Die verkaufte WM

Stifte raus und notieren: Am 7. November schalten wir um 20:15 Uhr alle ProSieben ein! Warum? Weil Ex-Fußballprofi Benjamin Adrion von unseren Freund*innen von Viva con Agua für die Dokumentation „Milliardenspiel: Die verkaufte WM“ von der FIFA-Zentrale in Zürich bis nach Katar reist, wo ab Ende November die erste Fußball-WM im Nahen Osten stattfindet. In einem Land, das erst seit wenigen Jahrzehnten auf Gas gestoßen und heute eines der reichsten Staaten der Welt ist und in dem nach wie vor die Menschenrechtssituation prekär ist. Wie kam es zu Katar als Austragungsort? Wie geht es den Menschen vor Ort? Welche Auswirkungen auf die allgemeine Trinkwassersituation können festgestellt werden? Und welche transformative Kraft hat der Fußball, haben die Protagonist*innen des Fußballs zugunsten einer gerechteren Welt? All diesen Fragen geht Benjamin nach. Natürlich nicht alleine: Unter anderem stehen Katja Müller-Fahlbusch von Amnesty International, die FIFA-Whistleblowerin Bonita Mersiades und Weltmeisterkapitän Philipp Lahm Rede und Antwort.
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ProSieben THEMA. Das Milliardenspiel: Die verkaufte WM | Mo, 07.11.2022, 20:15 Uhr, Pro7 und Joyn | prosieben.de/prosieben-thema | FOTO: Benjamin Adrion

Kategorien: Projekte | Autor: | Datum: 01. November 2022 | Tags: , , , , , Keine Kommentare

Againandagainandagain

Einer geht noch! A-Gain Guide ist die Berliner Plattform, die Lieblingsklamotten mit kleinen Macken zu einem neuen Lebenszyklus verhelfen. Loch in der Jeans? Wollpulli zu heiß gewaschen? Oder vielleicht doch einfach nur ein Fehlkauf? A-Gain Guide zeigt auf einer digitalen Mappe, wo und wie gebrauchte Kleidungsstücke am kreativsten (und effizientesten) repariert, recycelt, gespendet oder anderweitig verwendet werden können. Dafür muss man auf der Webseite einfach nur ein paar kurze Fragen beantworten. Eine Filterfunktion zeigt dann alle Änderungsschneidereien, Second-Hand-Shops, Sammelstellen und weitere Textilretter*innen im direkten Umfeld an. Warum das Ganze? Alleine in der Hauptstadt fallen jährlich rund 67.000 Tonnen (!) an Alttextilien zur Entsorgung an, über die Hälfte wird einfach verbrannt. Dadurch werden nicht nur wertvolle Ressourcen verschwendet, sondern einfach vernichtet. Die Initiatorinnen Arianna Nicoletti, Alessandra-Isabel Hager und Stefanie Barz haben sich daher zusammengetan um eine zirkuläre Textilwirtschaft zu fördern. Zusätzlich gibt es auf ihrem Instagram-Kanal tolle DIY-Inspirationen zum Nachmachen.
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A-Gain Guide | a-gain.guide | FOTO: Lisa Dannebaum

Gamechanger

Gut aufgestellt: Die Liste der Gründerinnen hinter dem Frauenteam vom FC Viktoria Berlin liest sich wie die Hotlist für das nächste große Startup. Dabei haben die ehemalige deutsche Nationalspielerin und Weltmeisterin Ariane Hingst, BRLO-Geschäftsführerin Katharina Kunz, Sportjournalistin Felicia Mutterer, Unternehmerin und Investorin Verena Pausder, Marketingexpertin Lisa Währer sowie Managerin Tanja Wielgroß nicht weniger große Ziele. In fünf Jahren möchten sie mit ihrem vom Stammverein kürzlich ausgegliederten Frauenteam in der Bundesliga spielen. Gleichzeitig wollen sie etwas in der Gesellschaft bewegen und den Frauenfußball in Deutschland (und darüber hinaus) nachhaltig verändern. So wird nicht nur auf dem Platz gekämpft, sondern sich auch für mehr Sichtbarkeit, Anerkennung, Chancengleichheit und faire Gehälter von Sportlerinnen eingesetzt. Zu den prominenten Unterstützerinnen zählen Carolin Kebekus, Nikeata Thompson, Dunja Hayali, Lea-Sophie Cramer und Franziska van Almsick, die sich als Mitglied im Aufsichtsrat engagiert. Das nächste Spiel der Fußballfrauen findet am 9. Oktober im Stadion Lichterfelde statt.
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FC Viktoria Berlin | fcviktoria.com | FOTO: Filiz Serinyel

Handreichen

Keine neue Idee, aber eine, die wir schon seit Jahren dankbar nutzen: PFANDGEBEN! Über die kostenfreie Plattform können Privatpersonen und Unternehmen ganz unkompliziert Menschen aus der Umgebung kontaktieren, um ihr Pfandgut abholen zu lassen. Deutschlandweit und solidarisch. Seit über zehn Jahren ermöglicht die Initiative einen respektvollen Umgang mit denen, die auf die Zusatzeinnahmen in Berlin und anderswo angewiesen sind. Dabei gibt es keine Mindestspendenanzahl. Meist werden die Flaschen innerhalb einer Stunde weitergegeben, persönlich oder anonym. Dafür können beide Parteien die App nutzen oder sich über Telefon und SMS kontaktieren. Das Team von PFANDGEBEN setzt sich aus haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden zusammen und ist seit Anfang 2022 Teil des Sozialhelden e.V. Der gemeinnützige Verein betreibt Projekte im Bereich des Disability Mainstreaming sowie Pfand. „Einfach mal machen“ lautet das Motto, welchem wir unbedingt folgen sollten.
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Pfandgeben | pfandgeben.de | FOTO: Inga Knölke

Kategorien: Projekte | Autor: | Datum: 20. September 2022 | Tags: , , , , Keine Kommentare

New Values

Arbeit ist gleich Geld ist gleich Wert – wie können wir diese stumpfe Gleichung aufbrechen und Wertsysteme abseits von kapitalistisch orientierten Strukturen neu entwerfen? Denkanstöße bietet das C/O Digital – die kleine Schwester vom C/O Berlin hat gerade das Worldwideweb erblickt und lädt Besuchende weltweit zu einem Ausstellungsprogramm ein, das digitale Bildkulturen erforscht und unter dem Jahresmotto „New Values“ unseren Umgang, beispielsweise mit Kapital, hinterfragt. Das Thema wird mit partizipativen Veranstaltungen und einem Incubator Programm über das Jahr vertiefend ausgebaut. Letztlich soll ein Netzwerk entstehen, das uns über (fotografische) Kunst bildet und uns im besten Fall herausfordert „outside the system“ zu denken. Neugierig geworden? Wir empfehlen unbedingt das kuratorische Konzept der Ausstellung zu lesen, das uns bereits vor der Ausstellung selbst gepackt hat.
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C/O Digital | co-digital.org | FOTO: C/O Berlin Foundation / Naroska Design

Kategorien: Projekte | Autor: | Datum: 26. Juli 2022 | Tags: , , , Keine Kommentare

Anziehungskraft

Eine Kleidertauschparty, die niemals endet: Mit dem Fashion-Sharing-Konzept der Kleiderei findet jedermensch das passende zum Anziehen. Ob Vintage-Fundstück, Fair-Fashion-Liebling oder Designerteil. Wer Kleiderei-Mitglied ist, kann sich für 29 Euro im Monat bis zu vier Teile gleichzeitig ausleihen, Rückgabefristen gibt es nicht. Ein Teil des Geldes fließt direkt in die Pflege und Reparatur der Klamotten, um deren Lebensdauer zu erhöhen und die Ausleihliste bis zum Maximum auszudehnen. Eine super Ergänzung für den eigenen Kleiderschrank, die zudem nachhaltig und platzsparend ist. Wer sich nach erster Verliebtheitsphase immer noch fest binden möchte, kann das auserwählte Stück natürlich auch kaufen und erhält obendrauf einen Rabatt. Mode auf Zeit gegen Textilflut und Fast Fashion! Bislang gab es die Kleiderei nur in Köln und Freiburg, ab Mai soll nun endlich die Hauptstadtfiliale in Kreuzberg eröffnen. Für alle, die den Look zum Leihen feiern: Noch bis zum 22. April läuft die entsprechende Crowdfunding-Kampagne, bei der ihr die Kleiderei mit tollen Dankeschöns unterstützen könnt.
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Crowdfunding Kleiderei | noch bis 22.04.2022 | startnext.com | FOTO: Aina Estruch Perlas

Fairsteigert

Stell dir einen Kunstmarkt vor, der nicht exklusiv und elitär ist. Mit Auktionen, die sowohl auf die Künstler*innen als auch die Käufer*innen eingehen. Klingt gut? Elisabeth Henne und Vincent von Frankenberg haben Kunstgeschichte studiert und diesen Gedanken weitergesponnen. Beide haben bereits Erfahrungen in Auktionshäusern gesammelt und wollen mit LOT1 vieles anders machen. Jedes Lot, also zu versteigerndes Werk, wird in Berlins ersten fairen Kunstauktionshaus abseits von Stereotypen behandelt. Künstler*innen können hier gleich von Herkunft, Alter oder Geschlecht ihre Arbeiten einem breiten Publikum anbieten. Darunter abgeschlossene Hauptwerke, aber auch Skizzen und Zwischenschritte die von 50 bis 1.500 Euro variieren. Damit soll Kunst für eine größere Gruppe an Käufer*innen erlebbar und bezahlbar sein. Weil Künstler*innen bei LOT1 ihre Originale direkt vertreiben, können sie auch unmittelbar von den Einnahmen profitieren. Zeitgleich werden Auktionen dadurch wieder zu echten Begegnungsorten für Kunstschaffende und Kunstinteressierte. Egal, ob mit langjähriger Expertise oder als Laie: Die an ausgewählten Orten stattfindenden Kunstauktionen bringt sie alle zum Gespräch zusammen. Los geht es im April.
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LOT1 | lot1.de | FOTO: Martin Schwarze

Augen auf Beton

Baustellen sind ein seltsames Phänomen. Sie stehen für Bruch, Wandel und Neuanfänge. Sie sind im Weg, stören das Bild und trotzdem nie genug. Alle wollen das Ergebnis, niemand will den Prozess. Der verschwindet hinter meterhohen Bauzäunen und mit ihm das Handwerk und die Werker*innen. Die Outdoor-Ausstellung „Augen auf Beton“ von Filmproduzentin und Projektinitiatorin Janine Baumeister dreht den Spieß um und nutzt Zaun und Gerüst als Bühne für großformatige Porträt-Fotografien. Sie zeigt Menschen, die in der Anonymität der Großstadtbaustelle sonst eher untergehen. Da ist Zeynep, die als Bauleiterin stolz ihren Helm über das Kopftuch zieht. Kamil, der schon seit 3 Uhr morgens unterwegs ist, um seine Truppe über die Grenze herzufahren, oder Malerin Denise, die nicht nur gegen die Vorurteile ihrer Mutter ankämpft. Sie alle und viele mehr blicken uns ab sofort von Berliner Baustellen und Hauswänden entgegen. Wo die barriere- und kostenfreie Wanderausstellung als nächstes Halt macht, wird auf der begleitenden Website verraten. Dort finden sich auch kurze Filmsequenzen zu allen Protagonist*innen, in denen sie sich selbst vorstellen und uns in ihre Welt einladen.
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Augen auf Beton | nächste Ausstellung: 25.09.-08-10., Boxhagener Str. 76, 10245 Berlin, Mo-Fr 14-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr | augenaufbeton.berlin | FOTO: Janine Baumeister

Kategorien: Projekte | Autor: | Datum: 15. September 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Gesicht zeigen

Wann ist Kunst so richtig, richtig gut? Wenn sie nicht nur einen selbst bewegt, sondern etwas! Wenn sie Menschen zusammenbringt und dann auch noch eine Botschaft hat. Das Kunstprojekt „In Your Face“ kann genau das. Am Anfang der Geschichte steht die Hamburger Künstlerin Swaantje Güntzel. Sie hat den Machern der Ocean.Now!-Initiative die Idee zu ihrem Kunstwerk „Microplastics II“ geliehen. Und die Meeresschutzorganisation hat daraus ein „medien-basiertes kollektives Projekt“ gemacht, mit dem sie ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetik und Reinigungsmitteln fordert. Heißt im Klartext: drei Monate lang sammelten Freiwillige an 50 Stränden weltweit Mikroplastik-Samples. Diese kleinsten, bunten Kunststoff-Schnipsel arrangierte das Team von Ocean.Now! wie eine Schönheitsmaske auf den Gesichtern von über 50 Prominenten und lies die Fotograf*innen Saskia Uppenkamp und Tomaso Baldessarini bewegende Nahaufnahmen schießen. Es könnte fast wie ein Beauty-Shot aussehen, wenn sie den Close-ups von DariaDaria, Oliver Koletzki, Luisa Neubauer, Didi Hallervorden oder Ranga Yogeshwar nicht auch noch eine blutige Nase verpasst hätten. Die rüttelt wach und zeigt, wem wir mit Mikroplastik am Ende am meisten schaden: Uns selbst. Dank der Berlin Photo Week kommt die „In Your Face“-Ausstellung jetzt endlich nach Berlin. Wir dürfen für die exklusive Vernissage mit Meike Schützek und Künstlerin Swaantje Güntzel am 26. August 3 x 1 Ticket verlosen. Von 18.30 bis 20.00 Uhr könnt ihr mit ihnen über die Spree schippern und dabei sein, wenn erstmals die Portraitwand am RAW Gelände enthüllt wird. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „IN YOUR FACE“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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In Your Face | ocean-now.org/inyourface | Instagram | FOTO: In Yor Face/Saskia Uppenkamp

Breastfeeding welcome!

Erinnert ihr euch noch an den „Still-Streit“ vor einigen Jahren, als einige Berliner Szene-Cafés mit mehr oder weniger militanten Mitteln das Stillen in ihren Räumlichkeiten untersagten? Fakt ist, es gibt wenig Natürlicheres als das Stillen eines Babys oder Kleinkinds. Fakt ist auch: Stillen im öffentlichen Raum wird immer noch und oft missbilligt, mithin wegen der (teilweise) freiliegenden Brust gar sexualisiert. In gastronomischen Betrieben werden Mütter nicht selten auf Stühle auf dem Gang, die leere Terrasse oder in den Sanitärbereich verwiesen oder sogar aufgefordert, die Räumlichkeiten zum Stillen zu verlassen. Anlässlich der World Breastfeeding Week 2021 (01.-07.08.2021) startet das Berliner Still-BH Label branayama die „Breastfeeding welcome“-Kampagne. Mit Aufklebern können Restaurants, Cafés, Shops und andere Betriebe ab sofort darauf hinweisen, dass bei ihnen das Stillen nicht nur geduldet, sondern erwünscht ist. Ziel ist es, das Stillen an öffentlichen Orten zu normalisieren. Teil der Initiative sind unter anderen das „BRLO BRWHOUSE“, CODOS Coffee, die „Black Apron“-Bäckerei, der FOLKDAYS Store, das Café „Isla Coffee“, das mit einem Michelinstern ausgezeichnete Restaurant „Kin Dee“, das Michelberger Hotel und der Yukalou Store in Berlin oder die Gastro-Bar „Kapara“ in Hamburg. Betriebe, die sich ebenfalls anschließen möchten, können per Mail an hello@branayama.com ihren kostenlosen „Breastfeeding welcome“-Sticker bestellen.
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„Breastfeeding Welcome“ Kampagne | branayama.com | waba.org

Kategorien: Projekte | Autor: | Datum: 04. August 2021 | Tags: |  Keine Kommentare

Always OMM statt always ON

Eine Smartphone App, die dabei hilft, weniger Zeit mit Smartphone Apps zu verbringen? Well… Was klingt wie großer Blödsinn, ist in Wirklichkeit eine der hilfreichsten smarten Entwicklungen der letzten Zeit. Not less but better hilft nämlich dabei, Gewohnheiten in Bezug auf unsere Smartphone-Nutzung zu durchschauen, zu verstehen und schließlich zu ändern. Im ersten Schritt lehrt uns die App, die Momente zu identifizieren, in denen das Smartphone zum False Friend wird: Wann nutzt uns das Smartphone wirklich und wann greifen wir einfach automatisch zum Handy, um anderen Situationen zu entkommen? Wann geraten wir in den Strudel der News, Storys, Posts und Clips? Mit Know-how aus der kognitiven Psychologie stärkt die App im zweiten Schritt in fünfminütigen Übungen unsere mentalen Fähigkeiten wie Impulskontrolle, Selbstreflektion, Achtsamkeit und Resilienz. Denn die sind die Basis für nachhaltige Gewohnheitsänderung. Challenges helfen schließlich dabei, das erlangte Wissen in den Alltag zu übertragen und zu festigen. So kommen wir der achtsameren Smartphone-Nutzung Stück für Stück näher. Von Always On zu Always Om!
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not less but better | notlessbutbetter.com | FOTO: not less but better

Ostsee retten!

Deutschland macht sich locker. Bei fallenden Inzidenzen und steigenden Temperaturen strömen demnächst wieder Millionen Urlauber*innen an die Ostseestrände. Was nur Wenigen bewusst sein dürfte: Die Ostsee gehört zu den am stärksten bedrohten marinen Ökosystemen der Erde. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine besondere Rolle spielt dabei der kommerzielle Fischfang, vor allem die Folgen der Stellnetzfischerei und die Gefahren durch riesige abgetrennte Fangnetze. Als sogenannte Geisternetze treiben diese jahrhundertelang durch die Meere und werden zur tödlichen Falle für Fische und Meeressäuger. Genau da setzt die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd mit der Baltic Sea Campaign 2021 an. Von Juni bis September 2021 wird Sea Shepherd Deutschland die Naturschutzgebiete im Seegebiet zwischen Flensburg und Rügen patrouillieren, Verstöße gegen bestehende Schutzgesetze melden, Geisternetze bergen und Clean-ups durchführen und so einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt und des marinen Ökosystems leisten. Wer selbst aktiv werden möchte, kann an den von Sea Shepherd initiierten Beach Clean-ups teilnehmen, die Organisation durch eine Spende oder die Kampagne mit dem Erwerb eines Produkts aus der Baltic Sea Campaign 2021 Kollektion unterstützen. Die geborgenen Geisternetze werden in Kooperation mit Bracenet zu schicken Accessoires weiterverarbeitet. Teile der Erlöse fließen ebenfalls in die Projekte zurück.
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Baltic Sea Campaign 2021 von Sea Shepherd | sea-shepherd.de | FOTO: Sea Shepherd Deutschland

Gute Reise

Wer sich nach einem Wochenendtrip sehnt und dafür nicht weit reisen möchte, sollte sich fix bei hiersein umschauen. Die Plattform für nachhaltige Urlaubsunterkünfte sucht in verschiedenen Kategorien nach den kleinen und großen Schmuckstücken zwischen Nordsee und Voralpen. Von Bio-Bauernhöfen über Glamping bis hin zu stylischen Hideaways mitten in der Natur werden hier alle fündig, die nach einer nachhaltigen Auszeit suchen. Alle Unterkünfte befinden sich in Deutschland und sind durch kurze Anreisewege oft auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Praktische Filter erleichtern die Suche auf der Webseite und bringen einer*einem die passenden Gastgeber*innen näher. Gründerin Daniela Jahn achtet bei der handverlesenen Auswahl von Unterkünften auf Kriterien wie Regionalität, Umweltbewusstsein, Klimafreundlichkeit und Wertschätzung gegenüber Mensch und Natur. Die fängt beispielsweise beim saisonalen Frühstück an und endet im plastikfreien Badezimmer. Gute Reise!
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hiersein | hiersein.de | FOTO: Büffelhof Beuerbach

Gibmajetz

55 Prozent der über 60-Jährigen spenden regelmäßig für gemeinnützige Zwecke. Und wie sieht es bei jenen unter 30 aus? Nur vier (in Worten: vier!) Prozent der nach 1990 Geborenen tun dies ebenfalls. Der gemeinnützige Verein wetenner möchte das Thema Spenden übersichtlicher und solidarischer gestalten und damit auch jüngeren Menschen näherbringen. Über einen Dauerauftrag kann nun jede*r mit zehn Euro regelmäßig und gleich mehrere in Deutschland ansässige Hilfsorganisationen unterstützen. Das junge Team, bestehend aus sechs Freund*innen, hat vorab zehn wichtige Spendenbereiche kategorisiert, an die das gesammelte Geld halbjährlich verteilt wird. Von „Ernährungssicherung“ über „Flüchtlingshilfe“ bis „Klima & Umwelt“. Um die passenden NGOs in den verschiedenen Bereichen zu definieren, wurde unter anderem darauf geachtet, dass transparent mit Zahlen umgegangen wird, keine religiösen oder parteipolitischen Verbindungen bestehen und Aufwendungen für Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit ein angemessenes Niveau nicht überschreiten. Darunter fallen beispielsweise Tafel Deutschland, SOS Méditerranée, Reporter ohne Grenzen oder Prima Klima. Die administrativen Kosten werden von dem Verein aus Ehrenamtlichen selbst getragen, sodass alle Spenden in Gänze dorthin gehen, wo sie gebraucht werden. Hier geht’s zur guten Serientat.
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wetenner | wetenner.de | FOTO: wetenner

Doggo Donate

Never for money, always for dogs! Mit Doggo Donate haben sich vier Kreative aus Berlin zusammengetan, um die wichtige Arbeit von freiwilligen Tierschutzorganisationen zu unterstützen. In limitierter Auflage haben sie eine Kollektion für alle Hundefreund*innen herausgebracht, die auf Anhieb gute Laune verbreitet. Darunter der von Matisse inspirierte Stoffbeutel von Steffi Kropp, das Bandana von Viktoria Cichoń, ein T-Shirt von Roland Naumann sowie das „Bad Boi“ Cap von Kristina Wedel. Alle Einnahmen gehen zu hundert Prozent an SAM, einer Organisation, die streunenden Hunden in Montenegro hilft, sowie Red Bow Dog Berlin, die sich um die Vermittlung von rumänischen Straßenhunden nach Deutschland kümmert. Beide Organisationen werden nicht staatlich unterstützt und sind daher auf den Einsatz von Freiwilligen und natürlich Spenden angewiesen. Die hundefreundliche Benefiz-Kollektion soll künftig zweimal jährlich gelauncht werden. Über den Pup-Up-Onlinestore können die Teile gekauft und liebgewonnen werden. Much wow, 12/10.
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Doggo Donate | doggo-donate.de | FOTO: Kristina Wedel

Life

Ganze acht Ausstellungsräume der Fondation Beyeler stehen unter Wasser. Grund dafür: die aktuelle Installation von Ólafur Elíasson. Der dänisch-isländische Künstler, der teils in Kopenhagen, teils in Berlin lebt, hat für „Life“ den giftgrünen Teppich ausgerollt. Durch verschiedene Kameraeinstellungen kann die interaktive Ausstellung via Stream verfolgt werden, Tag wie Nacht. Denn die grüne Flüssigkeit, die vom pflanzlichen Farbstoff Uranin stammt, fluoresziert im Dunkeln und zieht damit nicht nur Menschen an: Die Räume des Schweizer Museums wurden nach außen hin geöffnet, sodass Kunst und Natur sich zu einem großen Ganzen vermischen. Jede Pflanze und jedes Tierchen in und um den künstlich erschaffenen Teich werden Teil der Installation. Wie in vielen Arbeiten davor beschäftigt sich Elíasson mit der Gabe der Wahrnehmung und setzt unser Naturempfinden in neuen Kontext. Besucher*innen vor Ort, die ebenfalls rund um die Uhr willkommen sind, können über Holzstege das lebende Kunstwerk visuell, akustisch und olfaktorisch erkunden. Die sich stets transformierende Ausstellung läuft noch bis zum 17. Juli 2021. Wir verlosen fünf Ausstellungsplakate. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚DAS LEBEN FINDET EINEN WEG‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Life | fondationbeyeler.ch/life | FOTO: Copyright © 2021 Olafur Eliasson, Foto: Pati Grabowicz

Neue Berliner Schnauze

Bei Fine Dining und Sterneküche führt an Jakobsmuscheln und Wagyu-Rinderfilet kein Weg vorbei. Ist doch so, oder? Die Dokumentationsreihe „Neue Berliner Schnauze“ möchte uns vom Gegenteil überzeugen und begleitet verschiedene Koch-Profis und -Pionier*innen auf dem Weg zum nachhaltigen Gänge-Menü auf Sterne-Niveau. In der Pilotfolge beweist Chefkoch Mahmmod Achkar aus dem vegetarischen Cocktail Bistro „Bonvivant“, dass sich gehobene Küche und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen keineswegs ausschließen. Statt auf Meeresfrüchte und Fleischeinlagen aus Übersee setzt das Berliner Restaurant auf regionale und saisonale Zutaten. Diese Vielfalt möchte Christian Schneider, Filmemacher und studierter Agrarwissenschaftler, einem breiten Publikum zeigen, um ein kulinarisches Umdenken anzuregen. Sein Ziel: „Eine Dokureihe, die so geil aussieht wie Netflix und so zeitgemäß ist, dass auch Fridays for Future Hunger bekommt.“ Die Filmcrew achtet bei der Produktion selbstverständlich ebenfalls auf geringe CO2-Kosten. Geplant sind nun weitere Folgen mit und über aufstrebende Lokale in Berlin. Findet ihr gut, wollt ihr sehen? Dann unterstützt gern das gerade gestartete Crowdfunding. Mahlzeit!
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Neue Berliner Schnauze | ecocrowd.de/neue-berliner-schnauze | FOTO: Jule Felice Frommelt

From Ada & Gina with Amore

Essen wie bei Nonna: Das „Ada’s Hot Deli & Alimentari“ hat gleich mehrere Rezepte gegen akutes Fernweh parat und macht uns mit italienischer Hausfrauenkost glücklich. Angefangen mit „Spiffys“, den mit Oliven frittierten Freilandhähnchen, bietet der Catering- und Lieferservice mittlerweile auch Meatball Sandwiches, Reiskroketten, Cheesy Stuffed Peppers und Lasagnen zum Niederknien an. Julian Manusco, der Wahlberliner mit kanadisch-sizilianischen Wurzeln, serviert mit jedem Gericht eine Portion Familiengeschichte und ehrt damit seine italienischen Großmütter Ada und Gina. Um dieser Familienehre gerecht zu werden, wird alleine für die Lasagne die alles entscheidende Hackfleischsauce über acht Stunden gekocht. In der vegetarischen Variante werden Steinpilze und Trüffel verarbeitet. Die Zutaten für die Heart to Table Cucina stammen von regionalen Erzeugern und Lieferanten in Berlin-Brandenburg. Neben Qualität und Geschmack wird hier besonders auf Saisonalität geachtet. In der Küche selbst fällt so wenig Food Waste wie möglich an und Schnippelreste werden gerne für die hauseigene Gemüsebrühe verwertet. Einen Laden gibt es (noch) nicht, wer in Berlin wohnt kann sich jedoch jeden zweiten Freitag die Gerichte nach Hause liefern lassen. Buon Appetito!
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Ada’s Hot Deli & Alimentari | adas-deli.de | instagram.com/adas.deli | FOTO: Becca Crawford

We can’t believe we still have to protest this shit!

Zehn Jahre und kein bisschen leise. Das Hamburger Naturkosmetiklabel STOP THE WATER WHILE USING ME! feiert sein zehnjähriges Bestehen mit einer Protestaktion. Warum die Aufregung? Das Purpose-Driven-Unternehmen setzt sich seit seiner Gründung für den Schutz von Wasserressourcen, weniger Verpackungsmüll und saubere Gewässer ein. Aktuelle Zahlen zeigen leider: Wasserschutz ist wichtiger denn je. Unter dem Motto „We can’t believe we still have to protest this shit“ und #protestthisshit macht sich das 20-köpfige Team gemeinsam mit seiner Community für mehr Aktivismus stark. Zur Aktion wurde gemeinsam mit dem nachhaltigen Modelabel ARMEDANGELS ein limitiertes Protest-Shirt gestaltet, bei dem jeder Kauf zur Spende wird. Die Unisex T-Shirts aus hochwertiger Bio-Baumwolle sind für 29,90 Euro exklusiv auf stop-the-water.com erhältlich. Teile der Erlöse fließen dabei in die Wasserinitiative GOOD WATER PROJECTS, deren Trinkwasserprojekte zukünftig in Zusammenarbeit mit der Hamburger „All Profit“-Organisation Viva con Agua organisiert werden.
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STOP THE WATER WHILE USINE ME! #protestthisshit | stop-the-water-while-using-me.com/PROTESTTHISSHIT | FOTO: STOP THE WATER WHILE USINE ME!

Ich sitze, also bin ich.

Ich war neulich aus Versehen ohne Handy auf dem Klo. Wir haben 144 Fliesen! Aber Spaß beiseite, bunte Klos mit kleinen und großen an die Wand getaggten oder in Form geritzten Weisheiten gehören zur Lieblingskneipe wie die Schaumkrone auf das frisch Gezapfte. Und weil das so ist, kann man sich nun einige der „bedeutsamsten“ davon in die eigenen vier Wände hängen und damit Hamburger Cafés, Bars und Clubs unterstützen. Das ehrenamtliche Corona-Support-Projekt „KUNST FÜRS KLO“ hält die Toilettenkunst auf hochwertigen Bildern fest und gibt alle Einnahmen direkt an die Betreiber weiter. Darunter Werke aus dem Kandie Shop, Wohl oder Übel und dem legendären Elbschlosskeller. Wer findig ist, entdeckt auf den Art Prints auch Verewigungen von Streetart-Künstler*innen wie Frost 187 oder dem Rebelzer. Sie unterstützen die Macher*innen Anne, René und Stefan gerne, um die langjährige Kiezkultur auch während und nach dem Lockdown am Leben zu erhalten. Gleichzeitig erinnern uns die Ausschnitte an die lauten Abende mit Freund*innen, Bargespräche um drei Uhr nachts und das großartige Gefühl, einfach beisammen zu sein. Schöner Nebeneffekt: Man fühlt sich durch die Auswahl wunderbar inspiriert, selbst mal wieder draufloszukritzeln. Denn Klokunst passiert ohne Erfolgsdruck und ist doch wohl so expressionistisch wie keine andere. Wow, den letzten Satz sollten wir in dem Kontext vielleicht nochmal überdenken.
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KUNST FÜRS KLO | kunstfuersklo.de | FOTO: KUNST FÜRS KLO