Dick oder dünn, alt oder faltig?

Wir können uns gerade gar nicht entscheiden, für welchen Kinofilm wir das nächste Ticket lösen wollen. Wann gab es das letzte Mal so viel gutes Zeug zum Popcorn? Seit Anfang Februar läuft mit „Wunderschön“ eine deutsche Produktion, die es in sich hat. Denn es geht um Frauen und ihren Blick auf sich selbst. Der ist meist ein ziemlich strenger: exakt auf die Stellen, die nicht stimmen. Karoline Herfurth hat am Drehbuch mitgeschrieben und führt auch Regie. Vor der Kamera spielt sie die junge Mama Sonja, die nach zwei Schwangerschaften mit ihrem Körper und der Rollenverteilung in ihrer Ehe hadert. Nicht nur sie, auch die anderen vier Frauenfiguren (gespielt von Emilia Schüle, Martina Gedeck, Nora Tschirner und Dilara Aylin Ziem) in ihren unterschiedlichen Lebensphasen sind so treffend porträtiert und so authentisch, dass im Film garantiert ein paar Sätze fallen, die ihr selbst schon exakt so gesagt habt. Dabei schafft „Wunderschön“ es doch – ganz im Gegenteil zum Filmtitel – nicht zu sehr in Klischees haften zu bleiben. Deshalb ist Herfurths Episodenfilm einfach richtig gute Unterhaltung und ein überzeugender Aufruf, die Erwartungen an uns selbst mal lockerer zu nehmen. Also: Süß oder salzig?
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Wunderschön | Trailer | FOTO: Warner Bros. / Wunderschön Film

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