Gemüse ist mein Fleisch

Zugegeben, pflanzliche Fleischalternativen gibt es inzwischen Gott sei Dank einige. Aber das, was auf der Meatless Farm von Morten Toft Bech so „wächst“ und „gedeiht“, ist schon außergewöhnlich. Die leckeren veggie und veganen Burger-Pattys, feinen Würstchen, Nuggets, Hackbällchen oder Schnitzel sind nicht nur kinderleicht zuzubereiten, sie stehen ihren Pendants aus Tierfleisch in Sachen Textur, Geschmack und Zubereitungsmöglichkeiten tatsächlich auch in nichts nach. So, dass man es beim Kochen quasi gar nicht bemerkt und die Lasagne ab und zu auch mal fleischlos zubereiten kann. Morten gründete seine fleischfreie Farm 2016 in England mit dem Ziel, den weltweiten Fleischkonsum durch kleine Veränderungen und ohne Kompromisse zu reduzieren, um sowohl Mensch und Tier als auch dem Planeten gut zu tun. Die Farm hat sich seither ordentlich vergrößert und ist inzwischen eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen für pflanzliche Fleischalternativen in ganz Europa. Ab sofort sind die vegetarisch-veganen Schweinereien endlich auch in ganz Deutschland über den Onlineshop sowie in diesen Supermärkten erhältlich. Wir verlosen ein Probierpaket inklusive Rezeptkärtchen an die besonders Hungrigen unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚ZUKUNFT IST MEATLESS‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Meatless Farm | ab 2,79 € | meatlessfarm.com | FOTO: Meatless Farm

Finezigartig

Für einen besseren Umgang mit endlichen Ressourcen und mehr Freude am Papier: Die Karten, Notizbücher und Kalender von FINE sind nicht nur wunderschön und mit persönlichen Kürzeln, Namen oder Botschaften individualisierbar, sondern auch aus nachhaltigen Materialien wie Altpapier, schnell nachwachsenden Pflanzen oder landwirtschaftlichen Pflanzenresten hergestellt. Um den Anteil an Holzfasern weiter einzusparen, werden bei den Notizbüchern aus der aktuellen Kollektion Wasserpflanzen weiterverarbeitet, die aus niederländischen Kanälen gefischt wurden, um ein Zuwachsen zu verhindern. Das ist sinnvoll und sorgt nebenbei dafür, dass jede Seite einzigartig wird. Die grafischen Designs stammen von Gründerin Anja Stachelscheid (sollte jemals jemand einen Wortfächer mit besonders schönen Namen herausbringen, wäre das ganz sicher einer unserer All Time Favourites). Wir verlosen drei Notizbücher nach Wahl zum Draufloskritzeln und Streicheln. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „GUTE SCHREIBE“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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FINE | ab 14,20 € | finecolours.de | FOTO: finecolours

Hauskonzert

Er zählt zu den wichtigsten Künstler*innen seiner Generation, sagt die New York Times. Der 34-jährige Igor Levit ist ein herausragender Pianist und macht sich darüber hinaus gegen Rassismus, Antisemitismus und jegliche Art von Menschenhass stark, setzt sich aktiv für Klimaschutz und Demokratie ein. Florian Zinnecker, Journalist und stellvertretender Ressortleiter bei „Die Zeit“, begleitete den „Pianisten des Widerstands“ durch die Konzertsaison 2019/2020, um mehr über ihn und das zu erfahren, was ihn antreibt. Es ist eine Zeit, in der Igor Levit berührende Hauskonzerte via Twitter für hunderttausende Menschen spielt und zeitgleich Morddrohungen für seinen Aktivismus erhält. Entstanden ist dabei das wunderbare Buch „Hauskonzert“. Es deckt nicht nur dieses Jahr der Extreme ab. Es erzählt die Geschichte eines unglücklichen Teenagers, der zum Starpianisten wurde, von einer Familie, die von Gorki (heute wieder Nischni Nowgorod) Mitte der Neunziger als sogenannte jüdische „Kontingentflüchtlinge“ nach Deutschland kam. Es bringt uns einen Virtuosen und Menschen mit Haltung näher. Ein Buch mit dem Prädikat „unbedingt lesenswert“.
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Hauskonzert | 24 € | hanser-literaturverlage.de/hauskonzert | FOTO: Hanser Literaturverlage

Hi, John!

John Lennon lebt. Zumindest in dem Roman von Tom Barbash: Der US-Autor erzählt in „Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens“ vom New York der Spätsiebziger, Showbiz und dem bekanntesten Boygroup-Mitglied aller Zeiten. In seiner Geschichte rund um das berühmte Dakota Building am Central Park vermengt er Fakten mit Fantasie, reale Charaktere mit fiktiven Figuren. Im Buch soll Anton Winter dabei helfen, die Karriere seines Vaters, dem berühmten Late-Night-Show-Moderator Buddy Winter, wieder anzukurbeln. Der muss sich nämlich nach einem öffentlichen Nervenzusammenbruch erst wieder seinen Platz im Rampenlicht zurückerkämpfen. Zum Glück können dabei prominente Freunde der Winters helfen – Johnny Carson oder Ted und Joan Kennedy etwa. Und schließlich gibt es da noch den Nachbarn John Lennon, der mit einem Beatles Comeback in Buddys TV-Show das Ruder für alle herumreißen könnte. Anton und John kennen sich und freunden sich im Laufe der Geschichte an. Es folgen Dialoge und Eskapaden, von denen man sich nur wünschen kann, dass sie genau so stattgefunden haben. Ganz nebenbei gibt es auf 350 Seiten herrlichen Retro-Promitratsch und das wunderbare Gefühl, mit dabei gewesen zu sein. Zu einer Zeit, in der mit „With A Little Help From My Friends“ alles möglich erschien. Wir verlosen zwei Exemplare diese äußerst amüsanten Lesestöffchens. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚LUCY IN THE SKY WITH DIAMONDS‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens | 22 € | kiwi-verlag.de | FOTO: Verlag Kiepenheuer & Witsch

Feuerwasser

Ja gut, dann eben im kleinen Kreis oder ganz privat daheim. Gegrillt werden muss schließlich. Zum Start der diesjährigen Saison haben sich unsere Freund*innen von O’Donnell Moonshine außerdem etwas sehr ganz arg Besonderes ausgedacht. Die limitierte Grill-Edition liefert das korrekte „Wässerchen“ zum Feuer, mit Benefits sozusagen. Das limitierte Set besteht nämlich aus der neuen Sorte Feuerwasser – einem 62% Vol. Wodka – einer Holzkiste und Streichhölzern. Der Clou: Zerschlägt man die Kiste, kann das Holz auf den Grill geworfen werden. Der Schnaps dient als Grillanzünder und mit den beigelegten Streichhölzern wird das Feuer entfacht. Den Rest hebt man sich natürlich zum Anstoßen auf. Der Begriff „Moonshine“ stammt aus der Prohibitionszeit in den USA und bezeichnet schwarzgebrannte Spirituosen. Obwohl die Produktion und der Verkauf von Alkohol vor hundert Jahren offiziell verboten wurden, entstanden viele illegale Schwarzbrennereien, die hochprozentige Getränke in unauffälligen Einmachgläsern abfüllten. Von einer gemeinsamen Reise durch die USA brachten die Gründer August Ullrich und Philip Morsink ein Einmachglas voll spannender Geschichten rund um Prohibition und den sagenumwobenen Moonshine mit nach Berlin. 2014 gründeten sie O’Donnell Moonshine und verbinden seither stilvollen Genuss mit einer Prise Rebellion. On fire!
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O’Donnell Moonshine Feuerwasser | 29,90 € | odonnell.de | FOTO: O’Donnell Moonshine

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 06. April 2021 | Tags: , , , , , , , Keine Kommentare

Mundart

Individuell gestaltet in Farbe, Geschmack und Konsistenz. Wer wissen möchte, wie viele „Mmmhs“ und „Ohhhs“ in eine einzige Praline passen, sollte die von MUYA probieren. In der Kreuzberger Manufaktur wird sich mit Raffinesse und Airbrush-Pistole an die süßen Kunstwerke gemacht – jedes Stück ein zartschmelzendes Unikat. Zu den eigens kreierten und überwiegend veganen Sorten gehören beispielsweise Schwarzwälder Kirsch, Banane-Salz-Karamell, Citrus Crisp und Pekannuss-Tonka-Cassis. Die bunten Pralinen waren bisher ausschließlich online erhältlich und oft ratzfatz ausverkauft. Dabei schafft Patissière Marie Mang bis zu 700 Stück am Tag und das in aufwendiger Handarbeit. Die Herstellung der Pralinen dauert drei Tage. Jede einzelne Pralinenform wird mehrfach poliert und formvollendet. Auf Nachfrage geht die Pralinenkünstlerin, die ihre Ausbildung 2015 als Deutschlands beste Jungkonditorin abschloss und anschließend in verschiedenen Sternerestaurants wie dem einsunternull arbeitete, gerne auf individuelle Farb- und Geschmackswünsche ein. Übrigens: Für die Gönnung ohne Ende kann man sich die formschönen Leckereien auch im Abo nach Hause bestellen. Wir verlosen eine vegane 4er-Schachtel MUYA Pralinen. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „SWEETS FOR MY SWEET“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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MUYA | ab 10,90 € | muyasweets.com | FOTO: Hiroshi Toyoda

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 06. April 2021 | Tags: , , , , , , , Keine Kommentare

Besser hören

Spätestens wenn auf der Fahrt zu den Großeltern das vierunddreißigste Mal die Titelmelodie von „unserer Freundin“ Conny oder der Paw Patrol durch das Auto schallmeit – LAUTER!! versteht sich – sind auch die hartgesottensten Eltern mürbe, der Blick leer, die Ohren müde. Kopfhörer wären jetzt gut, damit das Kind nach Herzenslust im Autorepeat-Modus verweilen kann ohne das Umfeld in Geiselhaft zu nehmen. Es gibt sie mittlerweile in den verschiedensten Varianten, mit Bügel, kabellos und als blinkenden Knopf im Ohr – bevor sie aber auf Kinderohren gesetzt werden, sollte man noch einmal ganz genau hinhören. Die niederländische Marke POGS hat Kopfhörer aus ungiftigen Materialien entwickelt, die sich nicht nur optisch speziell den Bedürfnissen von Kinderohren anpassen. Erhältlich in verschiedenen Farben schirmen die bequemen Ohrmuscheln großzügig Umgebungsgeräusche ab, so dass man beim Hören gar nicht erst bis zum Anschlag aufdrehen muss. Zusätzlich ist die Laustärke durch das integrierte „Safe Sound“-System auf 85 Dezibel begrenzt. Eine Zahl, die laut Weltgesundheitsorganisation für Kinderohren nicht überschritten werden sollte, um Langzeitschäden zu verhindern. Ob mit oder ohne Kabel: Die faltbaren Bügel wurden so gebaut, dass sie auch den größeren Zerreißproben im Kinderzimmer standhalten. Sollte im Laufe der Zeit doch mal etwas kaputt gehen, können einzelne Teile der Langlebigkeit zuliebe ersetzt werden. Für gemeinsame Hörspiel-Sessions können die Kopfhörer zudem ganz einfach untereinander verbunden und mit charmanten Accessoires wie beispielsweise Federn individualisiert werden. Wir verlosen zwei Kopfhörer für Kinder ab drei Jahren zum Reinhören und Abschalten. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „EVERYTHING LOUDER THAN EVERYONE ELSE“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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POGS | ab 35 € | pogsheadphones.com | FOTO: Jurriaan Huting

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 30. März 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Ganz großes Tennis

Einst zierte sie stramme Waden von Sportler*innen mit Stirnband, gewann dann durch Auftritte in Musikvideos an modischer Popularität, die bis heute (mit einigen Ups and Downs) ungebrochen scheint. Zuletzt feierte sie im Homeoffice ihr ganz großes Comeback. Denn statt schnieken Sneakern trägt man zuhause nun Tennissocke mit Statement. Das Berliner Label MSTRY verpasst den weißen Fußkleidern ein sowohl stylisches als auch nachhaltiges Upgrade. Alle Socken werden aus upgecycelter Baumwolle unter fairen und umweltbewussten Bedingungen in Europa hergestellt. Auf die perfekt sitzenden Bündchen kommen schließlich minimalistische Designs mit maximalem Gute-Laune-Faktor – sorry, Minipommes auf dem Knöchel? Ciao, take my money! Der Belastbarkeitstest wird von Gründer Alexander Nicolaus gleich selbst durchgeführt und mit einer solidarischen Spendenaktion kombiniert: Ende April wird er 100 Kilometer am Stück laufen und für jeden Kilometer eine Socke an die Berliner Stadtmission spenden. Wir verlosen zweimal ein Paar der Boobs-Socks. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „JOHN & ANDRE & BJÖRN & STEFFI“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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MSTRY Berlin | 14,99 € | mstry-berlin.de | FOTO: Yannick Lampert

Why We Matter

Muster erkennen, Blickwinkel wechseln und echte Empathie leben: In „Why We Matter“ beschreibt Aktivistin und Politologin Emilia Roig wie Rassismus funktioniert – und wie er sich überwinden lässt. Sie schafft ein neues Bewusstsein dafür, wie Zustände, die wir für „normal“ halten, historisch gewachsen sind, deckt die Muster der Unterdrückung auf und leitet zu radikaler Solidarität an. Dabei stützt sie wissenschaftliche Erkenntnisse mit ganz persönlichen Erfahrungen. Mit solchen, die sie als Tochter einer schwarzen Mutter und eines jüdischen Vaters nicht nur in ihrem von Männern geprägten Arbeitsumfeld, sondern auch in der eigenen Familie gemacht hat. In einzelnen Kapiteln soll das System der Unterdrückung sichtbar gemacht werden: zu Hause, in der Schule, in den Medien, im Gerichtssaal, auf der Straße und ja, selbst im Krankenhaus. In ihrer Biographie prallen Rassismus und Black Pride, Antisemitismus und Ausschwitz, Homophobie und Queerness sowie Patriarchat und Feminismus unwillkürlich aufeinander und machen umso mehr deutlich, wie sehr sich verschiedene Arten der Diskriminierung überschneiden können. Auf 397 Seiten geht sie der Frage nach, wie wir unsere Privilegien erkennen, wie weiße Weiße die Realität von Schwarzen sehen können oder männliche Muslime die von weißen Frauen und andersrum. Roig ist die Gründerin und Direktorin des Center for Intersectional Justice in Berlin und lehrte von dort aus in verschiedenen Ländern der Welt Intersektionalität, Critical Race Theory und Postkoloniale Studien sowie Völkerrecht und Europarecht.
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Why We Matter | 22 € | aufbau-verlag.de/why-we-matter | FOTO: Aufbau Verlag

Verdattelt

Eine Dattel ist eine Dattel ist eine Dattel. Kann man so sehen. Aber diese Datteln hier werden dein Leben verändern. So geschehen bei der Hälfte unseres Teams, die die unfassbar leckeren Datteln und Dattelprodukte von NaraFood bereits probiert hat. Denn Dattel ist eben nicht gleich Dattel. Allein vierzehn handverlesene Sorten bietet NaraFood im eigenen Onlineshop an, dazu dattelziöse Kreationen wie Dattel-Schokocreme, Dattelsenf, Dattelmus oder Dattel-Balsamico. Als Grundnahrungsmittel, Verfeinerung für Milchalternativen, Snack für zwischendurch oder edles Mitbringsel gönnt sich die Dattel den Königinnenstatus unter den Wüstenfrüchten. Hergestellt werden alle Produkte in Bio-Qualität von Dattelbauern weltweit, von Israel bis Marokko. Jede Wüstenfrucht erzählt ihre eigene kulinarische Geschichte. Wer sich jetzt gleich mal an arabischen Dattelkeksen oder würzigen Dattel-Bananen-Chutney probieren möchte: Wir verlosen zwei Dattel-Probierpakete. Schreibt dafür eine Mail mit dem Betreff „DATTELN STATT DADDELN“ an hurra@muxmaeuschenwild.de. Ein Artikel in dem 19 Mal das Wort „Dattel“ vorkommt (oh, jetzt 20). #lifegoals
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NaraFood | narafood.de | FOTO: NaraFood

Was wird, wenn…

Vorausdenken statt Querdenken, Mindset Change anstelle von Stillstand: Um aus der Krise heraus alle schöpferischen Möglichkeiten und Potenziale zu nutzen, lohnt der Blick in die Zukunft eher als das Herumtrampeln auf dem Heute. Das Buch „Zukunftsrepublik“ sammelt Ideen und Visionen für das Jahr 2030 von 80 überwiegend jungen Vorausdenker*innen. Darunter Unternehmer*innen wie Daniel Krauss, Miriam Wohlfarth oder Patrick Adenauer und Florian Langenscheidt, Nachfolger*innen aus Familienunternehmen wie Raoul Roßmann, Investor*innen wie Christian Miele und Frank Thelen sowie Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft wie Anna Herrhausen oder Eckart von Hirschhausen. Sie alle springen gedanklich ins Jahr 2030 und liefern ihre Visionen, persönlichen Einschätzungen und Wegweiser in Bezug auf Bildung, Wirtschaft, Arbeit, Gesundheit, Politik und Gesellschaft. Wie verändern sich Unternehmen? Leben wir im Jahr 2030 tatsächlich noch bewusster als wir es jetzt tun? Wie muss sie aussehen, die echte Bildungsrevolution? Wie funktioniert unser Gesundheitssystem? Werden die großen Tech Companys zerschlagen? Wie gehen Mensch und Technologie zusammen? Das Buch ist extrem kurzweilig und liefert jede Menge gute Gedanken, spannende Impulse und ausgemachte Zukunftsvorstellungen. Lesen, machen.
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Zukunftsrepublik – 80 Vorausdenker*innen springen in das Jahr 2030 | campus.de/zukunftsrepublik | 24,95 € | FOTO: campus Verlag

Nachschlagewerk

Ich wollte heute einen bonfortionösen Ratzefummel kaufen, also fackelte ich nicht lange, aber der Laden war jwd und ich musste mir die Beine in den Bauch stehen, bis mich endlich jemand bediente. Na, alles verstanden? Umgangswörter, regionale Mundart und geschickte Redewendungen sind das i-Tüpfelchen jeder Sprache und trotzdem oder gerade deshalb nicht in jedem Wörterbuch zu finden. Sie beschreiben Sachverhalte, für die es sonst keine oder nur ungenaue Worte gibt und schaffen Verbindungen, die anders gesagt unentdeckt bleiben würden. Für ein quatschigeres Miteinander sammelte die Hamburger Art Direktorin Christine Coring die kleinen und großen Schätze der deutschen Sprache im kürzlich erschienenen „Levikon“. Benannt wurde das bunte Wörterbuch nach ihrem Agenturkollegen Levente, kurz Levi, der aus Ungarn kommend zwar gut Deutsch sprach, aber bei Wörtern wie Ratzefummel oder Kakofonie immer noch die Stirn runzelte. Aus erklärenden Post-its, die langsam den Bildschirm am Rechner mehr bedeckten als rahmten, wurde schließlich ein wunderbares Buch für alle, die Spaß an der Sprache haben. Gefüllt mit ausgefallenen und fast vergessen Ausdrücken, bei denen auch Muttersprachler*innen einiges nachzulesen haben. Viele dieser Wörter lernt man, egal ob aus weiter Ferne oder anderem Bundesland, eben nur im Umgang miteinander. Das Beste: Das Levikon ist quasi ein Open Source Büchlein und lädt mit jeder Menge freien Zeilen dazu ein, das Buch mit eigenen Begriffen zu füllen und daraus ein ganz persönliches Steffikon, Sabinikon, Olikon oder Tommikon zu machen.
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Das Levikon | kunstmann.de/levikon | 16 € | FOTO: Christine Coring

I am a passenger

Uns ist ein Fehler unterlaufen. Wir haben dieses kleine feine Email-Magazin gegründet, um euch regelmäßig von Dingen, Leuten, Erlebnissen und dergleichen mehr zu berichten, die uns begeistern, ans Herz gewachsen sind und die wir für unbedingt empfehlenswert halten. Wie konnte es also passieren, dass wir seit Jahren den allerbesten Kaffee wo gibt im Büro (und aktuell im Homeoffice) genießen, ihn schon tausendfach an unsere Besucher*innen empfohlen, aber noch nie hier öffentlich darüber berichtet haben? Die Story geht nämlich so: Eines Tages schlürften wir in einem Café in Berlin Neukölln einen besonders leckeren Kaffee. Wir fragten nach, was denn da in die Mühle kam. „Passenger“ lautete die Antwort. Aha! Anderer Tag, anderes Café, gleiches Erlebnis, gleiche Frage, selbe Antwort. Als uns das im Abstand weniger Wochen ein drittes Mal passierte, hörten wir auf an Zufall zu glauben. Seither kommt immer mittwochs ein lieber Mensch aus der Passenger Coffee Familie vorbei und versorgt uns mit neuen dunkel gerösteten, schokoladigen Kaffeebohnen. Die „Passenger Blend“ ist klassisch und kräftig, wenn ihr also auf fruchtig-säuerlich-leichte Third-Wave-Heißgetränke steht, ist diese eher nichts für euch. Checkt einfach mal die anderen Röstungen. Für uns ist es mehr als nur Kaffee. Für uns ist es das Elixier, das unsere kreativen Mühlen am Laufen hält. Und wer sich nicht wie wir erst zum Genuss durchfragen oder auf den Zufall bauen möchte, schaut am besten direkt in einer der beiden Passenger Cafés in der Oppelner- oder Elsenstraße oder auf dem Wochenmarkt am Boxi vorbei.
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passenger coffee | Café & Rösterei, Elsenstraße 38, 12435 Berlin, Mo-Fr 7:30-17:30 Uhr | Espresso Bar, Oppelner Straße 44, 10997 Berlin, Mo-Fr 8-18 Uhr | passenger-coffee.de | FOTO: Merve Terzi

Besser als neu

Ein bisschen wie Flohmarkt für Erwachsene: hochwertige Vintage-Blusen, seltene Spitzentops und preloved Designerteile fein aufgereiht im Onlineshop von StudioKôr. Von Acne Studios über Paloma Wool bis Escada Vintage finden sich hier genügend Schätze, die sich auf ein zweites oder drittes Zuhause freuen. Die wohlkuratierte Auswahl ist genau richtig, um unsere Aufmerksamkeitsspanne nicht zu sprengen und sich voll und ganz auf die zukünftigen Lieblingsteile einzulassen. Slow Shopping statt Fast Fashion. Obendrauf gibt es noch kleine Homestorys zu Style-Musen und Tipps für mehr verantwortungsbewussten Konsum. Befüllt wird der digitale Store von Laura Pausewang, die nicht nur Modemanagement in Paris und New York studierte, sondern auch ein großes Herz für zweitgeliebte Mode und das richtige Gespür für zeitlose Klassiker hat. Wer nicht findet, was sie oder er sucht, kann den Personal-Shopping-Dienst in Anspruch nehmen und die Berlinerin auf Vintage-Jagd schicken.
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StudioKôr | studiokor.de | FOTO: Laura Pausewang

Datenleckerei

Vom Datenleck zu Daten-Leckereien? Das Kochbuch „The Leaked Recipes“ veröffentlicht über 50 Rezepte aus den größten E-Mail Leaks der letzten 15 Jahre. Darunter vertrauliche Anleitungen für die weltbesten Kekse, unschuldige Overnight Oats und eine nicht mehr ganz so geheime Barbecue-Soße. Verschickt wurden diese Rezepte innerhalb von Familien, unter Freund*innen oder Arbeitskolleg*innen von einflussreichen Unternehmen wie Enron oder Sony. Demetria Glace, die am University College London Menschenrechte studierte, durchsuchte den „geklauten“ Datenwust von Wikileaks bis Hillary Clintons E-Mails nach verwertbaren Informationen für das Kochbuch der besonderen Art und setzte sich vorab mit allen unfreiwilligen Rezeptgeber*innen in Verbindung. So wird jedes Gericht mit dem bittersüßen Beigeschmack von Big Data und Datenschutz sowie Beilagen aus spannenden Hintergrundinfos serviert. Garniert werden die Texte mit Bildern von Fotografin Emilie Baltz, die Food und Technologie perfekt verschmelzen lässt. Bon Appétit! Wir verlosen ein Exemplar. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚123456789‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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The Leaked Recipes | viceversaartbooks.com/leaked-recipes | 35 € | FOTO: Mehdi Al-Hasani

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 09. März 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Porträt der Stille

Wabernde Bässe, tanzwütige Technojünger und dicht gedrängte Kloschlangen kennen wir mittlerweile nur noch aus Filmszenen und denken sofort: „Warum haben die keine Maske auf?“ oder „Warum stehen die so nah beisammen?“. Dass hinter den geschlossenen Clubs aber auch sehr persönliche Geschichten stecken, erzählt das Buch „Hush – Berliner Clubs in Zeiten der Stille“ von Fotografin Marie Staggat und Autor Timo Stein. Auf 368 Seiten halten sie außergewöhnliche Orte und Menschen fest, für die Clubkultur auch Heimat bedeutet. Statt Tanz, Schweiß und Kontrollverlust auf Zeit gibt es auf dieser Club-Quarantänetour klare Worte und einfühlsame Portraits. Ob Clubmanagerin, Barmann, Booker, DJane, Toilettenmann, Türsteherin oder Hausmeister: Sie alle kämpfen nicht nur um ihren Arbeitsplatz, sondern fürchten auch um den Verlust ihres einst so lauten und diversen Zuhauses. Durch ihre Augen und Geschichten sehen wir Berliner Elektro-Clubs, alte Brauereien, Kraftwerke, Kellergewölbe oder Remisen in anderem Licht. Die Erlöse des Buches kommen den beteiligten Clubs zugute, darunter das Golden Gate, OHM, SchwuZ, Sisyphos, Kater Blau, Kit Kat, Tresor und viele andere.
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Hush – Berliner Clubs in Zeiten der Stille | parthasverlag.de/hush | 30 € | FOTO: Marie Staggat/Parthas Verlag

Ministerium der Träume

Wer sich in letzter Zeit aufmerksam durch den Instagram-Feed scrollte, kam an Hengameh Yaghoobifarah kaum vorbei. Zurecht. Der Name taucht gerne lautstark in Diskussionen zum Thema Alltagsrassismus und strukturelle Diskriminierung in Deutschland auf. Dass Yaghoobifarah mehr als nur ein Insta-Hype ist, beweist nicht zuletzt der Debütroman „Ministerium der Träume“. Darin lernt die queere Türsteherin Nasrin Kapitel für Kapitel den Tod ihrer Schwester Nushin zu begreifen. Mithilfe von Rückblenden wird das Leben zweier Teenager erzählt, die erst in Teheran und dann Lübeck aufwachsen, aber deren Zugehörigkeit ihnen immer wieder von der Mehrheitsgesellschaft abgesprochen wird. Gezeigt wird dabei auch ein Deutschland der neunziger Jahre, das durch die Anschläge in Hoyerswerda, Rostock und Mölln für Schlagzeilen sorgte. Wie grelle Punkte haben sich die fremdenfeindlichen Ereignisse nicht nur in das Leben der Protagonistinnen im Buch eingebrannt. Yaghoobifarahs Worte sind gewohnt unbequem und sorgen dafür, dass Taten wie diese auch in Zukunft nicht in Vergessenheit geraten.
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Ministerium der Träume | aufbau-verlag.de/ministerium-der-traume | 22 € | FOTO: Aufbau Verlag

Motherhood elevated

Es folgt ein Elevatorpitch der etwas anderen Art: „Ich will, dass Mamas sich genauso gut um sich selbst kümmern wie um ihr Baby. Denn wenn die Mama glücklich ist, ist ihr Baby glücklich, ist die Familie glücklich, ist die Welt eine bessere.“ Dem ist quasi nichts hinzuzufügen außer einer kleinen Erklärung. Stefanie Raffelsieper ist vor rund zweieinhalb Jahren Mutter geworden. Irgendwann verspürte sie umgeben von Stilleinlagen und Spucktüchern das dringende Bedürfnis, sich selbst auch wieder stärker als Frau wahrzunehmen. Sie suchte nach einem Still-BH, der nicht nur funktional war, sondern in dem sie sich auch wohl und schön fühlte. Was sie fand, waren vor allem Modelle der Fast-Fashion-Industrie, orthopädische Designs und ein zentrales Problem: Stilleinlagen im BH, die die Kleidung zwar vor auslaufender Muttermilch schützen, aber auch jede Menge Abfall produzieren. Allein 120 Millionen davon landen in Deutschland jährlich im Müll. Muss anders, geht anders. Anderthalb Jahre tüftelte sie mit ihrem Team an einem fair produzierten Still-BH, der lose Stilleinlagen überflüssig macht und schön genug ist, dass Frau ihn auch dann noch gerne trägt, wenn sie schon längst abgestillt hat. Das Design entwickelte sie mit Lydia Maurer, die für Haute-Couture-Marken wie Givenchy and Yves Saint Laurent arbeitete und heute zwei eigene Labels betreibt. Herzstück ist ein antibakterielles und besonders schnell trocknendes Zwei-Lagen-System, das Feuchtigkeit absorbiert und vom Körper wegleitet. Alle Materialien werden direkt bei den Hersteller*innen eingekauft. Neben gewaltfreier Seide werden recycelte Produktionsreste verwendet. Das vapeurisierende Material hält zudem das Blue-Sign-Nachhaltigkeitszertifikat. Genäht wird in Europa. Seit Montag läuft die Kickstarter Kampagne zur Finanzierung der ersten Produktionsreihe. Neben dem branayama Still-BH zum Early Bird-Preis gibt es jede Menge exklusive limitierte Dankeschöns von Brands wie Les Marimères, OZN Vegan, Vote Coffee Berlin, dem Berliner Deli & Bistro Hinterland, Interior-Designerin Doreen Schumacher, Künstlerin Sofia Salazar und dem Design-Label We Are Studio Studio.
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branayama nursing bra Crowdfunding-Kampagne | kickstarter.com/branayama | FOTO: Victoria Kämpfe

Große Kunst von kleinen Leuten

Kritzeleien für die Ewigkeit: Der Berliner Künstler und Papa Claudius Hausl fertigt mit viel Hingabe und noch mehr Geschick großformatige Holzkollagen auf Grundlage von Kinderzeichnungen an. Damit verewigt er nicht nur persönliche Erinnerungen und Familienschätze, sondern bannt auch die unwiederbringliche Magie der Kindheit, in der sich Subjektivität und Objektivität vermischen für die Ewigkeit. Mit seinem Langzeitprojekt „Die Kritzelei“ schafft er einen Fundus an Objekten zwischen freier Lust an der graphischen Bewegung und dem Antrieb, die Welt absichtsvoll darzustellen. Um die Sammlung weiter wachsen zu lassen, können Eltern und Kinder ihre Zeichnungen mit einer kleinen Geschichte dazu teilen oder auch Auftragsarbeiten einreichen. Wer sich gleich selbst das Lieblingsbild aus dem Kinderzimmer als Kunstwerk an die Wand hängen möchte, kann sich über einen 50% Gutschein freuen. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „KLEINMALEREI“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Die Kritzelei | diekritzelei.de | ab 540 € | FOTO: Claudius Hausl

Den Finger in der Wunde

Ein Buch, das nicht nur zum internationalen Bestseller wurde, sondern auch Massenproteste in Korea auslöste: „Kim Jiyoung, geboren 1982″. Der feministische Roman stammt von Cho Nam-Jo, die bereits während der #metoo-Debatte eine wichtige Rolle im ostasiatischen Raum einnahm. Das Buch erzählt aus dem Leben von Kim Jiyoung, die am Rande von Seoul lebt und ihren Job aufgibt, um sich um ihr Baby zu kümmern. So, wie man es von koreanischen Frauen erwartet. Doch bald entwickelt sie eine Psychose und vertraut sich einem Psychiater an. Sie spricht offen über Frustration, Unterwerfung und wie sehr ihr Leben immer wieder von männlichen Figuren bestimmt und überwacht wird. Die intensiven Gespräche werfen nicht nur stellvertretend einen Blick in die Gefühlswelt vieler Koreanerinnen, sondern erzählen auch von der Alltagsmisogynie, mit der sich Frauen weltweit konfrontiert sehen. Zur Vorbereitung und Recherche für ihr drittes Buch befragte die südkoreanische Autorin unzählige Frauen aus unterschiedlichen Altersgruppen, um Struktur und Symptome der patriarchalen Gesellschaft sichtbar zu machen. Wir verlosen zwei Exemplare dieses großartigen Romans. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „YOU TOO“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Kim Jiyoung, geboren 1982 | 18 € | kiwi-verlag.de/kim-jiyoung-geboren-1982 | FOTO: Verlag Kiepenheuer & Witsch

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 09. Februar 2021 | Tags: , , , Keine Kommentare