Hello World!

Ja, es ist wieder soweit. Das Gallery Weekend steht bevor und damit der fast schon obligatorische Gallerie-Marathon für alle Kunst- und/oder Prosecco-Fans (kleiner Spaß). Die Antwort auf alle Fragen lautet diesmal 47, denn genau so viele Galerien und Ausstellungen stehen zur Wahl. Wo sollte man unbedingt hingehen, was kann man sich getrost sparen? Ehrlich gesagt: wir wissen es natürlich auch nicht. Doch genau dieses Treibenlassen und Entdecken machen ja den besonderen Reiz des Kunstwochenendes aus. Drei unserer Highlights möchten wir euch dennoch ans Herz legen. Da wäre natürlich und allen voran der größte Player auf dem Spielfeld. Mit ‚Hello World. Revision einer Sammlung‘ untersucht der Hamburger Bahnhof kritisch die Sammlung der Nationalgalerie und ihrer vorwiegend westlichen Ausrichtung. 200 Gemälde, Skulpturen, Installationen, Videos und Filme von rund 80 Künstlerinnen und Künstlern bilden die Ausgangspunkte zur Erkundung verborgener Erzählungen und neuer Perspektiven auf die Sammlung und ihre Geschichte. Der gesamte (!) Hamburger Bahnhof wird dabei bespielt und zum gigantischen Spielfeld für die Erkundung der Ausstellung der Zukunft. In der König Galerie schafft Claudia Comte mit neuen Skulpturen, Fichten (ja, Fichten) und einer multi-chanel Video-Installation eine beeindruckende Atmosphäre. Die Ausstellung bringt maßgebliche Aspekte von Comtes Schaffenszeit zusammen. Der Fokus liegt auf der Geschichte von Materialien und dem Spiel zwischen dem Alten und der digitalen Technologie. Systematisches Chaos gibt es in der ersten Soloausstellung von Kitra. Für die Dauer der Ausstellung wird die Galerie Baull kurzerhand in ein Gesamtkunstwerk transformiert. Anstatt an der “Wand zu hängen” wird die neue Leinwandserie von ihm in den Raum integriert. So sind manche Werke laut und sichtbar, andere versteckt wie Chamäleons. Ausgangspunkt der Ausstellung ist das ikonische “Bonjour Tristesse” Graffiti am Eckgebäude an der Schlesischen Straße. Dieser kleine Störer steht symbolisch für die Straßenkultur der Schlesi-Welt und könnte als Ausstellungstitel nicht gegensätzlicher zu der Farbigkeit von Kitra ́s Kunst stehen. Ach ja, die Kuratoren der Ausstellung haben wir im Interview. Einmal weiterscrollen bitte!
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Gallery Weekend Berlin | 27.–29.04. | gallery-weekend-berlin.de | Hello World. Revision einer Sammlung, Fr. 27.04.18, 20 Uhr, Hamburger Bahnhof, Berlin, Facebook | Claudia Comte | Evelyne Axell, Fr. 27.04.18, 18 Uhr, König Galerie, Berlin, Facebook | Kitra „Bonjour Tristesse“, Do. 26.04.18, 19 Uhr, Baull Galerie, Berlin, Facebook

Blumenbilder

Also, über einen Mangel an Alternativen in Sachen Workshops kann man sich in Berlin nun wirklich nicht beschweren. Stricken, nähen, Pflanzen retten – es gibt quasi nichts, was es nicht gibt. Dementsprechend skeptisch sind wir inzwischen beim Beäugen der Möglichkeiten. Erst Recht, wenn jemand daher kommt, um mit Pflanzen zu malen. Wir wiederholen: mit Pflanzen zu malen. Richtig gelesen, es geht bei dem von Textildesignerin und Kunstlehrerin Nikolett Szakacs veranstalteten dreistündigen Workshop nicht darum, Pflanzen möglichst detailgetreu auf Papier oder Leinwand zu bringen, sondern auf sehr natürliche Art und Weise selbst Farben aus Pflanzen zu gewinnen. Dabei werden die organischen Materialien der gesamten Pflanze verwendet. Der erste Teil des Workshops befasst sich mit der Herstellung der Farben. Im zweiten Teil wird dann mit den Farben aus frischen Pflanzen tatkräftig gemalt. Die botanischen Inhaltsstoffe sind – anders als die synthetischen – völlig ungiftig. Besondere Vorkenntnisse werden übrigens nicht vorausgesetzt. Am Ende darf jede und jeder das selbst kreierte Kunstwerk sowie drei verschiedene Arten von Pflanzenfarbe behalten und mit nach Hause nehmen. Der Kurs kostet 60 Euro und findet als nächstes am Samstag Nachmittag im Prenzlauer Studio in der Winsstraße statt. Wer fix ist, kann hier per Mail noch einen Platz ergattern. Na und wer weiß, vielleicht hängt dann ja beim nächsten Gallery Weekend ein echter Rhododendron-Löwenzahn-Eiche im White Cube nebenan.
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Botanical Workshop: Plant To Paint | Sa, 28.04.18, 15:30-18:30 Uhr | Prenzlauer Studio / Kunst-Kollektiv, Winsstraße 42, 10405 Berlin | Facebook | Preis: 60€ inkl. Materialien | Reservierung

Mutter und Sohn

„Kunst ist einfach mal loslegen, und schon ist es geiler als Picasso“. Der Satz stammt von Jonathan Meese, einem der kontroversesten und spannendsten deutschen Künstler unserer Tage. Und wenn Jonathan Meese einfach mal loslegt, erodieren nicht nur Genregrenzen. Malerei, Skulpturen, Installationen, Performances, Collagen, Videokunst und Theaterarbeiten – er beschränkt sich nicht auf ein Medium, er (be)nutzt, was immer nötig ist, um sich einer künstlerischen Aussage zu nähern. Sein neuester Coup ist die Virtual Reality Produktion Brigitte & Jonathan Meese: Mutter und Sohn = Realität trifft Kunst, die vom 21. – bis 29. April im Berliner Gropius Bau zu sehen ist. In einem virtuellen Atelier erlebt man dabei die Entstehung eines 360°-Gesamtkunstwerks der Zukunft: Der schlafende Künstler hat wunderbare und inspirierende Träume. Seine Mutter Brigitte bringt Kaffee und treibt ihn zum Malen an. Eine weitere Mutter Meese kommt hinzu, dann noch eine und noch eine… während ihr Sohn unablässig malt. So wandelt sich der Atelier-Raum zu einer mehrdimensionalen Leinwand. Mehrere Mütter kommentieren und bewerten eine Arbeit, die eine Reflexion über Alfred Hitchcock, Anthony Perkins, Richard Wagner und Joseph Beuys ist. Letztlich mündet das in einer zwingenden Erkenntnis: Jeder Mensch ist ein Künstler, zumindest unter dieser VR-Brille. Der achtminütige Film wird zeitgleich auch in der kostenlos erhältlichen ARTE360 VR-App und auf der ARTE-Website verfügbar sein, was natürlich nur halb so viel Erlebnis bedeutet. Hintergrund ist eine mehrjährige Kooperation von ARTE mit den Berliner Festspielen und der Immersion. Sie erforschen gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeiten und Grenzen der Virtual Reality Experience und des 360°-Films. Nach dem gemeinsamen Auftaktprojekt „RHIZOMAT VR“ von Mona el Gammal feiert nun die Brigitte & Jonathan Meese Virtual-Reality-Produktion Premiere. Für die spannende Vorstellung verlosen wir 2×2 Tickets. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚IS NICH ECHT‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Brigitte & Jonathan Meese: Mutter und Sohn = Realität trifft Kunst | 21.-29.04. | Gropius Bau, Niederkirchnerstr. 7, 10963 Berlin | www.berlinerfestspiele.de | Facebook | Eintritt frei | Tickets | Foto: René Paepke

Worte und Taten

Keine Armut, kein Hunger, dafür Gesundheit und Wohlergehen, hochwertige Bildung, Geschlechtergleichheit, sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen, bezahlbare und saubere Energie, menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, Industrie, Innovation und Infrastruktur, weniger Ungleichheiten, nachhaltige Städte und Gemeinden, nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion, Maßnahmen zum Klimaschutz, Leben unter Wasser, Leben an Land, Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen und Partnerschaften – das sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die von den Vereinten Nationen in der Agenda 2030 festgeschrieben wurden, um damit die Grundlage für weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. Soweit so gut. Damit den Zielen auch Aktionen folgen, gibt es Initiativen wie ‚Engagement global‘, die dabei helfen, soziale und ökologische Nachhaltigkeit in unseren Alltag und unser Bewusstsein zu tragen. Gemeinsam mit dem Veranstalterkollektiv Kiezpoeten haben sie zuletzt den #17Ziele Poetry Slam ins Leben gerufen, der die besten Poetinnen und Poeten des Landes auffordert, sich mit eben jenen Themen auseinanderzusetzen. In deutschlandweiten Vorrunden traten sie gegeneinander an und ermittelten die acht Teilnehnmer des großen Finales, das am Freitag Abend ab 20 Uhr im Säälchen im Holzmarkt stattfindet. Wir gehen da hin. Der Eintritt ist frei, wir empfehlen aber, sich im Vorfeld ein Ticket über kiezpoeten.com/17ziele zu reservieren, da das Platzkontingent natürlich endlich ist.

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#17Ziele Poetry Slam Finale | 13.04.18, 20 Uhr | Säälchen im Holzmarkt, Holzmarktstr. 25, 10243 Berlin | Facebook Eventlink | Eintritt frei | Reservierung

Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 10. April 2018 | Tags: , , , , , Keine Kommentare

Zum Wo und Wie

Rausgehen, losgehen und die Welt verändern – als Konsument, der bewusste Entscheidungen trifft, als mündiger Bürger, der Kraft seiner Stimme und Wahlentscheidung politischen Einfluss nehmen kann und als Arbeiter, der seine Leistung in den Dienst einer erfüllenden und sinnvollen Aufgabe stellt. Zugegeben, soziales und nachhaltiges Engagement mit der Karriere zu verbinden oder aus dem eigenen Social Business ein Erfolgsmodell zu machen, ist nicht gerade leicht. Wie gestaltet man denn neue Arbeitsmodelle unter sozialen Gesichtspunkten? Wie gewinnt man kreative Geister für die gute Sache, wenn nebenan doppelt so hohe Gehälter gezahlt werden? Der persist* Summit, der am kommenden Samstag in Berlin stattfindet, ist so etwas wie eine Karrieremesse für Weltveränderer. Über 30 Aussteller, wie Transparency International, Lemonaid, Ärzte ohne Grenzen, stellen sich mit aktuellen Projekten und Möglichkeiten vor. Dazu gibt es Vorträge von insgesamt 20 Speakern und Workshops zu Themen wie „Talente gewinnen für den Non-Profit Sektor“ von Kienbaum, “Inklusives Managen” vom Deutschen Roten Kreuz, „Feminine Leadership: a positive approach to gender equality“, „New Work: Dos und Dont’s“, „Blockchain für Social Innovation“ uvm. Die Keynotes sind bereits im Messeticket für nur 20 Euro enthalten, die Workshops können je nach Interesse für 25 Euro hinzugebucht werden. Alle Workshops und Themen sind hier aufgelistet. Viel Spaß beim Bewegen!
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persist* Summit | 14.04.18, 12 Uhr | ESCP Europe Berlin Campus, Heubnerweg 8-10, 14059 Berlin | Facebook | Tickets: 20 Euro

The Long Now

Es ist ein Ort der andauernden Gegenwart. Ein Ort, in dem sich die Zeit selbst zu entfalten scheint und das Gefühl für Zeit und Raum schwindet. Die Rede ist ausnahmsweise mal nicht von einem Berliner Club, sondern von The Long Now. Das Projekt bildet den Abschluss des diesjährigen MaerzMusik-Festivals für Zeitfragen. Los geht es am 24. März um 19 Uhr, der Schlussakkord erklingt satte 30 Stunden später. Das musikalische Spektrum reicht von der Avantgarde mit Vertretern der Minimal Music und Spektralmusik über Live-Elektronik und Improvisation bis hin zu Größen der Ambient und Noise Musik. Dabei verteilen sich die Künstlerinnen und Künstler bei dem 30-stündigen Event auf verschiedenen Ebenen in der gewaltigen Räumlichkeit des Kraftwerk in der Köpenicker Straße. Die langen und über Stunden andauernden Konzerte ermöglichen Klang als räumliches und körperliches Erlebnis wahrzunehmen. Teilweise werden sogar Live-Improvisationen gespielt, die in dieser Konstellation noch nicht zu hören waren. Mit dabei sind unter anderem Robert Lowe, Tomoko Sauvage, Brian Williams aka Lustmord, Soundwalk Collective, The Necks und ‘A’ Trio. Wir verlosen 1×2 Tickets für den sinnklanglichen Erfahrungsmarathon. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚HOW LONG IS NOW‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de. Übrigens stellt der Veranstalter Betten vor Ort bereit. Ein Catering wird ebenfalls für euer Wohl sorgen.
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The Long Now | 24.03.18 19 Uhr bis 25.3.18, 24 Uhr | Kraftwerk Berlin, Köpenicker Str. 70, 10179 Berlin | Tickets ab 30 €, ermäßigt ab 25 € | Facebook | www.berlinerfestspiele.de

Die Wahrheit liegt auf der Straße

„Welcome to hell“, so lautete der inoffizielle Slogan des G20-Gipfels im letzten Jahr. „Welcome to hell“, so lautet auch der Name eines neuen Musicals, das der Studiengang „Musical“ der UdK Berlin gemeinsam mit der Neuköllner Oper ab Donnerstag auf eben diese Bühne bringt. Zur Erinnerung: im letzten Jahr wurde der Gipfel der 20 größten Industrienationen – erfahrungsgemäß eine der kontroversesten und emotional aufgeladensten Veranstaltungen der Welt – mitten im Herzen der zweitgrößten deutschen Metropole veranstaltet. Die Folge: zersplitterte Fensterscheiben, verletzte Polizisten, brennende Barrikaden, explodierende Kosten, viel Wut und wenig Dialog. Schade eigentlich, dass jede sachliche Auseinandersetzungen mit unterschiedlichen Sichtweisen und Positionen unter dem Rauch der Eskalation verborgen blieb. „Welcome to hell – Das Musical“ holt das jetzt nach und lässt vom Europa-Politiker bis zum Abiturienten verschiedene Charaktere aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten mit ihren Erfahrungen und Meinungen zu Wort kommen. Oder anders gesagt: „Zwölf Menschen und eine Woche Straßenkampf: Von der Supermarktkassiererin bis zum Polit-Referenten auf Abwegen, von der Demonstrantin mit dem zu großen Herzen bis zum traumatisierten Kontaktbereichsbeamten kriegen alle ihr Fett weg und mehr als nur ein paar Schaufensterscheiben sind am Ende zu Bruch gegangen.“ Die Musik kommt von Komponist Michael von der Nahmer, der sein Gespür für Zwischentöne schon bei seinem Debut KLANGWANDLER an der Neuköllner Oper bewiesen hat. Musikalischer Einsatzleiter ist Hans-Peter Kirchberg, die choreographischen Straßenkämpfe von Neva Howard finden im „malerischen“ Schanzenviertel von Zoe Agathos statt. Der Aufführungsort selbst könnte nicht besser gewählt sein, schließlich liegen auch in Neukölln die wesentlichen Themen immer auf der Straße. Wir verlosen 2×2 Karten für die Vorstellung am 2. April. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚REDEN VERBINDET‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Welcome To Hell – Das Musical | ab 15.03.2018, 20 Uhr | Neuköllner Oper Berlin, Karl-Marx-Str. 131-133, 12043 Berlin | neukoellneroper.de/play/welcome-to-hell  | Facebook Event

Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 13. März 2018 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Because we can

Am 8. März ist Weltfrauentag. Ein guter Anlass sich einmal mehr mit starken Frauen zu beschäftigen, das Frausein zu leben und sich für Gleichberechtigung aller Geschlechter stark zu machen. Wir haben passend zum Datum ein paar Inspirationen zusammengefasst. Vom 8. bis zum 14. März findet die fünfte Berlin Feminist Film Week statt. Das Filmfestival, das 2014 ins Leben gerufen wurde, setzt sich mit feministischen Themen auseinander. Es werden Workshops angeboten, Diskussionen gehalten und natürlich jede Menge Filme gezeigt. Wir verlosen zwei Tickets für einen Film eurer Wahl. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚SHE‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de. Ursprünglich gründete Jessica Walsh ihr Ladies Wine and Design in New York, inzwischen ist daraus eine weltweite Bewegung entstanden. Die erste Designkonferenz für Frauen in Berlin lädt am 8. März zu anregenden Gesprächen und Diskussionen bei – ganz genau – gutem Wein. Dabei geht es vor allem um die Unterrepräsentation von Frau in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Für die sehr empfehlenswerte Konferenz in der wunderschönen Veranstaltungshalle von Edenspiekermann haben wir 1×2 Tickets. Sichert euch mit ein wenig Glück eure Teilnahme und schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚MEIN WEIN DEIN WEIN‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de. The WØMB ist die (Internet-)Plattform sowie die zweimal im Jahr stattfindende Eventreihe für und von Frauen oder alle, die sich mit dem weiblichen Geschlecht identifizieren. Ziel ist es, bestehende Diskriminierung und Imbalancen in den Kreativbranchen zu adressieren und eine Plattform zu schaffen, Wissen und Fähigkeiten gemeinsam zu teilen. So entsteht eine positive und sich unterstützende Community aus Gleichgesinnten, die sich gegenseitig supporten und inspirieren. Beim The WØMB Symposium am 8. März im SAE Institut kommen SprecherInnen, wie die Gründerinnen des Female Filmmakers Filmfestival, Deniz Celik, Labelmanagerin bei Beatport, und Sound Artist Peter Kirn zusammen. Für die anschließende After-Party in der Ipse verlosen wir 2×2 Gästelistenplätze. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ,WØMB‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.

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Berlin Feminist Film Week | 08.-14.03.18 | berlinfeministfilmweek.com | Facebook | Ladies Wine and Design Berlin Conference | Do, 08.03.18 | Edenspiekermann, Potsdamer Straße 83, 10785 Berlin | ladieswinedesign.com | Facebook | THE WØMB: Symposium 2018 International Women’s Day | Do, 08.03.18 | SAE Institute, Cuvrystraße 4, 10997 Berlin | thewomb.net | Facebook | Tickets kostenlos | Foto: Emma Hursey

Einmal um die Welt

Ob Wochenendausflug in die Lieblingsmetropole oder lebensverändernde Weltreise: Das Reisefieber hat jeden von uns schon mindestens einmal gepackt. Und das wird es wieder tun – garantiert! Im Zuge des Berlin Travel Festivals habt ihr nun die Chance, eure faszinierenden Erfahrungen mit Abenteurern, Entdeckern und Experten zu teilen. Die Arena Berlin verwandelt sich dafür vom 9. bis zum 11. März in ein wahres Traveler Paradies. Dabei vereint das dreitägige Festival Menschen, Geschichten, Produkte und Marken (unsere Freunde von Little Sun sind auch am Start!), um zukünftige Reiseplanungen mit sozialerem und ökologischerem Bewusstsein anzugehen. Mit im Gepäck: ein Rund­um-Sorg­los-Pa­ket, was die Herzen einer neuen Generation höher schlagen lässt. Einer Generation von trendaffinen Reisenden und wagemutigen Abenteuern. Von der Planung über die Art und Weise, wie Momente und Erinnerungen festgehalten werden, bis hin zu den Auswirkungen auf Sehnsüchte und Ziele. Das dreitägige Programm beinhaltet eine bunte Vielfalt an Kuriositäten. Ob Ozean oder Off-Road, DIY oder maßgeschneidert, Food oder Film. 80 handverlesene Speaker teilen ihre Erfahrungen auf der Bühne, in Live-Workshops und im Rahmen des interaktiven Programms. Für alle Travel Buddies verlosen wir noch schnell ein Ticket. Schreibt uns dazu eine Mail mit dem Betreff ‚Einmal um die Welt‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Berlin Travel Festival | Fr+Sa, 09.-10.03.18 10-22 Uhr, So, 11.03.18, 10-19 Uhr | Arena Berlin, Eichenstraße 4, 12435 Berlin | berlintravelfestival.com | Facebook | Foto: Berlin Travel Festival

Der Dialog

„ER SIE ICH“ ist ein waghalsiges Experiment der Regisseurin Carlotta Kittel. Am 8. März zeigt das City Kino Wedding ihren erfolgreichen Abschlussfilm der Filmuniversität Babelsberg. Nachdem ihre Mutter schwanger wurde mieden sich beide Elternteile und hatten die gesamten 25 Jahre nur sporadischen Kontakt. Auf der Suche nach Antworten interviewt Carlotta ihre Mutter Angela und ihren Vater Christian getrennt voneinander. Als sie ihnen die Aufnahmen der jeweils anderen Person zeigt, entsteht eine Dynamik zwischen den beiden Eltern, ohne dass sie sich tatsächlich begegnen. So ist ein spannender Film über gefühlte Wahrheiten und wahre Gefühle entstanden. Die Eltern reden offen und schonungslos über enttäuschte Erwartungen, über ihre Vorstellungen von Beziehung, Glück, Familie und Liebe. „ER SIE ICH“ ist ein Film über die Macht, die eigene Geschichte zu erzählen, und die Machtlosigkeit, eine zweite Version dieser Geschichte zu verhindern. Ein Gespräch, das nie geführt wurde. Mit dem Film möchte die Regisseurin einen Austausch schaffen, der Empathie und Distanz ermöglicht. Diese Dynamik prägt letztlich jede Beziehung. Bei der Vorstellung wird Carlotta Kittel zu einem ausführlichen Filmgespräch anwesend sein. Mit ein wenig Glück habt ihr die Chance auf 1×2 Freikarten. Schreibt uns dazu wie gewohnt eine Mail mit dem Betreff ‚Experiment‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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ER SIE ICH | Do, 08.03.18, 19 Uhr | City Kino Wedding, Müllerstraße 74, 13349 Berlin | partisan-filmverleih.de/filme/er-sie-ich | Facebook | Tickets 7€

Giegling Gig

Dieser Artikel wurde in unserem internen Redaktionsmeeting folgendermaßen gepitcht: „Am 03.03. gibt es Giegling live im Funkhaus.“ (Stille) „GIEGLING!!! DER heiße Scheiß, darüber müssen wir schreiben!“ Und mit Verlaub, das ist in all seiner blumigen Poesie genau so richtig auf den Punkt gebracht. Das Kollektiv um Konstantin, Vril, Traumprinz, Kettenkarussell und Co. ist für seine sphärischen, deepen und teils technoiden Sounds berüchtigt. Los ging alles im Jahr 2006 mit einer House-Party in Weimar, aus der zunächst ein Club und schließlich das Label entstanden. Mittlerweile ist Giegling in Berlin ansässig und international gelinde gesagt erfolgreich. Für den Live Auftritt am 3. März im Funkhaus werden alle Aspekte des interdisziplinären Ansatzes entfaltet. Der Abend beginnt mit Konzerten von Fennesz, Ruben D’hers, Kreidler und Lucky Dragons in Begleitung von Gieglings Leafar Legov, Edward, Ateq und Kettenkarussell, die nur für diesen Anlass einige besondere Sets vorbereitet haben. Später in der Nacht wird zum Tanz gebeten und das Funkhaus verwandelt sich in einen Rave-Bunker. Schließt die Augen und genießt das Beste was das elektronsiche Musikuniversum gerade so zu bieten hat. Wir verlosen 1×2 Tickets an dies besonders Tanz- und Feierwütigen unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚GIEGLIN-GIG‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.

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Giegling live | Sa, 03.03.18, 18:30 Uhr | Funkhaus Berlin, Nalepastraße 18, 12459 Berlin | Eintritt: 37,40€ | Tickets Facebook

Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 27. Februar 2018 | Tags: , , , , , , , , , Keine Kommentare

Konzert im Großstadtdschungel

Der Berliner Winter ist hart – zumindest ist er ziemlich kalt, auch wenn die Sonne sich ab und an mal blicken lässt. Der Gedanke, cocktailschlürfend in der Karibiksonne zu relaxen, ist da schon sehr verlockend. Wen das Fernweh auch gepackt hat – es aber aktuell leider nicht schafft, sich in den nächsten Jet-Set Urlaub zu begeben – dem empfehlen wir schleunigst die exotischen Orte der eigenen Stadt auszukundschaften. Gemeint wäre da das Große Tropenhaus und weitere Gewächshäuser im Botanischen Garten. Die Palmensinfonie verwandelt an vier Samstagen im März das gesamte Areal in einen einzigartigen Konzertsaal. Sie verbindet klassischen Musikgenuss mit der ganz besonderen Atmosphäre der unterschiedlichen Gewächshäuser und ihrer Pflanzenwelt. Bei angenehmen 22 Grad lädt das Große Tropenhaus zum Entspannen ein, im Kakteenhaus könnt ihr einen Kurztrip nach Mexiko unternehmen und das Farnhaus trumpft mit üppigem Grün. Dabei spielen renommierte Berliner Ensembles und Solisten von 18 bis 20 Uhr inmitten der botanischen Vielfalt. Für den musikalischen Spaziergang durch die Pflanzenwelt verlosen wir noch schnell 1×2 Freikarten für den 3. März. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚Großstadtdschungel‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.

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Palmensinfonie im Botanischen Garten Berlin | Königin-Luise-Straße 6-8, 14195 Berlin | Eintritt: ab 18 Euro | Tickets | Facebook

Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 27. Februar 2018 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Abstrakt

Er gehört seit nahezu fünf Jahrzehnten zu den international bedeutendsten Künstlern. Abstraktion und unscharf abgemalte Fotografien und Farbflächen prägen sein vielseitiges malerisches Schaffen (okay, das war jetzt arg verknappt aber ja). Ganz nebenbei zählen seine Werke auf dem aktuellen Kunstmarkt zu den teuersten eines lebenden Künstlers überhaupt. Gerhard Richter begann bereits vor seiner Professur für Malerei an der Düsseldorfer Kunstakademie in den 1960er Jahren die Malerei zu hinterfragen. Nun widmet ihm das Potsdamer Museum Barberini die Ausstellung „Gerhard Richter. Abstraktion“, die vom 30. Juni bis zum 21. Oktober 2018 zu sehen ist. Die Ausstellung durchmisst Richters Werk von den 1960er Jahren bis heute und untersucht das Verhältnis und die Bedeutung von Abstraktion und Gegenstand, von Fotografie und Farbmaterial, von Übermalung und Freilegung. Diese Themen werden auch in den Vorträgen des Symposiums am 5. März im Museum Barberini behandelt. In Zusammenarbeit mit dem Gerhard Richter Archiv bilden sie die Grundlage für die Beiträge im Katalog zur Ausstellung. Wir verlosen exklusiv 2×2 Freikarten für die Teilnahme am Symposium an die besonders Kunstinteressierten unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚RETHCIR‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Symposium zur Ausstellung Gerhard Richter. Abstraktion | 05.03.2018 | Museum Barberini Alter Markt, Humboldtstraße 5–6, 14467 Potsdam| Eintritt: 10 Euro | Facebook | Foto: Gerhard Richter

Auf die Faust

Ein Drama, eine Stadt, hunderte Events – nein, die Rede ist ausnahmsweise mal nicht von Berlin, sondern von München. Ja mei! Die wunderbare Stadt an der Isar steht 2018 für fünf Monate lang im Zeichen von Goethes berühmtestem Drama „Faust“. Vom 23. Februar bis zum 29. Juli 2018 werden Ausstellungen, Konzerte, Filmvorführungen, Vorträge, literarische Veranstaltungen, Theaterproduktionen, Tanzvorstellungen, Partys (puh, kurz Luft holen), Führungen, Foto-Wettbewerbe und Web-Serien präsentiert. Es entwickeln sich in schwindelerregender Vielfalt eigene Perspektiven, neue kreative Facetten und ungekannte Zugänge öffnen sich zu diesem einzigartigen Werk der deutschen Literatur. Das Faust-Festival München ist eine Initiative der Kunsthalle München und des Gasteig. Es umfasst alle Genres und bringt Partner jeder Größenordnung zusammen. Die mittleren und kleinen Häuser, Künstler aller Genres, die Off-Szene, Profis und Laien sorgen dafür, dass Faust im Zentrum der Landeshauptstadt genauso präsent ist wie in den angrenzenden Stadtteilen. Die Idee entstand bei den Planungen zur Ausstellung „Du bist Faust − Goethes Drama in der Kunst“, die zeitgleich in der Kunsthalle München zu sehen ist. Faust ist aktueller denn je, Faust repräsentiert den prototypischen modernen Menschen – rastlos auf der Suche, jedoch nie am Ziel. Das Drama hinterfragt den Menschen noch immer in seiner Verführbarkeit, Moral und Gesellschaftsstruktur. Seine Fragen sind auch unsere großen Fragen heute.
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Faust Festival München | 23.02.-29.07.2018 | Website | Facebook

Die Welt ist alles, was der Fall ist.

In einer Zeit, in der die GoPro den Kick des Stürzens in Netzvideos multipliziert, verliert alles Verlässliche seinen Reiz. Der Fall ist quasi zum Signum einer ganzen Kultur geworden. Lässt er sich abbilden, fotografieren? Oder ist er schlicht ein unbezweifelbares Faktum, eine Tatsache, eine Gewissheit? Die aktuelle Ausstellung ‚Joel Meyerowitz . Why Color?‘ Retrospective bei C/O Berlin präsentiert die Aufführung und performative Lesung von „Was der Fall ist… Prekäre Choreographien“ mit den Autoren Winfried Gerling und Fabian Goppelsröder. Das Buch ist eine Untersuchung über die Bildgeschichte des Fallens und weist besondere Bezüge zu den Fotografien von Joel Meyerowitz auf. Meyerowitz hat als einer der wichtigsten Wegbereiter der New Color Photography viele nachfolgende Generationen sichtbar beeinflusst. Die Autoren und die Choreographin lassen den Text in den Dialog treten und nehmen die Formensprache der ausgestellten Werke auf. Sie interpretieren sie als Bewegung im Raum und kreieren auf eine neue Art und Weise eindrückliche und intime Live-Erlebnisse in der Ausstellung bei C/O Berlin. Für die außergewöhnlich Vorstellung am 15. Februar im C/O Berlin verlosen wir 2×2 Tickets. Schreibt uns dazu eine Mail mit dem Betreff ‚FALL‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Was der Fall ist…Prekäre Choreoraphien | Do, 15.02.2018, 20.30 Uhr | C/O Berlin, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin | Tickets 10€ | www.co-berlin.org | Facebook Eventlink

Jute Reise

Stellt euch vor, ihr steigt in eine Rakete ein, schießt durch die Stratosphäre und haltet ein kurzes Pläuschchen mit dem Mann im Mond. Wäre das nicht saucool? In Paul Linckes Meisterstück „Frau Luna“ wird der Kindheitstraum vom Astronauten-Dasein wahrhaftig Realität. Das Tipi am Kanzleramt hebt mal eben mit ALLEM was auf Hauptstadtbühnen Klang und Namen hat in den Berliner Operettenhimmel ab und begibt sich auf eine Reise durch die Milchstraße. Unter der Regie von Bernd Mottl stellt das Stück schwungvoll und einmal mehr unter Beweis, dass der Berliner in Sachen Luftfahrt nicht erst seit heute von typischem Größenwahn und mangelndem Sachverstand gleichermaßen beseelt ist. Dabei handelt die Geschichte von dem waschechten Berliner Fritz Steppke, der einen Stratosphären-Expressballon erfunden hat und endlich mit seinen Freunden Lämmermeier und Pannecke zum Mond fliegen will, um dort den Mann im Mond zu treffen. Trotz der Versuche seiner Verlobten Marie und ihrer Tante ihn davon abzuhalten, gelingt den Dreien mit ihrem selbst gebauten Vehikel zur allseitigen Überraschung tatsächlich eine Landung auf dem Mond. (Wenn da mal nicht ein gewisser Elon Musk seine Idee geklaut hat…) Hier angekommen entpuppt sich für die Reisenden der Mann im Mond als flotte Witwe und das Malheur nimmt seinen Lauf. Dabei wollten die Berliner ja eigentlich nur mal kieken… Für diejenigen unter euch, die die grandiose Operette im Tipi am Kanzleramt gerne live miterleben wollen, verlosen wir 1×2 Freikarten für den 15. Februar. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „MONDMANN!“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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„Frau Luna“ | Tipi am Kanzleramt, Große Querallee, 10557 Berlin | tipi-am-kanzleramt.de | Facebook Event | Tickets

Nehmen und geben

Mit Fotos für den guten Zweck ist das oft so eine Sache. Allzu oft wird die reine Dokumentation des Leids genutzt, um moralisch an den Betrachter zu appellieren. Der Reflex greift, doch er greift auch oft zu kurz. Der Protagonist wird zum Opfer, was im Bewusstsein bleibt, ist nicht er, sondern das Bild des Leides selbst. Die Ausstellung „PortrAid – Get art. Give work“ verfolgt einen anderen Ansatz. Zu sehen sind 38 Fotografien von Webern in Äthiopien. Das Besondere: Mit dem Verkauf der gezeigten Fotografien will die ABURY Foundation über PortrAid neue Webstühle erwerben, um die Situation der abgebildeten Handwerker und ihrer Familien zu verbessern. Hinter den Portraits steckt die national und international mehrfach ausgezeichnete Fotokünstlerin Xiomara Bender. Sie schafft es immer wieder aufs Neue Menschen näher zu kommen und sie authentisch, mit Empathie, Respekt und Würde abzulichten. PortrAid bietet dabei eine Plattform mit einem einfachen Konzept. Fotografieren, um Probleme künstlerisch zu illustrieren. Der Erlös aus dem Verkauf eines Kunstwerks kommt dabei direkt demjenigen auf dem Bild zugute. Interessierte können die Fotos zu einem Preis von 590 Euro beziehungsweise 2.500 Euro direkt im DRIVE und über die Internetseite portraid.org erwerben. Das Opening steigt am 13. Februar im DRIVE Berlin. Unter diesem Link könnt ihr euch für die Eröffnung kostenlos anmelden. Passend dazu verlosen wir 1x ein Postkartenset von der Künstlerin Xiomara Bender sowie 1x ein Tuch, welches einige von den Webern auf den Bildern tragen. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚WOLRD WIDE WEB‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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„PortrAid – Get art. Give work.“ | Opening Di., 13.02.2018 | Ausstellungszeitraum: 14.02.-07.03.2018 | DRIVE. Volkswagen Group Forum, Friedrichstraße 84/ Ecke Unter den Linden, 10117 Berlin | Website | freier Eintritt

Wir sind Deutschland

Max, Mia, Linus, Sharon, Aische, Ali, Maik, Maurice und Ronny – wer immer noch nicht verstanden hat, was und vor allem wer so alles zu Deutschland gehört, dem empfehlen wir den Besuch in einer Berliner Kita seiner Wahl. Ersatzsweise kann man sich auch ein Spiel unserer Fußballnationalmannschaft zu Gemüte führen. Aber bitte nicht wundern, die sprechen alle erstaunlich gut Deutsch. Das liegt natürlich daran, dass Sami, Mesut & Co. allesamt in Deutschland geboren und aufgewachsen sind. Die Geschichte ihrer Eltern freilich, die einst aus ganz unterschiedlichen Gründen in die Bundesrepublik kamen, ist eine andere. Im Rahmen der wundervollen Literaturplattform Daughters & Sons of Gastarbeiters führen Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Herkunft bereits seit 2015 ihre Familiengeschichten in künstlerisch-performativer Form auf. Die Erzählungen decken mit einer stilistischen Bandbreite verschiedene Aspekte der Migrationsgeschichte ab. Nicht nur, dass ihre Eltern in Deutschland als „Gastarbeiter“ den Wirtschaftsaufschwung gemeistert haben, ihre Geschichten sind ein fester Bestandteil der deutschen Nachkriegszeit. Begleitet von Bildprojektionen aus dem Familienalbum, Bühnenbild, Film und Musik soll ein öffentlicher Diskurs über das Selbstverständnis und die Relevanz der Einwanderer in der deutschen Gesellschaft angeregt werden. Die Geschichten wollen auch dazu animieren, sich dem Projekt mit ihren eigenen Erfahrungen anzuschließen, um den Kosmos so stetig zu erweitern. Heute Abend lesen Cicek Bacik, Zoran Terzik, Wolfgang Farkas, Ok-Hee Jeong und Shlomit Tulgan. Der Eintritt ist kostenlos. Alternativ wird die Veranstaltung auch als Livestream übertragen.
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Daughters and Sons of GastarbeiterEine multimediale Lesung | Mi, 07.02.2018 | Heimatkunde – Migrationspolitisches Portal der Heinrich Böll Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin | freier Eintritt | www.gastarbeiters.de | Facebook

Willkommen in Rimini

Ein Rentner, der mit einem Wellensittich redet, seine Frau, die vor ihm flüchtet, ein Anwalt, der seine Analytikerin stalkt und eine Schauspielerin auf der Suche nach dem passenden Erzeuger. Die Autorin Sonja Heiss kennen wir als Regisseurin der Kinofilme „Hotel Very Welcome“ und „Hedi Schneider steckt fest“. Im Sommer letzten Jahres ist ihr Romandebüt erschienen. Voller Tragik, Witz und Lebensnähe. Rimini ist ein meisterhafter Roman, der seinen Humor aus den Abgründen des Lebens schöpft. Sonja Heiss entwirft ihre Charaktere mit enormer psychologischer Raffinesse. Ihr Blick auf den menschlichen Alltag bringt Details hervor, die mit bloßem Auge kaum sichtbar sind. Heute Abend nun liest die Autorin im Pfefferberg Theater in Berlin aus Rimini vor und hat sich mit Heike Makatsch prominente Unterstützung an die Seiten geholt. Die gehört nicht nur seit Mitte der 1990er Jahre zur allerersten Schauspielgarde des Landes, sondern hat auch schon zahlreichen Hörbüchern ihre Stimme geliehen. Inhaltlich geht es um eine herrlich dysfunktionale Familie. Hans ist Anwalt, reich und erfolgreich. Doch plötzlich kehrt diese irrationale Wut in ihm zurück. Die Ehe funktioniert nicht mehr und er verliebt sich in seine neue Psychoanalytikerin. Seine Schwester Masha beschließt mit 39 Jahren ein Kind mit ihrem Freund zu bekommen. Doch plötzlich nervt er sie nur noch. Masha begibt sich auf die panische Suche nach einem neuen Mann, doch ihre Idee, im Bett den zukünftigen Vater ihres Kindes zu finden, ist zum Scheitern verurteilt. Alexander und Barbara sind die Eltern der ungleichen Geschwister und müssen sich im Alltag eines Rentnerpaars zurechtfinden. Während Alexander sich schon einsam fühlt, wenn seine Frau in ein anderes Zimmer geht, bleibt für sie nur die Flucht. Sie ahnt nicht, was sie damit in Gang setzt. Für die Lesung heute Abend verlosen wir exklusiv die letzten 1×2 Tickets. Schreibt uns ganz schnell eine Mail mit dem Betreff „WELCOME HEDI“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Sonja Heiss & Heike Makatsch lesen aus „Rimini“ | Mi, 31.01.18, 20-22 Uhr | Pfefferbergtheater, Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin | Tickets  | Facebook

Freude, Angst, Überraschung, Trauer, Ekel, Wut, Vertrauen, Erwartung

Erinnert ihr euch noch an die Lichtgrenze anlässlich des 25-jährigen Jahrestages des Mauerfalls? Durch die ganze einstmals geteilte Stadt zog sich eine imaginäre Mauer aus Lichtsäulen, die sich per Knopfdruck auflöste und im trüben Nachthimmel verschwand. Verantwortlich für das Projekt damals war der Künstler Christopher Bauder, der mit seiner Arbeit immer wieder Grenzen sprengt, ob im Centre Pompidou in Paris, dem Museum of Fine Arts Taiwan oder zuletzt beim Lost-Art-Festival, dem Schlussakkord der Willner Brauerei. Christopher Bauder erschafft großformatige Licht-Soundinstallationen. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf der Transformation von Bits und Bytes zu Objekten im Raum und umgekehrt. Die Objekte, der Sound, das Licht und der umgebende Raum interagieren miteinander und saugen den Zuschauer ins Werk. Mehr noch, er begibt sich auf eine emotionale Reise und wird damit praktisch Teil der Installlation. Mit seiner spektakulären neuen Inszenierung SKALAR, die vom 27.01. bis 25.02. im Berliner Kraftwerk stattfindet, bringt der Künstler diesen Ansatz zur absoluten Vollendung. Gemeinsam mit dem Musiker Kangding Ray schickt er die Besucher auf eine Reise durch die Basisemotionen. Freude, Angst, Überraschung, Trauer, Ekel, Wut, Vertrauen, Erwartung: Das gesamte Spektrum der emotionalen menschlichen Erfahrungen wird durch eine immer wechselnde Tonalität in Licht, Ton und Bewegung ausgelöst, manipuliert und in Zyklen wiederholt. Modernste Technologie wird zu Kunst, hebt die Möglichkeiten der künstlerischen Kreation auf ein neues Level und lässt den Besucher in eine überirdische Atmosphäre eintauchen, die noch lange nachhallt. Das Ergebnis ist das vermeintlich Unmögliche, die Übersetzung von High-Tech-Maschinerie in pure Emotion. Das Ambiente des Kraftwerks tut sein Übriges hinzu. Das absolute Highlight sind die Live Performances am 4. und 24. Februar, bei denen die Stimmung der Besucher direkten Einfluss auf die Kunst und damit die Gestaltung nimmt, diese transportiert, verstärkt und bewegt – Angst wird zu Terror, Freude zu Extase und Erwartung zu…? Lassen wir uns überraschen.
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SKALAR – REFLECTIONS ON LIGHT AND SOUND | 25.01.-27.02., Mo-Do: 15-21 Uhr, Fr+Sa: 13-23 Uhr, So: 13-21 Uhr | Kraftwerk, Köpenicker Str. 70, 10179 Berlin | Tickets 12/9 Euro | Live Performances 04.02. und 24.02., Tickets 25 Euro | Tickets | Facebook Eventlink