Wombageeeee!!

Die MMW-Familie wächst stetig. Also nicht nur im übertragenen Sinne, sondern auch ganz wortwörtlich in klein und süß und mit Windeln und Strampler und Co. Selbstverständlich rücken dann auch neue Produktwelten, die sich bisher außerhalb unseres Universums befanden, in unseren Orbit. Seit neustem schwebt dort unser übereinstimmender Liebling namens „Wombagee“ aka Federwiege 2.0 aka Abrahams Schoß aka ‚der handgenähte Babysitter‘. Und das aus gutem Grund: Als die gelernte Krankenschwester und ausgebildete Designerin Juliane Werdin 2012 ihr erstes Kind erwartete, war sie auf der Suche nach einer Möglichkeit, ihr Baby sicher und nah bei sich zu haben, während sie ihrer Arbeit als selbstständige Designerin nachging. Unzufrieden mit den erhältlichen Wiegen, beschloss sie kurzerhand eine eigene zu entwickeln, die genau ihren Bedürfnissen entsprach. Wombagee ist eine Federwiege, die im Gegensatz zu herkömmlichen Babywiegen durch eine spezielle Metallfeder auf und abwippt. So wird die Bewegung des Kindes im Mutterleib imitiert. Das entspannt die meisten Babys, die dann ganz einfach in einen sanften, sicheren Schlaf finden. Das Beste an der Wombagee (neben dem großartigen Namen, den man einfach sehr gern ausspricht) ist die Multifunktionalität. Mit wenigen Handgriffen lässt sich die Säuglingswiege in beispielsweise einen Hängesessel oder auch eine echte Hängematte verwandeln und wächst so quasi mit den Maßen und Bedürfnissen des kleinen Bewohners mit. Jede Wiege – ob Basic, Classic oder XXL – wird unter nachhaltigen Kriterien und mit lokalen Unternehmen in Deutschland handgefertigt und inzwischen in mehr als 15 Länder exportiert. Ein praktischer und mit Liebe gemachter Exportschlager, wenn man so will. Schließlich möchten Babies auf der ganzen Welt gut und ruhig schlafen.
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Wombagee | ab 160€ via www.wombagee.de/onlineshop/ | www.wombagee.de

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 16. Oktober 2018 | Tags: , , , , , , , Keine Kommentare

Sauberer Schnitt

Heute mal ein kleiner Beitrag zur Herrenpflege. Also ursprünglich ist das folgende Gerät zumindest einmal dafür konzipiert. Einweg-Rasierer benutzt ja hoffentlich niemand mehr. Die Müllberge aus Plastik, die dadurch entstehen, sind absolut unnötig und mit keinem glatten Kinn dieser Welt zu rechtfertigen. Da aber auch die gewöhnlichen und weltweit verbreiteten Plastik-Nassrasierer viel Müll produzieren, sollte man häufiger zu Alternativen wie dem R89 von MÜHLE greifen. Der Rasierhobel (tolles Wort) oder Sicherheitsrasierer (wir bleiben bei Rasierhobel) mit auswechselbaren Klingen revolutionierte einst die Nassrasur und ist heute eines der klassischsten Rasieraccessoires. Der stilvolle Klassiker hat einen Griff aus Metall mit verchromten Metallakzenten und einer feinen Ziselierung. Das macht ihn nicht nur deutlich langlebiger als die gängigen Plastik-Rasierer, sondern auch besonders nachhaltig. Denn das Ding ist komplett plastikfrei. Hinzu kommen die hochwertigen Klingen, die übrigens durch einfaches Abschrauben des Deckels gewechselt werden und auf der ganzen Welt günstig und im selben klassischen Format erhältlich sind (nochmal: überall, günstig). Zwar scheint die offene Klinge zunächst vielleicht etwas respekteinflößend, wenn man den Schwung aber erstmal raus hat, macht man damit einen ziemlich spektakulären Schnitt. In Level 2 wagt man sich dann vom Kinn in andere Regionen vor. Geht damit nähmlich auch.
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R89 von Mühle | 35 € via www.muehle-shaving.com/Shop/ | www.muehle-shaving.com

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 16. Oktober 2018 | Tags: , , , Keine Kommentare

Elena und Max

Das 2 Minuten-Interview

Heute: eine Premiere. Elena und Max vom Podcast „Klatsch & Tratsch“ stellen sich mit eigenen Worten vor. Warum? Kann man besser nicht machen. Und was sollten wir da bitte noch hinzufügen? Außer vielleicht das mit Heidi Klum. Oder mit Menschen. Nun denn: Ich bin Elena „Dr.“ Gruschka und ich bin ein Teil des Podcast Duos „Klatsch&Tratsch – Niemand muss ein Promi sein“. Ich bin ausführende Produzentin der 3. Staffel Jerks und ich freue mich, wenn die Peeling Season anfängt und ich endlich wieder mein Gesicht lasern lassen kann. (Geht nur November bis März wenn wenig Sonne ist.) Ihr müsst unbedingt über mich erzählen, dass ich nur Vodka trinke wenn ich trinke. Und meine Mutter eines der ersten isländischen Top Models war. Und mein Vater Seemann. (Stimmt beides). Mein Name ist Max Richard Leßmann. Ich singe romantische Lieder und schreibe Gedichte. Zur Zeit arbeite ich an meinem zweiten Album und meinem ersten Roman. Aber nur, wenn gerade kein Love Island läuft. Oder Promidinner. Oder Dschungelcamp. Oder so.

Name: Elena Gruschka / Max Richard Leßmann
Alter: 36 / 26
Wohnort: Berlin / Berlin, Husum, Hamburg
Beruf: Internationale Celebritiy Expertin, Podcasterin und Produzentin / Sänger, Autor und Celebrity Experte
Schuhgröße: 38,5 / 44
Lieblingspromi: Puff Daddy / Boris Becker
Kontakt:@skinnybitchberlin / Just call me!

Verrate uns ein Geheimnis!
Elena: Ich bin eine unglaublich Schlampe, ordnungs-wise. Wenn ich in ein Zimmer komme ist es nach fünf Minuten verwüstet. Und in dem Zusammenhang habe ich innerhalb eines Jahres viermal mein Portomonnaie verloren und musste eine eidesstaatliche Versicherung abgeben, als ich Führerschein und Personalausweis neu beantragt habe, dass ich die nicht heimlich an Betrüger verkaufe.
Max: Ich habe das selbe Beauty Geheimnis wie Heidi Klum.

In welcher Reality TV Show wärst du genial?
Elena: Real Housewives of New York City.
Max: Alles mit Liebe. Oder mit Menschen.

Dein Podcast-Spezi ist krank. Wer soll einspringen?
Elena: Jasna Fritzi Bauer
Max: Bushido

Hat dich schonmal ein Promi auf etwas angesprochen, was ihr über ihn/sie gesagt habt?
Elena: Ja. Das passiert immer häufiger und ist manchmal peinlich. Weil ich ja auch viel lüge.
Max: Jogi Löw hat mich nach den Schlagzeilen um Anna Mühe angerufen und sich bei mir beschwert. Aber ich konnte nichts dafür, ich war gerade im Urlaub.

Wessen Poster hattest du an der Jugendzimmerwand?
Elena: Tupac
Max: Katie Price

Wie würden dich deine Eltern beschreiben?
Elena: Von mir hat sie das nicht.
Max: Ungefähr 180 cm groß, blaue Augen, keine Haare.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Elena: Schwierig, man will ja nicht nur eine Sache ändern. Aber ich würde vielleicht mit der Beschränkung von Privatvermögen auf max. 1 Milliarde anfangen.
Max: Das Dschungelcamp ginge ein Jahr. Und ich würde die Ludolfs wieder vereinen.

Welche Rolle übernimmst du in brenzlichen Situationen?
Elena: Immer die Ruhe bewahren, nicht ausrasten. Und dann ausrasten.
Max: Panik Präsident

Was hat dich zuletzt emotional berührt?
Elena: Als Kim und Kourtney Kardashian sich gestritten haben und Kourtney gesagt hat, Kim sei eine „mean person“. Und Kim gesagt hat, dass Kourtney die „least pleasant to look at“ ist. Ich mag nicht wenn die streiten.
Max: Die dritte Chance, die Tobi Natascha bei Love Island gegeben hat. I balled my eyes out.

Was ist auf dem letzten Foto, das du gemacht hast?
Elena: Eine klaffende Wunde an meiner Hacke, die daher stammt, dass ich jemanden mit einem Drop Kick ein Glas aus der Hand getreten habe. Das war ein Unfall, ich wollte eigentlich den Kopf treffen, der war aber zu weit oben.
Max: Wahrscheinlich erstmal Ich. Und ein anderes putziges Tier.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Elena: Spaghetti Vongole
Max: Shepardspie

Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?
Elena: LSD nehmen.
Max: An jedem Reality Format der Welt teilnehmen und anschließend Kanzler werden.

Was sollte niemand von dir wissen?
Elena: Dass ich schonmal verheiratet war.
Max: Was mein Beautygeheimnis ist.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Elena: Bist du vorbestraft?
Max: Was ist dein Beautygeheimnis?

Das letzte Wort:
Elena: Wer A sagt muss auch den Rest des Alphabets aufsagen.
Max: Make Romantica great again!

Foto: Hella Wittenberg

Cocktailian

Der Online-Barshop Cocktailian hat endlich ein Ladengeschäft eröffnet. Und zwar nicht irgendeins und nicht irgendwo. In der Karl-Marx-Allee 78 in Friedrichshain befand sich einst die legendäre Karl-Marx-Buchhandlung – die Lettern zeugen noch von der historischen Verwendung. Seit Juni bietet der Cocktailian-Shop dort alles, was für die perfekt ausgestattete Hausbar benötigt wird: von Barwerkzeug, über diverse Spirituosen und Zutaten, Glasware, Barliteratur bis hin zu Filler, Schaumwein und Eis. Dabei ist das Angebot im Laden nur ein Auszug aus dem Online-Barshop und richtet sich mehr an die Endverbraucher, um auch zuhause stilecht die Drinks zuzubereiten. Die Marke Cocktailian besteht bereits seit 2010 und wurde damals mit dem Erscheinen des Buches ‘Cocktailian – Handbuch der Bar‘ ins Leben gerufen. Dahinter stecken Geschäftsführer Sanjay Cachemaille und die drei Autoren Bastian Heuser, Helmut Adam und Jens Hasenbein. Allesamt ehemalige Bartender mit viel Erfahrung. Der Online-Barshop entstand dann quasi als Nebeneffekt zur eigenen Agentur Barworkz GmbH für Marketing und Kommunikation im Bereich Bar und Spirituosen. Mit der Zeit gewann er dann die Überhand und die Agentur wurde dicht gemacht. Dank Expertise und Sortimentsvielfalt hat sich Cocktailian schnell zum Stammlieferanten vieler Berliner Szene-Bars entwickelt und ist in Berlin so wohl einzigartig.

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Cocktailian Shop Berlin | Karl-Marx-Allee 78, 10243 Berlin | Öffnungszeiten: Mo&Di 11-19 Uhr, Do&Fr 12-20 Uhr, Sa 10-16 Uhr | www.cocktailian.de

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 16. Oktober 2018 | Tags: , , , , , , , , , Keine Kommentare

Michael Bully Herbig & Thomas Kretschmann

Das 2 Minuten-Interview

Wenn einer, der selbst mit 21 aus der DDR geflüchtet ist, in einem Film, der von genau so einer Flucht erzählt, einen spitzelnden Stasi-Leutnant spielt, dann ist das allein schon ein starkes Stück. Wenn dieser eine dann noch Deutschlands erfolgreichster Hollywood-Export Thomas Kretschmann ist, sind spätestens alle Augen und Ohren auf Empfang. Und wenn dann auch noch Michael „Bully“ Herbig als Regisseur des Thrillers verantwortlich zeichnet und das so gut macht, dass nicht nur der eine, also der Thomas, sich fragt, warum ausgerechnet ein Bayer ein solch feines Gespür für das Thema hat, ist es endgültig an der Zeit mal wieder ins Kino zu gehen. Das mit dem Gespür hätten wir ja eigentlich mal fragen können. Stattdessen haben wir erfahren, dass die beiden wohl nicht in den selbstgemachten Ballon aus dem gleichnamigen Film gestiegen wären. Und was es mit der Freiheit an sich so auf sich hat. Und ob man besser gegen Enten, Pferde oder einfach überhaupt nicht kämpft. In diesem Sinne: stabiles Interview.

Name: Michael Bully Herbig / Thomas Kretschmann
Alter: 50 / 56
Wohnort: München / L.A.
Beruf: Filmemacher / Schauspieler
Schuhgröße: 42 / 43
Lieblingsort: Kino / Wategos, Australien
Kontakt: michael-bully-herbig.de / instagram.com/thomaskretschmann

Wovor bist du in deinem Leben schon einmal geflüchtet?
Bully: Vor langweiligen Filmen.
Thomas: Aus der DDR – einmal war notwenig und hat dann auch gereicht.

Was bedeutet Heimat für dich?
Bully: Home is where your heart is.
Thomas: Ein warmer Bauch.

Wie definierst du Freiheit?
Bully: Selbst entscheiden zu können, mit wem Du wann und wo Deine Lebenszeit verbringst.
Thomas: Freheit bedeutet, die eigene und die des anderen irgendwie deckungsgleich hinzukriegen.

Wärst du selbst in den Ballon gestiegen?
Bully: Wahrscheinlich nicht, hätte aber einen anderen Weg gesucht.
Thomas: NIEMALS! Ich habe Höhenangst.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir?
Bully: Hör auf Deinen Bauch!
Thomas: Lass dir nicht reinreden.

Ist es schwieriger Menschen zum lachen zu bringen oder zum nachdenken?
Bully: Kommt auf die Menschen an.
Thomas: Zum nachdenken, weil Faxen kann ja jeder machen. ;)

Würdest du lieber gegen eine Ente kämpfen, die so groß ist wie ein Pferd oder gegen hundert Pferde, die so klein sind wie Enten?
Bully: Kann ich jemanden anrufen?
Thomas: Grundsätzlich bin ich ein großer Tierliebhaber und kämpfe nicht so gern. Vor allem nicht mit Enten, die so groß sind wie ein Pferd. Pferde beißen ja und schlagen aus und in dieser Größe kann das nerven, ist aber wahrscheinlich nicht tödlich. Wenn ich mir dagegen eine dermaßen große Ente vorstelle…

Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?
Bully: Ziemlich viel Blödsinn!
Thomas: In einen Ballon steigen.

Wie würden dich deine Eltern beschreiben?
Bully: Meine Mutter war alleinerziehend und sie würde sagen, der Junge geht seinen Weg.
Thomas: Meine alleinerziehende Mutter sagte immer: Schönheit vergeht, aber du bist dumm und das bleibt. ;)

Farbe oder Schwarzweiß?
Bully: Hängt von meiner Stimmung ab.
Thomas: Schwarzweiß. Ich mag die Reduktion auf’s Wesentliche.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Bully: Kaiserschmarrn ohne Rosinen.
Thomas: Spargel, da müsst ihr aber im Mai oder Juni kommen.

Was würdest du ändern wenn du die Macht dazu hättest?
Bully: Fake News abschaffen.
Thomas: Wenn ich könnte, würde ich der Menschheit die „Vormundschaft“ über den Planeten entziehen. Was wir alles mit uns, unserer Umwelt und der Tierwelt anstellen, ist katastrophal und ekelhaft. Tierquälerei beispielsweise würde ich drakonisch bestrafen.

Was sollte niemand von dir wissen?
Bully: Na, wenn ich das jetzt hier verraten würde, wäre ich ja selten dämlich, oder?
Thomas: Wie lustig. Also wenn es niemand wissen darf, dann kann ich das ja jetzt unmöglich alles aufzählen. Oder? (Mist, keiner von beiden in die Falle getappt. Anm. d. Red.)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Bully: Was halten junge Leute von „Ballon“?
Thomas: Worauf bist du stolz?

Das letzte Wort:
Bully: Nach einer Schülervorführung gab es tosenden Applaus und ein Schüler sagte ins Mikrophon: „Gratulation Herr Herbig, stabiler Film!“
Thomas: Da hat der Bully Herbig ganze Arbeit geleistet.

Foto: @olafheinestudio

Unteilbar

Mit Demos ist das manchmal so eine Sache. Mitunter verkommt das Seite an Seite spazieren unter gemeinsamem Pappschild auch schon einmal zum Selbstzweck. Und spätestens, wenn man dann abends zufrieden und mit heißem Tee die Bilder des Wohlstandsprotestes im eigenen Instagram Feed checkt, ist die Welt in Ordnung und der Kampf für oder zumeist gegen etwas tritt in den Hintergrund. Was hat es gebracht? Keine Ahnung, wichtig ist schließlich, dass man etwas tut. Das stimmt! Und wenn man dafür ein Gratiskonzert deutscher Popgrößen serviert bekommt, ist das umso besser. Nur darf dahinter die wichtige Botschaft nicht zurückstehen. Wir waren mehr. Mehr als die hasserfüllten Schreihälse und Spalter, die mit ihren Aggressionen und Gewaltanstalten gegen alles und jeden hetzen, die der oder das irgendwie anders ist. Aber eben auch mehr als die vielen verwirrten und unsicheren Mitläufer, die ihre rationalen oder irrationalen Ängste und Sorgen mit sich herumschleppen und ihnen stumm schreitend oder mitgröhlend Gehör verschaffen wollen. Ob zurück zuschreien die beste Lösung ist, die wir anbieten können, darf zumindest diskutiert werden. Fest steht, wenn uns ein differenzierter Dialog nicht gelingt, bleiben viele von ihnen genau da stehen, wo wir sie gerade sehen: bei denen, die vorgeben, sie zu verstehen, sie ernst zu nehmen, ihre Ängst zu teilen und für sie in ihrem Sinne aktiv zu werden. Wenn das passiert, wenn diese verunsicherte Unentschlossenheit in Richtung der einfachen „Lösungen“ kippt, treibt das die Spaltung der Gesellschaft nachhaltig voran. Das Bündnis #unteilbar will nicht spalten, sondern sich klar und deutlich für eine offene und solidarische Gesellschaft einsetzen, in der Menschenrechte unteilbar, in der vielfältige und selbstbestimmte Lebensentwürfe selbstverständlich sind und Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Antifeminismus und LGBTIQ- Feindlichkeit keinen Platz haben. Und wir machen mit. Am Samstag ab 12 Uhr beginnt die Auftaktveranstaltung auf dem Berliner Alexanderplatz, danach startet die große friedliche Demo durch die Stadt. Vielleicht begegnen wir auf dem Weg auch Menschen, die anders denken als wir. Vielleicht schreien wir sie nicht an. Vielleicht laden wir sie ein, mit uns zu gehen. Gemeinsam unter einem Pappschild.
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#unteilbar Großdemo | 13.10.2018, Auftakt 12 Uhr, Demo 13 Uhr | Berlin, Alexanderplatz | unteilbar.org | Facebook-Eventlink

Zu perfekt ist gerade richtig

Ja ja ja, das ‚% Arabica‘ ist posh. Und groß. Und irgendwie Mitte. Und trotzdem auch Hinterhof Kreuzberg. Und eigentlich viel eher total global. Vor allem aber – und das ist es, was wirklich zählt – wird hier ein Kaffee serviert, der seines Gleichen sucht. Völlig unaufgeregt. Dafür 100% perfekt verarbeitet, zubereitet und angerichtet. Es wirkt fast so, als würde sich der junge Barista jedesmal kurz huldvoll vor der blitzeblanken Kaffeemaschine verbeugen, bevor er den Siebträger ansetzt. Vielleicht hat man aber auch nur den Eindruck, weil der Tokyoter Ursprung des Konzepts an allen Orten und Ecken spürbar wird. Da wären zum einen das minimalistische Design mit viel Weiß und Glasflächen. Der Küchenbereich ist wie ein Aquarium ringsum von nahtlosen Glaswänden umstellt. Durch sie kann man den Mitarbeitern beim liebevollen Zubereiten der ausgesuchten Speisen zuschauen, was uns direkt zum nächsten Punkt führt. Die Präzision und Sorgfalt, mit der hier Apfelgehäuse entfernt und Schalen vom Fruchtfleisch getrennt werden, lässt einen buchstäblich inne halten. Himmel, wenn wir uns im wahren Leben doch nur halb so hingebungsvoll der Dinge annehmen könnten, die Welt wäre eine achtsamere und sicher auch schönere. So zumindest kann man im Arabica Café Food auf einem quasi upgegradeten, mit einer japanischen Essenz perfektionierten Niveau genießen. Natürlich schmecken das als Bacon, Egg & Cheese Sandwich getarnte gegrillte Croissant, die gerösteten Möhren und Linsen oder das warme Bananenbrot verboten großartig. Schließlich haben wir es hier mit Profis zu tun. Gründer Kenneth Shoji startete mit Arabica im Jahr 2013 seinen ganz persönlichen third wave Coffee-Traum und bringt die Menschen getreu seines Ladenmottos „Experience the world through coffee“ an inzwischen 19 Standorten weltweit einander näher. Der große Store in der Reichenberger Straße in Kreuzberg ist Europas Flagship Store. Und passt trotz oder gerade wegen seines durchgestylten glokalen Ansatzes perfekt in diese Stadt.
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% Arabica | ReichenbergerStr. 36, 10999 Berlin | www.arabica.coffee

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 09. Oktober 2018 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Simpel und gut

Weniger ist bekanntlich mehr. Das gilt auch und vor allem für unseren Konsum aber auch für unseren Lebensstil im Allgemeinen. Dabei geht es nicht nur darum, Sachen bewusst zu konsumieren, sich von unnötigen Dingen im Leben zu befreien und weniger shoppen zu gehen. Minimalismus ist eine Lebenseinstellung. Ein Stück mehr Freiheit. Ein Weg, sein Leben auf eine neue Art und Weise zu gestalten. Doch wie gelingt ein minimalistischer Lebensstil? Wo fängt er an und wo hört er auf? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die schwedische Influencerin Jenny Mustard in ihrem einzigartigen Buch ‚Simple Matters: A Scandinavian’s Approach to Work, Home, and Style‘. Sie hat bereits mit namhaften Marken und bekannten Persönlichkeiten aus dem Social Media Bereich zusammengearbeitet und betreibt auf YouTube gleich mehrere Channels, unter anderem die Morningshow THE MUSTARDS mit ihrem Verlobten und Geschäftspartner David Mustard. Ihr neues Lifestyle-Buch inspiriert die Leserinnen und Leser nun mit einer schönen Aneinanderreihung verschiedener Essays dazu, ihr Leben zu vereinfachen. Sei es Zuhause, bei der Arbeit oder in Beziehungen. Jenny Mustard ermutigt dazu, die eigene Umgebung wieder ein wenig schöner zu gestalten, bestimmte Essgewohnheiten abzulegen, mehr auf die eigene Gesundheit zu achten, einen persönlichen Stil zu pflegen, mit Leichtigkeit zu reisen, neue Dinge zu entdecken und sich darauf zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Simple Matters erzählt von Misserfolg als Weg zum Erfolg, dem Zeug zu einer glücklichen Beziehung, dem roten Faden, dem Aufbau einer Karriere und der skandinavischen Art sein eigenes Zuhause zu gestalten.
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Simple Matters: A Scandinavian’s Approach to Work, Home, and Style von Jenny Mustard | 22,95 € via Amazon | www.jennymustard.com

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 09. Oktober 2018 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Wenn ich mir was wünschen dürfte…

Die letzten Monate und Jahre haben unser gesellschaftliches Selbstverständnis erschüttert. Unsere Demokratie muss sich Tag um Tag, Gewalttat um Gewalttat, Provokation um Provokation, Schlagzeile um Schlagzeile neu beweisen, während von allen Seiten kräftig und laut an ihr gezerrt wird. Wer ist das Volk? Und wer nicht? Was hält uns im Kern zusammen? Wie stellen wir uns gegen die extremen Kräfte, die der Idee einer pluralistischen, liberalen und sozialen Gemeinschaft aggressiv entgegenwirken? Was können, was müssen Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien und jede und jeder einzelne von uns tun, um das Auseinanderdriften der Gesellschaft zu verhindern? Das vom Verein Checkpoint: Demokratie e.V. initiierte Buch ‚Wenn ich mir etwas wünschen dürfte. – Impulse für eine Demokratie der Moderne‘ findet Antworten. Oder vielmehr die 43 Autorinnen und Autoren des Buches. Darunter sind nahmhafte Persönlichkeiten und schlaue Köpfe aus unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen. Gesine Schwan ist dabei, aber auch Guido Maria Kretschmer, Antonia Rados, Nico Hofmann, Christoph Sieber, Philipp Lahm, Michel Friedman oder Diana Kinnert. In ihren Beiträgen formulieren sie ihre Gedanken dazu, was sich ändern muss, damit unsere Demokratie mit der Moderne Schritt hält. Sie lenken ihren jeweiligen Blick auf unterschiedliche Dinge aus ihrem Wirkungsgebiet, auf nachbarschaftliche Kleinigkeiten oder das große Ganze, adressieren Politik und formulieren Forderungen zu Bildung, sozialer Grundsicherung, dem Schutz der demokratischen Ordnung oder benennen die unkalkulierbaren Auswirkungen von Krieg und Gewalt. Aber auch die Dinge, die jeder selbst umsetzen kann, kommen zur Sprache – Offenheit gegenüber Fremdem, Engagement für Grundrechte und Privilegien wie die freie Meinungsäußerung oder die Notwendigkeit einer ökologisch nachhaltigen Lebensweise. Dabei herausgekommen ist ein Buch voller Inspirationen, Ideen, Analysen und neuer Sichtweisen auf den Zustand unserer demokratischen Gesellschaftsordnung und deren Zukunft. Eine Festschrift der Demokratie, wenn man so will!
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Wenn ich mir was wünschen dürfte. – Impulse für eine Demokratie der Moderne | 14,90 Euro | www.schueren-verlag.de | www.checkpoint-demokratie.de

Saubere Sache

Schweißflecken, Babyspucke und seit der Mittagspause auch noch Thaicurry-Spuren und Sojasoßenspritzer – die sorgfältig ausgewählte Tagesgarderobe trägt mitunter schon gen Nachmittag tapfer die Spuren der eigenen Lebenswirklichkeit. Kann nicht mal jemand ein Shirt erfinden, an dem potentielle Flecken einfach abperlen, das Gerüche hemmt und sich am besten direkt noch selber säubert? „Okay!“ dachte sich das Designer-Duo Lotte Vink und Kasper Brandi Petersen aus Amsterdam und machte genau das. Unter dem Namen Labfresh haben sie ein fleckenresistentes Herrenhemd entwickelt und damit eine kleine Moderevolution ins Rollen gebracht. Die beiden haben 2017 eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter gelauncht und mittlerweile über 5.000 Hemden, T-Shirts und antibakterielle Socken verkauft. Wie und warum? Durch eine besondere Nanotechnologie perlen auf der Außenseite des Stoffes Flüssigkeiten wie Rotwein, Olivenöl oder Ketchup einfach ab. Aus dem Outdoorbereich kennt man das ja, für Hemden und Shirts ist das in der Form ziemlich neu. Auf der Innenseite ist der Stoff so verarbeitet, dass die Feuchtigkeit schneller trocknet und sofort absorbiert wird. Das minimiert sichtbare Schweißflecken. Außerdem tötet ein besonderes Garn aus Silber, das im Material verwebt ist, die Bakterien ab, so dass jegliche Gerüche verhindert werden. Im Vordergrund steht dabei auch die Nachhaltigkeit und das Aufbrechen destruktiver Konsum-Muster. Denn durchschnittlich muss ein Labfresh-Hemd drei Mal weniger gewaschen werden als ein gewöhnliches Hemd. Das spart jede Menge Wasser, Geld und Energie. Saubere Sache. Wir verlosen ein Labfresh-Shirt in der Größe und Farbe eurer Wahl an die besonders Sauberen unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚BLANK‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Labfresh | Hemden ab 69 €, T-Shirts ab 45 € | www.labfresh.eu

Lisa und Marie

Das 2 Minuten-Interview

Lisa Trautmann und Marie Jaster haben vor gut einer Woche Beige gelauncht. Nein, natürlich nicht die Farbe, die gab’s schon und musste demnach auch nicht gelauncht werden. Wie soll das überhaupt gehen… Wir schweifen ab. Beige ist Deutschlands neues unisex Onlinemagazin, das mit Kultur-, Mode-, Lifestyle-, Nachhaltigkeits- und Beauty-Themen alle Bereiche des schönen Lebens abdeckt und für Männer, Frauen und alle dazwischen zum Erlebnis macht. Mariee hat dabei gefühlt irgendwie den besseren Deal gemacht, schließlich „muss“ sie jetzt nämlich für einen Monat auf Content-Reise durch Kalifornien, Nevada, Utah und Arizona, während Lisa eine ganze Menge Arbeit und jede Menge Termine zu bewältigen hat. Spaß beiseite, die beiden sind ein dynamisches Duo infernale der geflügelten Worte. Ihr 2 Minuten-Interview fühlt sich ein wenig an wie ein morgendlicher 5 Kilometer-Sprint mit Bestzeit. Nackt. Bei 10 Grad minus. Mit Konfetti im Haar. Und Dostojewksi Hörspiel auf den Kopfhörern. Und anschließendem Siegertee mit Angela Merkel auf der Couch. Oh, wir schweifen schon wieder ab… < 3

Name: Lisa Trautmann / Marie Jaster
Alter: 32 / 24
Wohnort: Berlin
Beruf: Gründerin und Chefredakteurin von Beige, freie Mode- & Lifestyle-Journalistin / Chefredakteurin und Mitbegründerin von Beige
Schuhgröße: 38 / 39
Lieblingsfarbe: Dunkelblau / Rot
Kontakt: @lieselberlin / @marie_jaster

Warum Beige?
Lisa: Weil Beige so sexy ist, wie die Windjacken der Generation 60+, so unterhaltsam wie die Spanx von Kim Kardashian und einfach das bessere Weiß. Beige ist vor allen Dingen aber nicht Pink oder Blau und sicherlich nicht Schwarz-Weiß. Bei uns ist Beige ab sofort bunt. So, wie unsere Gesellschaft es auch ist.
Marie: Weil mir ein digitales Zuhause gefehlt hat. Ein Ort, an dem ich nicht in eine Schublade gesteckt werde, mich nur für eine Facette des Lebens interessieren soll, sondern wo ich jeden Tag etwas Neues lerne, inspiriert werde und mich austauschen kann – unabhängig vom Geschlecht.

Was ist guter Stil?
Lisa: Tja, das ist die Frage, an der sich schon viele die Zähne ausgebissen haben. Guter Stil bedeutet für mich, dass man respektvoll miteinander umgeht und sich auf Augenhöhe begegnet und einander seine Individualität zugesteht. Wenn ich einer Person begegne, die so ist, ist mir reichlich egal, was sie trägt.
Marie: Guter Stil ist Selbstbewusstsein. Irgendwann kommt der Punkt im Leben, an dem einem egal ist, was andere über einen denken – zumindest kleidungstechnisch – und man sich voll ausleben kann. Das muss nicht jedermanns Geschmack sein, Hauptsache man selbst fühlt sich wohl!

Was ist dein absolutes Mode oder Beauty Must-Have?
Lisa: Eine perfekt sitzende Levi’s 501 und ich gehe niemals ohne Handcreme aus dem Haus.
Marie: Eine gut sitzende Vintage Jeans. Die bequem ist, in der man sich wohl fühlt, mit ihr alles erlebt und sie auch alles überlebt. Wenn man die gefunden hat, ist das Kleiderschrankproblem morgens auf einmal gelöst.

Mit wem möchtest du unbedingt mal ein Interview führen?
Lisa: Wenn ich einmal mit Thom Yorke sprechen könnte, wäre mein Leben ein noch besseres. Wie schafft es ein Mensch immer wieder derartige Schönheit zu erschaffen? Er weiß vielleicht die Antwort darauf.
Marie: Mit Angela Merkel. Und zwar nicht über Politik, sondern über ihr privates Leben. Wie sieht ihr Alltag aus, wie wohnt sie und über welche Witze lacht sie. Ich würde einfach gerne mal Zuhause mit ihr auf der Couch abhängen und dabei ein Gläschen Wein trinken.

Was war die beste Entscheidung deiner beruflichen Laufbahn?
Lisa: Meine Selbstständigkeit. Anfang 2017 löste sich die Agentur auf, in der ich gerade als PR Managerin arbeitete. Ich habe denn Entschluss gefasst, Gründungszuschuss beantragt und seitdem keinen Tag bereut.
Marie: Selbstständigkeit. Ja, viel Unsicherheit, noch mehr schlaflose Nächte und die Falten werden auch nicht gerade weniger. Aber das Gefühl, seinen Alltag ganz alleine gestalten zu können und das Ruder in der Hand zu halten, ist toll. Seine Termine so legen zu können, wie man möchte – und Verantwortungen für alle Entscheidungen zu tragen.

In welcher Epoche waren die Menschen am schönsten?
Lisa: Kann ich nicht beantworten. Sobald ich beginne mich damit zu beschäftigen, warum die Menschen dann und dann so und so ausgesehen haben, sehe ich die Schönheit auch da, wo ich sie vorher vielleicht nicht gesehen hätte. Jede Ästhetik macht zu ihrer Zeit Sinn und ist daher auch heute schön.
Marie: Schön? Puh. Es gibt ja keine Kamerabilder aus 99 Prozent der Epochen, also schwer zu sagen. Sie waren aber bestimmt am schönsten, als Photoshop, Facetune und Schönheitsoperationen noch nicht erfunden wurden.

Wie würdest du deinen eigenen Look beschreiben?
Lisa: Ich bin nie über die Selbstfindungsphase hinausgekommen.
Marie: Ein bisschen französisch, ein bisschen skandinavisch vielleicht. Und manchmal einfach nur basic. Kommt immer auf den Tag und vor allem auch die Jahreszeit an. Aber der Pariser Flair überwiegt hoffentlich.

In welchem Punkt gleichst du deiner Mutter?
Lisa: Ich sage meinem Freund immer, dass er bitte einen Teller nehmen soll.
Marie: Aufopferungsbereitschaft. Sie würde für ihre liebsten Menschen einfach alles tun und das würde ich auch. Kein Weg zu weit, keine Uhrzeit zu spät, ich bin immer für alle da.

Wo siehst du besser aus: im Spiegel oder auf Fotos?
Lisa: Auf Fotos, die ich von mir im Spiegel geschossen habe.
Marie: Spiegel. Im echten Leben sind die meisten Menschen schöner. Weil der Charakter dazu kommt.

Was machst du morgens als Erstes?
Lisa: Mir eine große Tasse Kaffee
Marie: Aufs Handy schauen. Schuldig!

In wiefern entsprichst du der Person, die du sein möchtest?
Lisa: Nicht mal ansatzweise. Ich wäre gerne geduldiger, großzügiger, mit noch weniger zufrieden, mutiger und konsequenter. Aber das ist OK, ich habe noch ein paar Jahre Zeit dorthin zu kommen.
Marie: Es wird immer mehr und mittlerweile bin ich eigentlich ziemlich zufrieden mit mir.

Kannst du gut Geschichten erzählen?
Lisa: Oh ja, mit Händen und Füßen!
Marie: Ja, würde ich nicht sonst im absolut falschen Beruf stecken?

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Lisa: Ich würde den Menschen ihr Verlangen nach Besitz nehmen. Das ist für mich die Wurzel allen Übels.
Marie: Weltfrieden. Okay, schon verstanden, wir sind nicht bei der Miss America Wahl. Trotzdem bleib ich aber bei der Antwort. Und ok, die blöde Kennzeichnungspflicht für Werbung würde ich auch endlich mal regulieren und wieder durchschaubar für die Follower machen.

Was würdest du für uns kochen, wenn wir dich zuhause besuchen?
Lisa: Da ich nicht kochen kann, würde ich euch ganz fein zum Essen ausführen.
Marie: Ich hab schon soooo lange nicht mehr gekocht. Das fällt mir gerade auf – ich bin ein typisches Stullenkind. Hm. Ich vermute mal Pasta. Oder ihr kommt morgens, denn Pancakes und Bananenbrot sind meine Standardgerichte.

Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?
Lisa: Auswandern.
Marie: Beige gründen. Hab ich wohl keine Angst mehr, was?

Was sollte niemand von dir wissen?
Lisa: Dass ich auswandern will.
Marie: Ich bin körperlich echt ne Oma. Jeden Tag hab‘ ich ein neues Wehwechen. Und ich dachte es geht erst ab 25 Berg ab…

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Lisa: Was mich zum Lachen bringt.
Marie: Wo ich das gerade beantworte? Am Flughafen in Manchester. Bei saulauter Musik im Pret-A-Manger. Mit einem hustenden und schnaubenden Mann neben mir. Es ist also ein Wunder, dass ich jetzt alle Fragen beantwortet habe. So, ich muss los, der Flug geht.

Das letzte Wort:
Lisa: Nachtisch zählt nicht als Mahlzeit.
Marie: Beige. Lesen. Jetzt. (Na gut, das waren drei!)

Foto: Miriam Waldner

Wohlfühlort und ziemlich bestes Granola

Ehrlich gesagt, es gibt in Berlin unfassbar viele gute Cafés. Und DEN BESTEN Kaffee der Stadt gibt es sowieso an jeder Ecke. Aber manchmal geht es darum gar nicht. Manchmal wird ein Ort zu einem besonderen Ort, weil man sich dort besonders wohl fühlt. Im Falle des kleinen feinen Populus Cafés am Kreuzberger Maybachufer geht es uns genau so. Wobei sich dazu noch etliche ganz objektive Gründe nennen lassen, warum wir beim morgendlichen Spaziergang ins Büro eigentlich immer hier einen kurzen Stop einlegen. Da wäre zum einen die Sorgfalt und Liebe, mit der im Populus Kaffee geröstet, verarbeitet und serviert wird. Alles hat Hand und Fuß und wird liebevoll und mit biologischen Zutaten zubereitet und anschließend formvollendet angerichtet. Das hausgemachte Gebäck ist genauso lecker (die Lemon Tarte!) wie die vegetarischen Sandwiches und das wirklich BESTE Granola der Stadt. Dazu herrscht im gemütlichen Gastraum immer Wohlfühlatmosphäre und bei gutem Wetter sitzt man eben draußen in Ufernähe und sieht den goldgelbwelken Blättern beim langsamen Fallen zu. Ach ja, die sehr sympathischen finnischen Betreiber sind übrigens zu Recht stolz auf die langfristigen Beziehungen zu ihren Produzenten. So garantieren sie nämlich gleichbleibend hohe Qualität, Saisonalität und fairen Handel. Neben den verschiedenen nachhaltigen Kaffeesorten aus Kenia, Äthiopien, Brasilien, Kolumbien und Guatemala kann man in der Rösterei übrigens auch alle notwendigen Utensilien für die perfekte Kaffeezubereitung in den eigenen vier Wänden erstehen. Nur für den Fall, dass man irgendwann mal zuhause bleiben möchte und nicht den Weg ins Büro findet.
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Populus Coffee | Maybachufer 20, 12047 Berlin | www.populuscoffee.de

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 02. Oktober 2018 | Tags: , , , , , , , , Keine Kommentare

Dämonen unter Wasser

A head shot of a grey Welsh Section A pony on a black background.

Die Berlin Art Week ist mit Abstand unsere Lieblingsweek von all den Weeken. Vom 26. bis zum 30. September machen zahlreiche Ausstellungseröffnungen, Kunstmessen, Preisverleihungen, Künstlerfilme und Sonderveranstaltungen die Hauptsadt wieder zum Eldorado der internationalen Kunstwelt. Das vielfältige Programm bietet neben den Ausstellungen vieler etablierter Künstlerinnen und Künstler auch zahlreiche kleinere und weniger bekannte Kunstprojekte von jungen Talenten verschiedener Genres. Im diesjährigen Fokus stehen die Kunstmessen art berlin und Positions Berlin Art Fair. Beide präsentieren ihre Galerien in den Hangars des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Darüber hinaus feiert der European Month of Photography im C/O Berlin seinen Auftakt. Zu unseren persönlichen Highlights zählt unter anderem die Ausstellung As We Used To Float von Julian Charrière. Die multimediale Rauminstallation in der Berlinischen Galerie führt das Publikum unter die Wasseroberfläche des Pazifik und zeigt die Hinterlassenschaften der US-amerikanischen Kernwaffentests im Bikini-Atoll. Mit Crash zeigt der Gropius Bau die tolle erste Einzelausstellung der koreanischen Künstlerin Lee Bul. Sie experimentiert mit außergewöhnlichen Materialien wie Perlmutt, Kristallen, Leder oder Samt und zeigt fantasievolle Topographien utopischer Sehnsüchte, die von futuristischen Theorien, Science-Fiction, Bioengineering und visionärer Architektur beeinflusst sind. Unser dritter Höhepunkt ist die Mehrkanal-Videoinstallation der polnischen Künstlerin Agnieszka Polska. Sie verbindet in ihren Werken Realfilm mit animierten Sequenzen. Im Rahmen der Berlin Art Week präsentiert der Hamburger Bahnhof nun ihre raumgreifende Video- und Toninstallation namens The Demon’s Brain.
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Berlin Art Week | 26.-30.09.2018 | As We Used To Float, Julian Charrière, Berlinische Galerie, 27.09.18 – 08.04.19 | Crash, Lee Bul, Gropius Bau, 29.09.18 – 13.01.19 | The Demon’s Brain, Agnieszka Polska, Hamburger Bahnhof, 27.09.18 – 03.03.19 | Programm | Tickets | www.berlinartweek.de | Foto: Agnieszka Polska, The Deamon’s Brain, 2018

Mieten, Kaufen, Tauschen?!

Neulich im Kungerkiez: ein adretter junger Mann klebt einen Abreißzettel an einen Laternenpfahl. „Kleine Familie will sich vergrößern und sucht eine 4 Zimmer-Wohnung hier im Kiez. Gern im Tausch gegen unsere 3,5 Zimmer Altbauwohnung mit großem Balkon in Kreuzberg.“ Japp, auch Berlin ist inzwischen mitten im Verteilungskampf um bezahlbaren innerstädtischen Wohnraum angekommen. Steigende Preise und der Mangel an attraktivem Wohnraum machen es zunehmend schwieriger, eine passende Wohnung zu finden. Da greift man schonmal auf eingangs beschriebene Oldschool-Taktiken zurück. Das dachten sich auch die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften degewo, STADT UND LAND, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE und WBM und schufen kurzerhand ein eigenes gesellschaftsübergreifendes Wohnungstauschportal. Eine offizielle Online-Plattform für den Wohnungstausch gab es von der Stadt nämlich bisher noch nicht. Grundsätzlich soll das Portal helfen Umzüge zu erleichtern und schneller eine Wohnung zu finden, die auf die aktuelle Lebenssituation zugeschnitten ist. Das kann vor allen Dingen dann sinnvoll sein, wenn Nachwuchs ansteht oder ein Haushaltsmitglied auszieht. An sich ist das Prinzip dabei relativ simpel: Auf inberlinwohnen.de kann man sich als Mieterin und Mieter der ‚Landeseigenen‘ für das Tauschportal registrieren und anschließend die Wohnungen von anderen Mieterinnen und Mietern ansehen oder eigene Angebote einstellen. Das Besondere daran ist, dass die jeweiligen Nettokaltmieten beider Wohnungen bei einem Tausch unverändert bleiben. Wenn sich schließlich zwei potenzielle Tauschparteien gefunden haben, erfolgen alle weiteren vertragsrelevanten Schritte außerhalb des Portals. Dit finden wir richtich jut.
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Wohnungstauschportal | www.inberlinwohnen.de

Robert und Philip

Das 2 Minuten-Interview

Philip Kahnis und Robert Kronekker haben vor fünf Jahren das Müsli für die Hosentasche erfunden. Hä, also was soll oder muss man denn da jetzt noch mehr über die beiden schreiben. Genialer kann es gar nicht werden. Vielleicht kurz zur Erklärung: Phil & Rob sind die Gründer von Hafervoll und als solche produzieren sie mit ihrem 15-köpfigen Team Millionen ofengepackene, Flapjack genannte, Haferriegel in Trillionen fancy Geschmacksrichtungen. Los ging alles nachdem Rob eine schwere Krankheit erfolgreich besiegt und die Ernährung als essentiellen Teil seines neuen Lebens erkannt hatte. Per Crowdfunding wurden die ersten Riegelkreationen finanziert und vor einem Jahr sackten die beiden dann sogar ein millionenschweres Mediabudget beim SevenVentures Pitch Day ein. Zum 5 Jährigen spendierten sie sich dann gleich mal einen limitierten Riegel aus echtem purem Gold. Naja, nicht ganz. Aber fast. Inspiriert wurden sie zu der Aktion vom berühmten Goldesel. Dabei wollen wir es an dieser Stelle belassen…

Name: Philip Kahnis / Robert Kronekker
Alter: 34 / 34
Wohnort: Düsseldorf / Köln
Beruf: Gründer, wenn das als Beruf zählt / Feel Good Manager
Schuhgröße: 43 / 43-44 je nach Marke
Lieblingstageszeit: 23.27 Uhr / 5.30 Uhr
Kontakt: hafervoll@muxmaeuschenwild.de

Welchen ersten Eindruck machst du deiner Meinung nach?
Philip: Der dippt seine Flapjacks auch gerne mal in Erdnussbutter.
Robert: Schon wieder so´n Hipster Rapper Dude, nur ohne Gesichtstattoo.

Was hast du immer im Kühlschrank?
Philip: Tonic.
Robert: Rucola, Avocados, Zucchini Nudeln, Hafermilch und eine bunte Mischung an Gemüse

Was liebst du an deinem Job?
Philip: Unser Team und das Game an sich.
Robert: Den Fame! Spaß beiseite, die Freiheit, mit und für Menschen wirklich etwas zu bewegen.

Was waren deine bisher größten Herausforderungen in deinem Beruf?
Philip: Ein Team aufzubauen auf das man sich verlassen kann.
Robert: Unsere Riegel im Handel zu listen, obwohl viele erst abgewunken haben!

Bei welcher kulinarischen Sünde kannst du nicht nein sagen?
Philip: Bacon-Cheeseburger!
Robert: Ich liebe Kuchen, Kekse und alles aus der Kategorie Backwaren.

Wie baust du dich nach einem schlechten Tag wieder auf?
Philip: Abhaken, Gin & Tonic genießen und weiter machen.
Robert: Schlechte Tage? Ist eine Frage der Einstellung. Meiner Meinung nach kann man jedem Tag etwas Gutes abgewinnen. Falls es mal doch nicht so läuft wie geplant, beschäftige ich mich mit Sport. Das hält den Kopf frei!

Ohne welche materielle Sache kannst du nicht leben?
Philip: Mein iPhone.
Robert: Ohne Basketball geht gar nix, trotz zweier Kreuzbandrisse bin ich süchtig nach dem Spiel.

Süß oder salzig?
Philip: Salzig
Robert: Süß

In welcher Reality Show wärst du genial?
Philip: Bauer sucht Frau.
Robert: Love Island

Was ist deine neueste Entdeckung?
Philip: Babyartikel Online-Shops. Praktisch.
Robert: Bogenschießen im Park / Nachts baden gehen im Fühlinger See / selbstgemachtes Trüffel Pesto

Wie alt möchtest du gern werden?
Philip: So alt wie Geist und Körper gut mitmachen.
Robert: 122 Jahre und genau 165 Tage sprich genau einen Tag älter als der älteste Mensch #rekord

Bitte erzähl uns einen Witz:
Philip: Kenne keine.
Robert: Geht ein Pferd in eine Bar, fragt der Barkeeper: Warum so ein langes Gesicht?

Welches nutzlose Talent hast du?
Philip: Verkaufen.
Robert: Ich kann ohne lange nachzudenken, ganze Sätze rückwärts sprechen.

Was hast du dir von deinem ersten Gehalt gekauft?
Philip: Das ist zwar knapp 15 Jahre her, aber ich habe damals das meiste Geld für einen Laptop gespart.
Robert: Meine ersten Timberland Boots, da war ich 15 Jahre und habe schwarz in einer Elektrofirma gejobbt.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Philip: Bin nicht so der begnadete Koch. Aber Mac and Cheese würde ich schmackhaft hinbekommen.
Robert: So auf die Schnelle denke ich: Rehrücken mit Preiselbeeren-Marinade auf Süsskartoffelstampf und in Knoblauchöl gedünstetes Gemüse mit einer gerösteten Pinienkern-Thymian-Pesto-Kruste.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Philip: Bedingungsloses Grundeinkommen in den 33 reichsten Ländern der Welt wär doch mal ein Experiment wert.
Robert: Donald Trump entmachten.

Was sollte niemand von dir wissen?
Philip: Dass ich Rumpelstilzchen heiß.
Robert: Dass ich heimlich eine Zweitkarriere als Handmodel im ostasiatischen Raum führe und mein nutzloses Talent ausleben kann.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Philip: Ob ich Tattoos habe.
Robert: Warum ich immer wie ein Rapper rumlaufe und ob meine Jeans für einen 34-Jährigen nicht zu skinny sind.

Das letzte Wort:
Philip: Weniger labern, mehr machen.
Robert: Den Letzten beißen die Hunde!

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 25. September 2018 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Ein Bad für die Seele

„Ein Bad erfrischt den Körper, eine Tasse Tee den Geist“, besagt ein altes japanisches Sprichwort. Und weil Tee so viel mehr ist als nur ein Getränk und zuweilen genauso zelebriert gehört wie ein ausgiebiges Körperpflegeritual, wird Tee in Japan auch nicht irgendwie konsumiert. Im Chaya (bedeutet übersetzt Teeladen) im Obergeschoss des Bikini Berlin gibt es alles, was Teeliebhaber und solche, die es werden wollen zum standesgemäßen Genuss benötigen. Na ja und noch eine ganze Menge mehr. Kenner und Liebhaber erwarten mehr als 100 verschiedene japanische Tees, dazu über 1.000 verschiedene japanische Produkte aus Porzellan, Keramik, Glas, Holz Textil, Gußeisen oder Papier, eine großzügige Auswahl edler Räucherdüfte, eine Auswahl moderner Musik für Meditation und Unterhaltung und klassische Kleidungsstücke für Japaner, wie Kimono und Yukata nebst entsprechendem Schuhwerk. Im Chaya finden außerdem regelmäßig Teeseminare und Workshops statt. Dabei werden zum Beispiel verschiedene Grüntees vorgestellt, verkostet und zubereitet und die Geschichte des grünen Tees in Japan beleuchtet. Übrigens, der grüne Tee hat seinen Namen nicht von der Farbe (obwohl der japanische grüne Tee sich auch dadurch auszeichnet), sondern von der Frische und Natürlichkeit, für die der Zusatz „grün“ steht. Apropos grün, Matcha gibt es natürlich auch. In diesem Sinne: Genießt das Seelen-Spa.
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Chaya | Budapester Straße 38-50, 10787 Berlin | Öffnungszeiten: Mo-Sa 10-20 Uhr | www.chaya.de

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 25. September 2018 | Tags: , , , , , , , , Keine Kommentare

WWas ne Pizza

Mensch, jetzt haben wir schon so oft von diesem Laden da an der Ecke beim Weichselplatz gehört und von der unfassbar leckeren Pizza, die da nach kürzester Backzeit knusprig aus dem Steinofen gezogen wird. Aber wie das manchmal so ist. Wir haben es bis vor Kurzem einfach nicht geschafft einmal im ‚W Pizza‘ vorbeizuschauen. Und da wir unserem Versprechen treu bleiben, nur Dinge zu empfehlen, die wir auch selbst getestet haben, kommt nun eben erst jetzt die Huldigung an unseren neuen Lieblings-Tempel der Teigeslust. Gut, nun ist der Reuterkiez bisher nicht gerade unterversorgt in Sachen Kulinarik, aber erstens liegt der Laden von Darius Suski und Łukasz Sołowiej immernoch ein klein wenig abseits des ganz wilden Trubels am äußeren Ende der Fuldastraße und zweitens stellt die neapolitanische Pizza, die hier über den Tresen geht, alles bisher Dagewesene in den Schatten. Zumindest für unser ganz subjektives kulinarisches Genussempfinden. Die beiden Ws im Logo von W-Pizza stehen übrigens nicht für Weichselplatz und Weigandufer, sondern für ‚weeded‘ und ‚wheat‘. Was diese Pizzeria nämlich von anderen Pizzerien in Berlin unterscheidet, ist neben dem klassischen Weizenteig ein zu gleichen Teilen aus Weizen und gemischtem Bio-Hanf gebackener Teig, der so in Berlin und wohl auch in ganz Deutschland einzigartig ist. Jetzt wird uns einiges klar… Neben dem fluffigen Teig fallen die übrigen Zutaten und Toppings alle sehr üppig aus. Es werden ausschließlich hochwertige und authentische Produkte verwendet – wie etwa der traumhafte Stracciatella di bufala – die durchaus mal überraschend, aber nie aus der Luft gegriffen kombiniert werden. Unser Favorit: Pizza Buffala, Salat, Oliven und ein Mezzo Litro Hauswein. Seeeeeeeelig!
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W Pizza | Fuldastraße 31, 12045 Berlin | Öffnungszeiten: Mo-Do 18-22 Uhr, Fr-Sa 17-23 Uhr, So 17-22 Uhr | www.wpizza.de

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 19. September 2018 | Tags: , , , , , , , , , , , Keine Kommentare

Justin und Mark

Das 2 Minuten-Interview

Kommen ein Ami und ein Neuseeländer in eine Schule, um den deutschen Kindern mithilfe von Kunst und Schauspiel Englisch beizubringen… Was sich anhört wie der witzige Auftakt zu einer noch viel witzigeren Story ist in Wirklichkeit der Gründungsgedanke von InterACT English. Der Ami, Justin Beard, ist nämlich ein echter Schauspieler und der Neuseeländer, Mark Hansen, ein ebenso guter Künstler und Pädagoge. Zusammen haben sie ein Format entwickelt, das seit 2009 unzählige Menschen auf natürliche, spannende und leidenschaftliche Art und Weise der englischen Sprache näher brachte. Die beiden führen ein internationales Team von professionellen Teaching-Artists an, das den English lessons in der Schule garantiert einen ziemlich neuen, ziemlich aufregenden und klar auch ziemlich witzigen Twist verpasst. Nun denn, geantwortet haben die beiden Herren auf Englisch, übersetzt haben wir selbst und bitten um entsprechende Benotung im Nachgang.

Name: Justin Beard / Mark Hansen
Alter: 38 / 36
Wohnort: Berlin
Beruf: Director bei Interact English
Schuhgröße: 44 / privat
Lieblingswort: Croatia und Bed / Shenanigans
Kontakt: justin@interactenglish.de / mark@interactenglish.de

Warst du ein guter Schüler?
Justin: Nein, aber ich erinnere mich daran ein sehr effektiver Unruhestifter gewesen zu sein.
Mark: Ich war ein sehr guter Schüler. Besonders, wenn es darum ging die Lehrer abzulenken.

Beschreibe deinen Job in drei Worten:
Justin: Kinder – Kunst – Krise
Mark: Excel, powerpoint, word

Erinnerst du dich an deine erste Deutsch-Stunde?
Justin: Ja, das war 2005 der A1 Kurs an der VHS Kreuzberg in meiner ersten Woche in Berlin. Ein amerikanischer Freund erklärte mir, wie die Geschlechterformen im Deutschen funktionieren: „“Things that go inside of other things are ‚Der‘, things that other things can go inside of are ‚Die‘ and those you’re not sure of are ‚Das‘.“ Ich habe dieses Wissen natürlich mit der gesamten Klasse geteilt. (Für ein besseres Verständnis, bitte die Antwort auf die erste Frage erneut lesen.)
Mark: My first appointment in the Ausländerbehörde was my first trial by fire German lesson. Sie sagten so etwas wie „Gehen sie zu Raum B32!“ Ich dachte: „Super, zwei Ziffern und ein Buchstabe, was kann da schon schief gehen?“ Nachdem ich meinen Termin verpasst hatte, stellte ich fest, dass ich nicht an meinen Deutschkenntnissen gescheitert war, sondern an dem kafkaesquen Albtraum Namens Ausländerbehörde Keplerstraße.

Was hast du zuletzt falsch verstanden?
Justin: Excel Tabellen. Ihre Befehle, ihre Daten, ihre gesamte Daseinsberechtigung.
Mark: Ziegen

Das unsinnigste deutsche Wort aller Zeiten?
Justin: „Warzenhof“ – ohne Frage das schlimmste und komischste deutsche Wort. Wie kann eine Sprache nur etwas so sinnliches und entzückendes wie eine „areola“ als „Warzenhof“ bezeichnen?
Mark: Schmetterling – passt eher zu einer nordischen Death Metal-Band.

Was würdest du mit einem geschenkten freien Tag anfangen?
Justin: Ich würde an meiner Masterarbeit arbeiten, die sich mit den Vorteilen von performativer Pädagogik in Fremdsprachenbildung auseinandersetzt. Ah, was für ein Luxus.
Mark: Durchschlafen.

Worauf bist du wirklich stolz, möchtest damit aber nicht prahlen?
Justin: Die, die mich kennen, würden wahrscheinlich sagen, dass es nichts gibt, womit ich nicht prahle. Ich bin ausgebildeter Schauspieler, also ist Bestärkung von Außen Teil meiner Persönlichkeit. Aber ich bin wirklich stolz auf die Arbeit, die Mark und ich zusammen im Bildungsbereich leisten. Wir haben aus unserer kleinen Idee eine nationale Bildungseinrichtung gemacht und tausende Kinder und Lehrer mithilfe der Kunst ausgebildet.
Mark: Definitiv die Arbeit, die ich mache. Ich liebe es den Kids dabei zuzusehen, wie sie auf die Bühne gehen und Risiken eingehen. Es hat verdammt lang gedauert, aber ich bin inzwischen wirklich gut darin, ihnen diese Räume zu schaffen.

Du stehst mit Angela Merkel im Fahrstuhl, worüber sprecht ihr?
Justin: Angi und ich reden beim Abendessen, nicht in Fahrstühlen. Aber wenn wir es doch tun, geht es um die schlechte Finanzierung von Bildungseinrichtungen und darüber, dass wir bessere Schulgebäude für unsere Kinder brauchen.
Mark: Ich würde sie fragen, was sie wirklich und ehrlich von Donald Trump hält und sie würde mich vermutlich fragen, wie ich es geschafft habe, in den Reichstag zu kommen.

Was schätzt du an (d)einem Partner besonders?
Justin: Loyalität. Der Inner Circle bekommt dieses Angebot: Ruft mich jederzeit in jeder Situation an und ich bin da. Das umgekehrt auch für mich selbst zu haben, gibt mir sehr viel Sicherheit und ein Gefühl von Familie, auch wenn ich so weit von meiner eigenen entfernt wohne.
Mark: Ihre Fähigkeit einen Film auszusuchen und dann einzuschlafen, während ich ihn zu Ende schaue.

Neben wem würdest du gern in einem Langstreckenflug sitzen?
Justin: Bertrand Russel. Ich würde ihn gern die westliche Geschichte der Philosophie vorlesen lassen, weil ich selbst über Pythagoras noch nicht hinweg bin. Wusstet ihr, dass Pythagoras ein Sektenführer war, der Regeln für alles hatte? Zum Beispiel, dass es dir nicht erlaubt ist, dein Essen wieder aufzuheben, wenn es dir einmal heruntergfallen ist? Crazy-town.
Mark: No-one, I need that free seat!

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Justin: Aktuell bin ich sehr vertieft in meinen Vakuumgarer. Aber alles was ich bisher damit gemacht habe, war ein Disaster. Also würdet ihr stattdessen doppelt gekochte, im Ofen geröstete Kartoffeln mit Rosmarin und ein Steak bekommen.
Mark: Ich bin ein großartiger Koch, da fallen mir unzählige Gerichte ein. Besonders gern koche ich deutsche Gerichte.

Und für ein Date, das du beeindrucken willst?
Justin: Ich tausche die Kartoffeln mit einer Artischoke aus und dazu eine gute Flasche Crianza.
Mark: Hering in Aspik

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Justin: Ich würde eine Welt erschaffen, in der Debattieren über gute Ideen den gleichen Stellenwert wie Sport hat. Klare Regeln, ein Start und ein Ziel, anständiger Umgang, ein Schiedsrichter, der die Fakten checkt und einen eindeutigen Gewinner und Verlierer benennt.
Mark: Ich würde jedem Menschen einen Freiflug gewähren, egal wohin.

Was hat dich zuletzt emotional berührt?
Justin: Ich habe einen zweieinhalb Jahre alten Sohn. Er ist das süßeste, herzerwärmendste, liebevollste Wesen. Wenn ich ihm beim Schlafen zuschaue, werde ich regelmäßig von inniger Liebe überwältigt. Oder auch ihn ins Bett zu bringen… er weckt wirklich alle Emotionen in mir.
Mark: Germany losing to South Korea. (Das übersetzen wir nicht, so. Anm. d. Red.)

Was sollte niemand von dir wissen?
Justin: Dass ich manchmal Marks Socken zur Arbeit trage und ihm nichts davon erzähle. Fühlt sich gut an.
Mark: Marco O’solo ist mein 80’s Kaoroke Alterego, der dafür bekannt ist, Berlins Nachtleben in hautengen, weißen Tennisshorts und einem antiken Holzschläger aufzumischen. Warnung: Ich kann keine Haftung übernehmen, solltet ihr ihn je unter einer Discokugel antreffen.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Justin: Warum ist deine Bildungseinrichtung „InterACT English“ das Beste, was der Bildung seit John Dewey passiert ist!?
Mark: Vielleicht woher ich komme?… Neuseeland übrigens. (Yo! Anm. d. Red.)

Das letzte Wort:
Justin: Konzentriere dich auf die Qualität, der Rest kommt von allein.
Mark: Wenn ihr genauso neurotisch seid, wie ich, dann gibt es keine letzten Worte.Things just trail off into a series of mumbles…

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 19. September 2018 | Tags: , , , , , , , , Keine Kommentare

Mit Recht

Gute Filme unterhalten. Manchmal werfen sie auch Fragen auf. Oder beantworten welche. Manchmal haben sie gar das Zeug gesellschaftliche Debatten anzustoßen, Meinungen zu bilden oder zu bewegen. Vom 20. bis zum 26. September feiert das Human Rights Film Festival in Berlin Premiere. Unter der Schirmherrschaft des chinesischen Künstlers Ai Weiwei thematisiert die Kinowoche menschenrechtliche, politische und humanitäre Problemfelder. Neben dem Schwerpunktthema Flucht und Migration sind dies unter anderem die Folgen des Klimawandels und die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern sowie Faktoren, die weltweit und immer wieder aufs Neue für Hunger und Armut sorgen. Mit dem Festival will die humanitäre und entwicklungspolitische Organisation ‚Aktion gegen den Hunger‘ eine neue Plattform etablieren, um Menschenrechte und menschliche Schicksale stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken: „Filme berühren uns mehr als jedes andere Medium. Als Zuschauerinnen und Zuschauer begeben wir uns auf eine Reise und werden Teil der Geschichte. Dokumentarfilm ist das Medium, um über Krisen zu sprechen, sie emotional nachvollziehbar zu machen und anschließend politisch aktiv zu werden“, so Jan Sebastian Friedrich-Rust, Executive Director bei Aktion gegen den Hunger. Insgesamt zeigt die Kinowoche über 20 verschiedene Filme in rund 40 Vorführungen im Babylon Mitte, Sputnik Kino und Hackesche Höfe Kino.
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Human Rights Film Festival | 20.09.-26.09.18 | Babylon / Sputnik Kino / Hackesche Höfe Kino | Website: www.humanrightsfilmfestivalberlin.de| Programm | Tickets ab 6,50 €

Die Lehren des Lebens

Wie gelingt es, ein gutes und sinnerfülltes Leben zu führen? Ist das überhaupt realisierbar und welche Rolle nimmt darin eigentlich das Politische ein? Diesen spannenden Fragen widmet sich die bedeutende Philosophin Ágnes Heller am 19. September 2018 im Rahmen der Life Lessons von The School of Life. Die von Alain de Botton gegründete Bildungseinrichtung lehrt an zwölf verschiedenen Standorten, wie man ein glücklicherer, gelassenerer und vielleicht auch besserer Mensch werden kann. Ágnes Heller wurde 1929 als Tochter jüdischer Eltern in Budapest geboren, entging als junges Mädchen nur knapp einer Massenexekution. Nach dem Zweiten Weltkrieg studiert sie Philosophie in Budapest und gerät bald in Konflikt mit der herrschenden kommunistischen Partei. Es folgen Berufsverbot, Bespitzelung und schließlich die Emigration in den Westen. Im Gespräch mit dem Philosophen Martin Ebeling wird Ágnes Heller wichtige Lektionen aus ihrem langen und ereignisreichen Leben in der Berliner Zwölf-Apostel-Kirche mit dem Publikum teilen und ausgehend von ihrer Biographie und ihrem philosophischen Werk zu Freiheit und Moral über ihren Denkweg, ihre Motive und Überzeugungen sprechen. Darüber, was die große Denkerin antreibt und wie sie die Dilemmata des Lebens meistert. Für den besonderen Abend mit einem besonderen Menschen verlosen wir 1×2 Gästelistenplätze. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚LIFE IS LIFE, NA NA NANANA‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Life Lessons mit Ágnes Heller von The School Of Life | Mi, 19.09.18, 19.30 Uhr | Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin | Tickets 18 € | www.theschooloflife.de

Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 19. September 2018 | Tags: , , , , Keine Kommentare