Studio Tolerance

Wie sieht Toleranz aus? So ganz visuell. Und wie tolerant sind wir eigentlich wirklich? Können wir noch heraustreten aus den Schubladen, die unser Schwarz-Weiß-Denken oftmals bestimmen? Die Plakataktion „Tolerance Project“ kuratiert 63 Perspektiven von Grafiker*innen, die genau diese Fragen über Visualität zu greifen versuchen. Die Prämissen? Ein Plakat, ein Wort: Toleranz. Von Japan bis Argentinien, Großbritannien bis Syrien – mit der Plakataktion vereinen sich Stimmen weltweit und geben Anlass, über dieses kleine große Wort nachzudenken. Der Grafikdesigner Mirko Illić rief das Grafiker*innen-Projekt vor fünf Jahren ins Leben. Seither tourt es um die Welt und ist nun in der Kunstbibliothek Berlin angekommen: „Studio Tolerance“ nennt sich die Hybridveranstaltung aus musealer Präsentation und Aktionsplattform, die vom 17.05. bis 17.07. Raum für kreative Auseinandersetzung mit dem wohl wichtigsten Schlüssel für mehr Miteinander bietet.
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Studio Tolerance | 17.05. – 17.07.2022 | Di-Fr 10-18 Uhr, Sa&So 11-18 Uhr | Kulturforum, Kunstbibliothek, Matthäikirchplatz 6, 10785 Berlin | Eintritt frei | smb.museum | FOTO: Ariane Spanier

Dörte Kelm

Dörte Kelm mag es, Dinge in Stoff einzupacken. Die Produktdesignerin aus dem Norden hat es mit „Fien‘ Tüch” (plattdüütsch für „Feines Zeugs”) zumindest verpackungsmäßig in den fernen Osten verschlagen. Nach japanischer Tradition und aus feinsten Materialien gestaltet sie Furoshiki-Tücher zum Selbstbehalten, Weiterschenken und Immer-Wiederverwenden. Gerade bereitet die Textil-Enthusiastin eine neue Kollektion vor und lässt sich dabei ganz vielleicht vom eigenen Garten inspirieren – senfgelb geht aber auch immer!

Name: Dörte Kelm
Alter: 49
Wohnort: Bardowick bei Lüneburg
Beruf: Produktdesignerin
Schuhgröße: 40
Lieblingsfarbe: Maigrün und Senfgelb
Kontakt: Instagram, Web & Mail

Beschreibe Fien‘ Tüch in einem Satz: Fien‘ Tüch steht für nachhaltig entwickelte Furoshiki Tücher aus feinsten Zutaten und verbindet japanische Tradition mit regionalen und sozialen Werten.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Mein Bruder. Er hat mich darin bestärkt: Einfach machen. Es könnte ja gut werden. Bis jetzt hat er Recht behalten.

Wie motivierst du dich? Ich versuche mich immer mal wieder mit etwas Anderem zu beschäftigen. Das kann Fahrradfahren sein, etwas Lesen, im Garten Buddeln, Spazierengehen… Das bringt mich oft auch auf neue Ideen. Und wenn ich wertschätzendes Feedback zu meiner Arbeit bekomme, ist das jedes Mal sehr beflügelnd.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast? Ich darf Fehler machen.

Welchen Wochentag magst du am liebsten und warum? Jeder Tag ist ein guter Tag. Manchmal weiß ich nicht mal, welcher Wochentag ist…

Wer kennt dich wirklich? Ich lerne mich täglich selbst neu kennen.

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der? Ich glaube, der wäre von Sophie Hunger.

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten: Nino Haratischwili, „Das achte Leben (Für Brilka)“. Mich hat es gefesselt.

In welcher Beziehung bist du eine Spießerin? Ich brauche Struktur und Ordnung. In meinem Kopf und in meinem Umfeld. Das beruhigt meine Augen. Ist das spießig?

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Jeder Ort am Meer ist für mich magisch.

Was würdest du ändern wenn du die Macht dazu hättest? Dazu reichen die 2 Minuten nicht. Aber auf jeden Fall, dass wir alle mehr miteinander als gegeneinander agieren. Das würde schon vieles verbessern.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Nudeln mit der weltbesten Tomatensauce! Und im Sommer: Alles, was der Garten so hergibt.

Was sollte niemand von dir wissen? Das weiß ich auch nicht.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Kaffee oder Tee?

Das letzte Wort: Muss ich nicht haben.

FOTO: Catharina Marchio

Liebs!

Kinderköpfe müssen ganz besonders geschützt werden. Klare Sache. Und zwar nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch gegen Sonne, Wind und Kälte. Wenn dieser Schutz dann auch noch toll aussieht und super sitzt, sind alle glücklich. Ganz besonders die Hamburgerin Melina Hipler, die mit ihrer Marke Liebsbunt nicht nur Farbe, sondern auch Style auf Kinderköpfe bringt: Der Name ist Programm und neben tollen Farbkombinationen und Mustern gibt es auch immer wieder besondere limitierte Editionen. Für den Winter wird Fell mit eingenäht, Dockermützen und Beanies runden das Programm ab. Wir verlosen ein Modell nach Wunsch. Schreibt dazu eine Mail mit dem Betreff ‚LIEBS!‘ an hurra@muxaeuschenwild.de.
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Liebsbunt | ab 22 € | liebsbunt.com | FOTO: Liebsbunt

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 17. Mai 2022 | Tags: , , , , , Keine Kommentare

Ahoi Matrosé!

In den Berliner Schlauchbooten wird’s diesen Sommer eng, denn ein Neuzugang unter den Erfrischungsgetränken macht sich breit: Matrosé. Ja, richtig gelesen. Mate vereint mit Rosé. Dass wir ohne diese (verdammt fruchtig-frische) Mischung nicht mehr durch die Sommertage wollen, wissen wir nun dank dem Hamburger Trio David, Alexandra und Fritz, die die Mate zum Rosé gebracht haben. Und für alle Freund*innen der nicht-alkoholischen Drinks empfehlen wir Matee: Tee-Aufguss aus Mate küsst frische Minze. So oder so, vor lauter Glücksglucksen über diesen Genuss haben wir jetzt schon einen im Tee und spannen freudig die Segel in Richtung Sommer. Ahoi Matros*innen! Wir verlosen gleich drei Probierpakete – schreibt uns ‚SEGEL SETZEN‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de und kommt in unseren Lostopf!
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Matrosé | ca. 2 € pro Flasche | matrose-matee.com | FOTO: Matrosé

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 17. Mai 2022 | Tags: , , , Keine Kommentare

Bauch frei!

Wenn Bäuche tätschelnd zum Allgemeingut erklärt werden und das Patriarchat einen ordentlichen Nachschlag serviert, ist Frau mittendrin. Mittendrin in 40 Wochen voller ungefragter Ratschläge und gesellschaftlichen Zuschreibungen. Mittendrin in der Schwangerschaft. Marlene Hellene, Mutter von Buch eins, zwei und nun drei, fordert mit „Bauch frei!“ die Selbstbestimmung von Schwangeren zurück. Neben Übelkeit und hormonellem Chaos gehören eben auch Übergriffigkeit und Erwartungsdruck zu den Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft. Auf knapp 200 Seiten schreibt die Autorin anhand von persönlichen Erlebnissen über Tabuthemen, Hebammenmangel und die Emanzipation der Körpermitte. Manchmal wütend, manchmal humoristisch, aber immer ehrlich auf den Punkt gebracht. Bei „Bauch frei!“ handelt es sich ausdrücklich um keinen gewöhnlichen Schwangerschaftsratgeber sondern ein leidenschaftliches Plädoyer für eine selbstbestimmte Schwangerschaft.
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Bauch frei! | 13 € | rowohlt.de | FOTO: rowohlt Verlag

taste > waste

Das FREA Restaurant in der Torstraße hat Zuwachs bekommen. Einmal die Straße runter hat die erste komplett vegane Zero-Waste-Bäckerei Berlins eröffnet. Die FREA Bakery erfüllt die kühnsten Backwarenträume: Sauerteigbrot, fluffige Brioche und knusprige Croissants, die uns das (Bio-)Herz stehlen. Als wäre das nicht schon Grund genug, die Gartenstraße 9 aufzusuchen, gehen die Ideen von Jasmin und David noch weiter: Die zwei Köpfe hinter der FREA Bakery machen nämlich nicht nur Bäuche glücklich, sondern schonen mit ihrem Zero-Waste-Konzept auch die Umwelt. In der FREA Bakery muss kein Abfall in der Tonne landen, Weiter- und Wiederverwendung werden hier im Handumdrehen umgesetzt: Baguette-Reste werden zu Croutons verarbeitet, übrig gebliebenes Brot zu Pasten und wenn gar nichts mehr geht, wird kompostiert. Jeder Krümel zählt in dieser kleinen feinen Kreislaufwirtschaft. Die FREA Bakery macht vor, wie gut Nachhaltigkeit und Essen im Alltag zusammengehen, frei dem Motto: Full Taste, Zero Waste!
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FREA Bakery | Gartenstr. 9, 10115 Berlin | Mi-So 8-15 Uhr | freabakery.de | FOTO: FREA Bakery

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 03. Mai 2022 | Tags: , , Keine Kommentare

Goldadelux!

Achtung, Achtung! Stifte raus und mitschreiben, denn jetzt wird es verdammt lecker! Nach langer Zeit als Pop-up gibt es nun endlich einen festen Ort, um bei Goldadelux das beste Sabich der Stadt zu genießen. Goldadelux? Sabich? Fangen wir von vorne an: Wenn sich Auberginen, Kartoffeln, Tomaten-Salsa, Zwiebeln, Ei, Petersilie, Tahini, irakisches Curry, Harissa und gesalzene Zitrone (wow!) in einem Pitabrot vereinen, ist die Geschmacksexplosion vorprogrammiert. Wir für unseren Teil können davon nicht genug bekommen und pilgern regelmäßig zum Wassertorplatz in Kreuzberg. Was will man da noch mehr? Ha! Das können wir euch sagen: Den fantastischen Nachtisch direkt hinterher. Oder ist hier jemand, der*die kein Interesse an French Toast mit Popcorn-Schaum hat? Na also!
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Goldadelux | Erkelenzdamm 45, 10999 Berlin | Fr-Mo 12-19 Uhr | golda-delux.de | FOTO: Judith Gilles

Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau

Wer in den letzten Wochen sich nicht gerade in einem Erdloch verkrümelt hat (und selbst da), ist an unserer ehemaligen Kollegin Phenix Kühnert wohl kaum vorbeigekommen. Die Aktivistin leistet über diverse Social Media Kanäle wichtige Aufklärungsarbeit in Sachen Queerness und Transsein. Unentgeltlich und gleichzeitig unbezahlbar. Auch offline setzt sich die Wahlberlinerin schon länger für Trans-Rechte, intersektionalen Feminismus und die queere Community ein. Mit „Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau“ ist sie nun auch unter die Autorinnen gegangen und wir könnten uns nicht mehr darüber freuen. Phenix‘ Debüt ist gespickt mit privaten Einblicken aus ihrem Leben und brutal ehrlichen Worten zum eigenen Körpergefühl, Feminismus und Patriarchat. Dabei spricht sie auch über unser gesellschaftliches Rollenverständnis und darüber, was passiert, wenn wir der Welt offen gegenüberstehen. Begleitet wird der Text von wunderbaren Illustrationen und einem Glossar rund um LGBTQIA+-Themen. Erschienen ist das Buch auf rund 200 Seiten im Haymon Verlag, hergestellt im nachhaltigen Cradle-To-Cradle-Verfahren.
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Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau | 19,90 € | haymonverlag.at | FOTO: Haymon Verlag

Antonia Schulemann

Antonia Schulemann hat Erzählen zu ihrem Beruf gemacht. Die Gründerin vom Große Hamburger Medienhaus Berlin weiß, wie eine gute Story geschrieben wird, wie sie auf dem Markt platziert werden kann und was sie letztlich lesenswert macht. Im Moment freut sich die Tiny-Start-upperin auf die Produktion eines neuen Romans und Sachbuchs. In unserem 2-Minuten-Interview erzählt sie von ihrer ersten selbstverfassten Publikation, die sie schon mit zwölf Jahren auf dem Pausenhof vertrieb und wer ihre Jugendzimmer-Wand geschmückt hat.

Name: Antonia Schulemann
Alter: 40
Wohnort: Berlin und auf’m Dorf mitten in der Mecklenburgischen Seenplatte.
Beruf: Verlegerin
Schuhgröße: 38
Lieblingswort: Bewegen.
Kontakt: Instagram & LinkedIn

Beschreibe das Große Hamburger Medienhaus Berlin in zwei Sätzen: Wir entwickeln und publizieren Bücher und Publikationen für Persönlichkeiten und Institutionen und platzieren sie erfolgreich im Handel. Darüber hinaus verkaufen wir in unserer Verlagsbuchhandlung in Berlin-Mitte wertvolle Sammlerwerke und einzigartige Vintage Books.

Was treibt dich an? Entscheiden, umsetzen, aus Rückschlägen lernen.

Beschreibe deinen Führungsstil: Im Team geht alles.

Was war dein allererster Job? Aushilfe im ersten Coffee Shop Deutschlands. Damals musste ich den Kunden/innen noch erklären, warum sie ihren Kaffee auch mitnehmen dürfen.

Dein Soundtrack für den Sommer? Cécile McLorin Salvant. Jazz.

Wie bist du aufgewachsen? In Hamburg und an der Ostsee. Mein Elternhaus: leicht exzentrisch, nie langweilig.

Berlin oder Hamburg? Das Beste beider Städte.

Wer war die spannendste Persönlichkeit, die du bisher getroffen hast? Lorin Maazel. Vor einem seiner letzten Konzerte in Tokios Suntory Hall.

Was war das beste Essen, das du je gegessen hast? Meeresfrüchte in Deauville, Normandie.

Wessen BRAVO Poster hattest du an der Wand? Keines. Aber bei mir hing schon im Kinderzimmer eine gerahmte Marilyn Monroe. Die war mir heilig.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die möchte ich gar nicht. Machtausübung ist nicht der Weg.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Frisch gefangenen Barsch und einen Salat mit Walnüssen aus dem Garten.

Was sollte niemand von dir wissen? Meine erste selbstverfasste Publikation, ein Heftchen übers Reiten, habe ich „schwarz“ verkauft – für 2,50 DM an meiner Schule. Die Direktorin hat dann die 2. Auflage gestoppt, weil ich „keine Verkaufslizenzen“ hatte. Da war ich zwölf.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Welches Buch hat dein Leben verändert?

Das letzte Wort: Hab‘ ich diesmal nicht. ;-)

FOTO: GH Medienhaus Berlin GmbH

Slip in, Slip-on!

Ein Schuh aus Papier? Nein, das ist kein abgefahrenes Kunstprojekt, sondern der Minimalist unter den Minimalschuhen: Wildling bringt mit seinen neuen Slip-ons SAIGA und TALAS Schuhe an unsere Füße, die in ihrer Reduziertheit kaum zu übertreffen sind. Kein Schnickschnack, keine Mikrofaser: Die Slip-ons bestehen aus Washi – ein Papiergarn, das traditionell in einem aufwendigen Prozess in Japan gefertigt wird. Und auch der Schnitt ist von der japanischen Wickeltechnik inspiriert. Dank des stark reduzierten Materialeinsatzes sorgen die neuen Modelle nicht nur für luftige Frühlingsgefühle am Fuß, sie verbrauchen auch weniger Ressourcen in der Herstellung und ermöglichen verbesserte Recycling-Möglichkeiten, wenn sie nicht mehr getragen werden. Dieser Schuh kann mehr als Leichtigkeit und Komfort. Wie alle Wildling Modelle ist er ein Statement für regenerativen Konsum, für ein Nehmen und Zurückgeben. Die genderneutralen Wildlinge sind in den Größen 23-48 erhältlich. Reinschlüpfen, loslaufen! Aufgepasst: Wir verlosen einmal den SAIGA Slip-on in der Größe eurer Wahl. Schreibt uns mit dem Betreff „#partoftheregeneration“ an hurra@muxmaeuschenwild.de, wenn ihr am Gewinnspiel teilnehmen wollt!
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Wildling Slip-on SAIGA & TALAS | ab 89 € | wildling.shoes | FOTO: Cherie Birkner

New York, New York

Wer Fran Lebowitz nicht schon vorher kannte, hat sie spätestens im zweiten Lockdown in Martin Scorseses grandioser Doku „Pretend it’s a city“ kennen- und lieben gelernt. Mit viel (trockenem) Humor, Gesellschaftskritik und Sprüchen, die den Nagel auf den Kopf treffen, hat sie unsere Sehnsucht nach New York in einer Zeit gestillt, in der Reisen kaum möglich war. Aber Fran ist so viel mehr als diese Doku. Und das seit Jahrzehnten. Bereits 1994 erschien ihr Buch „The Fran Lebowitz Reader“ auf Englisch und endlich ist nun auch die deutsche Ausgabe herausgekommen. Dass die gesammelten Magazintexte aus „New York und der Rest der Welt“ überwiegend aus den 1970er und 1980er Jahren stammen, fällt kein bisschen auf, denn viele davon sind weiter aktuell. Fran beobachtet auf eine unglaublich komische und präzise Art alltägliche Themen wie Sport, Familie, Reisen oder auch die Steuererklärung und stellt dabei fest: „Aber leider regiere ich die Welt nicht, und das ist, fürchte ich, das Unglück meines Lebens.“ Dem können wir uns nur anschließen.
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New York und der Rest der Welt | 22 € | rowohlt.de | FOTO: rowohlt

Vitaminspritze

Schweigen ist Silber, Reden ist Geld! Das Kartenspiel „Money Therapy“ möchte mit einer wohldurchdachten Fragensammlung Gespräche rund um Finanzen anstoßen und insbesondere Frauen dabei unterstützen, langjährige Glaubenssätze zu hinterfragen. Was wurde dir in deiner Kindheit zum Thema Geld beigebracht? Wie denkst du heute darüber? Die sogenannten Reflection Cards dienen dazu, die eigene Beziehung zum Geld zu hinterfragen und mit Investment-Mythen aufzuräumen. Ergänzt werden sie von den Action Cards, die dabei helfen, neu Gelerntes zu manifestieren. Das klappt zwar auch alleine, am besten aber in gemeinsamer Runde. Das Kartenspiel ohne Verlierer*innen wurde von der Investment-App Vitamin ins Leben gerufen. Die beiden Gründer*innen Andrea Fernandez und Artyom Chelbayev haben es sich zum Ziel gesetzt, das finanzielle Selbstbewusstsein von Frauen zu stärken, Denkweisen zu ändern und wertvolle Gespräche für jederfrau zu initiieren. Damit Geld endlich zum Talk of the Town wird, ist das Kartenspiel kostenfrei auf Englisch und Deutsch zum Herunterladen verfügbar. Zusätzlich wird es eine limitierte haptische Variante geben, die wir gleich dreimal verlosen. Schreibt dafür eine Mail mit dem Betreff „Vitamin F“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Money Therapy | über Instagram bestellbar (9,90 €) oder auf der Website gratis als Download | joinvitamin.com | FOTO: Vitamin

Oliver Barth

Flucht ist vielfältig und niemals einfach zu greifen: Gewalt, Verfolgung, Armut und Folgen des Klimawandels zwingen Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Derzeit bringen sich weltweit rund 80 Millionen Menschen in Sicherheit. Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sprechen wir im 2-Minuten-Interview mit Oliver Barth, der für Ärzte ohne Grenzen von Menschen berichtet, die nicht wissen was morgen kommt. Vor wenigen Wochen war er in Lwiw, verbrachte nach einem Luftalarm die Nacht im Keller und erlebte das schwerelose Gedankenkreisen hautnah mit. In unserem 2-Minuten-Interview berichtet er, wie irre wichtig eine neutrale Berichterstattung und das Verständnis füreinander sind.
Eine seriöse Spendenmöglichkeit, die wir euch ans Herz legen können: aerzte-ohne-grenzen.de

Name: Oliver Barth
Alter: 42
Wohnort: Berlin
Beruf: Redakteur bei Ärzte ohne Grenzen
Schuhgröße: 44
Lieblingsfilmzitat: „A long time ago in a galaxy far, far away…“ oder „May the force be with you!“
Kontakt: Oliver.Barth@Berlin.msf.org

Wie geht es dir? Mir geht es ziemlich gut. Ich mache mir aber auch selten Gedanken über unwichtige Dinge und versuche meine Umwelt so zu prägen, dass sie mir gefällt. Das erspart mit viel Kummer.

Beschreibe deinen Job in zwei Sätzen: Ich darf mit Menschen überall auf der Welt reden, sie fragen, wie es ihnen geht, was sie bewegt. Später darf ich dann wiederum anderen Menschen davon erzählen.

Beschreibe deine Arbeit vor Ort in der Ukraine in zwei Sätzen: Mein Kameramann und ich haben über einige unserer Projekte in der Ukraine und in angrenzenden Nachbarländern berichtet. Solche Eindrücke von vor Ort sind sehr wichtig für eine Organisation, die unabhängig und neutral arbeitet.

Was können wir (jede*r einzelne) aktuell für die Ukraine tun? Ich verstehe die Intention hinter der Frage sehr gut, darf ich sie dennoch erweitern? Die Frage müsste eigentlich lauten: Was können wir für alle Menschen in Not weltweit tun? Antwort: Spendet Geld an seriöse Organisationen. Sie wissen, was zu tun ist und haben unschätzbare Erfahrungen in Krisen und Kriegen.

Was treibt dich an? Als Kind hat mir meine Mum auf meinem Globus oft gezeigt, wo Kindern besonders wenig zu essen haben und wie schlecht es ihnen dort geht. Schon damals war mir klar, dass es für mich nur einen Weg geben kann, nämlich zu helfen. Heute darf ich dies tun, mit meinem Können und meinem Wissen. Es ist der beste Job der Welt.

Woraus schöpfst du Energie? Musik und Liebe, aber auch Trauer und Wut. Dazu noch Sport, Sonne, Essen. Und ganz besonders entwickle ich Energie zusammen mit kreativen respektvollen Menschen.

Wofür bist du dankbar? Es klingt so banal und abgegriffen, wenn ich das sage: Aber dankbar bin ich für meine Gesundheit. Das ist die Basis für alles. Ohne sie ist alles nichts.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? Du, Oliver: Irgendwann kommt etwas auf, das nennt sich Amazon. Stecke all dein Geld in diese Aktien. Nein, im Ernst: Oliver, bleib bitte locker, alles wird gut. Du musst nicht jeden Quatsch mitmachen, klappt eh nicht.

Was kommt als nächstes? Siehe Frage oben zu Auslandsaufenthalt.

Was wäre eine Sache, die du uns beibringen könntest? Wir wäre es mit einem Kartentrick? Ich kann einen echt guten, der würde euch verblüffen. Der ist unglaublich gut. Schade, dass ich ihn hier nicht zeigen kann.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich denke, ich würde für gerechtere Bildungschancen sorgen: Es darf nicht sein, dass über deine eigene Zukunft so sehr Dinge entscheiden, für die du nicht kannst. Und wenn ich dann noch dürfte, würde ich Menschen unterschiedlicher Realitäten in Kontakt bringen. Oft fehlt es uns an Verständnis für die Würde des anderen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wir müssten wohl etwas bestellen und ich lade euch ein. Vielleicht libanesisches Essen? Ich habe leider keine Küche und bevor ihr fragt: Ich habe sie noch nie vermisst.

Was sollte niemand von dir wissen? Eigentlich gibt es nichts, was ich ausschließlich für mich behalten muss: Jeder Mensch hat irgendwelche Macken und extrem peinliche Dinge zu erzählen oder? Erst neulich, im Supermarkt an der Kasse. Das war mir so unangenehm… obwohl, vielleicht doch nicht hier vor so vielen Leuten.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wenn jemand so sehr seine Arbeit mag und fast alles dafür gibt: Wie lange machst du diesen Job noch?

Das letzte Wort: GIVE PEACE A CHANCE

FOTO: privat

Meistbietend

Immer noch nicht in NFTs investiert? Kein Problem. Wer sich lieber an Kunst zum Anfassen erfreut, sollte am Wochenende den Heimathafen Neukölln ansteuern. Dort lädt das Künstler*innenkollektiv Dead Darlings zu einer ganz besonderen und vor allem inklusiven Auktion ein. Die in den Niederlanden bereits bekannte Veranstaltungsreihe „From Stage-Fright to Limelight“ versteigert ganz anonym kleine und große Kunstwerke, die bislang der Öffentlichkeit verborgen blieben. Aber: Die potenziellen Käufer*innen wissen vorab nicht, ob sie gerade das Werk eines aufstrebenden Newcomers oder etablierten Kunstschaffenden ersteigern. So wird der Begriff des elitären Kunstsammelns aufgebrochen und neu gedacht. Bei dem niederschwelligen Event zwischen Kunstauktion und Performance liegen die Startpreise teilweise bei unter fünf Euro. Der Eintritt ist frei, es muss lediglich ein Entgelt für Paddelnummer und Katalog bezahlt werden. Die Einnahmen aus den Versteigerungen gehen direkt an die Künstler*innen oder an die von ihnen gewählte Wohltätigkeitsorganisation. Vor dem eigentlichen Happening gibt es natürlich genügend Zeit, die einzelnen Kunstwerke live zu bestaunen und sich in Aufregung zu üben. Um Anmeldung wird gebeten!
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Dead Darlings | 09.04.22, Einlass ab 14 Uhr, Auktion um 16 Uhr | Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Str. 141, 12043 Berlin | Eintritt frei, Anmeldung erforderlich | Infos | FOTO: Dead Darlings

Doch

Max Gruber ist kurz davor den Verstand zu verlieren. Seine Gedanken fahren unaufhörlich Karussell und er schreibt’s auf. Max Gruber, das ist der deutsche Musiker und Künstler Drangsal. Mit seinem frisch erschienenen Buch „Doch“ macht er seinem Künstlernamen alle Ehre: Beim Lesen befinden wir uns irgendwo, irgendwie dazwischen – in einem Wirrwarr aus Emotionen, die wir eher wegschieben, und Dingen, die wir nur denken, aber nicht aussprechen. In autobiografischen Miniaturen, Kurzgeschichten und Gedichten puzzelt Drangsal ein (Selbst-)Bild, das wir so kaum greifen können, eindringlich und verwirrend zugleich. In einer Welt zwischen Fakt und Fiktion geht es um Flucht, Zerbrechlichkeit und den Wunsch, aus sich selbst ausziehen zu können. Emotionale Themen in kurzweiligen Texten. Kostprobe gefällig? Wir verlosen drei Exemplare, schreibt uns „OH DOCH!“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Doch | 20 € | ullstein-buchverlage.de/doch | FOTO: Claassen

Quanto basta!

Jeden Freitag trudelt hier in unserer Redaktion der Splendido-Newsletter mit sieben grandiosen italienischen Rezepten für die kommende Woche ein. Und jeden Freitag das Gleiche: Instant Hunger. Riesenhunger sogar. Logisch, dass wir die beiden Autor*innen Mercedes Lauenstein und Juri Gottschall schon in unserem 2 Minuten-Interview vorgestellt haben. Und noch logischer, dass sie nun endlich (!) ein Kochbuch herausgebracht haben: 90 Rezepte, aufgebaut wie eine klassische Speisekarte, dazu ein bisschen Produktkunde, wunderschöne Fotografien und ganz viel italienisches Lebensgefühl. Schon auf den ersten Seiten spürt man, dass Mercedes und Juri mit viel Liebe kochen, recherchieren und schreiben und ein großes Herz für gute Produkte und kleine Details haben. Der besondere Clou: Es gibt kaum genaue Mengenangaben. Das hat den einfachen Grund, dass jede italienische Nonna lediglich mit „quanto basta“ („genügend“) antworten würde, und mit diesem Kochbuch kochen und nicht nachkochen gelernt werden soll. Wir wollen uns nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, aber dieses Buch könnte ein Klassiker werden. Und genau deshalb verlosen wir zwei Exemplare. Schreibt dazu eine Mail mit dem Betreff „BASTA“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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SPLENDIDO | 30 € | dumont-buchverlag.de/splendido | FOTO: DuMont Buchverlag

Dominik Bloh

Dominik Bloh könnte uns ohne mit der Wimper zu zucken einen Vortrag über Social Entrepreneurship halten – oder einen über sein Leben auf der Straße. Bevor er Mitgründer von GoBanyo wurde, einer gemeinnützigen Initiative für Obdachlose, verbrachte er selbst etwa zehn Jahre ohne feste Unterkunft. Mit einem mobilen Duschbus und einem stationären Duschdorf möchte der 33-Jährige den vielen Menschen auf der Straße ein Stück Würde zurückgeben. Gerade schreibt der Hamburger Aktivist an seinem zweiten Buch und ist obendrein Papa geworden. Wir gratulieren und kleben weiterhin an deinen Lippen, Dominik!

Name: Dominik Bloh
Alter: 33
Wohnort: Hamburg
Beruf: Berufung
Schuhgröße: 45
Lieblingsfilmzitat: „Alles was du besitzt, besitzt irgendwann dich.“ (Fight Club) Die Message: Sich frei machen von Dingen, die belasten.
Kontakt: instagram.com/dominikbloh

Beschreibe GoBanyo in einem Satz: Der Duschbus für Menschen, die auf der Straße leben müssen.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus? Ich habe keine normalen Arbeitstage. Die Dankbarkeit, der ich aber stets begegne, sei es nach Lesungen für Denkanstöße oder beim Duschbus, nach einem Badezimmerdurchgang, gibt mir immer am Ende ein großes Gefühl der Demut.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Viele Rapper, wie Jay-Z oder Samy Deluxe, die mir gezeigt haben, dass es möglich ist, sowohl künstlerisch als auch unternehmerisch tätig sein zu können. Der Satz „von brotloser Kunst leben“ müsste auserwählt werden. Künstler*innen brauchen mehr Rechte für ihr geistiges Eigentum.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Ich könnte sicher von der Straße erzählen und darüber aufklären, wie es ist, obdachlos zu sein, genauso aber kann ich eine Keynote halten zum Thema Social Entrepreneurship, wofür es erst einmal überhaupt ein cooles Wort bräuchte.

Wer oder was inspiriert dich? Mein Umfeld. Meine Umwelt. Kultur.

Dein wichtigster Charakterzug? Authentizität.

Bei welchem kulturellen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen? Ich hätte gerne Hermann Hesse begleitet während er Siddartha geschrieben hat.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung an Wochenenden? Lange frühstücken.

Welche Serie hast du zuletzt einen ganzen Tag lang durchgeguckt? Bojack Horseman.

Wer sitzt mit dir an deinem Traum-Stammtisch? Jay-Z, Eva Schulz, Jan Böhmermann, Frank Otto und meine beste Freundin Gülay.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die Frage darf man mir nicht stellen, ich hab eine viel zu lange Liste. Wasser, Wohnen und Waschen würden zu Grund- und Menschenrechten werden.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Eine gute vegane Bolognese.

Was sollte niemand von dir wissen? Verrate ich nicht ;)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Ihr habt tolle Fragen gestellt. Danke.

Das letzte Wort: Alles Gute kommt zu denen, die echt bleiben.

FOTO: Julia Schwendner

Dschinns

Sie sind eine Art Geister oder Dämonen, nicht Engel oder Teufel, nach islamischer Vorstellung aus rauchlosem Feuer erschaffen und seit jeher unter uns. Wir kennen sie vielleicht als Dschinn oder Flaschengeist, Fatma Aydemir nennt sie einfach Dschinns. Die unsichtbaren Wesen geben den Titel ihres neuen Romans, der sich in einer Wohnung in Istanbul abspielt. Die war schließlich der lange gehegte Traum von Hüseyin, der in den 80er Jahren mit seiner kurdischen Familie nach Deutschland immigrierte und über dreißig Jahre aus der Ferne auf die Eigentumswohnung hinarbeitete. Den Einzug bekommt er nicht mehr mit. Herzinfarkt. Dafür reist seine Familie zu Hüseyins Sehnsuchtsort. Sechs grundverschiedene Menschen, die in einer ungewohnten Umgebung und mit ungebremsten Gefühlen aufeinanderprallen. Was bedeutet das Gebilde Familie noch? Wie wirken sich unausgesprochenen Wahrheiten und Konflikte mit der Mehrheitsgesellschaft auf das Leben der Protagonist*innen aus? Beschwören sie wirklich Geister hervor? Aydemir lässt jede dieser sechs Personen ein Kapitel in dem Buch erzählen. So kraftvoll, dass man sich dem Familienroman kaum entziehen kann. Keine Spukgeschichte, aber mindestens genauso packend.
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Dschinns | 24 € | hanser-literaturverlage.de/dschinns | FOTO: Hanser Verlag

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 22. März 2022 | Tags: , , , Keine Kommentare

Kinoreif

Mist. Schon wieder den einen Kinofilm verpasst, den man unbedingt anschauen wollte und dann doch wieder zig Dinge dazwischenkamen. Oder man hat ihn schlicht zu spät mitbekommen und dadurch verpasst. Eine bekannte Situation für alle Cineast*innen und solche, die es werden wollen, aber es einfach viel zu wenig ins Kino schaffen wegen oben genannter Gründe. Das Problem, vor allem mit Independent-Streifen: Oft sind sie im Nachgang nur schwer oder gar nicht mehr im Netz zu finden. Die Berliner Kinogruppe Yorck hat die Lösung parat und bringt nun preisgekröntes Filmprogramm für alle nach Hause. „Yorck on Demand“ heißt der neue Service, mit denen handverlesene Kinofilme jederzeit auf Abruf gekauft oder geliehen werden können. Im Originalton und ohne Abonnements. Neben Filmen, die frisch von der Kinoleinwand kommen, finden sich hier auch ehemalige Programmschätze, die in Genres wie „Female Filmmakers“, „Creepy Crypt“ oder „Mongay“ eingeordnet werden. Von nationalen bis internationalen Nischenfilmen ist alles dabei, was auf keiner Watchlist fehlten sollte. Schöner Nebeneffekt: Die ausgezeichnete Vorauswahl führt ohne Umwege zum Ziel, sprich kein wahlloses Durchzappen bis zur Verzweiflung aufgrund von Überangebot. Beim Streamen von Zuhause können obendrauf Punkte gesammelt werden, die bei jedem Yorck-Kino um die Ecke in bares Gold, ähm, buttergelbes Popcorn eingetauscht werden können. Wir verlosen drei Gutscheincodes für einen Film nach Wahl. Schickt dazu eine Mail mit dem Betreff ‚YORCK ON DEMAND‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Yorck On Demand | ab 4 € | ondemand.yorck.de | FOTO: Yorck Kinogruppe

Parallele Mütter

Und nochmal Kino. Ein Trailer, der zuletzt besonders viel Lust auf Kino gemacht hat, ist der zu „Parallele Mütter“ von Pedro Almodóvar. Der spanische Regisseur, der für Filme wie „Alles über meine Mutter“ oder „Die Haut, in der ich wohne“ international gefeiert wird, führt in seinem neuen Drama zwei große Themen zusammen: Mutterschaft und Identität – auf persönlicher wie politischer Ebene. In seiner Geschichte stehen, wie so oft in seinen Werken, zwei Frauen im Mittelpunkt: Die um die 40 Jahre alte Janis, gespielt von Penélope Cruz sowie die 17-jährige Ana, gespielt von Newcomerin Milena Smit. Beides werdende Mütter, die im Krankenhaus aufeinandertreffen und doch neben der Schwangerschaft wenig miteinander teilen. Bis sie durch einen heraufbeschworenen Zufall wieder aufeinandertreffen und schließlich ein Gentest bevorsteht. Am Ende geht es jedoch mehr als um geteilte DNA und komplexe Muttergefühle. Gleich zu Beginn erzählt Almodóvar von Spaniens dunkler Vergangenheit, von der Zeit des Franco-Faschismus. Janis begibt sich am Anfang des Films auf die Spuren ihres Großvaters, der als Opfer dieser Zeit in einem Massenbegräbnis liegen soll, und lernt dabei den zukünftigen Vater ihres Kindes kennen. Die Frage nach Herkunft und Identität zieht sich so wie ein roter Faden durch die Geschichte und lässt uns tief in die spanische Seele blicken.
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Parallele Mütter | Trailer | FOTO: Parallele Mütter