Augen auf Beton

Baustellen sind ein seltsames Phänomen. Sie stehen für Bruch, Wandel und Neuanfänge. Sie sind im Weg, stören das Bild und trotzdem nie genug. Alle wollen das Ergebnis, niemand will den Prozess. Der verschwindet hinter meterhohen Bauzäunen und mit ihm das Handwerk und die Werker*innen. Die Outdoor-Ausstellung „Augen auf Beton“ von Filmproduzentin und Projektinitiatorin Janine Baumeister dreht den Spieß um und nutzt Zaun und Gerüst als Bühne für großformatige Porträt-Fotografien. Sie zeigt Menschen, die in der Anonymität der Großstadtbaustelle sonst eher untergehen. Da ist Zeynep, die als Bauleiterin stolz ihren Helm über das Kopftuch zieht. Kamil, der schon seit 3 Uhr morgens unterwegs ist, um seine Truppe über die Grenze herzufahren, oder Malerin Denise, die nicht nur gegen die Vorurteile ihrer Mutter ankämpft. Sie alle und viele mehr blicken uns ab sofort von Berliner Baustellen und Hauswänden entgegen. Wo die barriere- und kostenfreie Wanderausstellung als nächstes Halt macht, wird auf der begleitenden Website verraten. Dort finden sich auch kurze Filmsequenzen zu allen Protagonist*innen, in denen sie sich selbst vorstellen und uns in ihre Welt einladen.
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Augen auf Beton | nächste Ausstellung: 25.09.-08-10., Boxhagener Str. 76, 10245 Berlin, Mo-Fr 14-18 Uhr, Sa 11-15 Uhr | augenaufbeton.berlin | FOTO: Janine Baumeister

Kategorien: Projekte | Autor: | Datum: 15. September 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Gesicht zeigen

Wann ist Kunst so richtig, richtig gut? Wenn sie nicht nur einen selbst bewegt, sondern etwas! Wenn sie Menschen zusammenbringt und dann auch noch eine Botschaft hat. Das Kunstprojekt „In Your Face“ kann genau das. Am Anfang der Geschichte steht die Hamburger Künstlerin Swaantje Güntzel. Sie hat den Machern der Ocean.Now!-Initiative die Idee zu ihrem Kunstwerk „Microplastics II“ geliehen. Und die Meeresschutzorganisation hat daraus ein „medien-basiertes kollektives Projekt“ gemacht, mit dem sie ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetik und Reinigungsmitteln fordert. Heißt im Klartext: drei Monate lang sammelten Freiwillige an 50 Stränden weltweit Mikroplastik-Samples. Diese kleinsten, bunten Kunststoff-Schnipsel arrangierte das Team von Ocean.Now! wie eine Schönheitsmaske auf den Gesichtern von über 50 Prominenten und lies die Fotograf*innen Saskia Uppenkamp und Tomaso Baldessarini bewegende Nahaufnahmen schießen. Es könnte fast wie ein Beauty-Shot aussehen, wenn sie den Close-ups von DariaDaria, Oliver Koletzki, Luisa Neubauer, Didi Hallervorden oder Ranga Yogeshwar nicht auch noch eine blutige Nase verpasst hätten. Die rüttelt wach und zeigt, wem wir mit Mikroplastik am Ende am meisten schaden: Uns selbst. Dank der Berlin Photo Week kommt die „In Your Face“-Ausstellung jetzt endlich nach Berlin. Wir dürfen für die exklusive Vernissage mit Meike Schützek und Künstlerin Swaantje Güntzel am 26. August 3 x 1 Ticket verlosen. Von 18.30 bis 20.00 Uhr könnt ihr mit ihnen über die Spree schippern und dabei sein, wenn erstmals die Portraitwand am RAW Gelände enthüllt wird. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „IN YOUR FACE“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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In Your Face | ocean-now.org/inyourface | Instagram | FOTO: In Yor Face/Saskia Uppenkamp

Breastfeeding welcome!

Erinnert ihr euch noch an den „Still-Streit“ vor einigen Jahren, als einige Berliner Szene-Cafés mit mehr oder weniger militanten Mitteln das Stillen in ihren Räumlichkeiten untersagten? Fakt ist, es gibt wenig Natürlicheres als das Stillen eines Babys oder Kleinkinds. Fakt ist auch: Stillen im öffentlichen Raum wird immer noch und oft missbilligt, mithin wegen der (teilweise) freiliegenden Brust gar sexualisiert. In gastronomischen Betrieben werden Mütter nicht selten auf Stühle auf dem Gang, die leere Terrasse oder in den Sanitärbereich verwiesen oder sogar aufgefordert, die Räumlichkeiten zum Stillen zu verlassen. Anlässlich der World Breastfeeding Week 2021 (01.-07.08.2021) startet das Berliner Still-BH Label branayama die „Breastfeeding welcome“-Kampagne. Mit Aufklebern können Restaurants, Cafés, Shops und andere Betriebe ab sofort darauf hinweisen, dass bei ihnen das Stillen nicht nur geduldet, sondern erwünscht ist. Ziel ist es, das Stillen an öffentlichen Orten zu normalisieren. Teil der Initiative sind unter anderen das „BRLO BRWHOUSE“, CODOS Coffee, die „Black Apron“-Bäckerei, der FOLKDAYS Store, das Café „Isla Coffee“, das mit einem Michelinstern ausgezeichnete Restaurant „Kin Dee“, das Michelberger Hotel und der Yukalou Store in Berlin oder die Gastro-Bar „Kapara“ in Hamburg. Betriebe, die sich ebenfalls anschließen möchten, können per Mail an hello@branayama.com ihren kostenlosen „Breastfeeding welcome“-Sticker bestellen.
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„Breastfeeding Welcome“ Kampagne | branayama.com | waba.org

Kategorien: Projekte | Autor: | Datum: 04. August 2021 | Tags: |  Keine Kommentare

Always OMM statt always ON

Eine Smartphone App, die dabei hilft, weniger Zeit mit Smartphone Apps zu verbringen? Well… Was klingt wie großer Blödsinn, ist in Wirklichkeit eine der hilfreichsten smarten Entwicklungen der letzten Zeit. Not less but better hilft nämlich dabei, Gewohnheiten in Bezug auf unsere Smartphone-Nutzung zu durchschauen, zu verstehen und schließlich zu ändern. Im ersten Schritt lehrt uns die App, die Momente zu identifizieren, in denen das Smartphone zum False Friend wird: Wann nutzt uns das Smartphone wirklich und wann greifen wir einfach automatisch zum Handy, um anderen Situationen zu entkommen? Wann geraten wir in den Strudel der News, Storys, Posts und Clips? Mit Know-how aus der kognitiven Psychologie stärkt die App im zweiten Schritt in fünfminütigen Übungen unsere mentalen Fähigkeiten wie Impulskontrolle, Selbstreflektion, Achtsamkeit und Resilienz. Denn die sind die Basis für nachhaltige Gewohnheitsänderung. Challenges helfen schließlich dabei, das erlangte Wissen in den Alltag zu übertragen und zu festigen. So kommen wir der achtsameren Smartphone-Nutzung Stück für Stück näher. Von Always On zu Always Om!
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not less but better | notlessbutbetter.com | FOTO: not less but better

Ostsee retten!

Deutschland macht sich locker. Bei fallenden Inzidenzen und steigenden Temperaturen strömen demnächst wieder Millionen Urlauber*innen an die Ostseestrände. Was nur Wenigen bewusst sein dürfte: Die Ostsee gehört zu den am stärksten bedrohten marinen Ökosystemen der Erde. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine besondere Rolle spielt dabei der kommerzielle Fischfang, vor allem die Folgen der Stellnetzfischerei und die Gefahren durch riesige abgetrennte Fangnetze. Als sogenannte Geisternetze treiben diese jahrhundertelang durch die Meere und werden zur tödlichen Falle für Fische und Meeressäuger. Genau da setzt die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd mit der Baltic Sea Campaign 2021 an. Von Juni bis September 2021 wird Sea Shepherd Deutschland die Naturschutzgebiete im Seegebiet zwischen Flensburg und Rügen patrouillieren, Verstöße gegen bestehende Schutzgesetze melden, Geisternetze bergen und Clean-ups durchführen und so einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt und des marinen Ökosystems leisten. Wer selbst aktiv werden möchte, kann an den von Sea Shepherd initiierten Beach Clean-ups teilnehmen, die Organisation durch eine Spende oder die Kampagne mit dem Erwerb eines Produkts aus der Baltic Sea Campaign 2021 Kollektion unterstützen. Die geborgenen Geisternetze werden in Kooperation mit Bracenet zu schicken Accessoires weiterverarbeitet. Teile der Erlöse fließen ebenfalls in die Projekte zurück.
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Baltic Sea Campaign 2021 von Sea Shepherd | sea-shepherd.de | FOTO: Sea Shepherd Deutschland

Gute Reise

Wer sich nach einem Wochenendtrip sehnt und dafür nicht weit reisen möchte, sollte sich fix bei hiersein umschauen. Die Plattform für nachhaltige Urlaubsunterkünfte sucht in verschiedenen Kategorien nach den kleinen und großen Schmuckstücken zwischen Nordsee und Voralpen. Von Bio-Bauernhöfen über Glamping bis hin zu stylischen Hideaways mitten in der Natur werden hier alle fündig, die nach einer nachhaltigen Auszeit suchen. Alle Unterkünfte befinden sich in Deutschland und sind durch kurze Anreisewege oft auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Praktische Filter erleichtern die Suche auf der Webseite und bringen einer*einem die passenden Gastgeber*innen näher. Gründerin Daniela Jahn achtet bei der handverlesenen Auswahl von Unterkünften auf Kriterien wie Regionalität, Umweltbewusstsein, Klimafreundlichkeit und Wertschätzung gegenüber Mensch und Natur. Die fängt beispielsweise beim saisonalen Frühstück an und endet im plastikfreien Badezimmer. Gute Reise!
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hiersein | hiersein.de | FOTO: Büffelhof Beuerbach

Gibmajetz

55 Prozent der über 60-Jährigen spenden regelmäßig für gemeinnützige Zwecke. Und wie sieht es bei jenen unter 30 aus? Nur vier (in Worten: vier!) Prozent der nach 1990 Geborenen tun dies ebenfalls. Der gemeinnützige Verein wetenner möchte das Thema Spenden übersichtlicher und solidarischer gestalten und damit auch jüngeren Menschen näherbringen. Über einen Dauerauftrag kann nun jede*r mit zehn Euro regelmäßig und gleich mehrere in Deutschland ansässige Hilfsorganisationen unterstützen. Das junge Team, bestehend aus sechs Freund*innen, hat vorab zehn wichtige Spendenbereiche kategorisiert, an die das gesammelte Geld halbjährlich verteilt wird. Von „Ernährungssicherung“ über „Flüchtlingshilfe“ bis „Klima & Umwelt“. Um die passenden NGOs in den verschiedenen Bereichen zu definieren, wurde unter anderem darauf geachtet, dass transparent mit Zahlen umgegangen wird, keine religiösen oder parteipolitischen Verbindungen bestehen und Aufwendungen für Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit ein angemessenes Niveau nicht überschreiten. Darunter fallen beispielsweise Tafel Deutschland, SOS Méditerranée, Reporter ohne Grenzen oder Prima Klima. Die administrativen Kosten werden von dem Verein aus Ehrenamtlichen selbst getragen, sodass alle Spenden in Gänze dorthin gehen, wo sie gebraucht werden. Hier geht’s zur guten Serientat.
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wetenner | wetenner.de | FOTO: wetenner

Doggo Donate

Never for money, always for dogs! Mit Doggo Donate haben sich vier Kreative aus Berlin zusammengetan, um die wichtige Arbeit von freiwilligen Tierschutzorganisationen zu unterstützen. In limitierter Auflage haben sie eine Kollektion für alle Hundefreund*innen herausgebracht, die auf Anhieb gute Laune verbreitet. Darunter der von Matisse inspirierte Stoffbeutel von Steffi Kropp, das Bandana von Viktoria Cichoń, ein T-Shirt von Roland Naumann sowie das „Bad Boi“ Cap von Kristina Wedel. Alle Einnahmen gehen zu hundert Prozent an SAM, einer Organisation, die streunenden Hunden in Montenegro hilft, sowie Red Bow Dog Berlin, die sich um die Vermittlung von rumänischen Straßenhunden nach Deutschland kümmert. Beide Organisationen werden nicht staatlich unterstützt und sind daher auf den Einsatz von Freiwilligen und natürlich Spenden angewiesen. Die hundefreundliche Benefiz-Kollektion soll künftig zweimal jährlich gelauncht werden. Über den Pup-Up-Onlinestore können die Teile gekauft und liebgewonnen werden. Much wow, 12/10.
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Doggo Donate | doggo-donate.de | FOTO: Kristina Wedel

Life

Ganze acht Ausstellungsräume der Fondation Beyeler stehen unter Wasser. Grund dafür: die aktuelle Installation von Ólafur Elíasson. Der dänisch-isländische Künstler, der teils in Kopenhagen, teils in Berlin lebt, hat für „Life“ den giftgrünen Teppich ausgerollt. Durch verschiedene Kameraeinstellungen kann die interaktive Ausstellung via Stream verfolgt werden, Tag wie Nacht. Denn die grüne Flüssigkeit, die vom pflanzlichen Farbstoff Uranin stammt, fluoresziert im Dunkeln und zieht damit nicht nur Menschen an: Die Räume des Schweizer Museums wurden nach außen hin geöffnet, sodass Kunst und Natur sich zu einem großen Ganzen vermischen. Jede Pflanze und jedes Tierchen in und um den künstlich erschaffenen Teich werden Teil der Installation. Wie in vielen Arbeiten davor beschäftigt sich Elíasson mit der Gabe der Wahrnehmung und setzt unser Naturempfinden in neuen Kontext. Besucher*innen vor Ort, die ebenfalls rund um die Uhr willkommen sind, können über Holzstege das lebende Kunstwerk visuell, akustisch und olfaktorisch erkunden. Die sich stets transformierende Ausstellung läuft noch bis zum 17. Juli 2021. Wir verlosen fünf Ausstellungsplakate. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚DAS LEBEN FINDET EINEN WEG‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Life | fondationbeyeler.ch/life | FOTO: Copyright © 2021 Olafur Eliasson, Foto: Pati Grabowicz

Neue Berliner Schnauze

Bei Fine Dining und Sterneküche führt an Jakobsmuscheln und Wagyu-Rinderfilet kein Weg vorbei. Ist doch so, oder? Die Dokumentationsreihe „Neue Berliner Schnauze“ möchte uns vom Gegenteil überzeugen und begleitet verschiedene Koch-Profis und -Pionier*innen auf dem Weg zum nachhaltigen Gänge-Menü auf Sterne-Niveau. In der Pilotfolge beweist Chefkoch Mahmmod Achkar aus dem vegetarischen Cocktail Bistro „Bonvivant“, dass sich gehobene Küche und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen keineswegs ausschließen. Statt auf Meeresfrüchte und Fleischeinlagen aus Übersee setzt das Berliner Restaurant auf regionale und saisonale Zutaten. Diese Vielfalt möchte Christian Schneider, Filmemacher und studierter Agrarwissenschaftler, einem breiten Publikum zeigen, um ein kulinarisches Umdenken anzuregen. Sein Ziel: „Eine Dokureihe, die so geil aussieht wie Netflix und so zeitgemäß ist, dass auch Fridays for Future Hunger bekommt.“ Die Filmcrew achtet bei der Produktion selbstverständlich ebenfalls auf geringe CO2-Kosten. Geplant sind nun weitere Folgen mit und über aufstrebende Lokale in Berlin. Findet ihr gut, wollt ihr sehen? Dann unterstützt gern das gerade gestartete Crowdfunding. Mahlzeit!
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Neue Berliner Schnauze | ecocrowd.de/neue-berliner-schnauze | FOTO: Jule Felice Frommelt

From Ada & Gina with Amore

Essen wie bei Nonna: Das „Ada’s Hot Deli & Alimentari“ hat gleich mehrere Rezepte gegen akutes Fernweh parat und macht uns mit italienischer Hausfrauenkost glücklich. Angefangen mit „Spiffys“, den mit Oliven frittierten Freilandhähnchen, bietet der Catering- und Lieferservice mittlerweile auch Meatball Sandwiches, Reiskroketten, Cheesy Stuffed Peppers und Lasagnen zum Niederknien an. Julian Manusco, der Wahlberliner mit kanadisch-sizilianischen Wurzeln, serviert mit jedem Gericht eine Portion Familiengeschichte und ehrt damit seine italienischen Großmütter Ada und Gina. Um dieser Familienehre gerecht zu werden, wird alleine für die Lasagne die alles entscheidende Hackfleischsauce über acht Stunden gekocht. In der vegetarischen Variante werden Steinpilze und Trüffel verarbeitet. Die Zutaten für die Heart to Table Cucina stammen von regionalen Erzeugern und Lieferanten in Berlin-Brandenburg. Neben Qualität und Geschmack wird hier besonders auf Saisonalität geachtet. In der Küche selbst fällt so wenig Food Waste wie möglich an und Schnippelreste werden gerne für die hauseigene Gemüsebrühe verwertet. Einen Laden gibt es (noch) nicht, wer in Berlin wohnt kann sich jedoch jeden zweiten Freitag die Gerichte nach Hause liefern lassen. Buon Appetito!
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Ada’s Hot Deli & Alimentari | adas-deli.de | instagram.com/adas.deli | FOTO: Becca Crawford

We can’t believe we still have to protest this shit!

Zehn Jahre und kein bisschen leise. Das Hamburger Naturkosmetiklabel STOP THE WATER WHILE USING ME! feiert sein zehnjähriges Bestehen mit einer Protestaktion. Warum die Aufregung? Das Purpose-Driven-Unternehmen setzt sich seit seiner Gründung für den Schutz von Wasserressourcen, weniger Verpackungsmüll und saubere Gewässer ein. Aktuelle Zahlen zeigen leider: Wasserschutz ist wichtiger denn je. Unter dem Motto „We can’t believe we still have to protest this shit“ und #protestthisshit macht sich das 20-köpfige Team gemeinsam mit seiner Community für mehr Aktivismus stark. Zur Aktion wurde gemeinsam mit dem nachhaltigen Modelabel ARMEDANGELS ein limitiertes Protest-Shirt gestaltet, bei dem jeder Kauf zur Spende wird. Die Unisex T-Shirts aus hochwertiger Bio-Baumwolle sind für 29,90 Euro exklusiv auf stop-the-water.com erhältlich. Teile der Erlöse fließen dabei in die Wasserinitiative GOOD WATER PROJECTS, deren Trinkwasserprojekte zukünftig in Zusammenarbeit mit der Hamburger „All Profit“-Organisation Viva con Agua organisiert werden.
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STOP THE WATER WHILE USINE ME! #protestthisshit | stop-the-water-while-using-me.com/PROTESTTHISSHIT | FOTO: STOP THE WATER WHILE USINE ME!

Ich sitze, also bin ich.

Ich war neulich aus Versehen ohne Handy auf dem Klo. Wir haben 144 Fliesen! Aber Spaß beiseite, bunte Klos mit kleinen und großen an die Wand getaggten oder in Form geritzten Weisheiten gehören zur Lieblingskneipe wie die Schaumkrone auf das frisch Gezapfte. Und weil das so ist, kann man sich nun einige der „bedeutsamsten“ davon in die eigenen vier Wände hängen und damit Hamburger Cafés, Bars und Clubs unterstützen. Das ehrenamtliche Corona-Support-Projekt „KUNST FÜRS KLO“ hält die Toilettenkunst auf hochwertigen Bildern fest und gibt alle Einnahmen direkt an die Betreiber weiter. Darunter Werke aus dem Kandie Shop, Wohl oder Übel und dem legendären Elbschlosskeller. Wer findig ist, entdeckt auf den Art Prints auch Verewigungen von Streetart-Künstler*innen wie Frost 187 oder dem Rebelzer. Sie unterstützen die Macher*innen Anne, René und Stefan gerne, um die langjährige Kiezkultur auch während und nach dem Lockdown am Leben zu erhalten. Gleichzeitig erinnern uns die Ausschnitte an die lauten Abende mit Freund*innen, Bargespräche um drei Uhr nachts und das großartige Gefühl, einfach beisammen zu sein. Schöner Nebeneffekt: Man fühlt sich durch die Auswahl wunderbar inspiriert, selbst mal wieder draufloszukritzeln. Denn Klokunst passiert ohne Erfolgsdruck und ist doch wohl so expressionistisch wie keine andere. Wow, den letzten Satz sollten wir in dem Kontext vielleicht nochmal überdenken.
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KUNST FÜRS KLO | kunstfuersklo.de | FOTO: KUNST FÜRS KLO

Nicht gesucht, trotzdem gefunden

Und dann gibt es so Leute wie Paul. Paul ist ein großartiger Fotograf und Mensch, aber das meinen wir nicht. Paul hat eine ausgeprägte Leidenschaft für Lampen, Vasen, Altes und vermeintlichen Tinnef. Keller und Dachböden, die über Jahre ungeöffnet waren, machen ihn nervös bis glücklich. Denn dabei entdeckt das geschulte Auge so mancherlei Sonderbares, Wunderbares und Kostbares. Pauls Leidenschaft ist die Recherche und das Schöne. Zeigt ihm ein Vintage-Objekt eurer Begierde und er sagt euch, worum es sich handelt und welcher Wert dahinter steckt. Wenn man diese Art von Mensch ist, muss man sich allerdings irgendwann entscheiden – Nerd bleiben oder teilen, was man liebt. Glücklicherweise wählte Paul die zweite Variante und brachte Anfang des Jahres „Studio Vilhelm“ an den Start. Auf der Website versammelt er eine Auswahl an Kunst, Leuchten, Dining Accessoires, Studio Keramiken, Büchern und jede Menge Dinge, die ihr garantiert nicht gesucht habt, aber unbedingt brauchen könnt und ganz sicher lieben werdet. Aktuell warten noch etwa 800 Designobjekte auf ihre Wiederauferstehung oder Wiedergeburt auf „Studio Vilhelm“. Wir verlosen 3 Gutscheine je 30 Euro Stöberanreiz an die besonders Dingverliebten unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚BARES FÜR RARES‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Studio Vilhelm | studiovilhelm.de | FOTO: Paul Aidan Perry

Sounds like Roskilde

Stell dir vor, du bist für die große Bühne geboren! Du schreibst Musik, gehst ins Tonstudio, nimmst deine erste Platte auf. Du willst auf Tour gehen, endlich! Und dann das. Die Corona-Pandemie hat vielen Newcomer-Bands, die kurz vor ihrem Durchbruch standen, erstmal den Stecker gezogen. Konzerte gibt es wenn dann nur noch per Livestream aus dem heimischen Wohnzimmer. Auf den Bühnen und Brettern, die die Welt bedeuten, ist es still geworden. Eine der wichtigsten Plattformen für aufstrebende Künstler*innen und Bands ist seit 50 (!) Jahren das Roskilde Festival in der Nähe der gleichnamigen dänischen Stadt. Wie so ziemlich jedes Großevent wurde auch das Festival im letzten Jahr abgesagt. 45 aufregende neue Bands verloren damit die Chance, sich einem großen Publikum zu präsentieren. Ein Unding, finden die Macher*innen, und entwickelten die Initiative Sounds like Roskilde um die Class of 2020 ins verdiente Rampenlicht zu rücken. Auf der dazugehörigen Website kommen alle Acts in Wort, Bild und vor allem Ton zum Zug. Es gibt eine limitierte Vinyl-Box (gerade ausverkauft), ein Listening Booth, Band-Profile und vor allem eine Konzert-App über die ihr euch mithilfe von Augmented Reality spannende Acts wie Rune Bagge, Greta, Tuhaf und Ydegirl gefühlsecht auf die Heimatbühne holen könnt.
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Sounds like Roskilde | roskilde-festival.dk/sounds-like-roskilde | FOTO: Roskilde Festival

Kategorien: Projekte | Autor: | Datum: 02. Februar 2021 | Tags: , , , Keine Kommentare

Aufschrei der Jugend

„Wir sind hier! Wir sind laut! Weil ihr uns die Zukunft klaut!“ Die Rufe der “Fridays for Future”-Bewegung wurden durch die Corona-Zwangspause leiser, haben an ihrer Dringlichkeit jedoch nicht eingebüßt. Mit den Lockdown-Regelungen und Demo-Verboten verlagerten sich die Proteste von tausenden Schülerinnen und Schülern von der Straße ins Netz. Doch auch da werden die Schlagzeilen von den aktuellen Geschehnissen überrannt, die Klimakrise vorerst vertröstet. Die Filmemacherin Kathrin Pitterling begleitet seit Anfang 2019 verschiedene Protagonistinnen und Protagonisten in Berlin. In ihrem Film „Aufschrei der Jugend“ ergründet sie Ziele und Botschaften und gibt darüber hinaus Einblicke in die verschiedenen Lebenswelten der Jugendlichen. Die Sammlung an Bildern und Meinungen dokumentieren die Gefühlslage einer Generation, die sich Woche für Woche mit ihren konkreten Forderungen an die Politik wendet. Der Film geht der Frage nach, was die Pandemie mit dem Engagement dieser Jugendlichen macht und welchen Einfluss Corona auf die gesamte Bewegung hat. Prädikat: sehenswert wegen morgen.
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Doku: Aufschrei der Jugend | daserste.de/aufschrei-der-jugend | FOTO: Markus Spiske/Unsplash

Kleine Gärten

Wenn Drinnen das neue Draußen ist, dann sind Tiny Gardens der neue Großstadtdschungel. Die individuell und wunderschön gestalteten Flaschengärten bringen nicht nur Immergrünes in die eigenen vier Wände, sondern veranschaulichen auch die faszinierende Wirkweise von Biotopen. Fast eineinhalb Jahre haben die Agrarwissenschaftlerin Kimberly Frost und der Pflanzenkünstler Rasmus Bürder getüftelt, um die optimalen Bedingungen und Pflanzen für das kleine Ökosystem ausfindig zu machen. Sie wollen mit ihrer Idee auch die Menschen für Grünes begeistern, die sich alleine durch das Pflanzengießen überfordert fühlen. In der Regel werden die Mini-Biotope nämlich nur wenige Male im Jahr gegossen und versorgen sich sonst ganz autark. Mittlerweile verkaufen die beiden ihre Einzelanfertigungen in ihrem Laden in Berlin Prenzlauer Berg und bieten neben den Flaschengärten auch hilfreiche Workshops zum Thema Tiny Gardening an. In der Lockdown-Variante kann man sich auch außerhalb Berlins sein persönliches Biotop vorbestellen und zuhause unter Profi-Anleitung selbst zusammenbauen – oder sagt man zusammenpflanzen? Wir verlosen zwei Hermetosphären-Sets. Schreibt dazu eine Mail mit dem Betreff „GRÜNER WIRD’S NICHT“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Tiny Gardens | ab 54,99 € | tiny-gardens.de | FOTO: Tiny Gardens

Liebes Ich…

In unserem 2 Minuten-Interview stellen wir ja gern mal die Frage danach, was man seinem 18-jährigen Ich raten würde, wenn man es denn heute träfe. Die Plattform FutureMe dreht den Spieß um. Über die Seite lassen sich kostenfrei Nachrichten an das Zukunfts-Ich versenden. Ein bisschen wie ein digitales Tagebuch oder eine Mini-Therapie zwischen Arbeitsmails und Alltagschaos. Wie das Ganze funktioniert? Mail schreiben, Zeitspanne auswählen, wann diese an euch rausgeschickt werden soll, und mit aufgeregten Fingerspitzen auf Senden drücken. Was drinnen steht? Wirklich gut gemeinte Ratschläge, Wünsche und Ziele oder Dinge, über die man sich im Hier und Jetzt fürchterlich aufgeregt oder von Herzen gefreut hat. Wer noch ein bisschen mehr Nervenkitzel braucht, besorgt sich die Premium-Version, in der man seine Nachrichten auch an dritte Empfängerinnen und Empfänger á la „Was ich dir schon immer sagen wollte…“ adressieren kann. Das weltweit genutzte Projekt startete 2002 in den Staaten und hat bis zum Jahr 2020 über drei Millionen Mails versendet.
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FutureMe | futureme.org | FOTO: Surface/Unsplash

Kategorien: Projekte | Autor: | Datum: 12. Januar 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Neighbours for Future

Lampen montieren für den Klimaschutz? Klingt komisch, funktioniert aber ganz einfach. Die Community App Zwopr fördert nämlich nicht nur Nachbarschaftshilfe, sondern beteiligt sich auch an verschiedenen Aufforstungsprojekten. Für jede gute Tat unter Nachbarinnen und Nachbarn, wie Möbel Zusammenbauen, Gassi Gehen oder Briefkasten Leeren werden im Namen der Hilfesuchenden soundsoviele Bäume gepflanzt. Dafür stellt man sein Gesuch online und entscheidet ganz individuell, mit wie vielen Bäumen der Auftrag entlohnt wird. So wird Hilfsbereitschaft in Nullkommanix in Klimaschutz umgewandelt. Hinter der Idee stecken die besten Freunde Bernhard Koller, Christian Ebert und Tassilo Ippenberger aus München und Berlin. Mit ihrer Aktion zeigen die drei, dass sich solidarischer Zusammenhalt und Verantwortung gegenüber unserer Umwelt wunderbar vereinbaren lassen. Ihr wollt zum Jahresanfang etwas Gutes tun? Wie wäre es mit Bäume spenden für das Zwopr-Aufforstungsprogramm? Pro Anmeldung über diesen Link spendet Zwopr einen Baum.
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Zwopr | zwopr.com | FOTO: Zwopr

Kategorien: Projekte | Autor: | Datum: 12. Januar 2021 | Tags: , Keine Kommentare

Zimmer frei

Alle Jahre wieder begeben sich unermüdliche Student*innen auf Wohnungssuche. Das kostet nicht nur Nerven, sondern auch oft ganz schön viel Geld. Wenn man denn überhaupt etwas findet. In Wien sorgt das Startup ‚Wohnbuddy‘ für ungewöhnliche Abhilfe: Auf der digitalen Plattform können sich Jung und Alt beschnuppern, um eine ge­ne­ra­ti­o­nen­über­grei­fende Wohngemeinschaft zu gründen. Schließlich gibt es viele Senior*innen, die mittlerweile alleine wohnen und ausreichend Platz haben – aber auch Pflegewohnhäuser, die ihren Leerstand sinnvoll füllen möchten. Und wenn dann die kunstbegeisterte Oma auf eine zukünftige Gestalterin trifft, geht es natürlich um mehr als nur einen Schlafplatz auf Zeit. Die beiden Parteien teilen sich im Idealfall nicht nur Hobbys und Interessen, sondern unterstützen sich gegenseitig im Alltag und erzählen einander die wildesten Geschichten in der WG-Küche. Win-Win-Situation für mehr bezahlbaren Wohnraum und weniger Alterseinsamkeit!
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Wohnbuddy | wohnbuddy.com | FOTO: Wohnbuddy

Kategorien: Projekte | Autor: | Datum: 08. Januar 2021 | Tags: , Keine Kommentare