Tony Ettelt & Sebastian Heil

Tony Ettelt und Sebastian Heil sind so etwas wie das Dynamische Duo der Berliner Club-Kultur. Über 13 Jahre wirken die beiden nun schon gemeinsam und schufen u. a. mit der Wilden Renate und der Else zwei echte Institutionen. Und nun? Entwickelten sie ein visionäres Standort-Konzept, um mit dem ZENNER im Treptower Park einen der schönsten historischen Begegnungsorte der Hauptstadt zu neuem Leben zu erwecken. Seit letzter Woche gibt es schon Bio-Eis, ganz bald eröffnet der Bier- und Weingarten, irgendwann kommen Turmhaus, Körnervilla und der große ZENNER Saal dazu. Auf über 8.000 qm erwarten euch dann kreative Formate, interdisziplinäre Live-Veranstaltungen und künstlerische Elaboration zwischen allen musikalischen Genres.

Name: Tony Ettelt / Sebastian Heil
Alter: 40 / 38
Wohnort: Strausberg bei Berlin / Berlin
Beruf: Unternehmer im Event-, Gastro- und Locationkontext / Eventmanager und Gastronom
Schuhgröße: 42 / 42
Lieblingsfilmzitat: „42″ (Per Anhalter durch die Galaxis) / „Alles ist nur provisorisch. Die Liebe, die Kunst, der Planet Erde. Sie und Ich. Vor allem ich.“ (99 Francs)
Kontakt: zenner.berlin

Verrate uns einen magischen Ort!
Tony: Mein Garten.
Sebastian: Die Modernsohnbrücke bei Sonnenuntergang. Hier habe ich mit Freunden schon berauschende Momente erlebt.

Bitte vervollständige: Der Treptower Park ist…
Tony: …ein wunderbar weitläufiges innerstädtisches Naturrefugium, in dem ich 1999 meine ersten, fast offiziellen Techno-Open-Airs veranstaltete.
Sebastian: …der schönste Park Berlins und aktuell auch Refugium für Berliner zu Zeiten von Lockdowns und Kontaktbeschränkungen.

Welcher Moment hat alles verändert?
Tony: Zum einen natürlich die Geburten meiner beiden Söhne. Zum anderen aber auch eine schöne Begebenheit auf der Fusion. Ich lag vor etwa 12 Jahren mit meiner Freundin Katinka tagsüber auf einer roten Decke vor der leeren Turmbühne auf dem Fusion Festival. Wir schliefen irgendwann ein und als wir aufwachten, war die Hölle los und tausende Leute tanzten um uns herum, denn die Show hatte zwischenzeitlich begonnen. Das Schöne dabei war, dass wir uns trotz der nur wenige Zentimeter von uns entfernten tanzende Meute sicher und geborgen fühlten und so blieben einfach verkuschelt zwischen den Massen liegen. Das war ein schönes Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen, woran ich mich gern erinnere.
Sebastian: Im positiven Sinne war es der 26. März 2020. An diesem Tag habe ich die Nachricht für den Zuschlag zur Übernahme des ZENNER’s erhalten. Im negativen Sinne stand die Welt bereits wenige Wochen davor mit dem Ausruf der Pandemie auf dem Kopf.

Wann hast du zuletzt kulinarisch etwas Neues ausprobiert und was war das?
Tony: Meine Söhne haben mir die perversen Stinke-Bonbons zum Probieren gegeben. Die schmecken z.B. nach Pfurz, Popel oder Schleimkotze. Das war mal was Neues.
Sebastian: Uhh, ich hab kürzlich „Muffels“ probiert. Eine Mischung aus Muffin und Waffel, gerollt und mittig gefüllt mit Eiscreme, Toppings und Saucen. Sehr sehr geiles Zeug.

Hast du ein Lieblingsbier?
Tony: Eigentlich sind es zwei. Im Zenner ist mein Favorit das Berliner Bürgerbräu aus dem Kupfertank. Privat gibt’s am liebsten das Helle vom Hofbräuhaus Traunstein, ebenfalls mordssüffig aus dem Holzfass.
Sebastian: Meistens greife ich zum Tegernseer Hell. Das geht in die Richtung „Lieblingsbier“ – es gibt aber viele wirklich leckere Biere. Bürgerbräu Pils zum Beispiel, welches wir exklusiv in unserem ZENNER Bier- und Weingarten ausschenken werden. ;-)

Ich bin Fan von…
Tony: Jan Böhmermann.
Sebastian: Meiner Freundin. Die ist cool.

Dein Soundtrack für den kommenden Sommer?
Tony: UNKLE, The Road I + II.
Sebastian: Wahrscheinlich der ersteTrack, zu dem man wieder gemeinsam mit Freunden tanzen darf!

Zu welcher Musik tanzt du am liebsten?
Tony: Ich bin nicht so der Tänzer, aber wenn Musik und Stimmung zum Sonnenaufgang trippy werden, bin ich gern mal dabei.
Sebastian: Zu elektronischer Musik. Egal, ob soft, slow oder treibend technoid.

Was macht dich richtig zufrieden?
Tony: Mit dem eFoil übers Wasser zu fliegen.
Sebastian: Weiter…

Wo würdest du gerne in fünf Jahren mit dem ZENNER stehen?
Tony: Ich hätte gern viel mehr Zeit für die Menschen im und am ZENNER, also unser Team und unsere Gäste. Als Gastgeber, der einfach weiß, dass in den Abläufen alles flutscht. Aktuell bin ich mit Sebastian noch stark mit dem Aufbau der Organisation beschäftigt, wodurch Zeit für das Zwischenmenschliche und aber auch für meine Familie fehlt.
Sebastian: Ich möchte die Vision, die ich mit Tony für den ZENNER entwickelt habe, zum Ziel bringen. Sowohl kulinarisch, als auch musikalisch und kulturell möchten wir ein Ausrufezeichen setzen und die Marke ZENNER regional, national und gerne auch international etablieren.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Tony: Ich denke jetzt mal groß und utopistisch, aber ihr habt genau danach gefragt und es ist die für mich einzig richtige Antwort: Ich würde all die sinnlosen Kriege dieser Welt beenden.
Sebastian: Dass der Tag nur 24 Stunden hat.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Tony: Haha, ich bin wirklich kein großer Koch! Ich wuchs überwiegend mit der 5 Minuten Terrine auf. Aber wenn ich etwas kochen muss, dann: Berliner Bouletten (gern auch veggie, aber immer mit Kümmel) mit Kartoffelstampf, Mini-Möhrchen, Erbsen und heller Soße. Ein old school Familien-Rezept meiner Oma.
Sebastian: Kochen ist eine meiner Leidenschaften, deshalb freue ich mich, wenn ihr mich endlich besuchen kommt. Passend zur Saison würde ich für euch ein Spargelgericht servieren, mit Rosmarinkartoffeln und meiner mehrfach prämierten, hausgemachten Sauce Hollandaise.

Was sollte niemand von dir wissen?
Tony: Von meinem Schnarchen sollte besser niemand etwas wissen.
Sebastian: Dass ich als Kind ein Virtuose am Akkordeon war, haha.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Tony: Wozu der ganze Quatsch?
Sebastian: Was ich als Kind noch so getrieben habe.

Das letzte Wort:
Tony: Katinka.
Sebastian: Prost!

FOTO: Lena Burmann

Lisa Who

Lisa Who? Lisa Who! So heißt die wunderbare Berliner Musikerin, die gerade ihr eigenes Label „the shit records“, gegründet und beschlossen hat, ihr zweites Album, das eigentlich schon 2020 erscheinen sollte, allein herauszubringen. Was will man auch machen, wenn man weder unter Leute noch auf Tour gehen kann? Letzteres tut sie entweder solo oder mit der Band Madsen, für die sie live die Tasteninstrumente spielt. Um auch während der Pandemie für andere Menschen da sein zu können, arbeitet sie seit diesem Jahr nebenbei in einem Senior*innenwohnheim. Ab Freitag gibt es endlich ihr neues Album auf die Ohren. Der Titel: „Ein neuer Beginn“. Na, wenn das mal nicht das Mantra der Stunde ist. Und dazu einen veganen Marmorkuchen-Muffin.

Name: Lisa Who
Alter: 36
Wohnort: Berlin-Wedding
Beruf: Musikerin
Schuhgröße: 40,5
Lieblingsohrwurm: Dua Lipa – „New Rules“, zu diesem Lied dance ich fast jeden Morgen unter der eiskalten Dusche, kein Scherz!
Kontakt: lisa@lisawho.de

Beschreibe dein neues Album in einem Satz: Ein hörbares Tagebuch der letzten drei Jahre, so vielseitig wie meine Emotionen.

Was treibt dich an? Einen Zustand der Zufriedenheit und Erfüllung zu erreichen.

Welchen Beruf würdest du gerne mal für einen Tag ausüben? Balletttänzerin, aber nur, wenn ich auch die Fähigkeiten einer echten Ballerina habe, sonst macht das ja keinen Spaß.

Was sollten alle über dich wissen? Ich liebe Trash-TV und stehe dazu!

Wo fühlst du dich zuhause? Entweder in Berlin in meiner Wohnung oder irgendwo in der Natur. Badend bei Regen im Meer oder wandernd im Gebirge.

Welche aktuell lebende Person würdest du gerne mal treffen und warum? Beyoncé, diese Frau fasziniert mich. Ich würde gerne mal wissen, wie ein ganz normaler Tag bei ihr aussieht.

Wovon träumst du nachts heimlich? Von einem utopischen Lottogewinn und davon, was ich mit dem Geld mache, wie ich es unter meinen Freunden und meiner Familie aufteile und wie sie reagieren, wenn ich ihnen davon erzähle.

Wann ist eine Person für dich am schönsten? Zufriedenheit ist ein Zustand, der wahnsinnig schön macht. Noch eine Prise Humor, soziale Intelligenz und kritisches Hinterfragen der Dinge: wun-der-schön!

Wie alt wärst du, wenn du dein Alter nicht wüsstest? 33 – Schnapszahl für immer.

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Ich bin mal mit meinem Freund auf Teneriffa durch kleine Gassen gelaufen und habe ein bekanntes Lied gepfiffen. Irgendwo, ein paar Gassen weiter, hat jemand die Melodie weitergepfiffen. Das ging ein paar Mal hin und her und hat mich irgendwie sehr berührt. Auch wenn wir uns nicht begegnet sind, werde ich das nicht vergessen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Rassismus und Diskriminierung einfach löschen bzw. radikal abschaffen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ich würde ziemlich wahrscheinlich eher etwas backen und zwar pflanzliche Marmorkuchen-Muffins.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich kann sehr viele Dinge gut, aber nichts wirklich perfekt. Das ärgert mich zeitweise sehr.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Die Frage nach einer Buchempfehlung.

Das letzte Wort: Nicht das Gute aus den Augen verlieren. Wenn man genau hinschaut, findet man immer etwas. Heute morgen war ich dankbar für meine Gesundheit, meinen kuscheligen Bademantel und das trinkbare Wasser aus der Leitung.

FOTO: Hannes Caspar

Grit & Claude Trendel

Claude ist ein Franzose in Berlin. Grit ist die Frau und „Managerin“ von Claude. So stellen sich die beiden Macherinnen der Gourmanderie selbst vor. Die Gourmanderie ist eine (manche sagen DIE) Location für Kochkurse, Events und exzellente Küche in Charlottenburg. Das liegt vor allem an dem deutsch-französischen Powercouple. Grit war 15 Jahre Eventmanagerin bei einer Bank und bis zur coronabedingten Schließung zehn Jahre Restaurantbetreiberin. Claude ist Koch aus Leidenschaft mit eigenem Garten – den er BTW auch selber düngt (siehe unten). Wir freuen uns schon auf einen Kochkurs bei euch auf der anderen Seite von Corona. Nur noch ein bisschen durchhalten, ihr zwei! Wir drücken die grünen Daumen.

Name: Grit Trendel / Claude Trendel
Alter: 54 / 51
Wohnort: Berlin / Berlin Waidmannslust
Beruf: Betriebswirtin, Marketing-Fachkauffrau, Eventmanagerin, Ernährungsberaterin / Koch, Gastronom
Schuhgröße: 38 / 41
Lieblingsgszutat: Liebe / Salz und Pfeffer
Kontakt: grit@gourmanderie.de / claude@gourmanderie.de

Dein größtes Meisterwerk bisher?
Grit: Mein Sohn (macht gerade sein Abi).
Claude: Mit 26 mein eigenes Restaurant zu öffnen.

Ein Rezept, das jeder hinbekommt?
Grit: Gute Zutaten kaufen und frisch verarbeiten, dann gelingt fast alles.
Claude: Tian de légumes.

Du musst dich entscheiden, entweder jeden Tag Burger essen oder nie wieder einen Burger essen:
Grit: Nie! Brauch ich nicht!
Claude: Nie wieder Burger.

Wer oder was inspiriert dich?
Grit: Immer wieder Neues ausprobieren, Lob von Gästen.
Claude: Küche aus Gemüse, Obst, Kräuter.

Dein absoluter kulinarischer Geheimtipp in Berlin?
Grit: Im letzten Jahr hätte ich noch das Le Piaf Gourmand empfohlen, das es leider wegen Corona nicht mehr gibt.
Claude: Die Gourmanderie.

Butter bei die Fische: Du kommst nach einem langen Arbeitstag nach Hause und hast keine Lust zu kochen. Was machst du?
Grit: Sushi kaufen auf dem Heimweg.
Claude: Ich kaufe Sushi auf dem Weg nach Hause.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das?
Grit: Ein Streaming-Event am 24.04. zum 25-jährigen Jahrestag der Eröffnung des „Le Piaf“ (Claudes erstes Restaurant).
Claude: Süßkartoffeln à la Ottolenghi.

Wovon kannst du nicht genug bekommen?
Grit: Handcreme.
Claude: Lob.

Wofür bist du dankbar?
Grit: Meine Familie, Gesundheit und unseren Freundeskreis.
Claude: Dass ich gesund durch das Leben gehe und dass ich meine Frau und meinen Sohn habe.

Du triffst dein 18-jähriges Ich. Welchen Rat gibst du dir selbst?
Grit: Geh deinen eigenen Weg!
Claude: Sei noch mutiger!

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Grit: Bessere Bildung und Erziehung in Sachen Ernährung, Lebensmittelherkunft und Klima.
Claude: Unseren Planeten retten.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Grit: Etwas, was man vorbereiten und in den Ofen schieben kann, damit Zeit für die Gäste bleibt.
Claude: Ibérico-Schweinekotelett vom Grill mit Koriandersamen.

Was sollte niemand von dir wissen?
Grit: Weiß ich selbst nicht.
Claude: Ich pinkle in die Gießkanne, um meinen Garten damit zu düngen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Grit: Was machst du nach Corona?
Claude: Was sind meine Hobbys? (Gärtnern, Segeln.)

Das letzte Wort:
Grit: Hab ich mal gelesen: Für einen genussvollen Abend kommt es nicht so sehr darauf an, was sich auf den Tellern, sondern was sich auf den Stühlen befindet.
Claude: Wir sollten alle schonender und respektvoller miteinander sowie mit unserem Planeten umgehen. Die Pandemie ist hart, aber wird hoffentlich später auch Gutes hervorbringen.

FOTO: Gourmanderie

Oğuz Yılmaz & Felix Hummel

Influencen – aber mit Sinn und Verstand. Oğuz Yılmaz und Oğuz Yılmaz haben sich zusammengetan, um als YilmazHummel das Künstler*innenmanagement „in Ordnung zu bringen“ und die Reichweite auf Social Media für nachhaltige Themen zu nutzen. Felix ist seit zehn Jahren in der Influencer*innen-Welt zuhause und baute zuletzt die Marketing-Agentur Buzz Bird auf, die auch und vor allem mit großen Mainstreammarken arbeitet. Nicht sein Ding, geht auch anders. Oğuz war Mitglied des legendären Comedytrios Y-Titty und betrieb zwischen 2012 und 2014 den meistabonnierten deutschsprachigen YouTube-Kanal überhaupt. Außerdem moderierte, musizierte, managte, beriet und schrieb er am laufenden Band (übrigens ohne Studium) und gründete die Social-Media-Agentur whylder. Geht auch anders, geht besser: Voilá: YilmazHummel. Der Lohn vons Janze: so oft Nein sagen können wie man will und eine bessere Welt für uns alle.

Name: Oğuz Yılmaz / Felix Hummel
Alter: 30 / 34
Wohnort: Köln / Berlin
Beruf: Gründer, Künstler*innen Manager / Unternehmer, Künstler*innen Manager
Schuhgröße: 44 2/3 / 44
Lieblingsfilmzitat: „Ich tötete Mufasa“ (König der Löwen) / „If you vote for me, and all your wildest dreams will come true.”
Kontakt: info@yilmazhummel.com / instagram.com/felixhummel

Was ist das Beste an deinem Beruf?
Oğuz: Zum einen, dass ich als Selbständiger arbeiten kann, was für mich aktuell die beste Arbeitsform ist. Zum anderen inhaltlich, dass ich einen Job und ein Umfeld habe, in dem ich meine persönlichen Interessen und das, was ich selbst vertrete und mag, auch ausleben kann, ohne mich verbiegen zu müssen.
Felix: Das Beste ist relativ simpel – früher in der Agentur war die Antwort immer „ja“ und jetzt kann ich immer „nein“ sagen.

Welchen Beruf würdest du gerne mal für einen Tag ausüben?
Oğuz: Das Leben eines Politikers, weil ich wissen will, wie viel Arbeit das wirklich ist.
Felix: Tierpfleger.

Du darfst den Duden um drei Wörter deiner Wahl ergänzen. Bitteschön:
Oğuz:
– „stinkert“ (Das ist das Gefühl, wenn man ein Alexander Marcus Video guckt.)
– „vapen“
– „influencen“ (das Verb)
Felix:
– „lame“ (langweilig)
– „pörfi“ (perfekt)
– „peinlo“ (peinlich)

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt?
Oğuz: Als ich gesehen habe, wie viele alte Menschen bei der Tafel anstehen müssen.
Felix: Der Tod von meinem Vater.

Oğuz, beschreibe Felix mit drei Worten: Genial, ehrlich, empathisch.
Felix, beschreibe Oğuz mit drei Worten: Integer, idealistisch, liebenswert.

In welcher Beziehung bist du ein Spießer?
Oğuz: Steuern zahlen. Ich bin ganz brav und zahle alles. Unpopular opinion, aber ich find es auch einfach nicht cool, Steuern zu hinterziehen.
Felix: Bei der Mülltrennung und beim Glasflaschen-Einwerfen.

Wessen Gedanken würdest du gern lesen können?
Oğuz: Andreas Scheuer, um zu wissen, was dieser höchst kompetente Politiker den ganzen Tag so denkt.
Felix: Die von meinem Psychotherapeuten.

Welche aktuell lebende Person würdest du gerne mal treffen und warum?
Oğuz: Niemanden. Ich habe generell keine Vorbilder.
Felix: Elon Musk. Nicht weil ich ihn so cool finde, sondern einfach um herauszufinden, ob er seine Entscheidungen und Äußerungen aus Strategie-Gründen macht oder ob ihm das einfach in die Wiege gelegt wurde.

Deine größte Schwäche?
Oğuz: Anpassungsvermögen.
Felix: Ungeduld.

Über welches Geschenk hast du dich in deinem Leben am meisten gefreut?
Oğuz: Einen Game Boy Color mit der Pokémon Silbernen Edition im Sommer 2001, als ich im Krankenhaus lag nach einer Knie-OP.
Felix: Erstausgabe von „In The Shadow Of The Rose“.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Oğuz: Tax the rich – Reiche besteuern und eine Obergrenze für Vermögen einführen.
Felix: Ich würde Bildung für jeden verfügbar machen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Oğuz: Auberginenauflauf in Tomaten-Butter-Sauce mit Reis.
Felix: Ofengemüse mit Olivenöl und Tahini-Sauce.

Was sollte niemand von dir wissen?
Oğuz: Dass ich es eigentlich hasse zu lesen – aber trotzdem gerne ein Buch schreiben würde. Damit wäre ich vielleicht der erste Autor, der sein eigenes Buch nicht komplett gelesen hätte.
Felix: Meine Myers-Briggs-Testergebnisse.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Oğuz: Was ist dein Lieblings-YouTube-Kanal? Dann hätte ich geantwortet: Veritasium.
Felix: Wie der Name meiner Haustiere ist.

Das letzte Wort:
Oğuz: Ich plädiere für mehr echtes Interesse an unseren Mitmenschen und der Umwelt: Weniger Profitorientierung und mehr Gemeinwohl.
Felix: Folgt unseren Künstler*innen auf Social Media.

FOTO: Keba

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 20. April 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Fabian Weingart

Der gebürtige Neuruppiner Fabian Weingart war über zehn Jahre als Techno-DJ in Deutschland und der Welt unterwegs. Dann verlor er sein Herz an Kultur, Land und Leute Japans. Jetzt kuratiert er unter myconbini.com eine feine Auswahl an japanischen Lebensmitteln, Küchenausstattung und Büchern. Obendrauf gibt es eine gehörige Prise Japan-Nerdtum und möglicherweise eine kleine Sondervorstellung in der (fast) vergessenen Kunst des Zigarettendrehens. Vielen Dank für dieses in jeder Hinsicht entwaffnende Interview.

Name: Fabian Weingart
Alter: 37
Wohnort: Berlin
Beruf: Japan-Nerd / Shopinhaber / Möchtegern Chef de Cuisine
Schuhgröße: 46
Lieblingsgeschmack: Umami – klingt immer so schick :)
Kontakt: fabian@myconbini.com

Was war die beste Entscheidung deiner beruflichen Laufbahn? Die Zelte hier für eine Zeitlang abzubrechen, mich mit meinen Arbeitgebern zu arrangieren und in Japan mein Büro aufzuschlagen. Der erste „normale“ Arbeitstag in Tokio, ich werde ihn nie vergessen…

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn ich merke, dass andere Menschen die gleiche Freude am Thema teilen und mir die Freude mit dem Shop und dem Service auch mal feedbacken. Das finde ich toll und motiviert immer…

Was bedeutet beruflicher Erfolg für dich? Mir Ziele zu setzen und daran systematisch zu feilen. Zwischendurch hinfallen und wieder aufstehen. Und irgendwann dann auch mal ein Etappenziel erreichen (und das auch ruhig zelebrieren).

Schließ die Augen und denk an etwas Schönes. Woran denkst du? Immer das Gleiche bei mir: Wellenrauschen und der weite, wilde Ozean. Wenn’s dann noch nach gegrilltem Fisch duftet, ist‘s vielleicht doch kein Traum. ;)

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? Zuverlässig, kreativ, mutig. (Klingt nach Klischee, oder?)

Was ist dein verstecktes Talent? Beim Zigarettendrehen reicht mir niemand das Wasser. Wird allerdings nicht mehr so oft eingefordert.

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? Ich merk leider immer noch nix… :)

Auf was für Veränderung hoffst du in der Zukunft? Dass die Welt sich wieder beruhigt und vielleicht etwas mehr lieb hat als vorher.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung an Wochenenden? Ausschlafen, ausgiebig frühstücken und Tennis spielen.

Welche Serie hast du zuletzt einen ganzen Tag lang durchgeguckt? „The One“ fand ich dann doch ganz unterhaltsam.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die Menschheit entwaffnen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Gegrillter Teriyaki-Lachs, gebackener Brokkoli mit Misosauce und frischem Akitakomachi-Reis.

Was sollte niemand von dir wissen? Es weiß aber jemand. :) Dass ich morgens im Bett Kaffee trinke und den Fernseher dazu einschalte…

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was willst du vom Leben? *lach*

Das letzte Wort: Ist überbewertet…Taten zählen!

FOTO: Barbara Wolf

Jess Kunstmann (The Female Explorer)

Jess Kunstmann managt mit ihrem Team das erste Outdoor-Magazin von und für Frauen namens “The Female Explorer”. Unter dem Motto “You don’t get what you don’t ask for” stellt sie sich als Geschäftsführerin gerne neuen Herausforderungen. Die Vogtländerin (Anm. der Red.: Teile der Redaktion sind ebenfalls sehr stolz auf ihre sehr stolzen vogtländischen Vorfahren) ist sie großer Fan von grünen Klößen, lebt heute in Leipzig und entspannt am liebsten an der Ostsee. Ihre geheime Superkraft: Sekt im Raum erzeugen und Energie verdunsten lassen! Oder war es andersherum?

Name: Jess
Alter: 1 + 5 x 7 (Punkt- vor Strichrechnung gewinnt)
Wohnort: Leipzig
Beruf: Geschäftsführerin
Schuhgröße: 37.5
Lieblingsfarbe: hellbunt
Kontakt: jess@thefemaleexplorer.de

Beschreibe deinen Job in einem Satz: Feel Good Managerin und Rechenschieberin.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Besonders dienstags, wenn das wöchentliche, große Team-Meeting stattfindet, alle Themen Platz haben und viel Energie im Raum ist.

Bist du besser darin, Dinge anzufangen oder zu beenden? Beenden!

Was würde dein 16-jähriges Ich von dir heute halten? Ich glaube sie wäre überrascht und beeindruckt. Und sie würde meine Haarfarbe lieben!

Dein wichtigster Charakterzug? Optimismus.

Womit kann man dich beeindrucken? Mit Leidenschaft.

Neben wem würdest du gern auf einem Langstreckenflug sitzen? Neben meiner Mam, die bisher nie ein Flugzeug betreten hat.

Was machst du, wenn du dir selbst etwas Gutes tun willst? Kommt darauf an… Manchmal Yoga und Tee, manchmal Soul Food und Trash TV, manchmal einen Termin bei meiner Psychologin.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Baabe auf Rügen an der Ostsee.

Willst du jemanden grüßen? Ja, Sarah, Nic und Leo – das beste Team, das ich je hatte. <3

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Nashörner vor dem Aussterben retten.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Gin Tonic. Aber falls ihr hungrig seid, würde ich auch meine Mam einladen, die uns ein Gericht mit grünen Klößen zubereitet.

Was sollte niemand von dir wissen? Was ich voll gut nicht kann sind Fremdsprachen. Selbst vor oder während Gesprächen in Englisch bin ich immer aufgeregt.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wer ich in meinen früheren Leben war.

Das letzte Wort: Kontrollverlustgewinn.

FOTO: Leonore Herzog

Rupert Arnold Hoffschmidt & Fabio Carlucci

Rupert Arnold Hoffschmidt, dessen Zweitname tatsächlich von Arnold Schwarzenegger inspiriert ist, und Fabio Carlucci (nein, nicht der mit den 90er Pullis), machen in Kombucha –  ROY Kombucha, um genau zu sein. Sie kehrten der Digitalszene den Rücken, um in Berlin das fermentierte Lieblingsgetränk ganz wie früher zu brauen – nur in größeren Tanks und mit ein bisschen mehr (alkoholfreiem) Wumms. Wir haben die Doppelspitze im Doppelinterview nach bite-sized Antworten gefragt und sie trotz Widerwillen bekommen. Wohl bekomms! Bleibt nur noch die Frage: Wer ist Roy?

Name: Rupert Arnold Hoffschmidt / Fabio Carlucci
Alter: 32 / 31
Wohnort: Berlin / Berlin
Beruf: Unternehmer / Unternehmer
Schuhgröße: Heute nur noch 43 (als 16-jähriger hatte ich mal 47,5, weiß auch nicht warum) / 43,5
Lieblingsgeschmack: Herzhaft / Alles was nach italienischer Küche schmeckt.
Kontakt: Mein Blog rupert.xyz / linkedin.com/fabiocarlucci

Beschreibe ROY Kombucha in einem Satz:
Rupert: Wichtiger Teil der Zukunft der Erfrischungsgetränkeindustrie.
Fabio: ROY repräsentiert eine neue Generation von Erfrischungsgetränken welche vor dem Boom steht: aus eigener Produktion, 100% transparent produziert, vielseitiger im Geschmack, besser für den Menschen und die Umwelt.

Was ist das Beste an deinem Beruf?
Rupert: Die Vielfältigkeit.
Fabio: Es passiert immer so viel Verschiedenes und es wird nie langweilig.

Was treibt dich an?
Rupert: Unabhängigkeit und hoffentlich irgendwann echte Freiheit.
Fabio: Die Freiheit zu haben das zu tun, worauf ich Lust habe.

Dein wichtigster Charakterzug?
Rupert: Positiv nehme ich an? ;) Ich habe noch nie Neid empfunden.
Fabio: Ich bin sehr gastfreundlich bzw. mag es von Menschen umgeben zu sein.

Was müsste dringend noch erfunden werden?
Rupert: Ich glaube, dass die meisten wichtigen Dinge erst noch erfunden werden. Die Menschen beschäftigen sich zu viel mit Dingen, die sie nicht glücklich machen. Es braucht viel mehr Roboter und künstliche Intelligenz (die uns dann aber bitte nicht zerstören).
Fabio: Eine Lösung, die gegen Foodwaste zu 100% funktioniert.

Wessen BRAVO Poster hattest du an der Wand?
Rupert: Das war nichts für mich.
Fabio: Habe BRAVO nicht gelesen. :)

Welche Rolle übernimmst du in brenzligen Situationen?
Rupert: Ruhig bleiben und die Dinge sortieren.
Fabio: Am Anfang bin ich die emotionale Person, höre dann aber gerne auf andere Meinungen.

In welchem Film hättest du gern mitgespielt?
Rupert: Pulp Fiction.
Fabio: Lord of the Rings.

Wie war deine Führerscheinprüfung?
Rupert: Geplant (mein Fahrlehrer kannte die Standardroute des Prüfers).
Fabio: Ich habe beim ersten Mal nicht bestanden, weil der Prüfer auf einen Punkt beharrt hat, der so gar nicht korrekt war. Mein Fahrlehrer ist dabei ausgerastet und hatte eine große Auseinandersetzung mit dem Prüfer. Ich habe dann meinem Fahrlehrer gesagt: keine Sorge, ich mache die Prüfung einfach noch mal. Hat dann auch geklappt.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Rupert: Wenn es um Politik geht: Ich glaube nicht, dass ich Dinge besser machen würde als die Menschen, die heute an der Macht sind. Ich wäre auch überhaupt nicht dafür geboren.
Fabio: Wahre Gerechtigkeit durchzusetzen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Rupert: Süßkartoffel-Curry.
Fabio: Bruschetta zur Vorspeise und Pasta mit frischen Tomaten & Auberginen als Hauptgang.

Was sollte niemand von dir wissen?
Rupert: Warum würde ich das hier reinschreiben? ;)
Fabio: No comment. ;)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Rupert: Hat schon so gepasst. Ich mag aber eigentlich lieber weiter gestellte Fragen und nicht solche, die auf bite-sized Antworten abzielen ;)
Fabio: Was hast du in deinem Leben bis heute gelernt, das anderen helfen kann?

Das letzte Wort:
Rupert: Danke!
Fabio: Nothing substitutes experience.

FOTO: Helge Mundt

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 30. März 2021 | Tags: , , , Keine Kommentare

Silvia Follmann

Silvia Follmann ist Wahl-Berlinerin und Feminist, Fighter, Lover, Reader, Writer. Bevor sie Editorial Director bei Tomorrow wurde, der nachhaltigen Smartphone-Bank, war sie Redaktionsleiterin bei EDITION F. Aktuell führt sie im Interview-Podcast “Über Morgen” spannende Zukunftsgespräche mit beispielsweise Aktivist Micha Fritz und der Grünen-Politikerin Aminata Touré. Apropos „Grün“: Genau dahin zieht es sie wann immer möglich, um dem Großstadtbeton und den Menschenmassen in Pandemiezeiten so oft wie möglich zu entfliehen. Oder ins Beet: Einen grünen Daumen hat sie nämlich auch.

Name: Silvia Follmann
Alter: 34
Wohnort: Berlin
Beruf: Editorial Director
Schuhgröße: 38
Lieblingsfilmzitat: Ein gutes aus der Serie „Pretend it’s a city”: The great thing about talent is that it is the one thing, that is absolutely randomly distributed throughout the population of the world.
Kontakt: silvia.follmann@tomorrow.one

Beschreibe Tomorrow in einem Satz: Tolle Menschen, wichtige Arbeit, große Pläne.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Ach, so viele, den einen besten kann ich gar nicht nennen. Aber einen sehr guten gab mir eine Bekannte: „Wenn dir die Summe, die du bei Gehaltsverhandlungen nennst, nicht schon fast peinlich ist, hast du zu niedrig angesetzt.” Ich glaube, das ist gerade für Frauen, die immer noch damit sozialisiert werden nicht zu viel zu wollen, und letztlich für alle Menschen, die in kreativen Jobs arbeiten, immer ein guter Impuls.

Was ist das Beste an deinem Beruf? Dass ich mich für Themen einsetzen kann, die mir wichtig und für mich sinnstiftend sind.

Wenn du nicht mehr schlafen müsstest, was würdest du mit der zusätzlichen Zeit anfangen? Tatsächlich einfach die Nächte auskosten. Ich liebe die Ruhe der Nacht. Da hab ich die besten Gedanken. Und dann wahrscheinlich das nächste Buch schreiben.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? Zuhörerin. Ehrlich. Lustig.

Was ist dein verstecktes Talent? Mich schnell in unterschiedliche Perspektiven reinfühlen zu können.

Was wirst du in Zukunft weniger machen? Meine Zeit in der Wohnung verbringen. Hoffentlich.

Was ist die großartigste wahre Geschichte, die du je gehört hast? Dass jemand dachte, Andreas Scheuer ist qualifiziert als Verkehrsminister. Aber so großartig finde ich die Geschichte eigentlich gar nicht.

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast? Als Studentin habe ich gefühlt jeden Job der Welt gemacht, vom Kellnern bis zur Fließband-Arbeit. Aber am härtesten war Arbeit immer dann für mich, wenn ich sie nicht mit meinen inneren Überzeugungen vereinbaren konnte.

Was kommt als nächstes? Hoffentlich immer wieder das nächste Abenteuer.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Daran schrauben, unsere Gesellschaft gerechter zu machen. Stichwort: Chancengleichheit. Zum Beispiel durch ein bedingungsloses Grundeinkommen oder, klar, das Patriarchat abzuschaffen. Außerdem sehr dringend: „Moria 2” evakuieren. Das mal als allererstes.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Solltet ihr keine Veganer*innen sein: Was mit Käse Überbackenes. Was sollte da schiefgehen?

Was sollte niemand von dir wissen? Wie viel Zeit ich schon für Bingewatching vertüddelt habe.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist das Geheimnis deines grünen Daumens?

Das letzte Wort: Wenn du was ändern willst, fang bei dir selbst an.

FOTO: Birgit Kaulfuss

Wiebke Clef

Wiebke Clef ist fairliebt. Also zumindest heißt so ihr faires Bio-T-Shirt Label. Aber auch sonst dreht sich bei ihr alles um Mode und wie man sie besser macht. Bereits vor elf Jahren eröffnete sie im Hamburger Karoviertel den nachhaltigen Concept Store glore. Während des ersten Lockdowns (wann war das noch gleich?) gründete sie dann noch die Lifestyle-Marke ADDITION Sustainable Apparel. Wie man das als Mama der coolsten sechsjährigen Tochter alles gewuppt kriegt? Mit laaaangen Spaziergängen in der Natur, großen Pullis, Schokolade und lauter Musik.

Name: Wiebke Clef
Alter: 40
Wohnort: Hamburg
Beruf: Head of glore Hamburg & ADDITION Sustainable Apparel
Schuhgröße: 39
Lieblingsfarbe: pink
Kontakt: wiebke@addition-store.com

Beschreibe deinen Job in drei Worten: Aufregend, herausfordernd, ausbaufähig.

Was war bis jetzt dein größter beruflicher Erfolg und warum? Dass ich meinen Laden richtig zum Laufen bekommen hab‘ – weil es mir gezeigt hat, dass ich mit dem richtigen Team alles schaffen kann, woran ich glaube.

Eine Fee schenkt dir eine berufliche Fähigkeit. Welche wäre es? Selbstdarstellungsskills.

Was wäre eine Sache, die du uns beibringen könntest? Wie man sich mit 40 noch immer wie 16 fühlt.

Was würdest du tun, wenn du pro Tag eine Stunde mehr Zeit zur Verfügung hättest? Sport, es gäbe dann ja wirklich keine Ausrede mehr.

Du darfst nur ein Teil aus deinem Kleiderschrank retten. Wofür entscheidest du dich? Den größten Pulli, den ich hab‘ – bequem geht über alles.

Auf was für Veränderung hoffst du in der Zukunft? Ich hoffe auf „back to new normal“ – ich möchte endlich wieder den Laden offen haben dürfen und hoffe, dass wir noch mehr KundInnen haben werden, weil viele sich im vergangenen Jahr Gedanken über Konsum, Umwelt, Nachhaltigkeit gemacht haben.

Was ist die erste Erinnerung, die du hast? Call me Siebhirn, aber das Erste ist wohl: Mama.

Was sollten alle über dich wissen? Ich hab die coolste Tochter der Welt und hab‘ ihr die besten Dancemoves gleich vererbt.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Die Fischbeker Heide – zu jeder Tages- und Jahreszeit.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Alle Menschen würden Ironie verstehen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Hafer-Cappuccino und das beste lilafarbene Porridge – ihr kommt doch zum Frühstück?

Was sollte niemand von dir wissen? Ich war mal Kelly Family Fan (aber wirklich nur kurz, danach wieder Punkrock, echt!).

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wer mich am meisten unterstützt – mein Mann. It’s a family thing.

Das letzte Wort: Es müssen leider drei werden: Add something better!

FOTO: Chrissy Ringler

Julia von Winterfeldt

„Zu oft bin ich Zielen nachgehechelt, die nicht meine waren, habe Leistungen erbracht, die mich eher erschöpft als energetisiert haben. Das Leben ist zu kostbar, um den Weg Anderer zu gehen. Wir alle haben die Kraft zu entscheiden, wie wir unser ganz eigenes Leben führen wollen.“ Julia von Winterfeldt ist Human Leadership Aktivistin und Purpose Coach. Sie möchte Arbeit wie Wirtschaft neu denken und so echtes Wachstum ermöglichen. Mit ihrem SOULWORX-Team hilft sie Unternehmen, Einzelpersonen und Jugendlichen, ihre inneren Antriebe freizulegen und Visionen auszuleben. Mit souldiveZ baut sie gerade ein Social Business, um Schüler*innen das zu geben, was sie später für ein gelingendes und glückliches Leben brauchen: Sinn, Selbstwirksamkeit und Bindungsqualität. Oder um es mit den Worten von Mister Miyagi zu sagen: „Lernen zu stehen, dann lernen zu fliegen.“

Name: Julia von Winterfeldt
Alter: 50
Wohnort: Hamburg
Beruf: Human Leadership Activist und Purpose Coach
Schuhgröße: 40
Lieblingsfilmzitat: „Train yourself to let go of everything you fear to lose.”, Yoda (STAR WARS Jedi)
Kontakt: hello@soulworx.de

Beschreibe deinen Job in einem Satz: In unserer Arbeitswelt Leid in Leidenschaft verwandeln.

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Den Mut zu haben, zu mir zu stehen.

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen? Wenn er oder sie mir seine / ihre ganze Präsenz schenkt.

Was braucht unsere Arbeitswelt in Zukunft? Von der Angst wegzukommen und ins Mitgefühl und Miteinander zu gehen.

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten: „Dare to Lead“ von Brene Brown.

Was bringt dich aus dem Gleichgewicht? Sinnlosigkeit und Unentschlossenheit.

Was würdest du gerne lernen, wenn weder Zeit noch Geld eine Rolle spielten? Geduld – Bonsai Bäume pflegen. Ich war als 15-Jährige von dem Film Karate Kid sehr beeinflusst.

Was tust du gegen Lampenfieber? Ich stelle mir vor, dass alle vor mir nackt dasitzen. Das ist nicht immer ein angenehmes Bild, hilft aber ungemein.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freund*innen beschreiben? Ruhe, Vision und Mut.

Welche Superheld*innenkraft hättest du gern? „Clear the mind“ (Yoda).

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Bereits jetzt schon Summer Camps für Kinder und Jugendliche an verschiedenen Plätzen dieser Welt aufzubauen, wo sie Leichtigkeit gewinnen, ihren kreativen Geist erwecken und sich mit Natur und Stille verbinden.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Meine grüne Pfanne – aus Frühlingszwiebeln, Erbsen, dicken Bohnen und Romana-Herzen. Lecker.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich, sobald ich einen guten Beat höre, sofort ganz ausgelassen tanzen will (und muss).

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was sagt deine Arbeit über dich aus? Dass ich selbstbestimmt und frei, immer in Gemeinschaft, Sinnvolles in die Welt tragen möchte.

Das letzte Wort: Lass uns gemeinsam die Welt so erschaffen, dass wir keinen Krieg mehr führen – im Innern wie auch im Außen, ob in Beziehung, in der Familie, am Arbeitsplatz… auf dieser Welt. Es liegt ganz allein an uns ehrlich zu sein und zu leben.

FOTO: Christine Lutz

Tijen Onaran

Die Unternehmerin, Autorin und Investorin Tijen Onaran setzt sich für Diversität und mehr Sichtbarkeit von Frauen in Wirtschaft und IT-Branche ein. Als Gründerin und CEO von Global Digital Women legt sie gerade einen Risikokapitalfonds auf, der in frauengeführte Start-ups investieren soll. Für Unternehmer*innentum und erfolgreiches Wirtschaften hat sie nämlich ein Händchen. Für Grafik, Zeichnen, Kochen, Musik und Kunst nach eigenem Bekunden eher nicht so. Ist aber völlig egal, denn eines Tages wird sie sowieso eine weltberühmte Dogfluencerin (schreibt man das so?) sein. Grüße an Paul und Leo!

Name: Tijen Onaran
Alter: 35
Wohnort: Berlin
Beruf: Unternehmerin
Schuhgröße: 38
Lieblingslied: „Good As Hell“ von Lizzo
Kontakt: instagram.com/tijen.onaran

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Jeden Tag, wenn ich sehe, wie viele Frauen sich empowered fühlen, ihren Weg zu gehen.

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Mein Unternehmen durch eine weltweite Krise zu führen.

Was schätzt du an dir am meisten? Meinen Mut zum Machen. Ich nehme Herausforderungen immer erstmal an und denke dann: „Warum, um Himmels willen, habe ich zugesagt?“

Auf was für Veränderung hoffst du in der Zukunft? Dass wir mehr Diversität in der Wirtschaft und Politik haben; und, dass Diversitätsthemen nicht als „Nice-to-Have“ angesehen werden, sondern als Must-have!

Das größte Problem deiner Generation? Unentschlossen zu sein.

Was ist die großartigste wahre Geschichte, die du gehört hast? Ganz aktuell: eine Redakteurin hat auf LinkedIn gepostet, dass sie vor einigen Jahren von Whitney Wolfe Herd, der Gründerin von Bumble, kontaktiert worden ist und nach dem Gespräch aber nicht über sie berichtete, weil sie dachte: „Die Idee wird nie klappen.“ Dieser Tage ist Witney Wolfe Herd mit ihrem Unternehmen an die Börse gegangen und ist damit die jüngste Selfmade-Milliardärin. Das zeigt, wie wichtig es ist, an sich zu glauben und sich nie von einem Nein abhalten zu lassen.

Wofür hast du kein Talent? Alles was mit Grafik, Zeichnen, Musik und Kunst zu tun hat.

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten: Im Idealfall meines: „Nur wer sichtbar ist, findet auch statt“. Weil es da draußen sehr viele Menschen gibt, die ziemlich gute Dinge machen, aber nicht sichtbar sind.

Welchen Wochentag magst du am liebsten und warum? Den Samstag. Der Samstag ist mein Sonntag. Ich liebe es, in den Tag hineinzuschlafen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde sofort allen jungen Mädchen eine Mentorin mit Digital- und IT-Kenntnissen zur Seite stellen, damit sie sehen, was sie werden und schaffen können!

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Nichts. Denn ich koche nie. Dieses Thema habe ich, wie sagt man so schön, outgesourcet – an meinen Mann, der sich natürlich unglaublich freut, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen. Ich würde euch mit ganz viel Liebe etwas bestellen. :)

Was sollte niemand von dir wissen? Ich teile kein Essen. Tapas Essen mit anderen ist für mich der reinste Horror. Danke, dass ich das hier endlich mal klarstellen durfte!

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Hast du einen Instagram-Account für deine Hunde? JA! instagram.com/paulandleo

Das letzte Wort: Frauen an die Macht!

FOTO: Urban Zintel

Anna Holfeld

Anna Holfeld ist Mutter, Paartherapeutin, Familienmensch und Ost-Berlinerin. Außerdem spricht sie liebend gern mit Paaren übers Paarsein. Dafür hat sie kürzlich ein Kartenset herausgebracht, das der Beziehung die Aufmerksamkeit schenkt, die im Alltag vielleicht untergeht. Sie selbst ist schon seit über 15 Jahren als systemische Paartherapeutin, Coach, Mediatorin und Expertin für Familienfragen tätig und lebt mit ihrem Ex-Mann, ihren zwei Söhnen und ihrer Partnerin in einer großen WG. Woher sie ihre Energie für ihre tagtägliche Arbeit schöpft? Ein ausgeprägter Hang zum Kuscheln.

Name: Anna Holfeld
Alter: 44
Wohnort: Berlin
Beruf: Paartherapeutin
Schuhgröße: 41
Lieblingsort in Berlin: Schönefelder Welle (fast in Berlin), mein Lieblingsschwimmbad
Kontakt: anna@liebendgern.de

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn Paare wieder merken, dass sie wirklich eine Verbindung haben und ihre Liebe wieder spüren.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Mein Freund Chrischan, der mich gecoacht hat, als ich überlegt habe, was ich arbeiten will. Ich hab in die Zukunft geschaut und gesagt, ich wünsche mir, dass Kund*innen zu mir kommen und dass ich so graue Sessel habe und entspannt mit ihnen spreche. Und er hat gesagt: „Wie alt bist du dann?“ Und ich: „60.“ Und er: „Warum willst du so lange warten?“ Und das hab ich ernst genommen und in die Realität umgesetzt.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Wie mein Gefühl zu der Person ist, ob ich mich wohl fühle oder nicht, und wie es ihr geht.

Dein Geheimnis für eine gute Partnerschaft: Gut auf die eigenen Bedürfnisse achten und auf das, was die andere Person wohl braucht.

Woraus schöpfst du Energie? Kuscheln, Schwimmen, Hang spielen

Dein Song für die Ewigkeit? „Fix you“ von Coldplay

Wenn du ein Video haben könntest von einer Situation deiner Wahl aus deinem Leben. Welche Situation wäre das? Die ganz frühen Situationen mit meinen Babys hätte ich gern auf Video, da waren so niedliche, nahe Momente dabei.

Der größte Irrtum deines Lebens? Manchmal die Arbeit vor die Zeit mit der Familie zu stellen. Ich war früher viel unterwegs.

Was war früher dein liebstes Schulfach? Kunst

Wann hast du dir das letzte Mal gewünscht, dass der Tag nie aufhört? Als wir auf dem Steg „unserer“ Insel im schönen Sonnenuntergang getanzt haben.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde dafür sorgen, dass die Ungleichheit der Menschen aufhört, wir alle genug zu essen haben und ein Dach über dem Kopf.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ratatouille, das würde ich gern mal wieder kochen, hier isst keiner Aubergine und Zucchini auch nicht so gern. ;-)

Was sollte niemand von dir wissen? Ich versuche immer zu vertuschen, dass ich auch richtig ärgerlich über Menschen sein kann, ich weiß inzwischen, dass man mir das trotzdem anmerkt. ;-)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Ihr stellt schon schöne Fragen ;-) Es war gut, darüber nachzudenken. Was mir noch fehlt: Was ich mir für mich wünsche.

Das letzte Wort: Ich wünsche uns allen, dass die Pandemie bald vorbei ist und wir das gute Neue behalten und das alte Gute wieder leben können

FOTO: liebendgern UG

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 23. Februar 2021 | Tags: , , , Keine Kommentare

Marlene Sørensen

Journalistin Marlene Sørensen schreibt nicht ausschließlich, aber vor allem über Mode. Manchmal in Fünfzeilern auf Instagram, ausführlicher für Magazine wie Harper’s Bazaar, Zeitungen wie Berliner Zeitung oder Online auf ZeitOnline und ohhhmhhh.de. Gelegentlich werden ihre Gedanken zu Rocklängen und Schulterpolstern zu ganzen Büchern („Stilvoll“ und „Woher hat sie das?“). Sie lebt mit Mann und Sohn in Berlin. Als nächstes plant sie etwas Großes, der Aberglaube aber verbietet verfrühte Announcements (stay tuned!). Die kleinen Pläne dürfen wir allerdings verraten, als da wären: 15 Liegestütze am Stück schaffen, eine richtig gute Tarte Tatin backen und sich mit der Bedeutung des rückläufigen Merkurs auseinandersetzen.

Name: Marlene Sørensen
Alter: Höher als meine Schuhgröße
Wohnort: Berlin
Beruf: Journalistin
Schuhgröße: Kleiner als mein Alter
Lieblingswort: Eins reicht leider nicht. Bin manische Wortsammlerin und die drei habe ich diese Woche auf meine ewige Liste geschrieben: Goutieren, unumstößlich, porös.
Kontakt: @marlene_soerensen & marlenesoerensen.com

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? Der Moment, wenn mir ein genialer letzter Satz einfällt und ich das denke, was sich mir beim Hinschreiben auf den letzten Satz oft entzieht: Ich kann’s!

Welche Eigenschaft hast du von deinen Eltern geerbt? In stürmischen Zeiten ruhig zu bleiben. Der Kiel meiner Eltern liegt noch tiefer im Wasser als meiner.

Welcher Film macht dich immer wieder glücklich? Harry & Sally

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Der Küstenstreifen bei Horbelev an der Ostküste von Falster. Dort gibt es ein kleines Restaurant mit Blick aufs Meer und Zugang zum Strand. Ein Tag dort ist wie drei Wochen Urlaub. Ich weiß nicht genau, warum, aber das ist wohl die Magie daran.

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt? Das Schicksal der Menschen in Moria.

Welche aktuell lebende Person würdest du gerne mal treffen und warum? Bruce Springsteen. Den würde ich auch ohne Grund treffen.

Wie würde dein perfektes Zimmer zum Leben aussehen? Es wäre ein Zimmer, das sich selbst aufräumt.

Berlin ist… Laut, bewegend, unperfekt. Zuhause.

Welches war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat? Ich besuchte eine Lesung von David Sedaris und trug an dem Abend einen geblümten Seidenpyjama. Als ich zum Signieren meines Buchs vor ihm stand, sagte er: „Lustig. Ich habe den gleichen.“

Was würdest du gerne lernen, wenn weder Zeit noch Geld eine Rolle spielen würde? Vieles. Für den Anfang: mein Französisch verbessern.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Vieles. Für den Anfang: ein Schulsystem, in dem kein Kind durchs Raster fällt.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? White Chocolate Cheesecake von Nigella Lawson. Ich mag Gerichte, die aufwendiger schmecken als sie in der Zubereitung sind.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich arbeite seit über 20 Jahren als Journalistin und benutze zum Tippen noch immer nur vier Finger.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie schreibt man das ø im Nachnamen? Tastenkombination alt + o.

Das letzte Wort: Keine Ahnung. Verdammt, bin wohl doch nicht genial.

FOTO: Marlene Sørensen

André Gießelmann

André Gießelmann gründete bereits während seines Studiums das kleine feine Sports- und Streetwearbrand Mojo of the Hoods. Jedes Teil wurde über sieben Jahre individuell von Hand gepinselt, mittlerweile wird die exklusive Streetwear nachhaltig in Europa produziert. Seit über zehn Jahren lebt André in Hamburg City und betreibt neben dem Onlineshop mojostore.de auch den Mojo Store auf der Schanze. Außerdem entwickelt er zusammen mit seinen Partnern individuelle Fashion-Konzepte für verschiedene Brands und Unternehmen. Eigentlich ist er ein ziemlicher „Eigenbrötler“ und bearbeitet gern mal Puzzles mit über 2000 Teilen. Eigentlich, denn wenn seine Traumfrau Anna oder die Mojo Family in der Nähe sind, kennt er nichts anderes mehr. Ach so, hat vielleicht noch jemand einen Sandwichmaker über? Kontakt siehe unten.

Name: André Gießelmann
Alter: 37
Wohnort: Hamburg City
Beruf: Eigenbrötler, Mojo Dude
Schuhgröße: 42 (hab auch eher rundliche Füße….so wie Hufe)
Lieblingsfarbe: Orange
Kontakt: info@mojostore.de

Was bedeutet beruflicher Erfolg für dich? Eine Entwicklung der Marke zu erkennen & weiter Spaß an meiner Arbeit zu haben. Zudem mit vielen tollen Menschen zu arbeiten und neue Leute kennenzulernen.

Was kannst du besser als alle anderen? Gar nichts – sonst hätte ich mich aber früher sehr gerne bei „Wetten, dass..?“ gemeldet. War ein großer Fan der Unterhaltungsshow am Samstagabend.

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast? Uff…das ist schwierig. Spontan: Ich habe mal drei Monate im Monkeyland in Südafrika gearbeitet. Dort hat es mir der Gibbon Bruni nicht so leicht gemacht. Aber unter harter Arbeit verstehe ich z.B. Berufe in den Altenheimen, im Pflegesektor, Putzkräfte, im Straßenbau etc. … Da gibt es so viele Berufe und auch ehrenamtliche Arbeit, die wirklich hart ist und wovor ich einen riesigen Respekt habe.

Die beste Erfindung der letzten 100 Jahre? Der Sandwichmaker.

Was fasziniert dich? Die Natur und die Tierwelt. Ich schaue mir jede Woche neue Natur- und Tierdokus an und bin immer wieder verzaubert. Bin aber auch immer wieder mit „unnützem Wissen“ zu begeistern.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Berge… liebe ich. Egal zu welcher Jahreszeit.

In welcher Beziehung bist du ein Spießer? Pünktlichkeit.

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen? Für BVB-Spiele.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? Werde Lehrer, meen Jung.

Hamburg ist… Abends vorm Mojo Store mit Freunden einen leckeren Martini Sun zu trinken.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Social Media mit einem Knopf ausschalten. Fände es super interessant, wie es dann weitergeht. :)

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Älplermagronen.

Was sollte niemand von dir wissen? Aktuell besitze ich keinen Sandwichmaker.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Lieblingspizza? – Quattro Formaggi.

Das letzte Wort: Ich freue mich über euren Besuch im Mojo Store. Lecker Helbing ist immer kalt gestellt.

FOTO: Anna Rieckmann

Phenix K.

Als Phenix vor einigen Jahren als PR-Managerin bei uns arbeitete, stand auf ihrer Visitenkarte noch ein männlich assoziierter Vorname. Ihren Transformationsprozess hat sie öffentlich über Social Media dokumentiert und ist damit zur Inspiration für tausende Menschen geworden, die sich intensiv mit ihrem wahren Selbst, ihrer geschlechtlichen Identität und Genderfragen auseinandersetzen. Über 1,5 Millionen Aufrufe hatten ihre Videos bei TikTok, rund 300.000 Menschen verfolgten ihre IGTV-Beiträge. In ihrem Podcast “Freitagabend” wirft sie außerdem einen diversen Blick auf Weltgeschehen und Popkultur. Zu Gast waren u. a. Louisa Dellert, Anuthida Ploypetch, DariaDaria und Tarik Tesfu. ZEIT Campus wählte die junge LGBTQIA+ Aktivistin in die “30 unter 30” und für Focus ist sie eine der “100 Frauen des Jahres”. Grund genug mal genauer nachzufragen, zu Themen wie gendergerechte Sprache, Gefühlsausbrüchen und Bond-Girl-Outfits.

Name: Phenix K.
Alter: 25
Wohnort: Berlin
Beruf: trans* / LGBTQIA+ Aktivistin, Model & Podcast Host
Schuhgröße: 38/39
Lieblingsfarbe: petrol
Kontakt: instagram.com/thisisphenix

Was ist das Beste an deiner Arbeit? Das Gefühl, etwas positiv zu verändern.

Wie machst du deine Themen so leicht zugänglich? Ich bin Teil eines Kinder- und Jugendbuchprojekts, das voraussichtlich im Sommer erscheint, für das ich die Themen mit möglichst idealer Wortwahl auf das Wesentliche runtergebrochen habe. Genau dieselben Sätze nutze ich nun auch im Umgang mit allen anderen Altersgruppen.

Gibt es die perfekte Sprache und wenn ja, was würde sie auszeichnen? Sie muss bereit für Veränderungen sein. Aber ist das nicht jede Sprache? Viel wichtiger ist also das Mindset derer, die sie nutzen. Wenn Menschen der Überzeugung sind, dass diskriminierende Ausdrucksweisen Kulturgut seien und sie allgemein Veränderungen überfordern, dann läuft da etwas schief und nicht bei der Sprache an sich.

Team Sternchen, Team Binnen-I oder Team Doppelpunkt? Team Sternchen; aber wir spielen alle für den selben Verein.

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt? Meine Hormone. Ich mache seit einigen Monaten eine Hormontherapie und schiebe seitdem alle Gefühlsausbrüche darauf.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast? Wenn ich vor einem Problem stehe kann ich es entweder ändern oder ich kann es nicht ändern. In beiden Fällen kann ich aufhören mir zu viele Gedanken zu machen.

Was ist gerade das Hintergrundbild auf deinem Telefon? Meine Schwester.

Du darfst den Duden um drei Wörter deiner Wahl ergänzen. Bitteschön: Sommervogel, dey/dem (die deutsche Variante des englischen they/them) und die Regel, dass Wortdopplungen offiziell als Steigerung der Intensität eines Wortes anerkannt werden.

Welches war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat? „Du hast keine nervige Eigenschaft.“

Wo fühlst du dich zuhause? Berlin.

Was wirst du niemals vergessen? Nie Ohne Seife Waschen.

In welchem Film hättest du gern mitgespielt? Ich wäre gern Bond Girl.

Du darfst nur ein Teil aus deinem Kleiderschrank retten. Wofür entscheidest du dich? Mein Bond Girl Outfit. Wer weiß, wann der Anruf kommt.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde Menschen weniger egoistisch machen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Vegane Lasagne.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich manchmal rauche, obwohl ich mich dafür loben lasse, aufgehört zu haben.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wo ist Süden auf dem Kompass?

Das letzte Wort: Cheers!

FOTO: privat

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 02. Februar 2021 | Tags: , , , Keine Kommentare

Anna Terschüren & Martin Eckardt

How to make Altersvorsorge suck less: Anna und Eddy sind die beiden Geistesblitze hinter dem Finanz-Blog LazyInvestors. Eddy war acht Jahre lang als Produktionsingenieur bei der Tagesschau und kümmerte sich darum, dass diese bildtechnisch sauber über den Äther ging. Außerdem ist er Erfinder der krümellosen Brotsuppe, einer nachhaltigen, minimalistischen Geldbörse und des Quagels. Anna hat ein faible für Zahlen. Vor LazyInvestors war sie Vice President Finance beim Start-Up Jimdo. Ihr Hip-Hop-Name ist Big Anna und aktuell lernt sie mit großer Begeisterung Spanisch. Von! Mexico! Aus!

Name: Dr. Anna Katharina Terschüren / Eddy Cool (unter Freunden Eddy Spaghetti)
Alter: 37,52 / vergessen
Wohnort: Theoretisch Hamburg / Aktuell noch die Erde, vielleicht bald auch der Mars
Beruf: Zahlenfrau / Ändert sich täglich, aber oft was mit Finanzen
Schuhgröße: 40/41 / Die, die immer ausverkauft ist – 43
Lieblingsfilmzitat: A bigger part of your existence is luck than you’d like to admit. Christ, you know the odds of your father’s one sperm from the billions, finding the single egg that made you. Don’t think about it, you’ll have a panic attack. / Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein!
Kontakt: info@lazyinvestors.de / lazyinvestors.de

Fasse die Idee von LazyInvestors in einem Satz zusammen:
Anna: Wir helfen Leuten dabei, sich mit ihren Finanzen wohlzufühlen. Dabei geht es insbesondere um das Thema Altersvorsorge, denn das ist (zumindest vordergründig) der größte Schmerz der Leute mit Blick auf das liebe Thema Geld.
Eddy: Entertainment im Finanzbereich – Altersvorsorge und finanzielle Bildung optimiert auf maximale Spaßbefreiung.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich?
Anna: Täglich! Natürlich freu ich mich über die Interaktion mit unseren Kurs-Teilnehmern und Bloglesern. Richtig glücklich bin ich aber auch, wenn ich alleine an etwas rumbasteln kann, zum Beispiel wenn ich einen Rechner programmiere oder Prozesse aufsetze.
Eddy: Dann, wenn ich sie mir selbst aussuchen kann – also fast immer.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast?
Anna: Nur mit der totalen Akzeptanz seiner eigenen Gefühle kommt man weiter. Man kann nicht dauerhaft über irgendetwas drüberbügeln. Ein Gefühl hat immer einen guten Grund und wenn man diesen kennt, können sich Dinge auch verändern.
Eddy: Nichts ist so schlimm wie es sich gerade anfühlt!

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung?
Anna: Wie man selbstständig seine Altersvorsorge auf die Reihe kriegt.
Eddy: Spielekonsolen von den 80ern bis heute.

Was war früher dein liebstes Schulfach?
Anna: Mathe.
Eddy: Fangfrage?

Wer kennt dich wirklich?
Anna: Eddy.
Eddy: Anna und unser Dackel Ben (leider verstorben).

Wer war der Held deiner Kindheit und wer ist es heute?
Anna: Mein Bruder. Jetzt Derek Sivers.
Eddy: Super Mario.

Was macht dich richtig zufrieden?
Anna: Gemeinschaft.
Eddy: Anna und Essen.

Was wirst du niemals vergessen?
Anna: Das weiß ich nicht. Ich kann nicht in die Zukunft schauen.
Eddy: 753 Rom springt aus dem Ei – ich hoffe, es ist mir irgendwann wirklich nützlich, sonst werde ich echt sauer.

Eddy, beschreibe Anna in einem Satz:
Die beste Person, um das Leben auf der Erde zu verbringen. Mal sehen, wer es auf dem Mars ist.

Anna, beschreibe Eddy in einem Satz:
Eddy ist mein Seelenverwandter.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Anna: Ich würde gerne den Staatsapparat drastisch reduzieren und den Menschen zu mehr Eigenverantwortung verhelfen.
Eddy: Dass Hosen standardmäßig in 30er Längen verkauft werden und ich nicht nachträglich noch zum Schneider rennen muss, das wäre schön.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Anna: Thai-Curry.
Eddy: Kichererbsen-Tacos mit Tofu Poblano, Guacamole und dem ganzen Salsa-Gedöns da. Wenn ihr nett seid, gibt’s vielleicht auch Nachtisch.

Was sollte niemand von dir wissen?
Anna: Mir fällt nichts ein, was nicht wenigstens ein paar Leute wissen. Ich denke, ich steh mittlerweile zu allem.
Eddy: Wieder eine Fangfrage? Ist das seriöser Journalismus? Schon mal was von DSGVO gehört?

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Anna: Für welchen guten Zweck setzt du dich ein?
Eddy: Wie viele Bananenpunkte ich bei Donkey Konga habe. Das ist ja eigentlich, was die Leute wissen wollen, aber na gut.

Das letzte Wort:
Anna: Alles wird gut!
Eddy: Habe ich. Danke!

FOTO: LazyInvestors

Hannah & Marie Krutmann

Hannah Krutmann ist ausgebildete Reiki-Meisterin und Massagetherapeutin, sie schreibt für verschiedene Onlinemedien und auf ihrem Blog OM LAGOM über Spiritualität, fährt einen alten VW Bus namens Penny Lane und hat einen Hund, der denkt, dass er eine Katze ist. Marie Krutmann wurde gerade vom Business Punk Magazin auf die Watchlist 2021 gewählt, sie schreibt und lektoriert für verschiedene Verlage und versorgt uns über ihren Instagramkanal mit Buchtipps zu feministischen Themen. Was die beiden gemeinsam haben? Nun, zunächst einmal den Nachnamen, schließlich sind sie Schwestern. Ach, und dann betreiben sie noch gemeinsam das Printmagazin und die Storytelling-Agentur Almost. Und das geht? Und wie, schließlich haben die beiden während des Studiums in Stockholm auf 17qm zusammengewohnt. Passt also kein Blatt zwischen ihre Antworten in unserem Interview? Lasst euch überraschen!

Name: Hannah / Marie Krutmann
Alter: 33 / 30
Wohnort: Berlin / Berlin
Beruf: Modewissenschaftlerin, Agentur- und Magazingründerin, Freie Autorin / Lektorin & Redakteurin
Schuhgröße: 39 / 36
Lieblingswort: Das schwedische Wort lagom (das bedeutet: nicht zu viel, nicht zu wenig, genau richtig) / Almost
Kontakt: @hannah_lagom / @krutfrau

Was ist das Beste an deinem Beruf?
Hannah: Die inspirierenden Frauen und ihre Geschichten, die wir ständig kennenlernen, und, dass ich mit meiner Schwester arbeite. So ein Familienunternehmen ist doch was Schönes.
Marie: Dass ich bis mittags im Schlafanzug bleiben kann, wenn ich will.

Was würdest du tun, wenn du nicht scheitern könntest?
Hannah: Easy: Das Patriarchat smashen, das Klima retten und durchsetzen, dass in allen Schulen „Umgang mit Emotionen“, „Empowernde Spiritualität“, „Feminismus 101″ und „Gewaltfreie Kommunikation“ auf den Stundenplan kommen.
Marie: Meinen eigenen Verlag gründen. Aber scheitern gehört ja dazu.

Was lernst du nie?
Hannah: In welchem Verhältnis ich Wasser zu Quinoa in den Topf tun muss. 1:1 oder 2:1?
Marie: Die Spülmaschine ordentlich einzuräumen (dazu fehlt mir die Geduld).

Was schätzt du an dir am meisten?
Hannah: Meine Neugier, Ästhetikempfinden, Zuverlässigkeit und Präsenz. Die Kombi hat mir schon tolle Freundschaften, Beziehungen, Ideen, Reisen und Jobs gezaubert. Die Eigenschaften schätze ich übrigens auch am meisten an anderen.
Marie: Meinen Mut, anderen meine Meinung zu sagen, und zu wissen, was ich will.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es?
Hannah: Die wunderbare Anna Schunck von Viertel \ Vor Mag hat mir neulich einen schönen Rat gegeben: „Mach so weiter und ihr müsst bald nie wieder für Arschlöcher arbeiten.“ Love it!
Marie: „Pick your battles!“ Den Rat gab mir eine Kollegin, als ich damals neu im Verlag anfing. Manche Kämpfe sind es einfach nicht wert, andere umso mehr.

Hannah, beschreibe Marie in einem Satz:
Als Steinbock mit Aszendent Jungfrau ist Marie ehrgeizig, immer top informiert, super zuverlässig und eine perfektionistische Kritikerin auf die allerbeste Art und Weise aka beste Schwester und Partner in Crime, die man sich so wünschen könnte. Lucky me!

Marie, beschreibe Hannah in einem Satz:
Hannah ist meine Beschützerin, eine tolle Geschichtenerzählerin, die beste Begleitung bei langweiligen Veranstaltungen und die Person, die mich in Momenten der schieren Verzweiflung so sehr aufheitert, dass ich am Ende Tränen lache.

Was machst du gerne und wird nie langweilig?
Hannah: Mit meinem Hund laut jaulen, wenn wir draußen Sirenen hören.
Marie: Bücher kaufen.

Eine Begegnung, die du nie vergisst:
Hannah: Ich erinnere mich einfach an ALLE ersten Begegnungen meiner Freundschaften und Beziehungen plus was ich anhatte.
Marie: Im Schwedenurlaub vor zwei Jahren habe ich auf einer Café-Toilette die Pippi Langstrumpf Schauspielerin Inger Nilsson getroffen.

Was wirst du in Zukunft weniger machen?
Hannah: Andere an ihre Deadlines erinnern. Hab gehört dafür gibt’s jetzt Apps, die sie nutzen können.
Marie: Ja sagen. Ich tendiere dazu, sehr viel auf einmal zu machen. In Zukunft will ich mich lieber auf einige wenige Projekte konzentrieren.

Was hättest du dir sparen können?
Hannah: So 1-2 Tinder Dates bestimmt.
Marie: Zwei Semester Altnordisch und Runenkunde während meines Skandinavistikstudiums. In meinem Alltag begegne ich nur selten alten Wikingerschriften, die es zu entziffern gilt. Andererseits habe ich einige lustige Anekdoten aus dieser Zeit mitgenommen, von daher: no regrets!

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Hannah: Außer dem Klimawandel, Gleichberechtigung und Schulsystem? Es gäb da noch so einiges zu tun im Bereich Pflegeberufe, Steuern, Aufklärungsarbeit, bedingungsloses Grundeinkommen, … .
Marie: Ich würde Feminismus als Schulfach in allen Ländern einführen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Hannah: Wenn ihr Montag kommt, dann Bohnen, denn Montag ist Bohntag bei mir.
Marie: Matcha-Latte mit aufgeschäumter Hafermilch. Ich bin ein Neukölln-Hipster par excellence.

Was sollte niemand von dir wissen?
Hannah: Wie “oft” ich staubsauge.
Marie: Wie viele noch ungelesene Bücher in meinem Regal stehen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Hannah: Über die nach meinen Sternzeichen hätte ich mich schon gefreut. Jetzt müsst ihr leider raten.
Marie: Was liest du gerade? Aber das erzähle ich ohnehin ungefragt jede*r Person, die ich treffe.

Das letzte Wort:
Hannah: It’s all happening!
Marie: Let it go!

FOTO: Katja Vogt

Anna Maria Mühe

Anna Maria Mühe ist die Frau mit dem schönsten Beruf der Welt. Sagt sie selbst von sich. Und wir sind auch froh, dass sie keine professionelle Witze-Erzählerin geworden ist (das kann sie nämlich überhaupt nicht), sondern eine von Deutschlands vollkommen zurecht gefragtesten Schauspielerinnen überhaupt. Ansonsten spricht sie gerne Klartext, vor allem und gerade in ihrem neuen Podcast „unter dry“, den sie gemeinsam mit ihren Freundinnen und Schauspielkolleginnen Jasna Fritzi Bauer und Cristina DoRego betreibt.

Name: Anna Maria Mühe
Alter: 35
Wohnort: Berlin
Beruf: Schauspielerin
Schuhgröße: 39
Lieblingswort: ungünstig (anstatt scheisse)
Kontakt: Instagram: annamariamuehe (ich lese alles, beantworte aber nichts)

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Jeder Tag, den ich am Set verbringe, ist ein guter Tag. Vor allem in diesen Zeiten weiß ich es extrem zu schätzen, dass ich arbeiten darf.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Meine Mutter: „Gräme dich nicht zu sehr bei einer Absage, es hat immer alles einen Grund – auch wenn man es manchmal erst viel später sehen kann.“

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? Liebenswert, humorvoll, großzügig (das klingt wie eine schlechte Anzeige, der man auf keinen Fall nachgehen sollte).

Was macht dich richtig zufrieden? Alles ist gut solange mein Kind gesund ist.

Deine größte Schwäche? Technik – sie treibt mich in den Wahnsinn.

Würdest du lieber gegen eine Ente kämpfen, die so groß ist, wie ein Pferd oder gegen hundert Pferde, die so klein sind, wie Enten? Die Vorstellung einer großen Ente ist lustig und widerlich gleichermaßen. Ich kämpfe generell nicht. Zumindest nicht körperlich.

Der lustigste Film aller Zeiten? Ernsthaft? EINER? Unter anderem „Reine Nervensache“.

Welches Kunstwerk würdest du gerne besitzen? Etwas von Yves Klein.

Schließ die Augen und denk an etwas Schönes. Woran denkst du? An Sonne und Meer.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Über den Umgang mit Journalisten und Fragen, die mich in die Ecke drängen sollen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde allen Kindern eine gute schulische Ausbildung ermöglichen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ich koche nicht. Ich kann eine gute Brotzeit kaufen.

Was sollte niemand von dir wissen? Wie gern ich leider immer noch rauche.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Ich übernehme doch jetzt nicht euren Job.

Das letzte Wort: Heute ist Sonntag.

FOTO: Mirjam Knickriem

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 12. Januar 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Silvie Bomhard

Aber bitte mit Love! Die gebürtige Rheinländerin und Wahlhamburgerin Silvie Bomhard ist Illustratorin und Designerin und mit einem halben Gedanken immer schon bei der nächsten Mahlzeit. Auf ihrem Instagram-Kanal love.kram aka ihrem „Hobbykeller“ visualisiert sie am liebsten die Gesprächsfetzen ihrer Mitmenschen. Ansonsten lauscht, zeichnet und philosophiert sie gerne zweisprachig und kopfüber vom Sofa hängend über Horoskope, Tschaikowsky und Taylor Swift, während sie selbstgekochtes Essen ist. Oder haben wir da etwas durcheinander gebracht? Völlig egal, viel Spaß mit dem bezaubernden Interview. „If you like Piña Coladaaaaa…“

Name: Silvie Antonia Bomhard
Alter: 30
Wohnort: Hamburg
Beruf: Illustratorin und Designerin
Schuhgröße: 40
Lieblingsstift: Der Gelschreiber von Muji, 0,5 mm in schwarz
Kontakt: hello@silviebomhard.de oder noch besser: info@gretahorsch.de, da erreicht ihr meine Agentin

Was bedeutet beruflicher Erfolg für dich? Erfüllung bei einer Arbeit, von der es sich gut leben lässt.

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast? Ich musste im zweiten Semester ein Opernbuch gestalten. Ich habe darüber fast den Verstand verloren und alle in meinem Umfeld kolossal genervt. Bis heute habe ich eine Aversion gegen Turandot!

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? Ich habe dieses Jahr aufgehört Kaffee zu trinken, um meine Schlafqualität zu verbessern. Wenn ich jetzt in coolen Coffeeshops meine Bestellung aufgebe – Decaf Flat White mit Hafermilch – dann komme ich mir schon recht alt vor.

Wo fühlst du dich zuhause? In meiner Wohnung in Hamburg. Mit meiner Familie in der Küche in Düsseldorf. Im LPG BioMarkt in Berlin. In einem Zug der Deutschen Bahn. Wahrscheinlich bin ich die einzige Person, die gerne Bahn fährt.

Welches war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat? Ich freue mich immer, wenn ich Menschen mit meiner Arbeit zum Lachen bringe. Manchmal schreiben mir liebe Menschen bei Instagram eine Nachricht und erzählen mir, dass meine Arbeit ihren Tag bereichert. Das ist ein schönes Kompliment.

Dein schlimmster Ohrwurm? „Escape (The Piña Colada Song)“ von Rupert Holmes. Aber bitte immer nur die ersten zwei Zeilen des Refrains. „If you like Piña Coladaaaaa…“

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Als ich drei Jahre alt war, haben Freunde meiner Eltern für Nikolaus einen (schlechten) Knecht Ruprecht Imitator für die Kinder bestellt. Der Mann trug eine Nylonstrumpfhose über den Kopf gezogen und war in schwarze Gewänder gehüllt. Ich war außer mir vor Angst.

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der? Eine Mischung aus Tschaikowsky und Taylor Swift.

Womit kann man dich beeindrucken? Mit einem guten Essen oder einem Handstand. Man kann mich schnell beeindrucken – aber nicht lange.

Welche Eigenschaft hast du von deinen Eltern geerbt? Ich lese gerne kopfüber vom Sofa hängend und esse am liebsten selbstgekochtes Essen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde Massentierhaltung verbieten.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Spaghetti mit einer Tomatensauce à la Mama und einem leckeren Glas Rotwein.

Was sollte niemand von dir wissen? Das behalte ich lieber weiter für mich.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist dein Sternzeichen?

Das letzte Wort: Hat keine Taschen.

FOTO: Sophie Wolter

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 05. Januar 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Ralph Caspers

Herzglitzer Ralphonus Elvis Maria Caspers, oder auch kurz “Ralph”, ist wohl der sympathischste Klugscheißer, den man sich vorstellen kann. Der ausgezeichnete Brillenträger hat eben sein neues Buch „99 harmlose Fragen für überraschende Unterhaltungen zwischen Eltern und Kindern“ veröffentlicht und steht quasi mitten in den Geburtstagsvorbereitungen zum 50. Jubiläum von der Sendung mit der Maus. Haben wir schon erwähnt, dass er in Borneo geboren wurde, weil seine Eltern dort für eine Hilfsorganisation Affen großgezogen haben? Toller Typ einfach von Sekunde Null.

Name: Siehe oben. (Also mein Name ist nicht „Siehe oben“, obwohl das eigentlich ganz lustig wäre.)
Alter: 47. (Hey, wie meine Schuhgröße!)
Wohnort: Geheim.
Beruf: Frage ich mich auch immer.
Schuhgröße: 47. (Hey, wie mein Alter!)
Lieblingskinderbuchfigur: Matilda Wurmwald.
Kontakt: Noch keiner. (Die Frage zielt auf außerirdischen Kontakt ab, oder?)

Was war bis jetzt dein größter beruflicher Erfolg und warum? Dass mir meine Arbeit Spaß macht.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Darüber, dass alles bedeutungslos ist. Und Spucke.

Wie alt wärst du, wenn du dein Alter nicht wüsstest? Kommt auf den Tag und die Tageszeit an. Mein Spektrum reicht von pubertär bis zerstreut. Furzwitze gehen aber immer.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? Wer ist das?

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Ich habe einmal Drillingen Autogramme gegeben. Als ich nach den Namen fragte, war ich mir zuerst nicht sicher, ob sie mich auf den Arm nehmen: Maria, Magda, Lena.

Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte: „Steal Like An Artist“ (von Austin Kleon).

Der größte Irrtum deines Lebens? Zu denken, anderen Menschen wüssten, was ich denke.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt: Drüben auf dem Hügel.

Was würdest du gerne lernen, wenn weder Zeit noch Geld eine Rolle spielen würde? Alles.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Zeitreisen. Die Situation ist da noch sehr unbefriedigend.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Milchreis mit Reismilch.

Was sollte niemand von dir wissen? Duh…

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Stimmt es eigentlich, dass deine Vorfahren Vampire waren?

Das letzte Wort: Das brauche ich nicht.

FOTO: Johannes Haas