Der Dialog

„ER SIE ICH“ ist ein waghalsiges Experiment der Regisseurin Carlotta Kittel. Am 8. März zeigt das City Kino Wedding ihren erfolgreichen Abschlussfilm der Filmuniversität Babelsberg. Nachdem ihre Mutter schwanger wurde mieden sich beide Elternteile und hatten die gesamten 25 Jahre nur sporadischen Kontakt. Auf der Suche nach Antworten interviewt Carlotta ihre Mutter Angela und ihren Vater Christian getrennt voneinander. Als sie ihnen die Aufnahmen der jeweils anderen Person zeigt, entsteht eine Dynamik zwischen den beiden Eltern, ohne dass sie sich tatsächlich begegnen. So ist ein spannender Film über gefühlte Wahrheiten und wahre Gefühle entstanden. Die Eltern reden offen und schonungslos über enttäuschte Erwartungen, über ihre Vorstellungen von Beziehung, Glück, Familie und Liebe. „ER SIE ICH“ ist ein Film über die Macht, die eigene Geschichte zu erzählen, und die Machtlosigkeit, eine zweite Version dieser Geschichte zu verhindern. Ein Gespräch, das nie geführt wurde. Mit dem Film möchte die Regisseurin einen Austausch schaffen, der Empathie und Distanz ermöglicht. Diese Dynamik prägt letztlich jede Beziehung. Bei der Vorstellung wird Carlotta Kittel zu einem ausführlichen Filmgespräch anwesend sein. Mit ein wenig Glück habt ihr die Chance auf 1×2 Freikarten. Schreibt uns dazu wie gewohnt eine Mail mit dem Betreff ‚Experiment‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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ER SIE ICH | Do, 08.03.18, 19 Uhr | City Kino Wedding, Müllerstraße 74, 13349 Berlin | partisan-filmverleih.de/filme/er-sie-ich | Facebook | Tickets 7€

AUSZEIT im EISZEIT

Was wäre Berlin ohne seine Kultstätten?! Ursprünglich 1981 in Schöneberg gegründet, versteckt sich das EISZEIT Kino seit 1985 im 1. Stock des 2. Hinterhauses an der Zeughofstraße 20 im Wrangelkiez. Es war Kennern stets als das beliebte Programmkino mit den etwas anderen Filmen bekannt. Mit der Wiedereröffnung im Sommer 2016 an gleicher Stelle, nur mit direktem Eingang zur Straße und einem dritten Kinosaal, erhält der Kiez einen der angesagtesten Orte für Underground zurück. Der Umbau erschuf einen besonderen Kino-Ort, an dem man sich aufhalten mag, an dem Begegnungen und Gespräche stattfinden können, mit einem Programm, das Stellung bezieht. Gerade in Zeiten von Netflix und Heimkinoequipment muss das Kino neue Wege gehen und alte Stärken wiederentdecken. Das neue EISZEIT hat ein Charakter-Programm, eine richtige Bar und eine offene Bistroküche samt schniekem Gastraum (klingt jetzt viel unspektakulärer, als es ist) für kulinarische Genüsse vor und nach dem Film. Der argentinische Chefkoch Germán Gonzalez sorgt mit einer feinen Auswahl an kleinen, mediterran und südamerikanisch inspirierten Gerichten für eine Auszeit im EISZEIT. Das Kino ist ein Kulturtreffpunkt und Wohnzimmer der Filmkunst zugleich. Dunkle Kacheln, warme Rottöne und dunkle Holzpaneele aus einem alten Brandenburger Bauernhaus laden zu langen Kreuzberger Nächten ein. Wir verlosen 2×2 Freikarten für eine Vorstellung eurer Wahl an die ausgemnachten Cineasten unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚WO IST DIE NUSS?‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Eiszeit Kino | Zeughofstrasse 20, 10997 Berlin | Öffnungszeiten: Mo-Fr ab 10 Uhr, Sa-So 30 Minuten vor der ersten Filmvorführung, Küche tägl. ab 18 Uhr, Bar Mi-Sa ab 20 Uhr | Tickets & Program | Facebook

Es werde LUX!

Wer Kino liebt, liebt Yorck. Seit nunmehr vierzig Jahren sind die kleinen, manchmal schrägen, immer besonderen Programmkinos der Yorck-Gruppe der Garant für Filmunterhaltung mit Niveau in der Hauptstadt. Mit der ganz eigenen Mischung aus liebvoll ausgewählten Indipendent-Produktionen, besonderen Dokus, originalsprachigen Filmen und internationalen Kassenschlagern jenseits des erwartbaren Popcorn-Geballers überlebte Yorck nicht nur das Erstarken und Sterben der Multiplexe, sondern ist inzwischen mit zwölf Kinos und zwei Freiluftkinos Berlins größter Kinobetreiber. Heute Abend nun und morgen ganz offiziell eröffnet im alten neuen Berliner Westen, in einer unscheinbaren Passage zwischen C|O Berlin und Kantstraße ein Kino, das den gesamten Kosmos der Yorck-Magie auf den Punkt bringt. Sieben Säle zählt das neue Flaggschiff, jeder ist in einer anderen Farbe gehalten. Glitzervorhänge, Teakholz und Lampen aus dem alten Gloria Palast sorgen für den besonderen Rahmen um den Rahmen. Das Highlight jedoch sind die spektakulären LED Lichtleisten (es heißt ja nicht umsonst LUX), die jedem Saal von winzig bis groß seine ganz eigene Atmosphäre verleihen. Besonders bequeme und geräumige Sessel sorgen für ein dem Namen entsprechendes LUXuriöses Kinoerlebnis. Genug der Namenswitze! In der Eröffnungswoche laufen unter anderem der chilenische Film „Una mujer fantástica“, der im Februar im Berlinale-Wettbewerb lief, „David Lynch – The Art Life“, der neue Klimaschutz-Film des ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore „Eine noch immer unbequeme Wahrheit“ und die französisch-belgische Komödie „Barfuß in Paris“. Die große Eröffnungsgala heute Abend u.a. mit Dieter Kosslik und Iris Berben als Festredner und einem Live-Gig von Christian Friedels ‚Woods of Birnam‘ organisieren übrigens wir von muxmäuschenwild mit unserer Event-Crew. :) #stolzwiebolle
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delphi LUX | Kantstr. 10, 10623 Berlin | ab 07. September täglich | yorck.de | Facebook | Foto Credit: Yorck Kinogruppe/Adrian Schulz

Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 05. September 2017 | Tags: , , , , , , , , , Keine Kommentare

Das Ende der Fleischeslust

Was dem Deutschen seine Wurst, ist dem Türken sein Kebab, dem Wiener sein Schnitzel und so weiter und so fort. Wir wagen an dieser Stelle mal eine steile These: der Konsum von Fleisch, wie wir ihn kennen, hat keine Zukunft. In nicht allzu ferner Zeit werden wir kein Fleisch mehr von für diese Zwecke produzierten Lebewesen essen. Das hat ethische Gründe, das hat ökonomische Gründe und das hat vor allem ökologische Gründe. The End Of Meat is not here, but it’s near. Doch was dann? Wie schmeckt der Döner in Zukunft, auch wenn er nicht mehr vom Dönertier stammt? Wie wirken wir dem Aufschrei der Empörung vor Entmündigung und Mangelernährung entgegen? Wie soll das überhaupt gehen – ganz ohne Fleisch? Oder bedeutet „ohne“ vielleicht auch gar nicht „ohne“, wenn das Eisbein ganz organisch im Labor entsteht? Das Dokumentarfilm-Projekt „The End Of Meat“ spürt genau diesen Fragen nach. Filmemacher Marc Pierschel wagt den Blick in eine Zukunft ohne Fleisch sowie deren Auswirkung auf Umwelt, Tiere und uns selbst. Er spricht mit Pionieren der veganen Revolution in Deutschland, besucht die erste vegetarische Stadt in Indien, begegnet geretteten „Nutztieren“ in Freiheit und trifft auf Wissenschaftler, die am tierfreien Fleisch forschen, das den 600 Milliarden schweren, globalen Fleischmarkt revolutionieren soll. Der Film wurde per Crowdfunding finanziert und feiert am 3. September Kinopremiere. Alle Termine und Spielzeiten gibt es hier. Die feierliche Premiere mit hochkarätigen Gästen steigt am 26. August im Berliner Kino Babylon. Tags darauf wird bei der Konferenz diskutiert. Mit dabei sind so illustre Köpfe wie Philosoph Richard David Precht oder Dr. Marco Springmann, der an der Universität Oxford am Programm zur Zukunft der Ernährung arbeitet. Wir verlosen 2×2 Plätze auf der Premieren-Gästeliste an die besonders carnivoren unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚BITE‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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The End of Meat | Premiere am 26.08.2017, 20 Uhr | Babylon Kino, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin | Tickets | theendofmeat.com | Termine

Gaza Shore

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Ein Hafen, an dem längst keine Schiffe mehr anlegen. Ein Flughafen, der von keinem Flugzeug mehr angeflogen wird. Fast niemand, der reinkommt. Und noch weniger, die rausgehen. Das ist der Gazastreifen. Zwei Millionen Menschen wohnen hier auf engstem Raum, zwischen Ägypten und Israel. Doch auf einer Seite, im Westen, tut sich ein kleiner Streifen Freiheit auf: Eine Strandlänge lang und sechs Meilen breit – bis zur israelisch kontrollierten Grenze. Dieses kleine Stück nehmen sich die Surfer von Gaza. Für die Dauer einer Welle ist der Ausnahmezustand ausgeblendet. Diese Momente, die Menschen dahinter und ihre Geschichten hat Regisseur Philip Gnadt in einen außergewöhnlichen Film gepackt, „Gaza Surf Club“. Am 30. März feiert der Film Premiere in Berlin – und das ist zugleich die erste Vorstellung im neuen Klick Kino. Das geschichtsträchtige Lichtspieltheater am Stuttgarter Platz macht nämlich nach mehrjähriger Filmpause wieder auf. Und zur Feier des Tages verlosen wir 2×2 Karten für das Kino Klick an die besonders Wellentauglichen unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „EVERY BREAKING WAVE“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Gaza Surf Club | Berliner Filmpremiere: Kino Klick, Windscheidstraße 19, 10627 Berlin | www.gazasurfclub.de | Facebook | Youtube

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 28. März 2017 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Wolf ab!

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Sieh dich nicht um, ein Wolf geht um! Stimmt, es ergibt auch vielmehr Sinn, nach vorne zu schauen – in Richtung Leinwand nämlich. Nach sechs Jahren Ideenschmieden, Crowdfundinganheizen, Aufreißen, Runterreißen, Rausreißen, Putzen, Bauen und Streichen hat der Wolf, das neue Kino im Herzen Neuköllns, eröffnet. Und dieser Wolf hat es in sich. Er ist nicht nur Filmvorführungsstätte und Bar, sondern eine Heimat für alle Filmliebhaberinnen und Zelluloid-Aficionados. Neben zwei Kinosälen beherbergt er ein Studio zum experimentellen Umgang mit und zum Diskutieren über Bewegtbild. Gearbeitet wird an einer Postproduktionsstätte mit Farbkorrekturstudio, damit der gesamte Kreislauf des Films hier ein Zuhause finden kann. Das Programm ist ein kaleidoskopischer Blick auf die Filmgeschichte und -zukunft. Gezeigt werden Neuerscheinungen, Filme ohne Verleih, spezielle Reihen, Dokumentarfilme, Festivallieblinge und Retrospektiven. Der Ort allein ist schon gefüllt mit Geschichte. Die Räumlichkeiten an der Ecke Weser- und Wildenbruchstraße beherbergten in den vergangenen Jahren schon eine Buchbinderei, einen Waschsalon, ein Bordell – und eine Bäckerei. Willkommen in Neukölln! Am 25 März steigt übrigens die WOLF EDITION #1 ein Workshop zum Thema „Kino der Zukunft“ mit Regisseurin, Performance-Künstlerin und Musikerin Josephine Decker. Frage: „Wie kann ein Film sowohl unser Bewusstsein, als auch unser Unterbewusstsein ansprechen?“ Der Wolf weiß es.
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Wolf Kino | Weserstraße 59, 12045 Berlin | wolfberlin.com | Facebook | Foto: Uli Kohl

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 07. März 2017 | Tags: , , , , , , , , Keine Kommentare

Der Tag hat 54 Stunden

Spannung und Romantik, Besinnung und Action, Wut, Freude, Liebe, Trauer, Schrecken und Langsamkeit. All das passt kaum in einen normalen Tag. Aber ein normaler Tag hat auch nur 24 Stunden. Ein Berlinale-Tag hat jedoch 36 Filme. Macht bei einer durchschnittlichen Spieldauer von mindestens 90 Minuten also rund 54 Stunden Filmvergnügen. Ab dem 9. Februar heißt es wieder: auf zum cineastischen Freudenfest! Durch den filmischen Dschungel hilft nur eins: Auswahl. Wir haben versucht eine zu treffen und empfehlen zum Beispiel „Back for Good“ von Mia Spengler, den Eröffnungsfilm der Perspektive Deutsches Kino 2017. Es ist die Geschichte einer Mutter und ihrer zwei Töchter, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Ein gescheitertes Reality-TV-Sternchen und eine gemobbte Epileptikerin. Der Film ist berührend, aber scharf an den Kanten, brutal menschlich und dabei herzerwärmend. Als Eröffnungsfilm des ganzen Festivals wird „Django“ von Etienne Comar gezeigt. Er nimmt uns mit ins Frankreich zur Zeit der deutschen Besatzung. Allabendlich betört der Sinti Django Reinhardt die Pariser mit seiner Gitarre und wähnt sich ob seiner Popularität in Sicherheit – aber um unverschont zu bleiben, soll er sich politisch instrumentalisieren lassen. Django trifft eine lebensverändernde Entscheidung… In eine ganz andere Welt entführt uns Sally Potter mit ihrem beklemmenden zeitgenössischen Schwarz-Weiß-Film „The Party“. Was als Feier einer Beförderung gedacht war, entwickelt sich immer mehr zu einer Gift und Galle spuckenden Abendgesellschaft. Eine geistreiche englische Komödie wird zum explosiven Drama. Ein bemerkenswerter Klassiker ist „Canoa“. Regisseur Felipe Cazals, der beim Screening am 11.2. anwesend sein wird, hat 1976 eine hochdramatische Geschichte erzählt, die auf wahren Begebenheiten beruht – und damit damals schon einen Silbernen Bären eingeheimst. Seine Darstellung eines fanatischen Hasspredigers, dessen Hetzreden gegen „kommunistische Aufwiegler“ in einer Orgie der Gewalt endet, erinnert schal an geifernde Zeitgenossen. Genau das kann Kino: Die Vergangenheit zur Gegenwart machen, die Zukunft herbeibeschwören und die Welt in Bilder packen.
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Berlinale, 67. Internationale Filmfestspiele Berlin | 09.-19.02.2017 | www.berlinale.de | Foto Credit: Velvet Creative Office © Internationale Filmfestspiele Berlin

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Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 07. Februar 2017 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Hinterm Mond

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Neil Armstrong ist ein Held. Am 21. Juli 1969 betrat er schließlich als erster Mensch den Mond. Aber so wie Batman nicht ohne Robin kann, Wilhelm Tell nicht ohne Walter und Edward Snowden nicht ohne Russland, kam auch Armstrong nicht durch eigene Kraft zu seinem Heldenstatus. Regisseur Theodore Melfi erzählt in ‚Hidden Figures – Unbekannte Heldinnen‘ die Geschichte von Katherine Johnson, Mary Jackson und Dorothy Vaughn, die eine wichtige, aber bis dato unbeachtete Rolle in der Entwicklung des Armstrongschen Heldenepos hatten. Diese drei Afroamerikanerinnen arbeiteten während des Zweiten Weltkriegs für die NASA – und das nicht etwa als Sekretärinnen („Yes, they let women do some things at NASA, and it’s not because we wear skirts, but because we wear glasses“), sondern als Ingenieurinnen und Mathematikerinnen. Mit ihrem Beitrag erbrachten sie die notwenige Rechenleistung, um die Mondmission überhaupt umsetzbar zu machen, die Astronauten sicher ins All und auch wieder zurück zu bringen. Autorin Margot Lee Shetterly erzählte die Geschichte dieser Frauen bereits in einem Sachbuch, nun wurde der Stoff verfilmt – und das so erfolgreich, dass drei Oscarnominierungen ins Haus stehen. Heldenepen sind eben, wie immer, nur eine Perspektive auf die Geschichte.
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Hidden Figures | Starttermin: 02.02.2017 | Trailer

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 31. Januar 2017 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

…außer man tut es.

Nur 4% der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt werden von Frauen geleitet. Nur 3% der Technologie-Startups werden von Frauen gegründet. Und Frauen erhalten weniger als 10% aller Risikokapital-Investitionen. Woher wir das wissen? Von der aufschlussreichen Dokumentation „She started it“. Zwei Jahre lang begleitete die französische Journalistin Nora Poggi mit ihrem Team erfolgreiche, junge Frauen im Startup-Universum, jetzt tourt die spielfilmlange Doku durch die Welt und präsentiert fünf Gründerinnen unter 30, die für inspirierende Idole herhalten können: Die 28-jährige Vietnamesin Thuy Truong zum Beispiel, die im Namen ihrer eigenen Firma aus dem Silicon Valley Mobile Apps entwickelt. Oder Brienne Ghafourifar, die bereits mit 18 Jahren über eine Million Dollar Investment sammelte und damit ihr eigenes Tech Startup gründete. Es gibt so viele Geschichten da draußen über Frauen, die Produkte entwickeln, Teams zusammenstellen, Kapital zusammensuchen, die scheitern und wieder aufstehen, gründen, verhandeln und pitchen. Ihnen ist diese spannende Doku gewidmet. Die zwar auch einen Finger in die Diskriminierungs-Wunde legt, aber ebenfalls zeigt, was alles möglich ist. Ob als Mann oder als Frau. Oder eben erst recht als Frau. Unter diesem Link könnt ihr euch für die ausgebuchte Premiere noch auf die Warteliste setzen lassen. Oder ihr schreibt uns eine Mail mit dem Betreff ‚HER‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de. Wir vergeben 2×2 der letzten Tickets an die besonders Gründunsgwilligen unter euch. #wearebettertogether
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Filmpremiere ‚She Started It‘ | Di., 20.12.2016, 18-21h | Factory Berlin, Rheinsberger Straße 76-77, 10115 Berlin | Eintritt frei | Registrierung | Facebook | Trailer

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Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 13. Dezember 2016 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Come hai trovato il film?

Come hai trovato il film?

Es gab diesen Moment. Im Austauschjahr in Neuseeland. Nichts ahnend vor dem Fernsehgerät und plötzlich: Tom Selleck. Und Tom Sellecks echte, amerikanische Stimme. Dass Magnum nicht deutsch sprach, war natürlich klar – warum sollte er, auf Hawaii!? – aber dass er eigentlich so anders klingt (und ehrlich gesagt, nicht besser) war ein kleiner Schock. Und in diesem Moment reifte eine Erkenntnis: Synchronisierte Filme sind einfach nicht »the real thing«. Umso wunderbarer, dass in eine leerstehende Bäckerei in Kreuzberg nun »Il Kino« eingezogen ist, ein kleines Programmkino, das sich auf Filme aus aller Welt in Originalsprache mit Untertiteln spezialisiert hat. Auf Filme, die an Festivals zwar hoch gelobt werden, in Deutschland aber keine Distribution finden. So international wie das ausgesuchte Programm sind auch die Gründer des 52-Sitzers: Das italienisch-deutsch-norwegische Team führt in Berlin weiter, was seit 2010 in Rom bestens funktioniert. Damals hatten 54 Regisseure, Drehbuchautoren, Cutter und Schauspieler das Kino ins Leben gerufen, in das sie selbst gerne gehen möchten. Und wir gehen sehr gerne mit. Mediterran ist übrigens auch das kulinarische Konzept. In der Kino-Bar werden italienische Weine verkauft, das Antipasti-Buffet wird bis 22 Uhr regelmäßig aufgefüllt. So können die zu Teilen anspruchsvollen Filme im Anschluss rege diskutiert und verdaut werden.
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Il Kino | Nansenstraße 22, 12047 Berlin | Mo-Fr ab 12.30, Sa & So ab 11 Uhr | www.ilkino.de

Photo: Malene Korsgaard Lauritsen

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Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 27. Januar 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Die Welt mit anderen Augen sehen

Die Welt mit anderen Augen sehen

Je mehr die Menschen auf der Welt voneinander wissen, desto mehr schätzen sie einander, desto weniger fürchten und bekämpfen sie, was ihnen fremd ist. Dieser Gedanke ist so simpel wie wahr. Zehntausende Menschen strömen gerade über die Grenzen Europas zu uns in der Hoffung auf Schutz und ein besseres Leben. Woher sie kommen, was sie zurückließen, was sie durchmachen mussten oder was ihnen wichtig ist, spielt vor dem Hintergrund der Diskussion um Limitierung und Handhabe keine Rolle. „Die Flüchtlinge“, als unpersönliche Größe, steht zur Diskussion. Dass es hier um Menschen wie dich und mich geht, Menschen mit Namen und persönlichen Geschichten, Vorlieben, Sorgen, Ängsten und Nöten, bringt uns bisher kaum eine mediale Berichterstattung nachvollziehbar näher. Virtual Reality ist für viele (und darunter so ziemlich alle CEO’s der großen Technologieunternehmen) die Zukunft der Unterhaltung. Spielt das 3D-Erlebnis im Kino vor allem mit der räumlichen Illusion, geht es bei VR-Anwendungen um das ganzheitliche, sinnliche Erleben illusorischer Wahrheiten, das Abkapseln aus der Gegenwart und das Eintauchen in eine wie immer gestaltete andere Realität. Nicht gesehen, erlebt! Wie mächtig diese Art der Unterhaltung sein kann, wenn man sie richtig einsetzt, zeigt das erste Virtual Reality Kino an zwei exklusiven Abenden am 19. Januar in Berlin und am 21. Januar in München. Präsentiert werden mehrere aktuelle VR-Kurzfilme unterschiedlicher Genres und Themen. Mit dabei: die ausgezeichnete Kurzdokumentation „Clouds over Sidra“, die den Zuschauer mitten in ein Flüchtlingslager in Jordanien versetzt. Zusammenleben auf engstem Raum, Langeweile, Sehnsucht nach der Heimat. Der Film begleitet die zwölfjährige Sidra, die aus ihrer Heimat Syrien geflohen ist und in dem Flüchtlingslager lebt. Das Besondere an der Dokumentation: Gedreht in 360° Sphäre vermittelt er den Zuschauern nicht nur einen Eindruck vom Leben der Flüchtlinge. Er versetzt den Betrachter regelrecht in ihre Position. So sitzt der Zuschauer mit den Kindern auf der Schulbank oder mit der Familie beim Essen. Das ist genial. Wichtig. Kraftvoll. Die zwei Screeningtage sind inzwischen vollkommen zurecht ausverkauft. Wir verlosen für die Veranstaltungen in Berlin 1×2 Tickets für die 22 Uhr Vorstellung. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚TRY WALKING IN MY SHOES‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.

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Virtual Reality Kino | Di., 19.01. ab 17:00 Uhr, PLATOON KUNSTHALLE in Berlin | Do., 21.01. ab 17:00 Uhr, Wayra Academy in München | vrcinema.com

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Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 13. Januar 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Lebensgroß

Lebensgroß

Anton Corbijn schafft Ikonen. Als Haus- und Hoffotograf von Bands wie U2 oder Depeche Mode schuf er überlebensgroße Heldengestalten in betörendem Braunschwarzweiß. Irgendwie hat der stille Niederländer ein Faible für diese von Blitzlicht und Schatten gezeichneten Figuren, nicht nur fotografisch, auch mit der Bewegtbildkamera nähert er sich immer wieder still und leise dem Kleinen im Leben der Großen. Dem traurigen Leben des Joy Division Sängers Ian Curtis beispielsweise schuf er ein filmisches Denkmal, das wie der Schlussakt im Schaffen des Sängers wirkt, der sich vor so langer Zeit selbst das Leben nahm. In seinem neusten Streifen wendet sich Corbijn dem größten Posterboy aller Zeiten zu. Er erzählt die Geschichte des jungen Celebrity-Fotografen Dennis Stock, der den damals gerade zum Star gewordenen James Dean auf einer Reise in dessen Heimat fotografisch begleitet. Während des Trips entstehen die meisten Bilder, die den Ruhm des nur wenig später tödich verunglückten Schauspielers auf ewig manifestierten. Von Stock stammt auch die wohl berühmteste Aufnahme von James Dean im Regen New Yorks mit hochgeklapptem Mantelkragen. Corbijn erzählt also in bewegten Bildern von einer Ikone, die durch ikonische Bilder genau dazu wurde. Das ist so simpel wie genial. Das dramatische Geschehen wird dabei so sehr verengt, dass es sich bisweilen anfühlt, als würde man tatsächlich in Fotografien blättern anstatt 24 oder mehr Bilder pro Sekunde vor dem Auge vorbeifließen zu sehen. Nicht falsch verstehen, statisch ist anders. Corbijn hat die Bewegung entdeckt und lieben gelernt. Den Blick für Komposition und leise Inszenierung hat er ja sowieso. Prädikat: großartig.
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Kinofilm ‚LIFE‘ von Anton Corbijn | z.B. im Babylon oder den anderen Kinos der Yorck-Gruppe | Foto: Caitlin Cronenberg

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Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 30. September 2015 | Tags: , , , , , Keine Kommentare

Seufz, schmacht, satt.

Seufz, schmacht, satt.

Hach, früher war alles besser… Was? Naja, das ist natürlich Quatsch, aber manchmal fühlt es sich einfach so gut an, ein wenig zurück zu träumen und in Erinnerungen zu schwelgen. Am Freitag, den 18. September kriegen wir dafür ein wenig Unterstützung. Beim “Kinostalgia Gourmet“ im The Grand darf man einmal so richtig ungeniert und leidenschaftlich in die Vergangenheit abtauchen und sich verwöhnen lassen. Und die Atmosphäre stimmt: Im Festsaal vom The Grand blättert der Putz stilvoll von den Wänden, der prunkvolle Kronleuchter klirrt leise. Zur Vorführung kommt der Filmklassiker „Ein Herz und eine Krone“ in dem die strahlend schöne Prinzessin Ann (Audrey Hepburn) aus ihrem Leben mit allerlei königlichen Pflichten ausbricht und ihren Tag in Rom mit dem attraktiven Reporter Joe Bradley (Gregory Peck) verbringt. Doch zuckersüss ist diesmal nicht nur die Story, denn neben nostalgischem Kino gibt es wie der Name ja bereits verrät auch extrakulinarische Begleitung. Nebenbei werden die Gäste mit Leckereien von Spitzenkoch Thilo Roth beglückt. Angefüllt mit Herzschmerz und Essen kann dann zu italienischem Swing über die Tanzfläche geschwoft werden. Wir sind gespannt, ob die Zeitreise gelingt, werfen uns in passende Outfits und nehmen erwartungsfroh Platz im Theater der Träume.
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Kinostalgia Gourmet | 18.09., 20.30 Uhr | The Grand, Hirtenstraße 4, 10178 Berlin | Tickets €25 (incl. Film, Dinner & Party) | Tickets | Facebook Eventlink | Geschrieben von: Helen von der Höden

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Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 16. September 2015 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Victoria!

Victoria!

 
Was wurde nicht schon alles geschrieben über diesen wahnwitzigen Ritt, dieses „Husarenstück des deutschen Films“, den „besten Film seit Lola rennt“. In einem einzigen 140-minütigen Take erzählt der Regisseur Sebastian Schipper die Geschichte der Spanierin Victoria, die in einem Berliner Club vier schwere Jungs kennenlernt und mit ihnen bis zum Morgengrauen durch die Nacht zieht, Banküberfall und unzweifelhafte Dramen inklusive. In Zeiten von auf Hochglanz polierten, 100 Prozent fehlerfrei postproduzierten Hollywood-Produktionen werden Kinofilme zwar visuell immer besser, verlieren aber auch Intensität. Nicht auszudenken was beispielsweise ein Film wie Boyhood mit uns machen würde, wäre er nicht auf Fernsehzeitschrift-Ästhetik hochgeshopped worden. Oder welche Gruselwirkung ein Film wie Blair Witch Project ohne die verwackelte Handkamera noch auf uns gehabt hätte. Filmproduktionen sind kleinteilige Projekte mit unzähligen Beteiligten und Verantwortlichen, die damit beschäftig sind den Zufall auszuschalten. Was es bedeutet einen ganzen Film mit nur einer Kamera, ohne Schnitt und mit durcherzählter Story, Dialogen und Spiel durchzudrehen, kann man sich unter diesen Voraussetzungen kaum vorstellen. Was wenn sich die Hauptdarstellerin bei Minute 139 verplappert? Dann muss man ja alles nochmal drehen. Anders als beim Theater können die Darsteller nicht mal eben von der Bühne gehen und Luft schnappen oder verpatzte Dialoge mit einem Lächeln oder einer flapsigen Bemerkung ans Publikum auffangen. Dieser Ansatz ist so radikal wie genial und vollkommen zurecht unglaublich erfolgreich. Die Nähe und Unmittelbarkeit von Schippers Film hat etwa Magisches. Im Februar feierte der Film auf der Berlinale Premiere, nun endlich kann ihn jeder sehen. Er läuft in all unseren Lieblingskinos der Yorck Gruppe von Passage bis Delphi hoch und runter. Hingehen, hinsehen, durchatmen!
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Victoria – Film | Tickets  | Credit: Wildbunch Germany

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Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 17. Juni 2015 | Tags: , , Keine Kommentare

Mann mit Vogel

Mann mit Vogel

Michael Keaton war Birdman. Äh Verzeihung, Batman! Da kommt man ja ganz durcheinander bei dem ganzen Fluggetier. Seither hat man den Schauspieler nicht mehr so recht wahrgenommen auf der Leinwand, zumindest nicht in Streifen, an die man sich gerne erinnert. In seinem neuesten Film spielt er (Achtung!) einen Schauspieler und zwar einen in die Jahre gekommenen, genauso alt wie er selbst, wenn man genau ist und genauso unerfolgreich im Hinblick auf den großen Leinwanderfolg nach Bat…nein Birdman. Die Rolle des Vogelmann Actionhelden verkörperte Riggan Thomas, die Figur, die Keaton im gleichnamigen Film von Alejandro González Iñárritu spielt, zu Hochzeiten seiner Karriere. Ein Schelm wer Parallelen dabei erkennt. Inzwischen will vom Schauspieler Riggan niemand mehr etwas wissen. Das wurmt den Beifall-süchtigen Charakterdarsteller, weshalb er beschließt ein Theaterstück zu inszenieren, mit ihm selbst in einer Paraderolle und ganz weit weg vom Comic-Ruhm vergangener Tage. Blöd nur, dass das Stück bereits vor der Erstaufführung verrissen wird, sein Co-Schauspieler nicht nur um Längen talentierter ist, sondern auch ein ausgewachsener Soziopath (großartig Edward Norton!). Hinzu kommt eine scheinbar schwangere Geliebte, eine besserwissende Ex-Frau, die Verachtung der drogensüchtigen Tochter und ach ja, Birdman persönlich! Das alte Alterego flattert nämlich ständig durch Kopf und Alltag des Protagonisten, stiftet ihn hier und da zu Dummfug an, konspiriert und verbündet sich mit ihm gegen die Welt und ihre Schergen. Birdman war für Riggan Thomas keine Rolle, Riggan Thomas IST Birdman. Zumindest glaubt er das, schnippst Feuer, kann fliegen und Gegenstände per Gedankenkraft bewegen. Wahrscheinlich verliert er nur den Verstand, aber man will ihm einfach beistehen, und wünscht sich insgeheim fast, dass dieser hoffnungslose Fall tatsächlich mit Superheldenkräften ausgestattet ist. Der Film, der morgen in den deutschen Kinos anläuft, ist eine wunderbare und fantastische Abrechnung mit der Filmbranche, ohne je albern oder bemüht zu sein. Die Bilder, für die der großartige Emmanuel Lubetzki (Gravity) verantwortlich zeichnet, wirken wie aus einem Guss und ohne sichtbare Schnitte. Michael Keaton spielt die Rolle seines Lebens und zwar im Wortsinn. Vollkommen zu Recht wurde der Film für neun Oscars nominiert, darunter den für den besten Film, die beste Regie und den besten Hauptdarsteller. Den hat Michael Keaton schon so gut wie sicher. Im Notfall hilft er einfach mit ein paar übersinnlichen Fähigkeiten nach. Unbedingt im Original anschauen!

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Birdman | Kinostart: 29.01.2015 | Trailer | birdmanthemovie.com | Foto: Twentieth Century Fox

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Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 28. Januar 2015 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Die Mannschaft

Die Mannschaft

„Brasilien hat Neymar. Argentinien hat Messi. Portugal hat Ronaldo. Deutschland hat eine Mannschaft.“ 122 Tage ist es her, dass sich Jogis Rudel kollektiv zum vierten Stern und uns in bundesweite Euphorie kickte. Morgen nun läuft ein Film in den deutschen Kinos an, der den Weg zum Titel dokumentiert. Sommermärchen reloaded, nur diesmal gewinnen wir am Ende! Und plötzlich ist alles wieder da, das mulmige Gefühl zu Turnierbeginn, Müller, Müller, Müller, Neuer gegen alle, wieder Müller, Mertesackers Karnevalsansprache, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, Bastian Schweinsteiger unbreakable, Schürrle, Götze, Toooooorrrr!!!!! Jede einzelne Sekunde haben wir in unserem muxmäuschenwild WM STUDIO verfolgt, haben gebangt und gelitten. Am Ende tanzten wir im Freudentaumel mit der Pokal Replique über die Torstraße. Im Film gibt es reichlich an Spielminuten aber auch die besonderen Momente abseits des Platzes kommen nicht zu kurz. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass da eine echte eine Einheit, ein Kollektiv aus Freunden, eine verdammt gute Zeit verlebt hat und absolut folgerichtig Weltmeister wurde. Ein schönes Deutschland ist das, mulitkulturell, ehrgeizig, humorvoll und fair. Wer also schon immer mal in Jogis Taktikhöhle linsen, unserem kleinen Kapitän a.D. bei der Motivationsansprache über die Schulter gucken oder den stelzenbeinigen Raumdeuter Thomas Müller im rosa Dirndl bewundern wollte, ab ins Kino. Hier gibt es schonmal einen kleinen Gänsehautvorgeschmack. Wir holen jetzt erstmal die Tröte und das Konfetti aus dem Schrank und dann wird reingemüllert und weggeneuert bis sich die Netze spannen.
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Die Mannschaft – Kinofilm | constantin-film.de/kino/die-mannschaft/ | Youtube | Foto: Constantin Film

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Mistaken for Strangers

Mistaken for Strangers

 

Tom Berninger ist ein untersetzter Typ mit etwas fettigem Rotschopf, Sechsachtzwölftagebart, einer Vorliebe für Heavy Metal und dem Traum eines Tages ein erfolgreicher (Horror)-Filmemacher zu sein. Tom hat auch einen Bruder. Er ist neun Jahre älter, hört auf den Namen Matt und ist Frontmann der coolsten Indierockband überhaupt. ‚The National‘ machten zuletzt im Rahmen ihrer ‚Trouble will find me‘-Tour Station im Hamburger Stadtpark und der Zitadelle Spandau. Im Moment tingelt die Band gerade durch Großbritannien, begleitet von einem Heer fähiger Handwerker, Techniker und Roadies. Bei der letzten Tournee war das ein wenig anders, als Matt Berninger seinen jüngeren Bruder als Roadie aka Dokufilmer mit auf die Reise nahm. Das Ergebnis war ein Desaster. Tom sabotierte mit einer Mischung aus Tolpatschigkeit, Unfähigkeit, Mangel an Respekt und Trunkenheit den gesamten Tourablauf, trieb ein ums andere Mal einen Keil zwischen seinen Bruder und den Rest der Band, nur um nachher mit selbstmitleidertränkter Stimme seinen Unmut zu Protokoll, sprich in die Handkamera zu äußern. Alter, krieg dein Leben auf die Reihe, möchte man ihm zurufen. Dass er bei allem was er tat (und nicht tat) die Kamera laufen ließ, führte bald zu einem unüberschaubaren Berg leidlich beschrifteter Mini-DV Tapes, die ungesichtet in Pappkartons verschwanden. Eine Tourdoku aus dem Material? Niemals! Wie genau es dann dazu kam, dass ‚Mistaken for Strangers‘ trotzdem ein so unterhaltsamer wie zauberhafter Film geworden ist, über eine schweinecoole Band, zwei Geschwister und eine kleine Aschenputtelgeschichte voller wunderbarer Livemusik, wissen wir auch nicht genau. Beziehungsweise wir wollen es nicht verraten. Denn genau das ist Teil der Story. Am Donnerstag startet der Film in ausgewählten deutschen Kinos. Zur Premiere im Berliner Kino in der Kulturbrauerei sind die beiden Protagonisten Tom & Matt Berninger persönlich anwesend und geben sicher lebhaft Auskunft zu Bruderzwist und Bandgeschichte. Hingehen Bro’s, Verwechslung ausgeschlossen.

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‚Mistaken For Strangers‘ Kino-Premiere | 09.07., 20.30 Uhr | Kino in der Kulturbrauerei | mistakenforstrangersmovie.com | Facebook

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Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 09. Juli 2014 | Tags: , , , Keine Kommentare

FILM HER

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Computerliebe

 

Nehmen wir mal folgendes Szenario: Es ist die sehr nahe, sehr warscheinliche Zukunft. Ein Mann, Theodore, lebt nach der Trennung von seiner Frau deprimiert und allein in seiner viel zu großen viel zu schönen Großstadtwohnung. Bis sein Smartphone ein neues Betriebssystem bekommt. Seine Siri heißt Samantha, organisiert seine Mails, koordiniert seine Termine und sein Leben. Äh… hatten wir nicht was von Zukunft gesagt? Genau: das System ist zudem mit einer artifiziellen Intelligenz ausgestattet und nach der Beantwortung ein paar persönlicher Fragen individuell und höchstpersönlich auf die Bedürfnisse seines Users abgestimmt. Samantha ist charmant, witzig, hat die Stimme von Scarlett Johansson, ist äußerst interessiert am Innen- und Seelenleben unseres Protagonisten und sehr lernfähig in Bezug auf die Analyse emotionaler menschlicher Regungen. Kurzum: sie ist alles, was einem verlassenen Mann das Gefühl gibt, interessant, wichtig und nicht allein zu sein auf dieser Welt. Die Fragen die „Samantha“ stellt sind von einer kindlichen Wissbegierde und zwingen Theodore unwillkürlich dazu, eigene Wahrheiten und Sichtweisen zu hinterfragen. Theodore lernt Samantha kennen und dabei auch ein wenig sich selbst. Samantha ist die perfekte Frau in Theodores Leben. In ihr findet er alles was er im Leben sucht. Das Problem ist eben nur: Samantha ist keine Frau. Samantha existiert nicht, sondern ist die programmierte Antwort auf die Bedürfnisse ihres Anwenders. Klingt bescheuert? Nope. Funktioniert. Von allen Errungenschaften des verstorbenen Apple Gründers Steve Jobs ist jene wohl am höchsten zu bewerten: die Versöhnung von Mensch und Maschine. Unser Telefon weiß nicht nur mehr über uns und verbringt mehr Zeit mit uns, als jeder andere Mensch in unserem Leben, wir streicheln es sogar, von links nach rechts, von oben nach unten, mit zärtlichem Fingerzeig. Und dass Google im Stande wäre den perfekten Partner für mich zu kreieren, jemanden der weiß wie ich ticke, meine Ängste und Bedürfnisse kennt? Hölle ja, das glaube ich sofort. „Her“ heißt der neue Film von Spike Jones, der am 27.03. in den deutschen Kinos anläuft. Joaquin Phoenix spielt den schnauzbärtigen Theodore, Rooney Mara seine Ex und Scarlett Johansson (spricht) wie erwähnt sexy Samantha. Für die Vorstellung im Hackesche Höfe Kino morgen um 19.45 Uhr verlosen wir zwei Karten. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚SORRY SIRI, ICH HABE EINE NEUE‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de

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Kinofilm ‚Her‘ | Trailer >>

Kategorien: Erlebnisse, Produkte | Autor: | Datum: 25. März 2014 | Tags: , , , , , Keine Kommentare

Stummfilm um Mitternacht

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Null Uhr, Null Euro

 

Dolby Dingens, 4 D und hastenichgesehn, modernes Kinovergnügen potenziert sich exponentiell zum technischen Firlefanz, mit dessen Hilfe uns die Schau serviert wird. Da lässt sich schonmal mit viel Geballer und Geschrei vom ein oder anderen etwas dünn geratenen Plot ablenken. Lassen wir jetzt alles mal weg, Töne aus, Stummfilm-Klassiker raus, aus dem Archiv und zurück auf die Leinwand. So geschehen letzte Woche im wunderbaren Babylon Kino am Rosa-Luxemburg-Platz. Und weil es so schön war, geht das Ganze in Serie. Nach dem wörtlich zu verstehenden Motto ’null Uhr, null Euro‘ stehen fortan immer samstags um Null Uhr garantiert dialogfreie Filmhighlights auf dem Programm, mit dabei sind Knaller wie ‚Die Sinfonie der Großstadt‘ oder ‚Nosferatu‘. Und als absolutes i-Tüpfelchen (new apple product?) werden die Streifen musikalisch von der Organistin Anna Vavilkina begleitet. Sie spielt außer zu den Stummfilmen auch nahezu täglich vor den Filmvorführungen und Live-Veranstaltungen im Babylon – einmalig in der deutschen Kinoszene. Ach ja, wir schulden noch die Erklärung zum zweiten Teil des Mottos. Null Euro kosten die Tickets. Mit anderen Worten: nüscht! Für umme, für lau und gratis. Bis Juni stehen die Filme schon fest. Also schnell online reservieren und Plätze sichern. Enjoy the silence!

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Stummfilm um Mitternacht | Babylon, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin | jeden Samstag um 24.00 Uhr | Eintritt frei I babylonberlin.de/stummfilme

Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 18. März 2014 | Tags: , , Keine Kommentare

50 Jahre Kino International

FILM AB, GENOSSE!

Eigentlich lustig, ein DDR Kino auf den Namen ‚International‘ zu taufen. Vorhang auf für die große weite Welt auf Zelluloid, möchte man rufen. 50 ganze Jahre ist es her, seit das Vorzeigekino der Deutschen Demokratischen Republik an der Karl-Marx-Allee zum ersten Mal den Projektor anwarf. Was damals für ein paar Pfennig zur Vorführung kam, konnten wir leider nicht herausfinden. Die zahlreichen Namenswechsel der anliegenden Prachtstraße jedenfalls hat das Bauwunder einfach ausgesessen und sich über die Jahrzehnte so gut wie gar nicht verändert. Selbst die überdimensionalen Filmplakate, die in unregelmäßigen Abständen von der Ankunft neuer Filmrollen künden, werden bis heute von Hand gemalt. Die Yorck-Gruppe hat das Baudenkmal als Kino erhalten und behutsam den Bedürfnissen moderner Premieren-Gäste und Berlinale Besucher angepasst. Und weil 50 Jahre Kino auch 50 Jahre Filmgeschichte bedeuten, gibt es zum Fest das volle Programm: acht unvergessliche Kino-Highlights der letzten fünf Jahrzehnte wie ‚Solo Sunny‘, ‚Coming Out‘ oder ‚3 Haselnüsse für Aschenbrödel‘ feiern ihr Leinwand-Revival – jeweils zum Geburtstagspreis von nostalgischen 2,50 Euro. Die Mongay-Filmreihe packt noch ein paar Premieren oben drauf. Also wenn das kein Grund ist mal wieder ins Kino zu gehen. Wir empfehlen Reihe 8. Die bietet nämlich nicht nur optimale Sicht, sondern wurde auch eigens für die Partei- und Staatsführung der DDR mit besonders viel Beinfreiheit ausgestattet. Film ab, Flimmerstunde.
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50 Jahre Kino International | 16.+17.11. | Karl-Marx-Allee 33, 10178 Berlin | 2,50€  Eintritt |  Programm >>

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Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 13. November 2013 | Tags: , Keine Kommentare