Katrin Frische & Patric F.C. Meier

Für manche ist die Welt ein Dorf – für Katrin und Patric bedeutet ein Dorf die ganze Welt! Genauer sind es 25 Hektar in der Toskana, die gerade als Gemeinschaftsprojekt wiederbelebt werden. Die Historikerin und der Dorfplaner haben sich in das Borgo Batone verguckt und sich fest vorgenommen, den Ort mit neuen Geschichten zu füllen. Davon hat unser Interview-Duo schließlich genug auf Lager. Hier folgt ein kleiner Ausschnitt dessen, was sie tagtäglich inspiriert und motiviert (die beiden haben sich nicht abgesprochen, Ehrenwort!). Ihr sagt Bescheid, sobald wir euch zum Tomate-Schafkäse-Auflauf besuchen dürfen, ja?

Name: Katrin Frische / Patric F.C. Meier (F.C. ist nicht mein Fußballklub, sondern steht für Franz Christoph)
Alter: 52 / 58
Wohnort: München, Ostsee, Toskana / München, Ostsee, Toskana
Beruf: Biografin, Historikerin, Geschichtenmacherin / Dorfplaner
Schuhgröße: 40 / 41
Lieblingsfarbe: bunt / gibt es nicht
Kontakt: katrin@frische-biografien.de / meier@agmm-architekten.de

Beschreibe Borgo Batone in einem Satz:
Katrin: Ort der Gastfreundschaft und herzlicher Begegnungen, Refugium für Rückzug und Dolce Farniente, Experimentierfeld für ein neues Miteinander – Best place to be!
Patric: Ein wunderbarer Fleck Erde, der ohne Plan einfach geworden ist.

Was bedeutet beruflicher Erfolg für dich?
Katrin: Menschen neue Möglichkeitsräume zu eröffnen.
Patric: Zeit zu haben, sich den Dingen zu widmen, die mir wichtig sind.

Welchen Beruf würdest du gerne mal für einen Tag ausüben?
Katrin: Blumen verkaufen auf dem Viktualienmarkt
Patric: Entdecker einer vergessenen Siedlung.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir?
Katrin: Hör weniger auf den Verstand und mehr auf dein Herz.
Patric: Geld hat nichts mit Wert zu tun. Zeit ist die eigentliche Währung.

Wo fühlst du dich zuhause?
Katrin: Wo Schönheit, Natur und inspirierende Menschen zusammentreffen (Meerleben, KoDorf, Borgo Batone).
Patric: Unter sensibel neugierigen Menschen.

Was würdest du gern besser können?
Katrin: Noten, Grundrisse und Karten lesen (Ich bin wohl so eine Art räumliche Legasthenikerin) :-/
Patric: Sprachen sprechen. Musikinstrumente spielen.

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen?
Katrin: Mit dem Herzen denken und in Bildern sprechen zu können.
Patric: Großzügigkeit.

Der größte Irrtum deines Lebens?
Katrin: In der akademischen Welt eine Heimat zu finden.
Patric: Investoren können an das Gute herangeführt werden.

Wann hast du zuletzt von Herzen gelacht und worüber?
Katrin: Ich denke, bei einer unserer Runden um die lange Tafel in Borgo Batone.
Patric: Immer wieder über Anke Engelkes Sketch „die Deutschstunde“.

Ein Wort, das du viel zu oft benutzt:
Katrin: Skurril (hab ich von Patric übernommen).
Patric: Skurril (passt fast immer).

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Katrin: ELSTER umbenennen oder besser das ganze Steuersystem revolutionieren.
Patric: Das Finanzsystem.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Katrin: Tomaten-Schafskäse-Auflauf mit Knoblauch und Thymian (französisches Rezept aus dem hessischen Landfrauenkochbuch meiner Mutter, in unserer Familie ein Dauerbrenner :-)).
Patric: Ich vermute selbstgemachte Pesto, wahlweise auch eine scharfe rote Inklusiv-Soße.

Was sollte niemand von dir wissen?
Katrin: Dass ich mal in einer der ödesten Kleinstädte Deutschlands (=Elmshorn) gelebt habe
Patric: Dass ich ein ziemlicher Sturschädel bin.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Katrin: Hattest du eine glückliche Kindheit?
Patric: Was macht dich glücklich?

Das letzte Wort:
Katrin: Ja.
Patric: Wir können viel mehr als wir glauben, wenn wir nur wollen.

FOTO: Massimo Fiorito

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 29. November 2022 | Tags: , , , , , Keine Kommentare

Bernd Neff

Lesen auf eigene Gefahr: Dieses 2-Minuten-Interview kann zu Reisefieber und akutem Fernweh führen! Nach drei Jahren, ihr wisst warum, findet vom 25. bis 27. November endlich wieder das Berlin Travel Festival statt, live und in Farbe. Wir haben die Gelegenheit genutzt um mit Bernd Neff zu sprechen, selbsternannter Student des „Dolce Far Niente“-Lifestyles sowie Erfinder und Profi-Amateur. Und ja, Gründer des Berlin Travel Festivals. Unbedingt ansprechen, falls er euch zu Land oder Wasser begegnet. Der Mann hat was zu erzählen – und garantiert die besten Reisesnacks im Gepäck. Unter allen, die es nach der Lektüre erwischt hat, verlosen wir weiter unten 1 x 2 Tickets zum Wegträumen und Auskurieren.

Name: Bernd Neff
Alter: Lernfähiger Boomer
Wohnort: Mitten in Mitte und Mitten im Tegeler See
Beruf: Tourismus-Experte, Festival-Veranstalter, SVNR-Shop-Besitzer
Schuhgröße: 13 (US-Herren)
Lieblingstageszeit: Um 11 Uhr im Café sitzen und Zeitung lesen
Kontakt: @neff_bernd

Beschreibe deinen Führungsstil: Vertrauen schenken und Verantwortung übertragen.

Der beste Ratschlag, den du je bekommen hast: Machen ist wie wollen, nur krasser.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus? Ausgelastet, gefordert, erfüllt und selten fertig.

Was würdest du gern besser können? Schlafen

Was war dein allererster Job? Koch

Dein absoluter kulinarischer Geheimtipp in Berlin? Udagawa in der Kantstrasse. Beste Tempura Udon in Berlin.

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen? Spaghetti Vongole

Was war dein schönstes Reiseerlebnis? Urlaub in Italien! (Immer wieder.)

Was wirst du in Zukunft weniger machen? Heizen

Wie war deine Führerscheinprüfung? Ich habe 2020 den Bootsführerschein gemacht. Theorie im Lock Down mit App gelernt. Zum Schluss konnte ich 15 Prüfungsfragen in 3:30 Minuten beantworten. (Man hatte 45 min Zeit)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Einmal im Jahr muss jeder das Land für mindestens eine Woche verlassen (und ein anderes Land bereisen).

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Trofie al pesto

Was sollte niemand von dir wissen? Süßigkeitensüchtig

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Dein Lieblingsverein?

Das letzte Wort: Wir hätten viel mehr müssen.

FOTO: Steve Herud

Elina Penner

Elina Penner ist alles außer gewöhnlich. Sie ist Unternehmerin, Autorin, Speakerin und Hauptstadtmutti, wohnhaft in Ostwestfalen. Die neuerdings Russlanddeutsche und immer schon Plautdietsche erfüllt alle Klischees über Millennials und ist verdammt stolz darauf. Wenn sie nicht gerade auf Lesetour mit ihrem Debütroman „Nachtbeeren“ ist, schreibt die 35-Jährige grandiose Texte für Hauptstadtmutti.de (funktioniert auch außerhalb des Prenzlauer Bergs) und ihre Migrantenmutti-Kolumne (unbedingte Leseempfehlung auch für Nicht-Eltern). Auf Instagram liefert sie tagesaktuelle Rants, wertvolles Meme-Gold und feiert krasse Menschen. Mehr dazu auf ihren Kanälen, mehr zu Elina jetzt im 2-Minuten-Interview.

Name: Elina Penner
Alter: 35
Wohnort: Ostwestfalen
Beruf: Haha. Unternehmerin, Autorin, Speakerin, alles.
Schuhgröße: 41
Lieblingstageszeit: 1. Januar durch Berlin, vormittags.
Kontakt: instagram.com/edgp & elinapenner.de

Beschreibe deinen Beruf in einem Satz: Erst denken, dann schreiben.

Was war dein allererster Job? Kartoffelacker, Kartoffeln sortieren. Der erste Job mit überwiesenem Gehalt war in einem Schuhladen. Die erste Festanstellung war bei einem Markenberatungsunternehmen. Alle Jobs extrem wichtig fürs Schreiben.

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen? Wenn sie ‚Fuck it‘ als Lebenseinstellung ernst nehmen.

Was macht dich richtig zufrieden? Frisch bezogene Bettwäsche, am besten aus der Mangel. Ja, und halt die Kinder.

Welcher Film macht dich immer wieder glücklich? Das letzte Einhorn und Clueless.

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten: Wenn eins, dann meins. (Ansonsten werde ich immer Olga Grjasnowa sagen oder Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie. Oder Olga Dies Dreaming von Xochitl Gonzalez oder Memorial von Bryan Washington, oder egal was von Miriam Toews. Michelle Zauner und Weike Wang, so gut.)

Welche Superheld*innenkraft hättest du gern? Die Kraft, die die Frau hatte, die mir meinen ersten Büchereiausweis gegeben hat. Das war Magic.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freund*innen beschreiben? Leise, bescheiden, zart. Dann würden sie sich bepissen vor Lachen.

Deine Regeln für eine erfolgreiche Party: Je weniger du planst, desto besser wird es.

Was ist das Wort deiner Kindheit? Lupfen (jetzt!)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Alles.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Plov oder Grilled Cheese mit Tomatensuppe, aber wahrscheinlich würden wir grillen.

Was sollte niemand von dir wissen? Wie viel auf der Welt mir tatsächlich egal ist.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Hast du ein Lieblingsbier?

Das letzte Wort: Kuhmt wader.

FOTO: Kai Senf

Phoebe Nicette

Phoebe Nicette ist… verwurzelt auf der schönsten Inselgruppe der Welt, aufgewachsen in der Braunkohleregion Lausitz und wohlwissend, dass Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit miteinander einhergehen können. Und müssen. In ihrem Job setzt sich die 26-jährige Wahlberlinerin für erneuerbare Energien ein, nach Feierabend für faire Mode und Klimaschutzthemen. Für das 2-Minuten-Interview packt sie ihre To-dos kurz beiseite und erzählt uns, was wir heute schon für eine grünere Zukunft machen können. Phoenomenal, oder?

Name: Phoebe Nicette
Alter: 26
Wohnort: Berlin
Beruf: Tagsüber bin ich Beraterin für (erneuerbare) Energien und abends Content Creatorin für faire Mode und Klimaschutzthemen
Schuhgröße: 38,5
Lieblingstageszeit: Abends mit einem Tee auf dem Sofa (so beantworte ich gerade auch die Fragen)
Kontakt: @phoebenicette auf Instagram, phoenomenalblog@gmail.com & @phoenomenal auf TikTok

Beschreibe deinen Job in einem Satz: Ich mache Sachen und versuche dabei gut auszusehen.

Was schätzt du an dir am meisten? Mut, Durchhaltevermögen und Ehrlichkeit

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten: Das, was wir alle angefangen haben und schon immer mal wieder weiterlesen wollten.

Was kann jede*r heute tun, damit wir alle eine glücklichere Zukunft erleben? Auf die nächste Fridays for Future Demo gehen und sich ab heute bei jeder Entscheidung fragen, ob es eine gute ist in Sachen sozialer Gerechtigkeit, Klima- und Umweltschutz.

Wen rufst du am häufigsten an? Personen, die nicht in meiner Internetpräsenz vorkommen ;)

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? Steuern, Rechnungen und soviel Eis wie ich möchte.

Welche drei Dinge sind dir aktuell am wichtigsten im Leben? Gesundheit, Spaß bei der Arbeit und Klimagerechtigkeit.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Wenn ich zaubern könnte, würde ich Armut und Diskriminierung nie entstehen lassen und alle Treibhausgase auf vorindustrielles Niveau schrumpfen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ich würde euch fragen, worauf ihr Lust hättet.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Warum ich High-Waist Hosen besser als Low-Waist Hosen finde.

Das letzte Wort: Lasst uns die Räume besser verlassen, als wir sie vorgefunden haben :)

FOTO: Mina Schmidt

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 18. Oktober 2022 | Tags: , Keine Kommentare

Dënalisa Shijaku

Dënalisa Shijaku könnte sich ihr Leben auch ganz gut in einer großen Einzimmerwohnung vorstellen, mit Leinwänden und Farben in jeder Ecke, um jederzeit drauflos malen zu können. Tagsüber Künstlerin, nachts Krankenpflegerin auf einer Wachkoma-Station. Seit 30 Jahren wohnt Dënalisa in Deutschland, hat viele Stationen in ihrem Leben hinter sich und noch so einiges vor. Aktuell sucht sie nach dem passenden Raum für ihre nächste Pop-Up-Ausstellung. Im 2-Minuten-Interview erzählt sie uns viel Persönliches, Wichtiges und Schönes. Dënalisa Shijaku liegt das Herz auf der Zunge und inspiriert uns mit ihrer Persönlichkeit und Kunst so richtig.

Name: Dënalisa Shijaku
Alter: 33
Wohnort: Berlin
Beruf: Krankenpflegerin / Künstlerin / Auftragsmalerin
Schuhgröße: 39
Lieblingsfarbe: Kobaltblau
Kontakt: denalisashijaku.com & @denalisa.shijaku

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Eine gute Freundin aus Berlin, die Architektin ist und meinte, ich solle doch als Interior Designerin arbeiten, denn sie war von meiner Einrichtung so begeistert. Ich hatte davon natürlich keine Ahnung und habe mich als Krankenpflegerin kaum irgendwo richtig beworben. Da man ja die Lage im Gesundheitswesen kennt und meistens gefühlt nur einen Anruf tätigen muss und schwuppdiwupp hat man den Job, wusste ich also nicht, mit was ich mich bewerben soll. Ich hatte keine Referenzen und wollte jetzt nicht einfach sagen, dass ich mich gerne auf ebay Kleinanzeigen rumtreibe. Sie meinte, ich solle ihrer alten Chefin schreiben, die allen eine Chance gibt und einfach ich selbst sein. Und dies hab ich mir dann zu Herzen genommen und war sehr ehrlich mit dem was ich kann und was ich gerne lernen wollen würde. Es hat mich viel Überwindung gekostet, da ich nicht wusste, ob ich mir das finanziell leisten kann – meinen Hauptberuf reduzieren um etwas anderes zu machen. Aber ich wusste, dass es an der Zeit war etwas Kreatives zu machen. Ich habe förmlich danach gedürstet. So kam ich am Ende auch zur Kunst. Ich wollte auch bei mir zu Hause was Tolles haben, aber wusste, dass die meiste Kunst unbezahlbar ist. Und so beschloss ich selbst wieder anzufangen zu malen. Dieses Mal auf großen Leinwänden (thank you Altbau dafür). Freunde waren begeistert, als sie die Bilder sahen, und so machte es die Runde und ich begann Auftragsbilder anzufertigen. Bis ich beschloss, es nebenbei beruflich fortzuführen, denn es machte mir unheimlich Spaß und ich fühlte mich so frei wie noch nie zuvor in meinem Leben.

Was war dein allererster Job? Mein allererster Job war in einem Brautmodenladen. Ich hatte dort von der Schule aus mal ein Praktikum gemacht und habe mich mit der Besitzerin und Chefin des Ladens wirklich gut verstanden. Sie bot mir an dort zu arbeiten. Sei es auch nur als Ferienjob um mal ein bisschen Geld dazu zu verdienen. Das hat mich sehr gefreut und mir auch großen Spaß bereitet, Braut- und Abendkleider zu nähen. Das Endergebnis war so toll und hat einen glücklich gemacht. Alle Frauen waren immer so begeistert und fanden sich einfach nur wunderschön. Das war auch die Zeit wo ich das erste mal so richtig mit Mode in Berührung kam – da war ich 16.

Für welche Sache kannst du dich so begeistern, dass du Essen und Trinken vergisst? Auf- und Umräumen. Ich liebe es, Wohnungen umzugestalten. Sei es nur ein paar Möbel hin und her schieben oder sie einfach komplett neu zu einzurichten. Das mache ich sehr oft bei Freunden. Die kennen mich und lassen mich da gerne einfach machen. Meistens sind sie auch sehr zufrieden mit dem Endergebnis und ich aber auch. Win-Win also. :)

Wie würde dein perfektes Zimmer zum Leben aussehen? Ich glaube, ich könnte mir mein Leben auch ganz gut in einer großen Einzimmerwohnung vorstellen. Ein Bett in der Mitte, sehr große Fenster, die von Sonnenlicht durchflutet werden und ab und zu Wind, der die leichten Vorhänge hin und her weht. Überall Leinwände und Farbe, damit ich von jeder Ecke aus malen kann. Ein kleiner Getränkekühlschrank und paar Snacks. Was nicht fehlen darf ist ein wirklich großer Couchtisch, an dem ganz viele Leute zusammen sitzen. Aber eben auf dem Boden, so wie ich das von früher bei meiner Familie zuhause kenne. Man trinkt Tee und isst gemütlich was und hat einfach Spaß zusammen.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung an Wochenenden? Ich gehe sehr gerne spazieren oder lese auch gerne mal ein Buch. Ich würde ja sagen, dass ich da Sport mache aber das wäre Quatsch mit Soße. Denn für Sport bin ich leider zu unzuverlässig. Aber ich habe mich damit abgefunden und bin auch nicht mehr so traurig darüber. Mir geht es ja nicht schlecht. :)

Was ist dein wertvollster Besitz? Ein gefalteter Teppich, der bei mir zuhause steht. Der Teppich ist von meiner sehr engen Freundin Jule Waibel und ich habe ihn von all meinen Freunden zu meinem 30. Geburtstag geschenkt bekommen. Ich war so gerührt und glücklich zugleich, dass ich sowas Schönes geschenkt bekommen habe. Den werde ich in allen Ehren halten. Er erinnert mich an einen wundervollen Tag.

Berlin ist… schön und hässlich zugleich. Glück und Melancholie in einem. Ein Ort, an dem man es schafft, sich selbst zu finden und gesehen zu werden. <3

Deine Regeln für eine erfolgreiche Party: Sich stets ein Motto überlegen. Ich liebe Mottopartys! Von einfach schick bis hin zu Disco oder auch mal Verkleidung. Alles sollte dabei sein. Was ich daran liebe ist, dass sich die Gäste alle Gedanken machen und hoffen, dass sie ein tolles Outfit finden. Das allein sorgt am Ende dafür, dass wirklich jede*r super aussieht und es gibt einem das Gefühl, man betritt eine ganz andere Welt als die übliche in der man lebt. Das macht unheimlich großen Spaß. Und natürlich eine dazu passende Playlist. ;)

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Das mag jetzt kitschig klingen, aber es ist wie es ist. Als ich an meinem 24. Geburtstag das erste Mal meinem jetzigen Freund über den Weg gelaufen bin. Es war purer Zufall. Aber als ich ihn sah, wusste ich, dass er die Liebe meines Lebens ist. Und siehe da: Wir sind immer noch zusammen und er bringt mich jeden Tag aufs Neuste zum Lachen und ist eine unfassbare Stütze für mich. Partners in Crime halt <3

Was verbindest du mit deiner Heimat? Ich bin als einzige von fünf Schwestern in meinem Heimatland (Kosovo (Prizren)) geboren und lebte das erste Jahr dort mit meiner Oma zusammen. Meine Eltern waren damals noch in der Schweiz und haben dort gearbeitet. Mit 16 Jahren war ich das erst Mal wieder zu Besuch im Kosovo und fühlte mich zunächst einmal fremder als ich mich in Deutschland fühlte. Aber was mich mit meiner Heimat verbindet, ist meine große Familie, die dort teils noch lebt. Die Gastfreundschaft, die einem überall über den Weg läuft. Die Musik, das Essen und die vielen Hochzeiten, die wirklich jedes Jahr stattfinden. Und natürlich weiß ich, dass es eher das Heimatland meiner Eltern ist als das meine.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Das erste, was ich ändern würde, wäre, dass ich allen Migrant*innen sofort eine Arbeitserlaubnis erteilen würde. Gleiches Recht für alle. Ich habe selbst zu spüren bekommen, wie es ist, wenn man Jahre lang in einem Land lebt, wo man aber am Ende nicht arbeiten darf. Meinen Eltern ging das 16 Jahre lang so. Das war nicht nur schlimm, sondern hat mich auch sehr traurig gemacht. Es hätte für sie alles anders laufen können, wenn sie nur hätten dürfen. Sie waren jung und kamen in ein ganz fremdes Land, haben ihre Heimat verlassen, weil sie es mussten und nicht weil sie es wollten und konnten die Sprache nicht. Das allein ist eine Riesenhürde und ich finde man sollte es den Menschen nicht noch schwerer machen. Es würde einiges besser machen. Das weiß ich. :)

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ehrlich gesagt ist mein Freund derjenige von uns, der am liebsten kocht. Ich kümmere mich dafür um das Wohlbefinden der Gäste. Aber wenn ich was kochen sollte, dann wäre es auf jeden Fall Pasta mit Tomatensoße und Büffelmozzarella. Das bekomme ich noch hin.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich ein wirklich sehr sensibler Mensch bin. Mir geht einiges so nah ans Herz, dass ich daran tagelang zu hadern habe. Ich versinke schnell in eine Melancholie, die mich zwar kreativ werden lässt, aber mich zeitgleich auch ultra fertig macht.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Puhh… also ihr seid schon ziemlich gut im Fragen stellen :) Da gibt es tatsächlich nichts zu beanstanden.

Das letzte Wort: Ich glaube das Wichtigste im Leben ist der Zusammenhalt. Sei es von Freunden oder der Familie. Gute und sehr lange Freundschaften haben es geschafft, dass ich da bin wo ich nun bin. Sich gegenseitig zu supporten und wirklich einfach mal das machen worauf man Lust hat. Seine Ängste und Sorgen mit den wichtigen Menschen um sich herum teilen aber auch die guten Momente. Denn nur dann hat man auch wirklich gelebt.

FOTO: Viola Patzig / Studiobatterie

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 04. Oktober 2022 | Tags: , , Keine Kommentare

Ninia LaGrande

„Weird“, „Computja“, „Lapaloma“ – Nöö, das ist keine „Beschreibe dich in 3 Worten“-Antwort. Unsere Interviewpartnerin würde den Duden gerne um diese drei Worte ergänzen. Warum wir das hier anteasern? Weil es uns zum Grinsen gebracht hat und weil wir Ninia LaGrande ganz schön cool und witzig finden, entgegen ihrer eigenen Wahrnehmung. Ob hip, verschlafen oder hellwach, um die Welt gerechter zu machen – die Moderatorin, Autorin, Podcasterin und Schauspielerin ist auf Zack und das liegt nicht allein an ihrem Grüngurt in Karate!

Name: Ninia LaGrande
Alter: 39
Wohnort: Beste Stadt. (Hannover)
Beruf: Selbstständige Künstlerin (Moderatorin, Autorin, Schauspielerin)
Schuhgröße: 34
Lieblingstageszeit: Morgens, wenn das Fenster offen ist, ein Kaffee in meiner Hand und die Sonne langsam startet.
Kontakt: ninialagrande.de

Beschreibe deinen Job in einem Satz: Ich erzähle gute Geschichten.

Was treibt dich an? Mein Vermieter :D. Meine Lust an Unterhaltung, an Geschichten, an politischer Veränderung.

Womit kann man dich beeindrucken? Mit Wissen, also so abseitigem Nischenkram. Und mit der Fähigkeit, gut zuhören zu können, sich Dinge zu merken und dies auf eine liebevolle Art zu nutzen – denn das kann ich alles nicht!

Was würde dein 16-jähriges Ich von dir heute halten? Es würde nicht glauben, dass das alles passiert ist. Es würde mich sehr attraktiv und klug finden und sich wesentlich sicherer sein auf dem Weg dahin.

Für was kann man dich nachts wecken? Nichts. Ich schlafe wie ein Stein. Alle, die jemals versuchten mich zu wecken, sind gescheitert.

In welcher Beziehung bist du eine Spießerin? Oh, in vielerlei Hinsicht, ich liebe Spießertum. Ich bin Camperin, ich schaue um 20:15 Uhr Abendprogramm im TV, ich liebe Routinen, ich bin der unspontanste Mensch, ich bin wirklich weniger hip als ich gerne wäre.

Was machst du an einem freien Tag? Ausschlafen, auf den Flohmarkt gehen, lesen, Spaghettieis essen, die Nägel lackieren.

Sammelst du etwas? Und wenn ja: was? Bücher und analoge Fotokameras.

Hannover ist… exakt die richtige Mischung aus Kultur, Stadtleben und im Grünen sein und hat genau die richtige Größe, um in der Masse zu verschwinden und sich aber doch schnell sehen zu können.

Du darfst den Duden um drei Wörter deiner Wahl ergänzen. Bitteschön: „Weird“ könnten wir gerne mal aufnehmen, „Computja“ ist ein Verdreher meines Kindes, der sich bei uns etabliert hat und „Lapaloma“ einfach, weil es gut klingt.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ach, was würde ich nicht ändern, ist vielleicht die einfachere Frage? Ich würde versuchen, die Welt mit klugen Entscheidungen gerechter für alle zu machen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Das müsst ihr meinen Mann fragen :D.

Was sollte niemand von dir wissen? Als würde ich das hier reinschreiben.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Heiraten in Chucks, ist das ok? Ja, ist es. Mehr als ok.

Das letzte Wort: Denk nochmal drüber nach, bevor du dir den Pony wirklich selber schneiden möchtest.

FOTO: Merle Stephan

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 20. September 2022 | Tags: , Keine Kommentare

Alexandra Herget

Alexandra Herget und ihr Team krempeln zusammen mit ihrem Unternehmen TUTAKA das Gastgewerbe um. Aber so richtig. Denn mit TUTAKA haben sie eine Plattform für nachhaltiges Gastgebertum erschaffen. Dort werden zum Beispiel nachhaltige Produkte für professionelle Gastgeber*innen angeboten – ganz egal ob Hotels, Gastro, Events oder Festivals. Zudem gibt es Workshops, Webinare und eine Agentur, die rund um das Thema berät. Wow! Und sonst noch? Alexandra ist Mitgründerin und Co-Geschäftsführerin von Matrosé, Mutter von zwei Kindern und würde gerne Luisa Neubauer, Maja Göpel und Christian Lindner zu Kartoffelpuffer mit Apfelmus einladen. Oder so ähnlich. Lest selbst!

Name: Alexandra Herget
Alter: 33
Wohnort: Hamburg
Beruf: Unternehmerin
Schuhgröße: 38
Lieblingstageszeit: Abends erschöpft, doch meist beseelt, im Bett liegend die kleinen oder größeren Ereignisse des Tages mit meinem Freund besprechen.
Kontakt: LinkedIn / tutaka.com / matrose-matee.com / tutaka.agency

Beschreibe deinen Job in einem Satz: Ich nutze die mir zur Verfügung stehende Arbeitszeit (aka Job?), um einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Ich möchte, gemeinsam mit vielen weiteren großartigen Menschen, unsere Welt enkeltauglich machen.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn ich gemeinsam mit meinem Team bin, wenn ich durch meine Arbeit inspirierende Menschen treffen darf, wenn wir unsere Ziele und Meilensteine erreichen und somit einen positiven Impact schaffen.

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Ich stecke mitten drin: Für meine Kinder bewusst da zu sein, sie beim Heranwachsen zu begleiten und gleichzeitig meine beruflichen Wünsche und Ziele weiterhin zu verfolgen.

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? Ich habe das Gefühl, dass ich durch die Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringe, wieder mehr zum Kind werde.

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast? Im Gründungsjahr von TUTAKA (2017) auf Branchenevents alteingesessenen Gastgeber:innen zu verklickern, dass „Nachhaltigkeit“ kein Trend ist.

Die wichtigste Erfindung der Menschheit? Sehr lange über diese Frage nachgedacht… Sprache und Liebe. Letzteres ist doch eine Erfindung der Menschheit, oder?

Für was hast du schon mal zu viel Geld ausgegeben? Als wir uns das erste Mal Gehalt ausgezahlt haben, bin ich für eine Woche in ein Hotel abgestiegen, in welchem ich definitiv viel zu viel Geld für Massagen & Co. ausgegeben habe.

Dein Soundtrack für den Sommer? Alle Lieder der Hamburger Band POOL.

Was ist gerade das Hintergrundbild auf deinem Telefon? Die vier Motive der Fotografin Katja Ruge mit ihrer Muse Madame Chloe für unsere alkoholfreie Matee. Die machen immer gute Laune!

Wenn du drei geschichtliche Personen zum Essen einladen könntest, welche wären das? Ich tue mal so, als ob ich das „geschichtlich“ überlesen hätte. Luisa Neubauer, Maja Göpel, Christian Lindner. Ich glaube, das könnte eine interessante Runde sein, aus welcher hoffentlich einer klüger den Raum verlässt.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Das 9-Euro-Ticket aka soziale Gerechtigkeit bleibt.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Kartoffelpuffer mit Apfelmus – dann sind die Kinder gut gelaunt und wir können in Ruhe sprechen

Was sollte niemand von dir wissen? Die Vielzahl meiner Spitznamen, ganz oben auf der no-go Liste: Ax.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ich als Nächstes gründen würde…

Das letzte Wort:
Oldie but goldie:
„Lass uns möglichst viele Fehler machen,
und möglichst viel aus ihnen lernen.
Lass uns jetzt schon Gutes sähen,
dass wir später Gutes ernten.“ – Julia Engelmann

FOTO: Marina Spies

Hanne Willmann

Nana, Fungi, Iro… Nein, das sind keine verrückten Zutaten für ein Ottolenghi-Gericht – auch wenn Hanne Willmann etwas aus seinem Buch für uns kochen würde. Hanne arbeitet in ihrem Traumberuf: Sie ist Designerin, hat ihr eigenes Label und ihr 16-Jähriges Ich wäre davon wahrscheinlich ganz schön beeindruckt. Das AD Magazin nennt sie eine der 100 wichtigsten Kreativen 2022 im Bereich Interieur, Design und Architektur. Wenn wir uns Hannes (Kunst-)Werke genauer anschauen, können wir nicht anders, als uns anzuschließen: reduziert und selbstbestimmt, individuell und klar. Ist das das schönste Kompliment, das sie je bekommen hat? Im 2-Minuten-Interview erfahrt ihr es.

Name: Hanne Willmann
Alter: 34
Wohnort: Berlin
Beruf: Designerin
Schuhgröße: 38
Lieblingsfarbe: babyblue
Kontakt: @studiohannewillmann

Beschreibe deinen Beruf in einem Satz: Ich gestalte und komponiere für schöneres Wohnen.

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast? Auf einem Schützenfest die ganze Nacht durch kellnern.

Wofür hast du kein Talent? Schreiben.

Was würde dein 16-jähriges Ich von dir heute halten? Ich glaub mein 16-jähriges Ich wäre beeindruckt, dass mein Traumberuf wirklich aufgegangen ist, würde allerdings auch richtig hart chillen, wenn sie sieht, wie anstrengend das noch wird.

Das glaubt niemand von dir: Ich kann Plattdeutsch sprechen.

Bist du ein Gefühls- oder ein Kopfmensch? Gefühl!

Sammelst du etwas? Und wenn ja: was? Kleine Steine als Farbsamples.

Was wirst du in Zukunft weniger machen? Energie verbrauchen.

Welches war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat? „Mich durch deine Augen zu sehen, lässt mich ein besserer Mensch werden.“

Welche aktuell lebende Person würdest du gerne mal treffen und warum? Enrique Olvera – mexikanischer Sternekoch des Pujol von dem ich sooo gern mal bekocht werden würde!

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Putin würde weit weg im Exil leben.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Irgendwas von Ottolenghi.

Was sollte niemand von dir wissen? Wie viele Männer ich geküsst hab!

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Welches Produkt veröffentlichst du als nächstes?

Das letzte Wort: Liebe!

FOTO: Thomas Wiuf Schwartz

Stephanie Neubert

Stephanie Neubert hat die Schubladen aus ihrem Leben verbannt. Also gedanklich, aber nicht weniger bedeutend: Die Gründerin und Chefredakteurin vom HEYDAY Magazine gestaltet tagtäglich Raum für Neues und bricht mit veralteten Konventionen. Sie spricht damit vor allem die neue Generation Frauen 45+ an, die nicht so einfach in eine Nische gesteckt werden können. Neben Kundenevents und Fashion-Week-Terminen plant sie gerade ihren Auftritt als Speakerin bei der AgeTech Konferenz in Chemnitz (A.d.R.: Wie cool ist das denn?). Im 2-Minuten-Interview verrät die Wahlberlinerin uns, was wohl in ihrem Lunchpaket für die Reise stecken könnte und warum ihre Leserinnen gleichzeitig eine Art Therapie für sie sind.

Name: Stephanie Neubert
Alter: 40
Wohnort: Berlin
Beruf: ehemalige Mode- & Beauty-Redakteurin und Gründerin von HEYDAY Magazine
Schuhgröße: 39
Lieblingsfilmzitat: „Das Leben bewegt sich sehr, sehr schnell. Wenn du nicht gelegentlich anhältst und dich umschaust, könntest du es verpassen“ aus „Ferris macht Blau“
Kontakt: stephanie@heyday-magazine.com

Was ist das Beste an deinem Beruf? Ich treffe so viele interessante Menschen mit sehr ungewöhnlichen Lebenswegen. Diese Erfahrungen kann man mit keinem Geld der Welt aufwiegen. Dabei wird mir immer wieder klar, was ein Mensch alles aushalten und leisten kann.

Beschreibe HEYDAY in drei Wörtern: Inspirierend, authentisch und mutmachend.

Was treibt dich an? Die Community. All die Frauen, die schon so viel erlebt haben und immer weitermachen. Und dabei so positiv sind. Wenn ich mich mit unseren Leserinnen zu einem Video Call oder persönlich treffe, bin ich manchmal so geflasht. Manche Unterhaltungen gehen so tief – wie eine Art Therapie. Mein Learning: Egal, was passiert, die Dinge regeln sich immer irgendwie. Und es ist niemals zu spät, etwas Neues zu wagen.

Was war dein schönstes Urlaubserlebnis? Sex an einem einsamen Strand Siziliens im Sonnenuntergang.

Was war das beste Essen, das du je gegessen hast? Modern interpretierte vegetarische, mexikanische Küche mit abgefahrenen Pürees, Edamame, Gemüse und spicy Sauce.

Für welche drei Dinge in deinem Leben bist Du am dankbarsten? Meine Familie, meine Freunde, meine Gesundheit.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Über das Thema Älterwerden und den demographischen Wandel.

Wie hast du deinen letzten Geburtstag gefeiert? Meinen 40. Geburtstag letztes Jahr habe ich mit Freunden auf der Terrasse des Osterbergers gefeiert. Das Restaurant betreibt mein HEYDAY-Partner Thorsten Osterberger zusammen mit seinem Mann. Danach bin ich direkt nach Österreich zu Freunden gefahren.

Bitte vervollständige: In Berlin… ist man mit seinem Späti-Besitzer befreundet.

Deine Lieblingsschwäche? Ob trauriges oder wunderschönes Ereignis – wenn die Tränen einmal ausbrechen, kann ich sie nicht mehr halten.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde den Immobilien-Hype und den Mietpreiswahnsinn stoppen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Definitiv etwas Vegetarisches. Wie wäre es mit Pilzragout aus selbstgesammelten Pilzen mit Rotweinsauce und Bandnudeln?

Was sollte niemand von dir wissen? Ich hasse Autobahnfahren. Bei mir werden bei Google Maps Autobahnen vermieden. Ich fahre lieber über Landstraßen, mit guter Musik und ohne Stress.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie möchtest du alt werden?

Das letzte Wort: Life is now!

FOTO: Brita Plath Photography

Darwin Stapel

Ein Intro für Darwin [he/him und they/them] zu schreiben ist wirklich fies. Wirklich nur eins? Dabei gibt es so viel zu erzählen! Darwin lebt als Tänzer, Choreograf und Model in Berlin – ist aber in der Welt zuhause. Auf Events ist er der soziale Kleber, der Menschen zusammenbringt und Small Talk zum Deep Talk macht. Dieses Jahr feiert Darwin mit seinem Ballroom House ‚Iconic House of Saint Laurent‘ zehn Jahre Ballroom-Kultur in Deutschland und bereitet sich auf eine ganze Festivalwoche dazu vor. Ganz nebenbei zerschlägt er im Mainstream-Fernsehen alte Rollenbilder und tanzt bei GNTM auf High Heels durch die finale Live-Show. Im 2-Minuten-Interview verrät uns das Style-Vorbild ein paar persönliche Inspirationsquellen.

Name: Darwin Stapel
Alter: 28
Wohnort: Berlin
Beruf: Multidisziplinärer Künstler
Schuhgröße: 42. Kriege gerade so noch Frauenschuhe – besonders bei High Heels also absolut Glück gehabt. Finde übrigens, dass „Frauenschuhe“ ein total überholter Begriff ist – Kleidung ist für Menschen da, nicht für Gender.
Lieblingsfilmzitat: ‚Always keep your eyes open, keep watching. Because whatever you see can inspire you‘ – Grace Coddington in ‚The September Issue‘.
Kontakt: darwinstapel.com @darwinstapel | studiostarwin.com @studio.starwin | onelineillustration.com @onelineillustration

Beschreibe deinen Job in einem Satz: Vor einer Woche habe ich zu einer guten Freundin beseelt und glücklich gesagt, dass ich genau da bin wo ich sein möchte und dass ich sehr stolz auf mich bin!

Was war die beste Entscheidung deiner beruflichen Laufbahn? Nach London zum Studieren zu gehen. Das hat in mir so viel ausgelöst. Ich habe dort meine Grundlagen an visueller Gestaltung, Konzeptentwicklung, Recherche-Techniken und Kunst-Genuss und -Geschichte gelernt. Als junger Erwachsener ein Jahr in einer solchen pulsierenden Mode-Hauptstadt zu verbringen hat mich nachhaltig beeinflusst.

Welche Farbe würdest du wählen, um dich selbst zu beschreiben? Und warum? Kennt ihr diese irritierende Spiegelfolie? Ich bin sehr wandlungsfähig und würde mich deshalb nicht einer Farbe zuordnen.

Das glaubt niemand von dir: Ich höre manchmal Screamo (Musik-Genre) und spreche Türkisch.

Wer kennt dich wirklich? Ich habe einige Eigenschaften und Unternehmungen, die ich nicht unbedingt mit anderen teile. Ich mag es ab und zu alleine zu sein und Zeit mit mir zu verbringen. Das brauche ich auch, um kreativen Gedankengängen viel Raum zu geben. Unter anderem deshalb glaube ich, dass ich mich selbst am besten kenne. Danach kommt vielleicht jemand wie Maurice / Amowia Saint Laurent, ein langjähriger Freund und Tanz-Partner von mir.

Was für eine Rolle hast du in deinem Freundeskreis? Ein sehr guter Freund nennt mich gern Sonnenblume oder Social Butterfly. Außerdem vertrauen mir meine Liebsten, wenn es um Mode und Design geht.

Wessen BRAVO Poster hattest du an der Wand? Auf jeden Fall Christina Aguilera in lebensgroß aus ihrer Stripped-Zeit. Xtina raised me.

Welches Buch, welchen Film und welche Platte sollte jeder gelesen, gesehen und gehört haben? Sibylle Berg – Nerds retten die Welt; Paris is Burning (Doku, gibt’s auf Youtube); Honey – Robyn.

Verrate uns einen magischen Ort! Die Bühne.

Was ist das Wort deiner Kindheit? Tanzen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde Rassisten, Queer-, Homo-, Trans- und Fem-Feindliche und Klima-Verbrecher auf einen anderen Planeten verbannen und Wohlstand, soziale Gerechtigkeit und Chancengleicheit gerechter aufteilen. Außerdem gleiche Sicherheit und Rechte für Trans*-Menschen!

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ich würde euch einen Cheesecake backen, den wir zusammen zwischen vielen Blumen untermalt von guter Musik, vielleicht Rhye, auf dem Balkon essen würden. Ich mag es sehr Atmosphären herzustellen und Gastgeber zu sein.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich arbeite oft – besonders in kreativen Prozessen – bis früh in die Morgenstunden. Wenn die Welt schläft ist mein kreativer Kopf am meisten an. Wenig Ablenkung und genug Zeit in die Tiefe zu gehen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Auf welches queere Projekt ich gerne aufmerksam machen möchte.

Das letzte Wort: Ich hoffe ihr wart alle am Wochenende in Berlin beim CSD. Pride ist eine riesen Errungenschaft und ein Privileg – nicht jede*r kann oder darf auf die Straße gehen und demonstrieren. In anderen Metropolen ist Pride beispielsweise verboten und friedliche Versammlungen werden z.T. gewaltbereit unterbunden. Wir schulden es uns selbst und all den anderen Menschen, die diese Meilensteine der queer liberation gelegt haben! Pride ist nicht vorbei, nur weil letztes Wochenende CSD war. Pride ist jeden Tag, 365 Tage im Jahr, 24/7. Wenn ihr und eure Leserschaft noch direkter unterstützen möchtet, spendet sehr gerne an das Go-Fund-Me meiner House-Schwester Ria Saint Laurent. Sie sammelt mit diesem Crowdfunding momentan Geld für ihre Transition.

FOTO: Leni Paperboats

Mila Yazvinska

Mila wohnt in Hamburg und Kiew. Die gebürtige Ukrainerin ist die Projektkoordinatorin der Hanseatic Help Stores – ein neues soziales Format, das hilfebedürftige Menschen (zunächst Schutzsuchende aus der Ukraine) mit Kleidung und Alltagsprodukten ausstattet. Das Besondere? Die Menschen können hier selbstbestimmt und eigenständig aus den Spenden aussuchen, was sie benötigen und ihnen gefällt. Fast 9.000 Schutzsuchende haben dieses Angebot bereits wahrgenommen. Ihre Kolleg*innen beschreiben Mila als Rockstar und wir ändern nach dem 2-Minuten-Interview ganz konsequent ihr Lieblingsfilmzitat und erweitern: Yer a wizard, Mila!

Name: Mila Yazvinska
Alter: 32
Wohnort: Hamburg und Kiew
Beruf: Freie Journalistin und Projektmanagerin
Schuhgröße: 39
Lieblingsfilmzitat: „Yer a wizard, Harry.“
Kontakt: linkedin.com/yazvinskaya und helpstore.de

Beschreibe deine Arbeit bei Hanseatic Help in einem Satz: Der Hanseatic Help Store ist ein Ort, an den Menschen in schwierigen Lebenssituationen kommen können, um sich in der Atmosphäre einer Vintage-Boutique kostenlos mit Kleidung und Hygieneartikeln einzudecken. Ich kümmere mich darum, dass alle Elemente des Systems reibungslos funktionieren.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Ich habe das Privileg in einem Bereich tätig zu sein, der sich dem Geben widmet. Das bietet viel Raum dafür, glücklich sein. Zum Beispiel durch die Kinder, die uns besuchen. Sie verstehen noch nicht, warum sie in unserem Help Store sind und freuen sich entsprechend vorbehaltlos über die tollen neuen Sachen. Oder zuletzt beim Tippen der Zahl 2634. Das ist die Anzahl der Familien, die unsere ersten beiden Hanseatic Help Stores bereits besucht haben. Und nächsten Monat eröffnen wir schon unseren dritten Help Store in Hamburg! Darüber freue ich mich jetzt gerade besonders.

Was war dein allererster Job? Internationale Journalistin, Start-up-Vermarkterin im Silicon Valley, Unternehmensberaterin für UN-Projekte, Inhaberin einer Restaurantkette – soll ich weitermachen?

Wer oder was inspiriert dich? Menschen, die spenden. Sehr viele Kleiderspenden, die bei Hanseatic Help ankommen, sind in einem sehr guten Zustand. Jeden Tag sind die Regale in unseren Help Stores frisch gefüllt mit Dingen, die jemandem einmal etwas bedeutet haben. Menschen, die etwas spenden, wollen nicht nur bloße Gegenstände schenken, sondern auch Freude. Darum verschenken sie etwas von sich, über das sie sich selbst einmal gefreut haben. Von all den kleinen und großen Inspirationen um mich herum ist das eine meiner liebsten.

Was macht dir Gänsehaut? Der Gedanke an die mögliche Zukunft, die meine Familie in der Ukraine hat.

Wen rufst du am häufigsten an? Meine Mutter – wenn nicht, ruft sie mich am häufigsten an.

Deine größte Schwäche? Mich in Details zu verlieren.

Mit welcher Persönlichkeit würdest du dir gern einmal die Nacht um die Ohren schlagen und was würdet ihr machen? Mit meinem Lieblingsregisseur Taika Waititi seine Lieblingsfilme schauen.

Bei welchem Film fängst du an laut zu lachen, auch wenn du ihn alleine guckst? Ich bin ein Nerd, mein Humor reicht höchstens für 15 Sekunden, geschweige denn für einen ganzen Film.

Dein absoluter kulinarischer Geheimtipp in Hamburg? Kaffeerösterei Deathpresso und Zuckermonarchie.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde den Krieg in der Ukraine stoppen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Alles. Und davon den ganzen Tisch voll. Ich bin Ukrainerin.

Was sollte niemand von dir wissen? Wie oft ich Harry Potter schon gelesen und angeschaut habe.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Mila, wie schaffst du es neben Erfolg, Familie, öffentlichem Nahverkehr und regelmäßigen Besuchen beim Papst solch glänzendes und seidenes Haar zu haben und dennoch so bescheiden zu bleiben? Verrate uns dein Geheimnis!

Das letzte Wort: Von ganzem Herzen: Danke für all die Spenden.

FOTO: Rosemarie Schoenthaler

Eva Biringer

Ist Alkohol trinken zu einem werblichen Emanzipationsmechanismus verkommen? Eva Biringer schreibt in ihrem ersten Buch „Unabhängig – Vom Trinken und Loslassen“ nicht nur autobiografische Zeilen, sie nimmt die politische Situation unter die Lupe und entwirft dabei ein Plädoyer für ein nüchternes Leben. Was wir noch über Eva Biringer erzählen sollten? Sie kennt so gut wie alle Hunderassen (obwohl sie allergisch gegen Hunde ist) und würde uns ein italienisches Menü kredenzen, zu dem wir uns jederzeit gerne selbst einladen möchten. Das letzte Wort in unserem 2-Minuten-Interview beschreibt die freie Journalistin und Autorin wie wir finden am besten: cool.

Name: Eva Biringer
Alter: 32
Wohnort: Wien und Berlin
Beruf: Freie Journalistin und Autorin
Schuhgröße: 39
Lieblingswort: Rosa
Kontakt: evabiringer.de & instagram.com/evaperla

Beschreibe dein neues Buch in einem Satz: Besonders junge, ambitionierte und selbstbestimmte Frauen trinken heute mehr Alkohol als je zuvor, und zwar, weil ihnen das Trinken als Emanzipation verkauft wird.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Sehr oft – wenn ich eine neue Idee habe und beginne sie aufzuschreiben, wenn ich lese, wenn ich interessante Gesprächspartnerinnen treffe, wenn ich reisen und neue Restaurants entdecken kann.

Was war dein allererster Job? Kellnern in einem Tapasrestaurant – hat leider nicht so gut geklappt.

Was findest du an dir richtig gut? Meine Strukturiertheit und Begeisterungsfähigkeit.

Was wäre eine Sache, die du uns beibringen könntest? Mohnkuchen mit alkoholfreiem Rum backen.

Woran solltest du mal sparen? Manchmal an Kritik – wobei, ist nun mal mein Job.

Was ist das Wort deiner Kindheit? Püppi, so nannte mich meine Mutter.

Was ist gerade das Hintergrundbild auf deinem Telefon? Berge im Nebel.

Meer oder Berge? Siehe letzte Frage.

Was ist das Peinlichste, was man von dir im Internet findet? Streetstylefotos aus Freiburg (Nerdbrille, Stil-vor-Talent-Jutebeutel).

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die Menschheit hört auf sich zu ghosten und Minderheiten zu unterdrücken und isst ausschließlich Bio-Lebensmittel.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Jetzt im Sommer ein italienisches Menü: Caponata, Cacio e pepe, Tiramisu. Dazu eine alkoholfreie Getränkebegleitung mit Kombucha, Shrub und No-Groni.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich als erklärte Feministin keine IKEA-Möbel zusammenbauen kann.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Dürfen wir beim IKEA-Möbel-Aufbauen helfen?

Das letzte Wort: Hab das ich? Okay, cool.

FOTO: Florian Reimann

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 29. Juni 2022 | Tags: , , Keine Kommentare

Swantje van Uehm

Verantwortungsvolles Unternehmerinnentum, nachhaltiger Lifestyle und hochwertige Kosmetik? Das passt für Swantje van Uehm sehr gut zusammen. Die „Die Höhle der Löwen“-Teilnehmerin hat 2017 mit einem Sackerl voll Expertise und Visionen NUI Cosmetics gegründet. Eine vegane Kosmetikmarke, die auf Natürlichkeit setzt. In unserem 2-Minuten-Interview erzählt sie, wie ein einziges Beauty-Produkt den kompletten Look zaubert und welche Farbe ihre Persönlichkeit am besten beschreibt. Wir lernen Swantje als leidenschaftlichen Menschen kennen und diese Eigenschaft ist mit großer Sicherheit ein Schlüssel ihres Erfolgs.

Name: Swantje van Uehm
Alter: 34
Wohnort: Berlin
Beruf: Founder & Managing Director NUI Cosmetics
Schuhgröße: 36
Lieblingsfilmzitat: „Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Wenn du weit gehen willst, musst du mit anderen zusammen gehen.“
Kontakt: linkedin.com/swantje-van-uehm & info@nuicosmetics.com

Beschreibe NUI Cosmetics in einem Satz: NUI Cosmetics ist für alle, die komplett veganes und natürliches Make-up tragen möchten, das so funktioniert wie konventionelle Produkte.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn wir Meilensteine in Sachen Nachhaltigkeit und Performance erreicht haben und die Kund*innen mit unseren Produkten happy sind.

Welche Farbe würdest du wählen, um dich selbst zu beschreiben? Und warum? Grün, denn diese Farbe steht für Natur. Ich bin in Thüringen aufgewachsen und sehr gerne in der Natur. Grün steht aber auch für Hoffnung. Ich versuche in herausfordernden Situationen immer etwas Positives zu finden und nie aufzugeben. Außerdem steht die Farbe für Harmonie und ich bin sehr harmoniebedürftig.

Du darfst nur noch ein Beauty-Produkt nutzen. Welches ist es? Cream Blush, da es ein 3-in-1 Produkt ist. Man kann in ein paar Sekunden einen kompletten Look zaubern. Man trägt ihn auf die Lippen, Augen und Wangen auf.

Bist du ein Gefühls- oder ein Kopfmensch? Absolut beides. :-) Im Business entscheidet zwar immer der Kopf, aber man sollte auf sein Bauchgefühl hören.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Dass ich denjenigen wirklich wahrnehme.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Ich habe dieses Jahr einen klassischen Tanzkurs gemacht.

Wer war der*die Held*in deiner Kindheit und wer ist es heute? Jeder, der seine Träume verwirklicht.

Deine Regeln für eine erfolgreiche Party: Ich habe keine Regeln. Die besten Parties entstehen, wie ich finde, immer spontan.

Berlin ist… wunderbar.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ganz klar, oder? :-) Ich würde jeden ermutigen auf natürliche und vegane Kosmetik umzusteigen. Und ich würde den Begriff Naturkosmetik schützen lassen, denn das ist er bis dato nicht und so könnte man Greenwashing besser bekämpfen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Pasta, da ich ehrlich gesagt kein Profikoch bin. ;-)

Was sollte niemand von dir wissen? Wen ich es jetzt erzählen würde, würde es ja doch jeder wissen :-)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Natürlich an welchen neuen Produkten wir gerade arbeiten, denn es wird sehr spannend. :-) Und wie die Zukunft der Clean Beauty aussieht? Hier wird der Fokus nämlich viel mehr auf veganen Produkten liegen.

Das letzte Wort: Mach das was du tust mit Leidenschaft.

FOTO: Patrycia Lucas

Martina Ponath

Aus Pulver Duschgel machen? Martina Ponath ist keine Zauberin. Okay, vielleicht ein wenig. Denn die Gründerin hinter dem Naturkosmetik Start-up FUTURE STORIES entwickelt innovative Pulver-zu-Gel-Produkte, die keine Kompromisse machen, wenn es um eine nachhaltige Zukunft geht. Im 2-Minuten-Interview erzählt sie uns von den Vorteilen ihrer Less Waste Haar- und Körperpflege, wir lernen, was das Wort „Anorak“ bedeutet, und Martina verrät uns, was niemand über sie wissen sollte.

Name: Martina Ponath
Alter: 35
Wohnort: München
Beruf: Founder & CEO von FUTURE STORIES
Schuhgröße: Kommt auf die Schuhe an.
Lieblingsfilmzitat: Ohne Dich wären die Gefühle von heute nur die leere Hülle der Gefühle von damals.
Kontakt: info@future-stories.com

Beschreibe deinen Führungsstil: Aktuell sind wir noch ein eher kleines Team, das sehr motiviert und engagiert ist. Das macht es mir sehr einfach. Ich würde meinen Führungsstil als kooperativ beschreiben – wobei auf meinem Schreibtisch eine „The Boss“ Tasse steht, die ich vom Team zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. ;)

Was war bis jetzt dein größter beruflicher Erfolg und warum? Die Gründung von FUTURE STORIES war sicherlich die größte persönliche Herausforderung und daher empfinde ich es auch als großen Erfolg, diesen Schritt gegangen zu sein.

Bist du ein Gefühls- oder ein Kopfmensch? Privat bin ich oft Gefühlsmensch, beruflich gewinnt aber immer der Kopf.

Die beste Erfindung der letzten 100 Jahre? Ich hätte jetzt spontan „das Internet“ gesagt – wobei es auch Momente gibt, da wünsche ich mir die Zeit ohne Smartphones etc. zurück.

Wie bist du aufgewachsen? In einem kleinen Dorf in Bayern, mit Blick auf viel Grün und die Berge.

Was macht dich richtig zufrieden? Wenn ich ein neu entwickeltes Produkt nach all der Arbeit fertig in meinen Händen halte.

Das glaubt niemand von dir: Ich habe mal für 5 € die Stunde Toiletten in einem Café geputzt.

Wo fühlst du dich zu Hause? In meiner kleinen Wohnung.

Was ist das schönste Wort in der deutschen Sprache? Puh, da kann ich mich nicht entscheiden! Welches Wort ich aber ganz komisch finde ist „Anorak“. Das erinnert mich automatisch an neonpinke 80er Jahre Windjacken und Vokuhila-Frisuren. Wobei Google mir gerade sagt: „An-nuh-raaq“ bedeutet in der Sprache der Inuit Grönlands „etwas gegen den Wind“. Und das ist ja auch wieder irgendwie sehr schön.

Sammelst du etwas? Und wenn ja: was? Ich habe eine Zeit lang Teelöffel gesammelt. Aktuell sammle ich aber nichts mehr, eher im Gegenteil. Es fühlt sich gut an, nicht so viel Krimskrams zu besitzen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Den Klimawandel.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Pasta mit veggy Linsenbolo.

Was sollte niemand von dir wissen? Wie viele Anläufe ich gebraucht habe, um die Führerscheinprüfung zu bestehen. ;)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? „Welche ist deine Lieblingssorte von FUTURE STORIES?“ und dann hätte ich geantwortet: „PURPLE RAIN, unsere SZ-Testsieger Flüssigseife mit dem Duft nach Lavendel & Bergamotte.“

Das letzte Wort: Händewaschen nicht vergessen!

FOTO: privat

Dörte Kelm

Dörte Kelm mag es, Dinge in Stoff einzupacken. Die Produktdesignerin aus dem Norden hat es mit „Fien‘ Tüch” (plattdüütsch für „Feines Zeugs”) zumindest verpackungsmäßig in den fernen Osten verschlagen. Nach japanischer Tradition und aus feinsten Materialien gestaltet sie Furoshiki-Tücher zum Selbstbehalten, Weiterschenken und Immer-Wiederverwenden. Gerade bereitet die Textil-Enthusiastin eine neue Kollektion vor und lässt sich dabei ganz vielleicht vom eigenen Garten inspirieren – senfgelb geht aber auch immer!

Name: Dörte Kelm
Alter: 49
Wohnort: Bardowick bei Lüneburg
Beruf: Produktdesignerin
Schuhgröße: 40
Lieblingsfarbe: Maigrün und Senfgelb
Kontakt: Instagram, Web & Mail

Beschreibe Fien‘ Tüch in einem Satz: Fien‘ Tüch steht für nachhaltig entwickelte Furoshiki Tücher aus feinsten Zutaten und verbindet japanische Tradition mit regionalen und sozialen Werten.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Mein Bruder. Er hat mich darin bestärkt: Einfach machen. Es könnte ja gut werden. Bis jetzt hat er Recht behalten.

Wie motivierst du dich? Ich versuche mich immer mal wieder mit etwas Anderem zu beschäftigen. Das kann Fahrradfahren sein, etwas Lesen, im Garten Buddeln, Spazierengehen… Das bringt mich oft auch auf neue Ideen. Und wenn ich wertschätzendes Feedback zu meiner Arbeit bekomme, ist das jedes Mal sehr beflügelnd.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast? Ich darf Fehler machen.

Welchen Wochentag magst du am liebsten und warum? Jeder Tag ist ein guter Tag. Manchmal weiß ich nicht mal, welcher Wochentag ist…

Wer kennt dich wirklich? Ich lerne mich täglich selbst neu kennen.

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der? Ich glaube, der wäre von Sophie Hunger.

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten: Nino Haratischwili, „Das achte Leben (Für Brilka)“. Mich hat es gefesselt.

In welcher Beziehung bist du eine Spießerin? Ich brauche Struktur und Ordnung. In meinem Kopf und in meinem Umfeld. Das beruhigt meine Augen. Ist das spießig?

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Jeder Ort am Meer ist für mich magisch.

Was würdest du ändern wenn du die Macht dazu hättest? Dazu reichen die 2 Minuten nicht. Aber auf jeden Fall, dass wir alle mehr miteinander als gegeneinander agieren. Das würde schon vieles verbessern.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Nudeln mit der weltbesten Tomatensauce! Und im Sommer: Alles, was der Garten so hergibt.

Was sollte niemand von dir wissen? Das weiß ich auch nicht.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Kaffee oder Tee?

Das letzte Wort: Muss ich nicht haben.

FOTO: Catharina Marchio

Antonia Schulemann

Antonia Schulemann hat Erzählen zu ihrem Beruf gemacht. Die Gründerin vom Große Hamburger Medienhaus Berlin weiß, wie eine gute Story geschrieben wird, wie sie auf dem Markt platziert werden kann und was sie letztlich lesenswert macht. Im Moment freut sich die Tiny-Start-upperin auf die Produktion eines neuen Romans und Sachbuchs. In unserem 2-Minuten-Interview erzählt sie von ihrer ersten selbstverfassten Publikation, die sie schon mit zwölf Jahren auf dem Pausenhof vertrieb und wer ihre Jugendzimmer-Wand geschmückt hat.

Name: Antonia Schulemann
Alter: 40
Wohnort: Berlin und auf’m Dorf mitten in der Mecklenburgischen Seenplatte.
Beruf: Verlegerin
Schuhgröße: 38
Lieblingswort: Bewegen.
Kontakt: Instagram & LinkedIn

Beschreibe das Große Hamburger Medienhaus Berlin in zwei Sätzen: Wir entwickeln und publizieren Bücher und Publikationen für Persönlichkeiten und Institutionen und platzieren sie erfolgreich im Handel. Darüber hinaus verkaufen wir in unserer Verlagsbuchhandlung in Berlin-Mitte wertvolle Sammlerwerke und einzigartige Vintage Books.

Was treibt dich an? Entscheiden, umsetzen, aus Rückschlägen lernen.

Beschreibe deinen Führungsstil: Im Team geht alles.

Was war dein allererster Job? Aushilfe im ersten Coffee Shop Deutschlands. Damals musste ich den Kunden/innen noch erklären, warum sie ihren Kaffee auch mitnehmen dürfen.

Dein Soundtrack für den Sommer? Cécile McLorin Salvant. Jazz.

Wie bist du aufgewachsen? In Hamburg und an der Ostsee. Mein Elternhaus: leicht exzentrisch, nie langweilig.

Berlin oder Hamburg? Das Beste beider Städte.

Wer war die spannendste Persönlichkeit, die du bisher getroffen hast? Lorin Maazel. Vor einem seiner letzten Konzerte in Tokios Suntory Hall.

Was war das beste Essen, das du je gegessen hast? Meeresfrüchte in Deauville, Normandie.

Wessen BRAVO Poster hattest du an der Wand? Keines. Aber bei mir hing schon im Kinderzimmer eine gerahmte Marilyn Monroe. Die war mir heilig.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die möchte ich gar nicht. Machtausübung ist nicht der Weg.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Frisch gefangenen Barsch und einen Salat mit Walnüssen aus dem Garten.

Was sollte niemand von dir wissen? Meine erste selbstverfasste Publikation, ein Heftchen übers Reiten, habe ich „schwarz“ verkauft – für 2,50 DM an meiner Schule. Die Direktorin hat dann die 2. Auflage gestoppt, weil ich „keine Verkaufslizenzen“ hatte. Da war ich zwölf.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Welches Buch hat dein Leben verändert?

Das letzte Wort: Hab‘ ich diesmal nicht. ;-)

FOTO: GH Medienhaus Berlin GmbH

Oliver Barth

Flucht ist vielfältig und niemals einfach zu greifen: Gewalt, Verfolgung, Armut und Folgen des Klimawandels zwingen Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Derzeit bringen sich weltweit rund 80 Millionen Menschen in Sicherheit. Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sprechen wir im 2-Minuten-Interview mit Oliver Barth, der für Ärzte ohne Grenzen von Menschen berichtet, die nicht wissen was morgen kommt. Vor wenigen Wochen war er in Lwiw, verbrachte nach einem Luftalarm die Nacht im Keller und erlebte das schwerelose Gedankenkreisen hautnah mit. In unserem 2-Minuten-Interview berichtet er, wie irre wichtig eine neutrale Berichterstattung und das Verständnis füreinander sind.
Eine seriöse Spendenmöglichkeit, die wir euch ans Herz legen können: aerzte-ohne-grenzen.de

Name: Oliver Barth
Alter: 42
Wohnort: Berlin
Beruf: Redakteur bei Ärzte ohne Grenzen
Schuhgröße: 44
Lieblingsfilmzitat: „A long time ago in a galaxy far, far away…“ oder „May the force be with you!“
Kontakt: Oliver.Barth@Berlin.msf.org

Wie geht es dir? Mir geht es ziemlich gut. Ich mache mir aber auch selten Gedanken über unwichtige Dinge und versuche meine Umwelt so zu prägen, dass sie mir gefällt. Das erspart mit viel Kummer.

Beschreibe deinen Job in zwei Sätzen: Ich darf mit Menschen überall auf der Welt reden, sie fragen, wie es ihnen geht, was sie bewegt. Später darf ich dann wiederum anderen Menschen davon erzählen.

Beschreibe deine Arbeit vor Ort in der Ukraine in zwei Sätzen: Mein Kameramann und ich haben über einige unserer Projekte in der Ukraine und in angrenzenden Nachbarländern berichtet. Solche Eindrücke von vor Ort sind sehr wichtig für eine Organisation, die unabhängig und neutral arbeitet.

Was können wir (jede*r einzelne) aktuell für die Ukraine tun? Ich verstehe die Intention hinter der Frage sehr gut, darf ich sie dennoch erweitern? Die Frage müsste eigentlich lauten: Was können wir für alle Menschen in Not weltweit tun? Antwort: Spendet Geld an seriöse Organisationen. Sie wissen, was zu tun ist und haben unschätzbare Erfahrungen in Krisen und Kriegen.

Was treibt dich an? Als Kind hat mir meine Mum auf meinem Globus oft gezeigt, wo Kindern besonders wenig zu essen haben und wie schlecht es ihnen dort geht. Schon damals war mir klar, dass es für mich nur einen Weg geben kann, nämlich zu helfen. Heute darf ich dies tun, mit meinem Können und meinem Wissen. Es ist der beste Job der Welt.

Woraus schöpfst du Energie? Musik und Liebe, aber auch Trauer und Wut. Dazu noch Sport, Sonne, Essen. Und ganz besonders entwickle ich Energie zusammen mit kreativen respektvollen Menschen.

Wofür bist du dankbar? Es klingt so banal und abgegriffen, wenn ich das sage: Aber dankbar bin ich für meine Gesundheit. Das ist die Basis für alles. Ohne sie ist alles nichts.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? Du, Oliver: Irgendwann kommt etwas auf, das nennt sich Amazon. Stecke all dein Geld in diese Aktien. Nein, im Ernst: Oliver, bleib bitte locker, alles wird gut. Du musst nicht jeden Quatsch mitmachen, klappt eh nicht.

Was kommt als nächstes? Siehe Frage oben zu Auslandsaufenthalt.

Was wäre eine Sache, die du uns beibringen könntest? Wir wäre es mit einem Kartentrick? Ich kann einen echt guten, der würde euch verblüffen. Der ist unglaublich gut. Schade, dass ich ihn hier nicht zeigen kann.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich denke, ich würde für gerechtere Bildungschancen sorgen: Es darf nicht sein, dass über deine eigene Zukunft so sehr Dinge entscheiden, für die du nicht kannst. Und wenn ich dann noch dürfte, würde ich Menschen unterschiedlicher Realitäten in Kontakt bringen. Oft fehlt es uns an Verständnis für die Würde des anderen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wir müssten wohl etwas bestellen und ich lade euch ein. Vielleicht libanesisches Essen? Ich habe leider keine Küche und bevor ihr fragt: Ich habe sie noch nie vermisst.

Was sollte niemand von dir wissen? Eigentlich gibt es nichts, was ich ausschließlich für mich behalten muss: Jeder Mensch hat irgendwelche Macken und extrem peinliche Dinge zu erzählen oder? Erst neulich, im Supermarkt an der Kasse. Das war mir so unangenehm… obwohl, vielleicht doch nicht hier vor so vielen Leuten.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wenn jemand so sehr seine Arbeit mag und fast alles dafür gibt: Wie lange machst du diesen Job noch?

Das letzte Wort: GIVE PEACE A CHANCE

FOTO: privat

Dominik Bloh

Dominik Bloh könnte uns ohne mit der Wimper zu zucken einen Vortrag über Social Entrepreneurship halten – oder einen über sein Leben auf der Straße. Bevor er Mitgründer von GoBanyo wurde, einer gemeinnützigen Initiative für Obdachlose, verbrachte er selbst etwa zehn Jahre ohne feste Unterkunft. Mit einem mobilen Duschbus und einem stationären Duschdorf möchte der 33-Jährige den vielen Menschen auf der Straße ein Stück Würde zurückgeben. Gerade schreibt der Hamburger Aktivist an seinem zweiten Buch und ist obendrein Papa geworden. Wir gratulieren und kleben weiterhin an deinen Lippen, Dominik!

Name: Dominik Bloh
Alter: 33
Wohnort: Hamburg
Beruf: Berufung
Schuhgröße: 45
Lieblingsfilmzitat: „Alles was du besitzt, besitzt irgendwann dich.“ (Fight Club) Die Message: Sich frei machen von Dingen, die belasten.
Kontakt: instagram.com/dominikbloh

Beschreibe GoBanyo in einem Satz: Der Duschbus für Menschen, die auf der Straße leben müssen.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus? Ich habe keine normalen Arbeitstage. Die Dankbarkeit, der ich aber stets begegne, sei es nach Lesungen für Denkanstöße oder beim Duschbus, nach einem Badezimmerdurchgang, gibt mir immer am Ende ein großes Gefühl der Demut.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Viele Rapper, wie Jay-Z oder Samy Deluxe, die mir gezeigt haben, dass es möglich ist, sowohl künstlerisch als auch unternehmerisch tätig sein zu können. Der Satz „von brotloser Kunst leben“ müsste auserwählt werden. Künstler*innen brauchen mehr Rechte für ihr geistiges Eigentum.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Ich könnte sicher von der Straße erzählen und darüber aufklären, wie es ist, obdachlos zu sein, genauso aber kann ich eine Keynote halten zum Thema Social Entrepreneurship, wofür es erst einmal überhaupt ein cooles Wort bräuchte.

Wer oder was inspiriert dich? Mein Umfeld. Meine Umwelt. Kultur.

Dein wichtigster Charakterzug? Authentizität.

Bei welchem kulturellen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen? Ich hätte gerne Hermann Hesse begleitet während er Siddartha geschrieben hat.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung an Wochenenden? Lange frühstücken.

Welche Serie hast du zuletzt einen ganzen Tag lang durchgeguckt? Bojack Horseman.

Wer sitzt mit dir an deinem Traum-Stammtisch? Jay-Z, Eva Schulz, Jan Böhmermann, Frank Otto und meine beste Freundin Gülay.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die Frage darf man mir nicht stellen, ich hab eine viel zu lange Liste. Wasser, Wohnen und Waschen würden zu Grund- und Menschenrechten werden.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Eine gute vegane Bolognese.

Was sollte niemand von dir wissen? Verrate ich nicht ;)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Ihr habt tolle Fragen gestellt. Danke.

Das letzte Wort: Alles Gute kommt zu denen, die echt bleiben.

FOTO: Julia Schwendner

Nadja Massmann

Nadja Massmann beschreibt sich durch und durch als Landei. Dennoch weiß sie ganz genau, wonach sich Berliner*innen sehnen, wenn das Thermometer die Zweistelligkeit knackt: Eiscreme. In der Graefestraße vereint die Gründerin der LECKO’MIO Gelateria ihre Leidenschaft für Design, Fotografie und eiskalten Schleckgenuss. Von Nadja möchten wir uns eine große Kugel Mut und Selbstvertrauen ablöffeln. Wie sie die Herausforderungen der Selbstständigkeit meistert und was ihre Oma und Pippi Langstrumpf verbindet, lest ihr im 2 Minuten-Interview. (Psssst! Bald soll ein zweiter Shop die Hauptstadt mit [dem besten] Spaghetti-Eis versorgen. Bewerben könnt ihr euch hier: mail@leckomio-gelateria.de.)

Name: Nadja Massmann
Alter: 33
Wohnort: Berlin
Beruf: Gründerin von LECKO’MIO, Mitinhaberin Eismanufaktur Gelato Classico, Grafikdesignerin & Fotografin
Schuhgröße: 40
Lieblingsfarbe: Pistaziengrün
Kontakt: mail@leckomio-gelateria.de

Was ist das Beste an deinem Beruf? Niemand kommt schlecht gelaunt in eine Eisdiele. Ich schätze das direkte Feedback von den Gästen. Und natürlich jeden Tag das leckerste Eis vor der Nase / auf der Zunge.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Mein Vater: Ohne Risiko zu leben ist vielleicht bequemer, aber auch langweilig. Und Selbstständigkeit ist die Kunst Probleme als Herausforderung anzunehmen. Das ist es, was Spaß macht. Und das tut es! :)

Was schätzt du an dir am meisten? Meinen Mut. Und dass ich den Kopf nicht so schnell in den Sand stecke. Auch wenn man vor einem Berg Arbeit beziehungsweise vor Problemen und Herausforderungen steht. Und ich sehe immer zuerst das Gute in jedem von uns.

Für welche Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten? Für einen tollen und engen Freundeskreis, für die Möglichkeit, ganz viel von der Welt zu sehen, für die Chance, mein eigenes Eiscafé auf die Beine zu stellen. Dafür, dass ich sehr früh gelernt hab selbstständig und unabhängig zu sein, und dafür, dass ich eigentlich durch und durch ein Landei bin, denn dort bin ich groß geworden. Das schätze ich und vermisse die Landluft.

Welches war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat? Puuuuh, nächste Frage! Haha! Ich fühl mich sehr geschmeichelt, wenn meine Gäste begeistert sind von meinem Konzept und sie die Liebe zum Detail erkennen. Das macht mich stolz und die Arbeit hat sich gelohnt. :)

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? Du kannst nicht allen alles recht machen. Hab mehr Selbstvertrauen und mehr Selbstliebe!

Berlin ist…
… ein Ort der einen SEIN lässt.
… aufregend und ein bisschen dirty ;)

Wer war der*die Held*in deiner Kindheit und wer ist es heute? Früher: Meine Oma, Astrid Lindgren und Pippi Langstrumpf. Heute: Alle großartige Frauen, die sich für ihre Rechte einsetzen, auf die Straße gehen, für Gleichberechtigung gesorgt und die Welt verändert haben. Ohne Frauen wäre die Welt nicht dort, wo sie heute ist. :)

Was machst du an einem freien Tag? Landflucht – ab in die Natur! Vino in der Sonne am Kanal trinken. Und kochen.

Was ist dein verstecktes Talent? Es ist anscheinend noch versteckt. ;)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt! Klimawandel stoppen, Regenwälder wieder aufforsten, Microplastik aus den Meeren saugen. Die Liste ist lang.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Die beste Bolognese.

Was sollte niemand von dir wissen? Das sollte besser niemand wissen. ;)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Das waren top Fragen.

Das letzte Wort: Stop Wars!

FOTO: Dina Schweiger

Melody Hansen

Melody wollen wir euch nicht nur vorstellen, weil wir so verliebt in ihren Namen sind und sie die beste Freundin unserer Kollegin Micky ist, sondern weil sie so wunderbar schlau über die Zukunft des Journalismus nachdenkt. Das macht sie ganz praktisch in Luxemburg als Chefredakteurin beim Online-Magazin Lëtzebuerger Journal. Wie sie vorgeht um Fake News und Clickbaiting die Stirn zu bieten und was sie anders macht als andere, das verrät uns Melody im Interview. Außerdem gibt’s einen Crashkurs in lëtzebuergesch, abee jo!

Name: Melody Hansen
Alter: 29
Wohnort: Luxemburg
Beruf: Journalistin und Chefredakteurin beim Lëtzebuerger Journal
Schuhgröße: 39
Lieblingswort auf luxemburgisch: gehäit (lod.lu/GEHAIT)
Kontakt: Bei LinkedIn oder an melody.hansen@journal.lu

Warum können Thomas und Michael die Welt nicht alleine retten? Ich meine, schaut euch die Nachrichten an…

Was kann Luxemburg was Berlin nicht kann? Eine Netflix-Serie produzieren, in der die Schauspieler*innen in derselben Folge mindestens Luxemburgisch, Deutsch, Französisch und Englisch sprechen. (Ich rede natürlich von Capitani.)

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn ich das Gefühl habe, Menschen Lebensrealitäten näher gebracht zu haben, mit denen sie sonst vielleicht nie in Kontakt gekommen wären. Kontextualisierung, gegenseitiges Verständnis und Empathie können starke Instrumente gegen Hass sein.

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? Feiern geht nur noch, wenn darauf zwei freie Tage folgen…

Was kommt als nächstes? Hoffentlich bald der Frühling.

Wer sitzt mit dir an deinem Traum-Stammtisch? Alexandra Stanić, Ricardo Simonetti, Alice Hasters, Kathrin Weßling, Teddy Teclebrhan, Sophie Passmann und Philip Crowther.

Was würdest du gerne lernen, wenn weder Zeit noch Geld eine Rolle spielen würde? Alle Sprachen der Welt.

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten: Die Bücherdiebin von Markus Zusak

Die ganze Welt hört dir zu. Was sagst du? Redet miteinander, hört einander zu, versucht einander zu verstehen. Gute Kommunikation ist unglaublich wertvoll.

Wer war der*die Held*in deiner Kindheit und wer ist es heute? Meine Mama.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Den Krieg beenden, den Klimawandel stoppen, die Pandemie endgültig stoppen, Rassismus abschaffen, die Krise in Afghanistan lösen, den Streit zwischen Israeli und Palästinenser*innen begraben… Die Liste ist endlos. Vielleicht würde gegenseitiges Verständnis und Empathie für jede*n das mit sich bringen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Margaritas.

Was sollte niemand von dir wissen? Nicht jeder muss wissen, wie verrückt ich nach meinem Hund bin. Manchmal schnuppere ich an seinen Pfoten… die riechen nach Maischips.

Welche Fragen hätten wir dir stellen sollen? Hätte, hätte, Fahrradkette.

Das letzte Wort: Abee jo! (lod.lu/ABEE)

FOTO: Lex Kleren