Body Politics

Homeoffice, Bewegungseinschränkung, Couchpotatoeism – als im letzten Jahr immer mehr Memes und „lustige“ Sprüche rund um den After Corona Body die sozialen Netzwerke fluteten, wurde es Melodie Michelberger zu bunt. Die stilsichere Hamburger Body-Positivity-Aktivistin mit dem wetterfesten Pony hatte die vermeintlichen Witze und Bodyshaming-behafteten Tipps zur makellosen Lockdown-Figur einfach satt. Mal wieder. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit der Idee vom perfekten Körper und damit, welche Auswirkungen gesellschaftlich tolerierte Schubladen und zweifelhafte Schönheitsideale auf Millionen Frauen und Mädchen haben. In „Body Politics“, ihrem ersten Buch, äußert sie sich nun auch außerhalb von Instagram und Podcasts zu dem Thema. Und wie! Es geht um geplatzte (Selbst-)Vorstellungen, den wachsenden Druck zur Selbstliebe und schließlich ganz viel um Akzeptanz. Es geht darum, wie Frau am besten gegen gängige Schönheitsideale rebelliert und sich dabei in ihrer Haut wohlfühlt. Ohne Zeigefinger und Ratgeberphrasen. Höchste Zeit? Höchste Zeit. Wir verlosen zwei druckfrische Exemplare von „Body Politics“. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „BRAINFOOD“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Body Politics | 18 € | rowohlt.de | FOTO: Rowohlt Polaris

Grand Bilderbuch Hotel

Geht mit wenig Gepäck und vor allem immer und überall hin: Die Reise in Gedanken! Wer seine Tagträume (und Post Corona Bucketlist) aufpimpen möchte, schnappt sich am besten die Fotosammlung „Accidentally Wes Anderson“, die nun auch auf Deutsch erscheint. Der gleichnamige Instagram-Account zählt bereits über eine Million Follower, die sich tagtäglich über neue filmreife Aussichten á la „Moonrise Kingdom“, „Grand Budapest Hotel“ und „Darjeeling Limited“ freuen. Die Bildästhetik des legendären Filmemachers ist ohne Frage einmalig und nicht nur an besonders ungewöhnlichen Orten, sondern mit geschultem Auge zuweilen auch vor der eigenen Haustür entdeckbar. Um auch offline auf Touren zu kommen, hat Wally Koval, der Mann hinter der Community, rund 200 Fotografien zum Anschmachten in ein Buch gepackt. Darunter beispielsweise das mit Art-déco-Elementen geschmückte Wiener Amalienbad, die rosafarbene Fassade der Central Fire Station im texanischen Marfa und der einsame Cape-Bruny-Leuchtturm vor der Küste Tasmaniens. Dazu liefert das Buch spannende Hintergrundgeschichten zu den jeweiligen Orten und (TADAAA!) ein Vorwort von Wes Anderson höchstpersönlich. Wir verlosen zwei druckfrische Exemplare. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „WHAT HAPPENED TO YOUR HAND?“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Accidentally Wes Anderson | 28 € | dumont-buchverlag.de | FOTO: DuMont Buchverlag

Kleine Gärten

Wenn Drinnen das neue Draußen ist, dann sind Tiny Gardens der neue Großstadtdschungel. Die individuell und wunderschön gestalteten Flaschengärten bringen nicht nur Immergrünes in die eigenen vier Wände, sondern veranschaulichen auch die faszinierende Wirkweise von Biotopen. Fast eineinhalb Jahre haben die Agrarwissenschaftlerin Kimberly Frost und der Pflanzenkünstler Rasmus Bürder getüftelt, um die optimalen Bedingungen und Pflanzen für das kleine Ökosystem ausfindig zu machen. Sie wollen mit ihrer Idee auch die Menschen für Grünes begeistern, die sich alleine durch das Pflanzengießen überfordert fühlen. In der Regel werden die Mini-Biotope nämlich nur wenige Male im Jahr gegossen und versorgen sich sonst ganz autark. Mittlerweile verkaufen die beiden ihre Einzelanfertigungen in ihrem Laden in Berlin Prenzlauer Berg und bieten neben den Flaschengärten auch hilfreiche Workshops zum Thema Tiny Gardening an. In der Lockdown-Variante kann man sich auch außerhalb Berlins sein persönliches Biotop vorbestellen und zuhause unter Profi-Anleitung selbst zusammenbauen – oder sagt man zusammenpflanzen? Wir verlosen zwei Hermetosphären-Sets. Schreibt dazu eine Mail mit dem Betreff „GRÜNER WIRD’S NICHT“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Tiny Gardens | ab 54,99 € | tiny-gardens.de | FOTO: Tiny Gardens

Hannah & Marie Krutmann

Hannah Krutmann ist ausgebildete Reiki-Meisterin und Massagetherapeutin, sie schreibt für verschiedene Onlinemedien und auf ihrem Blog OM LAGOM über Spiritualität, fährt einen alten VW Bus namens Penny Lane und hat einen Hund, der denkt, dass er eine Katze ist. Marie Krutmann wurde gerade vom Business Punk Magazin auf die Watchlist 2021 gewählt, sie schreibt und lektoriert für verschiedene Verlage und versorgt uns über ihren Instagramkanal mit Buchtipps zu feministischen Themen. Was die beiden gemeinsam haben? Nun, zunächst einmal den Nachnamen, schließlich sind sie Schwestern. Ach, und dann betreiben sie noch gemeinsam das Printmagazin und die Storytelling-Agentur Almost. Und das geht? Und wie, schließlich haben die beiden während des Studiums in Stockholm auf 17qm zusammengewohnt. Passt also kein Blatt zwischen ihre Antworten in unserem Interview? Lasst euch überraschen!

Name: Hannah / Marie Krutmann
Alter: 33 / 30
Wohnort: Berlin / Berlin
Beruf: Modewissenschaftlerin, Agentur- und Magazingründerin, Freie Autorin / Lektorin & Redakteurin
Schuhgröße: 39 / 36
Lieblingswort: Das schwedische Wort lagom (das bedeutet: nicht zu viel, nicht zu wenig, genau richtig) / Almost
Kontakt: @hannah_lagom / @krutfrau

Was ist das Beste an deinem Beruf?
Hannah: Die inspirierenden Frauen und ihre Geschichten, die wir ständig kennenlernen, und, dass ich mit meiner Schwester arbeite. So ein Familienunternehmen ist doch was Schönes.
Marie: Dass ich bis mittags im Schlafanzug bleiben kann, wenn ich will.

Was würdest du tun, wenn du nicht scheitern könntest?
Hannah: Easy: Das Patriarchat smashen, das Klima retten und durchsetzen, dass in allen Schulen „Umgang mit Emotionen“, „Empowernde Spiritualität“, „Feminismus 101″ und „Gewaltfreie Kommunikation“ auf den Stundenplan kommen.
Marie: Meinen eigenen Verlag gründen. Aber scheitern gehört ja dazu.

Was lernst du nie?
Hannah: In welchem Verhältnis ich Wasser zu Quinoa in den Topf tun muss. 1:1 oder 2:1?
Marie: Die Spülmaschine ordentlich einzuräumen (dazu fehlt mir die Geduld).

Was schätzt du an dir am meisten?
Hannah: Meine Neugier, Ästhetikempfinden, Zuverlässigkeit und Präsenz. Die Kombi hat mir schon tolle Freundschaften, Beziehungen, Ideen, Reisen und Jobs gezaubert. Die Eigenschaften schätze ich übrigens auch am meisten an anderen.
Marie: Meinen Mut, anderen meine Meinung zu sagen, und zu wissen, was ich will.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es?
Hannah: Die wunderbare Anna Schunck von Viertel \ Vor Mag hat mir neulich einen schönen Rat gegeben: „Mach so weiter und ihr müsst bald nie wieder für Arschlöcher arbeiten.“ Love it!
Marie: „Pick your battles!“ Den Rat gab mir eine Kollegin, als ich damals neu im Verlag anfing. Manche Kämpfe sind es einfach nicht wert, andere umso mehr.

Hannah, beschreibe Marie in einem Satz:
Als Steinbock mit Aszendent Jungfrau ist Marie ehrgeizig, immer top informiert, super zuverlässig und eine perfektionistische Kritikerin auf die allerbeste Art und Weise aka beste Schwester und Partner in Crime, die man sich so wünschen könnte. Lucky me!

Marie, beschreibe Hannah in einem Satz:
Hannah ist meine Beschützerin, eine tolle Geschichtenerzählerin, die beste Begleitung bei langweiligen Veranstaltungen und die Person, die mich in Momenten der schieren Verzweiflung so sehr aufheitert, dass ich am Ende Tränen lache.

Was machst du gerne und wird nie langweilig?
Hannah: Mit meinem Hund laut jaulen, wenn wir draußen Sirenen hören.
Marie: Bücher kaufen.

Eine Begegnung, die du nie vergisst:
Hannah: Ich erinnere mich einfach an ALLE ersten Begegnungen meiner Freundschaften und Beziehungen plus was ich anhatte.
Marie: Im Schwedenurlaub vor zwei Jahren habe ich auf einer Café-Toilette die Pippi Langstrumpf Schauspielerin Inger Nilsson getroffen.

Was wirst du in Zukunft weniger machen?
Hannah: Andere an ihre Deadlines erinnern. Hab gehört dafür gibt’s jetzt Apps, die sie nutzen können.
Marie: Ja sagen. Ich tendiere dazu, sehr viel auf einmal zu machen. In Zukunft will ich mich lieber auf einige wenige Projekte konzentrieren.

Was hättest du dir sparen können?
Hannah: So 1-2 Tinder Dates bestimmt.
Marie: Zwei Semester Altnordisch und Runenkunde während meines Skandinavistikstudiums. In meinem Alltag begegne ich nur selten alten Wikingerschriften, die es zu entziffern gilt. Andererseits habe ich einige lustige Anekdoten aus dieser Zeit mitgenommen, von daher: no regrets!

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Hannah: Außer dem Klimawandel, Gleichberechtigung und Schulsystem? Es gäb da noch so einiges zu tun im Bereich Pflegeberufe, Steuern, Aufklärungsarbeit, bedingungsloses Grundeinkommen, … .
Marie: Ich würde Feminismus als Schulfach in allen Ländern einführen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Hannah: Wenn ihr Montag kommt, dann Bohnen, denn Montag ist Bohntag bei mir.
Marie: Matcha-Latte mit aufgeschäumter Hafermilch. Ich bin ein Neukölln-Hipster par excellence.

Was sollte niemand von dir wissen?
Hannah: Wie “oft” ich staubsauge.
Marie: Wie viele noch ungelesene Bücher in meinem Regal stehen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Hannah: Über die nach meinen Sternzeichen hätte ich mich schon gefreut. Jetzt müsst ihr leider raten.
Marie: Was liest du gerade? Aber das erzähle ich ohnehin ungefragt jede*r Person, die ich treffe.

Das letzte Wort:
Hannah: It’s all happening!
Marie: Let it go!

FOTO: Katja Vogt

Liebes Ich…

In unserem 2 Minuten-Interview stellen wir ja gern mal die Frage danach, was man seinem 18-jährigen Ich raten würde, wenn man es denn heute träfe. Die Plattform FutureMe dreht den Spieß um. Über die Seite lassen sich kostenfrei Nachrichten an das Zukunfts-Ich versenden. Ein bisschen wie ein digitales Tagebuch oder eine Mini-Therapie zwischen Arbeitsmails und Alltagschaos. Wie das Ganze funktioniert? Mail schreiben, Zeitspanne auswählen, wann diese an euch rausgeschickt werden soll, und mit aufgeregten Fingerspitzen auf Senden drücken. Was drinnen steht? Wirklich gut gemeinte Ratschläge, Wünsche und Ziele oder Dinge, über die man sich im Hier und Jetzt fürchterlich aufgeregt oder von Herzen gefreut hat. Wer noch ein bisschen mehr Nervenkitzel braucht, besorgt sich die Premium-Version, in der man seine Nachrichten auch an dritte Empfängerinnen und Empfänger á la „Was ich dir schon immer sagen wollte…“ adressieren kann. Das weltweit genutzte Projekt startete 2002 in den Staaten und hat bis zum Jahr 2020 über drei Millionen Mails versendet.
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FutureMe | futureme.org | FOTO: Surface/Unsplash

Kategorien: Projekte | Autor: | Datum: 12. Januar 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Neighbours for Future

Lampen montieren für den Klimaschutz? Klingt komisch, funktioniert aber ganz einfach. Die Community App Zwopr fördert nämlich nicht nur Nachbarschaftshilfe, sondern beteiligt sich auch an verschiedenen Aufforstungsprojekten. Für jede gute Tat unter Nachbarinnen und Nachbarn, wie Möbel Zusammenbauen, Gassi Gehen oder Briefkasten Leeren werden im Namen der Hilfesuchenden soundsoviele Bäume gepflanzt. Dafür stellt man sein Gesuch online und entscheidet ganz individuell, mit wie vielen Bäumen der Auftrag entlohnt wird. So wird Hilfsbereitschaft in Nullkommanix in Klimaschutz umgewandelt. Hinter der Idee stecken die besten Freunde Bernhard Koller, Christian Ebert und Tassilo Ippenberger aus München und Berlin. Mit ihrer Aktion zeigen die drei, dass sich solidarischer Zusammenhalt und Verantwortung gegenüber unserer Umwelt wunderbar vereinbaren lassen. Ihr wollt zum Jahresanfang etwas Gutes tun? Wie wäre es mit Bäume spenden für das Zwopr-Aufforstungsprogramm? Pro Anmeldung über diesen Link spendet Zwopr einen Baum.
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Zwopr | zwopr.com | FOTO: Zwopr

Kategorien: Projekte | Autor: | Datum: 12. Januar 2021 | Tags: , Keine Kommentare

Anna Maria Mühe

Anna Maria Mühe ist die Frau mit dem schönsten Beruf der Welt. Sagt sie selbst von sich. Und wir sind auch froh, dass sie keine professionelle Witze-Erzählerin geworden ist (das kann sie nämlich überhaupt nicht), sondern eine von Deutschlands vollkommen zurecht gefragtesten Schauspielerinnen überhaupt. Ansonsten spricht sie gerne Klartext, vor allem und gerade in ihrem neuen Podcast „unter dry“, den sie gemeinsam mit ihren Freundinnen und Schauspielkolleginnen Jasna Fritzi Bauer und Cristina DoRego betreibt.

Name: Anna Maria Mühe
Alter: 35
Wohnort: Berlin
Beruf: Schauspielerin
Schuhgröße: 39
Lieblingswort: ungünstig (anstatt scheisse)
Kontakt: Instagram: annamariamuehe (ich lese alles, beantworte aber nichts)

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Jeder Tag, den ich am Set verbringe, ist ein guter Tag. Vor allem in diesen Zeiten weiß ich es extrem zu schätzen, dass ich arbeiten darf.

Wer gab dir den besten beruflichen Rat und welcher war es? Meine Mutter: „Gräme dich nicht zu sehr bei einer Absage, es hat immer alles einen Grund – auch wenn man es manchmal erst viel später sehen kann.“

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? Liebenswert, humorvoll, großzügig (das klingt wie eine schlechte Anzeige, der man auf keinen Fall nachgehen sollte).

Was macht dich richtig zufrieden? Alles ist gut solange mein Kind gesund ist.

Deine größte Schwäche? Technik – sie treibt mich in den Wahnsinn.

Würdest du lieber gegen eine Ente kämpfen, die so groß ist, wie ein Pferd oder gegen hundert Pferde, die so klein sind, wie Enten? Die Vorstellung einer großen Ente ist lustig und widerlich gleichermaßen. Ich kämpfe generell nicht. Zumindest nicht körperlich.

Der lustigste Film aller Zeiten? Ernsthaft? EINER? Unter anderem „Reine Nervensache“.

Welches Kunstwerk würdest du gerne besitzen? Etwas von Yves Klein.

Schließ die Augen und denk an etwas Schönes. Woran denkst du? An Sonne und Meer.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Über den Umgang mit Journalisten und Fragen, die mich in die Ecke drängen sollen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde allen Kindern eine gute schulische Ausbildung ermöglichen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ich koche nicht. Ich kann eine gute Brotzeit kaufen.

Was sollte niemand von dir wissen? Wie gern ich leider immer noch rauche.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Ich übernehme doch jetzt nicht euren Job.

Das letzte Wort: Heute ist Sonntag.

FOTO: Mirjam Knickriem

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 12. Januar 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Ähre wem Ähre gebührt

Wer sich in Berlin auf die Suche nach dänischen Glücksgefühlen machen möchte, fängt am besten in der SOFI Bakery an. Dort türmen sich neben süßen Plunderteilen und Mohnkuchenstücken vor allem herausragend leckere Sauerteigbrote in allen erdenklichen Formen und Knusperkeitsgraden. Von Mittwoch bis Sonntag wird mit alten und weniger bekannten Getreidesorten frisch gebacken und somit bewährter Backkunst die nötige „Ähre“ erwiesen. Nebenbei entwickelt Mastermind Frederik Bille Brahe – seines Zeichens Fine Dining-Gastronom und genusssicherer Überflieger aus Dänemark – auch herrliche Kreationen wie Roggencroissants oder Schokoladen-Sauerteig-Kuchen. SOFI findet ihr in den Sophie-Gips-Höfen in Mitte, in den ehrenwerten Hallen des ehemaligen Barcomi’s. So bleiben sie uns als süßer Hotspot erhalten. Tak!

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SOFI Bakery | Sophienstraße 21, 10178 Berlin | Mi-Fr 7.30-18.30 Uhr, Sa-So 8.30-17.30 Uhr | sofiberlin.com | FOTO: Vicky Ng/Unsplash

Zimmer frei

Alle Jahre wieder begeben sich unermüdliche Student*innen auf Wohnungssuche. Das kostet nicht nur Nerven, sondern auch oft ganz schön viel Geld. Wenn man denn überhaupt etwas findet. In Wien sorgt das Startup ‚Wohnbuddy‘ für ungewöhnliche Abhilfe: Auf der digitalen Plattform können sich Jung und Alt beschnuppern, um eine ge­ne­ra­ti­o­nen­über­grei­fende Wohngemeinschaft zu gründen. Schließlich gibt es viele Senior*innen, die mittlerweile alleine wohnen und ausreichend Platz haben – aber auch Pflegewohnhäuser, die ihren Leerstand sinnvoll füllen möchten. Und wenn dann die kunstbegeisterte Oma auf eine zukünftige Gestalterin trifft, geht es natürlich um mehr als nur einen Schlafplatz auf Zeit. Die beiden Parteien teilen sich im Idealfall nicht nur Hobbys und Interessen, sondern unterstützen sich gegenseitig im Alltag und erzählen einander die wildesten Geschichten in der WG-Küche. Win-Win-Situation für mehr bezahlbaren Wohnraum und weniger Alterseinsamkeit!
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Wohnbuddy | wohnbuddy.com | FOTO: Wohnbuddy

Kategorien: Projekte | Autor: | Datum: 08. Januar 2021 | Tags: , Keine Kommentare

Von drinnen with love

Für alle Zuhausegebliebenen, Sich-daheim-am-wohlsten-Fühlenden und jene, die das Drinnen-Sein auch ohne Lockdown zelebrieren, gibt es seit Kurzem den formidabelsten Podcast der Welt und aller Zeiten. An jedem Drinnie-Dienstag erwarten wir schweißgebadet vor Vorfreude die neue Folge „Drinnies“ von Giulia Becker und Chris Sommer. In dem Format berichten die beiden live und in stereo aus der Komfortzone aka vom Dachboden. Gemeinsam kommentieren sie das aktuelle Zeitgeschehen aus Drinnie-Sicht und berichten von den Alltagstücken (und Tricks) einer*eines jede*n Introvertierten. Das führt zu Episoden wie „Das Raclette Horoskop“, „Heulen am Pissoir“, „Die Angelo Kelly-Verschwörung“ oder „Nudelsalat ist Selfcare“. Mehr muss man dazu eigentlich nicht mehr sagen. Außer „danke“ für dieses erheiternde Hoch auf das Drinnen-Sein, diese Ode an „Nööö, heute nicht“, diesen Tempel der Muggeligkeit. Bitte hört nie damit auf!
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Drinnies | drinnies.de | FOTO: Karolin Nusa

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 05. Januar 2021 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Neues Jahr, neuer Job?

Was willst du wirklich machen? Worin findest du Erfüllung? Wie willst du arbeiten, um deinen Ansprüchen und Bedürfnissen gleichermaßen gerecht zu werden? Die üblichen Jobportale machen es einer*einem nicht gerade leicht, einen Beruf zu finden, der sich auch nach Berufung anfühlt. Zu unübersichtlich, zu viele Schubladen, zu strenge Algorithmen. Die neu gegründete Jobplattform Baitō hilft dir dabei, einen Job zu finden, der nicht nur deine Expertise, sondern auch deine Werte, Interessen und Ziele widerspiegelt. Es geht also weniger um das „Was“, dafür umso mehr um das „Wie“. Das Team um die Gründerbrüder Max und Lukas durchforstet täglich aktiv das Netz nach Jobs, die sich durch Sinnhaftigkeit, faire Bezahlung und gesellschaftlichen Mehrwert auszeichnen. Viele kommen daher aus dem Bereich Nachhaltigkeit, von NGOs, Stiftungen, Think Tanks oder jungen und innovativen Unternehmen, die neueste Technologien für eine grünere Zukunft verantwortungsbewusst einsetzen. Die handverlesenen Inserate werden nicht starren Berufsgruppen zugeordnet, sondern in Kategorien wie „Anpacken“, „Beraten“, „Entwickeln“, „Gestalten“, „Kommunizieren“ oder „Organisieren“ eingeteilt und wöchentlich per Newsletter oder täglich um 18.00 Uhr über den Telegram Channel zur Verfügung gestellt. Die Jobs mit Sinn gibt es zunächst nur in Berlin, weitere Städte stehen aber schon auf dem Zettel und folgen. Da das Team keine Daten sammelt oder Werbung schaltet, wird der kostenfreie Dienst auf Spendenbasis angeboten. Jede*r zahlt, was er*sie kann und möchte, entweder sofort oder auch erst dann, wenn der Traumjob gefunden wurde.
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Baitō | getbaito.de | Newsletter | Telegram | FOTO: Baitō

Kinderleicht

Kinder großziehen ohne wahnsinnig zu werden? Geht. Geht sogar noch besser, wenn man sich die digitalen Inhalte, Audiokurse und Coachings von FamiliyPunk zu Gemüte führt. Die versorgen Eltern nämlich mit jeder Menge Wissen, Strategien und positiver Einstellung, um die tägliche Chaoskoordination zu bewältigen. Das macht vieles leichter. Auch für die Kids. Weniger Streit und Chaos im Alltag, mehr Lösungskompetenz und Handlungsfähigkeit bedeuten mehr Freude, Energie und Gelassenheit im Familienleben. Die beiden Gründerinnen Janet und Jutta stehen in knackigen Audiosessions als digitale Coachinnen mit Rat und Tat zur Seite. Ganz ohne Zeigefinger und überholte Floskeln. Zusammen mit einem Team aus Elterncoach*innen, Psycholog*innen, Didaktiker*innen und Lernexpert*innen werden zudem Inhalte aufbereitet, die in weniger als zehn Minuten konsumiert werden können und daher auch in vollgepackte Tagesabläufe passen. Wer tiefer in die bedürfnisorientierte Erziehung eintauchen und mehr zum Thema Family Empowerment erfahren möchte, kann sich den Audiokurs Weniger Streit mit den Kids mit einem Klick kostenlos anhören. Im FamilyPunk Magazin findet ihr darüber hinaus jede Menge wertvoller Beiträge und der kostenlose FamilyPunk Letter versorgt euch einmal pro Woche mit einem guten Tipp.
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FamilyPunk | familypunk.com | FOTO: FamilyPunk

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 05. Januar 2021 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Silvie Bomhard

Aber bitte mit Love! Die gebürtige Rheinländerin und Wahlhamburgerin Silvie Bomhard ist Illustratorin und Designerin und mit einem halben Gedanken immer schon bei der nächsten Mahlzeit. Auf ihrem Instagram-Kanal love.kram aka ihrem „Hobbykeller“ visualisiert sie am liebsten die Gesprächsfetzen ihrer Mitmenschen. Ansonsten lauscht, zeichnet und philosophiert sie gerne zweisprachig und kopfüber vom Sofa hängend über Horoskope, Tschaikowsky und Taylor Swift, während sie selbstgekochtes Essen ist. Oder haben wir da etwas durcheinander gebracht? Völlig egal, viel Spaß mit dem bezaubernden Interview. „If you like Piña Coladaaaaa…“

Name: Silvie Antonia Bomhard
Alter: 30
Wohnort: Hamburg
Beruf: Illustratorin und Designerin
Schuhgröße: 40
Lieblingsstift: Der Gelschreiber von Muji, 0,5 mm in schwarz
Kontakt: hello@silviebomhard.de oder noch besser: info@gretahorsch.de, da erreicht ihr meine Agentin

Was bedeutet beruflicher Erfolg für dich? Erfüllung bei einer Arbeit, von der es sich gut leben lässt.

Was war die härteste Arbeit, die du je gemacht hast? Ich musste im zweiten Semester ein Opernbuch gestalten. Ich habe darüber fast den Verstand verloren und alle in meinem Umfeld kolossal genervt. Bis heute habe ich eine Aversion gegen Turandot!

Woran merkst du, dass du erwachsen geworden bist? Ich habe dieses Jahr aufgehört Kaffee zu trinken, um meine Schlafqualität zu verbessern. Wenn ich jetzt in coolen Coffeeshops meine Bestellung aufgebe – Decaf Flat White mit Hafermilch – dann komme ich mir schon recht alt vor.

Wo fühlst du dich zuhause? In meiner Wohnung in Hamburg. Mit meiner Familie in der Küche in Düsseldorf. Im LPG BioMarkt in Berlin. In einem Zug der Deutschen Bahn. Wahrscheinlich bin ich die einzige Person, die gerne Bahn fährt.

Welches war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat? Ich freue mich immer, wenn ich Menschen mit meiner Arbeit zum Lachen bringe. Manchmal schreiben mir liebe Menschen bei Instagram eine Nachricht und erzählen mir, dass meine Arbeit ihren Tag bereichert. Das ist ein schönes Kompliment.

Dein schlimmster Ohrwurm? „Escape (The Piña Colada Song)“ von Rupert Holmes. Aber bitte immer nur die ersten zwei Zeilen des Refrains. „If you like Piña Coladaaaaa…“

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Als ich drei Jahre alt war, haben Freunde meiner Eltern für Nikolaus einen (schlechten) Knecht Ruprecht Imitator für die Kinder bestellt. Der Mann trug eine Nylonstrumpfhose über den Kopf gezogen und war in schwarze Gewänder gehüllt. Ich war außer mir vor Angst.

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der? Eine Mischung aus Tschaikowsky und Taylor Swift.

Womit kann man dich beeindrucken? Mit einem guten Essen oder einem Handstand. Man kann mich schnell beeindrucken – aber nicht lange.

Welche Eigenschaft hast du von deinen Eltern geerbt? Ich lese gerne kopfüber vom Sofa hängend und esse am liebsten selbstgekochtes Essen.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde Massentierhaltung verbieten.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Spaghetti mit einer Tomatensauce à la Mama und einem leckeren Glas Rotwein.

Was sollte niemand von dir wissen? Das behalte ich lieber weiter für mich.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ist dein Sternzeichen?

Das letzte Wort: Hat keine Taschen.

FOTO: Sophie Wolter

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 05. Januar 2021 | Tags: , , Keine Kommentare

Ciao, Kakao

Sich vom alten Jahr verabschieden, mit allem Drum und Dran. Um sich dann ganz bewusst einzustimmen auf das da Kommende. Das geht alten Bräuchen nach am besten in den magisch-mystischen Rauhnächten zwischen Weihnachten und dem 6. Januar. Auch im Yogi-Kalender wird diese Übergangszeit gerne genutzt, um fokussiert den kommenden Monaten zu begegnen. Irina Alex vom ‚Yoga Team Berlin‘ bietet dazu das passende Begleitprogramm mit Fragen und Ritualen sowie Übungsvideos zu Yoga und Meditation, die man ganz flexibel und entspannend von zuhause aus miterleben kann. In jeder Nacht wird sich einem speziellen Thema zugewandt, um sich beim Verabschieden Schritt für Schritt selbst näher zu kommen und mitzunehmen. Logisch, oder? Wir verlosen eine Teilnahme beim wohl schönsten Anfang-Ende-Anfang-Ritual, das man sich in dieser Zeit wünschen kann. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚ALLES NEU‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Rauhnächte Begleitung von Yoga Team Berlin | 25.12.-06.01. | Online-Veranstaltung | yogateamberlin.de/rauhnaechte | FOTO: Daria Rom

Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 22. Dezember 2020 | Tags: , , Keine Kommentare

Geschenke-Special 3/3

Nu aber hurtig! Morgen kommt der Weihnachtsmann und wenn er auch mit seinen Gaben daherstapfen soll, legen wir euch noch fix unsere Last Minute-Geschenketipps ans Herz. Los geht’s mit Büchern, denn die Buchläden haben einigerorts noch geöffnet und geliefert wird mit etwas Glück bis morgen auch noch. Der weltbeste und ultraberühmteste Kriminalbiologe und Vorsitzende der Transsilvanischen Dracula-Gesellschaft Dr. Mark Benecke hat sich mit der ebenso weltwundervollen Illustratorin Kat Menschik zusammengetan (hier könnte der Artikel schon vorbei sein). Ihr neues Buch „Kat Menschiks und des Diplom-Biologen Doctor Rerum Medicinalium Mark Beneckes Illustrirtes Thierleben“ erzählt von feenhaften Glühwürmchen, schuldigen Hunden, betrunkenen Rentieren und verspielten Oktopussen. Am liebsten aber von Insekten, die dem Meister gerne mal als stille Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei einem undurchsichtigen Todesfall zur Seite stehen. +++ „Du bist du. So jemanden wie dich hat es noch nie gegeben und wird es auch nie mehr geben. In dir steckt so viel.“ Vielleicht ist „Vielleicht“ das schönste Kinderbuch weit und breit. Denn vielleicht geht es dabei gar nicht um die inspirierenden kleinen Texte und die wunderschönen Illustrationen, sondern darum, was du in deiner Fantasie daraus entstehen lässt. Vierundvierzig Seiten für Kinder und Erwachsene zum Weiterwachsen und Besonders-Fühlen. Wir verlosen zwei Exemplare. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚VIELLEICHT‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de. +++ Welcome to the Jungle: Mit „Äpfel & Konsorten“ könnt ihr eine Baumpatenschaft verschenken und dabei helfen, die Brandenburger Streuobstwiesen zu retten. Die sind schließlich sowas wie die kleinen Regenwälder vor den Toren der Großstadt und zählen zu den artenreichsten und gleichzeitig bedrohtesten Lebensräumen Mitteleuropas. Dieses Geschenk lässt Kinder- und Erwachsenenaugen strahlen, spätestens dann, wenn es zur Obsternte an „deinen Baum“ geht. Wer nicht nur Pate sein, sondern direkt spenden möchte, kann das über die aktuelle Kampagne auf betterplace.org tun. +++ Nächstenliebe für die Nachbarschaft: Wer auch im kommenden Jahr beim Laden um die Ecke schnabulieren möchte, verschenkt zum Feste am besten ein paar Gutscheine für das Lieblingslokal im Kiez. Klappt natürlich auch grenzüberschreitend mit der B Card der Plattform „Helfen.Berlin“. Ähnliche Konzepte gibt es bereits in anderen deutschen Städten. Save your locals!
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Kat Menschiks und des Diplom-Biologen Doctor Rerum Medicinalium Mark Beneckes Illustrirtes Thierleben | 20,00€ | kiwi-verlag.de | Vielleicht | 12,95€ | adrian-verlag.de | Äpfel & Konsorten | ab 60,00€ | aepfelundkonsorten.org | B Card | ab 10,00€ | das-b-card.de | FOTOS: Kiwi Verlag, Kobi Yamada & Gabriella Barouch/Adrian Verlag, Äpfel und Konsorten – Streuobstwiesen und -äcker e.V., Regional Hero GmbH

Ralph Caspers

Herzglitzer Ralphonus Elvis Maria Caspers, oder auch kurz “Ralph”, ist wohl der sympathischste Klugscheißer, den man sich vorstellen kann. Der ausgezeichnete Brillenträger hat eben sein neues Buch „99 harmlose Fragen für überraschende Unterhaltungen zwischen Eltern und Kindern“ veröffentlicht und steht quasi mitten in den Geburtstagsvorbereitungen zum 50. Jubiläum von der Sendung mit der Maus. Haben wir schon erwähnt, dass er in Borneo geboren wurde, weil seine Eltern dort für eine Hilfsorganisation Affen großgezogen haben? Toller Typ einfach von Sekunde Null.

Name: Siehe oben. (Also mein Name ist nicht „Siehe oben“, obwohl das eigentlich ganz lustig wäre.)
Alter: 47. (Hey, wie meine Schuhgröße!)
Wohnort: Geheim.
Beruf: Frage ich mich auch immer.
Schuhgröße: 47. (Hey, wie mein Alter!)
Lieblingskinderbuchfigur: Matilda Wurmwald.
Kontakt: Noch keiner. (Die Frage zielt auf außerirdischen Kontakt ab, oder?)

Was war bis jetzt dein größter beruflicher Erfolg und warum? Dass mir meine Arbeit Spaß macht.

Über welches Thema könntest du eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung? Darüber, dass alles bedeutungslos ist. Und Spucke.

Wie alt wärst du, wenn du dein Alter nicht wüsstest? Kommt auf den Tag und die Tageszeit an. Mein Spektrum reicht von pubertär bis zerstreut. Furzwitze gehen aber immer.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? Wer ist das?

Eine Begegnung, die du nie vergisst: Ich habe einmal Drillingen Autogramme gegeben. Als ich nach den Namen fragte, war ich mir zuerst nicht sicher, ob sie mich auf den Arm nehmen: Maria, Magda, Lena.

Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte: „Steal Like An Artist“ (von Austin Kleon).

Der größte Irrtum deines Lebens? Zu denken, anderen Menschen wüssten, was ich denke.

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt: Drüben auf dem Hügel.

Was würdest du gerne lernen, wenn weder Zeit noch Geld eine Rolle spielen würde? Alles.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Zeitreisen. Die Situation ist da noch sehr unbefriedigend.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Milchreis mit Reismilch.

Was sollte niemand von dir wissen? Duh…

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Stimmt es eigentlich, dass deine Vorfahren Vampire waren?

Das letzte Wort: Das brauche ich nicht.

FOTO: Johannes Haas

Ohne Club kein After Hour Döner

Kauf dir einen Print. Bezahl für digitale Konzerte. Schreib eine Bewertung auf Yelp. Besorg dir geiles Take-Away Food. Take-Away Drinks gehen auch. Dieses Jahr: Geschenke aus der Region. Kauf Merch deiner Lieblingsband. Erzähl vom besten Restaurant. Werde Kiezretter. Spende für die Clubszene. – Die Pandemie trifft uns alle, aber nicht alle mit derselben Wucht. Besonders hart ist es für den Kulturbetrieb und die Veranstaltungswirtschaft: Clubs, Theater, Kinos, Bars und Restaurants, Hotels, Servicepersonal, Künstler*innen, Techniker*innen und viele viele mehr. Über die Initiative ‚Geschlossen für Morgen‘ könnt ihr die Berliner Kultur- und Gastroszene einfach und wirkungsvoll supporten. Auf der Website findet ihr Organisationen und Vereine, die euch bei der Unterstützung unterstützen. Außerdem fließen die Erlöse aus dem Verkauf des limitierten ‚Geschlossen für Morgen‘-Crewnecks zu 100% in die Vereinsarbeit von United We Stream. Vorn mit Logoprint, hinten mit Claim ‚Ohne Club kein After Hour Döner‘ auf allen Postleitzahlen und Stadtteilnamen der Hauptstadt. #UnitedWeStream #AlarmstufeRot #KiezRetter #PayNowEatLater
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Geschlossen für Morgen | geschlossenfuermorgen.de | FOTO: Buddybrand GmbH

Wir backen das

Für alle Zuckergoscherln jenseits von Wien gibt es die weltbeste Weihnachtsbäckerei mit unverzichtbarem Oma-Content jetzt auch für zuhause. Nichts verstanden? Macht nichts! Die Erklärung folgt sogleich. Das Wiener Generationencafé ‚Vollpension‘ ist ein Tempel der süßen Leckerei und des sozialen Miteinanders. Als das Café aufgrund der Pandemie temporär schließen musste, wurden die Macherinnen und Macher kreativ: Um weiter Gehälter auszuzahlen und das Social Business am Leben zu erhalten, haben sie mit viel Netzwerk-Support ein Studio aufgebaut, in dem sich die frisch gebackenen Ü60-Influencerinnen und -Influencer unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen kreativ austoben konnten. In drei kongenialen OMAsterclasses verraten ursympathische Seniorinnen und Senioren ihre liebsten Familienrezepte und geben Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Honiglebkuchen, Kokosbusserln, Punschschnitten und viele andere Leckereien. Mit Videotutorials backen lernen und Gutes tun, für mehr digitale Kontaktmöglichkeiten und weniger Altersarmut. Natürlich gibt es auch eine vegane Rezeptreihe mit Oma-Qualitätsgarantie inklusive Tipps und Tricks, wie man klassische Backzutaten am besten ersetzt. Bussi, baba!
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Backademie Vollpension | vollpension.wien/backademie | FOTO: Mark Glasse

Insta-Accounts saved my 2020

Hat eigentlich mal jemand untersucht, in welchem Verhältnis die durchschnittliche Bildschirmzeit zur Lockdowndauer steht. Die Antwort lautet: viel! Und während wir uns gedankenversunken durch Bilder gutaussehender Menschen vor aufwendig gefilterten Naturkulissen oder Bilder aufwendig gefilterter Menschen vor irgendwelchen Kulissen scrollen, begegnen wir dort in diesem sinn- und luftleeren Raum ab und an auch unseren stillen Helden. Jenen Personen und Accounts, die uns das tägliche Lächeln, Kopfschütteln oder -nicken entlocken und uns dieses Jahr damit erhellend verschönert haben. Nachfolgend einige unserer liebsten Insta-Beziehungen aus 2020. Beginnen wir mit einer Pflichtlektüre für jede und jeden, die oder der schon einmal eine Agentur von innen gesehen hat. Der Reaction Account Agentur Boomer ist der Grund dafür, warum uns mindestens einmal am Tag hysterische Freudentränen über die Wangen kullern und wir eifrig Screenshots des heiligen Dreiklangs aus Caption, Bild und Kommentar in WhatsApp und Slack Channels teilen. Nichts daran ist außergewöhnlich. Alles daran ist großartig. +++ Apropos Screenshots aus Social Media-Anwendungen: Der liebe Peter Wittkamp, seines Zeichens Gag-Schreiber von Beruf (Ja, ist wohl ein Beruf!) teilt auf seinem Insta-Account mit Begeisterung die liebenswürdigen, ultrawitzigen und sehr sympathischen Textchen seines eigenen @diktator Twitter Accounts. Auch. Aber nicht nur. Es geht um Joggerpants, seine Vaterrolle, die Chronik der Pandemie und eine ganz bestimmte Bank am Kanal, die inzwischen seinen Namen trägt. Danke, Peter! Außerdem großartig: Uschi Bonaparte schreibt über Krisen, Komplexe und internationale Ehemänner in schonungslos wunderbaren, herrlich herzlich ehrlichen Anekdoten aus dem Leben einer Ehefrau und Mutter von Dreien. Und auf Things I have drawn veröffentlichen Al und Dom wunderschön gemalte Interpretationen von allem und jedem. Gut, Papa Tom hilft ihnen ein bisschen beim Upload. Und uns dabei, die Welt im wahrsten Sinne wieder durch Kinderaugen zu sehen.
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@agentur_boomer | @peter_wittkamp | @uschi_bonaparte | @thingsihavedrawn

Victoria Müller

Victoria Müller kennen ganz schön viele Leute. Allerdings eher unter ihrem Künstlernamen Victoria van Violence. Den hat sie nun offiziell abgelegt oder ist zumindest dabei. Ihr Anliegen bleibt. Sie engagiert sich nicht nur seit vielen Jahren aktiv für den Tierschutz, sondern ist auch Botschafterin für die Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Gerade sitzt sie an ihrem zweiten Buch – zuvor sprechen wir mit ihr über Überfluss, vegane Lasagne und den besten Ninja Turtle aller Zeiten. Ganz nebenbei hat sie mit ihrem Witz direkt für zwei Dinge gleichzeitig gesorgt. Erstens: Cat Content! Zweitens: Hat jemand Katzen gesagt…? Was war nochmal die Frage?

Name: Victoria Müller (früher Victoria van Violence)
Alter: 32
Wohnort: Berlin
Beruf: Moderatorin, Autorin, Influencerin und nun auch wieder Studentin ;)
Schuhgröße: 39
Lieblingstier: Hunde
Kontakt: info@naivundschlau.de // instagram.com/victoriamueller

Was ist Erfüllung für dich? Mit meinen Lieben draußen im Wald abenteuern, am Lagerfeuer sitzen oder frisch gebadet in einem frisch bezogenen Bett einkehren und lesen.

Womit kann man dich beeindrucken? Ich bin immer beeindruckt von Menschen, die prinzipientreu sind und sich auch von Gegenwind nicht beeindrucken lassen.

Was willst du dieses Jahr unbedingt noch schaffen? Dieses Jahr will ich unbedingt noch meine öffentliche Namensänderung über die Bühne bringen. Ich habe meinen Künstlernamen abgelegt und dabei gibt es viel zu beachten.

Was würdest du ohne Internet tun? Vermutlich mehr lesen. Vor allem abends habe ich leider zu oft mein Handy in der Hand. Aber schön wäre es ohne Internet auch nicht, genieße ich doch auch die Vorzüge. Und ich lebe ja basically auch vom Internet.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Immer. Weil ich mache, was mir Freude bereitet. Ich bin maximal flexibel, habe mir die Freiheit geschaffen selbst entscheiden zu können, was ich mache und was nicht. Dieses Privileg macht mich sehr glücklich.

Was machst du, wenn du dir selbst etwas Gutes tun willst? Badewanne voll, Kerzen an und abtauchen. Klingt irgendwie banal, tut aber gut.

Was siehst du, wenn du in den Spiegel schaust? Eine Frau von 32 Jahren, die sich selbst treu ist. Manchmal sind die Augen morgens geschwollen, manchmal sehe ich einen Pickel auf dem Kinn oder die Notwendigkeit, meine Haare zu waschen. Aber geht schon klar.

Welche drei Dinge findet man immer bei dir im Kühlschrank? Oliven mit Knoblauch, eine rote Paprika und Bautz’ner Senf.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast? Es ist okay auch mal nicht okay zu sein. Man muss nicht immer abliefern, performen und on fire sein. Man darf auch mal underperformen, in etwas schlecht sein oder einfach keine Muße haben. Ich bin Perfektionistin, war für mich also eine harte Lektion.

Erzähl uns einen Witz: Ein Mann will die Katze seiner Frau heimlich loswerden und beschließt, sie auszusetzen. Er nimmt sie mit ins Auto, fährt 20 Häuser weit, setzt die Katze aus und fährt heim. Zehn Minuten später ist die Katze auch wieder da. „Na gut“, denkt sich der Mann, „war vielleicht ein wenig zu kurz die Strecke“. Setzt sich wieder mit der Katze ins Auto, fährt 5 Kilometer weit und setzt sie aus. Zwanzig Minuten später ist die Katze wieder zu Hause. „Jetzt reicht es!“, denkt sich der Mann, nimmt die Katze mit ins Auto und fährt 20 Kilometer, dann durch den Wald, über eine Brücke, rechts, links und setzt die Katze dann schließlich mitten im Wald auf einer Lichtung aus. Eine halbe Stunde später ruft der Mann zu Hause an. „Ist die Katze da?“, fragt er seine Frau. „Ja, warum?“ – „Hol sie mal ans Telefon, ich habe mich verfahren.“ (Den hat meine Mama mal auf einer langen Autofahrt vorgelesen und ich musste sehr lange sehr dolle lachen.)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Vieles. First of all würde ich mal infrage stellen, wieso es so ein Ungleichgewicht auf der Welt gibt und dafür sorgen, dass die Balance stimmt. Es kann nicht sein, dass einige Teile der Welt im Überfluss ersticken, während es an anderen Enden fehlt. Unser Wohlstand geht auf Kosten anderer. Ich denke es ist wichtig globaler zu denken und zu agieren und die Unversehrtheit und Bedürfnisse aller Menschen zu berücksichtigen. Das ist ein großer Wunsch und es gibt viele Punkte, an denen man da ansetzen muss. Außerdem würde ich definitiv dafür sorgen, dass Tiere mehr Rechte erhalten!

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Meine Spezialität: Vegane Lasagne! Und dazu Nüsslisalat mit Walnüssen und Heidelbeeren.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich bin eigentlich ziemlich offen und habe keine Geheimnisse. Und wenn doch, dann würde ich sie hier nicht erzählen. ;)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Ihr hättet nach meinem Lieblingsturtle fragen sollen! Donatello und das nicht nur wegen seinem violetten Bandana.

Das letzte Wort: Es folgt mein Lebensmotto, auch wenn es ein bisschen wie ein Kalenderspruch oder Wand-Tattoo klingt: Ever Tried. Ever Failed. No Matter. Try Again, Fail Again, Fail Better. – Samuel Beckett (lest unbedingt „Waiting for Godot“, falls noch nicht geschehen!)

FOTO: Kay Ruhe