Anna liebt Paul

Der schönste Tag im Leben ist verdammt teuer. Darf man ruhig mal so sagen. Und bis es dann endlich soweit ist, wird die Spanne zwischen Antrag und Ja-Wort vor allem mit jeder Menge organisatorischer Herausforderungen gefüllt. Die App „Anna liebt Paul“ macht das jetzt viel einfacher. Und günstiger. Anna liebt Paul ist eine Hochzeitsplattform der etwas anderen Art. Hier bekommt ihr alles, was vor, während und nach der Hochzeit wichtig oder nützlich sein kann, und zwar neu und gebraucht, quasi von Braut zu Braut. Das spart Geld und Ressourcen für alle Zukünftigen und bietet darüber hinaus allen Frischvermählten die Möglichkeit, alles Schöne und Wiederverwertbare – von ausgefallener Deko bis Kleidung oder Accessoires – mit ein paar Klicks zu verkaufen. Ein eBay für Hochzeiten, wenn man so will. Eine Win-Win-Plattform für die Liebe. Und ob Anna Paul liebt oder Anna Anna und Paul Paul oder Anna und Paul, ist dann auch völlig egal. Für alle angehenden Hochzeitsgäste verlosen wir 2×10 Samentütchen als perfektes Mitbringsel. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚LASS MAL RÜBERWACHSEN‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Anna liebt Paul | annaliebtpaul.de | App Store | Play Store | FOTO: Maike Betz Fotodesign

Roter Teppich

Filmliebhaber und Kino-Vermisser aufgepasst: Vom 29. Mai bis 7. Juni 2020 findet ein einmaliges Filmfestival im Netz statt. Zehn Tage lang werden unter „WE ARE ONE: A Global Film Festival“ international prämierte Filme auf YouTube gestreamt und den Zuschauern kostenlos zur Verfügung gestellt. Neben dem berühmten Tribeca Film Festival, die als Mitinitiatoren auftreten, sind beispielsweise auch das Sundance Film Festival, die Filmfestspiele von Cannes oder unsere geliebte Berlinale mit herausragenden Filmen vertreten. Denn auch wenn viele – wenn nicht alle – Großveranstaltungen in den letzten und nächsten Monaten abgesagt wurden, soll dieses digitale Festival die Leute weltweit verbinden und gleichzeitig auf grandiose Filmemacher aufmerksam machen. “WE ARE ONE” unterstützt dabei den COVID-19 Relief Fund der Weltgesundheitsorganisation. Eintritt kostet das unbezahlbare Filmfestival zwar nicht, dafür werden die Zuschauer um Spenden gebeten. Für das “Wir”-Gefühl.
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WE ARE ONE: A Global Film Festival | youtube.com | FOTO: WE ARE ONE

Oliver Bischoff

Stell dir vor, du hast noch nie einen Kuchen gebacken, eröffnest trotzdem ein Restaurant, das ausschließlich Dessert serviert, bekommst deinen zweiten Michelin-Stern im März 2020 und dann das! Gut, man könnte die Pandemie-bedingte Zwangspause als Katastrophe erleben, man kann sie aber auch als eine Phase verstehen, die uns zu Innovation anspornt und Chancen hervorbringt. So sieht das zumindest Oliver Bischoff. Der gebürtige Hamburger hat mit seiner Gastronomie-Beratung ett la benn nicht nur bei gefühlt jeder gastronomischen Innovation seit 2006 die Finger im Spiel, er betreibt auch gemeinsam mit René Frank das weltweit gefeierte CODA in Berlin und ist Gründungsmitglied des Berlin Food Kollektiv, einem neu gegründeten Zusammenschluss selbstbestimmter Gastronomen und Hoteliers. Was sonst noch so ansteht? Wird nicht verraten. Nur so viel: es hat mit dem größten Transformationsprozess aller Zeiten zu tun. Hallo, nachhaltigere Welt!

Name: Oliver Bischoff
Alter: 41
Wohnort: Berlin
Beruf: Gestalter, Gastronom, Gastro-Consultant
Schuhgröße: 43
Lieblingsgewürz: Kardamom
Kontakt: oliver@coda-berlin.com

Silvester 2020: Was werden wir uns über das vergangene Jahr erzählen? Wir werden lange warten müssen bis ein Jahr wieder so viel Innovation und Chancen hervorbringt. Wer auf soliden Beinen stand und querdenken kann, wird von diesem Jahr eher profitieren als verlieren.

Beschreibe deinen Job in drei Worten: Innovation in Food

Was hast du in der letzten Woche über dich gelernt? Mal wieder bestätigt sich, dass ‘Entschlossenheit‘ eine große Stärke ist. Die Füße still zu halten ergibt für mich derzeit sehr viel Sinn. Chancen ergeben sich zu oft im Leben, da macht es am meisten Spaß auf die richtigen zu warten.

Worauf achtest du, wenn du jemandem zum ersten Mal begegnest? Dass mein Gegenüber anders ist und mindestens zwei Dinge viel besser kann als ich.

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt? Das CODA bekam im März 2020 seinen zweiten Michelin Stern. Wir sind erst dreieinhalb Jahre alt, das war sehr überwältigend. Dabei wollten wir eigentlich nur das Dessert revolutionieren. Insgesamt sind unsere Bewertungen so positiv, dass wir jetzt auch nicht Halt machen werden.

Welche geniale Idee hättest du gern selbst gehabt? Keine, weil ich sie wahrscheinlich nicht so gut umgesetzt hätte wie die- oder derjenige, der sie selbst hatte.

Was müsste unbedingt noch erfunden werden? Eine Maßeinheit, die den Einfluss jedes Einzelnen auf unsere Umgebung messbar macht.

Was kannst du gar nicht? Nichts tun, und das ist ein Problem, weil nichts tun bei mir zu einer inneren Unruhe führt. Ich würde recht oft gern einfach mal nichts tun, geht aber nicht.

Wie würden dich deine Eltern beschreiben? Ich kann so viel sagen: Meine Eltern haben anfangs immer Zweifel, ob meine Pläne aufgehen. Ich folge meiner Überzeugung hingegen so lange, bis das Ziel erreicht ist. Das würden meine Eltern mittlerweile unterschreiben.

Was bereust du bisher noch nicht getan zu haben? Ein Sabbatical, auch wenn es sich grad ein wenig danach anfühlt – und eine Familie gründen, da ich den Beruf bislang immer vorgezogen habe. Aber das kann sich ja noch ändern.

Wen bewunderst du und warum? Menschen, die ohne Angst durchs Leben gehen und dabei die Welt positiv verändern.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Alle Menschen mit überdurchschnittlicher sozialer Intelligenz und viel Empathie versehen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Gemüse der Saison im Ganzen gegrillt, ganz pur und nur das Produkt im Fokus. Es gibt wenige Dinge, die ich lieber tue als Kochen, und, zum Leid anderer, dauert es immer Stunden, auch wenn ich nur Gemüse grille.

Was sollte niemand von dir wissen? Ich habe noch nie einen Kuchen gebacken. Als ich mit der Idee um die Ecke kam, ein Dessert-Restaurant zu eröffnen, hielten mich eigentlich alle für bekloppt.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was ich privat so mache…

Das letzte Wort: Gemeinsam sind wir stark. Einzelkämpfer werden gegen ein Kollektiv verlieren.

FOTO: Lisa Dietermann

Draußen

Was machen selbsternannte Ü30-Pfadfinder zwischen Wanderlust und Flugscham? Sie widmen sich dem regionalen Reisen und gründen ein Online-Magazin namens »Draussen«. Zugegeben, der Titel klingt schon ein wenig befremdlich in Zeiten des gesellschaftlich akzeptierten Stubenhockertums. Aber auch das wird sich bald wieder ändern und für die Post-Corona-Zeiten wollen wir uns zumindest schon einmal gedanklich auf Reisen begeben. Hier vor unserer Haustür können wir schließlich unser Reiseverhalten schrittweise anpassen und nach guter „Slow Travel“-Manier die Region vor Ort erkunden. Das Team aus Redakteuren, Fotografen und Spontan-Campern stellt dafür spannende Unterkünfte und Ausflugsziele zusammen, die allesamt in und aus Deutschland mit Rad, Bus oder Bahn zu erreichen sind. Darüber hinaus erzählen sie von den wertvollen Begegnungen zwischen Wald und Wiesen sowie den kleinen und großen Abenteuern. In der Rubrik „Ausgesucht“ werden Lieblingsprodukte, Podcasts, Nahfernweh verursachende Watchlists und alternative Reiseführer vorgestellt. Unterstützt wird »Draussen« unter anderen von wecycle Brandenburg, Marin et Marine und Saatgut Konfetti. Aber auch ihr könnt euren Beitrag leisten. Das Team freut sich über eure ganz persönlichen Tipps und Lieblingsorte an redaktion@draussen-magazin.com. Viel Spaß da draußen!
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Draussen Magazin – Slow Travel und Abenteuer | draussen-magazin.com | FOTO: Max Ernst Stockburger

Brotzeit

Was macht man, wenn man mit Leib und Seele Caterer ist und es gerade keine Veranstaltungen gibt, die man becatern könnte? Richtig, man eröffnet einfach eine Take Away Pop-up und serviert seine Köstlichkeiten zum Mitnehmen oder distanzierten Vor-Ort-Genuss. „Brot & Zeit“ präsentiert euch seit kurzem Bella Vista Social Club in der Neuköllner Manitiusstraße. Wer weder mit dem einen noch mit dem anderen etwas anfangen kann, wir erklären. Die Manitiusstraße liegt quasi parallel zum Maybachufer auf der anderen Seite vom Aldi. Wer da hinfindet wird mit einem echten kulinarischen Geheimtipp belohnt. Denn das findige Catering-Team von „Brot & Zeit“ serviert uns unser täglich Brot, pur oder spektakulär belegt mit beispielsweise Spargel mit frittiertem Ei, eigens fermentiertem Kimchi, französischem Brie oder klassisch als BLT. Dazu gibt es Kaffee, Säfte, Waffeln, köstliche Bowls aus Zutaten der Saison, ein richtig gutes Shakshuka und vieles mehr. Im Laden werden zudem die Produkte der langjährigen Catering-Partner mitverkauft, um regionale Zulieferer auch in Corona-Zeiten zu unterstützen. Besonders super: Caterer sind es gewohnt früh aufzustehen. Während unsere anderen Lieblingsläden im Kiez erst um 10 Uhr die Pforten öffnen, bekommt ihr hier täglich schon ab 8 Uhr ein großartiges Frühstück. Wer fühlen will, muss schmecken: Wir verlosen einen Gutschein im Wert von 25 Euro für das Pop-Up von „Brot & Zeit“. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚STULLE MIT BROT‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Brot & Zeit – Pop-Up und Catering | Manitiusstr. 23-24, 12047 Berlin | tägl. 8-18 Uhr | brotundzeitcatering.com | FOTO: Tommaso Revelant

Sandy Bartsch & Felix Göllner

Ein besonderer Reiz unserer 2 Minuten-Doppel-Interviews besteht darin, dass wir die Protagonisten getrennt voneinander befragen. Selten, nein NIE zuvor hat das zu so wunderbar komischen, sympathischen und – man muss es so sagen – grund unterschiedlichen Antworten geführt. Sandy und Felix sind ein Paar, also ein echtes. Sie arbeiten beide in der Musikbranche und machten sich im Winter 2019/20 auf eine fünfmonatige Elternzeitreise mit ihrem Sohn Filip und Säugling Benedict nach Südostasien. Zum Ende der Reise war die Welt plötzlich eine andere und sie saßen im Paradies fest, bis sie per Rückholaktion wieder nach Deutschland kamen. Die freiwillige Elternzeit hat sich seither um zwei unfreiwillige Monate verlängert. Wie das so ist und warum das Ganze? Lest selbst!

Name: Sandy / Felix
Alter: noch 36 / 36
Wohnort: Berlin-Mitte / Berlin
Beruf: Angestellte Officemanagerin bei Beatport in Teilzeit & selbstständige Visionärin immer auf der Suche nach neuen Business-Möglichkeiten / Musik-PR
Schuhgröße: 37/38 / 44
Lieblingslied: Massive Attack – Unfinished Sympathy / Hot Chip – Flutes (Aber eigentlich jeden Tag ein anderes)
Kontakt: via Instagram / info@unreeel-records.com

Hand aufs Herz, würdest du alles nochmal genau so machen?
Sandy: Nein, es gab viele Verirrungen in meinen 20ies muss ich zugeben, weil ich ziemlich naiv war/bin, was mir andererseits auch viele Türen geöffnet hat. Jedoch hätte ich im Nachhinein niemals studieren sollen. Alles, was ich jetzt gut kann und liebe, habe ich intuitiv und autodidaktisch gelernt.
Felix: Klar, aber ob alles noch mal genau so passiert?

Was machen mehrere Monate Elternzeit auf Reisen mit einem?
Sandy: Es lässt dich erkennen, dass Erziehung nicht weniger anstrengend im Paradies ist. Du lebst auch in die Tage hinein, aber diese werden durch deine Kinder bestimmt. Von der freiwilligen Familienzeit sind wir aktuell in eine unfreiwillige hineingerutscht. Wir kleben somit schon fast 7 Monate aneinander, ohne wirkliche Hilfe von außen. Schlafen, Yoga und Qualitytime alleine oder zu zweit werden auf unbestimmte Zeit verschoben.
Felix: Organisationstalent schmieden, Perspektive schaffen und Familienbund stärken

Was bereust du, nicht getan zu haben?
Sandy: Ich hab so viel erlebt und auf so vielen Festen die Nächte durchgetanzt. Alles was davon geblieben ist, ist diffus und kaum in Bildern mehr vorhanden. Deswegen bereue ich es, dass die Umstände nicht schon viel früher gegeben waren, dass ich hätte Felix früher treffen und eine Familie gründen können.
Felix: Auf Reisen? (M)einen Tauchschein

Was werden wir uns in zehn Jahren über die Corona-Krise erzählen?
Sandy: Die Corona-Krise wird ein Wendepunkt für uns alle und in Pre- und Post-Corona-Zeiten eingeteilt.
Felix: Weißt du noch, wieviel Zeit wir damals mit den Kindern verbracht haben?

Deine drei besten Tipps für Homeoffice mit Kindern:
Sandy: 1. Viel Obst und Gemüse essen. Felix schnibbelt jeden Morgen einen Obstteller zurecht, von dem wir alle den Tag über naschen. 2. Kids first: Filip ist in einem Alter, in dem er sich eine gewisse Zeit gut alleine beschäftigen kann, vorausgesetzt, man hat zuvor intensiv mit ihm gespielt und bildlich gesprochen den ‘Liebesspeicher’ aufgefüllt. 3. Das richtige Mindset! Ministeps und Miniziele pro Tag, pro Woche setzen und alles andere ist zum größten Teil auch selbst gemachter Stress.
Felix: Hörspiele, Snacks, Kinderdisco

Was war bis jetzt dein größter beruflicher Erfolg und warum?
Sandy: Mein größter beruflicher Erfolg geht einher mit dem beruflichen Scheitern und der Einsicht nach dem Lehramtsstudium und inmitten des Referendariats, dass ich mich überhaupt nicht mit der Rolle des Lehrers identifizieren kann. Alles, was danach kam, war pure Selbstbestimmung.
Felix: Äh, ich hab schon mal in der Panoramabar aufgelegt?!

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt?
Sandy: Die freiwillige Arbeit und Spendenaktion von meiner Freundin Julia auf Bali (Blonde Communication via Instagram), denn dort trifft die Menschen die Corona-Krise sehr hart.
Felix: Die (Haus)Geburt unseres 2. Sohnes

Was wolltest du mal werden, wenn du groß bist?
Sandy: Das hat sich jede Woche geändert: Schauspielerin, Umweltaktivistin, Sängerin, Rechtsanwältin… :D
Felix: Pilot

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt!
Sandy: Der Liepnitzsee ist und bleibt mein magischer Ort!
Felix: Ceglarnia, Polen (der Ort, an dem wir geheiratet haben)

Sandy, beschreibe Felix in einem Satz: Vom ersten Kuss im Berghain zum Vater unserer beiden Kinder, mit dem man fünf Monate auf Elternzeitreise gehen kann – mit ihm ist das alles möglich!
Felix, beschreibe Sandy in einem Satz: Sandy ist die heißeste Frau, die ich kenne, multitalentiert, stets bedacht zu helfen und die beste Frau und Mutter, wo gibt.

Wenn du nicht mehr schlafen müsstest, was würdest du mit der zusätzlichen Zeit anfangen?
Sandy: YouTube-Videos abdrehen, Bücher/Ratgeber/Blogs schreiben, Programme lernen, mich online weiterbilden.
Felix: Ich würde ein Studio aufbauen und mir Musikproduktion beibringen, inklusive Gitarre und Keyboard. Das wär geil.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest?
Sandy: Das aktuelle Finanzsystem durch ein gerechteres austauschen.
Felix: Armut, Obdachlosigkeit, Massentierhaltung, Müllproduktion, Krieg, Telefongebühren

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Sandy: Gemüselasagne geht immer!
Felix: Buchstabensuppe?

Was sollte niemand von dir wissen?
Sandy: Dass ich von Felix, der ein penetranter Klugscheißer ist, tagtäglich auf meine grammatikalisch falsche Aussprache hingewiesen werde, obwohl ich diejenige bin, die Germanistik studiert hat.
Felix: Sag ich nicht.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Sandy: Was hast du in den vergangenen Wochen neues gelernt? Brot backen!
Felix: Hätte hätte Fahrradkette

Das letzte Wort:
Sandy: Eine Elternzeitreise überhaupt machen zu können und in der Corona-Krise so abgesichert zu sein, zeigt mir aktuell, wie unglaublich privilegiert wir in Deutschland sind.
Felix: Supercalifragilisticexpialigetisch

FOTO: Ania Margoszczyn

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 19. Mai 2020 | Tags: , Keine Kommentare

Wo Unsinn zu Sinn wird…

Mit Verschwörungsmythen und Theorien ist das so eine Sache. Sie gedeihen besonders gut auf dem Nährboden der Angst und Verunsicherung, die wiederum von Unwissenheit oder dem Gefühl der Machtlosigkeit befeuert wird. Und dann kommt Corona und alles eben Beschriebene tritt in konzentrierter Form und potenziertem Ausmaß zu Tage und bricht sich im Überfluss der Austauschmöglichkeiten Bahn. Plötzlich sind es nicht mehr nur „Freaks“ oder Menschen, mit denen man sich unter sonstigen Umständen eher nicht gemein machen würde, die versuchen, Sorgen und Ohnmacht mit einem Narrativ zu füllen, das das eigene Weltbild bestätigt. Zufälligkeiten werden in einen kausalen Zusammenhang gebracht, fehlgeleitet von der Annahme eines unbestechlichen Verstandes. Plötzlich werden wirre Kettenbriefe, abstruse Aufklärungs-Videos und Anschuldigungen von Mutti, Tante, Freunden und Menschen geteilt, die einem am Herzen liegen. Akteuren, die vermeintlich einfache Antworten und Lösungen anbieten oder Sündenböcke präsentieren, spielt das in die Karten. Wer profitiert davon? Eben. Aber wie reagieren, wie umgehen mit diesem Konflikt? Häme, Gegenrede, Ignoranz? Die aktuelle Herausforderung lässt sich prima auf zentrale Probleme unserer digitalen, informationsüberlfuteten Welt projizieren. Corona ist das Brennglas unter dem offensichtliche Probleme and Dringlichkeit gewinnen. Und das Gefühl der Überwältigung genügt, um sonst unversöhnliche Charaktere in ihren Schussfolgerungen zu einen. So absurd sie auch sein mögen, spricht aus ihnen die Sehnsucht nach Kontrolle, Sicherheit und Bestätigung. In dem Buch „Angela Merkel ist Hitlers Tochter. Im Land der Verschwörungstheorien“ marschieren die beiden Journalisten Christian Alt und Christian Schiffer für uns durch den Sumpf der Verschwörungstheorien. Sie erzählen von Flat-Earthern, Freimaurern und Inside-Jobs. Mit Charme, Witz und Fakten erläutern sie, wie Verschwörungstheorien entstehen oder wie man gleich selbst eine lanciert. So viel sei verraten: egal wie absurd deine These erschient, sie entgleitet dir, wenn du nicht aufpasst. Das Buch lässt uns hinter die geschlossen Rollläden und Halbwahrheiten blicken und hilft dabei, Zusammenhänge und Mechanismen besser zu verstehen. Vielleicht auch eine schöne Geschenkidee für, ihr wisst schon.
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Angela Merkel ist Hitlers Tochter. Im Land der Verschwörungstheorien | 18€ | Shop | FOTO: Carl Hanser Verlag

Urbane Seide

Harter Beton trifft auf zarte Seide. Das Berliner Label MOCOMOCO verewigt die Arbeiten von (momentan) sieben Streetart-KünstlerInnen aus sieben Städten auf übergoßen Seidentüchern. So können wir beeindruckende Streetart aus unseren Lieblingsstädten auch in Zeiten von Reisebeschränkungen bewundern und gleichzeitig die Künstler vor Ort unterstützen. Alle teilnehmenden KünsterInnen werden am Verkauf fair beteiligt – darunter CAZ.L aus Berlin, Madame Moustache aus Paris und Anais Louison aus Barcelona. Auf der Website findet man spannende Hintergründe zu den einzelnen KünstlerInnen, ihrer Arbeit und den ausgewählten Motiven. Weitere Kunstwerke kommen aus Metropolen wie New York, Buenos Aires, London und Rio de Janeiro. In dem Format von 140 x 140 cm machen sich die hochwertigen Tücher nicht nur dekorativ am Hals, sondern auch an der eigenen Wand und setzen den sonst mitunter vergänglichen Arbeiten ein Denkmal. Hergestellt werden die wertvollen Seidentücher in Como, der italienischen Stadt für Seide. Wir verlosen ein Tuch. Schreibt dazu eine Mail mit dem Betreff ‚KUNSTGEWAND‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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MOCOMOCO | 349€ | mocomocoberlin.com | FOTO: Anka Bardeleben / Herz & Blut

Dennenesch Zoudé

Die wunderbare Schauspielerin Dennenesch Zoudé bereitet sich gerade auf drei Filmprojekte vor, die demnächst gedreht werden sollen. Mal sehen, was Corona dazu sagt. Zuletzt war die gebürtige Äthiopierin in der Netflix Kultserie „Unorthodox“ zu sehen. Gerade wurde sie zum Mitglied des Vorstands der Deutschen Filmakademie gewählt, wo sie sich für das Thema Diversität einsetzt, damit sich die Vielfältigkeit der Gesellschaft auch auf der Leinwand abbildet. Seit 15 Jahren ist sie außerdem Schirmherrin der Stiftung Fairchance, die es sich zum Ziel gemacht hat, Kinder aus sozial benachteiligten Familien und insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund durch gezielte Sprachförderung zu unterstützen.

Name: Dennenesch Zoudé
Alter: Ist nur eine Zahl
Wohnort: Berlin/Frankfurt
Beruf: Schauspielerin
Schuhgröße: Ich lebe auf großem Fuß.
Lieblingszitat: „Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber“ (Buchtitel)
Kontakt: denneneschzoude.com

Was erzählen wir uns in zehn Jahren über das Frühjahr 2020? Die Krise kam schleichend, wir konnten uns die weltweiten Auswirkungen nicht vorstellen. Und doch genossen wir die Verlangsamung, das Innehalten.

Drei Wörter, die dir zu „Corona“ direkt einfallen: Nicht zu schmecken, nicht zu riechen, nicht zu sehen.

Wann macht dich deine Arbeit glücklich? Wenn ich gute Drehbücher bekomme und mit Kreativen im Austausch bin.

Was ist wichtiger: Theorie oder Praxis? Für mich ist es die Praxis, ich muss Dinge umsetzen. Allerdings gilt auch: Wie soll man etwas wollen, was man es gedanklich nicht vorbereitet hat?

Die ganze Welt hört dir zu: Was sagst du? Liebt – Lebt – Genießt das Leben.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben? Sensibel und stark, zart aber zäh. Ich weiß es sind vier..

Verrate uns einen magischen Ort, egal wo auf der Welt! In Äthiopien, auf dem Hochplateau. Wenn man in die Weite schaut ,meine ich zu spüren, das ist der Ursprung der Menschheit.

Wie sieht es bei dir zu Hause aus? Kein Kommentar! Ich renoviere gerade…

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen? Für meine Familie und Freunde. Für ein gutes einmaliges Erlebnis – sei es die Oskar-Verleihung, ein Boxkampf oder ein Konzert.

Wenn du drei historischen Persönlichkeiten zum Essen einladen könntest, welche wären das? Muhammad Ali, Hildegard Knef, Dorothy Parker

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Armut

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Pasta Puttanesca

Was sollte niemand von dir wissen? Hahaha

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Bist Du glücklich?

Das letzte Wort: Liebt als gäbe es kein Morgen!

FOTO: Mirjam Knickriem / photoselection.de

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 13. Mai 2020 | Tags: , Keine Kommentare

Verbale Umarmungen

Hass, Häme, Pöbelei? Was ist nur los mit uns? Hat das jetzt mit dem Internet zu tun? Oder geht das dort nur leichter von der Tastatur? Einself!!1!!11 Wie wichtig Sprache ist für das Zwischenmenschliche, für sozialen Zusammenhalt und individuelle Glückseligkeit wird nicht zuletzt dann besonders offensichtlich, wenn man täglich exzessiv mit dem Gegenteil konfrontiert wird. Das macht was mit uns. Ob wir wollen oder nicht. Dabei ist es so einfach, seinen Nächsten, Liebsten, Mitmenschen, Kollegen, Paketboten oder wem auch immer ein gutes Gefühl und einen guten Moment zu schenken. Ein nettes Wort, ein Dankeschön, ein aufrichtiges Kompliment – auch das macht was mit uns. Wir denken es ist an der Zeit, dass wir uns wieder positiver, freundlicher, dankbarer und wertschätzender begegnen und haben deshalb mit #verbalhugs eine Aktion für mehr Nettigkeit im Alltag gestartet. Worum es dabei geht? Wir wollen euch und uns dazu inspirieren, möglichst vielen Menschen mit lieben Worten zu begegnen. Verbale Umarmungen eben. In Zeiten sozialer Distanz ist das gleich nochmal besonders praktisch. Und wichtig. Dazu haben wir eine Website gebastelt, über die ihr Dankeschöns, Komplimente und Nettigkeiten an alle versenden könnt, die es verdienen. Einfach per Link, Mail oder Social Media. Dabei könnt ihr entweder aus unseren verbalhugs auswählen oder einfach selbst liebe Worte eurer Wahl versenden und die Auswahl damit kreativ erweitern. Und wer weiß, vielleicht haben wir in ein paar Wochen ja eine Seite mit hunderten inspirierenden positiven Botschaften. Unsere ersten verbalhugs könnt ihr außerdem als limitiertes Postkarten-Set bestellen. Der Erlös wird gespendet an Projekte, die Nähe stiften und gesellschaftliches Miteinander fördern. #verbalhugs ist eine Aktion von muxmäuschenwild in Kooperation mit anjavatter.com, studiododo.de und diehingucker.de und verfolgt keinerlei wirtschaftliches Interesse. Wir machen es, weil wir es wichtig finden. Lasst uns gemeinsam mehr Nettigkeit in die Welt bringen! Danke. Von Herzen. Fühlt euch umarmt.
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#verbalhugs – Eine Aktion für mehr Nettigkeit im Alltag | verbalhugs.de | Instagram | #verbalhugs

Datschen Sharing

Da sitzt man nun in seiner schönen Altbauwohnung und hat, wenn man ehrlich ist, nicht viel zu meckern. Versorgungsmöglichkeiten in Schlagdistanz, schnelles Breitbandinternet für ruckelfreies Videochatten und exotisch klingende Pflanzen in Tontöpfen als natürliche Kulisse. Doch irgendwann, vielleicht nach dem letzten Zoom Call mit der Verwandtschaft auf dem Lande oder spätestens, wenn wir bei einem unserer Streifzüge durch die nähere Umgebung mal wieder durch die Kleingartenkolonien „Freiheit“ oder „Vogelsang 2“ spaziert sind, wächst die Sehnsucht nach der Natur. Der echten Natur. Danach, seine Hände in die Erde zu graben, zu pflanzen, zu jäten und die Stadt vor lauter Grün nicht mehr zu sehen. Ja, so einen Kleingarten wollte man doch eigentlich schon immer haben. Einziges Problem damals wie heute: Die Dinger sind unglaublich begehrt und das Prozedere rund um Vereinsmitgliedschaft und Wartelisten auf dem Weg zur eigenen kleinen, grünen Oase ist überwältigend. Die Berliner Sharing-Initiative Datschlandia schafft Abhilfe. Denn warum besitzen, wenn man auch teilen kann? Die ehrenamtliche Plattform verhilft Kleingarten-Pächtern zu Saison-Gärtnern und andersrum. Schließlich wird so ein Garten, wie hübsch er auch ist, in der Regel nicht tagtäglich genutzt. Oft sind die Pächter auch schon im fortgeschrittenen Alter und körperlich so eingeschränkt, dass sie der Gartenarbeit nicht mehr regelmäßig nachkommen können. Und dennoch, Kleingarten verpflichtet! Um die Gartenverordnungen zu erfüllen, bringt Datschlandia Pächter und Hobby-Gärtner zusammen. Ob Rasenmähen oder Kirschenpflücken: Am Ende sind beide Gruppen glücklich. Die Gartensaison läuft ab sofort bis Ende September, die Suchformulare gibt es ganz unkompliziert online.
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Datschlandia | datschlandia.de | FOTO: Benjamin Combs/Unsplash

Anne Lakeberg

Anne ist ein schüchterner Mensch. Immer schon gewesen. Wenn ihre Mutter sie beispielsweise in der Oerlinghausener Einkaufsstraße vorschickte, um dem Gitarrenspieler auf der Straße Münzen in seinen Hut zu werfen, behagte ihr das gar nicht. Das hat sich bis heute nicht geändert. Trotzdem moderiert sie seit drei Jahren die Berlinale-Sektion ‚Berlinale Goes Kiez‘ an sieben Tagen in sieben verschiedenen Kiezkinos in der Hauptstadt. Und das kam so: Neben ihrem Studium der Soziologie und Lateinamerikanistik in Bielefeld fing sie an im Kino zu jobben. Über Umwege, einige Praktika und eine Weiterbildung zur Filmtheatermanagerin kam sie an das City Kino Wedding, eröffnete es wieder und machte diesen wunderschönen Ort auch über die Bezirksgrenzen und die Cineastenaficionadosszene hinaus bekannt.

Name: Anne Lakeberg
Alter: 37
Wohnort: Berlin
Beruf: Kinobetreiberin
Schuhgröße: 39
Lieblingsfilmzitat: Wenn ich Filmzitat mal nicht als Satz oder Sprache sondern als filmisches Zitat, also eine Szene eines Films verstehe, dann wäre es aktuell wohl das Ende von PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN. Die Kamera beobachtet Adèle Haenel, wie sie eine Oper schaut und dabei viele, viele Emotionen durchlebt, die gleichzeitig die ganze Geschichte des Films quasi Revue passieren lassen. Ich hätte diesem Gesicht und seinen Reaktionen noch Stunden zuschauen können.
Kontakt: info@citykinowedding.de

Beschreibe das City Kino Wedding in fünf Worten: Einladend, großzügig, elegant, 60ies, abwechslungsreich.

Was können wir tun, um in der Corona-Krise Kinos zu helfen? Zum Einen ist es wirklich eine große Hilfe – und viele, viele Menschen haben das schon getan! – wenn Gutscheine gekauft werden. Das kann ganz bequem online unter: citykinowedding.de/kinogutscheine gemacht werden. Damit haben wir jetzt Einnahmen und später dann die Gäste, auf die ich mich natürlich sehr freue! Zum Anderen habe ich gemeinsam mit anderen Berliner Programmkinos eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext initiiert. Damit unterstützt ihr nicht nur mein Kino, sondern eben die Vielfältigkeit der Berliner Programmkinoszene, was mir selbst auch ein großes Anliegen ist.

Was können wir alle aus den vergangenen Wochen lernen? Ich finde es sehr faszinierend, mit wie viel Unsicherheit die Menschen doch umgehen können. Ich selbst bin schon auch ein stückweit ein Kontrollfreak und ich denke, viele Menschen heutzutage sind das. Gerade lässt sich aber wenig kontrollieren, planen, vorausschauen. Verrückt, dass wir nicht alle komplett durchdrehen deshalb! Irgendwie finde ich das auch eine gute Herausforderung, mal loszulassen und sich zu lösen von dem großen Bedürfnis alles in der Hand zu haben.

Welchen Film möchtest du als Erstes zeigen, wenn das Kino wieder öffnen darf? Wie auch schon vor der Corona Krise darf WEDDING von 1989 nicht fehlen. Das ist mir wirklich eine Herzensangelegenheit, denn der erzählt eine kleine (fiktive) Geschichte aus dem Berliner Wedding vor der Wende und ist ein Stück Kiezkultur und irgendwie schon Kult, obwohl wir ihn erst seit einem Jahr ausgegraben haben und bei uns zeigen. Und fast immer, wenn er läuft, ist einer der Hauptdarsteller, Harald Kempe, zu Gast und erzählt den Gästen vom Dreh, von der damaligen Zeit etc. Abgesehen von WEDDING hoffe ich auf Filme, die eigentlich schon hätten starten sollen wie BERLIN ALEXANDERPLATZ von Burhan Qurbani und UNDINE von Christian Petzold. Als erstes werde ich sie wohl nicht zeigen, aber so schnell wie es mir der Verleih erlaubt!

Was macht dich an deiner Arbeit glücklich? Natürlich macht es mich sehr glücklich, wenn das Kino voll ist, die Leute kurz vor der Vorstellung alle aufgeregt in ihren Sesseln sitzen, es kaum erwarten können, dass der Film losgeht. Diese Stimmung, die fühlt man richtig in der Luft, wie ein Vibrieren, und die ist toll. Aber ich mag es auch die Leute zu beobachten wie sie aus dem Saal kommen, zu schauen, wie ihre Stimmung ist. Und letztlich macht es mir auch Spaß, ganz allein am Schreibtisch ein Programm fertigzustellen, es in seiner Gänze zu sehen und zu rätseln, wie es wohl ankommt. Sobald ich es in die Welt hinauslasse und sehe zum Beispiel wie der Vorverkauf läuft oder wie die Reaktionen in den Sozialen Medien sind, sehe ich auch, wo ich einen guten Riecher hatte und wo eher nicht. Und das ist echt oft sehr erstaunlich.

Die wichtigste Lektion, die du bisher gelernt hast? Dass man sich selbst und seinen Werten und Vorstellungen treu bleiben muss. Wenn man sich verbiegt, kommt meistens einfach nichts Gutes dabei raus. Das ist eben so.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das? Ich bin kürzlich mit meinem Freund zusammen gezogen und tatsächlich ist es das erste Mal, dass ich diesen Schritt gewagt habe. Aufregend, aber es ist toll! Manchmal muss man sich eben aus der comfort zone hinauswagen!

Wenn dein Leben einen Soundtrack hätte, von wem wäre der? Leonard Cohen und Sufjan Stevens zusammen! Und vielleicht noch eine Prise Cocorosie. Puh, klingt nach einer wilden Mischung. Umso besser!

Wer war der Held deiner Kindheit und wer ist es heute? Es gab in meiner Kindheit einen Grundschullehrer, den ich sehr bewundert hab und der mich irgendwie beeindruckte. Er war sehr groß und hat immer schwarze Anzüge getragen und eigenwillige Exkursionen mit uns Kindern gemacht, in die Natur, aber auch zu Künstlerhäusern und so was. Und er hat mich gefordert und gefördert. Ein bisschen war er wohl mein Held. Sonst konnte ich mich immer zwischen solchen Figuren wie Old Shatterhand oder Winnetou nicht entscheiden. Ich fand immer beide toll und wusste nicht, ob besser der „Indianer“ oder doch lieber der Cowboy. Heute kann ich das schwer sagen, es gibt Menschen, die ich bewundere, aber so EINE*N Held*in hab ich gar nicht.

Was ist dein wertvollster Besitz? Ich habs nicht so mit Besitz. Ich meine, ich habe schon gerne Sachen, schöne Dinge, die mich umgeben, aber ich merke doch bei vielem, dass ich auch darauf verzichten könnte wenn es sein müsste. Was mir sehr wichtig ist, ist meine Wohnung oder ein zu Hause! Aber ich bezweifle, dass ich jemals eins haben werde, das wirklich mir gehört :-)

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Ich würde gerne die Angst abschaffen. Klar ist sie ein Gefühl, das nützlich sein kann, wenn wir instinktiv Gefahr spüren und wegrennen oder so. Aber mir erscheint, dass die Angst heute in der Gesellschaft, in der wir leben, oft unnütz ist und sogar gefährlich. So oft entsteht Gewalt, Ablehnung oder Hass aus einer Angst, die nicht begründet ist. Gäbe es die Angst nicht, dann gäbe es bestimmt viele Probleme weniger in der Welt.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ehrlich gesagt, ich kann nicht gut kochen. Ich denke, mein Freund müsste das übernehmen, denn er ist einfach viel besser darin! Vielleicht würde ich ihn fragen, ob er was mit Salbei macht. Ich liebe gerade Salbei!

Was sollte niemand von dir wissen? Ein paar Geheimnisse sollte man wohl haben!

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Was würdest du sein/machen, wenn dein Leben anders verlaufen wäre? Ha!

Das letzte Wort: Unbeschwertheit, bitte komm zurück – irgendwann!

FOTO: Anne Lakeberg

Du bist schön

Podcasts, Coachings und viel viel Literatur – das Thema Selbstliebe und Body Positivity ist aus gutem Grund allgegenwärtig. Denn irgendwie sind die Wenigsten von uns wirklich frei vom Druck sich ständig zu vergleichen, einzuordnen und zu bewerten. Wo kommt das her? Wie haben sich die Vorstellungen von gesellschaftlicher Schönheitsnorm in unsere Köpfe geschlichen? Wie kommt es, dass wir hochglanzgeshoppten Idealkörpermotiven so wenig Differenzierungsvermögen entgegenzusetzen haben? Klar ist, die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper beginnt nicht erst im Erwachsenenalter. Klar ist auch: Mit Tik Tok, Instagram und Co. werden die Zerrbilder auch und vor allem für junge Menschen nicht gerade weniger. Das Kinderbuch „Liebe deinen Körper“ von Body Positivity-Aktivistin Jess Sanders ermutigt junge Menschen, ihre Körper zu bewundern und zu feiern. Das Buch gibt mit liebevollen Texten und Illustrationen eine Einführung in Sachen Selbstliebe und Selbstfürsorge. Auf den bunten Seiten werden diverse Körpertypen gezeigt und vor allem von Herzen bejubelt. Dazu gibt es praktische Tipps für mehr Selbstakzeptanz und Hilfsmittel, um in einer Image-fokussierten Welt den eigenen Weg zu gehen. Das Buch richtet sich zwar eher an junge Mädchen und Frauen, ist aber bewusst geschlechtsneutral formuliert und somit für jede und jeden interessant und wichtig. Erschienen ist ‚Liebe deinen Körper‘ im Berliner Kinderbuchverlag Zuckersüß, der mit handverlesenen Lieblingsgeschichten Kinder und Eltern gleichermaßen begeistert.
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Die Anleitung zur Selbstliebe: Liebe deinen Körper | 24,90 € | Shop | FOTO: Zuckersüß Verlag

Am Ende des Regenbogens

Wenn wir ganz ehrlich sind, müssen wir uns eingestehen: Shoppen macht glücklich, zumindest ein klitzekleines bisschen. Also nicht das amazon-sterile Click & Buy. Wir meinen das Schlendern und Stöbern, das gemeinsame Entdecken und Schnäppchen machen in liebevoll dekorierten Geschäften und Lieblingsläden. Ein solcher ist der wunderbare „hello love“ Concept Store in Hamburg. Dort präsentieren die beiden Freundinnen Rike und Anni seit ein paar Jahren eine handverlesene Produktauswahl aus Female-Power-Fashion, bunten Accessoires und Interieur-Produkten. Darunter beispielsweise Marken wie Ban.Do, womom und Fabienne Chapot. Aber auch eine eigene Kollektion mit coolen Shirts, modischen Haar-Accessoires und vielem mehr haben die beiden am Start. Demnächst soll noch eine eigene Schmuckkollektion gelauncht werden. Das Credo: Immer dem Instagram-Trend einen Schritt voraus und garantiert nicht an jeder Ecke zu finden. So und jetzt das Beste für alle, denen der physische Beusch gerade nicht vergönnt ist: „hello love“ gibt es jetzt auch online, und wie! Schlendern und Stöbern, gemeinsames Entdecken und Schnäppchen machen in einem liebevoll dekorierten Lieblingsladen? Genau das geht hier. Genau so fühlt sich das hier an. Click & inspire, wenn man so will. Zur Freude des Tages verlosen wir 2×1 Set, bestehend aus dem Fastest Girl Alive-Schlüsselanhänger und einem passenden Buchstabenanhänger an die besonders Fixen unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚HELLO,…‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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hello love | Eppendorfer Weg 283, 20251 Hamburg | shop-hellolove.de | FOTO: hello love

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 29. April 2020 | Tags: , , , Keine Kommentare

Peter Putz

Wenn in einem Interview Aristoteles, Niccolò Machiavelli und Sir Karl Popper vorkommen und dazu Nietzsche und Kant zitiert werden, dann hört man besser zu. Oder liest weiter, wie in diesem Fall. Peter Putz ist Co-Founder der Künstler*innen-Management-Agentur KARAKTER WORLDWIDE, der Talent Agentur Heavy German Shit und von Love Your Artist, einem fairen und transparenten one-stop-Onlineshopsystem für Veranstaltungen und Kreative. Darüber hinaus ist Peter als Projektconsultant tätig und hält Vorlesungen an Universitäten und bei Austausch-Programmen. Seit 2005 begleitet er Künstler*innen und Acts wie Get Well Soon, Anais Mitchell, Hundreds oder die einzigartigwunderbare Wallis Bird auf ihrem Weg. Ihm haben wir es übrigens auch zu verdanken, dass Wallis uns mit ihrem Auftritt beim MMW Festival #5 einen physisch musikalischen Moment für die Ewigkeit schenkte. Auf die müssen wir aktuell leider verzichten, was für uns natürlich ärgerlich ist. Für viele Kreativschaffende gilt es hingegen, eine wahrhaft existentielle Herausforderung zu meistern und das geht nur gemeinsam. Check: LYA

Name: Peter Putz
Alter: 42
Wohnort: Berlin
Beruf: Unternehmer in der Kreativindustrie
Schuhgröße: 45
Lieblingsohrwurm: Europa-Hymne
Kontakt: peter@karakter-worldwide.com

Was wird sich nach der Krise positiv verändert haben? Hoffentlich die bestärkte Erkenntnis, dass Nietzsche Recht hatte, als er sagte: „Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen.“ Und ganz wichtig: Die Wertschätzung für Kitas ;-)

Fasse den letzten Monat in einem Satz zusammen: „The unexpected can happen.“

Was war bis jetzt dein größter beruflicher Erfolg und warum? Die Art und Weise, wie wir als Team gemeinsam mit den Menschen, die wir vertreten dürfen, Herausforderungen meistern und trotzdem unseren moralischen Kompass und die Lust an der Herausforderung, an Neuem und unsere Freundschaften erhalten.

Auf was könntest du in Deinem Leben nicht verzichten? Menschen um mich herum. Interessante Gespräche. Momente.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir? Zwei wichtige Punkte, an die man sich unbedingt orientieren sollte: 1. „If the grass looks greener on the other side, it’s because they take care of it.“ 2. „Gemütlichkeit ist die Relation von Zeit, Bier und Geld.“ (Gerhard Polt)

Wenn du drei geschichtliche Personen zum Essen einladen könntest, welche wären das? Aristoteles, Niccolò Machiavelli und Sir Karl Popper

Was ist das lustigste deutsche Wort? Fremdschämen

Wo fühlst du dich zuhause? In Berlin.

Was ist dein wertvollster Besitz? Optimismus. Kant soll einmal gesagt haben, es gebe auch eine sittliche Pflicht zum Optimismus.

Welche Superheldenkraft hättest du gern? Zeitmanipulation

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die Frage ist so groß, dass sie schwer zu beantworten ist. Ich könnte jetzt die offensichtlichen Punkte, wie Auf Mutter Erde zu schauen, Verteilungs-Gerechtigkeit, Weltfrieden, den Respekt unter Kulturen etc aufzählen. Das ist hoffentlich alles klar. Ich glaube die Antwort, die das alles eher real machen würde, wäre: Zugang zu bestmöglicher Bildung für alle Menschen. Das würde viele andere Probleme lösen.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Wiener Schnitzel. Oder Käsekrainer.

Was sollte niemand von dir wissen? Eben.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Nicht diese.

Das letzte Wort: Omega.

FOTO: Jens Öllermann

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 29. April 2020 | Tags: , Keine Kommentare

Bravo!

Nicht alle Helden tragen Umhang. Manche sind stattdessen mit einer beeindruckenden Leidenschaft zum Scannen und, viel wichtiger, einer fetten Sammlung vergangener BRAVO-Ausgaben ausgestattet. Christian Müller, der hier beschriebene Supertyp, hat den größten Teil der beliebten Jugendzeitschrift in mühevoller Arbeit digitalisiert und archiviert – von der Erstausgabe im Jahr 1956 mit Marilyn Monroe auf dem Cover bis zu Dr. Sommers Höhepunkt im Jahr 1994. Und… Achtung: inklusive aller 118 Starschnitte zum Downloaden und Zusammenbasteln! Zu Corona-Zeiten steht momentan aus jedem Jahr die jeweils erste Ausgabe zum kostenfreien PDF-Download zur Verfügung, stolze Fan-Momente und peinliche Flashbacks inklusive. Wir können noch einmal in Erinnerungen schwelgen, mit den heiß-geliebten Fotostories mitfiebern und unverfälschte Jugendkultur abfeiern. Von Karl May über ABBA bis East 17, hier werden alle Checker, Poser und Raver von damals wie heute fündig und glücklich gemacht. Obendrauf gibt es noch den Starschnitt aus dem Jahr 1983 mit E.T. kostenlos zum Ausdrucken und zusammenkleben in Lebensgröße. Profi-Tipp: In Zeiten von Instagram und Pinterest tut es richtig gut, sich die Homestorys der deutschsprachigen Serienstars aus den 90ern anzuschauen. Danke!
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Bravo Archiv | bravo-archiv-shop.com | FOTO: Bravo Archiv

Heimgelegt

Lange bevor es Apps und andere digitale Spielereien für mehr Achtsamkeit und kontemplatives Insichkehren gab, waren Puzzles das ultimative Entschleunigungsinstrument. Das kleinteilige Geduldspiel erlebt gerade eine Renaissance, schließlich hilft es uns auf der Gefühlsskala zwischen Trubel und Langeweile einfach mal abzuschalten und neben dem digitalen Overload im Homeoffice ein sichtbares Erfolgserlebnis zu erzielen. Dass es nicht beim Krisenhobby oder einer netten Beschäftigungsmaßnahme bleiben muss, beweist gerade die wunderbare Affenfaust Galerie aus Hamburg. Mit einem in kürzester Zeit ins Leben gerufenen Puzzle-Projekt macht die Galerie auf Künstler aus ihrem Netzwerk aufmerksam und unterstützt anteilig mit jedem verkauften Urban Art Puzzle, Street Art Puzzle, Graffiti Puzzle und Contemporary Art Puzzle die Aktionen von #LeaveNoOneBehind. Jedes Puzzle mit Kunstmotiv erscheint in 1.000 Teilen und in einer Auflage von 500 Stück. Darunter findet ihr Werke von Nychos, Okuda San Miguel, Doppeldenk, Ana Barriga, Flying Förtress und Marc Burckhardt. Die Affenfaust Galerie ist ein Ort der Vernetzung und bietet seit 2012 jungen und etablierten Künstlern ein Forum für zeitgenössische Kunst – von Malerei über Performance bis Videoarbeiten. Wir verlosen zwei Puzzle unserer Wahl. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚TAUSEND TEILE SCHWARZ‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Affenfaust Galerie – Art Puzzle Collection | 25€ | affenfaustgalerie.de/puzzle | FOTO: Affenfaust Galerie/Nychos

Kübra Gümüşay

Kübra Gümüşay ist Autorin und Aktivistin. Sie studierte Politikwissenschaften in Hamburg und an der School of Oriental and African Studies der Universität von London. Laut Deutschlandradio gehört sie zu den prägenden Köpfen des Islam in Deutschland. Ihr erstes Buch „Sprache und Sein“ handelt von der Sehnsucht nach einer Sprache, die Menschen nicht auf Kategorien reduziert. Sie geht darin der Frage nach, wie Sprache unser Denken prägt und unsere Politik bestimmt. Sie beschreibt, wie Menschen als Individuen unsichtbar werden, wenn sie immer als Teil einer Gruppe gesehen werden – und sich nur als solche äußern dürfen. Momentan arbeitet sie neben einigen spannenden Projekten, von denen sie allerdings noch nicht mehr erzählen kann, auch an ihrem nächsten Buch. Wir können es kaum erwarten. Teşekkür ederim!

Name: Kübra Gümüşay
Alter: 31
Wohnort: Hamburg
Beruf: Autorin
Schuhgröße: 39
Lieblingsort: Überall dort, wo ich mich inmitten von Herzensmenschen bewegen kann – an festlichen Tischen, bei gemeinsamen Projekten, in unseren Wohnzimmern – oder auch: in den Büchern, also Bergen von ihnen, in Bibliotheken.
Kontakt: kubragumusay.com

Fasse die letzten drei Wochen in drei Worte zusammen: Umbrüche, Neuanfänge, Zukunft

Was erzählen wir uns in zehn Jahren über die Corona-Zeit? Ich werde für mich persönlich wahrscheinlich eben diese drei Wörter nutzen. Was für eine gesamtgesellschaftliche Erzählung stattfinden wird, hängt davon ab, was wir aus und in diesen Zeiten machen. Unsere Zukunft, so viel steht fest, wird uns nicht einfach passieren. Und das, was an den Grenzen unserer Gesellschaft und unseren künstlichen Landesgrenzen passiert, erzählt aber jetzt schon viel über uns und diese Zeit.

Was macht dich richtig zufrieden? Wenn ich spüre, wie ich dazulerne, wachse. Wenn ich mit einem Menschen eine neue, tiefe Verbindung aufbaue. Wenn ich in einem Raum Liebe, Zugewandtheit, Freude füreinander spüre.

Welche Eigenschaft hast du von deinen Eltern geerbt? Die Freude am Helfen und Mitdenken.

Was kommt als nächstes? Diese Woche beginnt die Fastenzeit. Sie wird anders als sonst, aber ich hoffe, umso nachdenklicher, reflektierter und damit womöglich erfüllender, bewegender.

Du darfst den Duden um drei Wörter deiner Wahl ergänzen. Bitteschön: Muhabbet (Liebe & Zuneigung zwischen Menschen, die durch ein Gespräch entstehen kann), Yakamoz (die Reflexion des Mondes in der Nacht auf dem Wasser), yardımsever (Übersetzungsmaschinen sagen „karitativ“ sei eine gute Übersetzung. Finde ich nicht. Grob übersetzen ließe sich dieses Wort als die Beschreibung einer Person, „die es mag zu helfen“.)

Was ist gerade das Hintergrundbild auf deinem Telefon? Mein Sohn.

Was ist deine größte Schwäche? Mit jeder Stärke ist auch Schwäche verbunden, mit jeder Schwäche eine Stärke. Deshalb kann ich die meisten Eigenschaften nicht klar in „Schwäche“ oder „Stärke“ einordnen. Aber meine ausgeprägte Begeisterungsfähigkeit für ALLES, die manchmal in Zerstreuung zu kippen droht, finde ich aktuell sehr nervig.

Wen rufst du am häufigsten an? Aktuell via Mobiltelefon: Meine Familienmitglieder. Digitale Anrufe: Kolleg*innen, mit denen ich an diesen neuen Projekten arbeite.

Wofür hast du kein Talent? Zum Abmessen oder Abschätzen von Zeit.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Die Strukturen unserer Gesellschaft in solche ändern, die alle gleichberechtigt umfassen und beheimaten können.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Kürbissuppe und Ofengemüse mit Hummus. Aber am liebsten koche ich mit meinen Gästen zusammen.

Was sollte niemand von dir wissen? That would defeat the purpose.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Welche Frage ich in diesem Bogen falsch beantwortet hatte (inzwischen korrigiert). (Ich hab beim Nachdenken über diese Frage gemerkt, dass ich ein höheres Alter eingetragen hatte. Wird wahrscheinlich mit meinem mangelnden Zeitgefühl und meiner Begeisterung für das nächste Alter zusammenhängen – oder auch der Tatsache, dass sich die ersten Monate dieses Jahres angefühlt haben wie ein ganzes Leben.)

Das letzte Wort: Loslassen.

FOTO: Mirza Odabaşı

Aller guten Dinge sind elf.

Dieses Jahr hätten wir das 10. Jubiläum der Millerntor Gallery gefeiert – ist jetzt aber erst einmal auf nächstes Jahr verschoben, wegen ihr wisst schon. Das internationale Kunst-, Musik- und Kulturfestival bietet alljährlich im Millerntor-Stadion nicht nur eine Plattform für Dialog und Austausch, sondern sammelt damit auch Spenden für die sozialen Projekte der Initiatoren von Viva con Agua und dem FC Sankt Pauli. Die „Kunst der Togetherness“ möchten die Hamburger aber trotzdem zelebrieren, besser gesagt: Gerade jetzt. Mit verschiedenen Aktionen, die nun die Künstler selbst unterstützen sollen. Dafür ist am Wochenende die Kornfetti Gallery online gegangen. Eine solidarische Online-Kunst-Galerie, die durch die aktuelle Lage in finanzielle Bedrängnis geratene Kunstschaffende direkt unterstützen soll. Mit der Millerntor Gallery als exklusivem Partner kauft Kornfetti ausgewählte Exponate aktueller Künstler ein, um sie für den gleichen Preis und zugunsten des Urhebers weiter zu verkaufen. Kurator der Galerie ist der Hamburger Street-Art-Künstler Bobbie Serrano, der zuvor schon die Flaschen des gleichnamigen hochprozentigen Freizeitgetränks entworfen hat. Ehrensache, dass Kornfetti zu jedem Kauf aus der Online-Galerie noch eine Pulle Buntermacher aufs Haus mitliefert. Richtiger Sprit für den richtigen Spirit quasi. Und nächstes Jahr feiern wir dann wieder alle zusammen. Elf ist das neue Zehn!
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Kornfetti Gallery | kornfetti.com/gallery | FOTO: Kornfetti Gallery

Vegan-Klischee ade!

Vegane Ernährung… – Mit diesem Satzanfang haben wir bei den einen bekennendes Interesse geweckt, bei anderen vielleicht nur ein aufstöhnendes “Grmpf” hervorgerufen. Bevor wir aber eure Aufmerksamkeit an den nächsten Beitrag verschenken, möchten wir euch Niko Rittenau vorstellen. Der sympathische Ernährungsexperte und Social Media Profi stellt uns mit “Vegan-Klischee ade!” so etwas wie eine wissenschaftlich fundierte Friedenspfeife ins Bücherregal. Das Buch prüft, wie der Titel schon verrät, den Wahrheitsgehalt gängiger Klischees und Mythen rund um Veganismus, von B12-Mangel über Nahrungsergänzungsmittel bis Östrogen-Overload durch Sojaprodukte. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger und Anspruch auf eine bestimmte Lebensweise erzählt das Buch von den fünf wichtigsten Lebensmittelgruppen der veganen Ernährung und erklärt beispielsweise, warum wir welches Öl wann verwenden sollten. Es ist ein undogmatisches Nachschlagewerk für Veganer aber eben auch für Nicht-Veganer. Denn nichts ist öder als Schwarz-Weiß-Denken, das wissen auch alle Flexitarier, Neu-Vegetarier und Menschen, die aus verschiedenen Gründen zumindest temporär auf eine vegane Ernährung achten. Apropos, in „Vegan-Klischee ade! Das Kochbuch“ findet ihr wunderbar leckere Rezepte, die Niko gemeinsam mit Sebastian Copien entwickelt hat. Mit dem Buch zum Buch könnt ihr quasi direkt den Crosscheck machen und auch ein wenig gegen Corona-Pfunde ankochen. Ach Mist, jetzt wollten wir doch eigentlich komplett ohne dieses Wort auskommen. Was soll’s, wir verlosen je zweimal das Bundle aus Buch und Kochbuch zum Buch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚…EXTRA MIT LIMETTE‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Vegan-Klischee ade! | 24,80 € | Info und kaufen | Vegan-Klischee ade! Das Kochbuch | 24,94 € | Info und kaufen | FOTOS: Dorling Kindersley Verlag