Aufwachen!

Wer sind wir und wenn ja, warum? Wohin führt die Entdeckungsreise zu uns selbst und was zum Himmel machen wir, wenn wir dort angekommen sind? Die beiden Regisseure Jonathan Kray und Jorge Andrade begegnen dieser Frage in ihrem Filmprojekt ‚Rude Awakening‘ auf völlig neue Art und Weise. Rude Awakening soll ein unterhaltsamer und fesselnder Dokumentarfilm werden, der mit ungewöhnlich moderner Bildsprache, Humor und einer guten Portion Selbstironie davon erzählt, was am Ende unserer „spirituellen Reise“ passiert. Ende offen. Womöglich so etwas wie ein „Erwachen“? Der Dreh beginnt im Frühjahr 2019 und erzählt Geschichten von Menschen, die herausfinden wollen, wer sie wirklich sind. Bestimmte Religionen, Glaubensrichtungen oder spirituelle Gruppierungen spielen hierbei keine Rolle. Vielmehr stehen neben Jonathan Kray, der auf seine eigene Entdeckungsreise zurückblickt, ganz gewöhnliche Menschen vor der Kamera, um die Erfahrungen ihres persönlichen Weges mit euch zu teilen. Damit dieses tolle Filmprojekt realisiert werden kann, braucht es unsere Unterstützung. Die Indiegogo-Kampagne für Rude Awakening läuft seit dem 1. Dezember 2018 und ihr könnt das Projekt unter diesem Link unterstützen. P.S. Guckt euch den Trailer an, der ist schlicht und ergreifend grandios!
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RUDE AWAKENING – a Documentary About Self-Discovery | Unterstützt das Filmprojekt hier: indiegogo.com/projects/rude-awakening-documentaryTrailer

Michael Bully Herbig & Thomas Kretschmann

Das 2 Minuten-Interview

Wenn einer, der selbst mit 21 aus der DDR geflüchtet ist, in einem Film, der von genau so einer Flucht erzählt, einen spitzelnden Stasi-Leutnant spielt, dann ist das allein schon ein starkes Stück. Wenn dieser eine dann noch Deutschlands erfolgreichster Hollywood-Export Thomas Kretschmann ist, sind spätestens alle Augen und Ohren auf Empfang. Und wenn dann auch noch Michael „Bully“ Herbig als Regisseur des Thrillers verantwortlich zeichnet und das so gut macht, dass nicht nur der eine, also der Thomas, sich fragt, warum ausgerechnet ein Bayer ein solch feines Gespür für das Thema hat, ist es endgültig an der Zeit mal wieder ins Kino zu gehen. Das mit dem Gespür hätten wir ja eigentlich mal fragen können. Stattdessen haben wir erfahren, dass die beiden wohl nicht in den selbstgemachten Ballon aus dem gleichnamigen Film gestiegen wären. Und was es mit der Freiheit an sich so auf sich hat. Und ob man besser gegen Enten, Pferde oder einfach überhaupt nicht kämpft. In diesem Sinne: stabiles Interview.

Name: Michael Bully Herbig / Thomas Kretschmann
Alter: 50 / 56
Wohnort: München / L.A.
Beruf: Filmemacher / Schauspieler
Schuhgröße: 42 / 43
Lieblingsort: Kino / Wategos, Australien
Kontakt: michael-bully-herbig.de / instagram.com/thomaskretschmann

Wovor bist du in deinem Leben schon einmal geflüchtet?
Bully: Vor langweiligen Filmen.
Thomas: Aus der DDR – einmal war notwenig und hat dann auch gereicht.

Was bedeutet Heimat für dich?
Bully: Home is where your heart is.
Thomas: Ein warmer Bauch.

Wie definierst du Freiheit?
Bully: Selbst entscheiden zu können, mit wem Du wann und wo Deine Lebenszeit verbringst.
Thomas: Freheit bedeutet, die eigene und die des anderen irgendwie deckungsgleich hinzukriegen.

Wärst du selbst in den Ballon gestiegen?
Bully: Wahrscheinlich nicht, hätte aber einen anderen Weg gesucht.
Thomas: NIEMALS! Ich habe Höhenangst.

Du begegnest deinem 18-jährigen Ich. Welchen Rat gibst du dir?
Bully: Hör auf Deinen Bauch!
Thomas: Lass dir nicht reinreden.

Ist es schwieriger Menschen zum lachen zu bringen oder zum nachdenken?
Bully: Kommt auf die Menschen an.
Thomas: Zum nachdenken, weil Faxen kann ja jeder machen. ;)

Würdest du lieber gegen eine Ente kämpfen, die so groß ist wie ein Pferd oder gegen hundert Pferde, die so klein sind wie Enten?
Bully: Kann ich jemanden anrufen?
Thomas: Grundsätzlich bin ich ein großer Tierliebhaber und kämpfe nicht so gern. Vor allem nicht mit Enten, die so groß sind wie ein Pferd. Pferde beißen ja und schlagen aus und in dieser Größe kann das nerven, ist aber wahrscheinlich nicht tödlich. Wenn ich mir dagegen eine dermaßen große Ente vorstelle…

Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?
Bully: Ziemlich viel Blödsinn!
Thomas: In einen Ballon steigen.

Wie würden dich deine Eltern beschreiben?
Bully: Meine Mutter war alleinerziehend und sie würde sagen, der Junge geht seinen Weg.
Thomas: Meine alleinerziehende Mutter sagte immer: Schönheit vergeht, aber du bist dumm und das bleibt. ;)

Farbe oder Schwarzweiß?
Bully: Hängt von meiner Stimmung ab.
Thomas: Schwarzweiß. Ich mag die Reduktion auf’s Wesentliche.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?
Bully: Kaiserschmarrn ohne Rosinen.
Thomas: Spargel, da müsst ihr aber im Mai oder Juni kommen.

Was würdest du ändern wenn du die Macht dazu hättest?
Bully: Fake News abschaffen.
Thomas: Wenn ich könnte, würde ich der Menschheit die „Vormundschaft“ über den Planeten entziehen. Was wir alles mit uns, unserer Umwelt und der Tierwelt anstellen, ist katastrophal und ekelhaft. Tierquälerei beispielsweise würde ich drakonisch bestrafen.

Was sollte niemand von dir wissen?
Bully: Na, wenn ich das jetzt hier verraten würde, wäre ich ja selten dämlich, oder?
Thomas: Wie lustig. Also wenn es niemand wissen darf, dann kann ich das ja jetzt unmöglich alles aufzählen. Oder? (Mist, keiner von beiden in die Falle getappt. Anm. d. Red.)

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?
Bully: Was halten junge Leute von „Ballon“?
Thomas: Worauf bist du stolz?

Das letzte Wort:
Bully: Nach einer Schülervorführung gab es tosenden Applaus und ein Schüler sagte ins Mikrophon: „Gratulation Herr Herbig, stabiler Film!“
Thomas: Da hat der Bully Herbig ganze Arbeit geleistet.

Foto: @olafheinestudio

Mit Recht

Gute Filme unterhalten. Manchmal werfen sie auch Fragen auf. Oder beantworten welche. Manchmal haben sie gar das Zeug gesellschaftliche Debatten anzustoßen, Meinungen zu bilden oder zu bewegen. Vom 20. bis zum 26. September feiert das Human Rights Film Festival in Berlin Premiere. Unter der Schirmherrschaft des chinesischen Künstlers Ai Weiwei thematisiert die Kinowoche menschenrechtliche, politische und humanitäre Problemfelder. Neben dem Schwerpunktthema Flucht und Migration sind dies unter anderem die Folgen des Klimawandels und die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern sowie Faktoren, die weltweit und immer wieder aufs Neue für Hunger und Armut sorgen. Mit dem Festival will die humanitäre und entwicklungspolitische Organisation ‚Aktion gegen den Hunger‘ eine neue Plattform etablieren, um Menschenrechte und menschliche Schicksale stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken: „Filme berühren uns mehr als jedes andere Medium. Als Zuschauerinnen und Zuschauer begeben wir uns auf eine Reise und werden Teil der Geschichte. Dokumentarfilm ist das Medium, um über Krisen zu sprechen, sie emotional nachvollziehbar zu machen und anschließend politisch aktiv zu werden“, so Jan Sebastian Friedrich-Rust, Executive Director bei Aktion gegen den Hunger. Insgesamt zeigt die Kinowoche über 20 verschiedene Filme in rund 40 Vorführungen im Babylon Mitte, Sputnik Kino und Hackesche Höfe Kino.
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Human Rights Film Festival | 20.09.-26.09.18 | Babylon / Sputnik Kino / Hackesche Höfe Kino | Website: www.humanrightsfilmfestivalberlin.de| Programm | Tickets ab 6,50 €

Marcel Schlutt

Das 2 Minuten-Interview

Marcel Schlutt hatte es mal mit Pferden. Er hütete unter anderen echte Kaltblüter. Als er eine erste Zeitschriftenidee (nicht Wendy) entwickelt, wird diese ihm (Achtung!) kaltblütig aus der Hand gerissen. Spätestens damit war klar, wie er sein eigenes Magazinbaby, das er wenig später aus der Taufe hob, nennen würde. Das KALTBLUT Magazine ist inzwischen eine wichtige Plattform und Bühne für noch unbekannte Talente und Labels aus Mode, Kunst, Musik, Film und Fotografie. Gemeinsam mit Art Director Nicolas Simoneau spürt Marcel als Editor in Chief den wichtigsten Lifestyle-Trends nach und bringt sie in sehr eigener Weise in Wort und Bild zu Papier. Das haben wir schmalos ausgenutzt und uns direkt ein paar Geheimtipps in Sachen Mode bei ihm abgeholt. Wenn Marcel nicht gerade in die Luft guckt oder zur Wegbassen-Demo aufläuft, träumt er sich mit Peaches und Vivienne Westwood nach Portugal, lebt von selbstgebackenem Brot und tanzt heimlich zu Lady Gaga. Obwohl, das sollten wir eigentlich gar nicht verraten…

Name: Marcel Schlutt
Alter: 40
Wohnort: Berlin
Beruf: Editor in Chief, Fashion Editor, Hans guck in die Luft
Schuhgröße: 43
Lieblingswort: knorke
Kontakt:www.kaltblut-magazine.com

Was ist guter Stil? Stil ist ja auch immer Geschmackssache. Ich finde Menschen, die sich typgerecht anziehen und nicht jedem Trend hinterher laufen, stilvoll.

Welchen Designer/Künstler sollten wir für die Zukunft auf dem Schirm haben? Mein Lieblingsdesigner ist Fedrico Cina aus Italien (federicocina.net). Er ist mit Abstand das größte Talent der Modewelt.

Twitter, Youtube-Channel, Soziale Netzwerke – warum brauchen wir in Zukunft überhaupt noch klassische Publikationen? Weil die Social-Media-Blase bald platzt. Diese ganze Influencer-Soße geht dem Ende zu.

Die Queen lädt zum Tee ein. Was ziehst du an? Oh! Ich würde was vom Berliner label BRACHMANN anziehen.. klassisch, mit Stil. Und unten drunter ’n Jock… mal sehen ob Harry nicht doch anbeißt.

Wer ist die inspirierendste Persönlichkeit, der du je begegnet bist? Peaches!!!! Eine Ikone!! Vivienne Westwood – eine Göttin! In meinen Träumen ist Peaches meine Mutter und Miss Westwood meine Oma.

Welche war die beste Fotostrecke, die ihr je abgedruckt habt? Das ist schwer zu sagen – alles was die Berliner Künstlerin Suzana Holtgrave für uns jemals gemacht hat.

Was hat dich zuletzt wirklich bewegt? Die #afdwegbassen Demo am Sonntag in Berlin!

Welche verbotene Sache sollte jeder einmal getan haben? Nachts in ein Schwimmbad einbrechen und mit Freunden nackt schwimmen.

Wenn du umziehen müsstest, wo würdest du gerne leben? Da kann es nur eine Antwort geben: Portugal! Für mich das tollste Land dieser Welt!

Welches Kunstwerk würdest du gern besitzen? Irgendwas, das teuer ist, damit ich es wieder verkaufen kann.

Was ist dein wichtigster Charakterzug? Dass ich für meine Liebsten bis aufs Blut kämpfen würde. Ohne wenn und aber. Und Loyalität.

Wann hast du zuletzt etwas Neues getan und was war das? Momentan versuche ich einfach so in den Tag hineinzuleben. Für mich ist das etwas Neues.. keine täglichen Emails.. kein Marketing, kein Magazin. Einfach nur mal ICH sein.

Was müsste noch erfunden werden? Beamen! Es wäre so geil, wenn man sich jederzeit in Sekundenschnelle von A nach B beamen lassen könnte.

Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Schnitzel. Oder ich würde euch etwas backen. Meine selbstgebackenen Brote sind der Hammer.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Öffentlicher Nahverkehr wäre frei für jeden. Bezahlt von denen mit viel viel Geld.

Was sollte niemand von dir wissen? Dass ich manchmal ganz heimlich, wenn ich alleine bin, einen Lady Gaga Song höre und wild dazu tanze, obwohl ich ständig gegen die Dame hate.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Warum würdest du niemals in die USA reisen?

Das letzte Wort: Geht raus, steht auf und verändert was in dieser Welt!

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 29. Mai 2018 | Tags: , , , , , , , , Keine Kommentare

Zeit für Utopien

Apropos Nachhaltigkeit, der Film ZEIT FÜR UTOPIEN, der in dieser Woche Premiere feiert und ab dem 19. April offiziell im Kino läuft, porträtiert Projekte und Persönlichkeiten, die mindestens eines gemeinsam haben: sie sind beispielhaft für eine positive, lebensbejahende Art, unser Zusammenleben und Zusammenwirken neu zu denken und zu gestalten. Da wäre zum einen Marketing-Expertin, Soziologin und Slow-Food Aktivistin Petra Wähning, die mit ihrer Genussgemeinschaft Städter und Bauern solidarische Landwirtschaft in Deutschland möglich macht. Ganz ähnlich funktioniert das Projekt Hansalim, das ein Modell geschaffen hat, um 1,5 Millionen Menschen in Südkoreas Hauptstadt Seoul direkt mit frischen Erzeugnissen ländlicher Bauern zu versorgen und das natürlich zu fairen Preisen. Ja und besonders stolz sind wir natürlich auf den dritten Protagonisten. Unser großartiger Kunde Fairphone ist angetreten, um eine Bewegung für fairere Elektronik in Gang zu setzen und die Art und Weise wie Produkte gedacht und gefertigt werden, nachhaltig zu verändern. Head of Value Chain Laura Gerritsen fasst das im Film, den wir schonmal vorschmulen durften, auf ihre sehr sympathische Art zusammen: „Wir entschieden uns, eine Firma zu gründen und damit Teil des Systems zu werden, um es von Innen zu verändern. Wie alle Telekom-Produktionen organisieren auch wir die Produktion rund um den Erdball – nur stehen bei uns nicht Gewinnmaximierung an erster Stelle, sondern die Nachhaltigkeit des Produktes und faire Arbeitsbedingungen für die HerstellerInnen.“ Kein leichtes Unterfangen: Insgesamt stecken 54 Minerale in einem Smartphone. Die Lieferkette ist viel länger als bei Kaffeebohnen oder Bananen, Dutzende von Zulieferern sind involviert, die oft selbst Dutzende von Zulieferern haben. Eine Herkulesaufgabe zweifelsohne, aber möglich und der Anfang ist gemacht. Wir empfehlen von Herzen die spannende Reise entlang der Wertschöpfung und verlosen je 2×2 Tickets für die Preview heute Abend in Hamburg und die Premiere morgen Abend in Berlin. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚YOUTOPIA‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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ZEIT FÜR UTOPIEN | Kinostart: 19. April | zeit-fuer-utopien.com | Facebook

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 10. April 2018 | Tags: , , , , , , , Keine Kommentare

1000 Arten Regen zu beschreiben

Mike, gerade 18 geworden, hat sich eingeschlossen.
 In seinem Zimmer wohlgemerkt. Den Grund dafür kennt niemand. Er hat sich offenbar von jetzt auf gleich und ganz bewusst dazu entschieden, am Leben draußen nicht
mehr teilzunehmen. Seine Eltern und Schwester Miriam stehen buchstäblich vor seiner Tür und versuchen fragend, fordernd, flehend zu ihm durch zu dringen. „1000 Arten Regen zu beschreiben“ von Regisseurin Isa Prahl ist ein ziemlich besonderer, ein außergewöhnlich guter deutscher Film. Er beschreibt ein Phänomen, das die Japaner mit dem Wort „Hikikomori“ beschreiben. In Japan soll es bereits mehr als 1 Millionen Jugendliche geben, die sich von der Gesellschaft zurückziehen und sich über Wochen, manchmal Monate und sogar Jahre in ihr Zimmer einschließen. Die Gründe liegen zumeist in einem Gefühl der Überforderung, in der Versagensangst, den Erwartungen und Verantwortlichkeiten des Erwachsenenlebens nicht standhalten zu können. Leistungsdruck, sozialer Druck, aber auch Entscheidungsdruck in einer Fülle an Möglichkeiten drängen in dieser Phase der Selbstfindung schließlich in die Isolation. Im Falle von Mike darf der Zuschauer gemeinsam mit seiner Familie, gespielt von Bjarne Mädel als Vater, Bibiana Beglau als Mutter und Emma Bading als Schwester, Ursachenforschung betreiben und auf dem Weg dahin vielleicht auch einiges über sich selbst entdecken. Denn am Ende erkennen alle drei Familienangehörigen, dass sie es sind, die Mike sein Zurückgezogensein erst ermöglichen, und dass sie Mike helfen müssen, damit er noch einmal ganz für sich zur Welt kommen kann. Die Musik zum Film kommt übrigens von Volker Bertelmann aka Hauschka verantwortlich, der 2017 für seine Leistung an dem Kinofilm „Lion“ für den Emmy und den Oscar nominiert war. Ab dem
 29. März 2018 ist „1000 Arten Regen zu beschreiben“ bundesweit in den Kinos zu sehen.
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1000 Arten Regen zu beschreiben |
1000arten.de | Trailer

Der Dialog

„ER SIE ICH“ ist ein waghalsiges Experiment der Regisseurin Carlotta Kittel. Am 8. März zeigt das City Kino Wedding ihren erfolgreichen Abschlussfilm der Filmuniversität Babelsberg. Nachdem ihre Mutter schwanger wurde mieden sich beide Elternteile und hatten die gesamten 25 Jahre nur sporadischen Kontakt. Auf der Suche nach Antworten interviewt Carlotta ihre Mutter Angela und ihren Vater Christian getrennt voneinander. Als sie ihnen die Aufnahmen der jeweils anderen Person zeigt, entsteht eine Dynamik zwischen den beiden Eltern, ohne dass sie sich tatsächlich begegnen. So ist ein spannender Film über gefühlte Wahrheiten und wahre Gefühle entstanden. Die Eltern reden offen und schonungslos über enttäuschte Erwartungen, über ihre Vorstellungen von Beziehung, Glück, Familie und Liebe. „ER SIE ICH“ ist ein Film über die Macht, die eigene Geschichte zu erzählen, und die Machtlosigkeit, eine zweite Version dieser Geschichte zu verhindern. Ein Gespräch, das nie geführt wurde. Mit dem Film möchte die Regisseurin einen Austausch schaffen, der Empathie und Distanz ermöglicht. Diese Dynamik prägt letztlich jede Beziehung. Bei der Vorstellung wird Carlotta Kittel zu einem ausführlichen Filmgespräch anwesend sein. Mit ein wenig Glück habt ihr die Chance auf 1×2 Freikarten. Schreibt uns dazu wie gewohnt eine Mail mit dem Betreff ‚Experiment‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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ER SIE ICH | Do, 08.03.18, 19 Uhr | City Kino Wedding, Müllerstraße 74, 13349 Berlin | partisan-filmverleih.de/filme/er-sie-ich | Facebook | Tickets 7€

Es werde LUX!

Wer Kino liebt, liebt Yorck. Seit nunmehr vierzig Jahren sind die kleinen, manchmal schrägen, immer besonderen Programmkinos der Yorck-Gruppe der Garant für Filmunterhaltung mit Niveau in der Hauptstadt. Mit der ganz eigenen Mischung aus liebvoll ausgewählten Indipendent-Produktionen, besonderen Dokus, originalsprachigen Filmen und internationalen Kassenschlagern jenseits des erwartbaren Popcorn-Geballers überlebte Yorck nicht nur das Erstarken und Sterben der Multiplexe, sondern ist inzwischen mit zwölf Kinos und zwei Freiluftkinos Berlins größter Kinobetreiber. Heute Abend nun und morgen ganz offiziell eröffnet im alten neuen Berliner Westen, in einer unscheinbaren Passage zwischen C|O Berlin und Kantstraße ein Kino, das den gesamten Kosmos der Yorck-Magie auf den Punkt bringt. Sieben Säle zählt das neue Flaggschiff, jeder ist in einer anderen Farbe gehalten. Glitzervorhänge, Teakholz und Lampen aus dem alten Gloria Palast sorgen für den besonderen Rahmen um den Rahmen. Das Highlight jedoch sind die spektakulären LED Lichtleisten (es heißt ja nicht umsonst LUX), die jedem Saal von winzig bis groß seine ganz eigene Atmosphäre verleihen. Besonders bequeme und geräumige Sessel sorgen für ein dem Namen entsprechendes LUXuriöses Kinoerlebnis. Genug der Namenswitze! In der Eröffnungswoche laufen unter anderem der chilenische Film „Una mujer fantástica“, der im Februar im Berlinale-Wettbewerb lief, „David Lynch – The Art Life“, der neue Klimaschutz-Film des ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore „Eine noch immer unbequeme Wahrheit“ und die französisch-belgische Komödie „Barfuß in Paris“. Die große Eröffnungsgala heute Abend u.a. mit Dieter Kosslik und Iris Berben als Festredner und einem Live-Gig von Christian Friedels ‚Woods of Birnam‘ organisieren übrigens wir von muxmäuschenwild mit unserer Event-Crew. :) #stolzwiebolle
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delphi LUX | Kantstr. 10, 10623 Berlin | ab 07. September täglich | yorck.de | Facebook | Foto Credit: Yorck Kinogruppe/Adrian Schulz

Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 05. September 2017 | Tags: , , , , , , , , , Keine Kommentare

Das Ende der Fleischeslust

Was dem Deutschen seine Wurst, ist dem Türken sein Kebab, dem Wiener sein Schnitzel und so weiter und so fort. Wir wagen an dieser Stelle mal eine steile These: der Konsum von Fleisch, wie wir ihn kennen, hat keine Zukunft. In nicht allzu ferner Zeit werden wir kein Fleisch mehr von für diese Zwecke produzierten Lebewesen essen. Das hat ethische Gründe, das hat ökonomische Gründe und das hat vor allem ökologische Gründe. The End Of Meat is not here, but it’s near. Doch was dann? Wie schmeckt der Döner in Zukunft, auch wenn er nicht mehr vom Dönertier stammt? Wie wirken wir dem Aufschrei der Empörung vor Entmündigung und Mangelernährung entgegen? Wie soll das überhaupt gehen – ganz ohne Fleisch? Oder bedeutet „ohne“ vielleicht auch gar nicht „ohne“, wenn das Eisbein ganz organisch im Labor entsteht? Das Dokumentarfilm-Projekt „The End Of Meat“ spürt genau diesen Fragen nach. Filmemacher Marc Pierschel wagt den Blick in eine Zukunft ohne Fleisch sowie deren Auswirkung auf Umwelt, Tiere und uns selbst. Er spricht mit Pionieren der veganen Revolution in Deutschland, besucht die erste vegetarische Stadt in Indien, begegnet geretteten „Nutztieren“ in Freiheit und trifft auf Wissenschaftler, die am tierfreien Fleisch forschen, das den 600 Milliarden schweren, globalen Fleischmarkt revolutionieren soll. Der Film wurde per Crowdfunding finanziert und feiert am 3. September Kinopremiere. Alle Termine und Spielzeiten gibt es hier. Die feierliche Premiere mit hochkarätigen Gästen steigt am 26. August im Berliner Kino Babylon. Tags darauf wird bei der Konferenz diskutiert. Mit dabei sind so illustre Köpfe wie Philosoph Richard David Precht oder Dr. Marco Springmann, der an der Universität Oxford am Programm zur Zukunft der Ernährung arbeitet. Wir verlosen 2×2 Plätze auf der Premieren-Gästeliste an die besonders carnivoren unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚BITE‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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The End of Meat | Premiere am 26.08.2017, 20 Uhr | Babylon Kino, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin | Tickets | theendofmeat.com | Termine

Anne Krüger

Das 2-Minuten Interview
Wie schmeckt eigentlich ein gut abgehangenes, auf den Punkt gebratenes Mediasteak? Ganz klar nach Qualitätsformaten, verfeinert mit einer Prise Simpsons – low carb, vegan, glutenfrei. Ergibt keinen Sinn? Wartet, gleich. Denn Anne Krüger gründete gemeinsam mit Komplizin Laura zum Abschluss ihres Studiums an der UdK im Jahr 2013 den Blog Mediasteak. Die Idee: die besten Dokus, Filme und Serien, die man legal und kostenlos im Netz schauen kann, kuratieren und bewerten. Da sieht ja sonst auch keiner mehr durch. #einermussdenjobjamachen. Kurz nach Livegang wurde Mediasteak (wegen der Filetstücke, you know) für den Grimme Online Award und Lead Award nominiert. Inzwischen ist die Seite wahrscheinlich bei mehr Leuten mit einem Lesezeichen versehen, als die meisten Plattformen, deren Content gestreut und verlinkt wird, selbst. Höchste Zeit also, sich mal ein paar Tipps aus erster Hand einzuholen. Bei Game of Thrones blicken wir nämlich nicht durch, bei House of Cards kommt zu selten was Neues und „The White House“ läuft nur in den Nachrichten. In diesem Sinne, nach dem Lesen Zähneputzen nicht vergessen!

Name: Anne Krüger
Alter: 29
Wohnort: Berlin
Beruf: Journalistin, Gründerin von Mediasteak
Schuhgröße: 39
Lieblingsformat: Die Simpsons
Kontakt:anne@mediasteak.de

Dein Leben wird verfilmt. Wer spielt dich? Jeff Bridges aka The Dude

Wie schauen wir in Zukunft fern? Vermutlich erstmal lange Zeit so, wie wir es jetzt tun: Online, zeitsouverän, ortsunabhängig und mit einem Second Screen in der Hand. Vielleicht auch bald mit VR-Brille.

Was braucht ein Format um gut zu sein? Ryan Gosling?

Bei welchem Film musst du immer weinen? Findet Nemo

Worauf bist du stolz? Darauf, dass Laura und ich es geschafft haben, aus einem Uni-Abschlussprojekt ein Unternehmen zu gründen. Dass ich jetzt selbstständig und frei arbeiten kann und genau das mache, was ich liebe.

Wen bewunderst du und warum? Meinen Papa, weil er Baumhäuser bauen kann und jede Hauptstadt der Welt kennt. Weil er immer für mich da war und ist, und er so großzügig und gutmütig ist wie ein kleiner Buddha.

Ein Serientipp bittesehr! Oh Gott, da gibt es viele. Neben all den Serien, die wohl jeder kennt (Black Mirror, Breaking Bad, Stranger Things), fand ich „The Crown“ sehr spannend! Hat auch irgendwie niemand gesehen.

Was würdest du gern besser können? Ja sagen. Äh… nein sagen.

Das größte Problem deiner Generation: Wir schauen zu oft auf irgendwelche Screens und zu wenig in die reale Welt. Und ein weiteres Problem ist unsere Unentschlossenheit und Flatterhaftigkeit.

Der beste Ratschlag, den du je bekommen hast: Zähne putzen.

Du kannst mit einer Zeitmaschine reisen. Welches Jahr stellst du ein und warum? 1999 zum Sonntagsfrühstück mit meiner Familie.

Wenn wir dich Zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen? Ein Mediasteak-Filet, da kann ich nichts falsch machen: ist low carb, vegan und glutenfrei.

Wenn eine Fee dir eine Fähigkeit schenken könnte, welche würdest du wählen? So lange Sätze sprechen zu können wie Roger Willemsen und nach einem 3-Minuten-Satz immer noch zu wissen, wo ich angefangen habe.

Was würdest du ändern, wenn du die Macht dazu hättest? Dass alle Menschen glücklich und frei leben können.

Was sollte niemand von dir wissen? Was ich letzten Sommer getan habe.

Welche Frage hätten wir dir stellen sollen? Wie lange hast gebraucht, um dieses Interview zu beantworten?

Das letzte Wort: Ich wünsche Ihnen eine geruhsame Nacht.

Kategorien: Leute | Autor: | Datum: 15. August 2017 | Tags: , , , , , , , , , , Keine Kommentare

Lust for Life

Sisyphos, der gerissene Frevler aus der griechischen Mythologie, muss zur Strafe ewig einen Steinblock einen Berg hinaufwälzen, der kurz vor dem Gipfel immer wieder herunterrollt. Hartnäckig muss man sein, um so etwas durchzustehen. Hartnäckig ist auch die Pornoregisseurin und Politikwissenschaftlerin Erika Lust. Wie passend, dass sie diese Woche das Sisyphos mit Open Air Erotik bespielt. Die Schwedin gilt als eine wichtige Pionierin der feministischen Pornographie und hat es sich zum Ziel gesetzt, Sexfilme zu machen, die anders sind. Ansprechend. Unabhängig. Echt. Von cineastischem Wert. Ethisch produziert. Filme, die unterschiedliche Menschen und ihre Fantasien und erotischen Wünsche abbilden und erreichen. So hat sie das Projekt XConfessions ins Leben gerufen, die erste crowd-unterstützte Erotikfilm-Serie. Jede und jeder kann sich als Ideengeber einbringen, seine erotischen Fantasien anonym posten, und jeden Monat wählt die Regisseurin zwei Fantasien aus und macht daraus ästhetische, aufwendige und ehrliche Kurzfilme. Einige davon werden auch im Sisyphos zu sehen sein. An zwei Abenden stellt sie nicht nur ihre neusten Erotik-Kurzfilme vor – unter anderem einen des subversiven Kult-Filmemachers Bruce LaBruce – sondern sie stellt sich auch den Fragen des Publikums. Mit ihrer kontinuierlichen Arbeit fängt Erika Lust an eine Lücke zu schließen, die noch immer viel zu groß ist.
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Erika Lust: XConfessions Open Air | Sisyphos, Hauptstraße 15, 10317 Berlin | 12.&14.07.17, ab 20:30 Uhr | Tickets 14 € | Residentadvisor.net  | Facebook Eventlink

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Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 11. Juli 2017 | Tags: , , , , , , , , , , , , , Keine Kommentare

Let’s play!

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Morgen und übermorgen steigt das diesjährige Berlin Fashion Film Festival in der Hauptstadt. Und wie! Im Columbia Theater am ehemaligen Flughafen Tempelhof versammeln sich Macher, Möger, Vordenker und Vorreiter der internationalen Kreativszene, um den Status quo kreativen Filmemachens neu zu definieren und Vernetzungs- und Kreationsmöglichkeiten im Spannungsfeld aus Film und Lifestyle, Creative Culture und Mainstream zu schaffen. Auf der zweitägigen Konferenz kommen jeweils über 500 Filmschaffende und Opinion-Leader aus Werbung und Lifestyle zusammen, um sich in spannenden Talks, bei Workshops oder beim Creative Speed Dating Inspiration und Input zu holen, neue Talente kennenzulernen und die besten Fashion Filme des Jahres im Rahmen einer großen Award Show auszuzeichnen. Hatten wir die Jury erwähnt? Hier ein Auszug: diesmal dabei sind u.a. Casting Director Rolf Scheider, Matthias Storath (Executive Creative Director bei HEIMAT Berlin), Catherine Le Goff (Commissioning Editor bei ARTE), Juul van Alphen (Senior Creative Producer von Stella McCartney) und Götz Ulmer (Partner und Boardmember bei Jung von Matt). Keine weiteren Fragen. Wer nicht das volle Festivalpaket buchen möchte, kann sich bei den Public Screenings die Highlights des diesjährigen Wettbewerbs vor Augen führen. Bei der gemeinsam mit dem deutsch-französischen Kultursender ARTE veranstaltete ARTE FASHION FILM NIGHT am 8. Juni werden ab 18 Uhr im Passage Kino Neukölln ausgewählte Dokumentarfilme aus der glamourösen Welt der Mode gezeigt. Zum krönenden Abschluss und direkt im Anschluss an die Award Show markiert ein fulminanter Live Show Act das große Finale und den Beginn der Aftershowparty. In diesem Jahr wird der Übergang ins ausgelassene Feiern dabei besonders fließend: Das Visual-DJ-Duo Blaenk Minds erweckt gemeinsam mit der Berliner Designerin Esther Perbandt deren Mode, im Spiel zwischen Bewegung und Begegnung zum Leben. Wie sagt Festivalgründer Frank Funke so schön: „Der Fashion Film ist das Musikvideo unserer Zeit.“
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Berlin Fashion Fim Festival 2017 | 08.-09.06.17 | Columbia Theater, Columbiadamm 9-11, 10965 Berlin | Tickets: 2 Days 359 Euro / VIP 459 Euro | Show Act & Aftershowparty 09.06.17, 23 Uhr | Tickets: 15 Euro | www.berlinfashionfilmfestival.net

Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 06. Juni 2017 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Gaza Shore

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Ein Hafen, an dem längst keine Schiffe mehr anlegen. Ein Flughafen, der von keinem Flugzeug mehr angeflogen wird. Fast niemand, der reinkommt. Und noch weniger, die rausgehen. Das ist der Gazastreifen. Zwei Millionen Menschen wohnen hier auf engstem Raum, zwischen Ägypten und Israel. Doch auf einer Seite, im Westen, tut sich ein kleiner Streifen Freiheit auf: Eine Strandlänge lang und sechs Meilen breit – bis zur israelisch kontrollierten Grenze. Dieses kleine Stück nehmen sich die Surfer von Gaza. Für die Dauer einer Welle ist der Ausnahmezustand ausgeblendet. Diese Momente, die Menschen dahinter und ihre Geschichten hat Regisseur Philip Gnadt in einen außergewöhnlichen Film gepackt, „Gaza Surf Club“. Am 30. März feiert der Film Premiere in Berlin – und das ist zugleich die erste Vorstellung im neuen Klick Kino. Das geschichtsträchtige Lichtspieltheater am Stuttgarter Platz macht nämlich nach mehrjähriger Filmpause wieder auf. Und zur Feier des Tages verlosen wir 2×2 Karten für das Kino Klick an die besonders Wellentauglichen unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff „EVERY BREAKING WAVE“ an hurra@muxmaeuschenwild.de.
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Gaza Surf Club | Berliner Filmpremiere: Kino Klick, Windscheidstraße 19, 10627 Berlin | www.gazasurfclub.de | Facebook | Youtube

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 28. März 2017 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Der andere Sieger

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And the winner is Moon…La la…Moonlight? Die Verwirrung bei der diesjährigen Oscar-Verleihung war groß, als ein fieser falscher Umschlag dafür sorgte, dass zunächst der gesungene Eintanz La La Land um Emma Stone und Ryan Gosling als Gewinner in der Kategorie „Bester Film des Jahres“ verkündet wurde. Aller Vorliebe für Selbstgesungenes und dem Schmacht-Appeal von Ryan und Emma zum Trotze, entschied sich die Jury in Wirklichkeit nämlich für einen anderen, sehr viel stilleren, sehr viel wichtigeren Film: Lange, weiße Sandstrände, tropisches Klima, wehende Palmen vor pastellfarbenen Häusern – das Miami des jungen Chiron sieht anders aus. Er ist jung, schmächtig, Afroamerikaner und der Protagonist im aufreibenden, unbequemen Drama „Moonlight“. An der Seite seiner süchtigen Mutter wächst er im Armenviertel von Miami auf, wird in der Schule gemobbt und findet keinen Halt – bis sich der kubanische Einwanderer und Dealer Juan seiner annimmt. Erstmals in seinem Leben erlebt Chiron emotionale Unterstützung und Aufgehobensein. Er setzt alles daran, seinen Ziehvater nicht zu enttäuschen und bemüht sich immer mehr in die Welt zu passen, in der er lebt: Er trainiert seinen Körper, trägt bald Diamantohrringe und einen Mund voller Grills – optisch ist der einstmals schüchterne, dürre Chiron nicht mehr von den anderen toughen Typen in seinem Umfeld zu unterscheiden. Seine Verletzbarkeit und Sensibilität aber bleiben. Die mühsam antrainierten Muskeln trägt er wie einen Panzer vor sich her, unter dem er sämtliche Gefühle versteckt. Bis sich eines Tages Kevin wieder bei ihm meldet, sein ehemaliger Schulkamerad, mit dem er damals am South Beach ungekannte körperliche Intimität erlebte. „Moonlight“ ist inhaltlich aufreibend und formal überzeugend. Die drei, chronologisch aufeinanderfolgenden Kapitel sind wie einzelne kleine Dramen zu sehen. Sie alle ermöglichen uns einen Blick hinter die Kulissen einer Szene, in der Andersartigkeit nicht geduldet wird. Ein anderer Film. Ein anderer Sieger.
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Moonlight | Kinostart 09.03.2017 | Trailer

Foto: Dos Hermanas LLC

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 07. März 2017 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Wolf ab!

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Sieh dich nicht um, ein Wolf geht um! Stimmt, es ergibt auch vielmehr Sinn, nach vorne zu schauen – in Richtung Leinwand nämlich. Nach sechs Jahren Ideenschmieden, Crowdfundinganheizen, Aufreißen, Runterreißen, Rausreißen, Putzen, Bauen und Streichen hat der Wolf, das neue Kino im Herzen Neuköllns, eröffnet. Und dieser Wolf hat es in sich. Er ist nicht nur Filmvorführungsstätte und Bar, sondern eine Heimat für alle Filmliebhaberinnen und Zelluloid-Aficionados. Neben zwei Kinosälen beherbergt er ein Studio zum experimentellen Umgang mit und zum Diskutieren über Bewegtbild. Gearbeitet wird an einer Postproduktionsstätte mit Farbkorrekturstudio, damit der gesamte Kreislauf des Films hier ein Zuhause finden kann. Das Programm ist ein kaleidoskopischer Blick auf die Filmgeschichte und -zukunft. Gezeigt werden Neuerscheinungen, Filme ohne Verleih, spezielle Reihen, Dokumentarfilme, Festivallieblinge und Retrospektiven. Der Ort allein ist schon gefüllt mit Geschichte. Die Räumlichkeiten an der Ecke Weser- und Wildenbruchstraße beherbergten in den vergangenen Jahren schon eine Buchbinderei, einen Waschsalon, ein Bordell – und eine Bäckerei. Willkommen in Neukölln! Am 25 März steigt übrigens die WOLF EDITION #1 ein Workshop zum Thema „Kino der Zukunft“ mit Regisseurin, Performance-Künstlerin und Musikerin Josephine Decker. Frage: „Wie kann ein Film sowohl unser Bewusstsein, als auch unser Unterbewusstsein ansprechen?“ Der Wolf weiß es.
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Wolf Kino | Weserstraße 59, 12045 Berlin | wolfberlin.com | Facebook | Foto: Uli Kohl

Kategorien: Orte | Autor: | Datum: 07. März 2017 | Tags: , , , , , , , , Keine Kommentare

Hinterm Mond

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Neil Armstrong ist ein Held. Am 21. Juli 1969 betrat er schließlich als erster Mensch den Mond. Aber so wie Batman nicht ohne Robin kann, Wilhelm Tell nicht ohne Walter und Edward Snowden nicht ohne Russland, kam auch Armstrong nicht durch eigene Kraft zu seinem Heldenstatus. Regisseur Theodore Melfi erzählt in ‚Hidden Figures – Unbekannte Heldinnen‘ die Geschichte von Katherine Johnson, Mary Jackson und Dorothy Vaughn, die eine wichtige, aber bis dato unbeachtete Rolle in der Entwicklung des Armstrongschen Heldenepos hatten. Diese drei Afroamerikanerinnen arbeiteten während des Zweiten Weltkriegs für die NASA – und das nicht etwa als Sekretärinnen („Yes, they let women do some things at NASA, and it’s not because we wear skirts, but because we wear glasses“), sondern als Ingenieurinnen und Mathematikerinnen. Mit ihrem Beitrag erbrachten sie die notwenige Rechenleistung, um die Mondmission überhaupt umsetzbar zu machen, die Astronauten sicher ins All und auch wieder zurück zu bringen. Autorin Margot Lee Shetterly erzählte die Geschichte dieser Frauen bereits in einem Sachbuch, nun wurde der Stoff verfilmt – und das so erfolgreich, dass drei Oscarnominierungen ins Haus stehen. Heldenepen sind eben, wie immer, nur eine Perspektive auf die Geschichte.
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Hidden Figures | Starttermin: 02.02.2017 | Trailer

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 31. Januar 2017 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Talk the talk, walk the walk

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Die Berlin Fashion Week steht an und endlich wächst zusammen, was zusammen gehört. Das Berlin Fashion Film Festival versammelt schon seit fünf Jahren die weltweite Szene des kreativen Filmemachens rund um Mode, Beauty und Lifestyle in der Hauptstadt. Quasi als einstimmendes Glockengeläut zum dieswinterlichen Schaulaufen zeigt das BFFF am 17. Januar ab 18 Uhr eine Auswahl herausragender Filme der letzten zwei Fashionjahre im Babylon Kino am Rosa-Luxemburg-PLatz. Ab 20 Uhr gibt es obendrein eine Sneak Preview zur diesjährigen Edition des Festivals, bevor im Anschluss der Dokumentarfilm IRIS über die Fashion Star Iris Apfel Deutschland-Premiere feiert. Das Ticketkontingent ist ziemlich exklusiv begrenzt. Wir haben trotzdem 1×2 Plätze auf der Gästeliste für die besonders gut Angezogenen unter euch. Schreibt eine Mail mit dem Betreff ‚DRAMA, BABY‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de. Film ab!

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Best of BERLIN FASHION FILM FESTIVAL 2015&2016 | Sneak Peek BFFF 2017 zur Deutschlandkinopremiere von „IRIS“ | Di.,17.01.2017, 18 Uhr | BABYLON, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin | Tickets

Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 10. Januar 2017 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

…außer man tut es.

Nur 4% der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt werden von Frauen geleitet. Nur 3% der Technologie-Startups werden von Frauen gegründet. Und Frauen erhalten weniger als 10% aller Risikokapital-Investitionen. Woher wir das wissen? Von der aufschlussreichen Dokumentation „She started it“. Zwei Jahre lang begleitete die französische Journalistin Nora Poggi mit ihrem Team erfolgreiche, junge Frauen im Startup-Universum, jetzt tourt die spielfilmlange Doku durch die Welt und präsentiert fünf Gründerinnen unter 30, die für inspirierende Idole herhalten können: Die 28-jährige Vietnamesin Thuy Truong zum Beispiel, die im Namen ihrer eigenen Firma aus dem Silicon Valley Mobile Apps entwickelt. Oder Brienne Ghafourifar, die bereits mit 18 Jahren über eine Million Dollar Investment sammelte und damit ihr eigenes Tech Startup gründete. Es gibt so viele Geschichten da draußen über Frauen, die Produkte entwickeln, Teams zusammenstellen, Kapital zusammensuchen, die scheitern und wieder aufstehen, gründen, verhandeln und pitchen. Ihnen ist diese spannende Doku gewidmet. Die zwar auch einen Finger in die Diskriminierungs-Wunde legt, aber ebenfalls zeigt, was alles möglich ist. Ob als Mann oder als Frau. Oder eben erst recht als Frau. Unter diesem Link könnt ihr euch für die ausgebuchte Premiere noch auf die Warteliste setzen lassen. Oder ihr schreibt uns eine Mail mit dem Betreff ‚HER‘ an hurra@muxmaeuschenwild.de. Wir vergeben 2×2 der letzten Tickets an die besonders Gründunsgwilligen unter euch. #wearebettertogether
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Filmpremiere ‚She Started It‘ | Di., 20.12.2016, 18-21h | Factory Berlin, Rheinsberger Straße 76-77, 10115 Berlin | Eintritt frei | Registrierung | Facebook | Trailer

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Kategorien: Erlebnisse | Autor: | Datum: 13. Dezember 2016 | Tags: , , , , , , Keine Kommentare

Der blanke Horror

„He has his father’s eyes“ – das ist der Moment, in dem in Polanskis Horror-Klassiker „Rosemarys Baby“ alles entgleitet. Der pure Horror. Die unausweichliche Gewissheit. Ein schauderhafter Moment. Wie der, als Lila Crane erkennt, das Norman Bates’ Mutter alles andere als lebendig ist. Oder als Samara bei The Ring aus dem Fernseher kriecht. Wir lieben und hassen diese Augenblicke, in denen wir uns am liebsten verkrümeln möchten, aber trotzdem nicht wegsehen können. Wir wollen den Horror. Das Gruseln, den Schauder, das pochende Herz. Apropos Samara, das Durchbrechen der Sicherheit spendenden Mattscheibe war ein solch geniales Stilmittel, weil es den Betrachter förmlich die vierte Wand unter dem Boden wegzog. Was, wenn sich der Horror nicht mehr nur da drin im TV, Monitor oder Display abspielt, sondern überall um mich herum, unmittelbar und wahrhaftig? Der schwedische Regisseur Jakop Ahlbom bringt mit seinem Ensemble den Nervenkitzel des Movie-Genres auf die Theraterbühne. Das Stück HORROR ist eine Hommage an den Gruselfilm, eine Ode an die Besessenheit, die den Zuschauer schonungs- und schutzlos mit einbezieht. Erzählt wird die Geschichte einer Frau, die in das Haus ihrer Familie zurückkehrt, in dem sie jahrelang gequält wurde. Ein menschenleeres Haus in einer stürmischen Nacht. Die seelenlose Frau konfrontiert ihre Vergangenheit – bis zum blutigen Letzten. Es ist ein Horror ohne Worte. Tanz, Pantomime, Lichteffekte und Musik ersetzen die Dialoge komplett. Die Schauspieler schaffen es durch ihre Präsenz atemberaubende Stimmungen zu erzeugen. Das Stück hat alles, was Horror braucht: Referenzen an die Großmeister des Genres, Drama, Angst, Unausweichlichkeit, Entsetzen und Psychospiele. Aber auch spritzende Blutrunst, Zombie-Kämpfe, Surrealismus und absurden Humor. Wir sagen: Hingehen! Aber vorher die Fingernägel feilen, sonst kratzt ihr dem Nebenmann vor Schreck den Unterarm auf.
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HORROR – ein atemberaubender Alptraum| 13.–18.09.16 | Deutsches Theater München, Schwanthalerstraße 13, 80336 München | horrortheshow.com | Facebook

Kategorien: München | Autor: | Datum: 14. September 2016 | Tags: , , , , Keine Kommentare

Das Wort Mensch.

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Das Wort Mensch.

„Ich bin ein Mensch unter 7 Milliarden anderen. Seit 40 Jahren fotografiere ich unseren Planeten und die menschliche Vielfalt und ich habe das Gefühl, dass wir nicht vorankommen. Wir schaffen es immer noch nicht zusammenzuleben. Warum? Ich habe die Antwort nicht in den Statistiken und Analysen gefunden, sondern im Menschen selbst. Im Gesicht, in den Blicken, im Wort sehe ich heute die Möglichkeit zum Grund der menschlichen Seele zu gelangen.“ Der berühmte Fotograf und Regisseur Yann Arthus-Bertrand ist der Frage nachgegangen, was Menschlichkeit bedeutet. In einer einzigartigen Kombination aus Zeitzeugenaussagen und Selbstreflexion analysiert er in seiner Dokumentation „Human“ das Leben der Menschen auf unserem Planeten, das einerseits durch Kriege und Konflikte zerrissen, andererseits dank empathischer Solidarität und dem Gefühl des Zusammenhalts aufrechterhalten wird. Drei Jahre reiste er um die Welt, um über 2000 Menschen in 70 Ländern zu interviewen und ihre Lebenswelten zu fotografieren. Ergänzt werden die Interviews von Beiträgen internationaler Journalisten und Menschenrechtler. HUMAN ist ein eindringliches Porträt der Menschheit, das die Themen Gerechtigkeit, Toleranz, Armut, Krieg und Glück aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Fremden und letztlich ins uns selbst aufzeigt. Die von Arthus-Bertrand gegründete GoodPlanet Stiftung sorgt dafür, dass der Film möglichst vielen Menschen zugänglich wird. Er läuft in Kinos, Schulen, kostenlos im Internet und sogar als Inszenierung auf der UN-Vollversammlung. Auf dem eigenen Youtube Kanal können alle drei Teile des Films kostenlos und in HD angesehen werden. Was definiert uns als Mensch? Was ist Menschlichkeit? Was macht uns zu dem, was wir sind? Wieviel von uns steckt in 7 Milliarden anderen?
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HUMAN – The Movie | human-themovie.org | Facebook | Youtube

 

Kategorien: Produkte | Autor: | Datum: 14. Oktober 2015 | Tags: , , , Keine Kommentare