Christoph Schuch

Das 2 Minuten-Interview

Christoph ist 23 Jahre alt und genießt sein Studentenleben in Göttingen, wo er Philosophie und Jura studiert. Nichts Besonderes also bis hierher. Allerdings hat Christoph gerade eine Art Spezialauftrag. „Europa retten“ lautet seine Mission. Denn seit letztem Herbst setzt er sich als Campaigner der Amnesty International Jugendvertretung dafür ein, dass Menschenrechte nicht nur auf dem Papier und in Sonntagsreden vorkommen, sondern auch tatsächlich gewährleistet werden. Was es dafür braucht? Dein Kreuz an der richtigen Stelle. #vote4humanrights Wenn er nicht gerade Europa rettet, spielt er mit Leidenschaft unterklassig Fußball oder in den höchsten Tönen Trompete. Nein? Doch! Oh…! Lieber Christoph: Vielen Dank für das kurzweilige Interview rund um Angela Merkel, Karl Marx, flachen Humor und Kaffeeentzug in Uni-Mensen.

Name: Christoph Schuch
Alter: 23
Wohnort: Göttingen, häufig Berlin
Beruf: Student
Schuhgröße: 45
Lieblingsfilmzitat: Nein! Doch! Oh!
Kontakt: christoph.schuch@amnesty-jugend.de

Was würdest du tun, wenn du nicht scheitern könntest? Sämtliche Friedens- und Waffenstillstandsverhandlungen übernehmen und erfolgreich abschließen, die tatsächliche Gleichstellung aller Geschlechter durchsetzen und eine Sozialpolitik umsetzen, damit alle Mitglieder der Gesellschaft die gleichen Chancen haben… . Ich habe eine längere Liste. Ganz oben steht Klimarettung. Wenn die Liste abgearbeitet ist, würde das aber erst mal reichen. Scheitern ist ja heute cool – zumindest im Kleinen.

Das größte Problem deiner Generation? Die Klimakrise, ganz klar! Wenn wir jetzt nichts tun, weiter derart unambitionierte Klimapolitik betreiben, haben wir den point of no return bald erreicht. Wir sind die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels in hohem Maße zu spüren bekommt, und die letzte, die das Problem mit einer radikalen politischen Wende in den Griff bekommen kann.

Wenn du dir für die Europawahl etwas wünschen könntest, was wäre das? Dass wir am Ende ein Europäisches Parlament haben, das menschenrechtskonforme und progressive Politik macht. Eine europäische Seenotrettung, klare Bekenntnisse gegen Rassismus und Antisemitismus und eine angemessene Klima- und Sozialpolitik zum Schutz der Rechte zukünftiger Generationen und sozialer Rechte aller. Das wäre schon was!

Eine gute Tat, die jeder sofort tun kann? Zur Europawahl? Wählen gehen! Und ab und zu auf Demos und Info- und Diskussionsveranstaltungen!

Du steckst mit Angela Merkel im Fahrstuhl fest, worüber sprecht ihr? Ich würde sagen: Frau Merkel, Sie reden ja viel von Klima und Menschenrechten, aber mein Eindruck ist eher derselbe wie hier im Fahrstuhl: Stillstand. Und dann würde ich den Alarmknopf drücken. Wir brauchen eine ambitionierte Klimapolitik – es ist allerhöchste Zeit. Und wenn weiter Menschen im Mittelmeer ertrinken, kann nicht in jeder Sonntagsrede vom Europa der Menschenrechte gesprochen werden. Wir müssen es machen – jetzt!

X

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Dass alle Menschen, egal wer sie sind, die gleichen Rechte haben: Also Menschenrechte. Weil es aber um die Menschenrechte so schlecht steht, wie lange nicht, lohnt sich der Einsatz die Idee noch weiter in die Welt zu tragen – er ist unbedingt notwendig.

Welche Eigenschaften schätzt du an einem Menschen? Ich schätze Menschen, die offen sind, kreative Ideen haben, zuhören können und Humor haben – gerne auch flach.

Du kannst mit einer Zeitmaschine reisen, welches Jahr stellst du ein und warum? 1919 folgende. Ich frage mich, ob wir aktuell in Weimarer Verhältnissen leben und würde das gerne mal „vor Ort“ überprüfen.

Was ist aktuell das Hintergrundbild auf deinem Telefon? Unser Amnesty „Countdown for Europe“ – sehr motivierend!

Wem würdest du gern mal die Meinung geigen? Ich habe das Gefühl, dass Nazis und Politiker rechter Parteien – ob im Bundestag oder im Europaparlament – vieles nicht verstehen. Aber wenn ich denen mal ein paar Geschichtsstunden geben könnte, gerne! Wer nichts kapiert, muss nachsitzen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Geht auch die Uni-Mensa? Wir haben da viele tolle vegane Gerichte. Ich könnte aber auch eine tolle Gemüselasagne machen.

Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gern mal um die Häuser ziehen? Karl Marx – über den wird gerade so viel geredet… Wir könnten mal ein paar Klarstellungen gebrauchen. Und Karl war auch ein cooler Typ, habe ich gehört.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
s.o.? (Frage 1)

Was sollte niemand von dir wissen? Dass mir Kaffeeentzug nicht guttut.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Können wir dir einen Kaffee anbieten?

Das letzte Wort: #Vote4HumanRights

#vote4humanrights

Am 26. Mai 2019 wird in der EU bereits zum neunten Mal das Europäische Parlament gewählt. Leider sind in der Vergangenheit in einigen europäischen Staaten rassistische und menschenfeindliche Stimmen lauter geworden. Im schlimmsten Fall führt dies – wie manch andere Länder bereits unter Beweis stellen – zur Bildung von rechtslastigen Regierungen. Aus diesem Grund ruft Amnesty International mit verschiedenen Aktionen dazu auf, möglichst viele Stimmen für ein vereintes Europa abzugeben. Für ein Europa, in dem alle Menschen die gleichen Rechte genießen und das sich weltweit für Freiheit und Menschenrechte einsetzt. Die europäische Amnesty-Jugend mobilisiert in rund 15 Ländern zur Teilnahme an der Aktionswoche, welche vom 11. bis zum 19. Mai stattfindet. Die Botschaft darin lautet „Dein X für die Menschenrechte“. Ein Highlight der Woche ist die internationale Wake Up!-Aktion am 14. Mai. Ein europaweiter Smart Mob, der dazu aufruft, das eigene Wahlrecht wahrzunehmen. Außerdem wird es sogenannte „Europe@Lunch“-Events geben, wo in 90-minütigen Unterrichtsstunden zum Thema Klimawandel, Menschenrechte und EU-Wahl debattiert werden kann. Am 19. Mai werden dann im Rahmen der „EIN EUROPA FÜR ALLE“ Demos erneut Zehntausende auf die Straße gehen und ihre Stimme erheben. Alle, die an der Europawahlaktion „Dein X für Menschenrechte“ teilnehmen möchten, posten einfach ein Bild von sich mit einem beliebig gestalteten „X“ unter dem Hashtag #vote4humanrights.
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Amnesty International – Aktionswoche & Smart Mob | Aktionswoche vom 11.-19. Mai | Smart Mob am 14. Mai | amnesty.de/europawahl

Kategorien: Projekte | Autor: | Datum: 07. Mai 2019 | Tags: , , , Keine Kommentare

Und was hat das mit mir zu tun?

Kennen wir unsere Rechte? Also nicht nur als Bürger oder Gast oder Kunde, sondern ganz grundsätzlich als Mensch? Und sind wir uns der Tatsache bewusst, dass diese für uns selbstverständlichen Gleichheitsgrundsätze genau dies eben allzu lange nicht waren: nämlich selbstverständlich? Vor 70 Jahren, genau am 10. Dezember 1948, verpflichteten sich die UN-Staaten weltweit zu dem Bekenntnis, dass Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren werden, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder sozialem Status. Seit 1961 setzt sich die unabhängige Nichtregierungsorganisation AMNESTY INTERNATIONAL weltweit und unermüdlich für die Einhaltung der in dieser Erklärung verbrieften Rechte ein. Sie deckt auf, weist auf Missstände hin und ergreift Partei für die, deren Rechte verletzt werden, und jene, die für ihr Engagement für die Menschenrechte von Verfolgung, Folter und der Todesstrafe bedroht sind. Zum 70. Jubiläum will die Menschenrechtsorganisation gemeinsam mit prominenten Unterstützern wie Wana Limar, Samy Deluxe, Gerhart Baum, Constanze Kurz und Idil Baydar die Menschenrechte wieder stärker in den gesellschaftlichen Fokus rücken. Denn gerade in Zeiten von zunehmendem Rassismus, Hass und Agitation gegen Minderheiten, Aufweichung rechtsstaatlicher Prinzipien, Datenunsicherheit und Unilateralismus ist der Diskurs über die Unveräußerlichkeit von Rechten aller Menschen aktueller und wichtiger denn je. Dieser Diskurs muss auf gesamtgesellschaftlicher und politischer Ebene genauso geführt werden, wie auf persönlicher. Dafür hat AMNESTY eigens ein kostenloses Aktionspaket entwickelt, das neben den Menschenrechten in Bookletform auch Argumente, Sticker und weiteres Material enthält und über www.amnesty.de bestellbar ist.
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70. Jubiläum der Menschenrechte, Amnesty International | 10.12.18 | www.amnesty.de