Damals wie heute

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1990 vereinigte sich Deutschland. Zum ersten Mal flog in diesem Jahr ein russischer Raumfahrer mit auf einer US-Raumfähre ins All. Phil Collins führte die Spitze der Charts an und in Vietnam gab es wenig Fleisch. Dieser vermeintliche Notstand (jetzt nicht der musikalische, sondern der essenstechnische) ist wichtig, weil daraus vegane Ernährungs-Alternativen entstanden. Das vegane vietnamesische Restaurant 1990 am Boxhagener Platz hat sich dieser Zeit verschrieben und schmackhafte vegane Gerichte aus frischen Zutaten und exotischen Gewürzen modernisiert. Schon lange ist der vegane Vietnamese Cat Tuong an der Kastanienallee kein Geheimtipp mehr, wenn es darum geht, überzeugte Karnivoren vom Geschmackserlebnis der veganen Küche zu überzeugen. So ist es nur recht, dass nun ein und dasselbe Team den zweiten Laden etwas weiter im Osten eröffnete. Der Anspruch auf gute, verträgliche Zutaten – wir schreiben es doch noch aus, damit es wirklich klar ist: selbstverständlich alles ohne das Glutamat des Teufels – macht auch vor dem Wasser nicht Halt. Das Quellwasser vom Wasserhahn kommt natürlich aus einer Leogant-Anlage. So ist diese Zeitreise in die Vergangenheit gleichzeitig eine in die absolute Gegenwart: Schmackhafte, verträgliche, umweltfreundliche und rein vegane Küche, cooked in Berlin, inspired by vietnamese tradition. Die beste Vorweihnachtskost bevor die Gans zuschlägt oder das Fondue.
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Restaurant 1990 | Krossener Straße 19, 10245 Berlin | www.restaurant1990.de

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 21. Dezember 2016 | Tags: , , , , , Keine Kommentare

Runterschalten

Was macht einen Urlaub perfekt? Wenn wir die Möglichkeit bekommen, uns Zeit für uns selbst zu nehmen. Wenn wir Ruhe und Aktivitäten genießen können, ohne uns dabei nach Terminen oder Zeitplänen richten zu müssen. Wenn wir uns herzlich willkommen fühlen und Raum bekommen für Inspiration und Entspannung. Wir hätten da was. Im beschaulichen und nur einhundert Einwohner zählenden Lech am Arlberg (das liegt in Österreich) steht seit nunmehr 24 Jahren das unnachahmlich tolle 4-Sterne-Hotel ‚Stäfeli‘. Mitten am Hang, in spektakulärer Natur, herzlichst und liebevoll betrieben und zuletzt aufwendig um- und ausgebaut, bietet das Stäfeli (das will man irgendwie immer wieder aussprechen) jede Menge Zeit und Raum, um Gedanken, Ideen und Träume fliegen zu lassen. Die anspruchsvoll gestalteten Zimmer sind mit Möbeln und Accessoires von Gervasoni, Designers Guild oder Veraschin und Rausch ausgestattet. Es gibt einen Spa-Bereich mit Hallenbad und Gegenstromanlage, Wasserspeier und Sauna, und einen Fitnessbereich, in dem in Zusammenarbeit mit Chimosa Workshops und Kurse wie beispielsweise Boxing-Yoga angeboten werden. Vorausgesetzt man hat noch Kraft nach einem Tag auf den Skiern oder in Schneewanderschuhen. Wer es lieber entspannt mag, nutzt die zahlreichen Rückzugs- und Ruheoasen. In Kooperation mit Stephanie Wissmann vom Blog Stepanini wurde ein auf jeden Raum abgestimmtes Literaturkonzept entwickelt, mithilfe dessen man sich nach Herzens- und Leselust in unzählige thematisch passende Bücher und Texte vertiefen kann. Unser Highlight aber ist der ‚ZeitRaum’ in dem es vor allem darum geht, im wörtlichen Sinne Zeit miteinander zu verbringen. Gemeinsam mit ortsansässigen Raumausstattern wurden Spielplatten gefertigt, an denen Groß und Klein sich im Sommer und Winter gemeinsam vergnügen und der modernen Technikwelt den Rücken kehren können. Leckeres Essen wird unter anderem im eigenem Restaurant ‚s’Achtele’ serviert. Leute, das hier ist der perfekte Urlaub. Das Stäfeli eröffnet morgen neu. Eure Buchungsanfrage stellt ihr am besten direkt auf der Seite.
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Stäfeli – Relais du Silence Hotel | Zug 525, 6764 Lech am Arlberg | DZ ab 95 Euro pro Person/Nacht inkl. Frühstück u. Nachmittagsjause | www.staefeli.at

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 13. Dezember 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Happenpappen

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Wem beim Gedanken an Süßkartoffel-Ananas-Curry, an würzige Bratnudeln mit Weißkohl-Erdnuss-Salat und Chop-Suey-Gemüse oder einen Seitan-Pattie-Burger mit Fritz Cola-BBQ-Soße, Käse-Dip, Tomaten und Röstzwiebeln nicht nur das Wasser im Mund zusammenläuft, sondern auch das Herz höher schlägt, der ist veganverliebt. Genau wie Cathy, die Inhaberin der veganen Wohnküche Happenpappen in Hamburg-Eimsbüttel. Hier gibt es täglich hausgemachte vegane Küche plus glutenfreie Optionen, von denen auch überzeugte Karnivoren schwärmen! Montag bis Samstag ab 18 Uhr ist jeweils Burgerabend. Mit nicht weniger als fünf verschiedenen veganen Burgervarianten. Missioniert wird hier null, sondern gekocht mit viel Lust an Alternativen, einem großen Wissen über die kulinarische Welt der Vielfalt und mit der Geduld und der Weisheit, auf Anfrage auch die Gäste mit der veganen Küche vertrauter zu machen. Das Rezept hier lautet: 100 Prozent vegan = 200 Prozent lecker. Deal!
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Happenpappen | Lappenbergallee 41, 20257 Hamburg | Mo-Fr 12-22h, Sa 10-22h, So 10-17h | www.happenpappen.de | Facebook

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 13. Dezember 2016 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Allüberall auf den Tannenspitzen

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Schon mal vom „Winterwipfeln“ gehört? Wir auch nicht. Das Wort hat aber einen eigentümlichen Klang, der uns nicht loslässt. Der etwas Gemütliches, aber gleichsam Aufregendes in sich trägt. Und genau so ist es dann auch. „Durchatmen und Winterwipfeln“ ist das Motto der Lagerfeuerweihnacht in Beelitz-Heilstätten. Über den Ruinen der ehemaligen Lungenheilstätten im Fläming wurde letztes Jahr ein Baumkronenpfad errichtet. In fast schwindelerregender Höhe kann man über die schaurigen Überbleibsel der Anstalt streunen, sich Spukgeschichten ausdenken oder den Wald genießen und staunen, wie sich die Natur ihren Platz um, in und auf den Gebäuden zurückholt. In ebendiesem Ambiente kann der Advent stimmungsvoll begangen werden. Alternativ zu den trubeligen Fahrgeschäft-Weihnachtsmärkten mit Wham-Dauerbeschallung lädt der Verein Baum & Zeit zum heimeligen Stockbrot-Braten, Kindertheater und Punsch aus dem Feuertopf unter der riesigen Alt Berliner Weihnachtspyramide ein. Dazwischen bieten die Aus- und Einblicke vom Baumwipfelpfad die richtige Vorbereitung, um sich langsam vom alten Jahr zu entfernen und die Perspektive neu auf all das einzustellen, was kommt. An den Adventswochenenden ist der Baumkronenpfad freitags und sonntags von 10 bis 16 Uhr und samstags bis 20 Uhr, in den Weihnachtsferien, bis einschließlich 3. Januar 2017, ebenso von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
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Baum & Zeit Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten | Straße nach Fichtenwalde 13, 14547 Beelitz-Heilstätten | Preis 9,50 € | www.baumundzeit.de

Cross-Over-Cooking

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Wart ihr schon einmal in Ha Duong’s minimalistischer Luncheonette The Klub Kitchen – Himmel.ist.das.gut! Und sieht darüber hinaus auch noch soooo schön aus! Die erfolgreiche Modedesignerin hat Nadel und Faden gegen die Kochlöffel eingetauscht und getreu ihrer modischen Linie – Minimalismus, hochwertige Materialien, dezente Farben – mitten in Mitte ein Café-Restaurant mit internationalem Gastro-Angebot verwirklicht. Das Herzstück der Klub Kitchen ist die offene Küche. Hier werden täglich Spezialitäten aus aller Welt frisch zubereitet – die Kompositionen aus Zutaten wie Avocados, Granatapfelkernen, Quinoa, Edamame, Büffelmozzarella oder frischem Fisch lassen unsere Genießer-Herzen höher schlagen, machen satt und glücklich. Die Karte der Klub Kitchen wechselt regelmäßig, Langeweile für die Geschmacksknospen kommt also garantiert keine auf. Ihr wohnt oder arbeitet in Mitte? Nichts wie hin, das ist unser neuer Lieblingslunchspot. Ihr wohnt oder arbeitet nicht in Mitte? Völlig egal, auch hin da. Begründung siehe eben.
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The Klub Kitchen | Mulackstraße 15, 10119 Berlin | Öffnungszeiten: Mo-Sa 10-19 Uhr | Facebook

Schenken mit Seele

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1986 verschenkten Wham! ihr Herz zu Weihnachten, acht Jahre später waren Mariah Carey alle Geschenke egal, und sie wünschte sich nur ihren Liebsten zum Fest. Heute finden wir, das eine oder andere Geschenk ist schon etwas Feines – sei es zum Abgeben oder zum selbst Behalten. Aber bitte mit Seele. Das Berliner Fair Fashion Label FOLKDAYS veranstaltet in der Vorweihnachtszeit mit befreundeten Marken und Machern temporäre Shops für nachhaltiges und faires Christmas-Shopping. Ein Gegenstück zum gedankenlosen Power-Konsumieren während der fetten Adventszeit. Und da sind allerhand seelenvolle Namen dabei: Beim einmonatigen Pop Up Store im FOLKDAYS Verkaufsraum in Kreuzberg mischen Fairness-Favoriten mit wie Selo mit ihren erfrischenden Kaffeefruchtgetränken, die famose Bio-Kosmetik von Und GretelConflict Food mit Lebensmitteln aus Krisengebieten oder die veganen Kondome von einhorn Condoms. Es wird also weitaus mehr zu erhaschen geben als Mode und Accessoires, und das auch nicht nur in Berlin. Ende November beherbergt die B-Lage an der Hamburger Kampstraße den Pop Up Store mit 14 verschiedenen Labels, Anfang Dezember bringt FOLKDAYS die Idee nach München. Das Allerbeste aber zum Schluss: Wir verlosen für jede der drei Locations je einen 50€-Einkaufsgutschein an die besonders fair Denkenden und Schenkenden unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚ALL I WANT FOR CHRISTMAS IS GOOD‘ und der gewünschten Stadt an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Folkdays & Friends Pop Up Shop
 | Berlin: 24.11. bis 24.12. FOLKDAYS Store, Manteuffelstraße 19, 10997 Berlin, Mo-Fr 10-19, Sa 11-18 Uhr | München: 2. bis 4.12. Freundschaftsbande, Hans-Sachs-Straße 5, Eingang Ickstattstraße, 80469 München, Fr-So 11h-19h | Hamburg: 25. bis 26.11. B-Lage, Kampstraße 11, 20357 Hamburg, Fr-Sa 11h-19h | folkdays.de

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 22. November 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Was ist das für 1 Bar?

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Wer wissen will, was in Berlin so geht, der schaut früher oder später mal bei Zitty oder tip vorbei. Das führt bisweilen zwar zu Verwirrung (Zitty, Tip, Tiity, Zippy) hilft aber am Ende eben doch dabei am richtigen Ort zur richtigen Zeit in dieser schönen Stadt aufzuschlagen. Jetzt haben die beiden auch noch selbst einen echten, gemeinsamen Ort geschaffen und damit meinen wir nicht die Redaktion, sondern – viiiiel besser – eine gemeinsame Bar. Die heimelige Neuköllner Kinski-Bar ist zu, now open ist eine Zitty-und-tip-Bar noch ohne Namen aber mit einem Versprechen: Donnerstags bis samstags kann man an der Friedelstraße 27 in Neukölln anstoßen. Womit genau und wie das alles wird, weiß keiner – die Betreiber nicht und wir erst recht nicht. Aber die Zitty meint „Ist sehr improvisiert, war eher eine Schnapsidee“. Und wir finden: Mit einer Schnapsidee sollte jede gute Bar anfangen.
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Zitty & tip Bar | Friedelstraße 27, 12047 Berlin | Facebook

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 02. November 2016 | Tags: , , , Keine Kommentare

Es gibt da einen Ort.

In unseren 2-Minuten-Interviews bitten wir regelmäßig spannende Menschen darum, uns einen magischen Ort irgendwo auf der Welt zu verraten. Nun sind wir mal dran. Auch wenn es uns ehrlich gesagt gar nicht so leicht fällt, dieses wunderbare Kleinod, diesen Ort gewordenen Himmel auf Erden preiszugeben. The Dada ist das exklusivste Ferienhaus Deutschlands. Es liegt in der ehemaligen Künstlerenklave Waldsieversdorf (daher der Name) im Naturpark Märkische Schweiz rund 50 km östlich von Berlin auf einem 900 Quadratmeter großen Wassergrundstück inmitten von Ruhe und Natur. Auf rund 140 qm luxuriöser Wohnfläche bietet ‚The Dada – Hide Away‘, wie es richtig heißt, eine neue einfache Art von Luxus für zwei bis vier Personen – mit 24 Stunden Concierge Service, edelster Ausstattung und Extras, die nicht nur das Herz höher schlagen lassen, sondern auch alles Großstadt-Hektiktrubelrauschen vergessen machen. Mit der Holzverkleidung, der umlaufenden Veranda und den zahlreichen Terrassentüren erinnert The Dada an ein amerikanisches Farmhaus oder eine luxuriöse Holzhütte in einem norwegischen Fjord. Die zwei unterschiedlich gestalteten Suiten sind mit erlesenen Möbelstücken und Accessoires von Gervasoni, Graff, Lovely Linen, SIKA Design by Nanna Ditzel oder AY Illuminate ausgestattet. Die Mahlzeiten bereitet man sich stilecht am Range Cooker von SMEG zu oder als Barbecue am FEUERRING Grill. Die passenden Weine stehen wohltemperiert im Weinklimaschrank bereit. Das private cinema bietet eine endlose Auswahl an deutschen und englischen Filmen (und Popcorn), im Spa Bereich gibt es eine finnische Sauna, Dutchtub mit Holzbefeuerung, eine Chromotherapie-Dusche, eine freistehende Badewanne, ein Gym in a Bag, Yogamatten und vieles mehr. Das Wasser im gesamten Haus ist mit Leogant quellfrisch aufbereitet. The Dada ist ab sofort für 450 Euro pro Nacht und Person buchbar. Wir sind dann mal weg.
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The Dada – Hide Away | Margaretenstr. 36, 15377 Waldsieversdorf | be-dada.com | Facebook

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 26. Oktober 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

crrrrrunch..!!

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Cornflakes? Kennt man. Fruit Loops, Smacks und Co. versüßten uns im wahren Wortsinn so ziemlich jeden Kinderfrühstücksmorgen. Aber was sind bitte Fruity Pebbles, Lucky Charms, Puffs oder Shreddies? Kennt man nicht so richtig. Zumindest hierzulande und ohne einschlägige Auslandserfahrung. All jene jedoch, die Tage, Wochen oder Monate ihrer (womöglich ewigen) Jugend damit verbrachten in den USA auf Kids aufzupassen, in Australien Farmen zu pflegen oder ganz einfach eine verdammt gute Studizeit in sonstwo zu verbringen, träumen sich crunchselig manchmal zurück in den bunten Flakehimmel. Da reicht mitunter schon die Erinnerung an bunten Hagelslag auf Toast aus dem Holland-Schüleraustausch. Diesem knackigen Gefühl sind auch drei Kölner Jungs verfallen: Max, Thomas und Mark eröffneten 2015 mit ihrer Passion für Getreideflocken den ersten Flakes Corner in ihrer Heimatstadt und jetzt – dem Getreideart sei Dank – auch in Berlin. Und sie haben sie alle. Groß, klein, fruchtig, schokoladig, einzeln oder im Menü (japp, auch als Take Away-Snacks). Neben den abgefahrensten Geschmacksrichtungen in Flockenform (Cookies’n’Cream! Marshmallows!!) kann auch die passende Milch ausgewählt werden – von Minze-, Erdbeer- oder Bubblegum-Geschmack über laktosefreie Varianten. Als Insider-Favorit der drei Gründer empfehlen wir übrigens den „Peanut Butter Lover“: Eine Mischung aus Peanut Butter Crunch und Choco Krispies, getaucht in Erdbeermilch und getoppt mit einer Malteserkugel. Das ist unanständig.

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Flakes Corner | Neue Promenade 8, 10178 Berlin | Webseite | Facebook

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 26. Oktober 2016 | Tags: , , , Keine Kommentare

Burger unser

Gute Burgerbrater gibt es da viele in der Hauptstadt und anderswo im Land. Nun jedoch hat sich in der aufstrebenden Berliner City West, im Erdgeschoss des SIR Savigny Hotel, ein Butcher eingenistet und plötzlich ist es alles anders. Besser. Der Name ist Programm: Chromstählerne Tresen, geflieste Wände und Decken, ein massiver Holztisch ohne Schnickschnack, das vor dem Fenster hängende Rind als Symbol dessen, worum es hier geht: Richtig gutes Fleisch. Seit 2012 feiern die Amsterdamer Foodies bereits den „Metzger“ und nun ist Berlin dran – weil The Butcher eben nicht einfach nur eine Burger Bar ist. Nur das exquisiteste Aberdeen Angus Beef ist für einen Butcher-Burger gut genug. Frisches Gemüse, perfekt abgestimmte Kräuter… und natürlich die streng gehütete Geheimsoße. Es geht dabei nicht um Etepetete, sondern es geht um die höchste Qualität der Zutaten. Wir empfehlen den Butcher with Cheese, einen klassischen Cheeseburger, an dem einfach alles stimmt. Von der Schmelzigkeit des Käses über die Menge der Zwiebeln bis zum handgedrückten Pattie. Oder Mama’s Meat Ball Sliders: Mini-Burger inklusive Gürkchen und Ziegenkäse. Und dazu einen fantastischen Milkshake. In diesem Sinne: I’ve got 99 problems, but the Burger ain’t one.
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The Butcher | Kantstraße 144, 10623 Berlin | täglich ab 7 Uhr geöffnet |  the-butcher.com/kantstrasse | Facebook

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 19. Oktober 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Mein Fleisch ist aus Gemüse

Es war einmal ein Landwirt, der hieß Jaap. Sein hartes, aber beschauliches Leben zwischen Kühen im ländlichen Holland freute und erfüllte ihn. Bis leider, eines Tages, schreckliche Tierkrankheiten über Holland hinwegfegten und zehntausende Schweine und Rinder dahinrafften. Jaap sollte diese Kadaver in seinen Kühlhäusern lagern – und war schockiert. Das war der Tag, an dem er beschloss, Vegetarier zu werden. Leider vermisste Jaap aber den Geschmack von Fleisch so sehr, dass er fortan nach einer Möglichkeit suchte, seine Lust am Fleisch zu stillen ohne Tiere zu essen. Jahrelang tüftelte er und experimentierte, spannte zusammen mit Spitzenköchen und fand endlich, was er selbst kaum für möglich gehalten hatte: Eine völlig neue Generation von Fleisch- und Fischalternativprodukten, die sowohl den Geschmack, als auch Biss und Textur von Fleisch verblüffend authentisch wiedergeben. Wo bis anhin Kühe, Schweine, Hühner ihr Leben lassen mussten, wurden nun proteinreiche Lupine, Soja und lokal angebautes Gemüse zu einem neuen Neo-Fleisch vermischt. Der erste vegetarische Metzger der Welt war geboren. Heute verkauft er lupenreine, geschmacksreiche und umweltverträgliche Hähnchenspieße, Burger, Frikadellen, Gambas, Hackfleisch, Speckstreifen, Thunfisch und mehr in seinem Store in der Bergmannstraße 1. So geht zeitgemäße Ernährung. Bei all der Schlemmerei vermissen wir nämlich nüscht. Guten Hunger!
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Die vegetarische Metzgerei | Konzeptstore: Bergmannstraße 1, 10961 Berlin | der-vegetarische-metzger.de | Facebook

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Power to the people!

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Wie elitär ist Mode? Und wie demokratisch ist Design? Kann Gestaltung Selbstbestimmung fördern? Das Projekt People Design des Karina e.V., Hilfe für Jugendliche in Not, stellt sich diesen Fragen auf kreative und integrative Weise. Genauer heißt das: Gemeinsam mit Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen arbeiten Designer an Editionen und fördern damit deren ganz eigenen Ausdruck. Die Jugendlichen selbst schneidern und zeichnen, verarbeiten und nähen – und bekommen eine Chance, etwas zu erschaffen, was Bestand hat und womit sie sich kunstvoll ausdrücken können. Die Kleidung und Objekte, die daraus entstehen, sind Abbild der Themen, welche die jungen Menschen beschäftigen – beispielsweise das Thema Heimat, das sich über die zweite Kollektion „Schnee im Sommer“ manifestiert. Unterschiedliche soziale und kulturelle Hintergründe verweben sich – im wahrsten Sinne des Wortes – zu textilen Stücken. Das gemeinsame Label ruft paradoxerweise dazu auf, nicht zu labeln. Denn was ist Mode? Individueller Ausdruck. Eigener Geschmack. Textile Selbstdarstellung. Wie die Heimat angezogen sein könnte, zeigt der Pop-Up Store von People Berlin. Noch bis zum 10. September können alle Interessierten an der Torstraße das Projekt, die Designer und ihre Arbeiten kennenlernen.
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People goes public: Pop-Up Store | 27.8.2016 – 10.9.2016 | Torstraße 161, 10115 Berlin | peopledesign.de | Facebook | Foto: Sebastian Mayer

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 07. September 2016 | Tags: , , , , , Keine Kommentare

Stell dir mal vor…

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Mein Gott ist die Uckermark schön! Unzählige Seen, weiche Hügel, zauberhafte Alleenstraßen und die Weiten unberührter und vor allem sehr sehr grüner Endmoränen-Landschaft. Und das alles einen Kieselsteinwurf von Berlin entfernt. 80 Kilometer Weg, der gut eine Stunde Zeit mit Auto oder Bahn dauert, benötigt man bis ins Herz der Idylle. Wir haben ein ganz besonderes Örtchen entdeckt, das größte Kleinod im grünen Paradies, wenn man so will. Das Herrenhaus Röddelin, ein stattliches Haus mit Garten aus dem späten 19. Jahrhundert hat fünf Zimmer, fünf Bäder, zwei Gemeinschafts-Wohnzimmer, eine Küche, Terrasse und mehr. Der gestaltete Garten verbindet das modern ausgestattete Haus direkt mit dem anliegenden Röddelinsee. Was für ein Ort um mit den Liebsten und Besten eine entspannte Urlaubswoche zu verbringen oder einfach für ein paar Tage die Seele baumeln zu lassen. Wer auf kreative Gedanken kommen möchte, kann das Herrenhaus neben der privaten Nutzung auch für Meetings außer Haus, geschäftliches Köpfezusammenstecken, Workshops oder Yogaretreats anmieten. Ach und heiraten kann man natürlich auch. Praktisch, da hat man Schwiegermutter samt Gefolge dann direkt schon mit im Haus. Also weit genug weg einquartiert versteht sich, denn die 320 Quadratmeter bieten ordentlich Platz. In harten Fakten: traumhafte Idylle, wunderschönes Haus mit Schlaf- und Wohngelegenheit für bis zu 10 Personen ab 1.500€/ Woche. Wir kommen!
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Herrenhaus Röddelin |  herrenhaus-roeddelin.de | Röddeliner Dorfstrasse 26, 17268 Templin-Röddelin | willkommen@herrenhaus-roeddelin.de

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 24. August 2016 | Tags: , , , Keine Kommentare

Auf der Stelle!

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Was haben Lady Gaga, David Beckham und Lena Dunham gemeinsam? Alle drei bewegen sich verdammt gerne verdammt schnell auf der Stelle. Die Fitness-Revolution Indoor-Cycling, die in den USA ihren Anfang nahm, gibt es seit neuestem auch in Deutschland. Dabei geht es um weitaus mehr als Fahrradfahren auf der Stelle. Hier steht nicht allein der Sport im Vordergrund, sondern das gemeinschaftliche Happening und Lebensgefühl. BECYCLE aus Berlin verwandelt in seinem ersten Studio in der Brunnenstraße die auspowernde Cardio-Fitness in eine elektrisierende Elektro-Party. Beats von angesagten Berliner DJ’s sind auf das jeweilige Workout abgestimmt. Motivierende Trainer aus LA, New York und London inspirieren zu sportlichen Höhenflügen. Und alle so: Yeah! Jetzt muss man also nicht mal mehr beim Sport auf Clubfeeling verzichten oder anders herum, man muss nicht mal mehr im Morgengrauen an der Katertür warten um den Rhythmus der Stadt in die Glieder zu jagen. Der nämlich überträgt sich bei BECYCLE wie von selbst auf die Pedale und befeuert uns mit ansteckender Energie. Neben dem Spinning, das den Kern des Angebots bildet, kann man sich zu den neuesten Trends aus dem Bereich Core-Training stählen, sich beim Barre an der Ballettstange oder beim Yoga in unterschiedlichen Formen auspowern und erden. Die Kurse finden über den ganzen Tag verteilt statt und können einzeln über die Website gebucht werden. Eine Mitgliedschaft ist nicht notwendig. Das Leihen der Spinning-Schuhe ist übrigens im Kurspreis enthalten, Wasser, Shampoo, Handtücher und andere Annehmlichkeiten sind ebenfalls kostenlos. Haben wir schon erwähnt, dass das Studio auch noch unfassbar gut aussieht und sich mindestens genauso anfühlt? Unverputzte Wände, Holz, Wellnessduschen mit Leogant aufbereitetem Wasser und ein modernes Sound-System lassen fast schon Design-Hotel Flair aufkommen. Keine Frage, das Ding läuft, äh fährt, dreht, egal! Und zwar vollkommen zurecht.
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BECYCLE | Brunnenstr. 24, 10119 Berlin | becycle.de | Photo: Mike Fuchs

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 13. Juli 2016 | Tags: , , , , , Keine Kommentare

Oh, wie schön…

Panama liegt an der Potsdamer Straße. Und zwar im Hinterhof eines ehemaligen, backsteinigen Fabrikgebäudes. Hübsch ist es da. Hell und strahlend. Ein bisschen sieht es da aus wie Urlaub. Und es riecht so richtig gut. Warum also in die Ferne schweifen? Hin da. Und zwar zum Essen und Trinken. Das Panama ist nämlich der dritte gastronomische Streich der Foodies vom Contemporary Food Lab. Nach dem ‚Katz Orange‘ in Mitte und dem Kreuzberger Deli ‚Candy on Bone‘ haben die interdisziplinären Visionäre mit diesem Restaurant- und Barprojekt eine Hommage geschaffen an die Utopie von Illustrator Janosch: Mit »Oh, wie schön ist Panama« erfindet dieser einen Ort, der einerseits das Fernweh entflammt, anderseits sich wohlig anfühlt wie zuhause. In diesem Realität gewordenen Traum inmitten der höchsten Berliner Gallerie-Dichte gibt es nicht spezifisch panamaische Gastronomie, also keinen Huhn-Gemüse-Eintopf und auch keine gekochten Maniokstücke. Aber es gibt Gerichte, die das Bekannte mit dem Neuen, Überraschenden verbinden. Serviert werden sehr wohl die heimische Salzwassergarnele oder das altbekannte, deliziöse Duroc-Schweinchen. Aber kombiniert werden sie mit Heidelbeere, Vanille oder Rhabarber. Es finden sich verfeinernde Zimtblüten, Häuche von Kurkuma, geräucherte Nussnoten und glühende Rote Bete unter den Zutaten – und entlocken Vertrautem ganz neue Aromen. Kopfsalat zum Nachtisch? Aber sicher. Mit Passionsfrucht, dunkler Schokolade und Koriandersaat für 8 Euro. Da zitieren wir gerne den Wahlspruch des Kleinstaates Panama: »Pro Mundi Beneficio«, »Für das Wohl der Welt«. Und auf das eurige!
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Panama | Potsdamer Straße 91, 10785 Berlin | Di-Sa ab 17 Uhr | +49 (0)30 983 208 435 oder hello@oh-panama.com | oh-panama.com | Photo: Philipp Langenheim & Corina Schadendorf

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 29. Juni 2016 | Tags: , , Keine Kommentare

Jubeltrubel!

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Was war das für ein Fest vor zwei Jahren, ein Rausch! Mitten auf der Berliner Torstraße errichteten wir einen riesigen weißen Zendome, zimmerten Tribünen und Sitzgelegenheiten aus eigenhändig lackierten Europaletten, hissten hunderte selbstgeschnittene Wimpelflaggen, installierten Bar, Kicker und Tischtennisplatte, servierten wechselndes Streetfood oder liebevoll handgebrutzelte Brat- und Tofuwürste. Der Rest ist Geschichte, Deutschland Fußball-Weltmeister, der vierte Stern am Revers. Keine Frage, unser muxmäuschenwild WM STUDIO war und ist eines unserer Alltime Highlights. Und schwups ist 2016, die Europameisterschaft hat begonnen und wir haben kein eigenes Public Vieving am Start. Leider, oder Gott sei Dank? Denn so können wir uns ganz entspannt und mit einem kühlen Bier in der Hand an den schönsten Schau-Plätzen unserer Freunde voll und ganz auf das Spiel konzentrieren. Als da wären: Das ELF FREUNDE EM Quartier ist gesetzt und bespielt mit dem Astra, dem Lido und dem Binuu gleich drei strategisch wichtige Positionen im zenralen Mittelfeld. Unser Leitwolf, wenn man so will. (Entschuldigung, habt ihr bitte mal die Fassade des Lido in Augenschein genommen!?) Stammplatzgarantie wegen großartig. Auch toll und ebenso turniererfahren die DIM Arena in der Kreuzberger Oranienstraße. Auf dem Hinterhof der ehemaligen Blindenanstalt hat Die Imaginäre Manufaktur, die in Fußball freien Zeiten vor allem für Design mit sozialem Anspruch bekannt ist, ein schlagkräftiges Team aus behinderten und nicht behinderten Menschen zusammengestellt. Auf großer Leinwand wird bei Grillgut und Getränk ausgelassen geguckt und gefeiert. Last not least und ganz neu im Team: der Baustellen Biergarten unserer Freunde von BRLO, die direkt am Park am Gleisdreieck demnächst ihr eigenes BRLO BRWHOUSE eröffnen. Frisch jezapftet Craft Beer und Fußball? We have a match! So, und nun heißt es Daumen drücken für Schland, Polen oder wem auch immer ihr die Fahne haltet. Möge das beste Team gewinnen und am Ende Thomas Müller das Siegtor schießen. Olé!
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ELF FREUNDE EM Quartier | Astra, Lido, Binuu | 11freunde.de | DIM Arena | Oranienstr. 26, 10999 Berlin | dim-arena.berlin | BRLO BRWHOUSE Biergarten Baustelle | Schöneberger Str. 16, 10963 Berlin | Facebook

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 15. Juni 2016 | Tags: , , , , , , , , Keine Kommentare

Essen in der Zukunft

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Das Roy&Pris am Weinbergspark in Berlin-Mitte hat rund drei Jahre zu früh eröffnet. Warum das so ist, erklären wir gleich. Erst einmal sagen wir kurz, dass im neuen Restauranthighlight der Berliner Gastronomen Axel Burbacher-Burzin und Guanfeng ‚Afon‘ Guan so mit das beste Dim Sum (also kleine Gerichte, die das Herz berühren) westlich der chinesichen Mauer zubereitet wird. Oktopussalat mit Rhabarber und Radieschen beispielsweise oder der vegane Lilienblütensalat. Letzterer ist so frisch, knackig, lecker und mit einer leichten zitrusfrischen Note abgeschmeckt, dass man glatt Gefahr läuft, beim nächsten Geburtstag herzhaft in den wohlig duftenden Strauß beißen zu wollen. Außerdem auf der Karte: Fleischiges wie Schweinerippchen, Lamm oder Ente, Vegetarisches, Lachs-Sashimi oder die fabulösen Man Tous, das sind kleine Hefeteigtaschen zum Selberfüllen und Belegen – beispielsweise mit butterzartem Schweinebauch, Pulled Duck oder Aubergine. Zwei bis drei dieser kleinen und mit 7 bis 12 Euro nicht ganz günstigen Leckereien schafft ein ausgewachsener Großstädter. Noch mehr Spaß macht es Family Style-mäßig in großer Runde. Nun zum Ambiente und damit zur eingangs erwähnten Terminhuddelei. Roy und Pris sind zwei Hauptcharaktere aus Ridley Scotts überlebensgroßem Debütwerk BLADE RUNNER aus dem Jahre 1982. Der Film spielt im Los Angeles der Zukunft und zeichnet ein düsteres neondurchtränktes Bild. Künstliche Lebewesen wie Roy und Pris sind damit beauftragt, neue Lebensräume zu erschließen, zumindest so lange, bis sie vom Blade Runner alias Harrison Ford gejagt und „in den Ruhestand versetzt“ werden. Überall flimmert Werbung und Licht. Das Setdesign und die Ausstattung des Films sind bis heute unerreicht und stilprägend. Unzählige Designer, Grafiker, Modedesigner, Fotografen und dergleichen mehr haben sich am visionären Look orientiert. Der Film sorgt so quasi selbst dafür, dass ein Teil seiner fiktiven Zukunft tatsächlich Realität wird. So geschehen im Januar dieses Jahres, als das Roy&Pris erstmals die Tore öffnete. Gemeinsam mit dem großartigen Designstudio ett la benn und dem Künstler Darius Ghanai, der als Titel- und Corporate Designer für Kinofilme wie Good Bye Lenin, Das Parfum oder Don’t Come Knocking verantwortlich war, schufen die Macher ein Stück Blade Runner Wirklichkeit. Mit einer Mischung aus Zwielicht, Düsternis, riesigen Sternenbildern und neonfarbenen Leuchtfäden, die sich durch den Raum ziehen, entsteht eine Spannung, die gleichzeitig entspannt, obwohl die gewohnte Ordnung ausgesetzt wird. Die Neon Installationen kommen natürlich von unseren Lieblingen von sygns. Das. ist. nicht. von. dieser. Welt. Oder eben nicht aus dieser Zeit. Blade Runner spielt nämlich im Jahr 2019. Und damit schließt sich der Kreis. Wir wünschen frohes Speisen und Genießen im Hier und Jetzt von übermorgen.
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Roy&Pris Starkitchen | Weinbergsweg 8a, 10119 Berlin Mitte | tägl. 12-24 Uhr | royandpris.com | Photo: Roy&Pris

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 08. Juni 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Kringelingeling

Wenn wir mal gnädig über blondondulierte Präsidentschaftskandidaten mit Intellekt-Allergie und ein paar andere Kleinigkeiten hinwegsehen, sind wir uns einig: Viel Gutes kommt aus Amerika. Was Homer Simpson, Dexter Morgan und – dem Klischee nach – unzählige amerikanische Polizeibeamte schon längst wissen und in die Welt tragen: Zum Besten aus den Staaten gehört der amerikanische Lochkrapfen, landläufig Donut genannt. Berlin wäre jedoch nicht Berlin, wenn es hier nicht eine zeitgemäße Adaption des süßen Hefeteiggebäcks mit Glasur gäbe. Vergangenes Wochenende haben die Back-Passionierten Bram und Jessica am Maybachufer den ersten veganen Donut-Laden Europas eröffnet. Was als einfaches Mitbringsel an eine Geburtstagsparty startete, wurde für die beiden Kringelfreunde nun zu einem festen Business. Nachdem die kreativen Kreationen von Jessica und Bram bereits einige Male auf Märkten Anklang fanden, haben sie nun mit dem kleinen Café ihren bunten Traum erfüllt. Die ellenlange Schlange beim Opening und die fröhlich-verzweifelte Nachricht auf Facebook  um 16 Uhr – „We are sold out of Donuts for now“ – zeigen: Es gibt einen Donut jenseits des Trieffetts! Die 29 Varianten von Brammibal’s Donuts, von Spekulatius, Schokolade mit Brezel über Matcha bis zu Blaubeer-Vanille und veganem Speck mit Kokos entbehren aller tierischen Bestandteile und Zusatzstoffe, nicht aber großartigen Geschmacks. Howdie, that’s finger licking awesome oder so ähnlich!
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Brammibal’s Donuts | Maybachufer 8, 12047 Berlin | Di-Fr 8-18 Uhr, Sa&So 10-20 Uhr | brammibalsdonuts.com Facebook

MMW_Donut

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 25. Mai 2016 | Tags: , , , , , Keine Kommentare

Chez Maurice

Wir waren essen in unserem Lieblingsrestaurant direkt ums Eck in der Bötzowstraße 39. Am Nachbartisch saß eine Dame mittleren Alters – ebenfalls Stammgast genau wie wir – im farbigen Kostüm nebst Begleitung. Sie unterhielten sich angeregt alltäglich während wir intensiv die übersichtliche Karte des Chez Maurice studierten. Übersichtlich bedeutet, dass es neben den Vorspeisen wie Thunfischtartar in Spargelemulsion, gratinierter Zwiebelsuppe oder warmem Ziegenkäse jeweils nur sechs Gerichte zu bestellen gibt. Rind ist dabei, Fisch, zwei helle Fleischkreationen und ein vegetarisches Gericht. Dazu der Alltime Favourite Blutwurst mit in Thymiankaramell glasierten Apfelspalten, Zwiebelmarmelade und Kartoffelpüree. Mittags gibt es sogar noch ein günstiges Zwei- oder Dreigang-Menü mit marktfrischen, saisonalen Gerichten. Der Auswahlstress ist unbegründet, denn egal was man bestellt, alles ist auf den Punkt, perfekt komponiert, herrrlich einfach und dabei so raffiniert. Chez Maurice wurde 1997 als Wein- und Feinkosthandlung eröffnet, um direkt importierte Weine von kleinen französischen Weingütern zu fairen Preisen anzubieten. Inzwischen ist der Gastraum etwas gewachsen, aber noch immer türmen sich die Weinflaschen bis zur Decke in die nostalgische Einrichtung – nix Moderne, nix Schischi, dafür ganz viel Substanz. Die Atmosphäre erinnert eher an ein Essen mit Freunden in einem nicht so gehypten Pariser Stadtteil als an einen Restaurantbesuch im verkehrsberuhigten Prenzlauer Berg. So geht Erlebnisgastronomie. Am Ende sind wir satt und glücklich vom guten Essen, sagenhaften Weinen und dem Gefühl des perfekten Abends in lockerer Runde. So geht es auch der Dame am Nachbartisch. Sie verabschiedet sich mit einem beschwingten „Tschüssiii“ in die Runde. Nach ein paar Minuten stürmt sie noch einmal herein. Sie hat etwas vergessen. Irgendwelche wichtigen Unterlagen, die sie extra im Kassentresen hatte einschließen lassen. Kann ja mal passieren. Sie lacht sich herzlich scheckig über ihre eigene Vergesslichkeit und winkt fröhlich, bevor sie in den schwarzen Audi steigt, der vor der Tür wartet. Keine Bodyguards, kein Rummel, kein Stress, nur „Maurice“, Angela Merkel und richtig gutes Essen. Bis zum nächsten Mal.
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Chez Maurice | Bötzwostraße 39, 10407 Berlin | Öffnungszeiten: täglich 18-23 Uhr, Mittagstisch: Di-Sa 12-15.30 Uhr, Sa. 12-15 Uhr | chez-maurice.com

MMW_Chez-Maurice.

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 18. Mai 2016 | Tags: , , , Keine Kommentare

Wo die wilden Kerle saufen

Naturweine spalten die Geister. Nach Erde würden sie schmecken, nach getragenen Wollsocken riechen, meinen die einen. Next! Die anderen wissen, dass Qualitätswein keine Zusatzstoffe braucht. Dass es auch in der wachsenden Naturwein-Familie schmackhafte, edle Tropfen gibt, die sich geschmacklich durch nichts von Top-Weinen inklusive Additiven unterscheiden. Man muss sich eben auskennen. Und Bock haben, seinem Gaumen, seinem Gewissen und seinem Schädel Gutes zu tun. So wie Ramses, Oscar und Tom. Die zwei Mexikaner und der Norweger sind die unprätentiösen Kenner-Köpfe hinter der neuen Naturwein-Bar ‚Wild Things‘ an der Weser-Ecke-Elbestraße im schönen Neukölln. Und sie sind auch die Jungs, die hinter ‚Industry Standard‘ stehen, dem Restaurant mit Bar, das sich der richtig guten, ganzheitlichen, mediterran inspirierten Küche verschrieben hat. Nun denken sie das Konzept weiter: Wer sich an den schmackhaften Menus im Standard sattgegessen hat, tapst künftig einfach ein paar Meter weiter und lässt sich zum gepflegt-genussvollen Weitertrinken in der zusammengezimmerten Bar nieder, in der sich alles um Weine dreht, die außer großartigen Trauben nichts zu bieten haben. Glücklicherweise. Wie wunderlich, dass sich viele Zeitgeister bei ihrem Essen so viele Gedanken um Herkunft, Verarbeitung und ökologische Produktion machen – aber beim Wein? Schmecken muss er. Punkt. Und ganz ehrlich, weil wir haben es getestet: Das tut er auch ohne Sulfite. Ohne Zucker. Ohne Pestizide. Ohne Fungizide. Ohne den ganzen added bullshit. In der improvisiert charmanten Bar mit Popcorn-Maschine kann man sich nun selbst davon überzeugen und sich vom weltumspannenden Wild Things-Team betüdeln lassen. Trinken soll man. Nicht lange labern, meinen die Jungs. Ein Wein soll für sich selbst sprechen. Als sehr willkommener Nebeneffekt murrt übrigens auch die Katze am nächsten Morgen nicht so laut nach einer langen Naturwein-Nacht. Denn der Kater entsteht in der Regel durch die bösen Zusatzstoffe. Hier geht es einfach nur um eins: Guten Wein. Oder, wie Mit-Besitzer Ramses sagt: ‚It’s just a bunch of pressed grapes, and that’s it‘.
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Wild Things Naturwein-Bar | Weserstraße 172, 12045 Berlin | täglich von 18 bis 2 Uhr geöffnet | Facebook

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 11. Mai 2016 | Tags: , , , Keine Kommentare