Nur Zeit ist Geld

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„Hier darfst du alles“ ist die Aufforderung von Berlin’s erstem Anti-Café, be’kech. Und das ist auch wirklich fast genau so gemeint. Die beiden Gründerinnen Louna Sbou und Nina Martin, beides Freiberuflerinnen, hatten sich nämlich in ihrem Leben vor be’kech regelmäßig daran gestört, wie sie beim Arbeiten in Cafés alle paar Minuten nach einer neuen Bestellung gefragt wurden. Es schien, als dürfen sie hier nicht sitzen und die kreativen Köpfe zusammenstecken ohne permanent zu konsumieren. So drehten sie den Spieß kurzerhand um und gründeten einen Ort, an dem man diskutieren, spielen, arbeiten und dabei Kaffee trinken und essen darf – und zwar ohne dafür zu bezahlen. Hä!? Wie soll das gehen? Das einzige, was im be’kech (der Name ist übrigens eine Mischung der Herkunftsorte von Louna und Nina, Berlin und Marrakech) kostet, ist die Zeit. Genauer gesagt: Die Minute kostet 5 Cent, der Tag maximal 15 Euro. Wenn man also schnell isst, kostet der Snack eben nur zehn Cent. Weil der Ort aber so schön, die Atmosphäre so angenehm und das Angebot so reichhaltig und lecker ist, dass man hier einfach Zeit verbingen muss, geht das Konzept auf. Nicht nur dekotechnisch ist der Ort eine gelungene Mélange zwischen alter DDR und traditionellem Marokko, sondern auch die Karte eröffnet Parallelwelten: Reichhaltiges, frisches (auch gern libanesisches) Frühstücksbuffet, Linsensuppe oder Gazpacho, vegane Kuchen und andere Leckereien locken täglich. Und immer mal wieder kann man hier auch Kultur genießen – in Form von Lesungen, Konzerten, Ausstellungen. Wenn man sich Zeit nimmt. Das Wertvollste, was wir haben.
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be’kech | Exerzierstraße 14, 13357 Berlin | Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-19 Uhr, Sa-So 11-19 Uhr | bekech.com | Facebook | Foto Credit: Selim Özadar

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 11. Juli 2017 | Tags: , , , , , , , , , Keine Kommentare

Extrazeit fürs Ich

Geht man nach dem Mondzyklus, hat ein Jahr nur 354 Tage. Die restlichen 11 Tage oder 12 Nächte befinden sich außerhalb der Zeit. Das sind die Rauhnächte, eine Phase, in der alles möglich ist, in der die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt sind und sich die Grenzen zu anderen Welten öffnen. So sagt es zumindest die Mythologie. Diesen alten Glauben können wir uns zu Nutze machen. Vom 24. Dezember bis zum 5. Januar können auch wir andere Welten betreten und in uns selbst hineinschlüpfen. Die Zeit um den Jahreswechsel als Moment des Innehaltens begreifen, des Zurück- und Vorausblickens. Bele Irle begleitet Menschen in Veränderungsprozessen und hat aus ihrer Erfahrung und den alten Bräuchen ein zeitgemäßes Tool zur Einkehr gebastelt: Ein E-Book begleitet uns durch die 12 Rauhnächte mit Impulsen zum Nachdenken, zum sich Austauschen, Pausemachen. Themen wie Zeitqualität, Werte und Wünsche, Abschied und Neubeginn werden in Fragen gepackt. Jede und jeder kann sich mit den Impulsen auf seine eigene Art und Weise beschäftigen, Notizen machen, Richtungen aufmalen, das kommende Jahr daraus basteln. So rauh wie sie klingen sind die Nächte nämlich gar nicht. Sie sind eine Chance, um für einen Moment ganz sanft aus der Zeit zu fallen. Wir verlosen dreimal das E-Book Paket 1 an die besonders Bewegten unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚TAG UND NACHT‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Rauhnächte | 24.12.-05.01. | Preis 25 € | Anmeldung | www.rauhnaechte.net

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Es ist an der Zeit

Es ist an der Zeit.

 

 

Versuche an die nächste Sekunde zu denken! Noch bevor du sie greifen kannst ist sie Gegenwart und Vergangenheit, wieder und wieder und wieder… Zeit beschreibt die Abfolge von Ereignissen, sie dient als Maßeinheit für Veränderung, ohne etwas über die Art der Veränderung auszusagen. Zeit ist einfach immer da, stummer Begleiter, unbeteiligt, unveränderlich, unaufhaltsam, unbestechlich. Wir können Vergangenes nicht mehr ändern, alles Zukünftige hingegen wird von dem was wir jetzt tun beeinflusst. Die Zeit hat eine eindeutige, unumkehrbare Richtung. So zumindest eine Theorie. Zugegeben, die nach heutigem Erkenntnisstand populärste und nachvollziehbarste. Was aber, wenn wir die Zeit neu denken, ihr uns aus wissenschaftlicher, künstlerischer philosophischer Sicht unvoreingenommen nähern, sie als physikalische Größe und Ordnungsmacht in Frage stellen? Wie messen wir Zeit? Mit Uhren, die von Batterien und filigraner Mechanik angebtrieben werden, nicht von der Zeit selbst. Gibt es die Zeit überhaupt? Tonnenschwere Stahlungetüme in Vogelform, die sich hoch in die Lüfte schwingen und hunderte Menschen an weit entfernte Orte tragen? Zum Mond und zurück? Gedanken und Gehirnströme messen? Krankheiten erforschen und heilen? Was ist Wahrheit? Wo endet unser Horizont? Wo beginnt die nächste Erkenntnisstufe? Das erste STATE Science Festival in Berlin hat Wissenschaftler und Künstler aus allen möglichen Disziplinen und Genres dazu aufgerufen, sich mit dem übergeordneten Thema Zeit zu beschäftigen. Herausgekommen ist ein spielerisches und faszinierendes Programm aus Filmen, Workshops, Foren, Kunstinstallationen und Performances, das a) seinesgleichen sucht und b) vielschichtig genug ist, um an mehreren Tagen nämlich vom 28.10.-02.11. gleich zwei Eventlocations in der Hauptstadt zu versorgen. Bereits gestern startete in der Platoon Kunsthalle STATE Films. Das Filmfestival läuft noch bis heute Abend und zeigt von 19 bis 23 Uhr Kurz- und Featurefilme zum Thema. Am Freitag dann heißt es eintauchen und in der Alten Münze Raum und Zeit vergessen. Erlebt Tanzperfomances, audiovisuelle Traumwelten u.a. von Diana Wehmeier, Schall & Schnabel, der Pfadfinderei oder schnellebuntebilder, messt eure Hirnströme während ihr bei der Meditation tiefenentspannt oder in der Pulse Flow Installation versinkt und werdet Teil eines zweitägigen psychologischen Experiments, bevor ihr euch zur Closing Party die Freude aus dem Leib tanzt. Tickets für das komplette Festival gibts für 24 Euro regulär, 18 Euro ermäßigt und zwar hier oder am Veranstaltungstag an den Tageskassen. Wir wünschen viel Spaß bei der Bildungsreise, vielleicht geht die ja in die Vergangenheit oder die Zukunft oder ist das am Ende gar das Selbe?

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STATE Experience Science Festival | STATE Films, Di. 28. & Mi. 29.10., 19-23 Uhr Platoon Kunsthalle, Schönhauser Allee 9, 10119 Berlin STATE of Time, Fr. 31.10. – So. 02.11. Alte Münze Berlin, Molkenmarkt 2, 10179 Berlin | Tickets | statefestival.org | Facebook

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Was wirklich zählt.

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Was wirklich zählt

Folgende Sätze sind inhaltlich gleich: Der Tag hat 86.400 Sekunden. Der Tag hat 1440 Minuten. Der Tag hat 24 Stunden. Mal Hand aufs Herz, wann habt ihr auf die Frage nach der Uhrzeit zuletzt mit der exakten Kombination aus Stunde, Minute und Sekunde geantwortet? Das wäre etwa so, als würde man die Entfernung bis zum nächsten Zeitungskiosk in Nachkommastellen angeben. Warum sind wir so vernarrt darauf, alles immer genauer bestimmen zu können? Was hat dieser dünne, unerbittlich tickende und seine Geschwindigkeit entgegengesetzt unserer Stimmungslage anpassende Sekundenzeiger im echten Leben überhaupt für eine Aufgabe, außer die, uns auf den Wecker zu fallen? An alle Uhrzeit-am-Smartphone-Ableser: keine, und das ist auch der Grund, warum es auf den meisten Displays keinen mehr gibt. Wer will sich schon vom Takt der Zeit treiben lassen? Was macht es für einen Unterschied, wenn wir ihr live beim vergehen zuschauen können? Was wirklich zählt sind Momente und davon gibt es mal mehr, mal weniger. Momente haben keine Einheit. Sie dauern je nachdem nur einen winzigen Augenblick oder eine halbe Ewigkeit. Den Armbanduhren von Slow Watches fehlen nicht nur die Sekundenzeiger, auch Minutenzeiger sucht man vergeblich. Stattdessen zeigen sie das an, was wirklich wichtig ist, nämlich wieviel vom Tag noch übrig bleibt. Alle 24 statt der üblichen zwölf Stunden finden sich auf dem Ziffernblatt. Der einzige Zeiger begibt sich demnach mit halber Geschindigkeit auf seine volle Runde, – slow, eben. Was das mit einem macht ist klar. Es entschleunigt. Ganz automatisch. Ganz wie von selbst. Am Anfang fühlt es sich vielleicht etwas merkwürdig an, die Zeit nur „genau genug“ ablesen zu können. Aber schon nach ein paar Tagen wird einem klar, der Mangel an Zeigern bedeutet ein Mehr an Lebensqualität. Die Slow Jo ist Swiss Made und es gibt sie inzwischen in 15 verschiedenen Ausführungen von schwarz über silber und gold bis creme, mit Leder-, Nylon- oder Metallarmband. Für alle, die es in Zukunft ruhiger angehen wollen, haben wir einen Super Deal parat. Gebt bei eurer Bestellung auf www.slow-watches.com den Code: slow-15OFF-MMW an und ihr bekommt 15 fette Prozent Rabatt auf eure Slow Jo. Die Uhr tickt anders.

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Slow Watches | slow-watches.com

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 29. Oktober 2014 | Tags: , , , , Keine Kommentare