Dörte Kelm

Dörte Kelm mag es, Dinge in Stoff einzupacken. Die Produktdesignerin aus dem Norden hat es mit „Fien‘ Tüch” (plattdüütsch für „Feines Zeugs”) zumindest verpackungsmäßig in den fernen Osten verschlagen. Nach japanischer Tradition und aus feinsten Materialien gestaltet sie Furoshiki-Tücher zum Selbstbehalten, Weiterschenken und Immer-Wiederverwenden. Gerade bereitet die Textil-Enthusiastin eine neue Kollektion vor und lässt sich dabei ganz vielleicht vom eigenen Garten inspirieren – senfgelb geht aber auch immer!

Name: Dörte Kelm
Alter: 49
Wohnort: Bardowick bei Lüneburg
Beruf: Produktdesignerin
Schuhgröße: 40
Lieblingsfarbe: Maigrün und Senfgelb
Kontakt: Instagram, Web & Mail

Beschreibe Fien‘ Tüch in einem Satz: Fien‘ Tüch steht für nachhaltig entwickelte Furoshiki Tücher aus feinsten Zutaten und verbindet japanische Tradition mit regionalen und sozialen Werten.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Mein Bruder. Er hat mich darin bestärkt: Einfach machen. Es könnte ja gut werden. Bis jetzt hat er Recht behalten.

Wie motivierst du dich? Ich versuche mich immer mal wieder mit etwas Anderem zu beschäftigen. Das kann Fahrradfahren sein, etwas Lesen, im Garten Buddeln, Spazierengehen… Das bringt mich oft auch auf neue Ideen. Und wenn ich wertschätzendes Feedback zu meiner Arbeit bekomme, ist das jedes Mal sehr beflügelnd.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast? Ich darf Fehler machen.

Welchen Wochentag magst du am liebsten und warum? Jeder Tag ist ein guter Tag. Manchmal weiß ich nicht mal, welcher Wochentag ist…

Wer kennt dich wirklich? Ich lerne mich täglich selbst neu kennen.

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der? Ich glaube, der wäre von Sophie Hunger.

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten: Nino Haratischwili, „Das achte Leben (Für Brilka)“. Mich hat es gefesselt.

In welcher Beziehung bist du eine Spießerin? Ich brauche Struktur und Ordnung. In meinem Kopf und in meinem Umfeld. Das beruhigt meine Augen. Ist das spießig?

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! Jeder Ort am Meer ist für mich magisch.

Was würdest du ändern wenn du die Macht dazu hättest? Dazu reichen die 2 Minuten nicht. Aber auf jeden Fall, dass wir alle mehr miteinander als gegeneinander agieren. Das würde schon vieles verbessern.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Nudeln mit der weltbesten Tomatensauce! Und im Sommer: Alles, was der Garten so hergibt.

Was sollte niemand von dir wissen? Das weiß ich auch nicht.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Kaffee oder Tee?

Das letzte Wort: Muss ich nicht haben.

FOTO: Catharina Marchio

Antonia Schulemann

Antonia Schulemann hat Erzählen zu ihrem Beruf gemacht. Die Gründerin vom Große Hamburger Medienhaus Berlin weiß, wie eine gute Story geschrieben wird, wie sie auf dem Markt platziert werden kann und was sie letztlich lesenswert macht. Im Moment freut sich die Tiny-Start-upperin auf die Produktion eines neuen Romans und Sachbuchs. In unserem 2-Minuten-Interview erzählt sie von ihrer ersten selbstverfassten Publikation, die sie schon mit zwölf Jahren auf dem Pausenhof vertrieb und wer ihre Jugendzimmer-Wand geschmückt hat.

Name: Antonia Schulemann
Alter: 40
Wohnort: Berlin und auf’m Dorf mitten in der Mecklenburgischen Seenplatte.
Beruf: Verlegerin
Schuhgröße: 38
Lieblingswort: Bewegen.
Kontakt: Instagram & LinkedIn

Beschreibe das Große Hamburger Medienhaus Berlin in zwei Sätzen: Wir entwickeln und publizieren Bücher und Publikationen für Persönlichkeiten und Institutionen und platzieren sie erfolgreich im Handel. Darüber hinaus verkaufen wir in unserer Verlagsbuchhandlung in Berlin-Mitte wertvolle Sammlerwerke und einzigartige Vintage Books.

Was treibt dich an? Entscheiden, umsetzen, aus Rückschlägen lernen.

Beschreibe deinen Führungsstil: Im Team geht alles.

Was war dein allererster Job? Aushilfe im ersten Coffee Shop Deutschlands. Damals musste ich den Kunden/innen noch erklären, warum sie ihren Kaffee auch mitnehmen dürfen.

Dein Soundtrack für den Sommer? Cécile McLorin Salvant. Jazz.

Wie bist du aufgewachsen? In Hamburg und an der Ostsee. Mein Elternhaus: leicht exzentrisch, nie langweilig.

Berlin oder Hamburg? Das Beste beider Städte.

Wer war die spannendste Persönlichkeit, die du bisher getroffen hast? Lorin Maazel. Vor einem seiner letzten Konzerte in Tokios Suntory Hall.

Was war das beste Essen, das du je gegessen hast? Meeresfrüchte in Deauville, Normandie.

Wessen BRAVO Poster hattest du an der Wand? Keines. Aber bei mir hing schon im Kinderzimmer eine gerahmte Marilyn Monroe. Die war mir heilig.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die möchte ich gar nicht. Machtausübung ist nicht der Weg.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Frisch gefangenen Barsch und einen Salat mit Walnüssen aus dem Garten.

Was sollte niemand von dir wissen? Meine erste selbstverfasste Publikation, ein Heftchen übers Reiten, habe ich „schwarz“ verkauft – für 2,50 DM an meiner Schule. Die Direktorin hat dann die 2. Auflage gestoppt, weil ich „keine Verkaufslizenzen“ hatte. Da war ich zwölf.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Welches Buch hat dein Leben verändert?

Das letzte Wort: Hab‘ ich diesmal nicht. ;-)

FOTO: GH Medienhaus Berlin GmbH

Oliver Barth

Flucht ist vielfältig und niemals einfach zu greifen: Gewalt, Verfolgung, Armut und Folgen des Klimawandels zwingen Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Derzeit bringen sich weltweit rund 80 Millionen Menschen in Sicherheit. Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sprechen wir im 2-Minuten-Interview mit Oliver Barth, der für Ärzte ohne Grenzen von Menschen berichtet, die nicht wissen was morgen kommt. Vor wenigen Wochen war er in Lwiw, verbrachte nach einem Luftalarm die Nacht im Keller und erlebte das schwerelose Gedankenkreisen hautnah mit. In unserem 2-Minuten-Interview berichtet er, wie irre wichtig eine neutrale Berichterstattung und das Verständnis füreinander sind.
Eine seriöse Spendenmöglichkeit, die wir euch ans Herz legen können: aerzte-ohne-grenzen.de

Name: Oliver Barth
Alter: 42
Wohnort: Berlin
Beruf: Redakteur bei Ärzte ohne Grenzen
Schuhgröße: 44
Lieblingsfilmzitat: „A long time ago in a galaxy far, far away…“ oder „May the force be with you!“
Kontakt: Oliver.Barth@Berlin.msf.org

Wie geht es dir? Mir geht es ziemlich gut. Ich mache mir aber auch selten Gedanken über unwichtige Dinge und versuche meine Umwelt so zu prägen, dass sie mir gefällt. Das erspart mit viel Kummer.

Beschreibe deinen Job in zwei Sätzen: Ich darf mit Menschen überall auf der Welt reden, sie fragen, wie es ihnen geht, was sie bewegt. Später darf ich dann wiederum anderen Menschen davon erzählen.

Beschreibe deine Arbeit vor Ort in der Ukraine in zwei Sätzen: Mein Kameramann und ich haben über einige unserer Projekte in der Ukraine und in angrenzenden Nachbarländern berichtet. Solche Eindrücke von vor Ort sind sehr wichtig für eine Organisation, die unabhängig und neutral arbeitet.

Was können wir (jede*r einzelne) aktuell für die Ukraine tun? Ich verstehe die Intention hinter der Frage sehr gut, darf ich sie dennoch erweitern? Die Frage müsste eigentlich lauten: Was können wir für alle Menschen in Not weltweit tun? Antwort: Spendet Geld an seriöse Organisationen. Sie wissen, was zu tun ist und haben unschätzbare Erfahrungen in Krisen und Kriegen.

Was treibt dich an? Als Kind hat mir meine Mum auf meinem Globus oft gezeigt, wo Kindern besonders wenig zu essen haben und wie schlecht es ihnen dort geht. Schon damals war mir klar, dass es für mich nur einen Weg geben kann, nämlich zu helfen. Heute darf ich dies tun, mit meinem Können und meinem Wissen. Es ist der beste Job der Welt.

Woraus schöpfst du Energie? Musik und Liebe, aber auch Trauer und Wut. Dazu noch Sport, Sonne, Essen. Und ganz besonders entwickle ich Energie zusammen mit kreativen respektvollen Menschen.

Wofür bist du dankbar? Es klingt so banal und abgegriffen, wenn ich das sage: Aber dankbar bin ich für meine Gesundheit. Das ist die Basis für alles. Ohne sie ist alles nichts.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? Du, Oliver: Irgendwann kommt etwas auf, das nennt sich Amazon. Stecke all dein Geld in diese Aktien. Nein, im Ernst: Oliver, bleib bitte locker, alles wird gut. Du musst nicht jeden Quatsch mitmachen, klappt eh nicht.

Was kommt als nächstes? Siehe Frage oben zu Auslandsaufenthalt.

Was wäre eine Sache, die du uns beibringen könntest? Wir wäre es mit einem Kartentrick? Ich kann einen echt guten, der würde euch verblüffen. Der ist unglaublich gut. Schade, dass ich ihn hier nicht zeigen kann.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich denke, ich würde für gerechtere Bildungschancen sorgen: Es darf nicht sein, dass über deine eigene Zukunft so sehr Dinge entscheiden, für die du nicht kannst. Und wenn ich dann noch dürfte, würde ich Menschen unterschiedlicher Realitäten in Kontakt bringen. Oft fehlt es uns an Verständnis für die Würde des anderen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wir müssten wohl etwas bestellen und ich lade euch ein. Vielleicht libanesisches Essen? Ich habe leider keine Küche und bevor ihr fragt: Ich habe sie noch nie vermisst.

Was sollte niemand von dir wissen? Eigentlich gibt es nichts, was ich ausschließlich für mich behalten muss: Jeder Mensch hat irgendwelche Macken und extrem peinliche Dinge zu erzählen oder? Erst neulich, im Supermarkt an der Kasse. Das war mir so unangenehm… obwohl, vielleicht doch nicht hier vor so vielen Leuten.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wenn jemand so sehr seine Arbeit mag und fast alles dafür gibt: Wie lange machst du diesen Job noch?

Das letzte Wort: GIVE PEACE A CHANCE

FOTO: privat

Dominik Bloh

Dominik Bloh könnte uns ohne mit der Wimper zu zucken einen Vortrag über Social Entrepreneurship halten – oder einen über sein Leben auf der Straße. Bevor er Mitgründer von GoBanyo wurde, einer gemeinnützigen Initiative für Obdachlose, verbrachte er selbst etwa zehn Jahre ohne feste Unterkunft. Mit einem mobilen Duschbus und einem stationären Duschdorf möchte der 33-Jährige den vielen Menschen auf der Straße ein Stück Würde zurückgeben. Gerade schreibt der Hamburger Aktivist an seinem zweiten Buch und ist obendrein Papa geworden. Wir gratulieren und kleben weiterhin an deinen Lippen, Dominik!

Name: Dominik Bloh
Alter: 33
Wohnort: Hamburg
Beruf: Berufung
Schuhgröße: 45
Lieblingsfilmzitat: „Alles was du besitzt, besitzt irgendwann dich.“ (Fight Club) Die Message: Sich frei machen von Dingen, die belasten.
Kontakt: instagram.com/dominikbloh

Beschreibe GoBanyo in einem Satz: Der Duschbus für Menschen, die auf der Straße leben müssen.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus? Ich habe keine normalen Arbeitstage. Die Dankbarkeit, der ich aber stets begegne, sei es nach Lesungen für Denkanstöße oder beim Duschbus, nach einem Badezimmerdurchgang, gibt mir immer am Ende ein großes Gefühl der Demut.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Viele Rapper, wie Jay-Z oder Samy Deluxe, die mir gezeigt haben, dass es möglich ist, sowohl künstlerisch als auch unternehmerisch tätig sein zu können. Der Satz „von brotloser Kunst leben“ müsste auserwählt werden. Künstler*innen brauchen mehr Rechte für ihr geistiges Eigentum.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Ich könnte sicher von der Straße erzählen und darüber aufklären, wie es ist, obdachlos zu sein, genauso aber kann ich eine Keynote halten zum Thema Social Entrepreneurship, wofür es erst einmal überhaupt ein cooles Wort bräuchte.

Wer oder was inspiriert dich? Mein Umfeld. Meine Umwelt. Kultur.

Dein wichtigster Charakterzug? Authentizität.

Bei welchem kulturellen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen? Ich hätte gerne Hermann Hesse begleitet während er Siddartha geschrieben hat.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung an Wochenenden? Lange frühstücken.

Welche Serie hast du zuletzt einen ganzen Tag lang durchgeguckt? Bojack Horseman.

Wer sitzt mit dir an deinem Traum-Stammtisch? Jay-Z, Eva Schulz, Jan Böhmermann, Frank Otto und meine beste Freundin Gülay.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die Frage darf man mir nicht stellen, ich hab eine viel zu lange Liste. Wasser, Wohnen und Waschen würden zu Grund- und Menschenrechten werden.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Eine gute vegane Bolognese.

Was sollte niemand von dir wissen? Verrate ich nicht ;)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Ihr habt tolle Fragen gestellt. Danke.

Das letzte Wort: Alles Gute kommt zu denen, die echt bleiben.

FOTO: Julia Schwendner

Nadja Massmann

Nadja Massmann beschreibt sich durch und durch als Landei. Dennoch weiß sie ganz genau, wonach sich Berliner*innen sehnen, wenn das Thermometer die Zweistelligkeit knackt: Eiscreme. In der Graefestraße vereint die Gründerin der LECKO’MIO Gelateria ihre Leidenschaft für Design, Fotografie und eiskalten Schleckgenuss. Von Nadja möchten wir uns eine große Kugel Mut und Selbstvertrauen ablöffeln. Wie sie die Herausforderungen der Selbstständigkeit meistert und was ihre Oma und Pippi Langstrumpf verbindet, lest ihr im 2 Minuten-Interview. (Psssst! Bald soll ein zweiter Shop die Hauptstadt mit [dem besten] Spaghetti-Eis versorgen. Bewerben könnt ihr euch hier: mail@leckomio-gelateria.de.)

Name: Nadja Massmann
Alter: 33
Wohnort: Berlin
Beruf: Gründerin von LECKO’MIO, Mitinhaberin Eismanufaktur Gelato Classico, Grafikdesignerin & Fotografin
Schuhgröße: 40
Lieblingsfarbe: Pistaziengrün
Kontakt: mail@leckomio-gelateria.de

Was ist das Beste an deinem Beruf? Niemand kommt schlecht gelaunt in eine Eisdiele. Ich schätze das direkte Feedback von den Gästen. Und natürlich jeden Tag das leckerste Eis vor der Nase / auf der Zunge.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Mein Vater: Ohne Risiko zu leben ist vielleicht bequemer, aber auch langweilig. Und Selbstständigkeit ist die Kunst Probleme als Herausforderung anzunehmen. Das ist es, was Spaß macht. Und das tut es! :)

Was schätzt du an dir am meisten? Meinen Mut. Und dass ich den Kopf nicht so schnell in den Sand stecke. Auch wenn man vor einem Berg Arbeit beziehungsweise vor Problemen und Herausforderungen steht. Und ich sehe immer zuerst das Gute in jedem von uns.

Für welche Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten? Für einen tollen und engen Freundeskreis, für die Möglichkeit, ganz viel von der Welt zu sehen, für die Chance, mein eigenes Eiscafé auf die Beine zu stellen. Dafür, dass ich sehr früh gelernt hab selbstständig und unabhängig zu sein, und dafür, dass ich eigentlich durch und durch ein Landei bin, denn dort bin ich groß geworden. Das schätze ich und vermisse die Landluft.

Welches war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat? Puuuuh, nächste Frage! Haha! Ich fühl mich sehr geschmeichelt, wenn meine Gäste begeistert sind von meinem Konzept und sie die Liebe zum Detail erkennen. Das macht mich stolz und die Arbeit hat sich gelohnt. :)

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? Du kannst nicht allen alles recht machen. Hab mehr Selbstvertrauen und mehr Selbstliebe!

Berlin ist…
… ein Ort der einen SEIN lässt.
… aufregend und ein bisschen dirty ;)

Wer war der*die Held*in deiner Kindheit und wer ist es heute? Früher: Meine Oma, Astrid Lindgren und Pippi Langstrumpf. Heute: Alle großartige Frauen, die sich für ihre Rechte einsetzen, auf die Straße gehen, für Gleichberechtigung gesorgt und die Welt verändert haben. Ohne Frauen wäre die Welt nicht dort, wo sie heute ist. :)

Was machst du an einem freien Tag? Landflucht – ab in die Natur! Vino in der Sonne am Kanal trinken. Und kochen.

Was ist dein verstecktes Talent? Es ist anscheinend noch versteckt. ;)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt! Klimawandel stoppen, Regenwälder wieder aufforsten, Microplastik aus den Meeren saugen. Die Liste ist lang.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Die beste Bolognese.

Was sollte niemand von dir wissen? Das sollte besser niemand wissen. ;)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Das waren top Fragen.

Das letzte Wort: Stop Wars!

FOTO: Dina Schweiger

Melody Hansen

Melody wollen wir euch nicht nur vorstellen, weil wir so verliebt in ihren Namen sind und sie die beste Freundin unserer Kollegin Micky ist, sondern weil sie so wunderbar schlau über die Zukunft des Journalismus nachdenkt. Das macht sie ganz praktisch in Luxemburg als Chefredakteurin beim Online-Magazin Lëtzebuerger Journal. Wie sie vorgeht um Fake News und Clickbaiting die Stirn zu bieten und was sie anders macht als andere, das verrät uns Melody im Interview. Außerdem gibt’s einen Crashkurs in lëtzebuergesch, abee jo!

Name: Melody Hansen
Alter: 29
Wohnort: Luxemburg
Beruf: Journalistin und Chefredakteurin beim Lëtzebuerger Journal
Schuhgröße: 39
Lieblingswort auf luxemburgisch: gehäit (lod.lu/GEHAIT)
Kontakt: Bei LinkedIn oder an melody.hansen@journal.lu

Warum können Thomas und Michael die Welt nicht alleine retten? Ich meine, schaut euch die Nachrichten an…

Was kann Luxemburg was Berlin nicht kann? Eine Netflix-Serie produzieren, in der die Schauspieler*innen in derselben Folge mindestens Luxemburgisch, Deutsch, Französisch und Englisch sprechen. (Ich rede natürlich von Capitani.)

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn ich das Gefühl habe, Menschen Lebensrealitäten näher gebracht zu haben, mit denen sie sonst vielleicht nie in Kontakt gekommen wären. Kontextualisierung, gegenseitiges Verständnis und Empathie können starke Instrumente gegen Hass sein.

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? Feiern geht nur noch, wenn darauf zwei freie Tage folgen…

Was kommt als nächstes? Hoffentlich bald der Frühling.

Wer sitzt mit dir an deinem Traum-Stammtisch? Alexandra Stanić, Ricardo Simonetti, Alice Hasters, Kathrin Weßling, Teddy Teclebrhan, Sophie Passmann und Philip Crowther.

Was würdest du gerne lernen, wenn weder Zeit noch Geld eine Rolle spielen würde? Alle Sprachen der Welt.

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten: Die Bücherdiebin von Markus Zusak

Die ganze Welt hört dir zu. Was sagst du? Redet miteinander, hört einander zu, versucht einander zu verstehen. Gute Kommunikation ist unglaublich wertvoll.

Wer war der*die Held*in deiner Kindheit und wer ist es heute? Meine Mama.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Den Krieg beenden, den Klimawandel stoppen, die Pandemie endgültig stoppen, Rassismus abschaffen, die Krise in Afghanistan lösen, den Streit zwischen Israeli und Palästinenser*innen begraben… Die Liste ist endlos. Vielleicht würde gegenseitiges Verständnis und Empathie für jede*n das mit sich bringen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Margaritas.

Was sollte niemand von dir wissen? Nicht jeder muss wissen, wie verrückt ich nach meinem Hund bin. Manchmal schnuppere ich an seinen Pfoten… die riechen nach Maischips.

Welche Fragen hätten wir dir stellen sollen? Hätte, hätte, Fahrradkette.

Das letzte Wort: Abee jo! (lod.lu/ABEE)

FOTO: Lex Kleren

Lena Jüngst

Lena Jüngst verpackt gute Ideen in noch besseres Design. Mit bereits 27 Jahren gründete die Produktdesignerin aus München das mittlerweile sehr erfolgreiche Unternehmen air up. Die Trinkflaschen mit austauschbaren Aromakapseln trickst nicht nur unseren Geschmackssinn aus, sondern sorgt ganz nebenbei für weniger Verpackungsmüll. Wen sie drei Jahre später gerne zum Wasser-Tasting am Tisch hätte, verrät uns die sympathische Vordenkerin hier.

Name: Lena Jüngst
Alter: 29
Wohnort: München
Beruf: Chief Evangelist und Co-Founder air up
Schuhgröße: 40 (sagt das irgendetwas über mich aus?) :)
Lieblingsgeschmack: Orange-Vanilla-Swirl
Kontakt: Ihr könnt mir gerne bei LinkedIn direkt schreiben (ich werde versuchen zu antworten) oder an eine unserer Firmenadressen: pr@air-up.com (dort werden dann meine Kolleg:innen dafür sorgen, dass Du in jedem Fall eine Antwort erhältst!).

Beschreibe air up in einem Satz: Mit air up haben wir ein innovatives Trinksystem auf den Markt gebracht, das – ohne die Beigabe künstlicher Zusätze oder Zucker, sondern nur mit Duft – Wasser jede Art von Geschmack verleihen kann.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Ehrlich gesagt waren für mich immer die Personen am hilfreichsten, die mir geraten haben, aufzuhören. Das war dann nämlich immer genau der Moment, in dem ich mir dachte: „Nee, jetzt erst recht.“ :) Was mir außerdem gutgetan hat, war in einer sehr stressigen Zeit mit einem Coaching zu beginnen. Dort habe ich auch gelernt, meinen sehr eigenen Weg durch die Gründung zu finden.

Was hast du in 20 Jahren erreicht? Das ist aber ein ziemlich langer Zeitraum… In den vergangenen 20 Jahren bin ich groß geworden, habe meine Berufung gefunden, viele Partys gefeiert, bin aus München weggezogen (und wieder zurückgekommen :)), habe unglaublich viele tolle Menschen getroffen, bin über Hindernisse gestolpert, habe mich besser kennen gelernt, habe gelernt zu akzeptieren, was ich kann und was ich nicht kann, habe mit Tim eine Idee entwickelt, die größer geworden ist als gedacht, habe ein Unternehmen mitbegründet, Vor- und Nachteile dessen kennengelernt, Freiheit abgegeben und wieder gewonnen usw… :)

Die ganze Welt hört dir zu: Was sagst du? Lasst uns endlich echte Lösungen für die Zukunft auf die Beine stellen und die zur Abwechslung dann auch mal durchziehen.

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? Merke ich das? Mhm, ich glaube, ich denke mehr über das Weltgeschehen nach und verspüre auch ein verstärktes Verantwortungsgefühl. Außerdem muss ich Steuerklärungen machen, Versicherungen abschließen und diese ganzen anderen Sachen, die ich am liebsten abgeben würde. Außerdem bekomme ich mittlerweile einen Kater von zwei Bier. Ziemlich traurig. Deswegen versuche ich in anderen Bereichen weniger erwachsen zu sein. :)

Wie war deine Führerscheinprüfung? Zweimal schlecht und einmal gut. :D

Was machst du an einem freien Tag? Das Gegenprogramm zu „vor dem Laptop sitzen“ starten.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Life-centered design. Also über die Frage, wie wir heute Produkte gestalten sollten und warum diese dann auch erfolgversprechender wären.

Wer sitzt mit dir an deinem Traum-Stammtisch? Neri Oxman, Richard David Precht, Ruth Bregman, Rory Sutherland, Fynn Kliemann, David Eagleman & Alli Neumann… und meine geschätzten air uppie-Kolleg:innen natürlich. Wir würden uns über Utopien unterhalten – Neri, Fynn und wir würden darauf aufbauend verrückte Projekte starten und Alli würde anschließend einen Song darüber schreiben.

Was wirst du in Zukunft weniger machen? Hoffentlich meine Zeit in weniger Schwachsinn investieren, wie zum Beispiel in Serien etc. Außerdem versuche ich gerade mein Konsumverhalten umzustellen, was echt nicht einfach ist. Ich hoffe aber, ich schaffe es in Zukunft meinen Fußabdruck im Alltag etwas zu verkleinern.

Was würdest du ändern wenn du die Macht dazu hättest? Den Klimawandel stoppen. Dann könnte ich ohne schlechtes Gewissen meinen Hobbys wie auf Reisen Gehen & schöne Dinge Kaufen frönen. :)

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wasser mit Geschmack, einen Aperol Spritz und kalte Tapas.

Was sollte niemand von dir wissen? Das werde ich ja wohl nicht hier reinschreiben…

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Würdest du lieber gegen 20 entengroße Pferde oder 3 pferdegroße Enten kämpfen? ;)

Das letzte Wort: Think new!

FOTO: air up

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 22. Februar 2022 | Tags: , , , Keine Kommentare

Anne Albert

Anne kann Reduktion. In Sekundenschnelle bringen ihre Illustrationen den Kern einer Geschichte auf den Punkt. So simpel, so einprägsam, so smart. Und genau so fallen auch ihre Antworten in unserem Gespräch aus. Im Interview gibt’s Alltagsoptimismus pur und wer noch mehr davon braucht, dem legen wir Annes Instagram Kanal ans Herz. Hier zeigt die Potsdamerin ihre Werke: Das moderne Leben, verpackt in abstrakten Formen und leuchtenden Farben. It’s ok!

Name: Anne Albert
Alter: 36
Wohnort: Potsdam
Beruf: Illustratorin
Schuhgröße: 37,5
Lieblingsfarbe: Ich kann mich nie entscheiden, liebe Senfgelb, tiefes Blau und kräftiges Rot, ach, eigentlich fast alle Farben.
Kontakt: instagram.com/annealbert_illustration & annealbert.com

Beschreibe deinen Job in einem Satz: Ich bringe verschiedenste Themen visuell auf den Punkt und lasse meine Bilder sprechen.

Was war die beste Entscheidung deiner beruflichen Laufbahn? Weiterzumachen.

Woraus schöpfst du Energie? Aus meiner Arbeit, Familie, Freunde, Liebe, Joggen, Spazierengehen, Schlafen…

Bist du besser darin Dinge anzufangen oder zu beenden? Ich denke, ich kann beides ganz gut.

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen? Ehrlichkeit und Empathie.

Für was kann man dich nachts wecken? Nachts sollte man mich besser nicht wecken. Aber ich kann ziemlich gut zuhören.

Welcher Film macht dich immer wieder glücklich? Ich schaue Filme selten mehrmals. „Call Me by Your Name“ ist einer meiner Favoriten.

Der größte Irrtum deines Lebens? Dass man alles planen könnte und die Dinge schon auf Anhieb funktionieren werden.

Dein schlimmster Ohrwurm? Die schlimmsten Ohrwürmer verschaffen die Intros der Hörspiele meiner Kinder, wie „Conni“ und „Die drei ??? Kids“.

Wenn du ein Video haben könntest von einer Situation deiner Wahl aus deinem Leben: Welche Situation wäre das? Da fällt mir nichts ein, wahrscheinlich brauche ich so ein Video nicht.

Was würdest du ändern wenn du die Macht dazu hättest? Mehr Wertschätzung für Illustration und bessere Bedingungen für selbstständige Kreative. Und all das, was man eh ändern würde, wenn man könnte: bezahlbarer Wohnraum, Weltfrieden, den Klimawandel aufhalten, mehr Solidarität untereinander…

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wahrscheinlich würde ich ein Curry kochen.

Was sollte niemand von dir wissen?

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wofür hättest du gerne mehr Zeit?

Das letzte Wort: It’s ok.

FOTO: Ewa Priester

Bruno Alexander

Bruno Alexander gehört zu den Menschen, die schon in jungen Jahren ziemlich genau wissen, wo es für sie einmal hingeht. Mit seinen 22 Jahren war er schon in echten Knallerserien wie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ oder „Club der roten Bänder“ zu sehen, aktuell spielt er in der Amazon Prime Mockumentary „Die Discounter“ mit – und ist gemeinsam mit den Zwillingsbrüdern Oskar und Emil Belton auch für Regie und Drehbuch verantwortlich. Da überrascht es nicht, wenn er im Interview gesteht, dass Geduld wirklich nicht zu seinen Stärken gehört: „Es muss immer alles jetzt passieren.“ Ein Gespräch zwischen Cowboy Boots auf dem Kiez, den Rolling Stones und Riesenenten.

Name: Bruno Alexander
Alter: 22
Wohnort: Hamburg
Beruf: Schauspieler und Regisseur
Schuhgröße: 46 haha
Lieblingsfilmzitat: „I love inside jokes. Would love to be a part of one, some day.“ – Michael Scott, „The Office“
Kontakt: instagram.com/bruno__alexander

Wie bist du aufgewachsen? Mit Mutter, Vater, Bruder und Schwester in Eimsbüttel. Vor allem meine großen Geschwister haben mich geprägt. Ich wollte immer schon mit meinem Bruder und seinen Freunden mithalten und auch so cool sein wie die. Ich hab also mit allem, auch mit den verbotenen Sachen, relativ früh angefangen, hatte also auf jeden Fall eine sehr aufregende und rebellische Kindheit und Jugend. Daher auch der Name „Kleine Brüder“ für die Produktionsfirma, die ich vor einem Jahr mit ein paar Freunden gegründet habe (Oskar Belton, Emil Belton, Max Mattis, Leo Fuchs) – alles kleine Brüder. :)

Bei welchem kulturellen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen? Ich wäre gerne mal auf einem Rolling Stones Konzert gewesen. Allgemein mag ich den Style der 80er. Das Kostüm aus „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ wollte ich gar nicht mehr ausziehen. Einges davon trage ich auch heute noch. Aber man wird halt bisschen komisch angeguckt, wenn man in Cowboy Boots auf den Kiez geht…

Wofür hast du kein Talent? Ich bin sehr sensibel für alles Zwischenmenschliche, was um mich herum so passiert. Immer wenn mir eine interessante Situation auffällt, schreibe ich sie direkt in meinem Handy auf Notizen auf. Wenn es dann in den Schreibprozess für eine Serie geht, greife ich darauf zurück. Daraus entstehen dann die spezifischen und originellen Szenen, die relatable sind und sich echt anfühlen. Für jedes aktuelle oder in der Zukunft liegende Projekt habe ich einen eigenen Ordner, gefüllt mit tausenden von kleinen Momenten meines Lebens.
Ok, hab erst beim zweiten Mal Lesen gemerkt, dass die Frage eine andere war… Wofür ich kein Talent habe: Ich kann mich schwer gedulden. Es muss immer alles jetzt passieren.

Das größte Problem deiner Generation? Instagram, TikTok und so. Und die Kurzlebigkeit, die daraus entsteht. Ich habe das Gefühl, es gibt gar keine richtigen Idole mehr, zu denen eine ganze Generation aufblickt. Klar, es gibt noch den ein oder anderen Superstar, aber das ist nicht wie zum Beispiel zu Zeiten der Rolling Stones. Heute ist der Hype oft von nicht sehr langer Dauer.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freund*innen beschreiben? Empathisch, loyal und kreativ.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? War neulich beim „Floating“. Da liegt man in einem Becken mit sehr hohem Salzgehalt und schwebt an der Oberfläche. Um einen herum ist alles dunkel. Das soll eigentlich entspannend sein. Ich fand’s richtig scheiße. Die ganze Zeit ist mir Wasser in die Ohren gelaufen, weil die Ohrenstöpsel nicht gehalten haben und als ich dann eine ganz okaye Schwebeposition gefunden habe, wurde auch schon das Wasser ausgelassen und es war vorbei. Nie wieder!

Würdest du lieber gegen eine Ente kämpfen, die so groß ist wie ein Pferd oder gegen hundert Pferde, die so klein sind wie Enten? Auf jeden Fall gegen die Riesenente. Ich würde es, glaube ich, nicht packen, den kleinen Pferden weh zu tun. Aber so ’ne Riesenente…

Was ist dein wertvollster Besitz? Gerade ist das meine analoge Kamera, von der ich noch zwei unentwickelte Filme habe. 50 Fotos, von denen ich keine Ahnung habe, was drauf ist, weil sie bei diversen Partys entstanden sind. Ich liebe diese Überraschung. Bei der Abholung im Fotoladen wird es dann aber manchmal ein bisschen awkward mit dem Kollegen, der die Fotos entwickeln hat…

Wann hast du dir das letzte mal gewünscht, dass der Tag nie aufhört? Freitag vor zwei Wochen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde das Bad richtig schön sauber machen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wenn ihr morgens kommt, dann würde ich euch das beste Spiegelei-Brot machen, was ihr je gegessen habt. Und sonst kann ich tatsächlich vegetarische Bolognese so zubereiten, dass sie besser als echte schmeckt.

Was sollte niemand von dir wissen? Yikes.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Waren gute Fragen, danke.

Das letzte Wort: Gucktdiediscounterbeiamazonprime!

FOTO: Mathias Bothor/photoselection

Meike Schützek

Meike Schützek ist passionierte Ozeanliebhaberin und hat genau deshalb vor vier Jahren ihre Karriere komplett transformiert, den Marketing-Job an den Nagel gehängt und die NGO Ocean. Now! gegründet. Seitdem nutzt sie die Kraft der Kunst, um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig ein nachhaltig gesunder Ozean für uns alle ist. Im Interview geht es um Berufung und Engagement, low-drama Führungsstil und die Freundschaft zwischen einem Mann und einem Oktopus.

Name: Meike Schützek
Alter: 45
Wohnort: Berlin-Friedrichshain
Beruf: Gründerin der NGO Ocean. Now!, und selbständige Beraterin (Marketing und Kommunikation Ozeanschutz)
Schuhgröße: 39-40
Lieblingsgewässer: Atlantikküste der Algarve
Kontakt: info@meikeschuetzek.com

Beschreibe Ocean. Now! in einem Satz: Ocean. Now! ist eine NGO, die die Kraft der Kunst nutzt, um das Bewusstsein für das Nachhaltigkeitsziel 14 (SDG 14) – „Leben unter Wasser” – zu schärfen. Wir stärken das Engagement auf allen Ebenen der Gesellschaft mit dem Ziel, die Vielfalt des marinen Ökosystems wieder aufzubauen.

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? Kreativ, designorientiert in diesem Themenfeld arbeiten zu können. Die kurzen Entscheidungswege in einem kleinen Team und das Feiern kleiner Erfolge.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Es war kein konkreter Rat, aber der Einfluss von drei Managern, von denen ich mir in meiner früheren Karriere (E-Commerce) einen sehr guten Führungsstil abschauen konnte. Er war low-drama (das Ego auf den Rücksitz stellen), motivierend (Erfolge feiern) und fair (mit jedem auf Augenhöhe). Dafür bin ich sehr dankbar.

Wer oder was inspiriert dich? Philosophie und visionäre Gesprächsthemen, auch gern Utopien, denn es gibt noch so viel Luft nach oben für die Menschheit. Ästhetische Konzeptkunst, die ins Herz geht. Ein langer Surftag im Spätherbst mit sanften Wellen und einem gut gemixten Mojito danach. Unter freiem Himmel stundenlang zu großartiger Musik tanzen.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Das Ändern leben – wie ich zurück zum Ozean ging (meine Geschichte, wie ich meine Karriere erfolgreich änderte, um zurückzugeben).

Was ist die großartigste wahre Geschichte, die du gehört hast? Zwischen einem Mann und einem Oktopus entwickelte sich eine Freundschaft.

Du darfst den Duden um drei Wörter deiner Wahl ergänzen. Bitteschön: Herzaufstand, Metta Bhavna, Diskokugel.

Wessen BRAVO Poster hattest du an der Wand? Michael Jackson, Morten Harket, Bros.

Wenn du umziehen müsstest, wo würdest du gerne leben? In der Algarve.

Was kann jeder heute tun, damit wir alle eine glücklichere Zukunft erleben? Bewusst mit sich selbst und anderen leben. Weniger konsumieren, mehr teilen. Weniger arbeiten, mehr tanzen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde weltweit die Ideologie des endlosen Wachstums ausradieren und stattdessen ein Verständnis für regenerative Kulturen wachsen lassen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Grünes Curry mit Süßkartoffeln, Brokkoli, Fenchel, Karotten, Tofu und Cashewnüssen. Garniert mit Koriander.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich sehe in Menschen oft, welchem Tier sie ähnlich sehen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist dein aktueller Lieblingstrack? Antwort: Tom Misch – „It Runs Through Me“ (feat. De La Soul).

Das letzte Wort: Let love rule.

FOTO: Charlene Kilthau

Katharina Kestler & Christine Prechsl

Katharina Kestler und Christine Prechsl teilen ihre Leidenschaft fürs Bergsteigen, Klettern oder Mountainbiken gerne mit anderen. Sie sind die Munich Mountain Girls: Eine Initiative, die bergbegeisterte Frauen miteinander verbindet. Für neue Abenteuer, Bergfreundschaften, Inspiration und Austausch. Wir haben die beiden zwischen Skitouren und Schneewandern zum Kurzinterview erwischt: Ein Gespräch zu Radl- und Bücherliebe, Brotzeit und Kaiserschmarrn – und mit der beruhigenden Erkenntnis, dass die erste Skiabfahrt der Saison auch für absolute Bergenthusiastinnen richtig hart sein kann. Bleibt nur die Frage: Lieber bergauf oder bergab?

Name: Katharina Kestler / Christine Prechsl
Alter: 40 / 36
Wohnort: München / München
Beruf: Journalistin / Digitale Produktmanagerin
Schuhgröße: 38 / nah
Lieblingsberg: Die Kampenwand – aus emotionalen Gründen. / all mountains are my favourite
Kontakt: @kaddi_kestler / @christine_pre

Beschreibe die Munich Mountain Girls in drei Worten:
Kaddi: Community, Empowerment, Vorbilder.
Christine: Frauen, Leidenschaft, Bergfreundinnen.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest?
Kaddi: Auf die Vibes zwischen uns.
Christine: Auf nichts Bestimmtes.

Was schätzt du an dir am meisten?
Kaddi: Meine Genauigkeit, Konsequenz und meine (geistige) Flexibilität.
Christine: Ganz viel. :)

Könntest du dir ein Leben ohne Internet vorstellen?
Kaddi: Ein Leben sehr gut, meinen Job stell ich mir dann allerdings sehr mühsam vor.
Christine: Na klar. Ich kenne das sogar noch. ;)

Kaddi, beschreibe Christine in einem Satz: Eine Visionärin, die es sich erlaubt, ihre Gedanken frei fliegen zu lassen, und trotz (oder wegen?) ihrer ruhigen Art eine Wirkung auf Menschen hat, die sie manchmal selbst überrascht.

Christine, beschreibe Kaddi in einem Satz: Eine tolle, mutige, offene, schlaue, lustige Frau voller Energie und Leidenschaft und noch ganz viel mehr.

Ein Buch, das alle gelesen haben sollten:
Kaddi: Das Mountain Girls Buch, das wir zusammen mit dem Prestel Verlag herausgebracht haben.
Christine: Miroloi. Miteinander reden.

Dein Haus brennt. Welche drei Gegenstände rettest du vor den Flammen?
Kaddi: Jetzt im Moment: Die drei Fahrräder, die in meinem Schlafzimmer stehen.
Christine: Meine Lieblingspflanzen, Bücher, so viele ich tragen kann, mein Rennrad – das tollste Fahrrad der Welt.

Was wolltest du mal werden, wenn du groß bist?
Kaddi: Meeresbiologin.
Christine: Kinderärztin, glaube ich.

Was für eine Rolle hast du in deinem Freundeskreis?
Kaddi: Kaddi, kannst du mich mal mitnehmen zum Skifahren?
Christine: Ich bin ich.

Wonach bist du süchtig?
Kaddi: Nach Erlebnissen.
Christine: Bücher.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Kaddi: Sie mit Menschen teilen, für die es nicht um Macht der Macht willen geht, und dann schauen, ob wir nicht doch ein besseres Gesellschaftssystem hinbekommen, als das, in dem wir leben.
Christine: Mehr Frauen „an die Macht“. Niemand soll mehr hungern oder flüchten müssen. Ein gutes Leben für alle Lebewesen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Kaddi: Die besten Spaghetti Carbonara eures Lebens.
Christine: Vermutlich gäb’s eine vegane Brotzeit mit bestem Bio-Brot und alkoholfreiem Weißbier. Oder Freestyle Cooking aus dem, was der Kühlschrank hergibt.

Was sollte niemand von dir wissen?
Kaddi: Wie hart anstrengend ich die erste Skiabfahrt der Saison immer finde.
Christine: Tja.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Kaddi: Bist du so stark wie du tust?
Christine: Wo gibt’s den besten Kaiserschmarrn und wo ist die schönste Aussicht.

Das letzte Wort:
Kaddi: Schnee.
Christine: Bussi, ciao – und kommt in die MMG Community, wenn ihr Berge liebt!

FOTO: Daniel Hug / privat

Anna Yona

Anna Yona ist Gründerin von Wildling Shoes. Wildlinge – das sind Minimalschuhe, die dafür sorgen, dass man den Boden unter den Füßen ganz neu spürt und die buchstäblich dazu ermuntern, neue Wege zu gehen. Wildling will positiven Einfluss auf alle Bereiche der Wertschöpfungskette nehmen und setzt sich aktiv für nachhaltige und faire Rohstoffgewinnung, maximal faire Produktion, Langlebigkeit und Wiederverwertung ein. Die Idee kam Anna als sie mit ihrer Familie von Israel nach Deutschland zurückkehrte. Nach jahrelangem Barfußlaufen konnten sich ihre Kinder mit konventionellen Schuhen einfach nicht mehr anfreunden. Und so gründete Anna selbst, setzte sich mit regenerativem Wirtschaften auseinander und startete mit Wildling ihre eigene kleine Utopie, die Mensch und Umwelt in den Fokus nimmt und zu einer Plattform werden soll, um sich zu vernetzen, gegenseitig zu inspirieren, neue Perspektiven zu erkennen, Wissen zu teilen und gemeinsam an gesellschaftlicher Veränderung zu arbeiten.

Name: Anna Yona
Alter: 43
Wohnort: Engelskirchen
Beruf: Noch Company Lead von Wildling (bis wir die Company Leads abgeschafft haben)
Schuhgröße: 41.5
Lieblingsfilmzitat: “The things you own end up owning you.”
Kontakt: instagram.com/annawildling

Wildling Shoes ist/sind: Ein aktivistisches Unternehmen / Minimalschuhe für ein neues Lebensgefühl.

Beschreibe deinen Führungsstil: Ein gewisses Gerangel zwischen laissez-faire und Perfektionismus.

Was wolltest du mal werden, wenn du groß bist? Greenpeace-Aktivistin, Journalistin oder wahlweise Rangerin (alles in einem ist ziemlich nah dran an meinem heutigen Job).

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freund*innen beschreiben? Neugierig, begeisterungsfähig, sensibel.

Was machst du gerne und wird nie langweilig? Alles, was mit anderen geteilt werden kann. Und Klavier spielen.

Wovon hast du keine Ahnung? Von den meisten Dingen, denen ich mich widme. Das macht aber auch den Reiz aus.

Das größte Problem deiner Generation? Wir haben eine Krise geerbt und nur noch wenig Zeit, das Ruder herumzureißen.

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Das erste im Arm Halten der Kinder nach der Geburt.

Welche Farbe nimmt ein Chamäleon an, wenn es in einem Raum sitzt, in dem nur Spiegel hängen? Hellgrün. Sich selbst treu bleiben.

Glaubst du an das Schicksal? Nein. (“Klopft auf Holz”)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Das System.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wir haben seit drei Jahren keine Küche, weil wir immer noch überlegen, wie wir das Haus am schönsten renovieren könnten. Daher – Käseplatte und Wein?

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich nicht halb so tough bin, wie es aussieht. Ups.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was verlernst du gerade?

Das letzte Wort: rEVOLution. (Mit “Love” in der Mitte.)

FOTO: Sandra Dienemann

Raul Oliver Arriaga

Der Koch Raúl Oliver Arriaga fand seinen Weg von Mexiko aus über Spanien in die Gastroszene Berlins. Im Chaparro Berlin serviert er mit seinem Team leckere Burritos, Comida Corrida, Tortas, Quesadillas, Tacos und und und umgeben von den strahlenden Farben eines mexikanischen Straßenmarktes. Im Interview erzählt er uns von Nachtschichten als TV-Redakteur in einem früheren Leben, seiner Entscheidung, das Chemie-Studium zu schmeißen, um doch Koch zu werden, und seinem neuesten Projekt: Ein weiteres Restaurant, das regionale Produkte und mexikanische Techniken verwendet. Dafür sucht der Tausendsassa übrigens noch eine*n Partner*in.

Name: Raúl Oliver Arriaga
Alter: In diesem Moment meines Lebens spielt das Alter keine Rolle mehr.
Wohnort: Berlin
Beruf: Ingenieur und Koch
Schuhgröße: 39
Lieblingsfilmzitat: „Hazlo o no lo hagas, pero no lo intentes“ (dt.: „Mach’s oder mach’s nicht. Es gibt kein versuchen“), Meister Yoda
Kontakt: rauloliver.com

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß? Kreativ zu sein.

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast? Nachtschichten-Schieben als Redakteur beim Fernsehen und am nächsten Tag zur Uni gehen.

Was war die beste Entscheidung deiner beruflichen Laufbahn? Die Entscheidung, von meinem Chemie-Studium zur Kochausbildung an der UNAM (Universidad Nacional Autónoma de México) zu wechseln.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? Finde eine Fähigkeit, die du lernen willst, und suche dann die Besten in diesem Bereich, um ihnen zu folgen und um so gut zu werden wie sie.

Was ist dein verstecktes Talent? Tanzen (und ich bewege mich gerade zur Musik, die um 0:30 Uhr in meiner Küche zu Hause läuft).

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Triathlon, letztes Jahr im September.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Die Art und Weise, wie die Person spricht.

Was nimmst du dir schon länger vor, schaffst es aber irgendwie nicht? Bürokratie und den ganzen Papierkram (Buchhaltung ;-) ).

Welche Superheldenkraft hättest du gern? Fliegen.

Die wichtigste Erfindung der Menschheit? HORL2.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Einwegplastik würde ich verbieten sowie Styropor-Verpackungen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Das, was ich immer mache: Einfach Kühlschrank auf und dann koche ich daraus was Leckeres.

Was sollte niemand von dir wissen? Keine Ahnung.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was sind meine Lieblingszutaten? Ob ich schnarche?

Das letzte Wort: Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen.

FOTO: White Kitchen

Stefan Fak

Angefangen hat alles mit Reis. Lotao Gründer Stefan Fak lernte die Vielfalt der vermeintlichen Sättigungsbeilage auf seinen Reisen durch Asien kennen. Aus der Leidenschaft wurde eine Profession – Stefan machte sich als erster Risolier einen Namen – und schließlich eine kulinarische Mission. Seit 2011 spürt er mit seinem Team exotische, ehrliche und nachhaltig produzierte Lebensmittel in Asien auf und sorgt dafür, dass sie hierzulande mit gutem Gewissen in Küchen und auf Tellern landen. Das Lotao Sortiment umfasst neben Reisspezialitäten auch Bio-Zuckersorten und eine riesige Jackfruit- und Snack-Auswahl. Im Rahmen der Aktion „Reis mit Herz“ könnt ihr die Initiative Be an Angel e. V. unterstützen, die sich für eine nachhaltige Integration von Menschen mit Fluchtgeschichte einsetzt. Was ihr dafür tun müsst? Einfach den leckeren bengalischen Lotao Bio-Milchreis mit Apfel, Zimt und Zucker löffeln. Der Reinerlös geht direkt an den Verein. Danke, Stefan!

Name: Stefan Fak
Alter: 48
Wohnort: Berlin
Beruf: Risolier aus Leidenschaft, Geschäftsführer aus Überzeugung
Schuhgröße: 43
Lieblingsgeschmack: SÜẞ!!!
Kontakt: stefan.fak@lotao.de

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt? Ein Ausflug in das Burgenland, der Heimat meiner Mutter.

Auf was für Veränderung hoffst du in der Zukunft? Mehr Ruhe, mehr Planbarkeit.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn unsere Kunden positives Feedback geben. Wenn ich merke, dass unser Team an einem Strang zieht und mit mir meine Visionen teilt.

Was ist gerade ganz neu? Der Relaunch unserer Marke Lotao steht unmittelbar bevor und die Planungsarbeiten dazu – in Form von Workshops, Expertengesprächen und Agentur-Briefings.

Wer oder was inspiriert dich? Menschen, die mit Leidenschaft das tun und verfolgen, woran sie glauben, die eine Vision haben, und dieser treu sind. Die ihre Grenzen kennen und keine Kompromisse eingehen, wenn diese verletzt werden. Dinge mit Strahlkraft, die aus innerer Schönheit und Tiefe kommt, und die mich durch ihr Anderssein überraschen.

Was macht dich richtig zufrieden? Ein gutes Essen… man wird älter. ;)

Für welche drei Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten? Ich bin dankbar dafür, dass meine Grundbedürfnisse immer gedeckt waren – also, dass ich keinen Hunger leiden musste, dass für meine Gesundheit gesorgt wird und wurde, und dass ich mich fast immer sicher fühlen konnte. Und dass ich dies auch nicht als Selbstverständlichkeit betrachte. Ich bin dankbar für meine interdisziplinäre Ausbildung, die es mir ermöglichte, die Welten der Kultur- und Geisteswissenschaften genauso gut kennenzulernen wie die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Und ich bin dankbar für die Kontakte zu allen Menschen, die mit Liebe, Offenheit und Engagement mein Leben bereichert haben.

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen? Ehrlichkeit, Handschlagmentalität.

Lotao Reis mit Herz ist… ein besonderes Projekt. Wir sammeln Geld für die Integrationsinitiative „Be an Angel“. Warum ist das wichtig: In unserer Produktionsstätte in Mecklenburg mussten wir sehr, sehr oft erleben, wie staatliche Integration NICHT funktioniert, versagt. Menschen, die wir versucht hatten, zu integrieren, haben es bei uns leider nicht geschafft. Selbstkritisch muss ich sagen, dass wir weder die Kapazität, noch das Durchhaltevermögen und auch nicht das Wissen hatten, wie Integration funktioniert. Das war für mich ein persönliches Scheitern. Vor „Be an Angel“ ziehe ich deswegen den Hut. Denn sie haben es geschafft. Und zeigen vorbildlich, wie es gehen kann. Darum will ich sie mit „Reis mit Herz“ so gut wie möglich unterstützen.

Die ganze Welt hört dir zu: Was sagst du? Stoppt den Klimawandel – und dann folgt eine knackige Präsentation, was, wie warum…

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Selbstverständlich den Klimawandel

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Variante 1, ihr kommt als Freunde: Krautfleckerl, Apfelstrudel. Variante 2, ihr kommt als PR-Leute oder Aliens: Lasagne mit Lotao Veggie Hack, Trifle mit Prince of Bengal Baby-Reis.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass mein Corona-Bauch nicht kleiner wird *snieff*…

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Muss man Reis vor dem Kochen waschen? ha ha

Das letzte Wort: Nein.

FOTO: Lotao

Stefanie Hering

Starten wir mit einem Geständnis. Wir lieben das Porzellan von Hering Berlin. Seit bald 30 Jahren steht die Marke für hochwertigstes, handgefertigtes Porzellan in klarer Formensprache und innovativen Dekoren. Herz, Hand und Kopf des Berliner Originals ist Gründerin Stefanie Hering. Die Designerin und Keramikmeisterin liebt, was sie tut, und das spürt man sofort, wenn man eine ihrer Kreationen in den Händen hält oder an die Lippen führt. Unser aktueller Liebling ist das Velvet Espressoschälchen – außen Biskuitporzellan, fein geschliffen, innen glasiertes Porzellan. Wer auch mal anfassen mag, begibt sich am besten in den Flagship Store in der Potsdamer Straße. Wir haben die bekennende Optimistin zwischen ihren drei Umzügen erwischt und natürlich formschöne Antworten erhalten.

Name: Stefanie Hering
Alter: 54
Wohnort: Berlin
Beruf: Keramikerin, Designerin
Schuhgröße: 40
Lieblingsfarbe: zitronengelbe Schuhe
Kontakt: heringberlin.com, instagram.com/hering_berlin, info@heringberlin.com

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Jeden Tag!

Beschreibe deinen Führungsstil: Kooperativ.

Wer oder was inspiriert dich? Kreative kluge Menschen.

Welcher Film macht dich immer wieder glücklich? „Tatsächlich Liebe“.

Bei welchem kulturellen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen? Bei den Konzerten von David Bowie.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung an Wochenenden? Spazieren gehen, kochen, Neues entdecken.

Wie trinkst du deinen Kaffee? Nur Tee, natürlich aus Hering Berlin Porzellan.

Welchen Wochentag magst du am liebsten und warum? Montag, denn dann liegt die ganze Woche noch vor mir, mit allen tollen Möglichkeiten, Begegnungen und Treffen. Darauf freue ich mich jedes Mal.

Berlin ist… Die liberalste Stadt, die ich kenne, spröde, ruppig und absolut liebenswert.

Was kommt als nächstes? „Hering X“. Ein tolles neues Projekt – leider noch geheim!

Dein absoluter kulinarischer Geheimtipp in Berlin? In Berlin arbeiten wir mit einigen besonders visionären Köpfen in der Sternegastronomie zusammen. Das sind auch kulinarisch meine absoluten Favoriten: Michael Kempf im Facil und Sonja Frühsamer im Frühsamer Restaurant. Jonas Zörner im Golvet und Gal Ben Moshe im Prism. Das Tulus Lotrek, Max Strohe, die Cordo Bar im Hotel Zoo und Das Stue mag ich auch besonders gern.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Rassismus abschaffen.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Je nach Jahreszeit und Lust und
Laune, auf jedem Fall was Leckeres.

Was sollte niemand von dir wissen? Mein Geheimnis. ;-)

Das letzte Wort: Let’s support craftsmanship!

FOTO: Sonja Müller Photography

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 26. Oktober 2021 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Josephine Drews

Im ehrlichen Gute-Laune-Gespräch mit Josephine Drews, der Gründerin von FEMgmt, einem Künstler*innen-Management für Social Influencer*innen aus dem Bereich Frauen, LGBTQIA+ und Diversity haben wir so einiges erfahren. Dass man Steinpilz-Risotto am besten im Thermomix zubereitet beispielsweise. Oder dass Josy (abgesehen von ihrem Freund nennen sie alle so) Pokémon liebt, so oft es geht in die Berge geht und gerade auf der Suche ist nach ihrer ersten Vollzeit-Mitarbeiterin ist (ernst gemeinte und gut gelaunte Bewerbungen leiten wir gerne weiter). Und danach? Lasst euch überraschen…

Name: Josephine Drews
Alter: 31 Jahre alt
Wohnort: München
Beruf: CEO, Founder, Unternehmerin
Schuhgröße: mittelmäßige 39
Lieblingswort: Köppibums (Kopfschmerzen)
Kontakt: info@femgmt.online

Beschreibe FEMgmt in einem Satz: FEMgmt ist die tägliche Arbeit und das tägliche Sichtbar-Machen von Influencer*innen, die sowohl Gesicht zeigen, als auch Haltung, Meinung und Purpose haben.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn ich Wertschätzung für meine Arbeit erfahre.

Wo fühlst du dich zuhause? An Orten, an denen ich stehend, sitzend oder liegend fantastisches Essen bekomme.

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Im Teenageralter eine Therapie zu beginnen.

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der? Spongebob Schwammkopf.

Dein Haus brennt. Welche drei Gegenstände rettest du vor den Flammen? Smartphone, Laptop und meinen Partner (sorry, Marcel!).

In welcher Beziehung bist du eine Spießerin? Ich kaufe mein Obst und Gemüse nur noch beim Gemüseladen meines Vertrauens. Ich bilde mir ein, dass es nur da richtig gut schmeckt.

Welches war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat? „Du hast die schönste Fresse, die ich je gesehen habe.“

Welchen Wochentag magst du am liebsten und warum? Samstag. Es ist schön zu wissen, dass man morgen noch einen Tag zur freien Verfügung hat.

Wenn es eine persönliche Flagge für dich gäbe, wie würde sie aussehen? Ein Gitter aus neun weißen Kästchen. Jede*r, der*die die Flagge besitzt, kann selbst entscheiden, was in die Kästchen rein kommt. Formen, Farben, Symbole, Bilder. You name it. Und unten ist ein großer Teller Pasta als universelles Symbol für Genuss drin.

Was kommt als nächstes? Etwas, womit ich definitiv, hoffentlich und wahrscheinlich nicht gerechnet habe. Ich liebe Überraschungen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Autos mit Verbrenner als privates Transportmittel in Großstädten auszurotten.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Steinpilz-Risotto aus dem Thermomix. Lacht nicht, ist geil! Oder den besten veganen Kartoffelsalat der Welt mit veganen Wienern.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich leider immer bereit bin, alles auszudiskutieren.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist dein Lieblings-Pokémon?

Das letzte Wort: Weniger über Andere urteilen und mehr miteinander reden. Fände ich eine gute Idee.

FOTO: Robert Paul Kothe

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 12. Oktober 2021 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Anna & Lukas Kampfmann

Anna, Lukas, Zoë und Vincent. Die beiden Ersteren sind Kinderbuchverleger*innen, ein Paar und die Eltern von beiden Letzteren. Mit ihrem Zuckersüß Verlag sind sie immer auf der Suche nach den besten Kinderbüchern weltweit. So fand auch “Folge deinem Stern” von Stephanie V.W. Lucianovic seinen Weg in den unabhängigen Familienverlag. Die passende Lesung dazu gibt es am 16. Oktober bei Dussmann, anmelden könnt ihr euch dafür hier. Vor Ort wird auch Nicola Baumann sein, eine der beiden Finalistinnen des Projektes „Die Astronautin”. Auf zu den Sternen!

Name: Anna Kampfmann / Lukas Kampfmann
Alter: 32 / 35
Wohnort: Aktuell Ostseeküste / Aktuell Ostseeküste
Beruf: Kinderbuchverlegerin / Kinderbuchverleger
Schuhgröße: 39½ / 44½
Lieblingsplanet: Solaris / Krypton!
Kontakt: hallo@zuckersuessverlag.de

Beschreibe den Zuckersüß Verlag in einem Satz:
Anna: Bücher mit Herz und von Herzen.
Lukas: Ganz besondere Kinderbücher – von einer jungen Familie, für junge Familien.

Welches Buch hast du als Kind geliebt?
Anna: „Wilbur und Charlotte“ von Elwyn Brooks White.
Lukas: „Der kleine Wassermann“ von Otfried Preußler.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es?
Anna: Yoda: „Do or Do not. There is no try“.
Lukas: Meine Frau Anna: „Lass es uns einfach machen“.

Was schätzt du an dir selbst am meisten?
Anna: Dass ich weiß, was ich will.
Lukas: Dass ich weiß, was ich nicht will.

Was macht dich richtig zufrieden?
Anna: Mein Mann, meine Kinder, meine Katze und Lesen, Lesen, Lesen!
Lukas: Meine Familie <3

Anna, beschreibe Lukas in drei Worten: Einfach der Beste.

Lukas, beschreibe Anna in drei Worten: Mein absoluter Lieblingsmensch.

Wenn du ein Video von einer Situation deiner Wahl aus deinem Leben haben könntest. Welche Situation wäre das?
Anna: Guča Trompetenfestival 2013.
Lukas: Eine Netflix-Doku über meine Reise von NYC nach LA per Autostopp mit 20.

Was wäre eine Sache, die du uns beibringen könntest?
Anna: Stickerei.
Lukas: Autostopp.

Bitte vervollständige: In Berlin…
Anna: …fühle ich mich zuhause.
Lukas: …liegt mein Happy Place.

Du darfst zum Mond fliegen. Welche drei Sachen packst du ein?
Anna: Buch, Kopfhörer, Schokolade.
Lukas: Kaffeemaschine, Jetpack, Selfiestick.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Anna: Mehr Liebe, weniger Hass.
Lukas: Puh, die Liste ist lang.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Anna: Etwas Vegetarisches.
Lukas: Einen richtig guten Kaffee.

Was sollte niemand von dir wissen?
Anna: Ich bin eine Doppelagentin. Oder doch nicht… wer weiß?
Lukas: Aber das ist doch geheim!!

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Anna: Auf welche Lesung ich mich im Oktober ganz besonders freue! :)
Lukas: Welches Buch vom Zuckersüß Verlag mein Lieblingsbuch ist…

Das letzte Wort:
Anna: Dziękuję!
Lukas: Danke!

FOTO: Zuckersüß Verlag

Cordelia Röders-Arnold & Sally Lisa Starken

Cordelia Röders-Arnold und Sally Lisa Starken hegen nicht nur besonders wertschätzende Worte füreinander, sondern sind auch die beiden Initiatorinnen von WAHLTRAUT – der feministischen Wahlomatin für einen gleichberechtigten Bundestag. Wenn sie nicht gerade Menschen zum Wählen motivieren, ist Cordelia Head of Menstruation bei einhorn und Sally die Podcasterin hinter “Allgemein gebildet”.

Name: Cordelia Röders-Arnold / Sally Lisa Starken
Alter: 33 / gerade noch so 30 Jahre alt
Wohnort: Aufm Land südlich von Hamburg / Bielefeld, die meisten sagen auch Liebefeld
Beruf: Head of Menstruation bei einhorn und Co-Muddi von WAHLTRAUT, der feministischen Wahlomatin / Zum großen Teil freiberuflich tätig, Podcasterin
Schuhgröße: 42 / 41
Lieblingsfarbe: pink, das nicht zu sehr ins blau geht / Regenbogen (gilt das als eine Farbe? :) )
Kontakt: @cordeliaroedersarnold / @sallylisastarken

Beschreibe WAHLTRAUT in einem Satz:
Cordelia: WAHLTRAUT ist die feministische Wahlomatin für einen gleichberechtigteren Bundestag.
Sally: WAHLTRAUT ist manchmal ein bisschen frech, aber sagt dir immer die Wahrheit – gerade zur Bundestagswahl.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es?
Cordelia: Meine Ex-Chefin, die mir sagte: „Tausche nie deinen Humor und dein Bedürfnis nach Spaß gegen den Wunsch ernst genommen zu werden ein!“
Sally: „Wenn du es nicht machst, dann machen es die anderen“ – das sagte Elke Ferner zu mir als ich für die Europawahl kandidieren wollte und mir nicht sicher war, ob ich die Richtige dafür bin. Das hört sich vielleicht erst merkwürdig an. Aber man denkt so oft, man könne manche Sachen nicht oder man traut sich nicht. Aber es ist so wichtig dann aufzustehen und zu sagen: Ich mache es. Denn sonst machen es wirklich die anderen – und wahrscheinlich könntest du es besser! Lass die Chance nicht verstreichen.

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast?
Cordelia: Einen Tag lang Spargel gestochen. – Halleluja!
Sally: Haha, das war dann am Ende genau diese Kandidatur!

Was treibt dich an?
Cordelia: Der Wunsch, Dinge zum Positiven zu verändern.
Sally: Der naive positive Wille, etwas ändern zu können. Aber auch jeden Tag wieder die großartigen Menschen, mit denen ich arbeiten und von denen ich viel lernen darf.

Cordelia, beschreibe Sally in einem Satz: Sally ist einer der zielstrebigsten, zuverlässigsten und warmherzigsten Menschen, die ich je kennengelernt habe.

Sally, beschreibe Cordelia in einem Satz: Cordelia ist ein wunderbar starker Mensch, der immer die richtigen Fragen stellt, um viele Ecken denkt, andere Menschen immer wieder für ihre Überzeugungen begeistern kann – und ich bin jeden Tag aufs Neue von ihr begeistert!

Wer war die spannendste Persönlichkeit, die du bisher getroffen hast?
Cordelia: Alle Frauen, mit denen ich im Zuge von #stattblumen arbeiten durfte.
Sally: Gerade denke ich dabei an Düzen Tekkal.

Für was kann man dich nachts wecken?
Cordelia: Für absolut gar nichts!
Sally: Ich liebe Schlaf und mich zu wecken könnte gefährlich werden :). Aber für ein Spaghetti-Eis würde ich das in Kauf nehmen.

Was für eine Rolle hast du in deinem Freundeskreis?
Cordelia: Die nicht ganz Unanstrengende mit der progressiven Meinung, die vieles hinterfragt.
Sally: Ich habe nachgefragt und mir wurde gesagt: Ich feiere die Feste, wie sie fallen.

Wer sitzt mit dir an deinem Traum-Stammtisch?
Cordelia: Ich habe zwei Stammtische unterschiedlichster Konstellationen und diese sind der absolute Traum.
Sally: Auf jeden Fall AOC und natürlich immer Cordelia.

Was lernst du nie?
Cordelia: Motorroller fahren. Würd ich so gern mal lernen, aber hat sich bisher nicht ergeben.
Sally: Die Kontrolle über manche Dinge auch mal abzugeben.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Cordelia: Alle Thesen von WAHLTRAUT umsetzen.
Sally: Na, zuerst das Offensichtlichste: Die Gleichstellung der Geschlechter und ansonsten würde ich gerne die Zeit anhalten können.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Cordelia: Ich kann nicht kochen, aber ich back uns ’nen richtig leckeren Käsekuchen.
Sally: Wahrscheinlich gäbe es eine Antipasti-Platte, weil ich wirklich nicht kochen kann.

Was sollte niemand von dir wissen?
Cordelia: Dass ich mich frage, ob wohl schon jemals jemand ehrlich auf diese Frage geantwortet hat.
Sally: Haha! Geheimnis bleibt Geheimnis.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Cordelia: Wann schließt sich die Gender Pay Gap? (Antwort: In 100 Jahren, wenn’s in dem Tempo weitergeht!)
Sally: Wie geht’s mit WAHLTRAUT weiter?

Das letzte Wort:
Cordelia: Aufbruch.
Sally: Fragt WAHLTRAUT! Und dann erzählen wir auch bald, wie wir weiter Druck auf die Politik machen möchten.

FOTO: Hella Wittenberg

Sharon Berkal

Luxus ohne Kultur ist Protz! Unternehmerin, Kreativdirektorin und Schöngeist Sharon Berkal teilt als Salondame der Digitalplattform HAUS GLANZ ihre Einsichten und Ansichten zum guten und stilvollen Leben in und aus Deutschland. Am liebsten nachhaltig und immer schön lokal. Auf dem gleichnamigen Instagramkanal gibt es fortlaufend Updates und Wortschmeichlerei aus Design, Mode, Kultur und Reisen. Ein Gespräch zwischen Schöngeist und Spaghetti Bolognese.

Name: Sharon Berkal
Alter: 44
Wohnort: Berlin
Beruf: Unternehmerin, Kreativdirektorin und Gründerin von HAUS GLANZ sowie Salondame und Schöngeist
Schuhgröße: 38
Lieblingskunstwerk: Besser: Lieblingskunstrichtung = Neue Sachlichkeit
Kontakt: @sharon.berkal

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Den besten beruflichen Rat hat mir eine befreundete Unternehmerin aus Berlin gegeben – Nicole Wheadon. Sie hat gesagt: „Wenn Du (mit Deinem eigenen Geld) gründest, musst Du bereit sein, auch den Worst Case zu akzeptieren.“ In Deutschland wäre das Privatinsolvenz und Hartz 4. Ich habe das in meinem Kopf hundert Mal durchgespielt, die Angst davor verloren und kann so bessere Entscheidungen treffen.

Was bedeutet Luxus für dich? Dass etwas (Produkt, Ort, Person) eine Seele hat.

Was ist das schönste Wort in der deutschen Sprache? Viele: Sehnsucht, Wunderkind, Wanderlust, Zeitgeist, Weltschmerz.

Bei welchem kulturellen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen? Schwierig, aber immer auf dem ersten Platz: die Jahre der Weimarer Republik.

Wo würdest du gerne in fünf Jahren sein? In meinem Arbeitszimmer in meinem hauseigenen Boutiquehotel in den bayerischen Bergen, gleich nach meinem Morgenspaziergang.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Auf Authentizität.

Dein wertvollster Besitz? Meine Intuition und meine Fähigkeit zu reflektieren.

Woraus schöpfst du Energie? Ich flaniere gerne alleine durch die Straßen und beobachte das Leben.

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt? Die Frage kann ich nicht mit einem Beispiel beantworten. Klimawandel, Afghanistan, Corona, Flut – wann war ich das letzte Mal nicht bewegt?

Was würdest du tun, wenn du pro Tag eine Stunde mehr Zeit zur Verfügung hättest? Das ist nicht mein Konzept. Ich lebe jetzt und jeden Tag, ich hebe nichts für einen Tag mit mehr Stunden auf.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Mehr Strafen für Klimasünder. Gedankenloses Verhalten von Menschen, die denken können, muss Konsequenzen haben.

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Spaghetti Bolognese.

Was sollte niemand von dir wissen? Oh G´tt, ich wirke sicher so ganz unlustig, aber ich schäme mich eigentlich für nichts, was ich tue. Deswegen muss ich da passen. Keine geheime Schlagerliebe, Biene-Maja-Schlafanzüge und Co. Ah! Halt! Ich wäre leider keine gute Politikerin, zu undiplomatisch.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Alter Schwede, Ihr stellt Fragen!

Das letzte Wort: Was gibt es zum Essen?

FOTO: Julia Leifert

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 31. August 2021 | Tags: , , , Keine Kommentare

Wilkin Schröder

Wilkin Schröder ist Content Creator, Culture Curator und Team Member des Interior-Blogazine HERZ&BLUT. Da kümmert er sich um Themen aus den Bereichen Interior, Design und Kunst. Besonders der Blick hinter die Kulissen fasziniert ihn bei seinen Recherchen. Er lebt im Süden Brandenburgs und pendelt so zwischen Urban Jungle und Remote Work im Grünen. Auf die Supersalone in Mailand bereitet er sich schon jetzt vor, mit Fruchtgummi-Lakritz-Vampiren und Matzeknödeln. Aber das sollte eigentlich niemand von ihm wissen, außer uns vielleicht. Und Patti Smith.

Name: Wilkin Schröder
Alter: 38
Wohnort: Süden von Brandenburg
Beruf: Content Creator
Schuhgröße: 45
Lieblingsort: die Liste ist endlos
Kontakt: @wilkinschroeder

Was ist das Beste an deinem Beruf? Das Eintauchen in stetig wechselnde Themen, die immer wieder vielfältige Perspektiven mit sich bringen. Das Neue ist tatsächlich ein treuer Begleiter weit entfernt von „I’ve seen it all!“.

Woraus schöpfst du Energie? Fruchtgummi-Vampire mit Lakritz

Auf was könntest du in deinem Leben nicht verzichten? Gute Gespräche, aufs Zuhören und gehört werden. Reden und Schweigen. Die Balance aus beidem bildet ein Teil der Grundlage fürs #besteleben, unverzichtbar!

Welches Kunstwerk würdest du gerne besitzen? Es wäre wohl die Lumpenvenus (Venere degli stracci) von Michelangelo Pistoletti, die er 1967 schuf. Eine sehr ikonische Konsumkritik, die ebenfalls für unsere Gegenwart nicht zutreffender sein könnte. Dementsprechend wäre leihen auch okay, oder?

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Es ginge wohl über Großstadtmenschen auf dem Land, über das Suchen und Finden von Freiheiten im Grünen, aber auch über das Verlieren von Sehnsüchten. Mit dem Gedicht „Das Ideal“ von Kurt Tucholsky würde ich den Vortrag beenden, um dann auf Antworten aus dem Publikum zu hoffen.

Wie sieht es bei dir zuhause aus? Nachts, wenn alles schläft, begegnen sich Fuchs und Reh. Hasen gibt es nicht wirklich viele. Tagsüber prägen Kiefern den ersten Eindruck. Es gibt fließend Wasser, bald Glasfaser und einen Touch klassischen Designs.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Es war die Fahrt mit dem FEX von Gesundbrunnen zum BER. Pünktlich, kurzweilig und direkt in die Eingangshalle. Fast ein tegelesques Tempo!

Wessen Gedanken würdest du gern lesen können? Da verzichte ich. Die Gedanken sind frei.

Schließ die Augen und denk an etwas Schönes. Woran denkst du? An ein Bett, ein großes Bett mit so langen weißen Leinenvorhängen an allen Seiten direkt am Strand mit einer Trilliarde Kopfkissen und einem Blick aufs Meer. Goldene Sonnenuntergänge und Wellenrauschen. Dann wird „Relaxing Shore“ meiner Schlaf-App endlich Wirklichkeit!

Mit welcher Persönlichkeit würdest du dir gern einmal die Nacht um die Ohren schlagen? Es sollte unbedingt eine Nachteule sein, sonst macht das alles keinen Sinn. Ich hoffe Patti Smith ist so eine, sie wäre wohl meine erste Wahl. Geht sie doch schon früher heim, dann Paul Kuhn. Mit den beiden zusammen ein Traum!

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Dass es so etwas wie die Macht nicht mehr gäbe? Mit einher gehen ja immer Abhängigkeits- sowie Überlegenheitsverhältnisse, vielleicht können Veränderungen auf andere Weise etabliert werden … to be continued

Wenn wir dich zu Hause besuchen, was würdest du für uns kochen? Zunächst eine Hühnersuppe mit Matzeknödel, danach gäbe es eine Quiche mit viel Muskat und Käse zum Abschluss.

Was sollte niemand von dir wissen? Das würde ich auch gern in Erfahrung bringen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Gegenfrage: Was hätte euch noch interessiert?

Das letzte Wort: Vernunft

FOTO: Wilkin Schröder