Andreas Tuffentsammer

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man kriegt.“ Der Satz stammt nicht von Andreas Tuffentsammer sondern von Forrest Gumps Mama. Schade eigentlich, denn zu ihm passen würde er allemal. Andi wurde vor neun Jahren als jüngster Koch mit dem Michelin Stern ausgezeichnet. Seitdem hat er seine eigene gastronomische Welt geschaffen, in der er sich mit allem auseinandersetzt, was gutes Essen ausmacht. Er entwickelt eigene gastronomische Lösungen, von Kochkursen über Private Dining, Supperclubs, Pop-Up Restaurants, Food Stylings bis hin zur Neu-Entwicklung ganzheitlicher Konzepte. Außerdem gibt er sein Wissen als Gastro Consultant weiter. Ach ja und dann hat er mit beets&roots eines der spannendsten Food Konzepte der letzten Jahre gegründet. Aktuell managt er seinen Alltag zwischen Corona-Krisenbewältigung und Home Cooking für die kulinarisch anspruchsvolle Kleinstfamilie. Seine Frau hat er übrigens mit Pralinen rumgekriegt. Nein, nicht so wie ihr denkt.

Name: Andreas Tuffentsammer
Alter: bald 34
Wohnort: Berlin Kreuzberg
Beruf: Koch / Unternehmer
Schuhgröße: 42.5
Lieblingssauce: Szechuan Pepper Sauce
Kontakt: andreas@beetsandroots.de

Was hast du in der letzten Woche über dich gelernt? Ich kann auch 8 anstatt 5 Stunden schlafen.

Was wird sich nach der Corona-Krise positiv verändert haben? Menschen werden flexibler in ihrem Denken und Handeln und dankbarer für die kleinen Dinge des Lebens sein.

Wie wirst du in einem Jahr auf den März 2020 zurückschauen? Glücklich, dass es doch nicht so schlimm geworden ist, wie manche angenommen haben.

Was kommt als nächstes? Ich setze gerade ein Delivery Modell für Unternehmen auf, die trotz Homeoffice ihren Mitarbeitern einen gesunden Lunch ermöglichen wollen und bei dem wir mit unserem beets&roots E-Bike den Lunch kontaktlos zu jedem einzelnen Mitarbeiter ins Homeoffice bringen.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Pralinen – meine Frau erzählt bis heute die Geschichte unseres ersten Dates: Ich war damals in der Ausbildung und habe ihr eine halbe Stunde im Detail die Herstellungspraxis von Pralinen inklusive aller kritischen Punkte und Tricks erzählt, woraufhin sie mich eher für einen Sonderling hielt. Gott sei Dank hat es dann trotzdem geklappt.

Was schätzt du an dir am meisten? Als Kind habe ich immer schon gerne gekocht, aber ohne das richtige Wissen waren nicht alle Kreationen essbar. Heute schaffe ich doch größtenteils leckere Gerichte zuzubereiten, was besonders in der aktuellen Situation vorteilhaft ist und gute Laune macht.

Eine Begegnung, die du nie vergisst: 2012 ein Abend mit Wolfram Siebeck, dem Gastro-Tester-Papst im Deutschland der Nullerjahre und davor, mittlerweile leider verstorben, besuchte mich im Restaurant, das 2011 mit einem Stern ausgezeichnet wurde und wir sprachen lange bei einem Glas grünem Veltliner über Gott und die Welt und natürlich Essen. Für mich damals wie heute eine beeindruckende und starke Persönlichkeit, die viel für die Kulinarik in Deutschland geleistet hat.

Welche drei Lebensmittel würdest du hamstern? Olivenöl, Mehl, Butter

Wie sieht es bei dir zu Hause aus? Helle Räume, da Dachgeschoss, viele kantige Gastroprofigeräte in der Küche, großer weißer Tisch, bunte Stühle, alte Ledersofas, Holzboden, viele Bücher, schön aufgeräumt, vereinzelt Spielzeug auf dem Boden.

Dein Film- oder Serientipp für ein Wochenende zu Hause? In letzter Zeit hat mich „Der unsichtbare Gast“ von Oriol Paul sehr begeistert, ansonsten bieten sich gerade Klassiker mit Überlänge an, z.B. von Scorsese. Morgens für gute Laune nach dem Aufstehen zum Kaffee kochen und andere morgentliche Tätigkeiten empfehle ich Tele Gym Aerobic aus den 90ern nebenher laufen zu lassen. Auch ohne viel Bewegung fühlt man sich direkt fit.

Was würdest du ändern wenn du die Macht dazu hättest? Neben aktuell unfassbar viel sozialer Ungerechtigkeit und schwieriger weltpolitischer Situationen, dass regionale Produzenten und Erzeuger staatliche Unterstützung bekommen um sich soweit zu professionalisieren, dass eine flächendeckende und lückenlose Versorgung systemgastronomischer Betriebe sicher und dauerhaft möglich ist.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wahrscheinlich „Allerlei aus Kühlhaus 3“ wie es im Fachjargon heißt: ich liebe es Schubladen aufzuziehen und kleine Tapas-Portionen aus dem zu kochen was wir da haben. Wenn alle Stricke reißen gibt es Spaghettini mit Knoblauchöl und Parmesan.

Was sollte niemand von dir wissen? Bevor ich mit meinem Partner Max beets&roots gegründet habe, war Salat für mich eher die Nebensache auf der Speisekarte.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was Männer mit Glatze machen, wenn der Trend mit dem Hipster Bart irgendwann vorbei ist.

Das letzte Wort: Ich wünsche mir, dass wir trotz Kontaktverbot füreinander da sein können und es zusammen schaffen die Krise zu überwinden.

FOTO: Carina Adam

Richard Pflaume Hoyer

Richard ist Fotograf. Ein ziemlich guter, um genau zu sein. Das nützt ihm momentan allerdings herzlich wenig. Kunden und damit Aufträge sind unter den gegeben Umständen nämlich erst einmal keine in Sicht. Nachdem alle aktuellen Auftragsarbeiten gecancelled wurden, hat er mit einer experimentellen Projektarbeit begonnen. „Remote from Quarantine“ beschäftigt sich im künstlerischen Sinn mit Fotografie aus der Ferne, wenn man persönlich nicht anwesend sein kann oder möchte. Wie das geht? Richard porträtiert beispielsweise Menschen in Quarantäne über ihre Desktop- oder Handykamera. Das Szenario lässt sich nach Corona auch auf andere Krisen- oder Ausnahmesituationen übertragen. Entstehen soll ein Buch oder Booklet. Passt, denn Anfang 2019 hat sich Richard dazu entschieden, weniger kommerzielle Werbung zu fotografieren, weil sie zwar finanziell reizvoll ist, aber die Halbwertszeit eines Magazin-Seitenschlags oder einer U-Bahnstation in Durchfahrt hat. Parallel arbeitet er an zwei Dokumentarfilm-Projekten und Fotobüchern. Wir glauben an dich!

Name: Richard Pflaume Hoyer
Alter: Dreiunddreißig
Wohnort: Berlin
Beruf: Global Story Scout in Bild und Schrift (copyright)
Schuhgröße: In 10 Jahren stimmen Alter und Schuhgröße überein.
Lieblingskamera: Als Fotograf schwöre ich euch: Das Objektiv ist wichtiger als die Kamera.
Kontakt: richardpflaume.com

Beschreibe deinen Job in drei Worten: Complex but fun.

Was war bis jetzt dein größter beruflicher Erfolg und warum? Meine Steuererklärung von 2016 vor zwei Wochen erledigt zu haben. Weil zu unserem Beruf leider mehr gehört, als Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Geschafft hast du es, wenn du dich nicht mehr selbst darum kümmern musst, dass alles zum Steuerberater kommt. Das muss Freiheit sein!

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Kein direkter Rat, aber: Ich hatte das Glück einige Male Juergen Teller assistieren zu dürfen. Ein sehr angenehmer und bodenständiger Mensch. Ich habe ihn bei seiner Arbeit viel beobachtet und denke für mich verinnerlicht zu haben, dass das Zwischenmenschliche die halbe Miete oder mehr ist. Manchmal hat er Stunden kein einziges Foto gemacht, nur um die Stimmung für das dann für ihn perfekte Bild zu schaffen. Das hat mich fasziniert. Vielleicht hört sich das pathetisch an, aber ich finde man fühlt die Nähe zu seinen Motiven in seinen Bildern.

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Zwei, okay? Ich habe im tiefsten Bayern mal in einem fast privaten Moment Sophia Coppola freundlich die Hand geschüttelt ohne zu realisieren, dass sie es ist. Ich bin ein großer Fan ihrer Arbeit (Tipp: Das auf der DVD enthaltene BTS von Lost in Translation anschauen). Außerdem durfte ich vor einiger Zeit A$AP Rocky fotografieren. Was für ein feiner Kerl, alle Anwesenden inklusive mir waren verliebt in ihn.

Welchen Beruf würdest du gerne mal für einen Tag ausüben? Matrose auf einem Containerschiff. Die Dinger haben auf mich eine unerklärliche Anziehung.

Was ist gerade das Hintergrundbild auf deinem Telefon? Ein künstlerisch wertvolles Selfie meiner Partnerin. Nicht was du jetzt denkst…

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? Mach was du willst! Aber mach deine Steuererklärung von 2016 früher!

Welches war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat? Komplimente sind mir unangenehm. Aber man sollte Leuten unbedingt öfter ehrliche Komplimente machen, wenn einem danach ist.

Was machst du, wenn dir langweilig ist? Ich schwöre mir ist nie langweilig. Im Kopf ist immer was los.

Verrate uns einen magischen Ort! Jedes Arthouse Kino.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die Zahlen auf meiner Steuererklärung. Okay, stop, der Witz ist durch. Ich würde sofort alle Kriegsursachen beenden.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Eine gute Pasta.

Was sollte niemand von dir wissen? Ihr wollt, dass ich jetzt sage, dass das eine Fangfrage ist, oder?

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Welcher der beste Fußballverein der Welt ist, wobei es darauf ganz klar nur die Antwort Eintracht Frankfurt gibt. (Fußball ist als Spiegel einer Gesellschaft total unterbewertet und wird viel zu oberflächlich rezensiert.)

Das letzte Wort: Auch in schwierigen Zeiten, glaubt bitte an euch! Und an mich. Danke fürs Gespräch!

FOTO: Benjamin Kim / Richard Pflaume

Vreni Jäckle

Vreni ist eine Fashion Changerin. Gemeinsam mit ihren Co’s Jana und Nina hat sie nämlich die gleichnamige Plattform für nachhaltige Mode und Fair Fashion gegründet. Das letzte Jahr stand für die Fashion Changers ganz im Zeichen der aktivistischen Arbeit, beispielsweise durch die Unterstützung der #fairbylaw Petition, die versucht, auf politischer Ebene ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Textilunternehmen (und alle anderen!) Verantwortung für ihre Lieferketten übernehmen müssen. Am 12. März erschien das Buch „Fashion Changers – wie wir mit fairer Mode die Welt verändern können“ im Knesebeck Verlag. Darin dreht sich alles um das enorme Change-Potential der zweitgrößten Konsumgüterindustrie in Deutschland für Gleichberechtigung, Geschlechtergerechtigkeit, Diversität, Klimakrise und Nachhaltigkeit. Wir verlosen zwei druckfrische Exemplare. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚KONSTANT IST NUR DER WANDEL‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de. Zurück zu Vreni. Was wir bereits wissen: sie betreibt einen eigenen Podcast namens „Gern Geschehen!“, liebt Altes und Schönes, Rotwein und tiefgründige Gespräche. Was wir noch wissen wollen. Alles! Deshalb haben wir auch fast alles gefragt. Frage zehn wird euch überraschen.

Name: Vreni Jäckle
Alter: 26
Wohnort: Berlin
Beruf: 100% Fashion Changer ;) (nebenher mache ich Kommunikations- und visuelle Konzepte für LOVECO)
Schuhgröße: 39, aber wenn ich groß bin, will ich in den Fußstapfen von Iris Apfel wandeln.
Lieblingsgetränk: Berlin-Klischee, aber wahr: Mate.
Kontakt: @vrenijaeckle auf Instagram

Wofür brennst du? Für eine bessere Modebranche, die ihren Profit nicht auf die Ausbeutung von unzähligen Textilarbeiter*innen auf der einen Seite stützt und Marketing mit den Unsicherheiten von Frauen* auf der anderen Seite macht. Und für eine, die Umweltstandards nicht nur als PR-Tool versteht, sondern wirklich was für Klimaschutz macht.

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast? Meiner Familie zu erklären, dass ich als Vegetarierin auch nicht „nur ein bisschen Speck“ oder Fisch essen will. Als ich mich dann auch noch für eine vegane Ernährung und gegen den Quark-Auflauf entschieden habe, war das für alle Beteiligten nochmal extra hart.

Wenn du umziehen müsstest, wo würdest du gerne leben? Mir fällt eigentlich kein besserer Ort als Berlin ein, aber wenn ich wirklich müsste: Malmö, Kopenhagen oder Amsterdam.

Was wolltest du mal werden, wenn du groß bist? Balletttänzerin!

Was für eine Rolle hast du in deinem Freundeskreis? Ich bin die, die eigentlich immer etwas zu spät kommt, dafür keine Ausreden hat außer die eigene leichte Verpeiltheit – äh, Verträumtheit! – sich einen Wein einschenkt und dann spätestens nach einer Stunde völlig in einem tiefgründigen Gespräch versunken ist.

Wenn du drei historische Personen zum Essen einladen könntest, welche wären das? Das war zwar nicht die Frage, aber ich würde gerne mit Simone de Beauvoir, Wes Anderson und Iris Apfel einen Film drehen. Drehbuch: Simone de Beauvoir, Regie: Wes Anderson, Kostüm: Iris Apfel, Behind the scenes Stories auf Instagram: Vreni Jäckle.

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? An den Anrufen von meinem Steuerberater.

Wenn du ein Video haben könntest von einer Situation deiner Wahl aus deinem Leben. Welche Situation wäre das? Wie ich als Kind auf unserem damaligen Bauernhof die Hühner füttere.

Dein Song für die Ewigkeit? Metronomy – The Look

Welchen Wochentag magst du am liebsten und warum? Sonntag. Ich bin überhaupt nicht religiös, aber ich liebe es, wenn wir alle für einen Tag in der Woche aufhören, sinnlosen Kram zu kaufen und ein bisschen runterfahren. Und auch allein sein an einem Sonntag ist eine gute Übung, finde ich.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde ein Lieferkettengesetz, wie wir es mit der #fairbylaw Petition fordern, durchsetzen und einen Brief an das Wirtschaftsministerium senden, in dem steht: „Siehste, tat doch gar nicht so sehr weh!“

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ich würde total vergessen, dass ich etwas hätte kochen sollen und ihr müsstet dann erstmal Gemüse mit mir schneiden.

Was sollte niemand von Dir wissen? Da fällt mir gar nichts ein, weil ich immer von radikaler Ehrlichkeit spreche und das auch wirklich so meine. Ich mache kein Geheimnis daraus, ob ich etwas gut oder schlecht kann und beantworte tatsächlich auch die Frage „Wie geht’s dir?” meistens ehrlicher als mein Gegenüber das vielleicht erwartet.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wann eröffnest du einen Vintage-Store?

Das letzte Wort: Wanna support women? Support fair fashion!

FOTO: Vreni Jäckle

Olivia Wenzel

Olivia Wenzel, Jahrgang 1985, wuchs als Kind einer weißen Mutter aus Ostdeutschland und eines schwarzen Vaters aus Sambia in der Nähe von Weimar auf. „Dort lebten wenige Schwarze, wir wurden ständig verwechselt“, sagt sie. Inzwischen lebt sie in Berlin und wird weniger oft verwechselt. Das Thema Alltagsrassismus hat sich damit aber nicht erledigt. In ihrem ersten Roman „1000 Serpentinen Angst“ thematisiert sie ihre ganz persönlichen Erfahrungen und teilt Gedanken zu Herkunft und Verlust, über Lebensfreude und Einsamkeit, Liebe und Angst. Im Buch geht es um eine eine junge schwarze Frau, die in Ostdeutschland Ende der 1980er Jahre auf die Welt kommt, später nach Berlin zieht und getrieben ist – von den Menschen in ihrer Umgebung, dem toten Zwillingsbruder, der überforderten Mutter und dem abwesenden Vater. Starker Tobak, starker Roman. Momentan ist Olivia dabei ringsum Interviews und Lesereisen zu bewerkstelligen. Ihr kafkaesker Hang zu To-Do-Listen kommt ihr da sicher zugute.

Name: Olivia Wenzel
Alter: 35
Wohnort: Berlin
Beruf: meistens Autorin & Musikerin, gebe manchmal auch Workshops & manage Kulturprojekte
Schuhgröße: Eine Größe zu groß für so genannte Damenschuhe.
Lieblingsort auf der Welt: Am Meer, egal wo.
Kontakt: Über meinen Verlag, S. Fischer.

Würdest du lieber etwas versuchen und dabei scheitern oder es gar nicht erst versuchen? Ich versuche gern und oft neue Sachen, in meiner Arbeit und generell. Scheitern ist für mich weder peinlich noch negativ. Nur beim Essen gefällt mir eine gewisse Routine; ich gehe sehr gern in gutbürgerlichen, langweilig anmutenden Restaurants essen.

Was wäre eine Sache, die du uns beibringen könntest? In sich selbst hineinzulauschen und sehr genau auf die „innere Stimme“ zu hören.

Was ist wichtiger: Theorie oder Praxis? Das geht für mich Hand in Hand, ich habe auch genau das studiert: Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis.

Wer oder was inspiriert dich? Filme wie „Beasts of the Southern Wild“, Bücher wie Jia Tolentinos „Trick Mirror“, Menschen in meinem Alltag, denen ich zufällig begegne und die herzlich und offen sind.

Wenn alle Jobs gleich bezahlt werden würden, welchen Beruf würdest du dann wählen? Ich habe das Glück und Privileg, von meiner künstlerischen Arbeit leben zu können. Viel Geld hat mich noch nie interessiert, eher überfordert. Sprich: Ich würde all das machen, was ich bisher gemacht habe, genauso.

Auf was für Veränderung hoffst du in der Zukunft? Verbot der AfD, verstärkte soziale Beschämung all derer, die menschenverachtend hetzen, ein Internet, das mir nicht ständig irgendwas verkaufen will, inklusive mich selbst, eine intaktere Natur, und, wie jedes Jahr: dass ich es endlich schaffe, genügend Sport zu treiben, um mich einigermaßen fit zu fühlen.

Wie alt wärst du gerne für immer? Ich glaube, 40 zu sein wird der Hammer.

Bist du ein Gefühls- oder ein Kopfmensch? 50/50

Welche aktuell lebende Person würdest du gerne mal treffen? Ich würde mich sehr freuen, wenn Tic Tac Toe sich wiedervereinigen und mir zuhause, im Wohnzimmer, ein Acapella-Rap-Konzert geben würden. Und ich würde sehr gerne mal ein paar Tage mit einer Spielerfrau irgendeines international bekannten Fußballstars verbringen, also Einblicke in ihren Alltag bekommen. Würde Sun Ra noch leben, würde ich auch ihn gern treffen, auf dem Saturn ein bißchen mit ihm umher floaten und von weit weit weg, mit großer Gelassenheit, auf die Erde schauen.

Wenn du nicht mehr schlafen müsstest, was würdest du mit der zusätzlichen Zeit anfangen? Ich liebe Schlafen. Aber wenn ich tatsächlich mal etwas mehr freie Zeit zur Verfügung hätte, würde ich gern monatelang chillen, gut essen, am Meer herumliegen und lesen. Also die Form von Urlaub als Alltag leben, für die so viele Leute so viele Jahre hart arbeiten gehen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Siehe: Auf welche Veränderungen hoffe ich in der Zukunft.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ich bin keine gute Köchin. An einem okayen Tag würde ich euch wahrscheinlich was Vietnamesisches bestellen, an einem schlechten Tag ’ne billige Tiefkühl Margherita in den Ofen hauen.

Was sollte niemand von Dir wissen? Womit ich mein Geld verdienen wollte, als ich nach Berlin zog.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Im Moment werde ich ziemlich oft gefragt, was in meinem Roman autobiographisch ist. Ich find’s toll, dass ihr das nicht gefragt habt.

Das letzte Wort: Schaut unser schönes Video an, das wir, von meinem Buch inspiriert, gedreht haben!

FOTO: Juliane Werner

Teresa Bücker

Teresa Bücker ist Journalistin, Moderatorin und Speakerin zu gesellschaftspolitischen Themen – ganz besonders Zeit, Arbeit, Feminismus und Familie. Zuvor war sie Chefredakteurin bei EDITION F, vorher Ressortleiterin Community und Social Media der Wochenzeitung der Freitag und Referentin für Digitale Strategie des SPD-Parteivorstands. Seit November 2019 schreibt sie für das Süddeutsche Zeitung Magazin Online die wöchentliche Kolumne Freie Radikale – die Ideenkolumne. Im April bekommt sie ihr zweites Kind. Die Zeit bis dahin nutzt sie zum Nachdenken, über das Thema ihres ersten Buches beispielsweise. Irgendwas mit Leopardenmustern, Feminismus, Akte X und Birnen-Schokokuchen vermutlich. Einen Titel gäbe es auch schon: „Nicht alle aus dem Sauerland sind so wie Friedrich Merz.“

Name: Teresa Bücker
Alter: 35
Wohnort: Berlin
Beruf: Journalistin
Schuhgröße: 38
Lieblingsbuch: Leslie Jamison – Die Empathie-Tests
Kontakt: teresabuecker.de

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freund*innen beschreiben? Besonnen, empathisch, weitsichtig

Wenn alle Jobs gleich bezahlt werden würden, welchen Beruf würdest du dann wählen? Immer wieder Journalistin und Autorin.

Was war die beste Entscheidung deiner beruflichen Laufbahn? Mein Veterinärmedizin-Studium abzubrechen und zu erkennen, dass ich nicht aus vollem Herzen Tierärztin werden wollte.

Könntest du dir ein Leben ohne Internet vorstellen? Ja. Wenn wir alle weniger arbeiten würden und damit mehr Zeit für Freund*innen und Familie hätten.

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Ein Treffen mit dem SPD-Politiker Egon Bahr, der als ersten Satz zu mir sagte: „Ich habe über Sie gelesen in Verbindung mit Cyber-War.“

Was kommt als nächstes? Die feministische Revolution. Wenn wir alle mitmachen.

Verrate uns einen magischen Ort! Modica in Sizilien.

Welches war das bisher schönste Kompliment, das dir jemand gemacht hat? Nach einer meiner Kolumnen im SZ-Magazin hat mich mein ehemaliger Nachhilfeschüler angeschrieben, den ich unterrichtet habe, als ich selbst in der Oberstufe war. Er hat sich für die Zeit mit mir damals bedankt und gesagt, er hätte danach nie wieder Nachhilfe gebraucht und gelernt, sich selbst zu motivieren. Mich hat das sehr berührt, dass er mir geschrieben hat und dass ich etwas in seinem Leben verändern konnte. Das hätte ich nie so eingeschätzt.

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen? Ein echtes Interesse an anderen zu haben, neugierig auf und offen für sie zu sein. Also zuhören und verstehen wollen.

Wessen BRAVO-Poster hattest du an der Wand? Unter anderem eines von Dana Scully und Fox Mulder. Das würde ich mir heute immer noch aufhängen. Vielleicht mittlerweile aber nur noch eins von Gillian Anderson, die ich nach wie vor vergöttere und die immer schöner wird.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die 20-Stunden-Woche einführen. Denn ich glaube, dass das vor allem zwischenmenschlich viel verändern könnte, wenn wir mehr Zeit füreinander hätten und weniger gestresst wären. Mehr Zeit für Liebe, weniger Zeit für Hass.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ich würde meinen Partner für euch kochen lassen, meine Kochkünste beschränken sich auf eine gute Kürbissuppe. Dafür kann ich richtig gut backen, zum Beispiel einen sehr tollen Schokokuchen mit Birnen.

Was sollte niemand von dir wissen? Schwierige Frage! Denn eines meiner Anliegen ist, dass wir Tabus abbauen und uns verletzlich zeigen können, ohne dass daraus Nachteile entstehen. Es ist so wichtig, über schwere Zeiten und die eigenen Macken zu sprechen, damit andere merken, dass sie mit ihren Problemen nicht allein sind.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist schöner als Feminismus?

Das letzte Wort: Leopardenkleider machen glücklich.

FOTO: Jasmin Schreiber

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 03. März 2020 | Tags: , Keine Kommentare

Elisabeth Schuh & Petra Moske

In Deutschland leben über eine Million Familien, die ein chronisch krankes oder behindertes Kind zu Hause pflegen. Ein Fulltime-Job für die Eltern, der sie physisch und psychisch an ihre Grenzen bringt – leider oft auch an den Rand der Gesellschaft. Vor 20 Jahren gründeten Petra Moske und Elisabeth Schuh den Verein nestwärme e.V., sammelten seither unermüdlich Spenden und gewannen zahllose Mitmacher, Kooperationspartner und Unterstützer. In 20 Jahren ist aus dem Verein ein Sozialunternehmen mit einem Netzwerk aus Zivilgesellschaft, Politik sowie Wirtschaft geworden, das Zeit und Wärme schenkt, berät, unterstützt und eine Brücke zwischen der Gesellschaft und besonderen Familien schlägt. Wir haben die beiden Kümmerinnen, Pflegerinnen, Psychologinnen, Hubschraubermuttis, Karnevalbegeisterte, Vorsorgerinnen, Menschenfischerinnen getrennt voneinander befragt. Endlich gab’s mal grundsolide Antworten auf die Kochfrage!

Name: Elisabeth Schuh / Petra Moske
Alter: 57 / 54
Wohnort: Trier / Trier
Beruf: Expertin und Erneuerin im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens / Beziehungsmanagerin und Sozialunternehmerin
Schuhgröße: 41 / 40
Lieblingsfilmzitat: „Ja Chef, Nein Chef, Weiss ich nicht Chef.“ (Dinner Rush) / „Irgendwas ist anders“. – „ Gut oder schlecht?“ – „Alles was anders ist, ist gut.“ (Und täglich grüßt das Murmeltier)
Kontakt: kontakt@nestwaerme.de

Was schätzt du an dir am meisten?
Elisabeth: Dass ich Action liebe und trotzdem auch Ruhe halten kann.
Petra: Meine Lebensfreude und meine Hartnäckigkeit

Warum machst den Job, den du heute machst?
Elisabeth: Weil ich so viel bewegen kann, und weil es mit Petra zusammen und unserem Team immer passt.
Petra: Es erfüllt mich sehr, Grenzgängerin, Aktivistin und Mitgestalterin zu sein – für etwas ganz ganz besonders Sinnhaftes! Nämlich zum Wohle für und mit Menschen (Kindern).

Auf welche Veränderung hoffst du in der Zukunft?
Elisabeth: Auf eine faire, friedliche und weniger gewinnorientierte Welt.
Petra: Auf eine inklusive Gesellschaft, in der menschliche Wärme und Zuwendung mindestens einen so hohen Stellenwert haben, wie Model-Influencer jetzt schon.

Welche ist deine früheste Erinnerung?
Elisabeth: Als mein Opa mir und meinem Bruder warnend zurief, damit wir nicht vom Strohboden runterfallen.
Petra: Mein Campingurlaub mit meinen Grosseltern in Südfrankreich.

Für welche drei Dinge in deinem Leben bist du besonders dankbar?
Elisabeth: Dass ich gesund und relativ unbeschwert aufwachsen durfte, für meine Familie und dass wir ein Häuschen für uns haben.
Petra: Als Frau in einem freien Land zu leben, meine Tochter und darauf, gesellschaftliche und berufliche Gestalterin zu sein.

Elisabeth, beschreibe Petra in einem Satz: Sie ist meine Muse und mit ihr geht immer was!
Petra, beschreibe Elisabeth in einem Satz: Durch dick und dünn gehende Schwester von Filzpantoffel bis High Heels und Unternehmerin für alle Fälle.

Wofür brennst du?
Elisabeth: Für meine Familie und für alle und alles bei nestwärme
Petra: Für Inklusion, Milchreis und Rotwein

Wen rufst du am häufigsten an?
Elisabeth: Ich telefoniere nicht gern.
Petra: Social Media-Experten in meinem Freundes-und Kollegenkreis

Du wirst wiedergeboren, als was?
Elisabeth: Katze
Petra: Giraffe

Meer oder Berge?
Elisabeth: Unbedingt Meer
Petra: Berg mit Meerblick

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Elisabeth: Dass es schon eine Lösung gäbe, wie wir alle miteinander die Verantwortlichkeit für eine faire, lebenswerte und ausgeglichene Weltgemeinschaft und Natur leben.
Petra: In Deutschland alleinerziehende und pflegende Mütter sowie RentnerInnen besser stellen und einige Länder von Despoten und Narzissten befreien.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Elisabeth: Dippe Lappes und Mousse au Chocolat
Petra: Gefüllte und gebratene Leber mit Äpfelstücken und Teerdich (Kartoffelstampf)

Was sollte niemand von dir wissen?
Elisabeth: Dass ich nachts schnarche :(
Petra: Wieviel Paar Schuhe ich habe.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Elisabeth: Auf wen hörst du am meisten? Auf meine Mutter, meine Kollegin Petra und meinen Mann.
Petra: Wer hat dir dein unverwechselbares Lachen geschenkt?

Das letzte Wort:
Elisabeth: „Friede im Himmel“ ha ha.. das ist ein original Trierer Scherz. Vielleicht aber auch: Empört Euch! (Stéphane Hessel)
Petra: …ist noch lange nicht gesprochen…

FOTO: nestwärme

Peter Kowalsky

Peter Kowalsky hat die BIONADE erfunden. Das passt, denn am liebsten macht er Dinge, die vor ihm noch keiner gemacht hat. Wenn man dann auch noch Braumeister und Lebensmitteltechnologe… Was er nicht so gern mag, ist angestellt zu sein, weshalb die Zeit nach BIONADE auch direkt zur Zeit vor INJU wurde, so heißt nämlich sein neues Unternehmen, mit dem er Erfrischungsgetränke entwickelt, die natürlich von innen stärken. FLASH zum Beispiel ist seine Kampfansage an alle künstlichen Energydrinks. Fun Fact am Rande: Weil die Familienbrauerei nicht lief und keiner in der Familie ahnen konnte, wann sie mit BIONADE Geld verdienen würden, eröffnete die Kowalsky-Gang eine Disco als Finanzierungsmodell. „Die Disko war in Ostheim vor der Rhön, hieß „08/15 – Der helle Wahnsinn“ und hatte Platz für 1.500 Leute, was in einem Ort mit 1.500 Einwohnern echt der Wahnsinn war“ sagt er. „Und wir hatten als zweite Diskothek in Deutschland einen Laser!“

Name: Peter Kowalsky
Alter: 51 Jahre
Wohnort: Berlin
Beruf: Braumeister und Unternehmer
Schuhgröße: 45
Lieblingsgeschmack: scharf
Kontakt: inju.com, immer Do., 17 Uhr im UG der Linienstraße 139 zur Führung durch das INJU-Produktionslabor

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Immer so zu bleiben, dass ich mich gut finden kann.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Ein Ex-Konzernvorstand: „Peter, wenn Du in eine harte Auseinandersetzung gehst, musst Du Dir vorher vorstellen können, auch alles zu verlieren.“

Was machst du an einem freien Tag? Feuer

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Fassbier

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? Fürchte Dich nicht!

Die ganze Welt hört dir zu: Was sagst du? Hört lieber auf Euch selbst als auf andere.

Was ist gerade das Hintergrundbild auf deinem Telefon? Eine Skulptur von Helga Schmidhuber, einer tollen Künstlerin und Freundin.

Was ist dein wertvollster Besitz? Meine Freiheit

In welcher Beziehung bist du ein Spießer? Sauberkeit und Ordnung

Was ist dein verstecktes Talent? Spüren, wie es anderen geht.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Hungersnöte auf der Welt beenden

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Tafelspitz oder Rhöner Bratwürste (die würde ich aber grillen)

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich mal Minigolf-Champion war. Die aufregenderen Sachen kann ich natürlich nicht erzählen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wollen wir was zusammen machen?

Das letzte Wort: Es kommt immer anders, als man denkt. Und das ist gut so.

FOTO: INJU

Dr. Kati Ernst & Kristine Zeller

Kristine und Kati kennen sich schon ein Jahrzehnt. Beide machten zunächst Karriere und stellten sich irgendwann die Frage nach dem Sinn. Also danach, wie sie mit ihrem Tun positiven gesellschaftlichen Einfluss nehmen können. Zunächst jede für sich, dann gemeinsam. Gott sei Dank! Denn mit ooshi haben sie vielen Frauen zu einem freieren, selbstbewussteren und natürlicheren Umgang mit sich selbst und dem eigenen Körper verholfen. Ihre Periodenunterwäsche ist chic und praktisch, aber auch und vor allem ein Türöffner für einen unverkrampfteren Umgang mit femininen „Tabuthemen“. Was die beiden noch verbindet: der Anspruch als Working Moms Leben und Arbeiten in eine sinnstiftende Balance zu bringen und sich selbst treu zu bleiben. Wir haben die beiden mal unabhängig voneinander hochinvestigativ befragt. Auf die Frage, was sie zuletzt wirklich bewegt hat, erwähnt die eine die Super-Bowl-Halftime-Show von JLo und Shakira und die andere stellt sich die Frage, wie sie im Alter arbeiten möchte. Also wer da keinen Zusammenhang erkennt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Name: Dr. Kati Ernst / Kristine Zeller
Alter: 38 / 38
Wohnort: Berlin / Berlin
Beruf: Unternehmerin / Co-GF und Co-Gründerin
Schuhgröße: 42 / 39
Lieblingsort in Berlin: Bötzowkiez / Oberbaumbrücke
Kontakt: @ooshi.period.underwear / linkedin.com/kristine-zeller

Bist du besser darin, Dinge anzufangen oder zu beenden?
Kati: Beenden
Kristine: Zu beenden. Es gibt nichts befriedigerendes, als ein To-Do abzuhaken.

Was bedeutet beruflicher Erfolg für dich?
Kati: Selbstbestimmt zu sein
Kristine: Arbeit, die einen tieferen Sinn hat. Genug verdienen, dass ich davon leben und für das Alter vorsorgen kann. Genug Zeit mit Familie und Freunden.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast?
Kati: Trau deiner Intuition auch im Business.
Kristine: Ich muss auf mich selbst aufpassen.

Eine Fee schenkt dir eine berufliche Fähigkeit. Welche wäre es?
Kati: Gestalterisch kreativ zu sein
Kristine: Weniger Angst, mehr Mut.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir?
Kati: Es wird so viel geiler als du denkst – trau dich einfach.
Kristine: Mehr Gelassenheit.

Die ganze Welt hört dir zu: Was sagst du?
Kati: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Kristine: Feminismus ist wichtig. Frauen, seid unbequem! Frauen, solidarisiert euch!

Kati, beschreibe Kristine in drei Worten: Herzlich, entschlossen, ehrlich.
Kristine, beschreibe Kati in drei Worten: Ungewöhnlich, mega schlau, kreativ.

Was wäre das Erste, das du tätest, wenn du unsichtbar wärst?
Kati: Mich zu Angie ins Kanzelamt reinsetzen und ein paar Tage mitmachen.
Kristine: Einen Tag mit Angela Merkel verbringen.

Wann hast du zuletzt von Herzen gelacht?
Kati: Letzte Woche.
Kristine: Mit Kati im Auto von Bielefeld nach Berlin. Thema ist nicht jugendfrei.

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt?
Kati: Keine Ahnung warum, aber die Super-Bowl-Halftime-Show von JLo und Shakira.
Kristine: Wie möchte ich im Alter arbeiten?

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Kati: Die Frauenquote einführen (auch bzgl. der Ausgaben von VCs)
Kristine: Gleichberechtigung für alle Menschen

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Kati: Spaghetti Bolognese
Kristine: Hummus

Was sollte niemand von dir wissen?
Kati: Dass ich britische Reality TV Formate suchte.
Kristine: Doofe Frage :-))

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Kati: Wieso gründen so wenig Frauen Startups?
Kristine: Welches Buch liest du gerade? (Sprache und Sein von Kübra Gümüsay) Was ist deine Lieblings-Netflix-Serie? (Haus des Geldes)

Das letzte Wort:
Kati: #normalizeperiods
Kristine: Ich bin immer auf der Suche nach geilen Trainings (vielfältige Themen). Wer einen Tipp hat für ein gutes Training, schreib mich an bitte!

FOTO: ooshi

Dastan Kasmamytov

Dastan ist Programmierer, Queer-Aktivist und Nomade. Der Berliner stammt aus dem schönen Kirgisistan (wer nicht weiß, wo das liegt: nördlich von Tadschikistan, östlich von Usbekistan). Er spricht fünf Sprachen und bereiste mehr als 50 Länder. 13 davon durchquerte er mit dem Fahrrad und sammelte die Geschichten schwuler Männer vor allem im asiatischen Raum. Zuletzt gründete er die Menschenrechts-Kampagne „Pink Summits“. Gemeinsam mit seinem Team besteigt er die Seven Summits, die höchsten Berge aller Kontinente und hisst die Regenbogenfahne, um für mehr LGBT+ Sichtbarkeit in Zentralasien zu demonstrieren. Die Gipfel des Mount Kosciuszko in Australien, des Elbrus in Russland und des Kilimanjaro in Afrika haben sie bereits erklommen. Der Aufstieg zum Mount Everest soll im Jahr 2025 den Abschluss bilden. Seine inspirierenden und herausfordernden Reiseerfahrungen dokumentiert er online und sammelt Spenden für lokale LGBT+ Organisationen und queere Opfer von Gewalt. Über sich selbst sagt er: „Bergsteigen ist gefährlich, aber ein LGBT+ Aktivist in Kirgisistan zu sein birgt noch mehr Gefahren. Ich habe immer Adrenalin, einen Sturm von Emotionen, Angst, Verzweiflung, Hoffnung, Freude und Glück, sowohl in meinem Aktivismus als auch im Bergsteigen erlebt.

Name: Dastan (persisch: legendär oder episch)
Alter: 28 im Pass ;)
Wohnort: Berlin
Beruf: Entwickler & Data Scientist
Schuhgröße: meistens 44
Lieblingsberg: Pik Karakolsky, Terskey Alatoo, Kirgisistan
Kontakt: pinksummits.com

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast? Ich kann die Welt entdecken und gleichzeitig etwas Wichtiges für die Gesellschaft tun.

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Die Idee, alle Kontinente zu erradeln.

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Ich bin der erste Kirgise, der sich öffentlich geoutet hat – und folglich war meine bisher größte Herausfordung, meine Familie und mich vor Hass und Gewalt schützen.

Drei Punkte, die auf deiner Liste für 2020 stehen: 1. Mont Blanc 2. Expedition nach Zentralasien (wer kommt mit? Schreibt mir!) 3. Aconcagua in Südamerika

Was schätzt du an dir selbst am meisten? Neugier

Hast du ein verstecktes Talent? Leute inspirieren

Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte: Der Junge und das Meer (anderer Titel: Scheckiger Hund, der am Meer entlangläuft) von Tschingis Aitmatow

Schließ die Augen und denk an etwas Schönes. Woran denkst du? An meine Eltern, die noch in Kirgisistan wohnen.

Zu welcher Musik tanzt du am liebsten? Zentralasiatischer Elektro

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt? Unterstützung zu bekommen, welche ich nicht erwartet habe.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde die Verfolgung, die Gewalt und den Hass gegen LGBT beenden.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Zentralasiatische Plov oder Lagman

Was sollte niemand von dir wissen? Meine Träume. Die will ich immer zuerst umsetzen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie ist es schwul zu sein in Kirgisistan?

Das letzte Wort: Das kirgisische Sprichwort: Эрдик билекте эмес, жүрөктө. (Mut liegt nicht in den starken Händen, sondern im starken Herzen.)

FOTO: Pink Summits

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 04. Februar 2020 | Tags: , Keine Kommentare

Jesko Habert & Ortwin Bader-Iskraut

Jesko (rechts auf dem Foto) und Ortwin sind Kiezpoeten, soll heißen Mitglieder des gleichnamigen Poetry Slam- und Veranstalter-Kollektivs aus Berlin. Vor fünf Jahren erst gegründet, sind die Kiezpoeten inzwischen das größte Poetry Slam-Kollektiv Berlins und performen schonmal im Auftrag der Unesco-Kommission Deutschland oder anderer dicker Fische. Allein im gerade begonnenen Jahr stehen etwa 100 Poetry Slams, Songslams, Kleinkunstshows uvm. in Berlin und Brandenburg an. Zum Beispiel das Ostberlin Poetry Slam Open Air am 13. Juni im Freiluftkino Friedrichshagen oder die Berlin-Brandenburg-Meisterschaften im Poetry Slam vom 16.-19. April. Auf ein Wort, ihr Wortakrobaten.

Name: Jesko Habert / Ortwin Bader-Iskraut
Alter: 31 / 28
Wohnort: Berlin / Berlin
Beruf: Veranstalter, Poet, Redakteur / Musiker, Slam Poet, Veranstalter
Schuhgröße: 42 / 43
Lieblingswort: Fingerspitzengefühl / knorke
Kontakt: kiezpoeten.com

Ein Wort, das du viel zu oft benutzt:
Jesko: Schön
Ortwin: Entschuldigung

Welcher Moment hat alles verändert?
Jesko: 2012, als ich mit meinem besten Freund entschied, eine eigene Slam-Veranstaltung in meiner Uni-Stadt Halle zu starten, den Regioslam. Selbst plakatieren gehen und Stühle rücken, Teamtexte für den Feature-Slot zusammen schreiben, gemeinsame Moderation durchsprechen – das war anstrengend und ein Allround-Job, aber da hab ich Blut geleckt.
Ortwin: 2011, als ich damals zum ersten Mal mit ein paar mittelguten Gedichten auf meinem Laptop aus Versehen auf einem kleinen Dorfslam aufgetreten bin und gemerkt hab: ah cool, es reimt sich und die Leute hören trotzdem zu!

Hast du Lampenfieber?
Jesko: Nee, gar nicht. Außer mit einem neuen Text. Oder bei einer Meisterschaft. Oder wenn ich in der Nacht davor schlecht geschlafen hab. Ok, also manchmal.
Ortwin: Nur wenn ich meinen Text nicht kann. Ok, also meistens.

Was würdest du tun, wenn du nicht scheitern könntest?
Jesko: Fünfzehn Leute einstellen, die diese ganze nervige Marketing- und Bürokratie-Arbeit übernehmen, und die das so gut machen, dass sie ihr eigenes Gehalt wieder reinholen.
Ortwin: Das Poetry Slam Ding sein lassen und ne schöne Runde BWL studieren.

Welche tolle Textzeile hättest du gern selbst geschrieben?
Jesko: „Sichte ich dich, dichte ich von verlockenden Locken, die wie in der Werbung locker wie Flocken fallen“ (Bas Bötcher/Zentrifugal. Mein Beispiel wann immer ich Amis zeigen will, dass die deutsche Sprache nicht immer wie Nazis klingt.)
Ortwin: Nicht nur eine, sondern die meisten von Philipp Scharrenberg.

Du auf einer einsamen Insel, welche drei Bücher nimmst du mit?
Jesko: Kann ich stattdessen auch einfach drei Poet*innen mitnehmen? Welche, die ihre Texte auswendig können?
Ortwin: Die Stadt der träumenden Bücher, ein Telefonbuch und eine Bauanleitung für ein Nokia.

Wer war der Held deiner Kindheit und wer ist es heute?
Jesko: Der Held meiner Kindheit war wahrscheinlich irgendein Radiomoderator. Oder ein Ritter. (Ist ja fast das gleiche.)
Ortwin: Als ich klein war, vermutlich irgendein sinnloses Kind aus der Klasse über mir. Heute ganz klar alle Menschen, die es schaffen, regelmäßig zu einer einstelligen Uhrzeit aufzustehen und dennoch niemanden zu erschießen.

Wo fühlst du dich zuhause?
Jesko: Auf meinem „Home-Slam“, dem Schall & Rauch im Fabriktheater Moabit.
Ortwin: Überall, wo man mir ein Bier hinstellt.

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist?
Jesko: Dass ich mit Ortwin öfter über Umsatzsteuer rede als über Reimschemata.
Ortwin: Wenn ich mich bei Jesko ausheule, dann seltener wegen Liebeskummer, sondern wahrscheinlich wegen meiner Steuererklärung.

Wovor hast du Angst?
Jesko: Dass ich mit Ortwin öfter über Umsatzsteuer rede als über Reimschemata.
Ortwin: Dass Jesko sich auch 2020 weigert meine Steuererklärung zu machen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Jesko: Kaffee
Ortwin: N schönes heißes Wasser!

Was sollte jeder über euch wissen?
Jesko: Alles. Wir sollten einfach Teil der Allgemeinbildung sein.
Ortwin: Nur das Schlimmste. Dann seid ihr hinterher wenigstens positiv überrascht.

Was sollte niemand von euch wissen?
Jesko: Dass wir total sell-out sind. Gib uns genug Geld und wir schreiben dir nen Text über intermodalen Güterverkehr, oder Ortwin?
Ortwin: Ich muss seit fünf Jahren die Pausen zwischen den Texten und den Jurywertungen überbrücken. Ich glaube, es ist schon alles gesagt.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Jesko: „Wieviel Geld müsste ich euch geben, um einen Text über multimodalen Güterverkehr zu schreiben?“ und „Welcher Text liegt euch schon lange auf dem Herzen, aber ihr kommt einfach nicht dazu, ihn zu schreiben?“
Ortwin: „Kannst du mir nochmal deine IBAN schicken?“

Das letzte Wort:
Jesko: Hat immer Ortwin.
Ortwin: Danke Jesko.

FOTO: Tino Samland

Yared Dibaba

So, jetzt wird’s rasant. Gut, dass wir euch Yared Dibaba geschriebenen Wortes vorstellen können. Denn erstens brauchen wir derer viele und zweitens würdet ihr ihn wahrscheinlich nicht verstehen, wenn er es euch persönlich erzählen würde. Doch der Reihe nach: Yared ist Sänger, Schauspieler, Entertainer und ein Oromo (Volksgruppe, die in Äthiopien und im Norden Kenias lebt), der als Entwicklungshelfer für plattdeutsche Sprache in den Norden Deutschlands gekommen ist. Hä!? Plattdeutsch? Akkraat! Er betreibt einen eigenen YouTube-Channel, auf dem er Nachhilfe in Sachen platter Mundart gibt. Gerade eröffnet er außerdem mit drei Freunden den Club „UWE“ auf St. Pauli direkt auf der Reeperbahn. Außerdem wird es in diesem Jahr ein neues Album von ihm geben. Nochmal außerdem moderiert er beim NDR das MoMa und verschiedene Veranstaltungen im Rahmen der anstehenden Fußball EM. Darüber hinaus engagiert er sich für bedrohte Völker, schwerpunktmäßig für die Oromos, und gesellschaftliches Kuddelmuddel (Vielfalt).

Name: Yared Dibaba
Alter: 50
Wohnort: Hamburg
Beruf: Moderator, Sänger, Schauspieler, Entertainer und Autor
Schuhgröße: 43
Lieblingsort in Hamburg: Zuhause
Kontakt: yared.de

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Fast immer! Nach meinem Gefühl habe ich den tollsten Job der Welt, er füllt mich aus. Besonders glücklich bin ich, wenn ich mit dem, was ich mache, Menschen berühren kann.

Welchen Beruf würdest du gerne mal für einen Tag ausüben? Orchesterdirigent

Dein schlimmster Ohrwurm? Cotton Eye Joe

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Ich hätte gerne den Verschluss der Schuhcremedose erfunden.

Was war bis jetzt dein größter beruflicher Erfolg und warum? Der größte Erfolg für mich ist, dass ich das machen kann, worauf ich Bock habe.

Ein Wort, das du viel zu oft benutzt: Alter

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast? Ich kann alles schaffen, was ich mir vornehme.

Was machst du an einem freien Tag? Zeit mit meiner Familie verbringen.

Wer kennt dich wirklich? Ich und Gott

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt? Berichte über Oromos, die Opfer und Leidtragende der aktuellen politischen Situation in Äthiopien sind.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Kaffee. :-)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde mich für Menschenrechte in meiner Heimat Oromia einsetzen.

Was sollte niemand von dir wissen? Dat geiht Di nix an.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Warum wissen die Menschen so wenig über deine Heimat Oromia?

Das letzte Wort: Wir sollten einander mit Respekt die Hand reichen und versuchen einander zu verstehen, auch wenn unser Gegenüber komplett anderer Meinung ist.

FOTO: Oliver Reetz

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 21. Januar 2020 | Tags: , , Keine Kommentare

Roberta Di Martino

Roberta Di Martino ist ein regelrechtes Ereignis. Mit so viel Esprit und kreativer Energie muss man erstmal Schritt halten. Geboren in Italien zog es sie nach ihrem Kunststudium 2010 nach Berlin, um über die Kunst in der DDR zu forschen. Es ging ihr um die feinen und groben Unterschiede, Überschneidungen, die sich in Kunst, Kultur, Freiräumen und einer unglaublichen Vielfalt an bürgerlichem Engagement widerspiegelten. Apropos Engagement! Vor bald fünf Jahren hatte sie da so eine kleine große Idee: die Konsumgesellschaft für eine gute Sache gewinnen und mithilfe eines einfachen Produktes die Welt ein wenig verändern. Say hi to SOLIDRINKS, der Brause, die Geld für Geflüchteten-Initativen sammelt und die Botschaft gegen Diskriminierung und Rassismus direkt auf der Flasche trägt! SOLIDRINKS ist Sozialunternehmen, gemeinnütziger Verein und gesellschaftspolitische Kampagne zugleich. Und Roberta ein wahrer SoliMate. Aber lest selbst!

Name: Roberta Di Martino
Alter: 36
Wohnort: Berlin
Beruf: Brauseverkäuferin & Kampagnenentwicklerin mit Kunstanspruch
Schuhgröße: 37 (Cinderella-Modus) / 38 (Sporty Spice)
Lieblingsdrink: Solisecco: Solimate + Sekt
Kontakt: instagram.com/solidrinks

Was wolltest du mal werden, wenn du groß bist? Gemälderestauratorin

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Interessant ist, wenn wir es in den ersten fünf Minuten schaffen, mindestens einmal über etwas gemeinsam zu lachen.

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Mit mir selber zufrieden zu sein.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn es viele Leute bewegt und bereichert.

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Geniale Ideen habe ich selber! Ideenkünstlerin sucht Umsetzer*in oder Mäzen*in.

Was sollte jeder über dich wissen? Ich kenne keine Tabus, wenn ich scherze.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? Witzig, kreativ, empathisch. Oder halt wie ein Chocolate Chip Cookie: knusprig außen und innen weich.

Was hast du in 20 Jahren erreicht? Männerquoten in Parlamenten.

Was ist dein verstecktes Talent? Ich finde kleine Dinge, die Leute suchen: Schlüssel, Fernbedienung oder winzige Ohropax auf der Tanzfläche voller Konfetti an Silvester.

Was ist dein wertvollster Besitz? Mein Humor.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Reichtum gerecht verteilen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Lasagne ohne Sünden.

Was sollte niemand von dir wissen? Was ist schwerer: 1kg Blei oder 1kg Bullshit?

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Lieblingsartikel: der, die oder das?

Das letzte Wort: Mehr Amore für alle/s.

FOTO: Frauke Wiegand

Daniel Soriano & Mischa Steigerwald

Hier die Kurzform: Zwei ziemlich gute Typen, der eine Daniel (hier links im Bild), der andere Mischa, machen im schönen Würzburg einen Burgerladen namens Burgerheart auf, der so entspannt, schön, lecker und sympathisch ist, dass immer mehr Würzburger Bürgerinnen und Würzburger Bürger Burger bei Burgerheart essen wollen. Und weil es am Ende so viele sind, gibt es bald einen neuen Laden und noch einen und noch einen – inzwischen ganze 17 Stück über Deutschland verteilt. Und weil die beiden guten Typen wirklich gute Typen sind, beschließen sie, andere an ihrem Erfolg teilhaben zu lassen und gründen die Initiative beyondheart, die sich dafür einsetzt, den Hunger auf der Welt zu bekämpfen. Für jeden einzelnen Meat- oder Veggie-Burger, der in einem der Burgerheart Restaurants verkauft wird, geht automatisch eine Mahlzeit an Menschen in Not. Sinnvoll verteilt wird das Geld von den Partnerorganisationen Welthungerhilfe und Kindernothilfe. Side note: Mischa ist seit 20 Jahren Vegetarier. Wie so einer auf die Idee kommt, ein Burgerimperium zu starten? Es bleibt spannend…

Name: Daniel / Mischa
Alter: 38 / Sagen wir so: Ich weiß, dass man Kassetten mit dem Bleistift zurückspulen kann
Wohnort: Würzburg
Beruf: Selbstständig / Geschäftsführer
Schuhgröße: 43 / what?
Lieblingspommessauce: Sour Creme / ganz klar: Ranch
Kontakt: burgerheart.com

Welchen Beruf würdest du gerne mal für einen Tag ausüben?
Daniel: Rockstar
Mischa: Der Typ, der beim Lotto die Kohle rausgibt und die Gesichter sieht…

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast?
Daniel: Schließe Frieden mit deiner Vergangenheit, damit sie deine Gegenwart nicht versaut.
Mischa: Es wird nicht so heiß gegessen wie gekocht.

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen?
Daniel: Respekt und Intelligenz
Mischa: Ich mag es wenn jemand nicht nachtragend ist.

Was machst du an einem freien Tag?
Daniel: Mit Puppen spielen und Höhlen bauen
Mischa: Family & Friends

Was bedeutet beruflicher Erfolg für dich?
Daniel: Ideen langfristig und nachhaltig umzusetzen, Menschen zu fördern und Spaß dabei zu haben.
Mischa: Interviews präziser zu beantworten.

Was ist gerade das Hintergrundbild auf deinem Telefon?
Daniel: Meine beiden Töchter
Mischa: Er ist rabenschwarz

Welcher Film macht dich immer wieder glücklich?
Daniel: Schwer zu sagen im Serienzeitalter – aber früher hat mich glaube ich The Green Mile emotional berührt.
Mischa: Lammbock

Welche Superheldenkraft hättest du gern?
Daniel: Gedankenlesen
Mischa: Ständige Ausgeglichenheit. Ist das eine?

Daniel, beschreibe Mischa in drei Worten: Ehrlich, kreativ, chaotisch

Mischa, beschreibe Daniel in drei Worten: Ein-Fuchs-muss-tun was-ein-Fuchs tun-muss

Dein Traum vom Glück?
Daniel: Ich habe nicht den einen Traum von Glück – ich versuche immer mehr das Glück in kleinen Dingen zu finden. Die Summe daraus macht mich glücklich.
Mischa: Haus am See & Tag am Meer

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Daniel: Trump abwählen
Mischa: Die Bahn und das Gemecker

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Daniel: Paella de marisco
Mischa: Soffritto. Und irgendwas mit Burgern, klar.

Was sollte niemand von dir wissen?
Daniel: Dass ich früher GZSZ geschaut habe ;-)
Mischa: Dass ich keine Geheimnisse behalten kann.

Das letzte Wort:
Mischa: Lieber ein Zitat: „Wer sich für das Richtige einsetzt, tut das nicht, weil er glaubt es wird funktionieren. Er tut es, weil es das Richtige ist.“ (von Tobias Haberkorn)

FOTO: Burgerheart Franchise GmbH

Maren Zänker

„Ich durfte bisher auf meinem Lebensweg viele Menschen und Orte kennenlernen und auf dieser spannenden Reise erkennen, dass jede Begegnung, Erfahrung und drastische Lebensveränderung – egal wie dunkel oder lichtvoll sie war – zu meiner Entwicklung beigetragen hat. Dies hat dazu geführt, dass ich dem Leben vertraue“. Die schöne Aussage stammt von Maren Zänker, ihres Zeichens Yoga-Lehrerin und eine unserer liebsten spirituellen Stützen. Mit ihren Workshops und Yogareisen sorgt sie regelmäßig für Ausgleich, Inspiration und dafür, dass wir uns selbst wieder ein wenig näher fühlen. Ihr nächster Workshop findet am 11. Januar und ihr nächstes Retreat vom 12. bis 15. März 2020 statt (Himmel, wir sind tatsächlich schon in den 20ern). Und keine Angst, 10-Meter-Sprünge in eiskalte Hafenbecken und Wüstentouren und Militärautos stehen nicht auf dem Programm. Weniger STUNTS, mehr SEIN sozusagen. (Angaben ohne Gewähr)

Name: Maren Zänker
Alter: 33
Wohnort: Berlin
Beruf: Yogalehrerin
Schuhgröße: 38
Lieblingsyogaposition: Sukhasana (der stinknormale Schneidersitz für die Meditation)
Kontakt: instagram.com/trueself_yoga

Womit kann man dich beeindrucken? Mit Authentizität & Kreativität.

Wann in deinem Leben hast du dich am lebendigsten gefühlt? Bei völliger Dunkelheit ein zehn Meter tiefer Sprung ins eiskalte Hafenbecken in Hamburg und hängend unter einem fahrenden Militärwagen in der Wüste von Marokko (ich war Stuntfrau bevor ich den Yogaweg eingeschlagen habe).

Welches Kunstwerk würdest du gerne besitzen? Der Zauberstaub für Schneeflocken fehlt mir noch in meiner Sammlung.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Arbeit? Sehr dankbar diesen Weg mit anderen Menschen gehen zu dürfen. Erfüllung!

Was nimmst du dir schon länger vor, schaffst es aber irgendwie nicht? In der Natur die Polarlichter bewundern und in einer einsamen Holzhütte einfach nur SEIN.

Wer war der Held deiner Kindheit und wer ist es heute? Mein Vater, der mich mit dem Motorrad von einem Schulausflug abholte, nachdem mir im Bus kotzübel geworden war, der mir auf Waldwegen das Autofahren beibrachte (das selbstgemalte Fahrschulschild lag natürlich hinter der Windschutzscheibe) UND der mich bei einsetzenden Wehen unter Außerachtlassung jeglicher Verkehrsregeln ins Krankenhaus brachte!

Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte: A return to love – Marianne Williamson

In welcher Beziehung bist du ein Spießer? Am Wohnungseingang Schuhe ausziehen!

Du hast eine Sünde frei, welche verbotene Sache würdest du machen? Die Drosselung meiner Vespa entfernen lassen, sodass ich 80 km/h fahren kann – HIGHWAY to Polarlichter :-)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Jeden Menschen an sein wahres Selbst erinnern.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Einen wundervollen und leckeren japanischen Sencha Tee.

Was sollte jeder über dich wissen? Ich liebe tiefgründige Gespräche und zugleich kann man herzlich mit mir lachen.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass mein Humor manchmal ziemlich schwarz sein kann.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie bist Du vom Sprung ins eiskalte Hafenbecken auf die Yogamatte gekommen?

Das letzte Wort: Namasté (Ich erkenne das Licht in dir, das das gleiche Licht ist wie in mir.)

FOTO: Anna Kott

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 18. Dezember 2019 | Tags: , , Keine Kommentare

Dilek Topkara

Unsere heutige Interviewpartnerin kam auf Empfehlung unserer wunderbaren Miri. Und die klang so: „dilekerei ist ein kleines und gemütliches Café im Gesundbrunnen und ehrlich gesagt würde man so einen Laden da nicht unbedingt erwarten. Alles dort schmeckt wirklich himmlisch und ihre Torten sind dazu noch wunderschön (check Insta). Sie machen viel auf Bestellung – das Café an sich hat nur am Wochenende auf.“ Hinter den himmlischen Torten steckt die ebenso himmlische Dilek Topkara. Die Berlinerin studierte Lebensmitteltechnologie, um ihr kulinarisches Interesse wissenschaftlich zu ergründen. Ihre Diplomarbeit schrieb sie über die Qualitätsverbesserung von glutenfreien Backwaren. Nach dem Studium, einem Praktikum in New York und Jobs bei führenden Konditoreien, gründetet sie in iherer Heimatstadt Berlin (THANK GOD!) die dilekerei (einfach mehrmals nacheinander sagen). Gerade ist sie dabei, einen kleinen Onlineshop einzurichten, der in Kürze erreichbar sein wird. Ach ja und ein dilekerei-Backbuch gibt es auch.

Name: Dilek Topkara
Alter: 35
Wohnort: Berlin
Beruf: Inhaberin des Cafés dilekerei
Schuhgröße: 39
Lieblingsfastfood: Falafel oder Döner im hausgemachten Brot
Kontakt: info@dilekerei.com

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Mein Bruder: pull your socks up and get started!

Was war die bisher größte Herausforderung in deinem Leben? Meinen Job zu kündigen und mit Sack und Pack nach London auszuwandern. Gefolgt von der Gründung der dilekerei.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn ich eine Idee und manchmal auch eine Emotion mithilfe der dilekerei in das Leben hinein holen und meine Gäste daran teilhaben lassen kann.

Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest zu scheitern? Ohne Plan von Land zu Land ziehen. Sprachen und Kulturen dieser Welt erleben und Menschen begegnen.

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Die Erfindung der Wärmflasche ist absolut genial, ich wünschte ich hätte sie erfunden.

Was sollte jeder über dich wissen? Ich strebe nach Harmonie und bin radikal friedlich.

Was ist dein wertvollster Besitz? Meine Gesundheit, meine Familie sowie Freunde UND mein palette knife, um die Creme meiner Torten glatt zu streichen.

Dein schlimmster Ohrwurm? Ich habe ständig irgendwelche Ohrwürmer. Sie sind in aller Regel besonders hartnäckig.

Mit welcher Persönlichkeit würdest du dir gern einmal die Nacht um die Ohren schlagen? Ich bin ehrlich gesagt immer ziemlich müde und würde lieber die Nacht gern durchschlafen!

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der? Vivaldi’s Four Seasons.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Vermutlich wie viele, aktiver das Klimaproblem anpacken, Politiker in der ganzen Welt einmal wachrütteln und Blockaden in den Köpfen der Menschen abschaffen für ein friedliches Miteinander.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Reis mit Hühnchen, ganz viel Gemüse und Salat. Als Nachtisch: Obstsalat und Joghurt mit gerösteten Nüssen

Was sollte niemand von Dir wissen? Aus diesem Grund weiß es ja auch niemand.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Weiß nicht.

Das letzte Wort: …wann wird, wann wird, wann wird es genügen?

FOTO: Melek Özdemir

Max Ernst Stockburger

Der Dokumentarfotograf Max Ernst Stockburger (ein Name wie ein Titel) bezeichnet sich selbst als möchtegern Japaner (siehe Foto) und Weltenbummler (lese weiter!). Er ist immer irgendwie auf der Suche nach und zugleich auf der Flucht vor sich selbst. In seiner fotografischen Arbeit geht es immer um die Frage von Macht. Die meisten seiner Projekte setzen sich explizit mit der medialen und militärischen Hegemonie der USA auseinander. Gerade ist er mit seinem Volvo monatelang quer durch die Staaten gereist, um zu erforschen, was das Land im Inneren zusammenhält. Nebenbei durchforstet er Regierungs- und Uniarchive nach Fotos des Manhattan Projektes (Entwicklung der Atombombe). Über 30.000 Aufnahmen umfasst seine Sammlung mittlerweile. Am 6. August 2020 werden sie Teil einer Ausstellung zum 70. Jahrestag des Abwurfes der Bombe auf Hiroshima. MX, du hast das Wort!

Name: Max Ernst Stockburger
Alter: 31
Wohnort: Berlin/L.A./Hiroshima
Beruf: Künstler/Dokumentarfotograf
Schuhgröße: 43
Lieblingsfilmzitat: „Ameisen sind immer in einer Gruppe unterwegs, darum müssen Menschen, die wirklich einsam sind, immer an Ameisen denken.“ – Oldboy
Kontakt: www.mxrnst.com

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Mein Hochdeutsch.

Bist du besser darin, Dinge anzufangen oder zu beenden? Anzufan…

Was wolltest du mal werden, wenn du groß bist? Unabhängig.

Wann in deinem Leben hast du dich am lebendigsten gefühlt? Auf meinem Roller in den einsamen Tiefen der japanischen Wälder.

Welches Kunstwerk würdest du gerne besitzen? Irgendwas von den Kardashians.

Mit welcher Persönlichkeit würdest du dir gern einmal die Nacht um die Ohren schlagen? Paul Graham. Der Künstler, nicht der Investor!

Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte: Andreas Reckwitz – Zum Prozess gesellschaftlicher Ästhetisierung

Wenn die Welt in einem Jahr untergeht, was würdest du von nun an machen? Schulden.

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Motivational Quotes.

Was ist dein wertvollster Besitz? Deutscher Reisepass.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Meine Selbstdisziplin.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Hiroshima Style Okonomiyaki! Tatsächlich hatte ich, nachdem ich aus Japan zurück gekommen bin, zeitweise sogar einen kleinen Pop Up am Kottbusser Tor und in der Markthalle 9.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich auch nur ein Kind meiner Zeit bin.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Kodak oder Fuji

Das letzte Wort: Top Ebayer. Gerne wieder!

FOTO: Nils Heck

Jessica-Joyce Sidon & Cäcilia Baldszus

Jessica-Joyce Sidon ist seit knapp 5 Jahren Mama von Gaspar und seit etwas über einem Jahr auch Teilinhaberin vom Baldon, dem großartigen Restaurant im Weddinger Lobe Block (wer das nicht kennt – also beides oder eins von beiden – sollte unbedingt googeln oder ecosiaen!). Ihre Partnerin in Crime ist Cäcilia Baldszus. Das Baldon soll viel mehr sein als ein Restaurant mit tollem Essen, die beiden verstehen es als Plattform für kreative Erlebnisse. Was das genau bedeutet? Schauen wir mal, der Prozess ist in vollem Gange. Aktuell planen sie ihr zweites Weihnachtsessen für obdachlose und bedürftige Berliner, das ihr mit Geld- und Sachspenden unterstützen könnt (Spendenlink). Schließlich soll das Baldon ein Ort für Begegnung sein und bleiben, der jede und jeden willkommen heißt. Die brutalistische Architektur des Baus mag zunächst etwas einschüchtern, wer jedoch einmal zu Gast war, weiß, dass es im Gastraum genauso bunt zugeht wie auf den Tellern.

Name: Jessica-Joyce Sidon / Cäcilia Baldszus
Alter: gerade 32 / 29
Wohnort: Berlin / Berlin Wedding
Beruf: Mitgründer vom Baldon. Davor 10 Jahre PR. / Küchenchef und Entrepreneur
Schuhgröße: 38 / 38
Lieblingsfilmzitat: Bevor mir ein richtig gutes Zitat im Kopf hängen bleibt, bin ich meistens schon eingeschlafen. / “If I had a world of my own, everything would be nonsense. Nothing would be what it is, because everything would be what it isn’t. And contrary wise, what is, it wouldn’t be. And what it wouldn’t be, it would. You see?” Alice in Wonderland
Kontakt: instagram.com/jessi_joyce und instagram.com/baldon.berlin

Wann macht dich deine Arbeit glücklich?
Jessi: Ich freue mich wenn ich glückliche Gäste sehe.
Cäcilia: Wenn den Leuten das Essen besonders gefallen/geschmeckt hat und mein Team gute Laune hat und wir dummes Zeug reden und mehr Spaß haben als die Gäste. (Pssst!)

Was machst du an einem freien Tag?
Jessi: Ich gehe zum Sport und setze mich danach alleine in ein Restaurant zum Mittagessen.
Cäcilia: Versuchen soviel Natur wie Möglich zu sehen und mein soziales Leben aufrecht zu erhalten. :D

Deine drei Regeln für eine erfolgreiche Party:
Jessi: Sekt, Schnaps und Sprudel im Wechsel. Nicht vor 6 Uhr nach Hause. Tanzen bis die Beine weh tun.
Cäcilia: Gudde Laune und die Crowd, die die Stimmung macht, denn ohne Stimmung kann auch der beste DJ nichts machen.

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt?
Jessi: Das Klimaproblem beschäftigt mich immens. Wir setzen uns im Restaurant viel mit Nachhaltigkeit auseinander. Wenn man dann sieht wie wenig Verständnis die Leute teilweise haben und was noch alles zu tun ist, macht mir das sehr zu schaffen.
Cäcilia: Ein Wochenende in der Uckermarck, bei dem eine Ziege im Erdloch “gebacken/gegrillt” wurde und die Beilagen in Lehm gehüllt und auf Feuersteinen gegart wurden. Ich war so von der Natur und dem Kreislauf überwältigt, dass ich bei 30 Anwesenden an dem Abend mit fast niemandem gesprochen habe.

Dein Traum vom Glück?
Jessi: Ich träume nicht. Einfach so lange machen, bis sich irgendwann irgendetwas richtig gut anfühlt.
Cäcilia: Immer frei sein und freie Entscheidungen treffen zu können.

Dein Song für die Ewigkeit?
Jessi: Blaze – My Beat (1999)
Cäcilia: This must be the place. Talking Heads.

Ein Wort, das du viel zu oft benutzt:
Jessi: eigentlich
Cäcilia: ja, aber :-D

Mit welcher Persönlichkeit würdest du dir gern einmal die Nacht um die Ohren schlagen?
Jessi: Glaub mit Lindsay Lohan hätte ich ne Menge Spaß.
Cäcilia: Iggy Pop

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Jessi: Das Klima
Cäcilia: Vieles in unserem Politiksystem und die Grenzen auf unserer Welt und in den Köpfen vieler Menschen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Jessi: Fischsuppe
Cäcilia: Ich würde sagen, es wird etwas super einfaches. Ein bisschen Gemüse und was ich so finde. Am Ende gibt es mindestens zehn verschiedene Sachen auf dem Tisch. Fleisch, Fisch, Käse und Gemüse, es ist von allem was zu finden.

Was sollte niemand von Dir wissen?
Jessi: Ich war relativ lange Cheerleader.
Cäcilia: Lustige Frage.

Das letzte Wort: Lachen nicht vergessen.

FOTO: Baldon

XLETIX

Erstmal kurz zum Geschäftlichen: Jannis Bandorski und Matthias Ernst betreiben mit XLETIX die Laufplattform schlechthin. Mit ihren unterschiedlichen Laufformaten, wie den XLETIX-Hindernisläufen, den Muddy Angel Runs oder dem Women‘ s Run, stiften sie hundertausende Menschen dazu an, neue Herausforderungen zu meistern, Grenzen zu verschieben und persönliche Ziele zu erreichen. Mit ihrem neusten Baby District, kann man sich jetzt sogar auf Augmented-Reality-Schnitzeljagd durch die Stadt begeben. Im Laufschritt versteht sich. So und jetzt zu den wirklichen hot facts: Jannis ist Marathon-Finisher, Triathlet, Hindernisläufer, Unternehmensberater, Glücksforscher, Unternehmer (Das passt nie auf eine Visitenkarte, Anm. d. Red.). Mattes ist auf einer Insel in Indonesien und danach direkt im (!) Neandertal aufgewachsen (BOOM!). Da konnte ja nur was mit Abenteuern und Natur bei rauskommen. Wir haben den beiden mal unabhängig voneinander auf den Zahn gefühlt.

Name: Jannis Bandorski / Matthias Ernst
Alter: 37 / 38
Wohnort: beide Berlin
Beruf: beide Gründer & Geschäftsführer XLETIX GmbH
Schuhgröße: 44
Lieblingsverein: XLETIX / Füchse Berlin Handball
Kontakt: linkedin.com/jannisbandorski / linkedin.com/matthiasernst

Woraus schöpfst du Energie?
Jannis: Kinderlachen, Sonnenaufgänge, Trailrunning, Surfen, im Flow zu arbeiten, etwas zu kreieren und zu „machen“
Matthias: Freiheit, Sport, Weite, andere Menschen

Auf welche fünf Dinge kannst du nicht verzichten?
Jannis: Ein Dach über dem Kopf. Generell bedeuten mir Dinge nicht viel. Gesundheit, Liebe, Freunde und Freiheit sind wichtig.
Matthias: Meine Familie, Freiheit, Gesundheit

Was war die größte Herausforderung bei der Gründung von Xletix?
Jannis: Der erste Schritt.
Matthias: Ausgelacht zu werden. Warum ein Unternehmensberater Schlammläufe organisieren will, haben viele nicht verstanden.

Wie überwindet man den inneren Schweinehund?
Jannis: Anfangen.
Matthias: Ich glaube, jeder Gründer hat und braucht einen inneren Antrieb. Zum Starten UND zum Durchhalten. Bei mir war es ein sehr starker Wunsch nach Selbstbestimmtheit.

Was magst du an deinem Beruf nicht?
Jannis: Da muss ich ne Weile überlegen. Es nervt mich, wenn ich etwas schnell umsetzen will, aber es nicht tun kann, weil ich auf andere Themen oder Personen warten muss.
Matthias: Wir sind abhängig von Locations und Behörden, die unser Konzept unterstützen. Sonst könnten wir noch mehr Events zu noch mehr Fans bringen.

Eine Begegnung, die du nie vergisst:
Jannis: Interessante Frage. Ich glaube tatsächlich, dass es unmöglich ist, die zu beantworten. (Schon vergessen, Anm. d. Red.)
Matthias: Unser Auftritt bei der Höhle der Löwen.

Was siehst du, wenn du in den Spiegel schaust?
Jannis: Viele Facetten eines Menschen.
Matthias: Ein Gesicht, das zunehmend altert. Aber vor allem auch kleine Fältchen um die Augen, vom Lächeln, die mir zeigen, dass ich mich bei all dem Alltagsstress mit zwei Firmen und drei Kindern in Summe sehr glücklich schätze.

Der beste Ratschlag, den du je bekommen hast:
Jannis: „Mach das, wenn es sich richtig anfühlt.“
Matthias: „Besser hinterher entschuldigen, als vorher um Erlaubnis fragen.“

Wer war der Held deiner Kindheit und wer ist es heute?
Jannis: Als Kind wollte ich Pilot werden und fand Lothar Matthäus cool. Heute bin ich froh als Unternehmer kreative und unternehmerische Freiheiten zu haben und bin sehr, sehr dankbar, dass ich hundertausenden Menschen dabei helfen kann, etwas sportlicher zu werden. Dafür muss ich nicht die Nationalmannschaft aufs Feld führen.
Matthias: Als Kind war es Bruce Lee, weil er a) unbesiegbar war und b) sich sehr konzentriert, strukturiert und konsequent weiterentwickelt hat. Jetzt ist es eher Richard Branson. Weil er einfach nicht aufhört und weil er kitesurft.

Was inspiriert dich?
Jannis: Mich faszinieren Menschen, die fundierte Argumente mit motivierendem Storytelling verknüpfen können.
Matthias: Leute, die sich von dem gewöhnlich als richtig oder normal Angenommenen nicht ablenken lassen, und das machen, was einfach richtig ist!

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Jannis: Es gäbe wohl ne gute Brotzeit. Dabei kann man so gemütlich beisammensitzen und jeder kann mal hier und mal da naschen. Außerdem liebe ich gutes Brot!
Matthias: Ben & Jerrys?

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Jannis: Ich würde Politik gern so gestalten, dass langfristige Ziele wirklich in den Fokus rücken können. Insbesondere Klimaschutz, Bildung, Friedenssicherung und der Kampf gegen Rechtsradikale sowie Inklusion und Chancengleichheit.
Matthias: Umweltverschmutzung und Bildung. Mir wird es zunehmend wichtig, nicht nur in einer guten Welt zu leben, sondern auch eine gute Welt zu hinterlassen.

Was sollte niemand von dir wissen?
Jannis: Niemand sollte Alles wissen. Einige dürfen Vieles wissen. Viele sollen wenig wissen. Mir ist Privatsphäre wichtig.
Matthias: Haha, da gibt es vieles, aber per Definition nichts, was ich hier teilen kann ;)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Jannis: Worauf kommt es im Leben an?
Matthias: Viele, machen wir einfach beim nächsten Mal?

Das letzte Wort:
Jannis: Danke.
Matthias: Ich halte mich da an Ben & Jerry: „Peace. Love & Ice cream“

Glasperlenspiel

Carolin und Daniel sind nicht nur ein ziemlich (also ziiiemlich!) schmuckes Paar, sondern obendrein auch noch ein ziemlich kreatives Duo. Mit ihrer Band Glasperlenspiel reißen sie seit Jahren Elektropop-mäßig so einiges ab (inklusive japanischer Chart-Platzierung…BOOM!). Ihre neue Single ist „Das Krasseste“ und auf Tour sind sie gerade auch. Krass sind sie aber auch alleine. Carolin hat gerade ihr erstes Solo- Projekt „CZYK“ („Tschick“ gesprochen) gestartet und Daniel ist allen Ernstes im Stande, einen Rubiks Cube in einer Minute und 20 Sekunden zu lösen. (BOOM BOOM!) P.S.: Wir wünschen euch für den gesamten restlichen Tag viel Spaß mit Carolins Ohrwurm…

Name: Carolin / Daniel
Alter: 29 / 31
Wohnort: Berlin und Stockach am schönen Bodensee
Beruf: Sängerin / Musiker & Produzent
Schuhgröße: eine zierliche 41 / 43
Schlimmster Ohrwurm: Last Christmas (auch unterm Jahr) / Sweet but Psycho
Kontakt: instagram.com/carolinniemczyk / instagram.com/gpsmusik

Wann macht dich deine Arbeit glücklich?
Carolin: Wenn alles so läuft wie ich mir das vorstelle. Und natürlich auch, wenn ich andere mit meiner Musik begeistern kann. Die schönsten Momente in meinem Job sind Live-Konzerte mit einer tanzenden Crowd vor mir…
Daniel: Erfolg in dem zu haben, was ich mir vorgenommen habe.

Zu welcher Musik tanzt du am liebsten?
Carolin: Zu den 90er Hits :-) Britney und Co. bringen mich immer zum Tanzen
Daniel: EDM

Dein Song für die Ewigkeit?
Carolin: Coldplay – Fix you. Ich stell mir vor, dass dieser Song zum Abspann meines Lebens läuft.
Daniel: The Verve – Bitter Sweet Symphony

Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest zu scheitern?
Carolin: Eine internationale Karriere anstreben.
Daniel: Ich würde zur NASA gehen um Astronaut zu werden.

Was kannst du besser als alle anderen?
Carolin: Mich verlaufen. Ich hab den schlechtesten Orientierungssinn, den man sich vorstellen kann… Das ist mir manchmal so wahnsinnig peinlich…
Daniel: Sprichwörter und Redewendungen komplett verhauen.

Ein völlig unterschätztes Instrument:
Carolin: Die Triangel. Leicht zu transportieren und super ästhetisch.
Daniel: Mimu gloves. (Müsst ihr mal googlen…)

Neben wem würdest du gern auf einem Langstreckenflug sitzen?
Carolin: Neben jemandem, der nicht schnarcht, nicht viel redet und nicht müffelt.
Daniel: Heidi Klum. Ich glaube, die ist ziemlich lustig.

Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte:
Carolin: Das Glasperlenspiel
Daniel: Die Biografie von Steve Jobs.

Was verbindest du mit deiner Heimat?
Carolin: Sommer am Bodensee und die Kartoffel-Knödel mit Sahnesoße von Oma.
Daniel: Den Bodensee, Maultaschen und Spätzle.

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt?
Carolin: Das kleine Schwarze
Daniel: facebook

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Carolin: Ich würde die Wälder aufforsten, dann würde es unserer Erde schon um einiges besser gehen.
Daniel: Funktionierendes Internet in der Deutschen Bahn.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Carolin: Spaghetti agilo e olio… Ich liiiiebe Knoblauch…
Daniel: Ich würde euch ein geiles Steak auf dem Grill machen.

Was sollte niemand von Dir wissen?
Carolin: Dass ich manchmal immer noch Angst habe, allein in den Keller zu gehen.
Daniel: Meine Rechtschreibung ist super schlecht. (Die Antworten hat alle meine Freundin korrigiert. ;-) )

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Carolin: „Möchtest du noch jemanden grüßen?“ – Dann würde ich meine liebste Oma grüßen.
Daniel: Wie heißt eure neue Single und können wir dafür Werbung machen?

Das letzte Wort:
Carolin: Behandle deine Mitmenschen so, wie du selbst behandelt werden willst.
Daniel: Peace geht raus.

FOTO: 2018 artonsefa.com für Universal Music GmbH

Hanna Schumi

Hanna Schumi verpasst uns in ihren Instagram-Stories täglich eine Portion ungeschminkten Reality Check, sympathisch und ungekünstelt hinterfragt sie Beauty-Standards und hält die „Enjoy who you are“-Flagge ganz weit oben. Als Beauty-Bloggerin, Beauty-Editor und Art Direktorin lebt die gebürtige Österreicherin mit einem Hang zum Dauerfernweh seit 13 Jahren in Hamburg und richtet sich dort gerade neu ein (bitte schick uns den Pinterest-Link zu deinem Interior-Moodboard!). Bei ihrem aktuellen Projekt bekommen wir aber nicht nur was fürs Auge, sondern gleich mal was auf die Ohren. In Deutschlands erstem Beauty-Interviewpodcast „Gepflegte Gespräche“ (bei Spotify & Apple Podcasts) bittet sie spannende Gäste aus dem Beauty-Kosmos um ehrliche Worte. Haben wir den Spieß doch gleich mal umgedreht.

Name: Hanna Schumi
Alter: 35
Wohnort: Hamburg
Beruf: Podcasterin, Beautybloggerin, Art Direktorin
Schuhgröße: 40
Lieblingssong: Maniac
Kontakt: hannaschumi.com & Instagram

Mit welcher Persönlichkeit würdest du dir gern einmal die Nacht um die Ohren schlagen? Klaas Heufer-Umlauf.

Was machst du an einem freien Tag? Frühstücken gehen. Steh‘ ich nur drauf, wenn ich Zeit habe – am liebsten im RAIN in Altona.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn ich neue Brands entdecke, wenn Produkte wirklich performen, wenn Marken verstehen, was ich mache und wenn meine Leser*innen sich empowert oder inspiriert fühlen.

Womit kann man dich beeindrucken? Souveränität gepaart mit Bodenhaftung und Großzügigkeit

Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest zu scheitern? Ein Beautylabel gründen und direkt nach Paris ziehen.

In welcher Beziehung bist du ein Spießer? Autofahren. Der Blinker wurde nicht umsonst erfunden! :D

Was ist dein verstecktes Talent? Schlagzeug spielen

Was ist dein wertvollster Besitz? Der Burberry-Schal meiner Oma, den mir meine Mama zum 30. Geburtstag geschenkt hat, als ich sie bat mir etwas zu schenken, das nichts kostet und an das ich mich dennoch ein Leben lang erinnern werde.

Was sollte jeder über dich wissen? Dass man meine Meinung nicht kaufen kann.

Was sollte niemand von dir wissen? Was mein geheimes Lieblingslied ist. (What, nicht MANIAC?? Anm.d.Red.)

Dein Lieblingsschimpfwort? FUCK

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die Fleischindustrie. Fleischkonsum sollte hinterfragt, Billigfleisch und dessen Produktion aber verboten werden.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Risotto mit gebratenen Kräuterseitlingen

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wer ist dein Traumkandidat für deinen Beauty-Podcast?

Das letzte Wort: …muss man nicht immer aussprechen.

FOTO: Yelda Yilmaz