Tom Young

Das 2 Minuten-Interview

Tom stammt ursprünglich aus Aotearoa, vielen besser bekannt als Neuseeland. Seit fast zwei Jahrzehnten ist er allerdings als Musiker in der DIY-Musik- und Kunstszene auf der ganzen Welt unterwegs. Seit sechs Jahren nun hat er seinen Lebensmittelpunkt in Berlin. Sein wichtigstes Projekt ist die von ihm gegründete Open Music School, die er in Kooperation mit Give Something Back to Berlin betreibt. Bei der Open Music School geben ehrenamtliche Lehrer ihr musikalisches Wissen in Workshops, Classes und Events an Menschen aller Herkünfte und Hintergründe weiter und setzen sich für die Integration von geflüchteten und sozial benachteiligten Menschen ein. Gemeinsam mit euch unterstützen wir das Projekt mit den Spenden, die wir im Rahmen unseres muxmäuschenwild Fesvtival #6 sammeln.

Name: Tom Young
Alter: 34
Wohnort: Berlin
Beruf: Musiker / Open Music School Coordinator
Schuhgröße: 166?
Lieblingsfilmzitat: From “Happiness”
Helen Jordan: “I’m not laughing at you, I’m laughing with you.”
Joy Jordan: “But I’m not laughing.”
Kontakt: tom.young@gsbtb.org

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Darauf wie sie oder er kommunizieren möchte.

Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest? Irgendwo an einem Fluss als Teil eines nachhaltigen Ökosystems leben. Ich würde außerhalb dieser mörderischen Horrorshow namens Zivilisation hausen, glaube ich. Aber offensichtlich ist die Angst größer?

Welche drei Dinge hast du immer im Kühlschrank? Tofu, Gemüse und Chilisauce

Ein Wort, das du viel zu oft benutzt: Das Wort mit F.

Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte: „Endgame“ von Derrick Jensen.

Der beste Rat, den du je bekommen hast: Widme dich den Dingen, die du liebst. Nichts anderes hat deine Zeit wirklich verdient.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? Liebenswert, wunderbar und das Beste vom Besten… Ich weiß es wirklich nicht.

Welches Instrument würdest du gern spielen können? Cello.

Du darfst den Duden um drei Wörter deiner Wahl ergänzen. Bitteschön:
1. Ignorancecide (listening as a form of knowledge-sharing)
2. The “Buzzymunch” (an unconventional yet delicious snack/meal, usually involving a lot of condiments)
3. Casj (short for casual).

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Das Problem der postindustriellen Zivilisation.

Wenn die Welt in einem Jahr untergeht, was würdest du von nun an machen? Musik machen, als ob ich Bandmitglied auf der Titanic wäre.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Kartoffeln – auf ganz verschiedene Arten zubereitet.

Was sollte niemand von Dir wissen? Ich habe keine wirkliche Ausbildung im Bereich Organisation. Ich habe überhaupt keinen akademischen Hintergrund. Ich weiß oftmals nicht was ich tue und lerne dabei aus meinen Fehlern.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? „Deine Musik ist unglaublich, willst du auf dem Festival spielen?“

Das letzte Wort: Danke, dass ich Teil eures Magazins sein darf! Ich weiß eure Plattform, von der aus ich über mein Projekt erzählen darf, wirklich zu schätzen. In Zeiten der „Europäischen Festung“, „America First“, Johnson, Trump, le Pen, Salvini, der AfD, etc. sind Projekte wie die Open Music School meiner Meinung nach wirklich wichtig. Unsere Community sieht Menschen als das was sie wirklich sind: Individuen mit unendlichem Potenzial – wenn sie nur die gleichen Möglichkeiten bekommen.

FOTO: Hold My Pint Photography

Anuschka Rees

Das 2 Minuten-Interview

Anuschka Rees lebt in Berlin mit ihren zwei Katzen, einer Million Bücher und einem Boyfriend. Ha ha, könnte bitte jemand diesen ersten Satz in die Liste der besten ersten Sätze in 2 Minuten-Interviews eintragen? Auf die Wohnungssituation kommen wir auch gleich noch einmal zurück, doch zuvor berichten wir kurz und knapp, dass sie nach ihren ersten beiden Büchern „The Curated Closet“ und dem praktischen, feministischen No-Bodyshaming Guide „Beyond Beautiful“ gerade an ihrer Nummer drei schreibt, während sie ihre Gedanken auch ziemlich aktiv auf Instagram unter @beyondbeautifulbook und ihrem persönlichen Account @anuschkarees teilt. Ach ja, das Wohnungsthema: Anuschka sucht und zwar sehr intensiv für sich und oben beschriebenes Setup. Wer also was weiß oder wen weiß, die/der was weiß…Kontakt siehe unten.

Name: Anuschka Rees
Alter: 30
Wohnort: Berlin
Beruf: Autorin
Schuhgröße: 38
Lieblingsfilmzitat: “We’ll all grow up one day, Meg. We might as well know what we want.” Little Women
Kontakt: anuschka@beyondbeautifulbook.com

In welcher Art und Weise warst du vor zehn Jahren anders als heute? Mehr Piercings, weniger Weitblick.

Das größte Problem deiner Generation? Überangebot

Wie schafft man es, sich selbst richtig gut zu finden? Puh, das ist ein großes Thema, da sollte mal jemand ein Buch drüber schreiben…

Was ist wirklich wichtig? Selbstreflexion

Wen bewunderst du und warum? Angela Merkel, für ihre Geduld und ihr Pokerface.

Warum können nur Frauen die Welt vor dem Untergang bewahren? In den Worten von Mary Poppins: “Though we adore men individually, we agree that as a group they’re rather stupid.”

Wenn du ein Zeichentrickcharakter wärst, welcher wäre das? Stewie Griffin

Was kannst du gar nicht? Small Talk

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Mein Bett

Dein wertvollster Besitz? Mein Optimismus

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Erm, Pfannkuchen?

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde den Trend hin zum Medium-Mineralwasser stoppen. Ich will entweder die volle Ladung Sprudel oder gar nichts.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich Instagram eigentlich total lästig finde und viel lieber ein anonymes Schriftstellerleben ganz ohne Selfies führen würde.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie es meinen Katzen geht. Danke der Nachfrage – sehr gut, bisschen heiß für sie grade, aber gut.

Das letzte Wort: Just keep swimming, swimming, swimming.

FOTO: JULIEN COTT

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 14. August 2019 | Tags: , , , Keine Kommentare

Jeremy Alexis & Jesse Ludovic Ajwani

Das 2 Minuten-Interview

Kennt ihr dieses Hochzeitsspiel, bei dem das frisch vermählte Brautpaar mit dem Rücken zueinander sitzt und dann unterschiedliche, teils intime Fragen unabhängig voneinander und möglichst gleich lautend beantworten muss? Ein wenig fühlt sich das brillante 2 Minuten-Interview mit den Zwillingen Jeremy Alexis und Jessy Ludovic Ajwani, den Gründern und Betreibern der Anomalie und des zugehörigen Restaurants LAMIFA, so an (kurze Pause, um die fabelhaften Namen wirken zu lassen). Die beiden Freigeister liegen nämlich ziemlich oft auf einer Wellenlänge und wie im echten Leben, wird es vor allem dann spannend, wenn sie ganz unterschiedlich unterwegs sind. Und ganz besonders witzig, wenn sie beide identisch daneben liegen (aus drei mach vier!). Wir freuen uns riesig auf unser MMW6 Festival am 22.08. im Hause Ajwani, äh Anomalie und schicken an dieser Stelle schon mal ein riesengroßes Danke für die Möglichkeit bei euch zu feiern und euren tollen, unermüdlichen und liebenswerten Support.

Name: Jeremy Alexis Ajwani / Jesse Ludovic Ajwani
Alter: 32
Wohnort: Berlin
Beruf: Club und Restaurant Inhaber, DJ, Chefkoch, Künstler / Club und Restaurant Inhaber Anomalie und LAMIFA
Schuhgröße: 43 ½ / 43 ½
Lieblingsclub: Anomalie Art Club / Anomalie Art Club
Kontakt: Instagram Jeremy Ajwani / Mistral / man muss mich privat kennen | Instagram Anomalie

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der? 
Jeremy: Serge Gainsbourg
Jesse: Leonard Cohen

Wie würden dich deine Geschwister beschreiben?
Jeremy: Überlebungskünstler, größenwahnsinnig
Jesse: Visionär, aufmerksam, großzügig

Wann in deinem Leben hast du dich am lebendigsten gefühlt?
Jeremy: Jetzt
Jesse: Jetzt

Welches Kunstwerk würdest du gerne besitzen?
Jeremy: Eiffelturm
Jesse: Den blauen Planeten, um ihn zu schützen.

Zu welcher Musik tanzt du am liebsten?
Jeremy: Techno
Jesse: Techno

Welche drei Dinge findet man immer bei dir im Kühlschrank?
Jeremy: Salbei, Zitrone, Ingwer und Äpfel
Jesse: Avocado, Ziegenkäse, rote Beete und Kurkuma
(Jungs, das waren jeweils vier! Anm. d. Red.)

Wann macht dich deine Arbeit glücklich?
Jeremy: Selbstständigkeit
Jesse: Menschen zu fördern

Was nimmst du dir schon länger vor, schaffst es aber irgendwie nicht?
Jeremy: Nichts
Jesse: Der Natur mehr Unterstützung zu geben

Mit welcher Persönlichkeit würdest du dir gern einmal die Nacht um die Ohren schlagen?
Jeremy: Mit meiner Freundin Sophie Kah
Jesse: 2Pac Shakur

Schließ die Augen und denk an etwas Schönes. Woran denkst du?
Jeremy: Bunte Kunst und Kreation
Jesse: Ozeane

Welche Superheldenkraft hättest du gern?
Jeremy: Fliegen zu können
Jesse: Fliegen

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Jeremy: Chèvre Chaud-Salat
Jesse: Gedämpftes Gemüse mit Einkorn

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Jeremy: Die Umwelt, die Balance der Natur und die Menschen in Harmonie bringen.
Jesse: Die Kriegs- und Waffenindustrie stoppen.

Was sollte niemand von dir wissen?
Jeremy: Ex-Knacki
Jesse: Dass ich ein Alien bin.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Jeremy: Was mich inspiriert?
Jesse: Ob ich ein Alien bin.

Das letzte Wort:
Jeremy: Follow the Flow.
Jesse: Stay free.

Esra Karakaya

Das 2 Minuten-Interview

Über Gewalt lachen? R. Kelly stummschalten? Macht Geld unglücklich? Esra Karakaya „quatscht“ in ihren BlackRockTalk nicht ums Eingemachte herum, sondern munter mittendurch. Die studierte Musik- und Medienwissenschaftlerin, Aktivistin und Videografin (Reihgenfolge wahllos) startete ihre YouTube-Talkshow im vergangenen Jahr und nimmt dabei so unterhaltsam kein Blatt vor den Mund, dass man gar nicht anders kann als mitzuhören, mitzugucken und vor allem mitzudenken. Ihr Geld verdient sie gerade als kreativer Kopf bei den Dattelträgern, entwickelt Video- und Formatideen, schreibt Skripte, produziert und schneidet Videos. Sie kann also quasi alles, außer Vorwärtsrolle. Und auch wenn wir ehrlich gesagt nur rund die Hälfte ihres Interviews verstanden haben (drei Punkte Abzug bei unserer Street Credibility) haben wir sehr herzlich gelacht. BOOYAKASHA!

Name: Esra Karakaya
Alter: 27
Wohnort: WEDDING REPRESENT BOH BOH BOH! aka Berlin
Beruf: Videoproducer, -journalistin
Schuhgröße: 40
Lieblingsfilmzitat: “lass ma deine filme” aus dem Film, den ich noch nicht gedreht habe.
Kontakt: @ms_blackrock oder office@esrakarakaya.com

Die ganze Welt hört dir zu. Was sagst du? SHO HABUBIS WAS MACHEN SACHEN?!

Was ist guter Journalismus? Wenn es nah an Betroffenen, selbstreflektiert und fair ist.

Wen würdest du gerne mal in deiner Talkshow zu Gast haben? Jerome Boateng, um ihn zu fragen, ob Ya-Hala oder Akko. Oprah, um sie zu fragen, ob sie meine Mentorin sein möchte. Meine Mutter und meinen Vater, um sie vor der ganzen Welt zu ehren.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Eben gerade: so ein “Cookie Dough Joghurt”. Fail. Kauf nicht. Lohnt sich nicht. Aber der Plastikbecher lässt sich wiederverwenden.

Können Worte die Welt verändern? Ja man.

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Jede Idee da draußen, die ich geil finde, war ohnehin nicht bestimmt meine gewesen zu sein. Segen auf die Köpfe jener Ideenentwickler*innen.

Welche Eigenschaften schätzt du an einem Menschen? Naivität und Sarkasmus.

Bitte ergänzen: Ich bin sehr talentiert darin… so zu tun, als hätte ich voll den Durchblick. Keiner weiß, dass ich nichts weiß.

Wann hast du zuletzt von Herzen gelacht? Als ich eben in den Spiegel geguckt habe.

Wovor hast Du Angst? Dass ich auf einem Langstreckenflug neben einem Stinker sitzen muss.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? 40 Wochenstunden auf 30 Stunden kürzen, Hitzefrei ab 23 Grad, freie Burkinis für alle Hijabi-Schülerinnen* und kostenlose Therapie für alle.

Wenn wir dich Zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Qinoa-Dinkel-Wasserspinat-Acai-Suppe mit Mate-Spirulina-Spaghetti und Baobab-Sauce. Hahaha Spaß. Ich weiß nicht mal was Baobab ist. Ihr kriegt eine Wurst. Halal-Wurst.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich einen weiteren privaten geheimen Insta-Account habe, wo ich 96 Meme-Seiten folge.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? 
Was der Titel meines Films ist.

Das letzte Wort: Tu was Gutes für dein Karma-Konto und unterzeichne diesen offenen Brief. Küsschen <3

Giulia Gemma Visci

Das 2 Minuten-Interview

Giulia nur als sensationelle Raw- und Vegan-Köchin mit wunderschönsten Namen zu bezeichnen, würde ihr in keiner Weise gerecht. Ihren Job bei einer ziemlich bekannten italienischen Zeitung hing sie an den Nagel, zog nach Berlin und machte sich als vegane Köchin, Ernährungsberaterin und Fastencoach selbständig, um Menschen dabei zu helfen, sich gesund zu ernähren und ein besseres und glückliches Leben zu führen. Sie selbst würde sich als rational bezeichnen, trotzdem hat sie ein Faible für Alchemie und Astrologie und obendrein ständig vorbereitete Kartoffelchips in petto. Ach ja, ein Zwilling ist sie auch noch. Ob ihr Zwillingsgeschwister allerdings genauso gut kochen kann, ist nicht überliefert.

Name: Giulia Gemma Visci
Alter: Alter ist nur ein Zahl ;))
Wohnort: Berlin
Beruf: Raw & Vegan Chef, Ernährungsberaterin, Fastenleiterin
Schuhgröße: 37/37,5
Lieblingsfilmzitat: „Einsperren will ich dich nicht, ich will dich lieben.“ – „Das ist dasselbe“. (Frühstück bei Tiffany)
Kontakt: info@giuliarawchef.com

Was würdest du tun, wenn du pro Tag eine Stunde mehr Zeit zur Verfügung hättest? An meiner Webseite und Socials (Instagram, FB, Linkedin und Pinterest) arbeiten, Rezepte schreiben und fotografieren, Videos posten…

Dein Haus brennt. Welche drei Gegenstände rettest du vor den Flammen? Sedona Dörrgerät, Vitamix und MacBook.

Was ist deine größte unbegründete Angst? Ein Auto ohne Bremse zu fahren.

Dein wichtigster Charakterzug? Zähigkeit

Was schmeckt dir gar nicht? Kapern

Worauf bist du stolz? Auf meine Rationalität.

Was kannst du gar nicht? Mich verstellen. Man sieht sofort was ich denke und fühle.

Das am meisten unterschätzte Lebensmittel? Hülsenfrüchte und Kerne.

In deinem im Kühlschrank befinden sich Ketchup, Oliven und Rhabarber. Was machst du damit? Rhabarber mit Ketchup in Mixer cremig pürieren, mit dem Rhabarber-Ketchup Süßkartoffelnchips und Oliven servieren, ein Glas Naturwein dazu und Aperitif ist fertig! P.S. Süßkartoffelchips hatte ich schon vorbereitet.

Das Leben welcher berühmten Persönlichkeit möchtest du für einen Tag leben? Das Leben des Papstes! Auf jeden Fall! Ich würde mich sehr freuen die ganze Geheimnisse des Vaticans aufdecken zu dürfen.

Was ist wirklich wichtig? Gerechtigkeit

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Risotto mit Carnaroli Reis, Safran aus meiner Region (Abruzzen) – der beste Safran der Welt – Steinpilze, Radicchio und fermentierte Cashewchreme. Roséwein dazu. Natur und italienisch, of course!

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde diesen Planeten in einen Ort des Friedens, der Gerechtigkeit, Liebe und des Respekt vor allen Lebewesen verwandeln.

Was sollte niemand von Dir wissen? Was ich von Stories auf Insta und FB halte.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wofür ich dankbar bin.

Das letzte Wort: Danke.

Thorsten Petzold

Das 2 Minuten-Interview

Thorsten Petzold schreibt Briefe. Das heißt eigentlich schreiben seine rund 80 Schönschreiberinnen und Schönschreiber Briefe und zwar für Unternehmen, Zukünftige oder Menschen wie dich und mich. Die Anlässe sind vielfältig, von der Werbung über personalisierte Kundenmailings bis hin zu Geburtstags- und Einladungskarten. Aber auch einen ganz persönlichen Brief kann man wunderschön niederschreiben lassen, wenn man slebst nicht mehr so gut bei der Hand ist. Thorsten ist Papa von Dreien, war früher mal Sozialversicherungsfachangestellter, Key Account Manager, Einrichtungshauschef bei den Köttbullars, Vertriebsleiter und Weltreisender, bevor er mit SCHREIBSTATT seine Manufaktur für handgeschriebene Kommunikation gründete. Schade eigentlich, dass wir dieses Interview nicht (hand)schriftlich geführt haben.

Name: Thorsten Petzold
Alter: 51 (wobei 50 das neue 30 sein soll.. also dann eigentlich 31)
Wohnort: Berlin
Beruf: Geschäftsführer
 SCHREIBSTATT
Schuhgröße: 42,5 respektive 8,5
Lieblingsfont: In der Kalligraphie mag ich die klassische „Copperplate“ wegen ihrer schönen Verschnörkelungen. Wer diese gut beherrscht, ist ein/e wahre/r KünstlerIn.
Kontakt: tp@schreibstatt.de

Ein Wort, das du viel zu oft benutzt? „Gerne“… musste mich des Letzt (oder war es desletzt?) von unserer Lektorin aufklären lassen, dass „gerne“ nur im Süddeutschen geschrieben wird und es eigentlich lt. Duden nur „gern“ heißt (https://www.duden.de/rechtschreibung/gern). Liest sich aber nicht so schön.

Wann hast du deinen letzten Brief geschrieben? Ertappt. Privat schon viel zu lange her. Wobei ich im beruflichen Kontext schon manchmal selbst schreibe (ich bin der in der Firma mit der Sauklaue), aber nur an sehr gut bekannte Kunden, die ich nicht vergraulen kann. Ansonsten lasse ich auch meine Briefe, z. B. bei der Neukundenakquise, von den tollen SchreiberInnen zu Papier bringen.

Was tust du morgens nach dem Aufstehen als erstes? Familienkuscheln.

In welcher Form sind Worte am schönsten? Die Form ist egal, der Anlass zählt: Liebe!

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Wir haben „Open Schnuck“ gespielt, eine Variante von SchnickSchnackSchnuck, bei dem alles erlaubt ist. Auf einmal formte meine Tochter mit den Händen ein Herz und meinte, sie hätte „Liebe“… das haben wir dann für die nächsten Spiele ausgeschlossen.

Was kannst du besser als alle anderen? Organisieren – Dinge, die nicht funktionieren doch hinzubekommen. Wobei das nur im beruflichen Kontext gilt… Früher dachte ich, wer eine Firma organisiert bekommt das auch in der Familie hin. Das war ein längerer (Um-)Lernprozess als gedacht…

Wie alt wärst du wenn du dein Alter nicht wüsstest? 31 (s. o.) käme schon gut hin… falls das optisch noch irgendwie reparabel wäre.

Wer oder was inspiriert dich? Familie, Freunde, Bücher… alles auf eine andere Art, alles in verschiedenen Lebensbereichen.

Wie wäre ein Mensch, der das Gegenteil von dir ist? Auch glücklich ; )

Die wichtigste Erfindung der Menschheit? Gleich nach Feuer und Rad kommt definitiv die Waschmaschine. Kurz dahinter Geschirrspüler und Trockner.

Womit kann man dich um den Finger wickeln? „Papa, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte…“

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Bratkartoffeln.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Mal schauen, wie eine Welt ohne Religionen und Nationalstaaten funktioniert.

Was sollte niemand von dir wissen? Die Bildschirmzeit am Handy letzte Woche.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie lautet der Sinn des Lebens?

Das letzte Wort: „Im übrigen bin ich der Meinung, dass Nationalismus keine Alternative, sondern eine Katastrophe ist“.

Peter Eckert

Das 2 Minuten-Interview

Irgendwas mit Bier. Es gibt so Ideen die entstehen in heiterer Runde, unter Freunden, zu vorgerückter Stunde. Und oft bleiben sie genau das: Ideen. Peter hat das anders gemacht und aus „irgendwas mit Bier“ quasi das soziale Bierunternehmen Deutschlands gemacht. Quartiermeister fördert mit seinen Erlösen soziale Kiezprojekte zum Wohle aller. Die Freunde der Idee sind noch immer dabei, das Unternehmen ist bis heute komplett unabhängig. Das mit dem Plan B hat sich also erstmal erledigt. So kann sich der gebürtige Karlsruher, bekennende Turtles-Fan, Pluszeichen-Liebhaber und studierte Nonprofit-Manager also erstmal entspannt auf seinen innerberlinischen Umzug von Kreuzberg nach Schöneberg und die inner- und außerbetriebliche Weiterentwicklung seines Unternehmens konzentrieren.

Name: Peter Eckert
Alter: 33 Jahre
Wohnort: Berlin
Beruf: Sozialunternehmer
Schuhgröße: 43
Kontakt: peter@quartiermeister.org

Was ist schwieriger: Die richtigen Dinge zu tun oder die Dinge richtig zut tun? Definitiv die richtigen Dinge zu tun! Man kann super effizient richtigen Bullshit machen, z.B. Waffen herstellen oder Abgasmessungen manipulieren. Bleibt trotz Effizienz aber weiterhin Bullshit! Dann doch lieber so gut es eben geht gute Sachen machen. Das versuchen wir!

Mit welcher berühmten Persönlichkeit würdest du gern mal einen trinken gehen? Angela Merkel. Und das nicht aus politischer Überzeugung, sondern aus Interesse. Sie hat die deutsche und europäische Politik seit mehr als zehn Jahren geprägt und mich würde sehr interessieren, welche Werte sie vertritt, was ihre Ziele waren bzw. sind und wie so eine Berufspolitikerin die Welt sieht.

Welche wichtigen Entscheidungen hast du abends bei einem Bier getroffen? Viele – einige gute, einige weniger gute! Zu den guten Entscheidungen zählt z.B. mein Umzug nach Berlin oder meine Praktikumszeit in Ghana. Naja, und die weniger guten endeten wegen Übermut teilweise in Schmerzen. Aber ich stehe nicht auf Reue, also das war auch okay so!

Hast du einen Plan B? Nicht in der Schublade liegen, aber ich bin ein ziemlich positiver Mensch und bin mir sicher, dass ich auch anderweitig glücklich werden kann. Aktuell läuft es aber echt gut bei uns, insofern glaube ich, dass ich erstmal keinen Plan B brauche.

Wer oder was inspiriert dich? Visionäre Menschen, die auch daran arbeiten, ihre Visionen in die Realität umzusetzen. So gibt es viele Menschen, die Dinge umsetzen können. Und es gibt einige Menschen, die klare Visionen + Vorstellungen haben. Jene Menschen, die beides auf sich vereinen, sind eher selten, dafür umso inspirierender + ansteckend!

Welche drei Dinge kann jeder Mensch sofort tun, um die Welt ein Stück besser zu machen? Am schwierigsten: Weniger konsumieren. Beispiel: Klamotten oder Flüge. Einfacher: Gebraucht kaufen. Beispiel: Handy oder Möbel. Machbar: Korrekt konsumieren. Sich informieren und als wacher Konsument die sozialen und ökologischen Alternativen kaufen, die es inzwischen auch wirklich gibt!

Bitte ergänzen: Für einen Tag wäre ich gerne einmal…erfolgreicher Schriftsteller.

Worauf bist du stolz? Darauf, dass wir es mit Engagement und Freunden geschafft haben, ein Sozialunternehmen aufzubauen, ohne jemals Geld von Banken oder Investoren aufzunehmen. Wir haben das gemeinsam aus eigener Kraft geschafft, was extrem selten ist. Das sichert unsere Unabhängigkeit und somit auch, dass wir heute genauso unseren Werte + Prinzipien treu bleiben wie zur der Zeit, als wir gestartet sind. Diese Kombination aus stetigem Wachstum + dem Erhalt der Werte freut mich!

Schließ die Augen und denk an etwas Schönes. Woran denkst du? Ich denke ans Meer in Vega, in Asturien, mit Sonne im Gesicht. Schöne Wellen, traumhafte Landschaft.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Oha, erwischt! Ich bin nicht sonderlich fleißig, was das Kochen angeht. Vegetarische Küche. Erste Idee: Kartoffelgratin mit guten regionalen Zutaten, schöner saisonaler Salat dazu und danach Biscott-Feigen-Dessert mit Sirup. Achja, und für die passende Bierbegleitung dazu sorge ich auch.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde als Gesetzgeber mehr Leitplanken setzen wie z.B. mehr Sicherheit und Infrastruktur für Radfahrer, Einführung einer Kerosin- und CO2 -Steuer etc. Mein Ziel wäre es, dass negative Nebeneffekte / Externalitäten wie z.B. Umweltverschmutzung Menschen und Unternehmen Geld kosten, wohingegen es Anreize gibt für Menschen und Unternehmen, wenn sie positive Nebeneffekte schaffen. Ich bin davon überzeugt, dass weniger Menschen fliegen, wenn es viel teurer wird, und dass mehr Menschen Zug fahren, wenn es bessere, schnellere und auch günstigere Verbindungen gibt. Wir können die Verantwortung nicht alleine beim Konsumenten belassen. Kurzum: Ich würde eine Öko- und Sozialdiktatur light einführen und wäre damit überhaupt nicht haltbar!

Was sollte niemand von dir wissen? Damals im Schullandheim…ja klar, das hättet ihr gerne. Soll niemand wissen und ich erzähle es in einem öffentlichen Interview – Pustekuchen!

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Welcher Ninja Turtle ist dein Liebling und warum?

Das letzte Wort: Cheers.

FOTO: ANNIKA BRÜMMER

Daniel Sellier

Das 2 Minuten-Interview

Daniel Sellier ist Schauspieler, Münchner und lebt in Berlin. Wenn er nicht gerade von feinen französischen Herren auf seine Süßigkeiten-Vorlieben angesprochen wird, sammelt er Geschichten und bringt sie zu Papier oder auf die Leinwand. Zu Deutsch: er schreibt, produziert und stellt dar. Lange Zeit bei Verbotene Liebe, zuletzt im Monbijou Theater und momentan in Köln. Weshalb er wie ein Wilder zwischen genannten Großstädten hin und her tingelt. Nur Schaffner fahren mehr. Gut also, dass wir kein Telefoninterview gemacht haben: Und sie suchen noch heute im Funkloch nach Antworten…

Name: Daniel Sellier
Alter: 42
Wohnort: Berlin
Beruf: Schauspieler
Schuhgröße: 43
Lieblingsfilmzitat: „It´s a sad and beautiful world“ / Tom Waits / „Down by law“ by Jim Jarmusch
Kontakt: info@ida-pr.de

Die ganze Welt hört dir zu: Was sagst du? Endlich Ruhe.

Ist es schwieriger Menschen zum Lachen zu bringen oder zum Nachdenken? Man sollte eine Tragödie immer so angehen wie eine Komödie und umgekehrt. Das eine schließt das andere also nicht aus.

Welche Rolle hättest du spielen sollen? Thomas Magnum.

Ein Wort, das du viel zu oft benutzt? Fantastisch.

Glück ist…Glück.

Das schönste Kompliment, das du bisher bekommen hast? Nach einer Vorstellung meiner Abschlussproduktion an der Schauspielschule wurde ich am nächsten Tag auf der Straße unvermittelt von einem feinen, alten Herrn angesprochen und gefragt, ob er richtig liege und mich gestern auf der Bühne gesehen hätte. Als ich dies bejahte, bedankte er sich und sagte strahlend mit einem feinen französischen Akzent: „Sie haben es genossen auf der Bühne zu stehen, wie … ein Stück Schokolade.“

Welchen Film, welches Buch, welches Album sollte jeder gesehen, gelesen und gehört haben? Down by Law, Meister und Margarita, Basie & Zoot

Was siehst du, wenn du in den Spiegel schaust? Meistens mich.

München oder Berlin? Berlin in den Bergen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Kaffee vermute ich als erstes.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich als Superheld, oder als Ich, der nur eine Sache ändern darf? Möglichkeit a: Alles. Immer. Möglichkeit b: Das Bewusstsein des Menschen sich als kleiner Teil eines großen Ganzen zu empfinden.

Was sollte niemand von dir wissen? Alles, was ich hier verheimliche.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Frucade oder Eierlikör?

Das letzte Wort: Danke, ihr wart ein tolles Publikum.

FOTO: MEIKE KENN

Nina Neef

Das 2 Minuten-Interview

Also wenn man es etwas profan ausdrücken wollte, würde man sagen, die gebürtige Rheinländerin Nina malt gern und gut. Wenn man es jedoch genauer nimmt, stellt man fest, dass sie mit ihren Bildern allen Menschen Zugang zu Wissen verschaffen möchte. Sie strebt nach einer möglichst „leichten Bildsprache“ – schließlich sind die Zusammenhänge oft schon kompliziert genug. Außerdem sucht sie gerade nach einem Verlag für ihr Buch „Plix“ – eine Mischung aus Momo und E.T., das Jugendliche motivieren soll, ihren Gefühlen zu vertrauen nach dem Warum zu fragen und Lösungen zu finden. Nina schaut auf das Gute, um es zu verstärken und möglichst allen Menschen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Den Schritt in die Berufung hat sie während ihrer Arbeit beim Verein (ACT e.V.) Flügel vollzogen. Das fühlte sich nach eigener Aussage an wie vom 10 Meter Brett zu springen. Mit sehr weicher Landung wie sich herausstellte. Möglicherweise in warmen Schokokuchen.



Name: Nina Neef
Alter: 44
Wohnort: Berlin
Beruf: Visual Thinking (Kommunikationsberatung)
Schuhgröße: 39
Lieblingsfarbe: rotrosa
Kontakt: mail@ninaneef.de

Was ist gutes Design? Design, bei dem der individuelle Mensch mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt steht.

Worauf bist du stolz? Dass ich seit 2017 aufs Visualisieren fokussiert bin.

Was würdest du tun, wenn du nicht scheitern könntest? Mich mehr treiben lassen.

Was war die beste Entscheidung deiner beruflichen Laufbahn? 2015 auf die Bühne zu gehen und zu Gerald Hüther ein live Graphic Recording zu zeichnen.

Was fasziniert dich? Menschen, die über sich hinauswachsen.

Wann hast du zuletzt von Herzen gelacht und warum? Lea (3): „Mama wo warst Du gestern?“
Ich: „Ich war beim Theater vom ACT e.V.“
Lea: „Hella (die Erzieherin) sagt zu uns auch immer: Macht nicht so ein Theater!“

Du hast eine Sünde frei. Welche verbotene Sache würdest du machen? In warmem Schokokuchen baden.

Welches Kunstwerk würdest du gerne besitzen? Ein Frauenportrait von El Bocho.

Wofür hast du kein Talent? Geduld, Turmspringen und Kartfahren.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Magic Ranch El Palmar https://magic.smartvolta.com/

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Spaghetti Bolognese oder eine Sushi Bowl

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde gerne jedem Menschen den Raum geben, den er braucht, um glücklich zu sein.

Was sollte niemand von dir wissen? Wie ungehalten ich bin, wenn ich die Geduld verliere (siehe kein Talent).

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was meine drei wichtigsten Werte sind: 1. Kreativität 2. Verlässlichkeit 3. Selbständigkeit

Das letzte Wort: Play more – work less.

BILD: NINA NEEF

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 25. Juni 2019 | Tags: , , , Keine Kommentare

Robert Beddies

Das 2 Minuten-Interview

Robert Beddies ist eigentlich Berliner. Nach dem Studium ging er aber wegen eines Jobs nach Hamburg und blieb. Seit 2015 ist er Geschäftsführer vom betahaus Hamburg, dem Coworking Space der ersten Stunde mit 500 Mitgliedern an zwei Standorten. Er ist außerdem Mitgründer und Mitbetreiber einer Atelier- und Werkstattgemeinschaft in St. Pauli, Hobby Auto- und Fahrradschrauber und Möbelbauer. Irgendwie schafft er es aber trotzdem noch ziemlich viel unterwegs zu sein in der Weltgeschichte, mit alten Autos bis zum Nordkap und durch den Iran, mit dem Rucksack durch Zentralasien, die Mongolei und Russland, Afrika (Tansania, Malawi, Mosambik, Zimbabwe und andere) oder zuletzt gemeinsam mit Frau und Kind zwei Monate lang in Patagonien. Ob er auf Reisen immer ein Glas Erdnussbutter dabei hat, ist nicht überliefert.

Name: Robert Beddies
Alter: 37
Wohnort: Hamburg
Beruf: Geschäftsführer betahaus Hamburg
Schuhgröße: 46
Lieblingsfilmzitat: „Remind me to send him a red cap and a Speedo.“ (Steve Zissou)
Kontakt: robert@betahaus.de

Auf welche Idee wärst du gerne selbst gekommen? Geschäftsidee: tomorrow (nachhaltiges Banking), allgemein: Käseherstellung

Der beste Rat den du je bekommen hast? „Bewirb Dich mal beim betahaus!“

Auf welche drei Dinge kannst du nicht verzichten? Meine Frau, meinen Sohn und Kaffee.

Was tust du morgens nach dem Aufstehen als Allererstes? (Leider) Emails & Co auf dem Smartphone checken.

Warum Hamburg? Erst wegen eines Jobs, inzwischen wegen Menschen und Stadtteil (St. Pauli).

Womit kann man dich um den Finger wickeln? mit Erdnussbutter

Was würdest du ohne Internet tun? Irgendwas mit Holz.

Welche Superheldenkraft hättest du gern und warum? Einen Rückspulknopf für bestimmte Situationen.

Was würdest du gerne besser können? Schweißen

Was ist aktuell das Hintergrundbild auf deinem Telefon? Das Rücklicht von meinem ’73er BMW ’02.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Eine Gazpacho mit viel Knoblauch.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? das Klima

Was sollte niemand von dir wissen? nice try ;-)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Trägt man(n) heute wirklich noch Bart?!

Das letzte Wort: Geht mehr spielen!

FOTO: KATHRINE ULDBAEK NIELSEN

Romy Krämer

Das 2 Minuten-Interview

Romy Krämer studierte in Leipzig Psychologie und machte ihren Doktor in Business-Society Management an der Rotterdam School of Management. Dafür wiederum war sie mehrmals in Indien, um die transnationale Vernetzung von Protestbewegungen gegen Bergbauunternehmen zu untersuchen. Passt, denn seit fast drei Jahren managet sie die Guerrilla Foundation, die sie mit dem Privatspender Antonis Schwarz gemeinsam gegründet hat. Sie unterstützt damit AktivistInnen und Graswurzelbewegungen in Europa und deren Strukturen. Was aktuell bei ihr ansteht? Babybreirezepte ausprobieren, trotz Elternzeit mit ihrem Job und dem Guerrilla-Team in Verbindung bleiben, schwierige Wohnungssuche in einer Stadt wie Barcelona, die von Gentrifizierung und Tourismus aufgefressen wurde und mit ihrem (fast) neun Monate alten Baby Ivo vor dem Bauch auf einem Panel beim Deutschen Stiftungstag sitzen.

Name: Romy Krämer
Alter:
38
Wohnorte: 
Barcelona (und noch ein bisschen Berlin)
Beruf: 
Managing Director
Schuhgröße:
38,5
Lieblingsfilmzitat: 
Ausser ‘Hasta la vista baby’?? Keine Ahnung… Kann mir gute Zitate leider nie merken.
Kontakt: romy@guerrillafoundation.org

Das größte Problem deiner Generation? Wir stecken in einem System fest, welches auf planetaren Kollaps hinausläuft uns aber selbst meistens noch Vorteile bringt, da wir einer globalen Elite angehören und alt genug sind, wahrscheinlich noch in relativ stabilen Verhältnissen das Zeitliche zu segnen. Wir wissen, dass es unseren Kindern nicht so gut ergehen wird, schwanken aber zwischen Ohnmacht und Resignation, Intellektualisierung des Problems, Hoffnung auf Rettung durch technologische Lösungen und Aktionismus indem wir versuchen über die Änderung der eigenen Lebensweise etwas zu tun.

Eine gute Tat, die jeder sofort tun kann? Jemand Unbekanntem ein ehrliches Kompliment machen.

Was bedeutet Aktivismus für dich? ‘Activism is the rent I pay for living on the planet’ – Alice Walker

Welcher Moment hat alles verändert? Eine Konferenz in Barcelona und das erste Treffen dort mit meinem Partner Xavi.

Die ganze Welt hört dir zu. Was sagst du? Wacht endlich auf und arbeitet zusammen!

Wer bist du, wenn du mit dir alleine bist? Jemand die erst auf der Couch sitzen kann, wenn alles andere erledigt ist.

Worauf bist du stolz? In einem etwas angegrauten Feld wie dem Stiftungssektor etwas ziemlich Cooles auf die Beine gestellt zu haben.

Wer war deine Heldin / dein Held aus Kindertagen? Ronja Räubertochter

Das schönste Kompliment, das du bisher bekommen hast? Du siehst deinem Sohn sehr ähnlich

Bist du ein Tag- oder Nachtmensch? Tag, aber kein early bird

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Im Winter: Rotwein-Risotto mit gegrilltem Kürbis und Ziegenkäse. Im Sommer Gazpacho und einen lauwarmen Nudelsalat mit Tomaten aus dem Garten meiner Eltern

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Den Kapitalismus

Was sollte niemand von dir wissen? Ist das so eine Frage wie im Bewerbungsgespräch nach den Schwächen, die man dann am Ende immer doch als Stärken verkauft? Da halte ich mich lieber zurück.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Können wir sehr viel Geld an die Guerrilla Foundation spenden?

Das letzte Wort: …sollten öfter die Frauen haben!

FOTO: ALANA RANGE

Ricarda Farnbacher

Das 2 Minuten-Interview

Die gebürtige Bayerin Ricarda Farnbacher lebt seit über 15 Jahren in Berlin. Eigentlich ist sie studierte Politologin aber uneigentlich betreibt sie eines der besten Cateringunternehmen der Stadt. Außerdem hat sie eine eigene Eventagentur (genial, da kann sie sich dann selbst als Caterer buchen oder eben das Event ums Essen bauen!) und besitzt einen eigenen Obst- und Kräutergarten. Aber mal ganz im Ernst: wer das Glück hat einmal von Ricarda und ihrem Team verköstigt zu werden und sich die raffiniert ehrlichen Geschmäcker auf der Zunge zergehen lassen zu können, der denkt über Essen noch einmal ganz neu nach. Schließlich gibt die Chefin auch mal Raum, damit sich die Persönlichkeit ihres internationalen Teams in den wunderbaren kleinen und großen Gaumenkreationen wiederfinden kann.

Name: Ricarda Farnbacher
Alter: 35
Wohnort: Berlin
Beruf: Unternehmerin
Schuhgröße: 38,5
Lieblingsfilmzitat: Passend zum Sommer: ich habe eine Wassermelone getragen.
Kontakt: info@ricardafarnbacher.de

Was würdest du tun, wenn du pro Tag eine Stunde mehr Zeit zur Verfügung hättest? Ich würde all das tun, was ich sonst nicht schaffe. Schlafen, zum Kickbox-Training gehen oder auf einer Parkbank sitzen und nachdenken.

Dein Haus brennt. Welche drei Gegenstände rettest du vor den Flammen? Meine Sonnenbrille, meinen Ausweis und meine Geldkarten. Ich hänge nicht so wahnsinnig an materiellen Dingen. Mit Geld und Sonnenbrille kann man schon viel machen :-)

Was ist deine größte unbegründete Angst? Ich habe richtig Angst vor Spinnen. Ich schaue vorm Schlafengehen öfter mal nach ob nicht irgendwo eine lauert.

Dein wichtigster Charakterzug? Ich bin sehr ehrlich und treu.

Warum Berlin? Ich muss meinen Nachbarn auf der Straße nicht begrüßen, wenn ich keine Lust dazu habe.

Worauf bist du stolz? Auf meinen Freizeitgarten, da habe ich eigene Obstbäume, Himbeeren, Johannisbeeren und Walnüsse. Ich habe gerade erst ein großes Kräuterbeet gepflanzt und freue ich schon aufs Gießen.

Was kannst du gar nicht? Ich kann überhaupt nicht tanzen.

In deinem Kühlschrank befinden sich Ketchup, Sardellen und Rhabarber. Was machst du damit? Den Rhabarber würde ich als Lineal benutzen, die Sardellen in der Toilette frei lassen und beim Ketchup würde ich warten, bis ich endlich Zeit habe mal Pommes selbst zu machen. Ich kaufe in der Regel selten ein, daher habe ich manchmal noch weniger als drei Sachen im Kühlschrank….

Das Leben welcher berühmten Persönlichkeit möchtest du für einen Tag leben? Ich wäre gern für einen Tag Angela Merkel. Mich würde interessieren, ob sie abends selbst kocht, ob sie sonntags Tatort schaut oder mit Freunden zusammensitzt und wild diskutiert.

Was ist wirklich wichtig? Meine Familie und meine Freunde

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Muscheln in Weißwein Sauce

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde die Fleischproduktion und den Export regulieren und das Wegwerfen von Lebensmitteln verbieten. Generell braucht es von allem weniger, im Supermarkt sollte es nicht 100 verschiedene Fleischprodukte geben.

Was sollte niemand von Dir wissen? Ich kaufe überhaupt nicht gern ein. Egal ob Kleidung oder Essen. Mich nervt der ganze Konsum.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Die Frage ist, welche Frage hättet ihr mir nicht stellen sollen.

Das letzte Wort: Save the planet!! Wir müssen alle für unser Handeln mehr Verantwortung übernehmen. Ich muss nicht mit Anfang 20 bereits alle Kontinente bereist haben und mehrmals im Jahr eine Fernreise machen. Ich habe mir vorgenommen viel mehr mit der Bahn zu verreisen und noch weniger Fleisch und Fisch zu essen.

FOTO: MIRJAM KNICKRIEM

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 04. Juni 2019 | Tags: , , , Keine Kommentare

Anica Alla

Das 2 Minuten-Interview

Anica Alla ist HR-Beraterin, Mutter eines kleinen Sohnes und Unternehmerin. Sie lebt und arbeitet in Bayreuth und Marrakesch und hat dort gemeinsam mit ihrem Mann Yidir Alla aus ihrer Liebe zum Yoga ein erfolgreiches Geschäftsmodell gemacht. Mit NOSADE bietet sie atemberaubende Yogareisen in Marokko an – Wüstenmoment inklusive. Das Pendeln zwischen den Welten scheint ihr nicht nur nichts auszumachen, es bringt sie auch ständig auf neue Ideen. Aktuell arbeitet sie unter anderem am personalstrategischen Aufbau eines E-Commerce-Unternehmens und an der Bestellung ihres neuen Gartens, dessen „Bestellung“ sie nach eigenem Bekunden liebe- und mühevoll, völlig unwissend und naiv, erfolgreich und in nur kurzer Zeit (!) vollbracht hat. Choukran und vielen Dank für jede Menge inspirierende und vogelwilde Ein- und Weitsichten.

Name: Anica Alla
Alter: 33
Wohnorte: Bayreuth & Marrakesch
Beruf: Human Resources Consultant & Coach, Unternehmerin, Yogalehrerin
Schuhgröße: 39
Lieblingsfilmzitat: „Folge nur den Spuren eines Fremden — Dann verstehst Du, und Du lernst noch was dazu.“
Kontakt: anica@nosade.com

Wann hast du zuletzt von Herzen gelacht und warum? Mit meinem Freund Philipp, mit dem ich immer von Herzen lachen kann. Und weinen. — Gelacht sicher über irgendwelche belanglosen fränkischen Geschichten des täglichen Lebens. Wiedergegeben von Philipp in perfektem Dialekt.

Was tust du morgens nach dem Aufstehen als erstes? Meine „Routine in Bewegung“ — Asana, Kraft- oder Gelenketraining oder Faszienarbeit

Die inspirierendste Persönlichkeit, der du je begegnet bist? Und immer wieder begegne: Jordan Bloom

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Die Wüste — majestätisch und magisch!

Was brauchst du, um dich an einem fremden Ort wohl zu fühlen? Mein Kopfkissen.

Wann hast du zuletzt etwas Neues gelernt und was war das? Für mich lerne ich durch unsere junge Familie und durch all die Veränderungen, die mit der neuen Situation einhergehen. Durch die neuen, auch viel tiefergehenden Herausforderungen als bisher im mehr oder weniger Single-Dasein. Diese ständigen Learnings sind auch teilweise schmerzhaft, weil sie tiefgreifend strukturell Neues bedeuten. Dass der kleine Familienkreis ein heiliger Kreis sein muss, in den auch Nahe und Vertraute nur sehr ausgewählt Einblick oder gar Zutritt bekommen. Das ist es wohl für mich aktuell.

Die ganze Welt hört dir zu. Was sagst du? Sei Dir nicht nur selbst der Nächste.

Ein Wort, das du viel zu oft benutzt? VOGELWILD

Wovor hast du Angst? Vor Balkonen und Terrassen, die höher als der 2. Stock sind. Egal, ob ich darauf oder drunter stehe.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?  Tajine

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Öffentliche Angelegenheiten. Von sinnlosem Papierkram über allzu kleinliche Buchhaltungserfordernisse.

Was sollte niemand von Dir wissen?  Ich liebe Backoblaten.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was mich zu einem glücklichen Menschen macht.
Die Freiheit als Mensch, für mich, meinen Geist, meine Seele und meinen Körper immer wieder so zu sorgen, dass ich mich in ihm wohl fühle, mich auf allen Ebenen um seine Gesunderhaltung kümmern kann.

Das letzte Wort: Träume nicht Dein Leben, lebe Deine Träume. Das sag ich in Interviews immer zuletzt, wenn ich gefragt werde, was ich anderen mitgeben möchte :)
Feel FREE TO… and don’t try to be FREE FROM.

FOTO: MADLEN KRIPPENDORF

Christoph Schuch

Das 2 Minuten-Interview

Christoph ist 23 Jahre alt und genießt sein Studentenleben in Göttingen, wo er Philosophie und Jura studiert. Nichts Besonderes also bis hierher. Allerdings hat Christoph gerade eine Art Spezialauftrag. „Europa retten“ lautet seine Mission. Denn seit letztem Herbst setzt er sich als Campaigner der Amnesty International Jugendvertretung dafür ein, dass Menschenrechte nicht nur auf dem Papier und in Sonntagsreden vorkommen, sondern auch tatsächlich gewährleistet werden. Was es dafür braucht? Dein Kreuz an der richtigen Stelle. #vote4humanrights Wenn er nicht gerade Europa rettet, spielt er mit Leidenschaft unterklassig Fußball oder in den höchsten Tönen Trompete. Nein? Doch! Oh…! Lieber Christoph: Vielen Dank für das kurzweilige Interview rund um Angela Merkel, Karl Marx, flachen Humor und Kaffeeentzug in Uni-Mensen.

Name: Christoph Schuch
Alter: 23
Wohnort: Göttingen, häufig Berlin
Beruf: Student
Schuhgröße: 45
Lieblingsfilmzitat: Nein! Doch! Oh!
Kontakt: christoph.schuch@amnesty-jugend.de

Was würdest du tun, wenn du nicht scheitern könntest? Sämtliche Friedens- und Waffenstillstandsverhandlungen übernehmen und erfolgreich abschließen, die tatsächliche Gleichstellung aller Geschlechter durchsetzen und eine Sozialpolitik umsetzen, damit alle Mitglieder der Gesellschaft die gleichen Chancen haben… . Ich habe eine längere Liste. Ganz oben steht Klimarettung. Wenn die Liste abgearbeitet ist, würde das aber erst mal reichen. Scheitern ist ja heute cool – zumindest im Kleinen.

Das größte Problem deiner Generation? Die Klimakrise, ganz klar! Wenn wir jetzt nichts tun, weiter derart unambitionierte Klimapolitik betreiben, haben wir den point of no return bald erreicht. Wir sind die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels in hohem Maße zu spüren bekommt, und die letzte, die das Problem mit einer radikalen politischen Wende in den Griff bekommen kann.

Wenn du dir für die Europawahl etwas wünschen könntest, was wäre das? Dass wir am Ende ein Europäisches Parlament haben, das menschenrechtskonforme und progressive Politik macht. Eine europäische Seenotrettung, klare Bekenntnisse gegen Rassismus und Antisemitismus und eine angemessene Klima- und Sozialpolitik zum Schutz der Rechte zukünftiger Generationen und sozialer Rechte aller. Das wäre schon was!

Eine gute Tat, die jeder sofort tun kann? Zur Europawahl? Wählen gehen! Und ab und zu auf Demos und Info- und Diskussionsveranstaltungen!

Du steckst mit Angela Merkel im Fahrstuhl fest, worüber sprecht ihr? Ich würde sagen: Frau Merkel, Sie reden ja viel von Klima und Menschenrechten, aber mein Eindruck ist eher derselbe wie hier im Fahrstuhl: Stillstand. Und dann würde ich den Alarmknopf drücken. Wir brauchen eine ambitionierte Klimapolitik – es ist allerhöchste Zeit. Und wenn weiter Menschen im Mittelmeer ertrinken, kann nicht in jeder Sonntagsrede vom Europa der Menschenrechte gesprochen werden. Wir müssen es machen – jetzt!

X

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Dass alle Menschen, egal wer sie sind, die gleichen Rechte haben: Also Menschenrechte. Weil es aber um die Menschenrechte so schlecht steht, wie lange nicht, lohnt sich der Einsatz die Idee noch weiter in die Welt zu tragen – er ist unbedingt notwendig.

Welche Eigenschaften schätzt du an einem Menschen? Ich schätze Menschen, die offen sind, kreative Ideen haben, zuhören können und Humor haben – gerne auch flach.

Du kannst mit einer Zeitmaschine reisen, welches Jahr stellst du ein und warum? 1919 folgende. Ich frage mich, ob wir aktuell in Weimarer Verhältnissen leben und würde das gerne mal „vor Ort“ überprüfen.

Was ist aktuell das Hintergrundbild auf deinem Telefon? Unser Amnesty „Countdown for Europe“ – sehr motivierend!

Wem würdest du gern mal die Meinung geigen? Ich habe das Gefühl, dass Nazis und Politiker rechter Parteien – ob im Bundestag oder im Europaparlament – vieles nicht verstehen. Aber wenn ich denen mal ein paar Geschichtsstunden geben könnte, gerne! Wer nichts kapiert, muss nachsitzen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Geht auch die Uni-Mensa? Wir haben da viele tolle vegane Gerichte. Ich könnte aber auch eine tolle Gemüselasagne machen.

Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gern mal um die Häuser ziehen? Karl Marx – über den wird gerade so viel geredet… Wir könnten mal ein paar Klarstellungen gebrauchen. Und Karl war auch ein cooler Typ, habe ich gehört.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
s.o.? (Frage 1)

Was sollte niemand von dir wissen? Dass mir Kaffeeentzug nicht guttut.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Können wir dir einen Kaffee anbieten?

Das letzte Wort: #Vote4HumanRights

Thomas Hübl

Das 2 Minuten-Interview

Thomas Hübl hat ziiiemlich viele Fans. Und das ist so, weil Thomas ziiiemlich vielen Menschen ziemlich entscheidend weitergeholfen hat in ihrem Leben. Denn Thomas gründete im Jahr 2004 das Celebrate Life Festival, das er selbst als „Einstieg zur Auseinandersetzung mit sich selbst“ beschreibt. Das klimaneutrale drogen- und alkoholfreie Festival findet inzwischen abwechselnd in Deutschland und den USA statt. Das Besondere: in drei aufbauenden Modulen setzt man sich in Workshops, Panels, Vorträgen, Yoga-Sessions und vielem mehr intensiv inhaltlich und körperlich mit einem übergeordneten Thema auseinander. In diesem Jahr dreht sich vom 26.07-04.08. alles um die Heimat in uns, der Gesellschaft und im spirituellen Kontext. Das Festivalgelände, der Hof Oberlethe in Norddeutschland, ist ein Paradies mit Wäldchen, See und 24 Stunden Meditationshöhle. Bis zum 30. Mai 2019 könnt ihr noch Early Bird Tickets zum Preis von 149 € ergattern. Eine kleine kostenlose Session mit Thomas persönlich gibt es anbei. ;)

Name: Thomas Hübl
Alter: 47
Wohnort: Tel Aviv, Israel
Beruf: Lehrer, Autor, Gruppenleiter, CEO
Schuhgröße: 46
Lieblingstageszeit: Morgen, Nacht
Kontakt: info@thomashuebl.com

Beschreibe das Celebrate Life Festival in drei Wörtern: Lebendig, inspirierend, tief

Wo ist deine Heimat? Im Herzen, in Gott, und momentan in Israel. ;)

Wie kann sich jeder sofort selbst etwas Gutes tun? Einen Moment innehalten und die tiefe Verbundenheit mit allem zu spüren.

Mit wem hattest du zuletzt ein inspirierendes Gespräch? Mit meiner geliebten Frau Yehudit.

Welcher ist der beste Rat, den du je bekommen hast? Dem zu vertrauen was ich tief innen spüre.

Welche Superheldenkraft hättest du gerne? Die Kraft Traumatisierung und die daraus resultierende Trennung in der Menschheit und mit der Natur aufzuheben.

Was siehst du, wenn du in den Spiegel schaust? Eine Möglichkeit mich selbst tiefer zu sehen.

Neben wem würdest du gern auf einem Langstreckenflug sitzen? Neben allen Menschen, die an Tiefe in ihrem Leben interessiert sind.

Wie alt wärst du, wenn du dein Alter nicht wüsstest? Zeitlos

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ein leckeres, vegetarisches frisches Essen mit mediterranem Touch.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde die unbewusste Trennung zwischen uns Menschen durch bewusste Beziehung ersetzen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was meine tiefste Sehnsucht im Leben ist.

Das letzte Wort: Beziehungen fördern und dabei großzügig sein.

Isabell Horn

Das 2 Minuten-Interview

Isabell Horn ist gelernte Schauspielerin, Autorin und Betreiberin des Mamiblogs „Mamiklub“. Aktuell ist sie im siebten Monat schwanger und findet trotzdem noch Zeit und Energie um aus ihrem Herzensbuch „Schön, Anstrengend, Aufregend“ vorzulesen. Außerdem engagiert sie sich als Botschafterin für die Kampagne #coolmomsdontjudge von Löwenzahn Organics, die sich für mehr Zusammenhalt unter Müttern einsetzt. Ihre Message an alle Eltern: Ihr macht das ganz wundervoll und seid mit euren Sorgen und Ängsten nicht alleine! Auf ein Wort Frau Horn, oder Isi wie sie Freunde nennen. ; )

Name: Isabell Horn
Alter: 35
Wohnort: Berlin
Beruf: Schauspielerin
Schuhgröße: hahaha bekomme ich jetzt neue Schuhe zugeschickt? Na gut, dann verrate ich sie euch: 38
Lieblingsfilmzitat: „Es ist ganz egal, ob er perfekt ist oder ob sie perfekt ist, solange sie perfekt füreinander sind.“ „Good Will Hunting “
Kontakt: instagram.com/dieisabellhorn

Bist du eine gute Mutter? Ja, ich bin eine gute Mama, weil eine „gute“ Mama zum Glück auch Fehler machen darf und aus ihren Fehlern lernt :-)

Der beste Ratschlag, den du je bekommen hast: Es macht keinen Sinn mit Kindern alles durchzuplanen. Am Ende kommt es eh anders als gedacht und man macht sich nur unnötig Stress.

Deine früheste Kindheitserinnerung? Das war als ich mit unserer damaligen, wundervollen Katze Pimky Friseur gespielt habe und ihre Schnurrbarthaare leider dran glauben mussten…

Warum können nur Frauen die Welt retten? Weil wir eindeutig das stärkere Geschlecht sind.

Welchen Film wirst du später deinen Kindern empfehlen? Dirty Dancing! Alleine weil Mama dann stolz ihre alten Fotos als „Baby“ in dem Musical Dirty Dancing rauskramen kann. Ich bin mir sicher meine Kinder sind semi begeistert davon, aber egal… ;-)

Welche Rolle hättest du spielen sollen? Die Rolle der Allie Hamilton aus dem Film „Wie ein einziger Tag“. Ich finde Ryan Gosling und ich hätten ein gutes Paar abgegeben. Aber Scherz beiseite. Ich liebe Rachel McAdams und sie hat die Rolle ganz zauberhaft gespielt.

Neben wem möchtest du unbedingt mal vor der Kamera stehen? Gerne neben Jürgen Vogel. Und neben Ulmen und Yardim. Ich finde die beiden im Paar einfach unschlagbar!

Ist es schwieriger Menschen zum Lachen zu bringen oder zum Nachdenken? Kommt ganz auf meine Stimmung an.

Dein Leben wird verfilmt: Wer spielt dich (wenn nicht du selbst)? Wenn schon denn schon dann Emma Stone. Ich liebe diese Frau!

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wenn der Kühlschrank gefüllt ist, gibt es einen leckeren Wassermelonen Salat mit Fetakäse und frischgebackenes Baguette mit selbstgemachter Kräuterbutter. Herrlich bei dem wundervollen Frühlingswetter. Ansonsten klassisch: Nudeln mit Tomatensoße. Die haben wir immer im Haus, falls Not am Mann ist. ;-)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde alles dafür geben, dass nicht noch mehr Tierarten ausgerottet werden und unser wundervoller Planet nicht weiter vollgemüllt wird.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich im Schlaf manchmal auf mein Kopfkissen sabbere.

Das letzte Wort: Glück ist, wenn das Leben vibriert, nicht nur das Handy!

FOTO: MONDAY MORNING FÜR LÖWENZAHN ORGANICS

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 07. Mai 2019 | Tags: , , , Keine Kommentare

Kasia Mol-Wolf

Das 2 Minuten-Interview

Kasia ist so eine von diesen Persönlichkeiten, die man immer heimlich anschauen muss, wenn man mit ihnen zu tun hat. Sie hat einfach diese Aura; selbstbewusst, in sich ruhend, positiv, zupackend, mitnehmend. Vorbild heißt das wohl, wenn man es kürzer sagen wollte. Vor zehn Jahren ließ sie die sichere Management-Karriere hinter sich, um sich in ein emotionales Abenteuer zu stürzen. Gemeinsam mit ihrem Team baute sie ein Verlags- und Medienhaus an der Elbe auf und bringt seither so spannende Titel wie EMOTION, SLOW oder WORKING WOMEN heraus. Am kommenden Montag steigt der erste EMOTION WOMEN’S DAY mit über 60 hochkarätigen Speakerinnen und Speakern, inspirierenden Persönlichkeiten und ganz viel drumrum in Hamburg. Genau der richtige Zeitpunkt also für ein 2 Minuten-Interview zu Themen wie Bordbistro, Weltretten und Pferdeorchester.

Name: Dr. Katarzyna (Kasia) Mol-Wolf
Alter: 45, gefühlt 39 ;-)
Wohnort: Hamburg
Beruf: Gründerin, Verlegerin
Schuhgröße: 39,5
Lieblingsemotion: Begeisterung
Kontakt: katarzyna.mol@emotion.de

Wann hast du zuletzt von Herzen gelacht und warum? Gestern, als ich mit meiner Tochter mal wieder spontan einen verrückten Tanz in der Küche aufgeführt habe. Wir lieben Musik und das gemeinsame Tanzen und sich Austoben zu Musik.

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? Bin ich erwachsen geworden?

Warum können nur Frauen die Welt vor dem Untergang retten? Ich hoffe, dass wir auch bitte gemeinsam mit den Männern die Welt retten möchten. Ganz allein unter Frauen wäre es langweilig ;-) Aber: Frauen sind wichtig, denn sie haben immer alles im Blick. Sie bringen besonders viel Empathie und soziale Kompetenz mit, gepaart mit großer Disziplin und Durchsetzungskraft, wenn sie von etwas überzeugt sind. Dazu haben Frauen besonders nachhaltige Industrien im Blick.

Was würdest du tun, wenn du pro Tag eine Stunde mehr Zeit zur Verfügung hättest? Diese Stunde unbedingt mit unserer Tochter verbringen.

Die inspirierendste Persönlichkeit, der du je begegnet bist? Ich habe nicht DIE eine Persönlichkeit getroffen. Ich habe das große Glück immer wieder tollen Menschen zu begegnen, die voller Engagement ihr Ding machen, Themen voranbringen möchten, für etwas brennen. Ob beruflich, privat oder ehrenamtlich. Menschen, die im Leben stets wachsen möchten. Und mich dazu bringen, immer wieder mal die Perspektive auf Themen zu wechseln und über den Tellerrand hinaus zu sehen.

Worauf bist du stolz? Auf mein großartiges Team, das nun bald seit zehn Jahren unser Medienhaus und unsere Titel und Projekte gemeinsam voranbringt. Und das gerade mit dem EMOTION Women´s Day einen neuen Leadevent für Frauen entwickelt und umsetzt. Eine Konferenz mit Festivalcharakter, die Frauen fördert, strahlen lässt und stärker machen wird. Und ich bin stolz auf mich, dass ich vor genau zehn Jahren die Entscheidung für den Management Buyout getroffen habe und seitdem mit unserem INSPIRING NETWORK und EMOTION meinen Traum leben kann.

Was verbindet Hamburg und Berlin? Der ICE mit dem Bordbistro ;-) Kreativität und Schaffenskraft sowie großartige Panoramen.

Was hast du gestern gelernt? Dass ich bei großem Stress, wenn mal wieder viel auf einmal zu erledigen ist, einen ruhigen Kopf bewahren muss, um dann einfach eins nach dem anderen abzuarbeiten. Aufregen oder nervös zu werden, hilft nicht.

Was ist aktuell das Hintergrundbild auf deinem Telefon? Meine Tochter, wie sie mich mit einem Eis in der Hand anlacht. 
Es zeigt mir täglich: Das Leben ist schön. Und wir dürfen uns nicht zu ernst nehmen!

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich, welchen Rat gibst du dir? Vertrau Dir selbst. Lass Dich durch Andere nicht verunsichern. Wenn Du weißt, was Du willst, wirst Du im Leben alles erreichen können. Geh Deinen eigenen Weg, auch wenn er ganz anders verläuft, als die übrigen Lebenswege. Dabei ist das Vertrauen in Dich selbst die Basis.

Wovor hast du Angst? Vor Höhe. Ich hasse Klettersteige und Klettergärten.

Würdest du lieber gegen eine Ente kämpfen, die so groß ist, wie ein Pferd oder gegen hundert Pferde, die so klein sind, wie Enten? Gegen die Pferde, da sie als Herde im Team leichter zu dirigieren sind. Pferde spüren, wenn ich Selbstvertrauen habe und weiß, wo es langgeht.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Gerne ein Menü nach Jamie Oliver. Habe ich schon viel zu lang nicht mehr gemacht. Mit guten Drinks und Weinbegleitung ;-)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Tradierte Rollenbilder, die uns in Deutschland an der Umsetzung der Gleichberechtigung hindern.

Was sollte niemand von Dir wissen? Dass ich die kitschigen Sonntagabendfilme sehe, die immer vorhersehbar sind und gut ausgehen. Ein ruhiger Start in die neue Woche.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Gibt es für Dich ein Leben ohne Musik?

Das letzte Wort: Das Leben ist schön. Wir sollten täglich daran denken und im Heute leben. Weder in der Vergangenheit, noch ständig im Morgen. Das Heute ist wichtig.

FOTO: CAREN DETJE

Claudia Gersdorf

Das 2 Minuten-Interview

Als Claudia Gersdorf zwei Jahre alt war, stellte ihr Kinderarzt die Diagnose „Infantile Cerebralparese mit Ataxie und Tremor“, umgangssprachlich bekannt als Spastik. Die Folge: Verkürzungen der Sehnen, Lähmungen, Zittern, Gleichgewichtsstörungen und Muskelschwäche. Wer Claudia Gersdorf einmal begegnet bekommt davon nichts mit. Alles woran man sich danach erinnert, ist eine unglaublich positive Energie, ein mitreißendes Wesen, Herzlichkeit und sehr viel Lachen. Wir kennen Claudi schon mindestens genauso lange, wie es uns selbst gibt. Und wie das immer so ist mit Lieblingsmenschen, früher oder später finden sie alle zueinander. Seit nunmehr fünf Jahren nämlich ist sie nun Kommunikationschefin und Pressesprecherin bei unseren Freunden von Viva con Agua. Zuvor managte sie pen paper peace e.V., leitete die Kampagne „Schulen für Haiti“ und arbeitete für Ärzte ohne Grenzen und Oxfam. Sie ist Mit-Initiatorin von Playback Berlin, sowie des ersten Campaign Boostcamps in Deutschland. Am 6. Mai wird sie eine der Keynote-Speakerinnen auf dem Emotion Womens Day sein, bevor sie sich ihrem wundervollen nächsten Lebensabschnitt widmet. Ende Juni wird zum ersten Mal Mama. Claudia Gersdorf, danke für deine Inspiration

Name: Claudia Gersdorf
Alter: 36 Jahre
Wohnort: Hamburg
Beruf: Pressesprecherin / Head of Communications
Schuhgröße: 38
Lieblingstagszeit: Sonnenuntergang
Kontakt: c.gersdorf@vivaconagua.org
Foto: ©Kathrin Spirk

Die ganze Welt hört dir zu. Was sagst du? Durch positive und fortschrittliche Kommunikation verändern wir die Welt und inspirieren die Menschen für Neues, zum Umdenken. Perspektivenvielfalt und Möglichkeiten für alle entstehen. Teilhabe, aktives Mitgestalten, Kreieren. Das kann ich mit und bei Viva con Agua leben. Für Veränderungen weltweit sind Investitionen notwendig, sowohl finanzielle als auch intellektuelle. Ich bin überzeugt davon, eines Tages den sogenannten „Spenden-Begriff“ ersetzen zu können durch „Investition“. Denn letztlich geht es nicht um einseitiges Geben und Nehmen, sondern vielmehr um das Ermöglichen von Perspektiven, die Basis für Leben und Fortschritt.

Eine gute Tat, die jeder sofort tun kann: Investieren kann jeder und zwar vom Sofa aus. Es ist so leicht, digital an der positiven Veränderung der Welt aktiv teilzunehmen. Ein paar Klicks im Spendenformular oder gar in den Sozialen Medien und schon sind wir unserer Vision, dass alle Menschen einen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, näher.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? In der Erntezeit. Ich liebe es, zu pitchen und mit Journalisten, mit der Presse zu verhandeln, Geschichten zu entwickeln und abzustimmen. Am Ende dieses Prozesses steht dann die Erntezeit: Das Interview findet statt, der TV-Beitrag wird gedreht, die Quizshow geht über die Bühne. Dann werde ich nochmals richtig aktiv, fiebere mit, genieße das Ergebnis meiner Mühen. Am liebsten bin ich dann der Schatten des Protagonisten oder nehme selbst das Mikro in die Hand. Beides genial!

Das größte Problem deiner Generation? Unverbindlichkeit und Egoismus. Die Welt dreht sich nicht nur um unseren eigenen Bauchnabel. Und die Welt braucht nachhaltig Zuverlässigkeit in unserem Handeln, unseren Entscheidungen, unseren Investments. Das spiegelt sich auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen wider, finde ich.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Vergangenes Jahr habe ich mehrere Monate vom anderen Ende der Welt gearbeitet und hier meine Einstellungen, Ansichten, vorgefertigten Meinungen über Bord geworfen. Meine Arbeit und mein Privatleben haben davon zu 100 Prozent profitiert, sich in ihrer Qualität und ihrem Output um ein Vielfaches gesteigert. Mein Chef meinte: Ab jetzt arbeitest Du nur noch von einer Insel aus! So gut habe ich performt.

Für einen Tag wäre ich gerne einmal… Michelle Obama – und ein ganzes Stadion hört mir zu.

Was nimmst du dir schon länger vor, schaffst es aber irgendwie nicht? Meine Rede für einen TED Talk entwickeln, damit mir ein ganzes Stadion zuhört.

Wovor hast du Angst? Vor Langeweile. Ich bin ein sehr aktiver Mensch. Ich liebe Adrenalin und den Kick, welchen sowohl mein Beruf als auch mein Charakter mit sich bringen. Aktuell entdecke ich die Schönheit von Langeweile, indem ich mich ganz bewusst runterfahre und der Stille zuhöre. Ich stelle mich dieser Angst – so bin ich mit Ängsten schon immer umgegangen – und ich erfahre, dass Langeweile einfach wunderschön und nutzbringend sein kann.

Mit welcher Persönlichkeit würdest du gern mal einen Kaffee trinken? Maysoon Zayid. Die eleganteste, scharfsinnigste Komikerin, die ich mir vorstellen kann. In ihrem TED Talk, den ich allen hiermit sehr sehr sehr empfehle, stellt sie sich wie folgt vor: „Ich bin Palästinenserin, Muslima, weiblich, behindert und ich lebe in New Jersey. Ich habe 99 Probleme und CP (Cerebral Parese / Spastik) ist nur eines davon!“ Sie spielt mit dem Publikum, mit den Bildern und Stereotypen in den Köpfen der Menschen. Dabei ist sie gnadenlos ehrlich. Einfach genial!

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Unser Schul- und Bildungssystem. Noch immer beruht dieses auf einem unzeitgemäßen, traditionsbehafteten, „blinden“ Leistungssystem. Der Bessere, Schnellere, Schönere gewinnt. Bloß nicht aus der Reihe tanzen! Margret Rasfeld und Gerald Hüther zum Beispiel haben ganz hervorragende Alternativen entwickelt, um uns Menschen von klein auf hinsichtlich unserer Talente, Potentiale, Entwicklungsmöglichkeiten bestmöglich zu fördern. Genauso wie sich die Arbeitswelt und Arbeitskultur im Umbruch befinden und größtenteils schon verändert haben, schaffen wir das auch in den Schulen!

Wenn wir dich Zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Das weltbeste Risotto. Ich habe lange Zeit in Frankreich und Italien gelebt, studiert, gearbeitet. La dolce vita und die italienische Küche sind in meine DNA übergegangen, wenn sie hier nicht schon längst schlummerten.

Wenn eine Fee dir eine Fähigkeit schenken könnte, welche würdest du wählen? Fliegen. Aus eigener Kraft, wie ein Vogel.

Was sollte niemand von dir wissen?
 Ihr könnt alles über mich wissen! Sogar, dass ich das Scheinwerferlicht und die große Bühne liebe. Ich liebe die volle Aufmerksamkeit. In meiner Kindheit und Jugend, ja auch später im Berufsleben, wurde mir das oftmals verwehrt. Das ist bei Viva con Agua und in meinem aktuellen Umfeld nicht mehr der Fall. Dafür bin ich sehr dankbar – genauso wie mein Umfeld.


Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
 Wann sehen wir dich auf der großen Bühne?

Das letzte Wort: Potential.

 

Susanne Mierau

Das 2 Minuten-Interview

Susanne Mierau ist Diplom-Pädagogin, hat drei Kinder (mit denen sie vornehmlich im Wald oder per Rad unterwegs ist oder Gemüse anbaut) und betreibt seit sieben ganzen Jahren Deutschlands wohl erfolgreichsten Blog zum Thema bedürfnisorientierte Elternschaft. Das wären dann also mindestens eins, zwei, drei, vier, fünf gute Gründe warum wir sie a) dringend im Interview zu b) ihrem neuen Minimalismus-Buch „Einfach Familie leben“ befragen sollten. Und warum c) eben jenes Buch mehr ist als nur ein weiterer gut gemeinter Ratgeber. Keine Frage, sie weiß, wovon sie spricht und ihre Co-Autorin ist übrigens die liebe Milena Glimbowski von Original Unverpackt ff. Na da haben sich ja zwei gefunden… Wir verlosen ein druckfrisches Exemplar von „Einfach Familie leben“ an die besonders Ungeborgenen unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „WOHIN DAMIT?“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.

Name: Susanne Mierau
Alter: 39 Jahre
Wohnort: Berlin
Beruf: Diplom-Pädagogin
Schuhgröße: 43
Lieblingsbuch: Harriet Köhler: Und dann diese Stille
Kontakt: susanne@geborgen-wachsen.de

Du bekommst pro Tag eine Stunde Zeit geschenkt, wie nutzt du sie? Ich setze mich mit Tee, Kerze und einem Buch oder Hörspiel in die Badewanne.

Was ist eine gute Mutter/ ein guter Vater? Damit beschäftige ich mich gerade. Und meine Meinung ist: Es gibt keine pauschalen Antworten darauf, denn Familien sind so komplex – gerade heute. Wir müssen weg kommen von dem Gedanken, dass es „die gute Mutter“ oder „den guten Vater“ gibt. Gut ist es, wenn in einer Familie Bedürfnisse ausgeglichen behandelt werden, sodass es allen darin gut geht. Das ist oft gar nicht so einfach.

Wie geht bedürfnisorientierte Erziehung? Eigentlich ist die Theorie dahinter ganz einfach: Wir achten auf die menschlichen Bedürfnisse. Kinder und Erwachsene haben Grundbedürfnisse nach Nahrung, Schlaf, Sicherheit, aber eben auch nach sozialen Kontakten, Selbstverwirklichung etc. Im bedürfnisorientierten Familienleben berücksichtigen wir die kindlichen Bedürfnisse ebenso wie die Bedürfnisse der Erwachsenen. Es heißt also nicht: „Das Baby muss man schreien lassen, weil man es nicht verwöhnen darf“ (denn das würde das Bedürfnis nach Sicherheit verletzten) oder „Das Baby darf nur nach einem festen Zeitplan Nahrung erhalten“ (verletzt Bedürfnis nach Nahrung bei Hunger) oder „Das Kind muss sich meinen Wünschen unterordnen.“ (verletzt Selbstwahrnehmung). Bei der Bedürfnisorientierung wird hingesehen, was Kinder und Erwachsene wirklich brauchen und dementsprechend werden Lösungen gesucht, die für alle okay sind. Auf diese Weise können Kinder ein gutes Bild von sich selbst und ihren Bedürfnissen ausbilden. Das ist ja etwas, was uns Erwachsenen oft fehlt und was wir heute unter dem Begriff „Selbstfürsorge“ versuchen, wieder für uns zu entdecken. Übrigens bedeutet Bedürfnisorientierung nicht nur, dass wir auf uns selbst schauen. Es bedeutet auch, Bedürfnisse in der gesamten Gesellschaft zu betrachten.

Deine früheste Kindheitserinnerung? Wie mein Vater von der Arbeit nach Hause kam und mir mein Lieblingskuscheltier schenkte, das ich noch heute habe.

Das größte Problem deiner Generation? Sich nicht gut spüren zu können, weil uns das durch Erziehung aberzogen wurde. Das führt zu vielfältigen Problemen bei jedem Einzelnen, aber auch in Bezug auf das Zusammenleben.

Mit wem hattest du zuletzt ein inspirierendes Gespräch? Mit meinem Mann. Wir haben jeden Abend eine gemeinsame Zeit, in der wir auf dem Sofa sitzen und noch ein wenig reden.

Wer war der Held oder die Heldin deiner Jugend? Herr Simon hinter der Wand

Was möchtest du deinen Kindern mit auf den Weg geben? Liebe. Sich selbst zu lieben und andere Menschen lieben zu können.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Ich habe in Venedig geheiratet und diese Stadt hat für mich immer etwas besonders Magisches und Wunderbares.

Woraus schöpfst du Energie? Aus der Arbeit im Garten. Ich liebe es, einfach mit einem Spaten im Garten zu stehen und mit den Händen in der Erde zu wühlen.

Dein Lieblingsschimpfwort? Scheiße.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Nudeln mit Tomatensoße, das ist seit meiner Kindheit mein Lieblingsessen und ich liebe besonders eine ganz bestimmte Tomatensoße, die nach der Soße meiner Großmutter schmeckt.

Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gern mal einen Kaffee trinken? Mit niemandem. Ich hasse Smalltalk und treffe mich viel lieber mit meinen Freund*innen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Hebammenmangel, Situationen in der Pflege verändern, Elterngeldregelungen, §218 würde aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden, ebenso wie §219a, bessere Unterstützung für Alleinerziehende, qualitativer Ausbau von Kitaplätzen, Kohleausstieg, Tempolimit, … Es gibt sehr viele Punkte, die wichtig sind und die verändert werden müssen, aber meine Schwerpunkte liegen auf Familie und Umwelt.

Welche Superheldenkraft hättest du gern und warum? Ich hätte gerne Hermines Zeitumkehrer.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich bin sehr ungeborgen, wenn ich in Brettspielen verliere.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie man gute Musik hören kann, auch wenn man Kinder zu Hause hat?

Das letzte Wort: Danke

Wolfgang Mauer

Das 2 Minuten-Interview

Wolfgang Mauer hat einen zweiten Vornamen. Den verraten wir aber nicht. Noch nicht. Was wir hingegen getrost herausposaunen können ist, dass Wolfgang in inzwischen sieben Bars in Berlin die ShakeNight veranstaltet. Dabei können die Gäste in angesagten Bars, angeleitet von den besten Bartendern von hier und aus der Ferne, einen etwas anderen Cocktail-Kurs belegen. Das Konzept ist so angelegt, dass man es leicht auch als etwas anderes After Work oder eben auch als Teamevent nutzen kann, bei dem man Interessantes über die Bartender-Kunst, den Cocktail selbst (es ist immer ein bestimmter Cocktail im Fokus) und einander lernen kann. Und weil das in Berlin schon so gut läuft, geht es demnächst in andere deutsche Städte. Und was war jetzt mit dem zweiten Vornamen? Siehe unten. ; )

Name: Wolfgang Mauer
Alter: 30
Wohnort: Berlin
Beruf: Gründer ShakeNight
Schuhgröße: puh.. manchmal 41, manchmal 42 – auf jeden Fall ziemlich groß :)
Lieblingstageszeit: Hängt von der Tagesform ab
Kontakt: wolfgang@shakenight.com

Welcher Moment hat alles verändert? Da gibt es eigentlich keinen Moment, eher kann ich Veränderung an Lebensphasen festmachen. Besonders stark geprägt haben mich sicherlich meine Aufenthalte im Ausland.

Ein leckerer Cocktail, der jedem gelingt? Mir würden da spontan direkt neun Stück einfallen. Persönlich bin ich ja Whiskey Sour Fan – Mittlerweile gelingt er mir fast so gut, wie unseren Bartendern. :)

Die beste Bar Berlins? Das ist eigentlich unmöglich zu beantworten. Berlin verfügt über eine riesige Vielfalt an tollen Bars und Konzepten. Wer es eher ruhig und exklusiv mag, dem kann ich das Truffle Pig im Kauz & Kiebitz empfehlen. Eine wahnsinnig beeindruckende Bar bietet das Herr Lindemann am Richardplatz. Bei Klavierspiel oder Live-DJ kann man es sich aber auch im Orania in Kreuzberg gut gehen lassen. Ich persönlich gehe aber auch gerne mal in meine Stammkneipe zu Klaus in Friedrichshain. Die Mischung macht’s am Ende.

Wo siehst du dich in 10 Jahren? Ich könnte natürlich sagen, mit einer Frau und drei Kindern in einem Haus außerhalb Berlins oder meinem Strandhaus in Brasilien. Wahrscheinlich kommt es aber sowieso ganz anders.

Was war bisher das schönste Kompliment, das du bekommen hast? Manche Leute finden, ich wäre ein ganz guter Fußballer.

Was siehst du, wenn du in den Spiegel schaust? Augenringe :)

Was hat dich zuletzt emotional berührt? Ich werde in diesen Tagen das erste Mal (wobei, vermutlich auch das einzige Mal) Patenonkel – mein Bruder bekommt sein erstes Kind. Die Vorfreude steigt langsam ins Unermessliche.

Wer oder was inspiriert dich? Menschen mit Passion und Leidenschaft. Da ist es mir zumeist egal, um was es inhaltlich bzw. um welche Leidenschaft es im Detail geht. Menschen, die zielstrebig ihren Weg gehen, finde ich immer wieder aufs Neue faszinierend.

Mit welcher bekannten Persönlichkeit (tot oder lebendig) würdest gern mal um die Häuser ziehen? Dirk Nowitzki. Für mich einer der beeindruckendsten Sportler unserer Zeit. Zum einen, weil er genau das gerade Gesagte zu 100% verkörpert und seit mehr als zwei Jahrzehnten unbeirrt seinen Weg geht. Zum anderen, weil es mir scheint (ich kenne ihn ja leider nicht persönlich ;-) ), dass er trotz seines Erfolgs einen gewissen Grad an Demut beibehalten hat. Erfolg kann schnell zu Kopfe steigen und Menschen verändern – es gibt für mich nichts Faszinierenderes, als Menschen, die trotz außergewöhnlichem Erfolg am Boden bleiben und sich selbst nicht zu wichtig nehmen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Flammenkuchen (Teig selbst gemacht natürlich ;)).

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde liebend gerne das (natürliche?) menschliche Streben nach „Mehr“ auf ein gesundes Maß reduzieren. Mit mehr Genügsamkeit wären wir glaube ich alle um viele Probleme leichter.

Was sollte niemand von dir wissen? Meinen zweiten Vornamen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie heißt Du mit zweitem Vornamen?

Das letzte Wort: Winfrid.