Syba Sukkub

Das 2-Minuten Interview
Inzwischen ist Magie mainstream. Der Neopaganismus boomt, die Generation Witchcraft ist da, die Hogwarths-Absolventen sind in der Wirtschaft angekommen, an jeder Ecke wird Ayahuasca verkauft und inzwischen gibt es vermutlich mehr Schamanen als Steuerberater.
MMW konsultiert in magischen Angelegenheiten Syba Sukkub. Sie befasste sich mit magischer Kunst und Schamanismus, studierte Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation, wurde initiiert in die Chaosmagie und absolvierte eine Ausbildung in klinischer Hypnose.
Syba Sukkub war als Wahrsagerin auf ein paar MMW-Events im Einsatz. Allerdings ist Wahrsagerei nur die Spitze des Eisberges, was ihre magischen Aktivitäten angeht.

Name: Syba Sukkub
Alter: gefühlt 1052 ungefähr… Morgens älter.
Wohnort: Mitte
Beruf: Artist. – Künstler. (Die „Magische Kunst“, auch „Schwarze Kunst“, unter Eingeweihten: „Die Kunst“)
Schuhgröße: echt jetzt?
Lieblingskarte: Mein Lieblingsdeck ist das „Mme Indira“. Aber das wechselt. I Ging ist auch cool, ich mag die Übersetzung von Richard Wilhelm. Oder Runen. Oder Kauris (Voodoo-Orakel) oder Kaffeesatz. Gummibärchen. Oder Jackentaschenfusseln oder TV-Orakel oder
Kontakt: www.syba-s.de oder auf Facebook

Wie sind die Lottozahlen für Sonntag? 
Sind leider wieder nicht die richtigen. 
Also. Wir kennen das Spiel alle, jeder weiß, wie die Chancen stehen, es ist keine Kunst, da ein Ergebnis vorherzusagen. Und trotzdem kaufen wir uns wieder eine Portion Hoffnung in Form eines Lottoscheins.

Was verraten Hände über den Menschen? Der Trick beim Handlesen besteht eher darin, eine Trance zu induzieren. Das passiert dabei oft fast von selbst und der Kunde ist dann auch leicht zu beeindrucken. Im Rahmen von Events mache ich sowas deshalb nicht. Wer eine schöne Trance erleben möchte, kann gern einen Hypnose-Termin vereinbaren. Das machen wir dann besser in einem ruhigen und geschützten Rahmen.

Warum braucht man einen Termin bei einer Wahrsagerin? ;-)
Einen Termin braucht man nicht. Ich werde von den Veranstaltern meistens eher als Überraschungsgast eingeladen und Leute, die sowas immer schon mal ausprobieren wollten, schauen auf ein spontanes, kleines Orakel rein. Manchmal treffe ich natürlich auf magisch aktive Leute und so ein Schwätzchen unter Eingeweihten ist auch immer inspirierend.

Auf welche Idee wärst du gerne selbst gekommen? Den binären Code aus dem I Ging zu entwickeln.

Was verraten die Karten über dich? Dass ich viel mit ihnen unterwegs bin?

Ein guter Vorsatz für 2017: Ein fantastisches 2017 erleben.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt:
 Einen? Magische Orte gibt es viele. Auf der Harley z.B., mein Mann fährt. Mit der richtigen Maschine ist jeder Meter Straße ein heiliger Ort. Ein translokaler Tempel! 
Außerdem ist jede Bühne ein magischer Ort, ein Opferstein. 
Und ein magischer Ort ist im Zweifelsfall immer da, wo man was Magisches tut. Z.B. in der Küche. Im Schlafzimmer!
Ich hoffe, das trifft die Frage. „Magischer Ort“ oder „Ort der Kraft“ ist ein Riesenthema, da gäbe es einiges zu sagen.
Im Grunde ist ein Magier aber immer von einer speziellen Sphäre umgeben, ähnlich wie ein Chef oder eine Diva. Nur eben magisch. Diesen Ort nenne ich Sybanien; da ich halbnomadisch lebe, also vom Winterlager (in Mitte bzw. Moabit) zum Sommerpalast (Charlottenburg Nord) ziehe und zurück, spreche ich auch von den Vereinigten Sybanischen Magiraten.

Was tust du morgens als Erstes nach dem Aufwachen? Carter (Kater) zudecken, vom Baum runter klettern (Indoor-Baumhaus), pc an…

Kennst du ein Gedicht auswendig? Ein paar. Von Ringelnatz bis Rilke. Rimbeaud und so. Goethe? Welches wollt ihr hören?

Was wolltest du als Kind werden? Im zweiten Schuljahr hatte ich vor, Schriftstellerin zu werden. Dann Zirkusartistin. Dann: Hauptsache Künstlerin. 
Meine Eltern meinten natürlich: „Kind! Mach doch was Richtiges!“ 
Schließlich habe ich mich dann für Priesterin, Magierin und Kriegerin entschieden.

Du kannst mit einer Zeitmaschine reisen, welches Jahr stellst du ein und warum? Zeitmaschine? Wozu das? Ich, wie wohl die meisten Menschen, lebe eh in allen Zeiten gleichzeitig. Vom „Hier&Jetzt“ halte ich nicht viel, egal wann das ist.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Yrgacheffe! (Keine Sorge, ist nix Dämonisches sondern Kaffee!)

Wovor hast du Angst? Was zu verpassen.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Uff! Ich bin mittendrin in viel neuem Zeug. Z.B. will ich Selfpublisher werden dieses Jahr. Ich schreibe seit einer Weile ein Buch über Geister, denn die Grimoires sind eindeutig nicht auf dem aktuellen Stand. 
Es geht um die Geister, mit denen man sowieso ständig zu tun hat: Diverse Fetische, Mammon, Einhörner, der Stadtgeist, der Bikerspirit, Al-Kohol und andere.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Im magischen Paradigma stellt man solche Fragen nicht als Konjunktiv. Als Magier ist man üblicherweise ohnehin mit dem „Großen Werk“ beschäftigt, d.h. der Neuerfindung des Universums. 
Eine spezielle Aufgabe z.B. ist es, den Fetisch „Mammon“ zu entklumpen, große Kapitalanhäufungen (so ab 100 Millionen oder so) nach dem Tod der Eigentümer wieder umzuverteilen.

Was sollte niemand von Dir wissen? Meinen bürgerlichen Namen. Meine normalsterbliche Identität legt Wert auf Anonymität und hat gern ihre Ruhe. Meine halbdämonische Daseinsform dagegen (Sukubus) hat ausgeprägte kommunikative Bedürfnisse.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Warum sollte man sich mit Geistern befassen, heute, im christlich geprägten und ach-so-aufgeklärten Abendland?
Oder: Gibt es einen Unterschied zwischen einer Marke und einem Geist?
Oder: Sind wir nicht alle Einhörner? Irgendwie?
Oder vielleicht: Wie wirklich ist die wirkliche Wirklichkeit wirklich?

Das letzte Wort: „Kein Künstler toleriert die Realität.“ (Nietzsche)

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 01. August 2017 | Tags: |  Keine Kommentare

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