Ich sitze, also bin ich.

Ich war neulich aus Versehen ohne Handy auf dem Klo. Wir haben 144 Fliesen! Aber Spaß beiseite, bunte Klos mit kleinen und großen an die Wand getaggten oder in Form geritzten Weisheiten gehören zur Lieblingskneipe wie die Schaumkrone auf das frisch Gezapfte. Und weil das so ist, kann man sich nun einige der „bedeutsamsten“ davon in die eigenen vier Wände hängen und damit Hamburger Cafés, Bars und Clubs unterstützen. Das ehrenamtliche Corona-Support-Projekt „KUNST FÜRS KLO“ hält die Toilettenkunst auf hochwertigen Bildern fest und gibt alle Einnahmen direkt an die Betreiber weiter. Darunter Werke aus dem Kandie Shop, Wohl oder Übel und dem legendären Elbschlosskeller. Wer findig ist, entdeckt auf den Art Prints auch Verewigungen von Streetart-Künstler*innen wie Frost 187 oder dem Rebelzer. Sie unterstützen die Macher*innen Anne, René und Stefan gerne, um die langjährige Kiezkultur auch während und nach dem Lockdown am Leben zu erhalten. Gleichzeitig erinnern uns die Ausschnitte an die lauten Abende mit Freund*innen, Bargespräche um drei Uhr nachts und das großartige Gefühl, einfach beisammen zu sein. Schöner Nebeneffekt: Man fühlt sich durch die Auswahl wunderbar inspiriert, selbst mal wieder draufloszukritzeln. Denn Klokunst passiert ohne Erfolgsdruck und ist doch wohl so expressionistisch wie keine andere. Wow, den letzten Satz sollten wir in dem Kontext vielleicht nochmal überdenken.
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KUNST FÜRS KLO | kunstfuersklo.de | FOTO: KUNST FÜRS KLO

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