Tante Fine

Säen, ernten, zupfen, trocknen – So kommt der gute Geschmack von Tante Fine in die wiederverwendbaren Gewürzfläschchen. Ohne viel Gedöns und vor allem ohne Pestizide und Geschmacksverstärker. Hinter der Marke steckt ein Bio-Bauernhof mit wunderbarem Kräutergarten bei WÜRZburg – echte Profis eben. Außer Natur kommt nix anderes in die Flasche, das sieht und schmeckt man: Im Onlineshop finden wir alles, was das Grillfest würziger, die Brotzeit leckerer und die Frühstücksbowl toppiger macht. Zu den Bestsellern im Sortiment gehören der Dattelmix für Drinks und Müslis, eine abgestimmte Mischung fürs Avocadobrot sowie Pink Latte – ein Beerenallerlei für rosafarbene Milch (Wer will Golden Milk, wenn man pink haben kann?). Unser Lieblingsgewürz: Schokocabana – eine Mischung für heiße Schokolade mit Chili und Orange (wird ja auch irgendwann wieder Winter). Neben den süßen und herzhaften Mischungen bietet Tante Fine auch eigene Teesorten und Sirupe für die Gesamt-Würz-Explosion an. Bauchstreichler vom Feinsten! Wir verlosen ein Dreier-Gewürzset mit den Mischungen Sonnenanbeeter, Pink Latte und Beering. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚BEERENSTARK‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Tante Fine | tantefine.de | FOTO: Tante Fine

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 11. August 2020 | Tags: , , Keine Kommentare

Filmreif

Man sieht den Film vor lauter Auswahl nicht: In Zeiten unbegrenzter Stream-Möglichkeiten kann man schnell mal Übersicht und Geduld verlieren. Andererseits schlägt uns Netflix und Co. irgendwie stets und ständig dieselben Produktionen vor. Fazit: Kenn ich schon oder will ich nicht. Zu unserem und eurem Glück gibt es Shelfd. Shelfd weiß, welche Filme gerade sehenswert sind, wo wir sie streamen können, und vor allem, was uns im Anschluss gefallen könnte. Der kostenfreie Service durchsucht private Streaming-Dienste und öffentliche Mediatheken. Das Ziel: Festgefahrene Empfehlungsalgorithmen durchbrechen, neue Filme entdecken und diese dank Erinnerungsfunktion nicht verpassen. Damit die Auswahl auch ganz individuell auf uns abgestimmt wird, müssen wir den Streameasten von Shelfd nur ein paar Fragen zu unseren Filmvorlieben beantworten. Die dazu passenden Vorschläge werden dann noch mal mit nützlichen Situation-Genres wie „Zu zweit auf der Couch“ oder „Bitte etwas Bildung“ getaggt. Weiteres Feature auf der Plattform: Ein CO2-Rechner, der den eigenen Streaming-Fußabdruck misst und zum kompensieren anregt.
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Shelfd | shelfd.com | FOTO: Shelfd

Wetter, fühl ich

Nicht nur übers Wetter reden, sondern auch das Klima verändern. – So lautet die Devise des Diplom-Meteorologen Sven Plöger. In seinem Buch „Zieht euch warm an, es wird heiß!“ spricht er über die Hintergründe von Waldbränden, Sturmböen und anderen Wetterextremen. Irgendwie hat man das alles schon mal irgendwo gehört, aber nicht so richtig. Geschweige denn verstanden. Der Klima-Experte holt zum fachlichen Rundumschlag aus und erklärt, wie unser Klimasystem funktioniert, wie man Klimawandel-Leugnern am besten begegnet, und was wir aus der Coronasituation lernen können. Denn um das 1,5-Grad-Ziel bis 2050 noch zu erreichen, müssten ähnlich viele CO2-Emissionen eingespart werden, wie es zuletzt durch den Lockdown geschehen ist. Verrückterweise ist genau das möglich – auch ohne Virus. Der sympathische ARD-Fernsehmeteorologe hilft uns auf 320 Seiten, den Klimawandel in Zusammenhang mit dem Wettervorgang zu verstehen und lehrreiche Schlüsse für unsere Welt von morgen zu ziehen. Im angehängten Praxisteil gibt’s dazu Tipps, wie wir selbst klimafreundlicher leben können.
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Zieht euch warm an, es wird heiß! | 19,95€ | Shop | FOTO: Westend Verlag

Erkan Emre

Erkan Emre ist der Typ, der den klassischen Berliner Döner nach New York brachte. Doch der Reihe nach. „Ich bin Kreuzberger, Berliner, dann New Yorker.“ Bei der Reihenfolge macht Erkan keine Kompromisse. Im Jahr 1997 reiste er auf einer Backpacking Tour durch die USA. Aus drei Monaten wurden 23 Jahre. Inzwischen ist er verheiratet (mit seiner Traumfrau, der er damals noch schnell einen Döner am Kotti spendierte), hat zwei Kinder, als Architekt gearbeitet und: Mit “Kotti Berliner Döner Kebab” ein minikleines Döner Imperium in NYC aufgebaut. Janz jenau. Wie sagte der Philosoph „Iron“ Mike Tyson einst: Du kriegst den Typen zwar weg vom Kotti, aber du kriegst den Kotti nicht aus dem Typen. Oder so ähnlich. 2016 ging es mit einem Zelt und drei Leuten los. Inzwischen arbeiten trotz Corona 25 Mitarbeiter mit und für den Exil-Kreuzberger. Nächstes Jahr sollen noch mal 20 dazukommen. PS: Das schöne Foto hat seine Frau Miranda gemacht.

Name: Erkan Emre
Alter: 44
Wohnort: Brooklyn, New York, USA
Beruf: Architekt/Immobilienentwickler mit 16 Jahren Berufserfahrung und seit 2016 auch Kreuzberger-Dönermann in New York.
Schuhgröße: 42
Lieblingssauce: …natürlich unsere geheime weiße Kotti-Soße
Kontakt: hello@kottibrooklyn.com

Was ist das Beste an deinem Beruf? Dass ich mein eigener Boss bin, kreativ sein kann, mir meine Zeit frei einteile und viel mit Menschen in Kontakt sein darf.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast? Mein Motto ist: Es kommt nicht darauf an, wie oft man auf die Knie fällt, sondern wie oft man bereit ist, aufzustehen, um weiterzukämpfen. In der beruflichen Selbstständigkeit wird man immer mal wieder zurückgeworfen, aber genau diese Momente dienen als Wegweiser und können die Zukunft prägen. So zum Beispiel unsere Spendenaktion während der ersten Covid-Wochen. Wir haben fünf Krankenhäuser in Brooklyn mit Döner versorgt und konnten somit einen positiven Beitrag in unserer Community leisten. Das gab allen ein Gefühl der Zugehörigkeit. Aber ein besonderes Anliegen war es dabei, diejenigen zu unterstützen, die jeden Tag ihre eigene Gesundheit riskieren, um anderen zu helfen. So spendeten wir 3.000 Dönerteller an Krankenschwestern und Ärzte.

Was wolltest du mal werden, wenn du groß bist? Seitdem ich 14 Jahre alt war, wusste ich, dass ich Architekt werden will.

Dein Song für die Ewigkeit? „Eye of the Tiger“ von Survivor.

Wenn Du Dir ein Land aussuchen könntest: In welchem würdest Du gerne leben? Brasilien – wir haben sehr enge Freunde in Rio de Janeiro, die wir regelmäßig besuchen. Der Lifestyle ist einfach klasse, morgens einen langen Spaziergang von Ipanema nach Copacabana, dann schwimmen und im Anschluss eine frische Kokosnuss am Strand. Am Abend einen leckeren Caipirinha. Aber es sind die warmherzigen Menschen, die mich faszinieren. Die Inspiration für Brasilien sowie meine Leidenschaft habe ich meinem Mentor Stanley Prowler zu verdanken. Von der politischen Situation mal ganz abgesehen.

Neben wem würdest du gern auf einem Langstreckenflug sitzen? Wenn er noch leben würde, dann Nelson Mandela.

Für was kann man dich nachts wecken? Da ich nur sehr wenige Stunden Schlaf bekomme, schlage ich vor, ihr lasst mich lieber schlafen. Aber wenn ich mir einen Sonnenaufgang vornehme, dann gibt’s dabei Kaffee und den am liebsten in Rio de Janeiro.

Wessen Gedanken würdest du gern lesen können? Die meines Mentors, Stanley Prowler (RIP). Er war mein Wegweiser, der mich mit viel Humor, Weisheit und Toleranz stark geprägt hat.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung an Wochenenden? Wir gehen gerne essen oder kochen zu Hause mit der Familie. Mit meinem Sohn baue ich viel Lego und mit meiner Tochter lerne ich zurzeit Türkisch.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die wichtigste Frage unserer Generation (und die unserer Kinder und Enkelkinder) ist, wie wir Global Warming stoppen und wie wir Nachhaltigkeit erreichen können, um die Zukunft der Erde vor einer Katastrophe zu schützen. So, jetzt brauche ich nur noch einen Zauberstab.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Karamellisiertes Lachsfilet umhüllt mit Pak Choi und Röstkartoffeln sowie grüne Bohnen mit Mandelscheiben, dazu einen leckeren Barbaresco. Zum Nachtisch gibt’s den himmlischen Strawberry Cheesecake von meiner 9-jährigen Tochter.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich gerne saure Haribos esse – und wenn meine Frau nicht wäre, würde ich gleich eine ganze Packung vernaschen. Ganz schlimm.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie hat Kotti Berliner Döner Kebab in Brooklyn die Pandemie erlebt?

Das letzte Wort: Alles wird gut!

FOTO: Miranda Emre

Aufgemöbelt

Gutes Produktdesign ist funktional, emotional und aufregend schlicht. Genau so wie die Möbelstücke des polnischen Labels fink. Das Besondere: Alle Produkte werden aus derselben schlicht-eleganten Basis aus gebogenem Metall gefertigt und bekommen durch minimale Adaptionen ganz neue Verwendungsmöglichkeiten und Funktionen. So wird selbst aus einer Klopapierhalterung ein Statement Piece. Dazu kommen Regale, die sich für Badezimmer oder Flur genauso eignen wie als Blickfänger im Wohnzimmer, Tische und Tabletts, jeweils erhältlich in unterschiedlichen Größen und vier kräftigen Farben. Hergestellt werden die bislang neun Möbelstücke vor Ort und von Hand in kleinen Manufakturen. Das verwendete Material ist recyclebar und langlebig – die Designs nicht nur schön und praktisch, sondern vor allem auch bezahlbar. Lust auf eine kleine Umräumaktion bekommen? Wir verlosen jeweils einmal die Regale NICE, PORTO und VIENNA. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚VISUALLY DELICATE‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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fink | fink.store | FOTO: Rüdiger Knobloch/Project: VINTAGENCY

Ganz schön lecker

Essen ist fertig! Im Prenzlauer Berg bruncht und dinniert man jetzt im Family-Style. Das Estelle ist DER Gastrotipp für alle, die gern gutes Essen teilen. Dort serviert das deutsch-amerikanische Gastgeberpaar Rebecca und Jared Bassoff ausgewählte Leckereien für den kleinen bis großen Hunger. Und die kommen nicht von ungefähr, schließlich haben beide einen beachtlichen Gastro Track Record vorzuweisen. Auf den wohl gedeckten Tisch kommen beispielsweise Focaccia mit karamellisierter Zwiebelbutter, Steak Tartare mit Meerrettich oder kalte Gurkensuppe mit Kohlrabi und Jalapenos. On top liefert der große Steinofen extrem gut aussehende Pizzakreationen mit Pilzcreme, Büffelmozzarella oder eingelegten Thymian. Zum Nachtisch gesellen sich Kokossorbet mit dunkler Schokolade, Mandel und Meersalz oder Milcheis mit Dulce de Leche, Brezel und Erdnusskrokant. Ob mit Mama und Papa, Kind und Kegel oder den besten Freunden: Die Portionen eignen sich perfekt zum Teilen und Ausprobieren vieler Gerichte. Die Einrichtung bleibt dabei aufregend unaufgeregt – ein gut ausgestattetes Weinregal, kleine Details hier und da sowie der Blick auf den Ofen sind Deko genug. Durch die großen Fensterfronten kann man wunderbar Kiezkino gucken.
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Estelle Dining | Kopenhagener Str. 12a, 10437 Berlin | Mi & Do 16-21, Fr – So 13-22 Uhr | estelle-dining.com | FOTO: The Dude for food

Inslreif

Hand aufs Herz, wer von euch war schon mal in Kyritz an der Knatter? Zeit wird’s, vor allem jetzt, vor allem im Sommer! Es gibt da nämlich einen ganz besonderen Ort zum Entspannen, Plantschen und vor allem Schlemmen. Die INSL ist ein Biergarten auf einer echten Insel, ergo rundherum von Wasser umgeben. Mit Regio und Rad schafft ihr es in etwa zwei Stunden dorthin und werdet mit einem kühlen Getränk eurer Wahl, einer Wahnsinnsaussicht und tollen Bademöglichkeiten belohnt. Und falls mal alle Bierbänke besetzt sein sollten, können sich Besucher in Corona-Zeiten auch kleine Picknickkörbchen für ein individuelles Schattenplätzchen zusammenstellen lassen. Ob mit Wein und Buletten oder Gemüsebratlingen und Apfelsaft, an der frischen Seeluft schmeckt’s einfach am besten. Zur Insel selbst fährt übrigens eine eigene Elektro-Fähre, Ahoi! Oder man schwimmt.
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INSL Kyritz | Seestr. 118, 16866 Kyritz | insl.de | FOTO: frameforever/paula&noah

Nicolas Solar Lozier

Nicolas Solar Lozier (was für ein Name bitteschön!?) ist Gründer von behind the tree, einem Hub und Streaming-Dienst für Independent und Arthouse Filme. Seit Anfang August kann man sich auf behindthetree.de die diesjährig nominierten Filme des First Steps Awards im Livestream mit anschließender Q&A anschauen. Außerdem bringt Nicolas zusammen mit der deutschen Filmakademie (First Steps Award & Deutscher Filmpreis) einmal im Monat einen spannenden Podcast mit First Steps Award Alumnis heraus. Erklärtes Ziel: Die Branche (wieder) sexy zu machen. Viel Spaß in den nächsten zwei Minuten und danach husch, husch im Cabrio mit Freunden an den See.

Name: Nicolas Solar Lozier
Alter: 38
Wohnort: Berlin
Beruf: Türsteher von behind the tree
Schuhgröße: 41
Lieblingsfilmzitat: “Was ist das?” “Blaues Licht” “Was macht es?” “Es leuchtet blau!” (Rambo)
Kontakt: info@behindthetree.de

Bist du besser darin, Dinge anzufangen oder zu beenden? Anzufangen mit Ehrgeiz und beenden mit Zwang.

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Ein guter Vater und Ehemann zu sein! Das ist dann doch das Wichtigste überhaupt.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn sie andere Menschen glücklich macht.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Dass er/sie sich wirklich unterhalten will und nicht nur Small Talk halten möchte. Den kann und mag ich nicht.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? Voller Energie und immer müde (sind 5 Wörter).

Dein Soundtrack für den Sommer? Das Mixtape, das DJ Schowi letztes Jahr für uns gemacht hat. Im Sommer soll man keine Filme schauen, sondern im Cabrio mit Freunden an den See fahren.

Bitte vervollständige: In Berlin… kann man sexy leben.

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Die des Michelberger Hotels in Berlin.

Was ist gerade das Hintergrundbild auf deinem Telefon? Ein Foto meiner Frau.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die Filmbranche in Deutschland. Filme sind sexy, aber die Branche, die das Marketing dafür sein soll, ist es leider nicht.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Weißer Fisch mit hausgemachter Mayonnaise und einem Salat.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich schaue heimlich Superhelden-Filme aus Hollywood.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Warum macht ihr behind the tree?

Das letzte Wort: Prost!

FOTO: Tom Schaller

Nachtarbeit

Wenn in unserer Redaktionssitzung jemand erzählt, dass sie oder er von einem Buch begeistert ist, kommt es direkt auf unsere Leseliste. Wenn dieses Buch aber in nicht mal zwei Tagen fertig gelesen wurde, fackeln wir auch nicht lange und möchten diese Leseempfehlung direkt mit euch teilen. So geschehen mit dem Titel „Arbeit“ von Thorsten Nagelschmidt, seines Zeichens Autor sowie Texter/Sänger/Gitarrist der Band Muff Potter. Sein Roman erzählt von den Menschen, die Berlin vor allem nachts erleben und erlebbar machen. Von Späti-Besitzern, Notfallsanitätern, Pfandsammlern, Drogendealern und Kreuzberger Hostel-Mitarbeitern. In zwölf Nachtstunden durchforstet er die Säulen und NebendarstellerInnen des Berliner Nachtlebens. Dabei ist das Buch nicht nur unterhaltsam, sondern liefert der Feiergesellschaft gut recherchierte Denkanstöße. Wer sind diese Menschen, die den Anderen einen mehr oder wenigen reibungslosen Abend in der Hauptstadt ermöglichen? Wer kann bei dem Tempo noch wie mithalten und wer muss für die Freiheit der Anderen selbst zurückstecken? Nagelschmidt rückt die Parallelwelt der kleinen und großen Nachtgestalten ins umschwärmte Straßenlicht und lässt uns zum Glück auf 336 Buchseiten daran teilhaben. Nicht nur was für Touristen und Feierwütige.
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Arbeit | 22€ | Shop | FOTO: S. FISCHER Verlag GmbH

Quarantänelieder

Schon mal von einem Soloalbum zweier Artisten gehört? Eben. Grund genug da mal reinzuhören, erst recht wenn die beiden normalerweise für “The Whitest Boy Alive” zum Mikrofon und Drumsticks greifen. Dabei war dieser musikalischer Exkurs anfangs gar nicht geplant, schließlich war die Band mit ihrem letzten Konzert für dieses Jahr bei einem Festival in Mexiko beschäftigt. Doch wie geplant läuft dieses Jahr sowieso nichts: Das Festival wurde gecancelt und die Band durch Corona-bedingte Einreiseauflagen ungeplant getrennt. Nur Sänger Erlend Øye und Schlagzeuger Sebastian Maschat haben es in den abgelegenen Bundesstaat Baja California Sur geschafft. Dort wartete zwar kein Festival, dafür aber ein Hotel samt Tonstudio. Also beschlossen die beiden kurzerhand das zu machen, was sie am besten können: Musik. So entstand ein wunderbar abwechslungsreiches Quarantäne-Album mit 14 Songs, das alle Indie-Pop-Genre-Fesseln sprengt und die beiden Künstler im Ping-Pong-Modus abwechselnd von neuen Seiten zeigt. Schließlich packt darauf auch Maschat seine selbstgeschriebenen Songs aus, die er in den 15 gemeinsamen Bandjahren gut unter Verschluss hielt. Der Rest der Corona-Spontan-Performance wurde mit Musikern vor Ort, dem mexikanischen Booking-Agent, dem Tourmanager der Band sowie Angehörigen des Hotel El Ganzo eingespielt. Und wenn man dem gutgelaunten Album so lauscht, kann man sich wunderbar in das ungewöhnliche Setting eindenken und die große Freiheit im kleinen Hotel im fernen Mexiko förmlich mit den Fingern greifen.
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Quarantine at El Ganzo | Release am 31.07.2020 | FOTO: Erlend Øye und Sebastian Maschat

Birte Hanusrichter & August Wittgenstein

Die Schauspielerin, Musikerin, Optimistin, Feministin, Menschen- und Tier- und Bierfreundin Birte Hanusrichter und ihr halbschwedischer Nachbar, Schauspieler und Bierliebhaber August Wittgenstein haben sich bei gemeinsamen Dreharbeiten zu einer Serie kennengelernt. Seither treffen sie sich einmal wöchentlich auf zwei Bier, um über schaumgekrönte und mit schaumgekrönten Kaltgetränken zu fachsimpeln. (Zwei Bier, zwei Minuten, merkt ihr was?!1!11!!) Das Beste: sie lassen gut hörbar das Band mitlaufen und stellen die mit zunehmender Trinkdauer immer lustiger werdenden Episoden als “Schaumgeboren“-Podcast ins Netz. Wir haben den beiden auch ohne Zuhilfenahme von Alkohol (schwör!) jede Menge Geheimnisse und liebevolle Gedanken entlockt. Edit: Nach acht Bier verrät August vielleicht auch noch, was es damals in der Grundschule mit der Fahrradprüfung auf sich hatte.

Name: Birte Hanusrichter / August Wittgenstein
Alter: 41 / 39
Wohnort: Berlin / Berlin
Beruf: Schauspielerin, Musikerin, Podcasterin / Schauspieler und Podcaster
Schuhgröße: 37 / 43,5 (Wie schreibt man numerisch Dreiviertel?)
Lieblingspilzsorte: Pfifferlinge in einer Rahmsauce mit Knödeln / Schokopilze
Kontakt: Schreibt mir alle auf Insta @birtehanusrichter / @augustwittgenstein (Ich lese alle Nachrichten, am liebsten versaute.)

Fass euren Podcast in 3 Worten zusammen:
Birte: Trinkend viel reden.
August: Zu Bier lachen.

Was ist das Beste an deinem Beruf?
Birte: Immer neuen Situationen zu begegnen, offen, neugierig und empathisch bleiben zu müssen. Das hilft dabei kein Arsch zu werden.
August: Ich darf mit kreativen Menschen arbeiten, selbst kreativ sein und ganz viel Bier dabei trinken. (Zumindest beim Podcasten. Am Set ist das nicht so gerne gesehen.)

Was fasziniert dich?
Birte: Radikale Ehrlichkeit.
August: Alles, was nicht direkt mit Mathematik zu tun hat. Aber vor allem Menschen; ihre Eigenheiten – Mimik, Gestik, Körperhaltung.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt!
Birte: Ein ruhiger Platz, an dem man den Himmel sehen kann. Geht überall auf der Welt und kostet nix.
August: „Trattoria Sostanza“ in Florenz. Spargel als Vorspeise, Huhn als Haupt- und Merengue-gato als Nachspeise. Thank me later!

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der?
Birte: Von mir selbst. Ich arbeite dran.
August: Joy Division.

Nun sag schon: Lieblingsbiersorte?
Birte: Orange Velvet Milkshake IPA von Lervig. Das erste Bier unseres Podcasts. Vielleicht habe ich es deswegen inzwischen etwas romantisiert. ;)
August: Ich mag Session IPAs, aber bin mittlerweile auch ein großer Stout-Fan. Die besten Brauereien: Lervig (Norwegen) & Garage Beer Co (Spanien) – da kann man nix falsch machen.

Eine Begegnung, die du nie vergisst:
Birte: Ein dreibeiniger Hund, der mir den Weg gezeigt hat, als ich mich verlaufen hatte. No joke!
August: Ich hab einen Abend mit Buzz Aldrin in Los Angeles verbracht. Der zweite Mann auf dem Mond. Cooler Typ und guter Tänzer. Don’t ask!

Birte, beschreibe August in einem Satz: Ein krass talentierter Künstler und vor allem loyaler Freund, der mich so laut zum Lachen bringt, dass wir regelmäßig die Kapazität vom Podcast-Mikro sprengen.

August, beschreibe Birte in einem Satz: Ein großzügiges Bündel von Klugheit, Großherzigkeit und Talent, die eine Runde von 30 Leuten ohne Probleme eine ganze Nacht unterhält.

Wovon hast du keine Ahnung?
Birte: Wein. Da ist bei mir nix zu machen.
August: Wie gesagt, Mathe und Fahrradfahren.

Du hast Besuch von Freunden, die zum ersten und letzten Mal in der Stadt sind. Was macht ihr?
Birte: Wir setzen uns an einen Ort, an dem man die Atmosphäre aufsaugen kann, und bleiben einfach dort, beobachten Leute, reden, essen. Durch ein Programm zu hetzen führt nicht dazu, einen Ort zu verstehen und man kann außerdem sehr schlecht Bier dabei trinken.
August: Also wenn sie sicher nicht wiederkommen, würde ich ihnen vielleicht was klauen, und mich viel einladen lassen in teuren Restaurants. Das „893“ ist zum Beispiel immer eine Berlinreise wert.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Birte: Ich wäre krass drauf: Menschen wären ab sofort wertvoller als Geld.
August: Ich finde alle Straßen sollten aussehen wie lange Zebrastreifen. Und nur da, wo der Zebrastreifen unterbrochen ist, darf man dann über die Straße gehen. Das wäre viel dekorativer. Die Regierung geizt halt leider mit der weißen Farbe.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Birte: Ein Thai-Curry mit vielen Kräutern und Nüssen. Falls ihr Fleisch wollt, müsstet ihr bei August klingeln, der wohnt um die Ecke.
August: Ich mache ziemlich böse schwedische Pfannkuchen. Den Schnaps bringt ihr mit.

Was sollte niemand von dir wissen?
Birte: Wie ich drauf bin, wenn ich zu spät esse. Ich werde leider „hangry“.
August: Im Fitnessstudio hänge ich die Gewichte nie zurück. Mit Absicht.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Birte: Wie ich meinen Dackel nennen würde.
August: Welches mein Lieblingsalter ist.

Das letzte Wort:
Birte: Immer Liebe!
August: Über berühmte letzte Worte hatten wir mal eine „Schaumgeboren“-Folge. Mein Favorit war Oscar Wilde als er im Sterben lag: „Entweder geht diese scheußliche Tapete – oder ich.“

FOTO: Oliver Look

Freibadpizza

Zugegeben – die geriffelten Pommes mit überdimensionaler Ketchup-Mayo-Beilage und Bademeistergeräuschkulisse sind kaum zu übertreffen. Wenn man aber das Strandbad Plötzensee besucht, darf es ruhig mal einen Zacken edler sein. So edel wie in Bella Italia (Ob es in Italien auch Freibadpommes gibt?): Seit dieser Saison beglückt das Foodtruck- und Festivalerprobte Team von „cucina inflagranti“ die Badegäste in Berlin-Wedding mit echter Steinofenpizza – gerne auch vegan und fleischfrei. Festivals gibt es schließlich dieses Jahr aus bekannten Gründen eher wenig bis gar nicht, dafür hat das Standbad aber wieder jeden Tag der Woche geöffnet. So ist die mobile Küche der Pizzafreaks kurzerhand in feste Räumlichkeiten mit Strandblick umgezogen. Zum Wohl aller Plötzensee-Gäste: Wer keine Lust auf Baden hat, aber trotzdem grandiose Pizza genießen möchte, der sollte ab 18 Uhr vorbeikommen. Der Strandbadeintritt von sechs Euro der nicht badenden Gäste wird dann in einen Wertgutschein für die Mini-Pizzeria umgewandelt. Die Zutaten der wechselnden Pizzen werden natürlich mit großmütterlicher Liebe ausgesucht und stammen aus der Region. Das schmeckt man, ob mit oder ohne Badehose. PS: Checkt unbedingt mal die künstlerischen „Installationen“, die das Freibad seit neuestem bewohnen!
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cucina inflagranti | Nordufer 26, 13351 Berlin | wochentags 17-21 Uhr, am Wochenende 12-22 Uhr | facebook.com/cucinainflagrant | FOTO: cucina inflagranti

Innerer Kompass

Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Die Suche nach dem Sinn, dem Wohin und Warum beschäftigt uns beinahe unser gesamtes Leben. Und je älter wir werden, desto öfter haben wir unsere Gedanken dazu hin und wieder her gewälzt, desto mehr bietet die Rückschau uns Möglichkeit zur Selbstvergewisserung und Reflexion. Als Jugendliche gipfelten Sinnsuche und die Frage nach dem, was wir eigentlich einmal werden, erreichen oder bewegen möchten, ein ums andere Mal in dramatischem Gefühlsbrei. Um schon junge Menschen mit einer Art innerem Kompass auszustatten und bei der Richtungsfindung zu helfen, lädt Julia Winterfeldt, Gründerin und CEO von SOULWORX, zu Zukunft-Workshops speziell für Jugendliche ein. Bei den „souldiveZ“ geht es nicht nur um die Frage, was man mal werden möchte, sondern vor allem erstmal darum, wer man selber ist und was einen im Innersten bewegt. An zwei Wochenenden, einmal in Hamburg und einmal auf dem Land, sollen die eigenen Stärken und Wünsche freigeschaufelt und gleichzeitig auch Ängste oder Blockaden thematisiert werden. Mit verschiedenen Methoden, Challenges und Einzelgesprächen können so Potenziale entfaltet und neue Perspektiven in entspannter Atmosphäre erarbeitet werden. Mitmachen können Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren, die kurz vor oder nach dem Schulabschluss stehen, und ihren ‚Purpose‘ erkennen wollen. Zum Abtauchen, Eintauchen und Auftauchen verlosen wir zwei Plätze für den kommenden Termin Ende September zum Preis von einem, inklusive Übernachtungen, Verpflegung und Coachings. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚SO TELL ME WHAT YOU WANT WHAT YOU REALLY REALLY WANT‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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souldiveZ | souldivez.de | FOTO: souldiveZ

Ilona Hartmann

Wer Ilona Hartmann nicht auf Instagram folgt, war noch nie auf Instagram. Nach eigener „BIO“ zu schüchtern für Rap und zu blöd für Lyrik, versorgt sie uns stattdessen mit lebensbejahenden Kurztexten aus ihrem Berliner Stadtleben („Warum heißt es Huckepack und nicht sich gehen lassen?“). Apropos Texte, die verfasst sie von Berufs wegen für Magazine oder für Werbung oder Fernsehen, Serien oder Podcasts. Meistens ziemlich lustig und pointiert. So und gestern dann erschien auch ihr erstes Buch „Land in Sicht“ (kaufen Sie hier!). Morgen muss sie zum Zahnarzt (Prophylaxe). Dazu gibt es natürlich auch einen passenden Kommentar von ihr ohne Punkt und Komma: „Arzt sagt Achtung Zahnfleischrückgang aber worauf soll ich denn sonst laufen“.

Name: Ilona Hartmann
Alter: 29
Wohnort: Berlin
Beruf: Autorin
Schuhgröße: 38
Lieblingswort: Prophylaxe
Kontakt: Triff mich bei Instagram als @ilona_hartmann

Fasse dein neues Buch in einem Satz zusammen: Eine junge Frau lernt ihren Vater erst als Erwachsene kennen und es ist nicht alles fun and games, aber ein bisschen schon.

Wenn alle Jobs gleich bezahlt werden würden, welchen Beruf würdest du dann wählen? Ich hätte einen Hofladen und würde kleine feste Äpfel, Heumilchkäse und Himbeeressig verkaufen in Flaschen mit handbeschriebenem Etikett und ich hätte immer so eine leicht verdreckte Schürze an und einen Hund um die Beine.

Was ist das Beste an deinem Beruf? Selbstbestimmtheit.

Wovon hast du keine Ahnung? Den meisten Dingen.

Was kommt als nächstes? Wegfahren.

Wonach bist du süchtig? Nur extrem gesunde Sachen.

Welches war das bisher schönste Kompliment, das dir jemand gemacht hat? “Ihr Zahnfleisch sieht wirklich astrein aus, Frau Hartmann!” (Prophylaxe letztes Jahr).

Was machst du, wenn dir langweilig ist? Mir ist echt sehr selten langweilig.

Wie alt wärst du gerne für immer? 27 war eigentlich ganz angenehm – man bekommt noch noch keine “Öhöhö-30”-Witze gedrückt, ist aber auch nicht mehr gebeutelt von der Quarterlife-Krise, sondern hat sich damit abgefunden, dass niemand irgendwas weiß, und am Ende eh egal ist, was man macht, solange man es gern macht.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? “Ilona kommt später.”

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Erstmal Matriarchat und dann sehen wir weiter.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Eigentlich backe ich besser als ich koche, es gäbe Sektschnitte und ein Glas Sekt dazu.

Was sollte niemand von dir wissen? Warum ich immer später komme.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? “Wie geht das Rezept für Sektschnitte?”

Das letzte Wort: Geht zur Prophylaxe, es ist sehr wichtig.

FOTO: Svenja Trierscheid

Kulinarisches Erbe

Funzelsuppe, Kesselknall und Zwiebelklump – so heißen nur ein paar der Gerichte, die in dem Buch „Unser Kulinarisches Erbe“ vorgestellt werden. Manuela Rehn und Jörg Reuter haben sich auf eine kulinarische Zeitreise durch elf deutsche Städte gemacht, um den Ursprung regionaler Rezepte zu erkunden, die über Generationen (fast) in Vergessenheit geraten sind, und sich dem Begriff „Heimatküche“ anzunähern. Um die besonderen Zubereitungen und Essensgewohnheiten von damals zu erklären, hat sich das Team mit bekannten Köchen aus der jeweiligen Region zusammengetan – darunter auch Micha Schäfer vom Nobelhart & Schmutzig in Berlin – und sich in Seniorenheimen mit Menschen getroffen, die diese Gerichte noch selbst aus Kindheitstagen kennen. Entstanden ist dabei nicht nur eine wunderbare Sammlung einzig- und eigenartiger Rezepte, sondern auch von berührenden Geschichten einer Großelterngeneration, die noch ohne Kühlschrank und Discounter auskam. Die 320 Buchseiten sind gleichzeitig ein Reminder dafür, dass die Mahlzeiten in Heimen leider oft nur als Kostenfaktor gesehen werden, sie aber sehr viel mehr sein können: Essen heißt Erinnerung und gutes Essen bedeutet Heimat. Wir verlosen zwei Bücher an alle, die eine Mail mit dem Betreff ‚FUTTERN WIE BEI MUTTERN‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de schicken.
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Unser kulinarisches Erbe | 29,95€ | Shop | FOTO: BECKER JOEST VOLK VERLAG

Teilchen in Vollendung

Es gibt Pralinen aus Belgien und welche von Lidl. Solche mit Alkohol und welche ohne. Und dann gibt es Pralinen, die so besonders sind, dass sie zum Inbegriff ihrer eigenen Kategorie werden. Als die wunderbare Konditormeisterin Kristiane Kegelmann, die gleichzeitig und hauptberuflich als Künstlerin arbeitet, vor vier Jahren damit begann, ebenjene Disziplinen miteinander zu vermählen, entstand daraus die pars Praline. Und obgleich sie ihre individuellen Kreationen auf unzählige Arten gestalten und inszenieren kann, ist die Einzahl hier bewusst gewählt. Begründung siehe oben. Während die individuelle Form der pars Praline ihre Besonderheit unterstreicht, setzt Kristiane Kegelmann mit den verschiedenen Füllungen ihre Werte- und Geschmacksvorstellungen um. Mit von ihr ausgesuchten nachhaltigen, saisonalen und regionalen Zutaten entstehen immer neue, spannende Geschmackskompositionen, die sich an der Natürlichkeit ihrer Komponenten orientieren. Das Beste: ihr könnt euch für besondere Anlässe (oder einfach so) eine individuelle pars Edition entwerfen lassen, die in Farbigkeit und Komposition voll und ganz auf euch und euren persönlichen Geschmack abgestimmt ist. Zum Probieren verlosen wir ein gemischtes 8er-Set Eispralinen. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚ZU SCHÖN ZU LECKER‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de. Vorausgesetzt ihr habt ein Tiefkühlfach. Die Pralinen werden nämlich frisch hergestellt und erst vom Kunden eingefroren.
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pars Pralinen | parspralinen.com | FOTO: Pujan Shakupa / Övgü Özen

Das Runde muss ins Eckige

Um etwas wirklich Schönes zu schaffen, braucht es handwerkliches Geschick und echte Hingabe. Johanna Schoemaker und Jonas Buck kombinieren in ihrer Ringkollektion „Frames“ weißes, rundes Keramik mit eckigen Formen und polierten Kanten aus 18k Gold. Unter den Namen „Quite Quiet“ entwerfen die beiden Produktdesigner einzigartigen, handgemachten Schmuck und kombinieren dabei traditionelles Handwerk mit modernen Herstellungstechniken. Für Johanna – die zusätzlich Goldschmiedin gelernt hat – und Jonas kann Schönheit und echter Luxus jedoch nur dann entstehen, wenn alle Aspekte des Produkts bedacht werden und ihrer Wertephilosophie entsprechen. So stehen für das Berliner Schmucklabel fair gehandelte Materialien und eine nachhaltige Produktion, neben klaren Gestaltungsprinzipien, absolut im Fokus. Alle Goldprodukte sind nach Fairtrade-Standards zertifiziert und so für Designer und Käufer rückverfolgbar. Außerdem wird für die Ringe ausschließlich biokompatible, korrosionsfreie, kratzfeste und extrem langlebige Hochleistungskeramik verwendet, die sonst in der Zahntechnik zum Einsatz kommt. Sie ist daher auch für Allergiker gut geeignet. Die Auswahl kommt nicht von ungefähr: Als Design-Berater arbeiten die beiden in den Bereichen Consumer Electronics, Wearable Tech und Medizintechnik. Lautes Understatement ganz nach unserem Geschmack! Wir verlosen den wunderschönen Ring „Hexagon“ aus der Quite Quiet „FRAMES“ Kollektion (Wert: 710,- Euro). Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚I DO‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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QUITE QUIET | quite-quiet.com | FOTO: Quite Quiet

Köttbullaaar

Na endlich!!1!11 Warum bitte hat das vorher noch niemand gemacht? Henrik Möller und Michael Hubert haben Deutschlands erstes (und weltweit zweites) Köttbullar-Restaurant gegründet. Wer zukünftig also Heißhunger auf Köttbullar aka „Schöttbüllar“ hat, muss nicht länger zu den vier großen Buchstaben fahren um sich ein paar Bällchen unbekannter Herkunft in den Becher löffeln zu lassen. In der Köpenicker Straße serviert „Möllers Köttbullar“ nicht nur die besagten Sahne-Fleischbällchen, sondern auch eine passende Veggie-Vegan-Variante. Es kommen ausschließlich ausgewählte Bio-Zutaten und regionale Produkte in Topf und Pfanne. Als Beilagen werden Kartoffelstampf (oder Pommes mit Petersilie), Gurkensalat und natürlich Preiselbeeren satt serviert. Die sogenannten Vegibullar werden aus Sonnenblumen- und Erbsenproteinen sowie Champignons zubereitet, statt der Rahmsauce kommt hier eine vegane Soße auf den Teller. Unter allen Köttbullar-Anhängern und -Addicts, die den Unterschied zu ordinären Hackbällchen zu schmecken wissen, verlosen wir drei mal zwei Portionen mit allen drum und dran. Schreibt dafür eine Mail mit dem Betreff ‚RUNDE SACHE‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Möllers Köttbullar | Köpenicker Straße 190 | 10997 Berlin | koettbullar.com | Foto: Meike Bergmann

GutsLeben

Schon einmal darüber nachgedacht, Urlaub in einer Gutshaus-WG zu machen? Nicht weit von Berlin und Hamburg entfernt, liegt ein ruhiges Schlösschen mit Badeteich im Grünen verborgen. Zugegeben, ganz so verborgen ist es nicht, schließlich war das Gutshaus Klein Kussewitz lange Zeit Dorfmittelpunkt in der gleichnamigen Ortschaft, bevor es ein wenig in die Jahre gekommen ist. Um das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert vor dem Verfall und einer Zwangsversteigerung zu retten, haben Eylem Kadem und Karl Matthes das Anwesen inklusive Glockenturm in Eigenregie aufgearbeitet. Und weil so ein Gutshaus mit etwa zwei Hektar großem Landschaftspark ziemlich viel Platz bietet, gehören neben Gemeinschaftsräumen wie Kaminzimmer, Schachzimmer und Musiksalon auch sechs Apartments für Gäste zum neuen, alten Innenleben. Die liebevoll eingerichteten Wohneinheiten laden Stadtflüchter zur entspannten Auszeit im britischen Landhaus-Ambiente ein, unweit gelegen vom Seebad Warnemünde und den Sandstränden der Ostseebäder. Einen festlichen Ballsaal gibt es in der etwas anderen Wohngemeinschaft natürlich auch…
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Gutshaus Klein Kussewitz | ab 190€ pro Nacht | gutshauskleinkussewitz.de | FOTO: Gutshaus Klein Kussewitz

Angela Peltner

Angela „Ang“ Peltner hat mit ihrer tollen Dreierband „CLÄNG“ gerade die EP „Reise“ veröffentlicht. Sie schreibt von Herzen wunderbare Songs, spielt regelmäßig in Vorabendserien mit, schreibt für Magazine und immer öfter auch ein Buch. Der Arbeitstitel ihres neuen Romans lautet „Songs für Greta“ (Sorry an den Verlag für die gerissenen Deadlines!). Ang ist auf der Suche nach allem, was ihr Herz schneller pochen lässt. Dabei holt sie sich gern blaue Knie, aber auch Ausschläge, die bis zum Himmel reichen. Sie liebt das große Gefühl, eine Prise Drama und kann mittlerweile auch gut damit umgehen. Sie selbst sagt über sich: „Ich bin der lebende Beweis, dass es dauern kann mit der Erfüllung der Träume. Und dass genau dieser Umstand nicht schlimm ist. Jeder und alles hat seine Zeit.“

Name: „Ang“ Angela Peltner
Alter: Irgendwas zwischen 30 und 40.
Wohnort: Berlin Baby
Beruf: Wenn ich das wüsste. Irgendwas zwischen Künstlerin und Arbeiterin
Schuhgröße: 39
Lieblingsohrwurm: „I follow Rivers“ von Lykke Li
Kontakt: instagram.com/angelapeltner

Was ist gute Kunst? Dafür gibt es keine Tabelle, keine Quote. Gut ist, was gefällt. Was eine Verbindung schaffen kann. Ein Gefühl auslöst. Punkt.

Wer oder was inspiriert dich? Menschen, die ihr Talent, ihr gutes Herz und ihre Stimme nutzen. Die irgendwie nicht müde werden, nach dem „Warum nochmal war das die letzten 1000 Jahre so und warum können wir es nicht ändern?“ zu fragen.

Was schätzt du am meisten an deinen Bandkollegen? Bedingungslose Verbundenheit. Ich liebe diese zwei Männer. Lars, Christian und ich machen schon so viele Jahre zusammen Musik, da kennt jeder seine Aufgaben. Bei uns fährt niemand dem anderen in die Parade. Es ist ein loyaler Boden, auf dem ich tanzen kann, und, wenn ich zu viel getrunken habe, weiß ich, dass die Jungs es schaffen, mich zufrieden und versorgt in mein Bett zu bringen.

Zu welcher Musik tanzt du am liebsten? Alles, was meine Atome besonders mögen. Viel Melodie. Gerne mit etwas treibendem Beat. Ich bin tatsächlich sehr Pop- und Rockmusik orientiert.

Welche tolle Textzeile hättest du gerne selbst geschrieben? Dafür reicht kein Papier der Welt. Ich liebe die Texte von Alanis Morissette oder Lorde. Kann mich da kaum beschränken. Aber alles was todesehrlich und auch ironisch sein kann, kriegt mich.

Was wolltest du mal werden, wenn du groß bist? Ich weiß noch, dass ich mit circa sechs Jahren zu meiner Mama und Bruder gesagt habe, dass ich viel Freiheit brauche. Dass ich, wenn ich groß bin, „frei sein“ ausüben will. Es war ein Graus für mich, dieser sogenannte Alltag. Außerdem haben wir damals jeden Tag „Auf der Bühne performen geübt“. Also mein großer Bruder und ich. Ich glaube, wenn ich jetzt so drüber nachdenke, hatte ich wohl mehr Spaß daran, die Sessel und das ganze Inventar zu einer großen Bühne zu bauen, als er. Zumal mein großer Bruder eigentlich die ganze Drecksarbeit machen musste. Also danke Martin, für die prägenden Jahre.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Wir mussten im Zuge der Corona-Problematik auf unsere Freunde und Fans zurückgreifen, als es darum ging unserer Single „Berlin, Berlin“ ein schönes Musikvideo zu verpassen. Sie sollten uns ihre Lockdown-Quarantäne-Rituale schicken. Also als Videoschnipsel. Das war grandios und hat super geklappt.

Was hat dich zuletzt emotional wirklich berührt? Puh. So viel. Da gibt es so viel Privates. Liebeserklärungen. Aber auch, wie sehr die Welt sich aufmacht. Ich spüre die Veränderung in der Gesellschaft, die vielen auch Angst macht, als eine große Befreiung. Das Alte ist immer laut. Aber ich glaube, es wird sich dauerhaft wirklich was ändern.

Du kannst einen Tag jemand anderes sein. Wer bist du und warum? Ich glaube, ich wäre gerne Marie Curie. Ich wäre auch gern so ein Genie gewesen. Physik und Chemie. Ich meine, Hallo. Ich würde auch so gerne etwas entdecken und erfinden. Sie hat mich sehr inspiriert. Darum habe ihr auch ein neues Lied gewidmet. Und mit meinem Wissen heute, hätte ich der Marie Curie von damals auch sagen können, dass sie mit der Radioaktivität aufpassen soll. :-)

Was bereust du bisher noch nicht getan zu haben? Ein Auslandssemester. Ansonsten gibt es nichts zu bereuen. Ich bin immer im Jetzt.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Puh. Hauptsache gute Zutaten, fettig und geil. Da spricht der Stier in mir. Ich muss genießen dürfen. Ich liebe alles mit Kartoffeln in Verbindung mit Ofen, viel Knoblauch, überbackenes mit Feta und Gemüse. Aber auch Bouletten. Mach dich auf ein Gelage gefasst!

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? So viel Macht will ich gar nicht. Viele Menschen bedeuten immer viele Probleme. Vielleicht müsste man zwischen Politik, Wirtschaft und Volk so eine Art Mediatoren-Team einsetzen, die quasi im ständigen Austausch untereinander sind. Ansonsten geht Veränderung nur mit Liebe, Bildung und Verständnis und Ausschluss von Religion. Das sollte auch im Schulsystem eine Rolle spielen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Ob du anderen Leuten den Beruf der Musiker*in nahelegen würdest? Ich würde sagen ja. Aber mach es von Anfang an so. wie Du es willst. Sei fleißig und gib nicht auf.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich kenn den Vorgarten von Jimmy Kimmel. Aber eingeladen hat er mich nicht. :-)

Das letzte Wort: Seid lieb zueinander! Ernsthaft. Und glaubt nicht den Scheiß der anderen. Ihr wisst schon, was für Euch gut ist.

FOTO: Philipp Christopher