch, das waren vier., Anm. d. Red.)

Wer war der Heldin oder Held deiner Kindheit und wer ist es heute? Meine „Frau Nanni“, meine Zieh-Oma. Mit ihr habe ich viele schöne Momente genossen. Unter anderem hat sie mir Durchhaltevermögen, positives Denken und Herzlichkeit gelehrt. Sie ist immer noch meine Heldin.

Auf welche Veränderung hoffst du in der Zukunft? Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und dafür, dass unsere Ressourcen nur begrenzt sind, rückt immer präsenter in all unseren Gedanken und Taten hervor. Ich hoffe, dass wir unsere Natur, aber auch Werte, Traditionen und unseren Lebensstandard noch mehr wertschätzen.

Der beste Ratschlag, den du je bekommen hast: „Angst ist ein schlechter Begleiter.“ Und genau das spornt mich in diesen Zeiten täglich an.

Wie sieht der perfekte Urlaub für dich aus? Gemütliche Abende mit meinen Liebsten. Die Natur genießen. Eine Balance aus Aktivität und Entspannung. Zudem gehört ausgiebiges Lachen und Genießen zum Urlaubsalltag. :)

Wann hast du dir das letzte Mal gewünscht, dass der Tag nie aufhört? Oma, Opa, Kinder, Nichten, Neffen, Geschwister usw. – Wenn sie alle vereint sind, könnte der Tag unendlich lang sein.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? „Hallo, liebe gerade-erwachsen-gewordene-Barbara. Ich weiß, und das kann ich dir garantieren, im Kopf wirst du nie erwachsen werden. Fürchte dich vor nichts, sondern stürze dich einfach hinein. ‚Cross the bridge when you are there!‘ und du wirst sehen, du wirst alles erreichen, solange ein Wille dahintersteht.“

Welches war das schönste Kompliment, das dir je jemand gemacht hat? „Du hast wunderbare und tolle Söhne.“ Sie stehen nämlich immer hinter mir und unterstützen mich tatkräftig.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich sehe jeden Tag, wie unseren Gästen das beste Essen mit Liebe zubereitet serviert wird. Es sollte für jeden Einzelnen auf dieser Welt möglich sein, so viel essen zu können, wie man braucht.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Hendl mit „Breckerl“. Die Formel dazu lautet: 1x glückliches Huhn + Gewürze + frisches Knödelbrot / Knödelmasse (im Ofen zubereitet) = glückliches Hendl goldbraun gebacken für glückliche Familie.

Welche Superheldenkraft hättest du gern? Zaubern. Um den Lebensmittelüberschuss jenen Menschen hinzuzaubern, die Hunger leiden.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Welche fünf Dinge in deinem Leben möchtest du nicht vermissen?

Was sollte niemand von dir wissen? Ich bin sehr unsicher in der Öffentlichkeit.

Das letzte Wort: Liebe, Respekt und Verständnis.

FOTO: Jenny Haimer

Eugen Bauder

Eugen Bauder ist Schauspieler und Yoga-Lehrer. Was ’ne Kombi! In der Serie „Lucie. Läuft doch!“ auf VOX verkörpert er dazu gerade auch noch einen Schreiner. Damit wäre das magische Dreieck dann wohl komplett. Im echten Leben hat der 34-jährige seine Model-Karriere an den Nagel gehängt, um sich seinen wahren Leidenschaften zu widmen. Das macht ihn nicht nur erfolgreich, sondern auch glücklich. Als Kind kam Eugen von Kasachstan nach Deutschland: Vorurteilen gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund hält er gerne einen Teller Borschtsch und Pelmeni entgegen. Keine weiteren Fragen. Wobei…

Name: Eugen Bauder
Alter: 34
Wohnort: Berlin
Beruf: Schauspieler
Schuhgröße: 43
Lieblingsfilmzitat: Dir Federn in den Arsch zu stecken macht dich noch lange nicht zum Huhn. (Fight Club)
Kontakt: @eugder

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? Die verschiedenen Charaktere, die in mir schlummern, auszuleben und an einem kreativen Prozess beteiligt zu sein.

Der beste Ratschlag, den du je bekommen hast: Nimm dir deine Zeit.

Welchen Beruf würdest du gerne mal für einen Tag ausüben? Schiffsbauer. (Ha! Noch einer!, Anm. d. Red.)

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast? Meine Wohnung selbst kernsanieren und mit meinem Kumpel ausbauen. (Hat ein Jahr gedauert.)

In welchem Film hättest du gern mitgespielt? Stereo.

Was tust du gegen Lampenfieber? Yoga, Atemübungen und gut vorbereitet sein.

In welcher Situation in deinem Leben hast du so richtig Glück gehabt? Eigentlich immer in meinem Leben. Explizit: Als mich ein LKW-Fahrer übersehen und mich, auf meinem Motorrad fahrend, beinahe von der Landstraße abgedrängt hätte.

Welche aktuell lebende Person würdest du gerne mal treffen und warum? Brad Pitt. Weil er einfach ein geiler Typ ist.

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? 1. Ein Tag Kater ist mir eine Nacht lang saufen und ausrasten nicht mehr wert. 2. Ich stehe früh auf und suche nach Ruhe in der Natur und im Wald.

Wenn du nicht mehr schlafen müsstest, was würdest du mit der zusätzlichen Zeit anfangen? Schlafen. Ich liebe es, einen erfolgreichen Tag zu beenden und erschöpft ins Bett zu gleiten.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die kurze Spanne des Tageslichtes im Winter. Bei mir würde es immer um 22:00 Uhr erst dunkel werden. (<3, Anm. d. Red.)

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Borschtsch nach unserem Familienrezept. Dazu noch Pelmeni oder Plow.

Was sollte niemand von dir wissen? 1. Dass ich mich bei Vollmond zum Wolf verwandle. 2. Dass ich beim Meditieren weine. (<3 <3, Anm. d. Red.)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Warum Männer ab und an weinen sollten.

Das letzte Wort: Alles ist eins. Eins ist alles.

FOTO: Hannes Gade

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 24. November 2020 | Tags: , , Keine Kommentare

Tommy Krappweis

Tommy Krappweis ist ein Held unserer Jugend. Für die Jüngeren: googelt mal RTL Samstag Nacht! Doch wenn man es sich recht überlegt, ist Tommy Krappweis auch ein Held unseres Erwachsenenlebens. Wer wissen will warum, schaut mal kurz auf seine Vita. Er war/ist Straßenmusiker, Stuntman, Comiczeichner, Leadsänger, Comedian, Disney-Moderator, Bernd-das-Brot-Erfinder, Autor, Regisseur sowie TV-, Film- und Hörspielproduzent. Als Letzteres bringt er ab dieser Woche auch bei Audible das Hörspiel ‚Kohlrabenschwarz‘ heraus, ein Genre-Mix aus Fantasy, Märchen, Lokalkrimi und Humor. Kann man nicht erklären. In diesem Sinne: Viel Spaß mit dem Interview im Dienste der Unterhaltung mit gelegentlich optionalem Erkenntnisgewinn.

Name: Tommy Krappweis
Alter: 48
Wohnort: Bei München
Beruf: Zurzeit meistens Autor, Regisseur und Produzent
Schuhgröße: 42
Lieblingskurzwitz: „Ich hätt gern 99 Semmeln“ – „Warum nehm’se nich‘ gleich 100?“ – „Und wer soll die alle essen!?“
Kontakt: Twitter / Instagram / Facebook

Fasse deinen Job in zwei Sätzen zusammen: Ich mache so gut wie alles, was irgendwie mit Kreativität im Dienste der Unterhaltung zu tun hat, gelegentlich mit optionalem Erkenntnisgewinn.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Zurzeit, ob die Person gefälligst eine Maske trägt.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Hugo Egon Balder: „Lass et doch einfach weg.“

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Über Comedians der Stummfilmzeit, Musik der Sixties, Comedy generell, nordische Mythologie und Family Entertainment.

Was war der größte Mist, den du als Jugendlicher gebaut hast? Die Schneeballschlacht toppen zu wollen, indem ich mit einer Schaufel Schnee auf die anderen herunterschippen wollte. Leider stieß ich damit durch das Glasdach einer Garage und fiel gemeinsam mit Schnee, Eis und Glas diverse Meter in die Tiefe.

Was haben Schmetterlinge im Bauch, wenn sie verliebt sind? Flugzeuge.

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Mel Brooks.

Welche Serie hast du zuletzt einen ganzen Tag lang durchgeguckt? „The Marvellous Mrs. Maisel – Staffel 2”.

Was ist das lustigste deutsche Wort? Auslegeware.

Was ist der seltsamste Ort, an dem du jemals warst? Zusammen mit Wigald Boning in einem Fernsehstudio einer Comedyshow in Thailand. Und ich gehe fest davon aus, dass man uns dort ebenso seltsam fand.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde der Menschheit gerne einen Evolutionsschritt zu mehr Vernunft und Empathie spendieren.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Moscow Mule.

Was sollte niemand von dir wissen? Das hab ich schon zu oft erzählt.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was hast du schon zu oft erzählt?

Das letzte Wort: Gnampf.

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 17. November 2020 | Tags: , , Keine Kommentare

Alexandra Zykunov

Alexandra Zykunov ist wütend. Über das Patriarchat, die Klimakrise und faule Ausreden. Als Co-Redaktionsleiterin des Nachhaltigkeitsmagazins Brigitte BE GREEN kann sie sich gekonnt über die kleinen und großen Dinge auskotzen und zeitgleich jene abfeiern, die etwas in der Welt bewegen. Dass niemand perfekt ist, sie selbst eingeschlossen, weiß sie natürlich auch und spricht deswegen auch gerne in dem Podcast “Nachhaltigkeit ohne Blatt vorm Mund” über die Struggles auf dem Weg zur grünen Erleuchtung. Oder wie sie es seit letzter Woche formulieren würde: 70 percent is the new perfect.

Name:
Alexandra Zykunov
Alter: 35
Wohnort: Hamburg
Beruf: Journalistin
Schuhgröße: 40
Lieblingswort: Klischee
Kontakt: instagram.com/brigitte_be_green

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? Dass ich alle mir zur Verfügung stehenden Plattformen und Magazinseiten nutzen kann, um die Menschheit mit den beiden wichtigsten Themen unserer Zeit zuzuspammen: Klimakrise und Feminismus.

Der beste Ratschlag, den du je bekommen hast: Letzte Woche erst: 70 percent is the new perfect.

Welchen Beruf würdest du gerne mal für einen Tag ausüben? Den der Bundeskanzlerin.

Bist du besser darin, Dinge anzufangen oder zu beenden? Ich bin sehr leicht für Dinge zu begeistern, also wahrscheinlich dann: Dinge anzufangen.

Woraus schöpfst du Energie? Aus dem kreativen Austausch mit anderen, der, wie ich jetzt schmerzlich lernen musste, als Video-Call einfach null funktioniert.

Welches war das schönste Kompliment, das Dir jemand einmal gemacht hat? Als mein 7-jähriger Sohn sagte, dass er NATÜRLICH auch sich selbst lieb hat. Da dachte ich nur: Yes, Selbstliebe vermitteln kann ich!

Wessen Gedanken würdest du gern lesen können? Die von Angela Merkel, wenn sie da mit den Horsts und Markussen zusammensitzen muss. Ach, Horst…

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Ziemlich egal wo, Hauptsache alle acht Wochen mal allein ohne Kids und ohne schlechtes Gewissen.

Bitte vervollständige: Feminismus… darf kein White Girlboss Only Feminismus sein.

Was möchtest du deinen Kindern mit auf den Weg geben? Dass BEIDE Elternteile (wenn man denn beide hat) eintausend Prozent und vollkommen gleich in ihrer Aufgabenverteilung sind, ein Papa das Faschingskostüm besorgen und den Kuchenbasar-Kuchen backen kann und eine Mama an den Wochenenden geschäftlich verreisen – und dass beides völlig normal ist, gelebt und frei von komischen Sprüchen und Blicken aus der „Mitte der Gesellschaft“.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Sämtliche Staats- und Regierungschefs durch Frauen* ersetzen – und zusehen, was plötzlich alles möglich ist.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ich kann nicht kochen.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich einen nachhaltigen Lifestyle propagiere, aber nicht kochen kann.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist eigentlich ökologischer: Scheibe Wurst oder Scheibe Käse? Die Antwort ist ziemlich schockierend, nachzulesen in der aktuellen BE GREEN am Kiosk eures Vertrauens. ;)

Das letzte Wort: Bitte diese Mail nach Empfang löschen. Bin fast vom Glauben abgefallen, als ich gelesen habe, wie viel CO2 herumliegende Uralt-Mails verballern. (Bitte erst nach vollständiger Lektüre bis unten hin. Anm.d.Red.)

FOTO: Andreas Sibler

Kai Bösel

Kai Bösel wird nächstes Jahr 50. Badumm tsss…! Problem? Nicht, wenn man wie Kai Patchwork-Daddy, Ex Internet 2.0-Urgestein, Gründer eines digitalen Kfz-Marktplatzes, eines Adventskalender-Shops, einer Influencer-Agentur und Macher und Herausgeber des Väter-Magazins Daddylicious ist. Dann nämlich nimmt man den Jahresmeilenstein zum Anlass, um ein neues Magazin mit dem vielsagenden Titel NOT TOO OLD auf den Markt zu bringen. Das ist für Kerle ab 45, die für fast noch gar nichts zu alt sind. Es geht um Ernährung, Reisen, Sport, Gesundheit, Style – und um Mixtapes von tollen Typen, die ihre Lieblingslieder vorstellen. Mist, nach dem Lieblingslied haben wir gar nicht gefragt. Dafür aber nach BRAVO-Postern, 16-jährige Ichs und verbotene Sachen.

Name: Kai Bösel
Alter: 48
Wohnort: Hamburg
Beruf: Online Publisher
Schuhgröße: 45
Lieblingsapp: Freeletics
Kontakt: Instagram, Facebook, LinkedIn

Was bedeutet beruflicher Erfolg für dich? Die Umsetzung meiner eigenen Ideen. Und damit andere Leute begeistern oder ihnen Hilfestellung bieten.

Wie motivierst du dich? Wenn ich eine Vision oder ein Ziel habe, dann beiße ich mich fest und gebe nicht auf. So habe ich es schon zu „Schlag den Raab“ in die Sendung geschafft. Und so habe ich auch meine Projekte an den Start gebracht. Das Ziel fokussieren und sich dann nicht aufhalten lassen. Möge es noch so unmöglich erscheinen.

Wenn alle Jobs gleich bezahlt werden würden, welchen Beruf würdest du dann wählen? Ich wäre Rennfahrer, bin sogar tatsächlich im Besitz einer Rennlizenz. Ganz zeitgemäß würde ich dann in einem E-Auto über die Rennpisten bügeln.

Was kann jeder heute tun, damit wir alle eine glücklichere Zukunft erleben? Wir als Familie haben unser Konsumverhalten verändert. Wir trinken Hafermilch und Leitungswasser, verzichten weitestgehend auf Fleisch, kaufen Bio-Ware, stellen unseren Joghurt selbst her, bringen eigene Taschen zum Einkauf mit und noch vieles mehr. Wenn alle ihre Gewohnheiten einmal überdenken und zumindest in Teilen anfangen würden, bewusster zu konsumieren, wäre das sicherlich eine gute Sache.

Wenn Du Dir ein Land aussuchen könntest: In welchem würdest du gerne leben? Meine Heimat ist Deutschland und darüber bin ich die meiste Zeit sehr froh, denn hier fühle ich mich frei im Denken und Handeln und dazu in allen Belangen auch sicher. Nur in Sachen Klima und Essen würde ich mich für Italien entscheiden.

Wessen BRAVO Poster hattest du an der Wand? Erst Limahl, dann Falco, später Heather Thomas.

Du hast eine Sünde frei, welche verbotene Sache würdest du machen? Mh, ich würde mit NOT TOO OLD das Tagesschau-Studio stürmen und die Livesendung „photobomben“. Meiner Reichweite würde das sicherlich helfen…

Was würde dein 16-jähriges Ich von dir heute halten? Verwundert über die wenigen Haare und die vielen Tattoos, ansonsten würden wir uns auf Augenhöhe unterhalten und uns sehr mögen.

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Schwimmen mit Delfinen in stürmischer See vor der Küste von Ägypten zusammen mit unseren beiden großen Kindern. Das war magisch.

Du darfst den Duden um drei Wörter deiner Wahl ergänzen. Bitteschön: Tauchschnabel, Yabadabadoo und Adventman (Erklärung zu Tauchschnabel: So hat meine Tochter lange Zeit die Kombi aus Taucherbrille und Schnorchel genannt. Und ich finde das ein sehr schönes Wort.)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Wir bringen unseren Kindern sehr intensiv bei, keinen Menschen aufgrund von äußerlichen Merkmalen, Herkunft oder Religion zu be- oder verurteilen. Wenn ich könnte, würde ich das gern auf alle Menschen übertragen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Zuerst eine kräftige Kartoffelsuppe und hinterher einen karamellisierten Kaiserschmarrn.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich kann keine Schleife binden. Zumindest nicht so wie alle anderen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? HSV oder St. Pauli?

Das letzte Wort: NOT TOO OLD for Rock’n‘Roll.

FOTO: Jo Fischer

Dela Dabulamanzi

Dela Dabulamanzi ist Schauspielerin, Mutter und Unternehmerin. Sie leiht anderen Darstellerinnen ihre Stimme (darunter Suzanne “Crazy Eyes” Warren aus Orange Is The New Black) und entpuppt sich als herausragend wunderbare Interviewpartnerin. Zuletzt haben wir sie als Psychotherapeutin in der Netflix-Serie ‘Das letzte Wort’ gesehen. Zusammen mit Schauspielkollegin Lara-Sophia Milagro steht sie außerdem hinter dem afrodeutschen Künstlerkollektiv ‘Label Noir’. Eine Plattform, auf der Hautfarbe und Herkunft allerhöchstens die Nebenrolle spielen und schwarze Schauspieler und Schauspielerinnen nicht nur darauf beschränkt werden, die Prise Exotik beizusteuern. Liebe Dela, vielen Dank für das schöne Interview. P.S. Für bequeme High Heels empfehlen wir wärmstes Liesa & Mary (siehe unten).

Name: Dela Dabulamanzi
Alter: reif
Wohnort: Berlin
Beruf: Bühne, TV, Stimme, Mutter, Frau, Freundin, Unternehmerin, Macherin, Optimistin, Tochter, Schwester, Nachbarin, Eremitin…
Schuhgröße: bequeme High Heels gibt’s nur bei Schuhmacher*innen
Lieblingsfilmzitat: „Ich hab ’ne Melone getragen“
Kontakt: dela-dabulamanzi.de, labelnoir.net

Schließ die Augen und denk an was Schönes. Woran denkst du? Daunenkopfkissen und einer innigen Umarmung gut duftender starker Arme.

Wenn dein Leben verfilmt werden würde: Wer würde dich spielen? Michaela Cole, Viola Davis & Dave Chapelle -jede*r spielt ’ne Dekade und die vierte teilen sie sich.

Woraus schöpfst du Kraft? Erdbeertorte, Flat White mit Hafermilch, beim bloßen Gedanken, mein Urban Sports-Abo wieder zu reaktivieren, einfach mal nichts sagen.

Welche Rolle hättest du spielen sollen? Will ja noch ’ne Weile in der Branche arbeiten, daher Maulkorb.

Wann in deinem Leben hast du dich am lebendigsten gefühlt? Jeden Morgen bei meiner Wechseldusche und beim Schnorcheln.

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Kommt noch.

Welches Buch, welchen Film und welche Platte sollte jeder gelesen, gesehen und gehört haben? Das wechselt derzeit: „Die Dinge, die ich denke, während ich höflich lächle“ von Sharon Dodua Otoo, „Born a Crime“ von Trevor Noah, „Marriage Story“ von Noah Baumbach & Greta Herwig, „Get Out“ von Jordan Peele, „Les Fleurs“ von Minnie Riperton.

Dein wertvollster Besitz? Liebe.

Was würdest du tun, wenn du jeden Tag eine Stunde länger Zeit hättest? Mich wundern, wo die Zeit geblieben ist, und schwören, am nächsten Tag Klavier zu üben.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Mich ab und zu in den Arm zu nehmen und zu sagen, dass ich ganz dufte bin. Kann mich an das Gefühl gewöhnen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Waffen einschmelzen und Politiker dazu verpflichten, jährlich Attests für psychische Gesundheit vorzulegen. Sprich: Alle müssen neben den Amtsgeschäften auf die Couch.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Fufu plus Peanutbutterstew oder Lasagne (in beidem bin ich die absolute Queen).

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich gerade übe, das amerikanische „R“ richtig auszusprechen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Für die Erstellung meines optimalen Psychograms mangelt es an nichts.

Das letzte Wort: Ist hoffentlich noch Zeit bis das gesprochen ist. Solltest Du ungeduldig sein, dann schau Dir auf Netflix „Das Letzte Wort“ an.

FOTO: Malina Ebert