[HIER KÖNNTE IHR TITEL STEHEN]

Vier internationale Künstlerinnen, vier Wochen künstlerische Arbeit in einem Galerieraum, den sie als Atelier nutzen und eine anschließende Ausstellung, bei der die entstandenen Arbeiten in ihrem Entstehungskontext präsentiert werden. [HIER KÖNNTE IHR TITEL STEHEN] ist der Titel des „Projekts“ (das Wort nehmen wir jetzt mal als Platzhalter), der wörtlich genommen werden will. Der Lichthof Ost im Hauptgebäude der Humboldt-Universität wird für einen Monat zum temporären Atelier und Austellungsraum zugleich. Während der Atelierphase wird der Raum in regelmäßigen Abständen Besucherinnen und Besuchern zugänglich gemacht und es werden von den Künstlerinnen selbst geleitete Workshops angeboten. Den Entstehungsprozess der Ausstellung kann man so nicht nur begleiten sondern auch mitgestalten. Im Anschluss an die Arbeitsphase werden die entstandenen Werke ohne Veränderung der Raumsituation in einer zweiwöchigen Ausstellung präsentiert. [HIER KÖNNTE IHR TITEL STEHEN] ist also als Handlungsaufforderung zu verstehen, den [Raum zwischen den Klammern] zu füllen, Katalogbeiträge zu verfassen, Impuls-Führungen anzubieten und ihr am Ende tatsächlich einen Titel zu geben. So hinterlassen alle Beteiligten ihre Spuren, bewegen und inspirieren einander. Dazu geben verschiedene Diskursveranstaltungen die Möglichkeit zum Dialog zwischen Künstlerinnen, Kuratoren und Besuchern. Das „Projekt“ ist also mehr als eine Ausstellung, es ist ein vierwöchiger, lebendiger interaktiver Kreations- und Erlebnisprozess im weiten künstlerischen Raum. [Sehr spannend, finden wir].
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[HIER KÖNNTE IHR TITEL STEHEN] | Kleine Humboldt Galerie, Unter den Linden 6, 10099 Berlin | ab 11.07.18 | www.hu-berlin.de

OHO!

OHO!

Kaum ein künstlerisches Genre hat sich in den letzten Jahren so sehr verändert wie die Fotografie. Die Grenzen zwischen Licht- und Trugbild verschwimmen wie nie zuvor, Ikonen kommen und gehen im Stundentakt, Wimpernschläge der Geschichte werden zur Randerscheinung im endlosen Strom der Bilder. Oft beginnt der wirklich intensive Prozess der künstlerischen Auseinandersetzung erst nach der Aufnahme – am Rechner, im Smartphone, im Konsenz der Community. Was aber macht ein gutes Bild aus? Was unterscheidet ein gutes Bild von einem sehr guten? Nicht jeder, der ein Telefon nebst Filtergalerie bedienen kann, ist gleich ein guter Fotograf. Fotografie ist Handwerk, ist Inspiration, ist Gespür, ist Erfahrung und der unbedingte Wille den eigenen Blick auf die Welt zu teilen. Und zwar nicht im Tagesrhythmus der Blogrolls. Fotografie bedeutet wie jede Kunstform etwas von sich selbst offenbaren zu müssen. Etwas, das sich sonst so wunderbar hinter foodporn, Duckface und Perfect-Life-Inszenierungen verstecken lässt. Darin liegt der wesentliche Unterschied. Die Ostkreuzschule für Fotografen in Berlin hat sich in den letzten Jahren zu der Schmiede für den Fotografennachwuchs in der Hauptstadt entwickelt. Ostkreuz-Schüler sind weltweit angesehen. Sie bringen alles mit wovon wir gerade sprachen. Sie haben in den Jahren ihrer Ausbildung gelernt ihr Handwerk zu beherrschen, damit es ihrem künstlerischen Schaffen keine Grenzen setzt. Sie haben Erfahrung sammeln können und vor allem wurde ihnen Mut gemacht eigene Wege des Ausdrucks zu finden und zu gehen. Ab dem 10. Oktober präsentiert der neunte Jahrgang der dreieinhalbjährigen Ausbildung seine Arbeiten in einer großen zweiwöchigen Ausstellung im HO Berlin. Ostkreuz plus HO gleich OHO, so einfach ist das. Die Vernissage steigt am Freitag Abend ab 19 Uhr, der Eintritt ist frei. Weitere Veranstaltungen wie ein Book Launch und Podiumsdiskussionen folgen im Laufe der Ausstellung. Programm und Übersicht gibt es hier. Geht da hin, lasst euch inspirieren. Wir brauchen neue Bilder!
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OHO – Ausstellung der Ostkreuzschule für Fotografie | 10.-24.10., Mo-Fr. 12-22, Sa+So. 12-21 Uhr, Vernissage 09.10., 19 Uhr | Holzmarktstraße 66, 10179 Berlin | oho-oks.de | Facebook Eventlink |
Foto: Tessa Ayling-Guhl – ‚It is the natural order‘

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Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 07. Oktober 2015 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare