Es grünt so grün

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Es grünt so grün.

Es war im April 2013, ziemlich genau vor drei Jahren also, als wir zum ersten Mal den Rasen und später auch die altehrwürdigen heiligen Hallen des ehemaligen Krematoriums Wedding betraten. Komisch war uns nur kurz zumute, vorher um genau zu sein. Denn was dieser bezaubernde Ort, der jeden Besucher mit seinen zwei Gebäudeflügeln wie mit Armen willkommen zu heißen scheint, für eine Ruhe, Friedlichkeit und ja Lebenskraft ausstrahlt, war und ist ziemlich einzigartig in dieser lauten, schnellen Stadt. Wir veranstalteten dort unser drittes Golden Dinner und in den vier Wochen seines Bestehens wurden wir quasi eins mit den Räumen, Fluren, Wänden und dem großen Kuppelsaal. Inzwischen belebt das silent green Kulturquartier Raum und Zeit in allen Facetten. Es versteht sich als offener, dennoch geschützter Raum, in dem gedacht, geforscht und experimentiert werden darf. Ein starker Fokus liegt auf Interdisziplinarität, Begegnung, Transformation. Und was eignet sich besser zum wechselseitigen Austausch als gemütliche, belebende Gastronomie? Genau. Die Frage ist natürlich rhetorisch, und trotzdem gibt es eine Antwort: Das Moos Restaurant an eben jenem Ort ist eine kulinarische Oase der Ruhe. Streetfood-Pionier und Deli-Profi Charlie Huber betreibt hochprofessionell und dauerhaft das luftig gestaltete Restaurant mit dem unverbauten Blick ins Grüne plus eigenem Garten und serviert täglich wechselnde Gerichte, Kaffee und Kuchen. Vegetarische und vegane Varianten sind selbstverständlich, lecker und frisch natürlich auch. Dogmatisch ist die Küche nicht, vielmehr überraschend – auch für den Koch, der oft erst auf dem Markt entscheidet, was es heute zu essen gibt. Wo Moose ihre wichtige Rolle als Nährstoffspeicher wahrnehmen, erfüllt das idyllische Kleinod seine Funktion als Nährstofflieferant auf kreative Weise. Herrlich angerichtet präsentiert sich das Frühstück an Wochenenden und Feiertagen. So herrlich, dass die Haus- und Hof-Eichhörnchen Erich und Egon auch gerne mal was abhaben wollen vom knusprigen Müsli. Und ab Mai werden die Abende mit Wein und kleinen Köstlichkeiten am flackernden Lagerfeuer im Restaurantgarten verbracht.
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Moos Restaurant im silent green Kulturquartier | Gerichtstraße 35, 13347 Berlin | geöffnet von Montag bis Freitag 12-18 Uhr, Sa. & So. von 10-18 Uhr | moos-restaurant.de | facebook | Photo: kathamau.com

 

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 20. April 2016 | Tags: |  Keine Kommentare

Ringelschwanz mit Anfassen

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Ringelschwanz mit Anfassen

Was kann passieren, wenn zwei exzentrisch-narzisstische, im besten Sinne ewig-pubertierende Modeblogger und Fashion-Week-Veteranen, die bis jetzt höchst erfolgreich in Zeitgeist, Porno, Pop und Freakshow gemacht haben, auf einmal die Futterluke öffnen? Richtig: Ein stilbildend rosiges Kulinarium nach Fastfood-Modell, das im Herzen Neuköllns multikulturell vegane Schnellküche in Pappkartons an Menschen bringt, die nicht nur hungrig nach effektiver Nahrung, sondern auch nach der Potenzialität von Zukunft sind. Am 16. April eröffnen David und Jakob aka Dandy Diary aka die bekanntesten Männer-Modeblogger Deutschlands, ach was der Welt, an der Karl-Marx-Straße ihr Dandy Diner. Die erste Filiale des selbst ernannten Imbissbuden-Imperiums wurde im Stil der großen Fastfood-Ketten der 1980er Jahre von Studio Karhard designt. Das sind im Übrigen die, die auch für die Toiletten im Berghain verantwortlich sind. Und so ist auch im Dandy Diner alles möglich – außer tierischen Produkten. Das Gastronomie-Angebot von Burgern über Salate, Sandwiches bis hin zu Desserts und Gebäck ist rein vegan und koscher und halal und sowieso. Zu trinken gibt es neben sehr gutem Kaffee, Bier und Wein auch Longdrinks – ein eindeutiges Plus gegenüber den imperialistischen Konkurrenten. Und weil bei den Dandys nix ohne Mode geht, wurden höchtsselbstverständlich auch die Uniformen des Diner-Personals formvollendet durchdesignt. Schürze und Mütze mit dem Schweinchen-Logo gibt es auch für Nicht-Angestellte im Voo Store zu kaufen. Umsonst gibt’s Ringelschwanz mit Anfassen, einen ersten Eindruck inklusive Burger, Drinks und lauter Musik, bei der Eröffnung am kommenden Samstag, den 16. April, pünktlich zum Geburtstag der dänischen Königin. Na wenn dit nüscht is?
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Dandy Diner | Karl-Marx-Straße 9, 12043 Berlin | Öffnungszeiten: täglich von 12 bis 0 Uhr | | dandydiner.de | Facebook | Opening: 16. April ab 20 Uhr

 

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 13. April 2016 | Tags: , , , , , Keine Kommentare

Jump around

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Jump around

Warum gehen, wenn du hüpfen kannst? Wir sind Christoph Ahmadi und Till Walz ausgesprochen dankbar. Die beiden Hamburger Unternehmer und Freunde seit Kindertagen bescheren uns nämlich die ultimative Legitimation zum Austoben. Immer mal wieder blinzeln wir neidisch auf wildgewordene Kinderscharen in Hüpfburgen und versuchen uns dabei abgebrüht zu geben. Aber jetzt dürfen wir endlich selber. Christoph und Till eröffneten letzte Woche das JUMP House Berlin und damit den größten Trampolinpark Deutschlands! In einer denkmalgeschützten Halle in Reinickendorf stehen über 120 Trampoline auf mehr als 4.000 Quadratmetern. Das Ganze wirkt ein wenig wie eine überdimensionale Gummizelle in cool. Trampoline am Boden, dicht an dicht, Trampoline an Wänden, um den insektenhaften An-Der-Wand-Hochlauf-Effekt zu üben, und davor hängen dann auch noch Basketballkörbe für den ersten echten Dunk deines Lebens. Hinter ihnen sind wahlweise riesige Schaumstoffgruben oder weiche Luftkissen angebracht, falls mal was oder wer daneben geht. Die Halle beherbergt auch die »Battle Box« für Möchtegern-Gladiatoren: Ein Schwebebalken über einem riesigen Schaumstoffgraben. Es treten zwei Gegner mit gepolsterten Lanzen gegeneinander an – hier verliert man gerne, weil das Fallen mindestens so viel Spaß macht wie das Hauen. American Gladiators lassen grüßen. Das Herzstück der Anlage ist jedoch der FreeJUMP. 75 zusammenhängende Trampoline mit der Lizenz zum Springen. Ein Endorphin-Generator der Spitzenklasse. Denn wer hier frei springt, der dreht auch irgendwann frei und ergießt sich in einen Herz hüpfenden Lach-Flash. Und Lachen ist ja bekanntlich gesund. Genauso wie Springen im Übrigen: Trampolinspringen ist ein effektives Kraft-Ausdauertraining, viel schonender zu Gelenken und Knochen als Joggen, es fördert die Körperhaltung, das Gleichgewicht und die Koordinationsfähigkeit, und man schafft es, mit einer Stunde Springen bis zu 1000 Kalorien zu verbrennen. Na dann, flieg nicht zu hoch, mein kleiner Freund!
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JUMP House Berlin-Reinickendorf | Miraustraße 38, 13509 Berlin | www.jumphouse.de/berlin | 12 Euro für eine Stunde

 

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 30. März 2016 | Tags: , , , , , , , Keine Kommentare

From Belize with Love

From Belize with Love

Mit guter Schokolade ist es wie mit gutem Wein oder Whiskey. Hat man einmal welchen probiert, kann man unmöglich zurück zum Discountfusel – niemals, jemals! Wer einmal auf einer rohen, puren und höchstens mit etwas Rohrzucker gesüßten Schokolade herumgekaut hat, weiß wovon wir sprechen. Diese Mischung aus Bitterkeit und leichter Süße, die einem buchstäblich das Wasser in den Mund laufen lässt, während man den zartschmelzenden Bissen forschend von einer Seite zur anderen schiebt, um a) möglichst alle Geschmacksrezeptoren in jedem Winkel in den Genuss kommen zu lassen und b) das Aromenspektrum dieser besten aller Leckereien in seiner gesamten epischen Breite und Dichte auszukosten. Diese Schokolade macht glücklich, manche berichten gar von rauschähnlichen Zuständen. Wenn dem so ist, dann ist das Belyzium in Berlin Mitte so etwas wie die Hells Kitchen der Schokoholiker. Denn hier gibt es den puren, den reinen, liebevoll, nachhaltig und ökologisch angebauten, geernteten, fermentierten, getrockneten, gerösteten, gemahlenen und veredelten Stoff. Schon einmal echte Schokolade gegessen? Schon einmal 100 % Kakao probiert? Man sagt, er habe magische Kräfte und verleihe Flügel. Zu Deutsch: Das Belyzium ist eine kleine ‚Tree to Bar‘-Kakao-Manufaktur, sprich das Team verantwortet die gesamte Wertschöpfungskette vom Anbau über die Verarbeitung der Bio-Kakaobohnen, die Rezeptur und Herstellung der feinen Schokoladenkreationen, bis hin zu Verpackung und Transport. Dabei geht es nicht nur um Geschmack, sondern auch um soziale, ökologische und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit. Dieser Anspruch, dieser Wert steckt in jedem einzelnen Produkt, diesen Anspruch, diesen Wert schmeckt man in jedem einzelnen Produkt, ganz gleich ob pure Kakao Nibs, feine Trüffel, Eiscreme oder Schokoladentafeln mit oder ohne Kirschen, Maya-Chili oder Meersalz. Wem das Genießen allein nicht ausreicht, dem bietet das Belyzium jede Woche die Möglichkeit, in einem zweistündigen Workshop tiefer einzutauchen und seine ganz eigene Kreation zu schöpfen. Wir verlosen 1×2 Plätze beim nächsten Seminar an die besonders Genusssüchtigen unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚BROWN SUGAR‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de. Herzlich willkommen in Level 2!
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BELYZIUM – Tree to Bar Chocolate | Lottumstraße 15, 10119 Berlin | z.B. Belyzium 100 mit 100% Kakao, 50g Tafel, 5€ | belyzium.com

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 30. März 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Ganoven Gastro

Ganoven Gastro

Louis „Pretty“ Amberg, ein jüdischer Gangster der Kosher Nostra, teilte in den frühen 1930er Jahren mit seinen Kumpanen im Deli Pastrami und in Salz eingelegte Pickles. Bodenständige Kost für hart arbeitende Banditen. Louis selbst wurde zwar kurz danach auf sehr unkultivierte Weise aus dem Leben gerissen (wir ersparen hier die Details), geboren wurde aber eine neue jüdisch-amerikanische Deli-Küche. Bis heute wird diese zwar nicht koshere, aber auf traditionellen Rezepten basierende Gastronomie weiter entwickelt. Mit dem Kreuzberger „Louis Pretty“ erreicht sie einen neuen Höhepunkt. Oskar Melzer, Mitbegründer von Mogg & Melzer, tat sich mit James und David Ardinast zusammen, die er schon als Teenager im Summer-Camp kennengelernt hatte, und tüftelte ein halbes Jahr lang an der nass gepökelten, geräucherten, gegarten und marinierten Ochsenbrust. Entstanden ist Pastrami in seiner feinsten Form. Und die Berliner Version eines authentisch-amerikanischen Delis. Die Küchenleitung bleibt mit Joey Pasarella (klingt auch ein wenig nach Cosa Nostra) in New Yorker Hand, mit der Inneneinrichtung wurde die Geographie etwas erweitert: Die perfekte Pastrami-Rezeptur gibt es jetzt im farbenfrohen Palm Springs-Interieur zu kosten. Schon mal auf einem Swimming Pool gegessen? An der Ritterstraße geht das. Die Tische sind mit kristallklaren Pool-Motiven bedruckt, Flamingo-rosa Sessel kontrastieren mit einer satt orangenen Wand. Wem das zu viel ist, der darf die Pastrami-Varianten, Salate oder Suppen auch mitnehmen. Wir finden, der Farbtupfer tut der Ritterstraße gut. Und lassen uns gerne nach guter, amerikanischer Diner-Manier mit Filterkaffee volllaufen. Ob zum Frühstück, Lunch oder Dinner. Bete’avon!
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Louis Pretty | Ritterstraße 2, 10969 Berlin | 11.30 – 22.00 Uhr | www.louispretty.com

Photo: Steve Herud

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 02. März 2016 | Tags: , , Keine Kommentare

Kaffeesatzleser

Kaffeesatzleser

Ein Profiler ist ein Kriminalist. Er ist ein Fallanalytiker, der anhand von Indizien am Tatort Rückschlüsse auf die sozio-ökonomischen Merkmale des Täters zieht. Er ist ein reflektierter Schnüffler und akribischer Tüftler. Und was der Profiler (im Fernsehen und im echten Leben) mit Menschen macht, machen die Friedrichshainer Coffee Profilers eben mit Kaffee. Und mit Menschen. Das internationale Gründer-Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kaffee-Liebhaber mit dem für sie perfekt passenden Kaffee zusammenzubringen. Das tun sie auf unterschiedlichen Ebenen. In erster Linie sind die Coffee Profilers eine Kaffee-Bar. An einem Ort, an dem man kein modernes, hübsch designtes Café vermutet, nämlich an der historischen, aber etwas unbelebten Karl-Marx-Allee, unweit des Knotenpunktes Frankfurter Tor, haben sie sich niedergelassen. Hier dürfen wir eintreten in einen freundlichen, hellen Raum, an dem alles „Kaffee“ ruft: Der Duft, die Auslagen, die meterlangen Regale mit Kaffeemaschinen. Man wird freundlich nach seinem Verhältnis zu Säure befragt und darf aus verschiedenen Kaffeesorten auswählen – die übrigens fast täglich wechseln. Wen das schon überfordert: Keine Angst! Die Jungs, die hier an der Kaffeemaschine stehen, verstehen euch. Gerne erzählen sie. Über Anbauverhältnisse, über Röstgrade, Säuregehalt, Geschmacksrichtungen. Und dabei passiert etwas. Die Leidenschaft wird losgelassen: Ihre Augen leuchten. Ihre Ausführungen machen neugierig. Sie reden von unterschiedlichen Qualitäten, von Filter und Brew, von den kleinen, aber feinen Anbaugebieten in hoher Höhe, von denen sie ihren Kaffee beziehen. Und plötzlich tut sich eine Welt auf jenseits des Latte Macchiato. Großartiger Weise veranstalten die Profiler auch immer mal wieder Workshops und Kaffee-Degustationen. Wer also auf den Geschmack gekommen ist, darf sich auch mal mehr erzählen lassen als in den kurzen drei Minuten, bevor man eigentlich schon im Büro sein müsste. Achso, oder man bestellt einfach einen verdammt guten Kaffee.
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Coffee Profilers | Karl-Marx-Allee 136, 10243 Berlin | Mo-Fr, 8-18 Uhr, Sa 9-18 Uhr, So 11-17 Uhr | www.coffeeprofilers.com

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 24. Februar 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Nesthocker

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Nesthocker

Und es war Samstag. Und wir waren frühstücken. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee lag in der Luft, die Sonne zauberte einen hellen Lichtstreifen auf unseren Tisch, der keck im Orangensaftglas schimmerte und unseren Eggs Benedict einen standesgemäßen Heiligenschein verlieh. Nun gut, wir schweifen ab, aber genau so fühlt es sich nunmal an, wenn man sich zur unendlichsten Mahlzeit des Tages im wunderschönen Café Nest am Görlitzer Park niederlässt. Sicher, man kann zu jeder Tages- und Abendszeit hier einkehren, aber das Frühstück, das Frühstück… Neun verschiedene stehen täglich zur Auswahl, von vegan über Arme Ritter bis Apfelmüsli. Jeden Samstag von 10 bis 16 Uhr werden dann zusätzlich Leib- und Eierspeisen aufgetischt, die einem die Gaumentränen der Freude im Mund zusammenlaufen lassen. Pochierte Eier, wahlweise mit Rosmarinschinken, geräuchertem Lachs oder Blattspinat auf Toastmuffin, übergossen mit hausgemachter Sauce Hollandaise zum Beispiel, Weißwurscht oder ein English Breakfast wie es schmutziger nicht sein könnte. Unsere Highlight-Kombi für zwei besteht aus dem veganen Frühstück aus Avocado, leckeren Aufstrichen, Räuchertofu und einem grandiosen Obstsalat und den Eggs Atlantic mit Lachs und frischem Dill. So gut. Ab und an gesellen sich übrigens noch israelische Tagesspecials wie Schakschuka dazu und am Sonntag gibt es ein riesiges Brunch-Buffet. Kaffees, Tees, Säfte, Service und der Laden selbst nebst oben liegendem Co-Working Space für bis zu 23 Arbeitswillige sind über jeden Zweifel erhaben. So sieht er aus, so schmeckt er, der perfekte Frühstückswohlfühlort. Ende der Durchsage. Bete’avon!
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Nest Speise- & Schankwirtschaft | Görlitzer Str. 52, 10997 Berlin | Mo-So ab 10:00 Uhr | cafenest.de

 

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 17. Februar 2016 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Butter bei die Fische und beim Gemüse und beim Fleisch

Butter bei die Fische und beim Gemüse und beim Fleisch

Erst waren wir ein bisschen skeptisch: Brasilianisch-französische Küche? Eine gewagte, ungewöhnliche Kombination. Wir hatten versucht, unsere kulinarische Brasilien-Erfahrung (eine Karnevalswoche lang Bohneneintropf mit süffigem Bier herunterspülen) mit französischen Gastro-Genüssen (alles, was an Land- und Meeresgetier jeder couleur zwischen Kir Royal und Délice de Bourgogne Patz findet) zu verbinden und scheiterten. Die Butterhandlung im Friedrichshainer Südkiez belehrt uns eines besseren und beweist: Die Kombi funktioniert ganz fantastisch! Zum Einstieg macht das Restaurant seinem Namen alle Ehre und serviert ungefragt Brot mit drei Butter-Variationen. Früher wurde die Butter hier hergestellt, jetzt wird sie hier verfeinert und kredenzt. Zum Beispiel mit Trüffel. Sowieso ist Trüffel hier ein Thema, und was für eins! Wer in der Butterhandlung ein Gericht mit Trüffel bestellt, kriegt auch Trüffel. Nicht drei Spritzer Trüffel-aromatisiertes Öl, sondern eine echte Portion der Pilz-Preziose. Zu jeder Hauptspeise, ob Fisch, ob Fleisch, ob komplett tierfrei, gibt es eine unverbindliche, aber professionelle Wein- oder Bierempfehlung. Nicht-Trinker werden belohnt mit der sagenhaft guten, nach Sommerurlaub schmeckenden Castro Street Lemonade. Für alle anderen gibt es zu späterer Stunde im Mikrokosmos Bar BoBu im hinteren Teil der Butterhandlung neben famosen Cocktails und Livemusik wunderbar jazzig-charmante Atmosphäre. Genau das hat der Friedrichshain verdient: Ein ernsthaftes Speiselokal, lecker und gemütlich, mit wunderbar weltgewandtem Personal ganz jenseits der lieblosen Glutamat-Hölle ein paar Straßen südwestlich.

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Butterhandlung | Scharnweberstraße 54, 10245 Berlin | Butterhandlung.de

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 17. Februar 2016 | Tags: , , , Keine Kommentare

Berlin Schlürfing

Berlin Schlürfing

An der Auster scheiden sich die Geister. Den einen liegt die harte, bucklige Schale zärtlich und weich in der Hand. Sie schließen ihre Augen und riechen das Meer. Der Muschelgeschmack weckt Erinnerungen an steilen Wind, raue See und Freiheit – was kostet die Welt? Den anderen ist das 250 Millionen Jahre alte Weichtier ein suspekter Graus. Wir gehören ganz klar zur freiheits-sehnsüchtigen ersten Gruppe. Und jubeln daher ob der Möglichkeit, uns vier Wochen lang an einer zeitgenössischen Austernbar zu laben. Am 11. Februar eröffnet Jenna Biberstein ihre Pop Up Oyster-Bar »Oy« in Mitte. Vor einem Jahr entdeckte die umtriebige Konzepterin die leckere Fülle an schön drapiertem Seafood im »Les Halles« in Lyon. Diese Idee nach Berlin zu bringen, ließ sie nicht los. Nachdem das Projekt ein Jahr auf Eis lag, liegen jetzt die delikaten Muscheln an der Torstraße auf Eis. Bei dieser modernen Interpretation eines elitären Gastro-Klassikers ist weniger mehr: Das sonst eher steife Etepetete rund um die Luxus-Muschel wird hier gestrichen. Statt dezenter Melodien eines steif gewandeten Streicher-Quartetts schmeißt ein DJ tanzbare Hip Hop Tunes in den Raum. Das Austern-begleitende Baguette wird in einer bescheidenen Papiertüte serviert. Und bei 25 Gästen ist die Bar auch schon voll. So geht Austern essen in Berlin. Ein bisschen weniger Show, ein bisschen mehr lecker. Sonntag und Montag ist das »Oy« eigentlich geschlossen, Ausnahme ist aber der diesjährig sonntägliche Valentinstag. Schließlich sind Austern Aphrodisiaka.
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Oy | Torstraße 161, 10115 Berlin | 11.2. bis 10.3., Di bis Sa ab 19 Uhr | Facebook

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 10. Februar 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

La Grande Bouffe

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La Grande Bouffe

Sie sind in aller Munde: Das Hirsch-Tartar, der Räucheraal oder das royale Spiegelei von Tulus Lotrek. Und natürlich die Kreateure selbst. Erst im November öffnete das Speiselokal seine Türen in Kreuzkölln, und schon tritt es an, der Ära der nouvelle cuisine ein- für allemal ein lautes Au revoir hinterher zu schmettern. Subtil-vegetale Geschmacksneutralität ist hier nicht. Vielmehr ist stilvolle Völlerei die Ansage von Gastgeberin Ilona Scholl und Küchenchef Maximilian Strohe. Namensinspirator Henri de Toulouse-Lautrec hätte seine wahre Freude daran. Der Post-Impressionist ließ damals keine Party im Pigalle aus. Auch die bis zu zwölf Gläser Port, die der Bohémien täglich für seine innere und äußere Balance benötigte, animiert das Gastro-Duo in Berlin zu einer gewaltigen Weinauswahl. Und sie beweisen uns gekonnt: Manchmal muss man sich nicht zwischen Qualität und Quantität entscheiden. Das Versprechen »Wir sorgen schon heute für Ihren Kater von morgen« wird hier nicht mit wenigen Schlucken billigen Schnaps gehalten, sondern mit edlen Köstlichkeiten wie zum Beispiel einem 2006er Shiraz aus dem Barossa Valley. Der Tropfen ist geschwängert mit einem hauch von Tragik: Die Rebe leidet am »Dead-arm Disease«, bildet keine neuen Triebe aus und speichert daher alles an Sonne und Bodenschätzen in klitzekleinen Träubchen, was zu haben ist. Der Anti-Minimalismus zieht sich konsequent durch: So opulent wie die Gastronomie ist auch die üppige Tapete im gemütlichen Lokal. Ohne Angst vor falschem Benehmen dürfen wir hier auch mal genüsslich die Sauce vom Tellerrand lecken. Die Askese hat ein Ende. Und – ganz ehrlich – wir sind dankbar.
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Tulus Lotrek | Fichtestraße 24, 10967 Berlin | 030 4195 6687 | www.tuluslotrek.de | Di bis So, 19 bis 0 Uhr

 

The Monk Zone

The Monk Zone

„Willst du ihn klassisch oder vertraust du mir?“ Wir haben den besten Cocktail unseres Lebens getrunken. Es war ein Old Fashioned – richtig hartes Zeug also – allerdings mit Ahorn- statt Zuckersirup und einem besonders rauchigen Single Malt Whisky. Serviert wurde er in einem runden Kristall-Tumbler in dem ein einziger, monolitischer Eiswürfel bis zum Rand in die Höhe ragte und das ganze Arrangement in einen geometrischen Augenschmaus verwandelte. Es schmeckte nach Lagerfeuer an einem lauen Sommerabend irgendwo in einem riesigen Wald voller Leben mit See und allem was dazu gehört. Die Thelonious Bar in der Berliner Weserstraße ist einer dieser Orte an denen man viel zu oft vorbei läuft. Klammheimlich beinahe schmucklos liegt sie da zwischen Falafelbude, lauten Kneipen und (zugegeben Neuköllns bestem) Inder. Drinnen gibt es wenig Licht – rechteckiger Raum um rechteckigen Tresen. Irgendwer hat tatsächlich ein paar Tulpen darauf gestellt, an den Rand versteht sich. Die Atmosphäre ist berauschend, es wird geraucht, im Hintergrund läuft stilecht Jazz, die Barkeeper sind Profis, keine Studenten. Sie seihen und kippen die Destillate gekonnt über die Rückhand in den Shaker, der Sirup läuft über einen 50 cm langen Silberlöffel, die Gläser sind allesamt eisgekühlt. Niemand streckt oder puncht zum Wohlgefallen des Gastes – Cocktails zubereiten bedeutet schließlich Arbeit an der Perfektion. Jeder Griff sitzt und wird von allen drei Barleuten mit Finesse und Hingabe ausgeführt, auch dann, wenn niemand zuschaut – wären sie allein oder im Dunkeln, sie würden es ganz genau so machen, ganz einfach weil es so gehört. Das ist unprätentiös, sympathisch und erfrischend gut. Wüssten wir es nicht besser, wir wähnten uns kurz irgendwo zwischen East London und Williamsburg. Wir sind in Berlin. Unser Cocktailgedicht kostet unter 10 Euro. Wir kommen wieder. Regelmäßig.
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Thelonious Bar | Weserstr. 202, 12047 Berlin | Mo.-So. 19-02 Uhr | www.thelonious-bar.de | Photo: Cielito Vivas

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 03. Februar 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Come hai trovato il film?

Come hai trovato il film?

Es gab diesen Moment. Im Austauschjahr in Neuseeland. Nichts ahnend vor dem Fernsehgerät und plötzlich: Tom Selleck. Und Tom Sellecks echte, amerikanische Stimme. Dass Magnum nicht deutsch sprach, war natürlich klar – warum sollte er, auf Hawaii!? – aber dass er eigentlich so anders klingt (und ehrlich gesagt, nicht besser) war ein kleiner Schock. Und in diesem Moment reifte eine Erkenntnis: Synchronisierte Filme sind einfach nicht »the real thing«. Umso wunderbarer, dass in eine leerstehende Bäckerei in Kreuzberg nun »Il Kino« eingezogen ist, ein kleines Programmkino, das sich auf Filme aus aller Welt in Originalsprache mit Untertiteln spezialisiert hat. Auf Filme, die an Festivals zwar hoch gelobt werden, in Deutschland aber keine Distribution finden. So international wie das ausgesuchte Programm sind auch die Gründer des 52-Sitzers: Das italienisch-deutsch-norwegische Team führt in Berlin weiter, was seit 2010 in Rom bestens funktioniert. Damals hatten 54 Regisseure, Drehbuchautoren, Cutter und Schauspieler das Kino ins Leben gerufen, in das sie selbst gerne gehen möchten. Und wir gehen sehr gerne mit. Mediterran ist übrigens auch das kulinarische Konzept. In der Kino-Bar werden italienische Weine verkauft, das Antipasti-Buffet wird bis 22 Uhr regelmäßig aufgefüllt. So können die zu Teilen anspruchsvollen Filme im Anschluss rege diskutiert und verdaut werden.
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Il Kino | Nansenstraße 22, 12047 Berlin | Mo-Fr ab 12.30, Sa & So ab 11 Uhr | www.ilkino.de

Photo: Malene Korsgaard Lauritsen

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 27. Januar 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Mio Animo!

Mio Animo!

Spot on, drama, es ist Fashion Week. Noch bis zum Wochenende dreht sich jeder und alles in Berlin um Stoffe, Tücher, Schnitte, Muster. Doch auch nach der Modewoche gilt, Berlin ist und bleibt eines spannendsten Pflaster in Sachen Fashion. Unzählige junge, talentierte Designer, spannende Labels und Manufakturen gibt es in der Stadt. Zum Beispiel direkt bei uns um die Ecke, an der Rykestraße 48. Hier haben unsere Freunde von MIO ANIMO ihre neue Ladenheimat gefunden. Die farbenfrohen, femininen Jersey-Designs aus lokaler Produktion erfreuen unser Herz und unser Gewissen (mindestens zwei von uns können ohne ihr MIO ANIMO Lieblingskleid nicht mehr leben). In einem unserer ersten 2-Minuten-Interviews meinte Labelgründerin Anne-Kristin Gückel, sie würde gerne mal ein Kleid für sich selbst designen. Ob sie das mittlerweile geschafft hat, könnt ihr sie gleich selber fragen: Zur großen Eröffnung laden wir euch am Samstag auf ein Gläschen und ein Teilchen in den taufrischen MIO ANIMO Shop in Prenzlauer Berg.
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MIO ANIMO Shoperöffnung | Rykestraße 48, 10405 Berlin  | Sa, 23.1., 13 bis 20 Uhr | mioanimo.de

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 20. Januar 2016 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Prost, ihr Hunde!

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Prost, ihr Hunde!

Die perfekte Bar muss vor allem sein: Schummrig. Nicht allzu groß. Alkoholisch exklusiv bestückt. Entweder stehen an einem langen Tresen eine Reihe hoher Barhocker, die zum elegant gestreckten Rücken verleiten. Oder es gruppieren sich auf einem etwas abgeranzten Holzboden mit Geschichte lederne Sitzgelegenheiten, in die man tief einsinken und sich fühlen kann, als hätte man einen Titel – oder zumindest eine Zigarrensammlung. Stop. Bleib bei genau diesem Bild. Jetzt füge als Soundtrack guten old school Hip Hop ein. Bricht das Bild ein bisschen auf? Nun subtrahiere alles, was irgendwie prätentiös wirkt. Und leg als Krönung zum Schluss noch den Kreuzberg-Filter über all das. Voilà: Willkommen bei Bourbon Dogs. Die amerikanisch angehauchte Whiskey-Bar am Spreewaldplatz ist eine perfekte Bar in etwas anders. Serviert wird hier die eigenständige Kombination aus vielseitigen klassischen und neu interpretierten Whiskey-Drinks, ausgesuchten Craft Beers und der Antithese zum Dauerbrenner aus dem schwedischen Möbelhaus: bestechend gute Hot Dogs. Wer sich traut, sucht sich auf der Karte einen Drink unter der Überschrift »Unusual« aus, per definitionem »obscure whiskies made in unique styles«. Wer erst einmal sanft in das ungewöhnliche Konzept einsteigen will, kombiniert ein süffiges Brooklyn Lager mit einem Classic Dog. Man muss ja nicht gleich übertreiben. Aber man könnte.
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Bourbon Dogs | Spreewaldplatz 14, 10999 Berlin | Di bis So, ab 17 Uhr | www.bourbon-dogs.com

 

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 20. Januar 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Unser täglich Porridge

Unser täglich Porridge

Dass man morgens essen soll wie ein Kaiser, haben wir schon früh von unseren gesundheitsbewussten Eltern gelernt. Dass dieses kaiserliche Mahl auch mal aus schleimigem Haferbrei besteht, hat uns diese Erkenntnis leider etwas mies gemacht. Aber damals gab es auch noch keinen Haferkater, der das vorgestrige Image des körnigen Kraftfutters entstaubte und sich von jetzt auf gleich zu unserer absoluten Lieblingsfrühstückslocation gemausert hat. Die behagliche, rustikale Holzkiste ist ein Lichtblick an der viel befahrenen Friedrichshainer Boxhagener Straße. Und sie ist eine veritable Bereicherung der kulinarischen Landschaft. Hier wird nämlich der beste Porridge außerhalb Schottlands gemacht und serviert. Wir. mögen. ihn. Sehr! Die Jugendfreunde Anna, Leandro und Levin heben den unterschätzten Haferbrei auf ein ganz neues Level und würdigen ihn im Rampenlicht der ausgewogenen Ernährung. Der vegane, laktose- und glutenfreie britische Sattmacher wird im Haferkater mit allerlei Saisonalem aufgewertet: Durch die Beigabe von fruchtigen Beeren, hausgemachtem Karamell oder knusprigem Granola entsteht ein formidables Frühstück. Die kleine Karte ist so nahrhaft, die liebevoll gezimmerte Oase so entspannend, dass der Haferkater zu Recht mit dem Gastro-Gründerpreis 2015 ausgezeichnet wurde.
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Haferkater | Boxhagener Straße 76-78 in Berlin | Mo-Fr 8-16 Uhr, Sa&So 9-17 Uhr |www.haferkater.de

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 13. Januar 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Kantinenliebe

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Kantinenliebe

Wir möchten uns zu Jahresbeginn einmal höflich und herzlich bedanken. Und zwar bei jedem und jeder, der im famosen Speiselokal eins44 arbeitet. Denn, wer sich mit so viel Passion, Wissen, Aufmerksamkeit und unaufdringlichem Charme um Gäste kümmert, muss einfach ein grandioser Mensch sein. Der wahnsinnig gute Service ist aber nur ein Grund, der bescheiden auch »Kantine Neukölln« genannten Überraschung in einem zweiten Hinterhof an der Elbestraße einen Besuch abzustatten. Im Mittelpunkt steht natürlich die Gastronomie. Sie wird hier, ebenso bescheiden, »gehobene Bistroküche« genannt. Dabei bekommt man so viel mehr. Der Versuch, nicht in Pathos abzugleiten, misslingt hier kläglich, denn die Küche ist eine Offenbarung: Die einzelnen Bestandteile eines Gerichts werden zwar auf der Speisekarte aufgeführt, nicht aber deren Konsistenz, wie beispielsweise folgende Vorspeise für 16 Euro: »Jakobsmuschel. Butternusskürbis. Cannellini Bohne. Pancetta.«. Die Überraschung gelingt, wenn die Einzelteile in unerwarteten Zubereitungsarten serviert werden. Kleiner Tipp: Wirsing-Chips sind der Hammer! Ebenso wie die einzigartige Weinkarte mit Riesling-Fokus (unbedingt probieren: »vom grauen schiefer« aus der Mosel). Dritter Pluspunkt ist die Ambiance in der Industriehalle aus der Jahrhundertwende, in der früher Likör-Essenzen destilliert wurden. Rustikale Holzmöbel und warmes Licht verleihen dem Raum in eine frugal-gemütliche Atmosphäre. Einziger Wermutstropfen: Die Menuauswahl für Vegetarier ist nicht groß. Aber wir wären nicht im eins44, wenn die Bedienung nicht wunderbare Ausnahmen möglich machen würde.
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eins44 – Kantine Neukölln | Elbestraße 28/29 | Di-Fr: 12-15 und Di-Sa: 19-24 Uhr | www.eins44.com

 

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 06. Januar 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Kostbarkeit zu Kaufen

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Kostbarkeit zu Kaufen

Wie heißt es so schön: »Always be yourself. Unless you can be a unicorn. Then always be a unicorn.«. Es ist schon lange kein Geheimnis mehr: Einhörner sind die besseren Menschen. Deswegen erstaunt es auch nicht, dass »Shop the Love«, der zweitägige Pop-Up-Shop rund um fair produzierte Produkte, im unicorn Berlin stattfindet. Franziska Schmid, überzeugte, aber nicht missionarische Veganerin und Gründerin von Veggie Love, initiiert den hübschen Kurz-vor-Weihnachten-Laden rund um ökologisches, faires, verträgliches Schönes. Mit ins Boot geholt hat sie sich dafür Christina Wille, Besitzerin des veganen Fashion-Stores loveco im Friedrichshain. In diesem Team paart sich also geballtes Wissen über nachhaltigen Lifestyle und ökologische Mode. Und all das wird es auch geben nächste Woche: Mode, Kosmetik und Accessoires zu kaufen, Matcha Waffeln und Red Smoothies zur Stärkung. Mit dabei sind auch unsere Lieblings-Badezimmer-Produkte von Stop the water while using me!, die uns auch im Büro jeden Tag erfreuen und daran erinnern, wie kostbar Wasser ist. Und die freshe vegane Männerpflege von Brooklyn Soap Company darf natürlich auch nicht fehlen – mmmhhhh, wie das duftet… Und auch wenn man das eigentlich schon lange nicht mehr sagen muss: Veggie Love und loveco bringen mal wieder den Beweis, dass ökologisch eben auch stylish ist. Wir schließen gerne mit einem weiteren, passenden Zitat, diesmal von der Fashion-Ikone Vivienne Westwood: »Buy less, choose well, make it last«. Dem haben wir nichts mehr hinzuzufügen.
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Shop the Love by Veggie Love | 19. & 20. Dezember von 10-18 Uhr | unicorn.Berlin, Brunnenstraße 173, 10115 Berlin | www.veggie-love.de

 

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 16. Dezember 2015 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Die nackte Nudel

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Die nackte Nudel

Unprätentiöse Küche finden wir gut. Unprätentiöses Kochen sowieso. Kein großes Tamtam, keine unnötigen Schnörkel, kein begleitendes Blabla. Einfach nur ehrliches, richtig gutes Essen. Im nudo am Lausitzer Platz bekommen wir genau das: Saisonal inspirierte, authentische cucina italiana, vom Brot bis zur Nudel wird alles haus- und handgemacht. Und nicht nur die Küche ist so herrlich unkompliziert. Hier werden einem die langen Gesprächsunterbrechungen erspart, die jeder kennt, der sich zur lukullischen Entscheidungsfindung in eine überbordende Speisekarte stürzen muss. »nudo« heißt schließlich »nackt«, und meint »sehr reduziert«. Als sicheren, leckeren Wert gibt es das Klassiker-Menü für die Freunde des guten Beständigen: einen Spinatsalat mit Parmesansplittern, Rinder-Carpaccio, hausgemachte Ravioli an Salbeibutter und ein Entrecôte an Trüffelbutter mit Ofengemüse (für übrigens schlappe 28 Euro). Dazu tüftelt Koch Fausto Bianchetti jede Woche ein neues 4-Gang-Menü mit vegetarischer Variante für die experimentierfreudigen Gäste aus. Und das war’s auch schon an Auswahl. Also kein langes hin- und herüberlegen, keine neidischen Blicke auf die Nachbarteller, kein »oh, kann ich von deinem auch mal probieren?« Im gemütlichen Lokal mit dem stimmungsvollen Licht kann es einem ergehen wie bei Freunden. Hinsetzen, Reden, Essen, Trinken. Mit einem Unterschied: Am Schluss muss keiner den Abwasch machen. Was will man mehr?
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nudo | Lausitzer Platz 10 | 10997 Berlin | www.nudoberlin.de

 

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 09. Dezember 2015 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Stahl und Knoten

Stahl und Knoten

Das gut verknüpfte Berliner Teppichlabel The Knots eröffnet einen eigenen kleinen Pop-up Store und zwar gemeinsam mit den umtriebigen Stahlmöbelmachern von Industrial Berlin. Am Donnerstag steigt um 19.30 Uhr das Opening im Kanya Berlin Project Space in der Choriner Straße 81. Nix da White Cube – Stahltische, Bänke und Regale treffen auf handgeknüpfte Teppiche, die in bunten Farben von den Wänden hängen. Alles käuflich, alles gut. Der Pop-up Store bleibt noch zwei weitere Tage geöffnet. Wer also in Ruhe statt bei Sektchen und voller Hütte Möbel und Knüpfwerk shoppen will kann dies am Freitag und Samstag jeweils von 12 bis 20 Uhr tun.
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The Knots & Industrial Berlin Pop-up Store | Kanya Berlin – Project Space, Choriner Str. 81, 10119 Berlin | Opening 19.11. ab 19.30 Uhr | 20.-21.11. jeweils von 12-20 Uhr | the-knots.com | industrial-berlin.com

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 18. November 2015 | Tags: , , , Keine Kommentare

Wo Hirsch & Eber sich gute Nacht sagen

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Wo Hirsch & Eber sich gute Nacht sagen

Wer regelmäßig auf den Streetfood-Märkten der Hauptstadt unterwegs ist oder schonmal beim inzwischen fest installierten Geschmacksgradmesser Burgers and Hip Hop im Prince Charles dabei war, kam um unsere Freunde von Hirsch & Eber nicht herum. Nachdem die Brüder Sebastian, Jasper und Matthias mit ihrem Foodtruck die Herzen und Mägen Berlin- und deutschlandweit erobert haben, eröffnen sie an diesem Samstag, den 14. November ihren ersten eigenen, liebevoll gestalteten Laden in der Kollwitzstraße 87 in Berlin-Prenzlauer Berg. Das Opening steigt ab 11 Uhr, Ende offen. Die drei stammen aus einer Jägerfamilie und waren quasi von kleinauf mit der Hege und Pflege des Waldes vertraut. Mit ihrem Wild-Grill Hirsch & Eber bringen die drei Wildfleisch in Form von Burgern, Sous-vide gegartem Wildfleisch, Currywurst und vielem mehr auf die großstädtische Speisekarte. Das Wildfleisch stammt zu 100% aus heimischen Wäldern und von Händlern ihres Vertrauens. Freie und artgerechte Haltung, faire Erzeugung und Nachhaltigkeit sind absolute Kriterien. Alle weiteren Zutaten werden aus regionaler und biologischer Erzeugung bezogen. Buns und Saucen sind selbstverständlich hausgemacht. Der Klassik-Burger beispielsweise kommt mit 100% Wildschwein, hausgemachtem Bun, Preiselbeersenfsauce, Portweinziebeln, Emmentaler und Rote Beete Sprossen daher. Oder wie wäre es mit einer Portion „Schickimicki“ (aka Gourmet)-Burger mit Cumberlandsauce, frischer Birne, kandierten Walnüssen und mildem Ziegenkäse, dazu ein paar Thymian Meersalz Fritten und wir sind satt deluxe. Die Veggie-Variante gibt es mit Portobello Pilz oder paniertem Schafskäse. Wir empfehlen von heute an bis Samstag nichts mehr zu essen um möglichst viel Platz zu schaffen. Der Foodtruck ist natürlich weiterhin im Einsatz und im Dezember sind die Jungs zusätzlich noch auf dem Lucia Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei zu finden.
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Hirsch & Eber Wild-Grill | Opening 14.11., 11-22 Uhr | Kollwitzstr. 87, 10435 Berlin | hirschundeber.com | Facebook

 

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 11. November 2015 | Tags: , , , , , Keine Kommentare